Der Tabak: Studien über seine Kultur und Biologie

Part 10

Chapter 10819 wordsPublic domain

Eine gleich günstige Wirkung halten die Düngstoffe, die mit ~Heiderasen~ gemengt waren. Die Verwendung von den genannten Düngstoffen und von Erde, die wie der Heideboden von einem ~reinen~ Terrain herstammt, kann ebenso wie die Anwendung von ~ungelöschtem Kalk~ empfohlen werden.

Was die Düngung mit Kompost-Fäkalien und Peruguano (f. 135 pro Hektar = 225 Mk.) betrifft, so erwies sich diese als ausgezeichnet und ist f. 250 = 416 Mk. billiger als die Düngung mit Schafmist und Peruguano.

Auch mit Bezug auf die Ursachen, welche die Krankheit so allgemein an den »Zuigers« hervortreten lassen, sind sehr interessante Versuche angestellt worden. Die Vermutung, die ich im vorigen Jahre hatte (s. »de Natuur« 1897 pag. 371), hat sich als richtig erwiesen. Herr ~van Os~ hat die Güte gehabt, Versuche in grossem Massstabe zu machen. Einige kranke Pflanzen wurden geköpft und unmittelbar darauf wurde einer grossen Anzahl gesunder Pflanzen mit den »infizierten« Fingern die Spitze abgebrochen. Alle Pflanzen blieben unter Beobachtung; das Resultat war, dass 88% derselben krank wurden.

Aus diesem Grunde verdient es Empfehlung, zuerst alle kranken Pflanzen zu entspitzen und nach Desinfektion der Hände oder einige Tage später die anderen, gesunden Pflanzen. Auf diese Weise wird das Gift nicht übertragen und werden also durch die Hand des Pflanzers gesunde Pflanzen nicht infiziert. Erst, wenn das schädliche Agens gefunden, und weiter seine künstliche Kultur im Laboratorium gelungen ist, erst dann wird es durch ein eingehendes Studium seiner Eigenschaften möglich sein, auf einem anderen Wege unsere Tabakskultur gegen eine der am meisten gefürchteten Krankheiten zu schützen.

_Bussum_, Nov. 1899.

[Fußnote H: Im Sommer 1899 habe ich die Tabaksfelder mit dem Zweck besucht, zu erforschen, ob auch Pflanzen zu finden wären, welche die nicht infektiöse Pockenkrankheit zeigten, (~Iwanowski~). Allerdings waren auf _einem_ Feld drei Pflanzen vorhanden, die auf den mittelsten Blättern kleine Fleckchen hatten, die von denen der Mosaikkrankheit abwichen. Bei einem zweiten Besuch nach Verlauf von etwa 10 Tagen jedoch erwies es sich, dass dieselben Pflanzen in ihren Spitzenblättern die Symptome der Fleckenkrankheit zeigten.

Ich hoffe, hierauf später zurückzukommen, wenn ich für diese Untersuchung geeignetes Material finden kann.]

[Fußnote I: Nach dem Erscheinen meiner holländischen Veröffentlichung im Jahre 1898 und 1899 und meiner Publikation in »Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten herausgegeben von ~Prof. Sorauer~ (IX. Bd., 2. Heft)« wurde mir durch Briefwechsel mit ~Dr. Iwanowski~ in Petersburg bekannt, dass er bereits früher durch die Filtrationsversuche mit mosaikkranken Blättern von _Nicotiana_ zu demselben Resultat gekommen war. Auch ~Beijerinck~ beschreibt im Centralblatt für Bacteriologie, Parasitenkunde und Infectionskrankheiten, II^e Abth., pg. 27, 1899, ähnliche Erscheinungen bei der Filtration durch Porzellanfilter. Weiter sind die »voorloopige Mededeelingen over het Peh-sem of de Mozaiekziekte in de Tabak te _Deli_« von ~Dr. van Breda de Haan~ (Teysmannia 9den jaargang afl. 11-12) sehr interessant.]

[Fußnote J: Als Bemerkung möchte ich hier hinzufügen, dass die veredelten Sorten von _Beta vulgaris_ nicht selten dunkelgrüne Flecken in den Blättern zeigen mit den nämlichen Abweichungen, wie bei _Nicotiana Tabacum_ beschrieben ist. Der Saft dieser gefleckten Blätter konnte normal gebildete Exemplare von _Beta vulgaris_ nicht krank machen. Das Auftreten dieser Flecken ist also von ganz verschiedener Art wie bei _Nicotiana Tabacum_.]

[Fußnote K: Zuiger ist wohl mit »Geize« zu übersetzen, bezeichnet aber nur die Seitenzweige, die aus den Achseln der abgenommenen Blätter sich entwickeln.]

DRUCKFEHLER.

Seite 1 Zeile 4 von oben lies Versuchen statt Proben. " 2 " 13 " unten " Solanaceae " Solonaceae. " 2 " 12 " " " Capsicum " Capiscum. " 3 " 5 und 14 " " " versand " versandt. " 6 " 3 " oben " Versuchen " Proben. " 7 " 3 " " " zersetzt " analysiert. " 13 " 17 " " " m.M. " c.m. " 17 " 1 " unten " Hefezellen " Gährungszellen. " 19 " 13 " oben " Nährboden " Nahrungsboden. " 23 " 12 " " " fakultative Anaëroben und Aeroben statt fakultative Anaëroben. " 23 " 16 von oben lies fakultative Anaëroben und Aeroben statt fakultative Anaëroben. " 37 " 14 von unten lies fakultative Anaëroben und Aeroben statt fakultative Anaëroben.

Anmerkungen zur Transkription:

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