Category: Novels

Der Steppenwolf

Dieses Buch enthält die uns gebliebenen Aufzeichnungen jenes Mannes, welchen wir mit einem Ausdruck, den er selbst mehrmals gebrauchte, den „Steppenwolf“ nannten. Ob sein Manuskript eines einführenden Vorwortes bedürfe, sei dahingestellt; mir jedenfalls ist es ein Bedürfnis, d...

Chapters

1. Part 1

Dieses Buch enthält die uns gebliebenen Aufzeichnungen jenes Mannes, welchen wir mit einem Ausdruck, den er selbst mehrmals gebrauchte, den „Steppenwolf“ nannten. Ob sein Manusk...

2. Part 2

Dabei deutete er auf den Vorplatz der Wohnung im ersten Stock, wo eine Witwe wohnte. Auf dem kleinen parkettbelegten Platz zwischen Treppe, Fenster und Glastüre stand ein hoher...

3. Part 3

So stieg ich denn die Treppen von meiner Mansarde hinab, diese schwer zu steigenden Treppen der Fremde, diese durch und durch bürgerlichen, gebürsteten, sauberen Treppen eines h...

4. Part 4

Gelassen sah die dunkle steinerne Wand mich an, in tiefer Dämmerung, zugeschlossen, tief in ihren Traum versunken. Und nirgends ein Tor, nirgends ein Spitzbogen, nur dunkle, sti...

5. Part 5

Andrerseits ist allen Selbstmördern auch der Kampf gegen die Versuchung zum Selbstmord vertraut. Jeder weiß, in irgendeinem Winkel seiner Seele, recht wohl, daß Selbstmord zwar...

6. Part 6

Die Täuschung beruht auf einer einfachen Übertragung. Als Körper ist jeder Mensch eins, als Seele nie. Auch in der Dichtung, selbst in der raffiniertesten, wird herkömmlicherwei...

7. Part 7

Ich besaß in meiner Reiseapotheke ein vorzügliches Mittel, um Schmerzen zu stillen, ein besonders starkes Opiumpräparat, dessen Genuß ich mir nur sehr selten gönnte und oft mona...

8. Part 8

Wir kehrten in jenes erste Zimmer zurück, um Kaffee und Schnaps zu trinken, vielleicht würde uns das ein wenig aufhelfen. Aber da fiel der Dichterfürst mir wieder ins Auge, obwo...

9. Part 9

Ich machte ihr Platz, und sie ging; ihr Röckchen streifte meine Knie, im Gehen blickte sie in einen runden, winzig kleinen Taschenspiegel, zog die Augenbrauen hoch, wischte mit...

10. Part 10

Auf Dienstag abend hatte ich das schöne, merkwürdige Mädchen aus dem Schwarzen Adler eingeladen, und die Zeit bis dahin herumzubringen, machte mir nicht wenig Mühe. Und als endl...

11. Part 11

Wir trafen uns am nächsten Nachmittag in einem Café. Hermine saß schon dort, als ich kam, trank Tee und zeigte mir lächelnd eine Zeitung, in der sie meinen Namen entdeckt hatte....

12. Part 12

„Siehst du, das ist auch ein Fortschritt, du hast zugelernt. Bisher hast du alle diese Tanz- und Jazzmusik nicht leiden können, sie war dir zu wenig ernsthaft und tief, und nun...

13. Part 13

„Rede nicht so häßlich!“ schalt sie. „Es ist doch ganz natürlich. Auch du gefällst mir, auch du hast etwas Hübsches, Liebes und Besonderes, du darfst nicht anders sein, als du b...

14. Part 14

„Ich weiß nicht. Ich will zur Ehre der Welt annehmen, es sei bloß unsere Zeit, es sei bloß eine Krankheit, ein momentanes Unglück. Die Führer arbeiten stramm und erfolgreich auf...

15. Part 15

So kam es, daß ich um ein Uhr enttäuscht und böse mich wieder zur Garderobe zurückpirschte, um den Mantel anzuziehen und zu gehen. Es war eine Niederlage, ein Rückfall in den St...

16. Part 16

„Wir haben nun ausgeruht,“ sagte Pablo, „wir haben uns gestärkt und haben ein wenig geplaudert. Wenn ihr euch nicht mehr müde fühlt, dann will ich euch jetzt in meinen Guckkaste...

17. Part 17

Gustav lächelte. „Ja, es sind eben gar zu viele Menschen auf der Welt. Früher merkte man es nicht so. Aber jetzt, wo jeder nicht bloß Luft atmen, sondern auch ein Auto haben wil...

18. Part 18

Wir gaben einander die Hände, und Hand in Hand gingen wir langsam weiter, unsäglich glücklich, sehr verlegen, wußten nicht, was sagen und was tun, begannen aus Verlegenheit schn...

19. Part 19

„Mein Gott,“ rief ich entsetzt, „was tun Sie, Mozart? Ist es Ihr Ernst, daß Sie sich und mir diese Schweinerei antun? Daß Sie diesen scheußlichen Apparat auf uns loslassen, den...