Part 2
Um diese zu beseitigen, feuchte man ein feines, leinenes Läppchen mit dem Medicament an, falte es zusammen, und lege es zwischen Gaumen und Wange auf das Zahngeschwür oder die brennende Stelle. Am besten ist es, wenn dies vor dem Schlafengehn geschieht, und das Läppchen die Nacht hindurch liegen bleibt. Die _Linderung_ tritt auf der Stelle ein; doch muß man zur vollständigen Beseitigung des Zahngeschwürs und zur Vermeidung des Losewerdens der Zähne diese Operation einige Abende hinter einander wiederholen.
Ausschlag im Gesicht oder auf dem Kopf.
Er vergeht stets durch Einreibung des damit bedeckten Gesichts oder Kopfes mit unserm Medicament, welches, wenn der Ausschlag nur erst kurze Zeit steht, freilich etwas schmerzt, wodurch man sich jedoch nicht von der Einreibung abschrecken lassen darf. Steht der Ausschlag schon einige Wochen lang, oder ist er _krebsartiger_ Natur, so ist die Operation gänzlich schmerzlos und der gute Erfolg unausbleiblich.
Wechselfieber und Fieberanfälle überhaupt.
Bei Fiebern wird der obere Theil des Kopfes vor dem Schlafengehn mit dem präparirten Franzbranntwein eingerieben, und am andern Morgen nimmt der Patient _nüchtern und eine Stunde vor dem Frühstück_ zwei Eßlöffel des Medicaments, mit sechs Eßlöffeln heißen Wassers gemischt. Bei Frauen reicht die Hälfte hin. Dies Verfahren ist zwölf Tage hinter einander fortzusetzen, wenn auch das Fieber bereits vor Ablauf dieser Zeit verschwunden ist; dauert es aber noch über diese Periode hinaus, so fahre man mit Einreiben und Einnehmen auch ruhig fort, bis die Krankheit gewichen.
Während der Nordostwinde, die in der Gegend von Frankreich, welche ich bewohne, vor einiger Zeit sehr heftig wehten, klagten viele Leute über plötzliche Frost- oder Fieberschauer, heftiges Kopfweh, Brustschmerzen oder Seitenstechen, und wenn sie im Freien von diesen Uebeln ergriffen wurden, hatten sie Mühe, ihre Heimath zu erreichen, denn sie fühlten sich sogleich lebensgefährlich krank. Der erste von meinen Leuten, welcher heimgesucht wurde, schickte zum Arzt, der ihn stark zur Ader ließ, auf kärgliche Diät setzte, und ihn vom Tode rettete, obschon seine Genesung sehr langsam ging. Der zweite war einer meiner Forstleute, von dem ich nun erfuhr, er sei plötzlich gestorben. Der dritte war ein Knecht, der am Sonnabend erkrankte und am Sonntag schon starb. Der vierte endlich war ein junger Bursche auf einem meiner entlegenen Vorwerke, welches ich am Montage, dem Tage nach dem Tode des Knechtes, zufällig besuchte, und wo keine ärztliche Hülfe so schnell zu haben war. Ich erfuhr, er sei an diesem Tage wie gewöhnlich um drei Uhr aufgestanden, um das Vieh zu füttern, habe aber bald über Frost, Kopf- und Brustschmerz geklagt, und kaum sein Bett wieder erreichen können. Man erzählte mir, er sei sehr krank, und werde den nächsten Tag kaum mehr erleben. Ich besuchte ihn auf der Stelle, und fand jene Aussagen bestätigt. Obgleich man bereits nach einem Arzt geschickt hatte, glaubte ich doch, da es sich um einen meiner Diener handelte, vorläufig mein Mittel anwenden zu dürfen. Ich ließ ihm daher den Kopf mit der Flüssigkeit tüchtig waschen und einreiben, und gab ihm zwei Eßlöffel voll davon, mit eben so viel heißem Wasser gemischt, ein. Ehe ich ihn verließ, fragte ich ihn, wie es mit seinem Kopfe stehe: er sagte: -- »gut.« Als ich am nächsten Tage wieder auf das Vorwerk kam und nach ihm fragte, hieß es: »O, der ist ganz wohl, und heute früh um drei Uhr schon wieder an die Arbeit gegangen.« Ich erfuhr, der Arzt sei über Land gefahren gewesen und nicht gekommen; bald darauf erschien auch der wieder hergestellte junge Bursche, um sich bei mir zu bedanken.
Ueberhaupt hat man bei Fieberanfällen aller Art, sie mögen von bekannten oder unbekannten Ursachen herrühren, dem Patienten immer nur sogleich den Kopf mit dem Medicament einzureiben, und ihm davon zwei mit heißem Wasser vermischte Eßlöffel voll davon einzugeben. Dieses Eingeben ist in Zwischenräumen von 1 bis 3 Stunden zu wiederholen, je nachdem die Fieberanfälle heftig sind, oder schnell auf einander folgen.
Kolik.
Diese ist in Zeit von fünf Minuten durch das Einnehmen von zwei Eßlöffeln des präparirten Franzbranntweins, gemischt mit vier bis sechs Eßlöffeln heißen Wassers, gewöhnlich gehoben. Dauert das Uebel nach dem Einnehmen noch fort, was mir jedoch nur selten vorgekommen ist, so nehme man nach einer kleinen Stunde noch _eine_ Dosis von zwei Eßlöffeln, jedoch mit _weniger_ heißem Wasser als vorher gemischt. Ich habe sogar ein Mal den Fall erlebt, wo noch ein _drittes_ Mal eingenommen werden mußte; _nie_ ist dieses Mittel indeß ohne Erfolg angewendet worden.
Cholera.
Man reibe dem Patienten ein bis zwei Mal den Kopf ein, oder überhaupt so oft, als die heftigen Kopfschmerzen wiederkehren, und nehme zwei bis drei Eßlöffel des Medicamentes mit eben so viel heißem Wasser gemischt. Dies wird einige Mal am Tage wiederholt, und je häufiger und heftiger die Anfälle sind, je öfter wird der Kopf eingerieben, und je öfter eingenommen. Außerdem werden die Theile des Körpers, an denen sich die Haut entfärbt, so lange mit dem Franzbranntwein eingerieben, bis die Schmerzen nachlassen.
Bräune und Halsentzündung.
Da hier schleunige und kräftige Hülfe nöthig ist, so muß das Uebel auf alle nur mögliche Weise bekämpft werden. Man gurgle sich zunächst mit dem Medicament, und fülle es sich dann nach und nach in beide Ohren, worin man es zehn Minuten zu erhalten sucht. Dann feuchte man ein leinenes Tuch damit an und lege es um den Hals; wenn es fast getrocknet ist, wird es von Neuem angefeuchtet. Diese Mittel haben sich mir immer als sehr wirksam bewiesen, und es ist um so besser, wenn man sie vor dem Schlafengehn anwenden kann. Ist auch die Genesung nicht unmittelbar erfolgt, und haben bei dringender Gefahr sogar Blutegel mit zu Hülfe genommen werden müssen, so ist doch stets die Krankheit an der weitern Ausbildung verhindert worden; doch darf man weder bei der Bräune noch beim schlimmen Hals mit dem Gurgeln und den Umschlägen zu bald ermüden. Bei allen Fällen habe ich eine augenblickliche Hebung der Entzündung eintreten sehen, womit die Heftigkeit der Krankheit auch stets gebrochen ist.
Unterleibsentzündung.
Man nehme in kurzen Intervallen mehrere Dosen von zwei mit heißem Wasser gemischten Eßlöffeln des Medicaments, und fahre damit fort, bis die Schmerzen sich mindern. Zu gleicher Zeit reibe man den Unterleib mit dem Franzbranntwein fleißig ein, bedecke ihn in den Zwischenräumen mit Flanell und lege die Wärmflasche darauf. Durch die Anwendung dieser Methode habe ich immer die erfreulichsten Resultate erhalten.
Seitenstiche.
Sie sind oft die Vorboten anderer Krankheiten, lassen sich indeß leicht beseitigen. Nachdem der obere Theil des Kopfes gut eingerieben worden, thue man dasselbe mit _der_ oder _den_ Seiten. Geben sich die Stiche hiernach nicht, so nehme man ein Handtuch, feuchte es an einer Stelle mit dem Medicament an, und binde es um den Leib, so daß die feuchte Stelle, die, wenn sie getrocknet, immer wieder anzufeuchten ist, auf die schmerzende Seite kommt. Eine Stunde nach diesem Verfahren waren in allen mir vorgekommenen Fällen die Stiche gänzlich verschwunden, und die Patienten vielleicht von einem gefährlichen Fieber gerettet, das sich bereits anmelden ließ. Sind die Stiche sehr heftig, wird es auch gut sein, zwei Eßlöffel des Medicaments, in dem oft angeführten Verhältniß mit heißem Wasser gemischt, einzunehmen.
Rheumatismus.
Gegen dieses leider so allgemein verbreitete wie schmerzhafte Uebel bringt unser Mittel stets Linderung und in den meisten Fällen auch Heilung. Man hat nichts zu thun, als die schmerzenden Theile täglich ein oder zwei Mal damit einzureiben; doch muß damit mehrere Tage, zuweilen eine ganze Woche, in hartnäckigen Fällen sogar zwölf bis vierzehn Tage, fortgefahren werden. Beweist sich das Uebel als sehr bösartig und stets wiederkehrend, so nehme man zwölf bis vierzehn Tage hinter einander alle Morgen eine Stunde vor dem Frühstück zwei Eßlöffel des Medicaments mit heißem Wasser gemischt, und bediene sich beim Einreiben einer Bürste. Es leuchtet ein, daß man bei diesem eigensinnigsten aller Leiden keine Sorgfalt sparen und den Muth nicht verlieren darf, sondern in der festen Ueberzeugung, daß die Mühe durch den Erfolg belohnt wird, mit der pünktlichen Anwendung des Mittels geduldig fortfahren muß. Als Aufmunterung möge die Versicherung dienen, daß mir noch kein Fall vorgekommen ist, in welchem die rheumatischen Schmerzen unserm Mittel Trotz zu bieten vermocht hätten. Ich könnte viele Beispiele von Leuten anführen, die rheumatischer Anfälle wegen ganze Winter lang das Zimmer hüten mußten, da ihre Aerzte nicht im Stande waren, ihnen durch die hergebrachten gewöhnlichen Mittel zu helfen, denen aber die Anwendung des mit Salz präparirten Franzbranntweins in vierzehn Tagen den schmerzlosen Gebrauch ihrer Glieder wieder gab.
Gicht und rheumatische Gichtanfälle.
Da diese Leiden aus dem Blute kommen, so ist es nöthig, daß der Patient das Mittel auch _innerlich_ gebrauche.
Er reibe sich am Abend vor dem Schlafengehn den Kopf damit ein, und nehme am nächsten Morgen nüchtern und eine Stunde vor dem Frühstück zwei mit heißem Wasser gemischte Eßlöffel davon ein, womit zwölf bis vierzehn Tage fortzufahren ist, oder noch besser, so lange, bis der Patient es aushalten kann, die angeschwollenen, entzündeten und schmerzhaften Stellen mit den Fingern zu reiben. Es versteht sich von selbst, daß bei so eingewurzeltem innern Uebel mit Geduld und Beharrlichkeit verfahren werden muß, wenn ein günstiges Resultat erzielt werden soll.
Verbrühungen und alle Arten von Brandwunden.
Diese sind durch unser Medicament sehr bald geheilt, -- man reibe nur die gebrannten oder verbrühten Stellen damit ein. Die erste Einreibung ist zwar ziemlich schmerzhaft, bei jeder nachfolgenden mindert sich der Schmerz jedoch, und verschwindet endlich ganz und gar. Die Wunde heilt sehr bald zu, indeß wird es zuweilen nöthig, sie durch Bestreichen mit Talg oder einem andern Fett geschmeidig zu machen.
Mein Hägereiter hatte das Unglück, sich durch das Auffliegen einer Quantität Pulver, die auf einem Tische lag, an welchem er saß, bedeutend das Gesicht und die Augen zu verbrennen, so daß er auf dem _einen_ Auge _gar nicht_, auf dem _andern_ nur noch sehr wenig sehen konnte. Das Medicament wurde eine halbe Stunde nach dem Unglücksfall angewendet, und obgleich es ihm große Schmerzen verursachte, hatte er doch den Muth, damit fortzufahren. Die Folge davon war, daß er beim fünften und sechsten Waschen der Augen nicht den geringsten Schmerz mehr empfand und nach funfzehn bis zwanzig Tagen vollständig wieder hergestellt war. Hierbei ist noch zu erwähnen, daß seine Augen, die früher schwach gewesen, seit der Kur besser sind, als sonst.
Frostbeulen.
Sie werden geheilt, indem man sie mit dem präparirten Franzbranntwein tüchtig einreibt; doch ist hierbei zu bemerken, daß in diesem Fall so lange zu reiben ist, bis die erfrornen Theile wieder völlig trocken geworden sind. -- Ein noch einfacheres Mittel zur Wiederherstellung erfrorner Hände oder Füße ist, sie in dickflüssigem Salzwasser zu waschen und dies auf ihnen trocknen zu lassen, ohne sie vorher abzutrocknen.
Heftige Nervenzufälle, Delirium und Anfälle von Raserei.
Alle diese Krankheitszustände, denen große Abspannung, Stumpfsinn und mitunter sogar Blödsinn und Geisteszerrüttung folgen, lassen sich durch unser Mittel _stets_ lindern, _oft_ ganz vermeiden oder abwenden. Man reibe zwei bis drei Mal täglich den obern Theil des Kopfes zehn bis funfzehn Minuten lang mit dem Medicament ein, und wiederhole dies an zwei bis drei Tagen; auch können davon zur Beförderung der Kur zwei mit heißem Wasser gemischte Eßlöffel eine Stunde vor dem Frühstück zwei bis drei Tage hinter einander genommen werden.
Ich habe Gelegenheit gehabt, die vortreffliche Wirkung dieser Procedur in zwei verschiedenen Fällen und an ganz verschiedenen Individuen zu beobachten. Der _erste_ Fall trug sich mit einem Arzt, meinem Nachbar, zu. Er bekam eine heftige Hirnentzündung mit Anfällen von Raserei, in denen er sich und Alles um ihn her vernichten wollte; man fürchtete für seinen Verstand. Die Einreibung wurde bei einem dieser Paroxismen vorgenommen und die Wirkung war schlagend. Der Anfall legte sich, der Kranke schlief ein, stand gesund auf, und hat seit der Zeit nie wieder eine ähnliche Anwandlung gehabt.
Der _andere_ Fall trug sich mit einer Dame meiner Bekanntschaft zu. Diese litt an heftigen Nervenzufällen, denen Abgespanntheit und Trübsinn folgten, die dann wieder mit Aufgeregtheit und Rastlosigkeit wechselten. Man hatte alle nur mögliche Mittel zu ihrer Heilung versucht, doch waren alle gleich erfolglos geblieben, und man fing an, sie als geistesgestört aufzugeben. Ich sah die Dame und ihren Gemahl häufig, und rieth ihnen, mein Mittel anzuwenden, da ich von seiner Wirksamkeit überzeugt war; die Dame lehnte es jedoch ab. Da indeß ihre Zufälle endlich immer häufiger wurden, und man von der Hülfe der Aerzte nichts mehr erwarten konnte, befolgte man meinen Rath. Die erste Einreibung des Kopfes wirkte gleich sehr wohlthätig und beruhigend, die zweite an demselben Tage noch weit mehr, und nach der dritten am folgenden Tage fühlte sich die Dame vollkommen hergestellt und hat seit der Zeit nie wieder durch Nervenanfälle gelitten.
Sind die hier erwähnten Leiden nach den Einreibungen auch schon verschwunden, so wird der Patient doch wohlthun, noch drei bis vier Tage hinter einander eine Stunde vor dem Frühstück nüchtern zwei mit heißem Wasser gemischte Eßlöffel des Medicaments einzunehmen.
Hierbei muß ich bemerken, daß es sich alle Vorsteher von Irren-Anstalten und alle Privatleute, denen die Beaufsichtigung von Geisteskranken anvertraut ist, zur Pflicht machen sollten, die Einreibung der Köpfe jener Unglücklichen mit dem von mir angegebenen Mittel zu versuchen. Aus zehnjähriger Erfahrung kann ich versichern, daß es in vielen Fällen überraschende und glückliche Wirkungen hervorbringen, in _keinem einzigen_ Fall aber jemals etwas schaden würde. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Resultate dieser Versuche zum Heil der leidenden Menschheit später in den öffentlichen Blättern bekannt gemacht würden.
Krebsschäden.
Von der glücklichen Heilung dieses furchtbaren, verheerenden und entstellenden Uebels habe ich aus eigener Erfahrung und Praxis so viel Beweise, daß mein Mittel als unbezweifelt betrachtet werden kann, wenn der Krebsschaden nicht zu alt ist, und also nicht schon zu weit um sich gegriffen hat; aber auch in _diesem_ Fall gewährt die Anwendung desselben die größte Linderung. Ob aber eine Wunde krebsartig sei, läßt sich sogleich erkennen, wenn man sie mit unserm Medicament behandelt; jede andere Wunde schmerzt heftig, wenn man sie mit dem präparirten Franzbranntwein benetzt, nur der Krebs ist dagegen unempfindlich, und heilt auf eine beispiellos schnelle Weise.
Das Verfahren bei der Behandlung der Krebsschäden mit dem Medicament ist ebenfalls ganz einfach. Die Wunde wird damit täglich drei bis vier Mal ausgewaschen, ein feines leinenes Läppchen damit angefeuchtet und aufgelegt, und wenn es anfängt zu trocknen, wieder angefeuchtet oder noch besser mit einem angefeuchteten gewechselt. Der obere Theil des Kopfes wird vor dem Schlafengehn zehn Minuten lang eingerieben, und eine Nachtmütze aufgesetzt; am andern Morgen wird eine Stunde vor dem Frühstück in der gewöhnlichen Quantität und Mischung eingenommen. Hiermit ist fortzufahren, bis das Uebel gehoben, wozu oft nur _vier_, _sechs_ bis _acht_ Tage erforderlich sind. Wird bei Zeiten dagegen eingeschritten, so muß er gänzlich aus dem leider so langen Verzeichniß der menschlichen Krankheiten verschwinden.
Von den vielen glücklichen Heilungen, die mir in meiner eigenen Praxis vorgekommen sind, will ich hier nur die _erste_ anführen.
Sie trug sich mit einem jungen Manne zu, der seit _sechs_ Monaten den Krebs an der Nase hatte. Als er zu mir kam, waren bereits alle gewöhnlichen Mittel von ihm durchgebraucht worden, jedoch ohne den geringsten Erfolg. Seit den letzten zwanzig Tagen waren die Schmerzen unerträglich geworden, er hatte kein Auge mehr zugethan, und fühlte besonders einen immer heftiger werdenden Schmerz im Halse und unter dem einen Ohr. Ich ließ ihm sogleich die Wunde und den ganzen Kopf mit dem Medicament waschen, wonach er vortrefflich schlief. Am nächsten Morgen bekam er zwei Eßlöffel voll des Medicaments mit heißem Wasser gemischt, den Tag über wurde die Wunde drei Mal damit ausgewaschen und sonst mit einem angefeuchteten Läppchen bedeckt; am Abend dieses zweiten Tages wurde der Kopf nur _eingerieben_, am dritten Abend aber noch ein Mal _ganz gewaschen_, und dann nur regelmäßig mit Einreiben, Einnehmen und Auswaschen der Wunde fortgefahren. In vier Wochen war der Kranke vollständig geheilt.
Hierauf kamen gleich nach einander sechs mit Krebsschäden heimgesuchte Personen zu mir, und wünschten geheilt zu sein. Drei Schäden waren schon ziemlich alt, zwei andere erst im Entstehen, -- alle fünf wurden ganz schmerzlos in der angegebenen Weise geheilt. Das _sechste_ Individuum gehörte der begüterten Klasse an und hatte einen Arzt mit einem »_bedeutenden Ruf_.« Als seine Wunde mit dem Medicament gewaschen wurde, fing sie an, heftig zu bluten, welches ich für sehr wohlthätig hielt, da er sich bedeutend erleichtert fühlte, als das Bluten aufgehört hatte. Die Freunde des Patienten waren jedoch anderer Meinung; sie riefen seinen Arzt und Chirurgus, die entrüstet und einmüthig erklärten, seine Schwelle nicht wieder zu betreten, wenn von meinem Mittel noch ferner die Rede wäre. Er versprach, es nicht mehr anzuwenden, und hat wahrscheinlich auch Wort gehalten, denn bald darauf war er todt. Die andern fünf Patienten sind gesund und leben _heute_ noch.
Lungenentzündung.
Diese gefährliche Krankheit wird stets dadurch gehoben, daß man dem Patienten den oberen Theil des Kopfes mit dem Medicament einreibt, ihm den Tag über zwei bis drei Mal in der bekannten Quantität und Mischung davon eingiebt, und ihm einen damit angefeuchteten Lappen auf die Stelle legt, wo er die meisten Stiche und Schmerzen fühlt; denn es ist gerade eine Haupteigenschaft des Medicaments, alle Entzündungen zu heben.
Schwindsucht.
Ich zweifle nicht im geringsten daran, daß die meisten Schwindsüchtigen gerettet werden könnten, wenn ihnen eine gewisse Zeit lang im ersten Stadium ihrer Krankheit täglich ein Mal Kopf und Brust mit dem präparirten Franzbranntwein eingerieben würde, und sie täglich ein bis zwei Löffel davon, mit heißem Wasser gemischt, einnähmen. Ich will nur zwei Beispiele fast wunderbarer Heilung dieser oft für unheilbar geltenden Krankheit anführen, von denen das _eine_ in Frankreich, das _andere_ auf der Insel _Man_ vorgekommen ist.
Im Juli des Jahres 1838 wurde ich zu einem jungen Mann, dem einzigen Sohn einer Wittwe, gerufen, der, wie die Leute sagten, auf dem Sterbebette lag, und nur noch von seinem Lager fortgetragen wurde, wenn man es auflockern und »machen« wollte. Die Anwendung meines Mittels schien mir schon zu spät; da dies Mittel jedoch in _keinem_ Fall Schaden anrichten kann, so wollte ich es an einem Versuch nicht fehlen lassen, und verfuhr wie folgt:
Zuerst wurde ihm der obere Theil des Kopfes gut und hinreichend mit dem präparirten Franzbranntwein gewaschen, -- unmittelbar darauf bekam er zwei Eßlöffel davon, mit vier Eßlöffel heißen Wassers gemischt, zu trinken, und endlich ward ein weiches leinenes Tuch in die Flüssigkeit getaucht, zwei Mal zusammengefaltet und ihm auf die Brust gelegt, und zwar, um auf den furchtbaren Husten zu wirken, von welchem er häufige und erschütternde Anfälle, bei hartem und gelbem Auswurf, zu erleiden hatte. Ich verordnete außerdem noch das gewöhnliche Einnehmen eine Stunde vor dem Frühstück, und verließ ihn mit der Ermahnung an seine Mutter, in der angegebenen Art ruhig fortzufahren. Ich fragte jeden Tag an, ob keine günstige Veränderung eingetreten sei, erhielt indeß immer »_Nein_« zur Antwort, und gab ihn schon auf. Endlich sagte er mir, er huste zwar noch, aber nicht mehr so schmerzbar, und der Auswurf sei weiß und schaumig geworden. Ich ließ die Kur in der angefangenen Weise fortsetzen. Sechs Tage nachher erzählte er mir, er habe einen solchen Hunger, daß er glaube, Alles essen zu können. Er bekam hierauf zu essen, gewann Kräfte, stand endlich auf und besuchte seine Nachbaren. Bald nachher fühlte er aber einen heftigen Schmerz in der Seite; es bildete sich ein Geschwür und eine heftige Entzündung aus. Durch Auflegung eines mit dem Medicament angefeuchteten Tuches legte sich Schmerz und Entzündung, und das Geschwür brach in Zeit von einer Woche auf. Mit der bedeutenden Absonderung von Eiter verschwand auch der Husten, er behielt seinen Appetit, kam immer mehr zu Kräften und brauchte unser Mittel weiter. Ein Arzt aus der Umgegend erklärte ihn für gerettet; leider mußte ich Frankreich verlassen, bevor noch das Geschwür zugeheilt war; doch habe ich bis jetzt nicht erfahren, daß er einen Rückfall bekommen hätte.
Ueber das _andere_ Beispiel von Heilung der Schwindsucht durch unser Mittel, möge ein öffentliches Blatt -- »Mans Liberal« -- sprechen, welches, wie folgt, darüber berichtet:
»Unsere letzte Nummer enthielt einen Artikel über ein neues, höchst einfaches Mittel gegen mehrere gefährliche Krankheiten, mit denen das Menschengeschlecht geplagt ist. Da der Artikel nicht den Zweck hatte, behufs des Absatzes ein marktschreierisches Aufsehn zu erregen, sondern von einem uneigennützigen Menschenfreund herrührte, öffneten wir ihm mit Vergnügen unsere Spalten und versäumen gegenwärtig auch nicht, einen uns zugegangenen Bericht aufzunehmen, aus welchem die Wirksamkeit des neuen Mittels auf eine schlagende Weise erhellet.«
»Ein junger Mann, der eine Zeit lang auf unserer Insel (_Man_) gelebt hatte, ging vor etwa drei Jahren von hier nach Süd-Carolina, in der Absicht, sich daselbst anzusiedeln, welches mehrere seiner Freunde bereits vor ihm gethan. Da ihm das dortige südliche Klima jedoch nicht bekam, kehrte er vor etwa vier Wochen hierher zurück, in der Hoffnung, von einer Schwindsucht zu genesen, welche sich während seines mehrjährigen Aufenthalts in Süd-Carolina in ihm vollständig ausgebildet hatte. Da er von dem oben erwähnten neuen Medicament gehört hatte, machte er nach der vorgeschriebenen Weise an sich einen Versuch damit, wovon die Folge war, daß in Zeit von 3 Wochen alle Symptome der Schwindsucht verschwanden, und er sich jetzt schon wieder anschickt nach Amerika zurückzukehren, um sich diesmal jedoch in einer gesunderen Gegend anzubauen.«
Sollte es nicht die Pflicht jedes Arztes und jedes Menschenfreundes sein, dergleichen Notizen zu beachten, um vorkommenden Falles zum Nutzen der leidenden Menschheit Gebrauch davon zu machen?
Asthma.
Dieses beängstigende Uebel wird geheilt, indem man vor dem Schlafengehn den obern Theil des Kopfes mit dem Medicament einreibt, am andern Morgen zur oft erwähnten Zeit zwei Eßlöffel mit heißem Wasser gemischt einnimmt, und so einige Tage fortfährt.
Die Schwester unsers Gemeinde-Predigers hatte lange an Engbrüstigkeit und Beklemmungen gelitten, ohne durch ärztliche Hülfe Linderung zu erhalten. Sie entschloß sich endlich auf Zureden ihres Bruders zum Gebrauch des präparirten Franzbranntweins, und war in kurzer Zeit geheilt.
Schnupfen, Husten und Erkältungen.
Durch die Anwendung des Medicaments auf die erkälteten Theile werden diese Uebel leicht gehoben. Hat man sich den Kopf erkältet, so reibe man ihn ein; ist es der Hals, so gurgle man sich mit dem Mittel, reibe sich Hals und Genick damit ein, und fülle sich abwechselnd beide Ohren auf zehn Minuten damit. Diese Erkältungen sind oft sehr hartnäckig, man darf daher in der Anwendung des Medicaments nicht gleich nachlassen. Ist die _Brust_ angegriffen, so feuchte der Patient ein zusammengefaltetes Tuch an, und lege es auf die Brust; die heilsamen Wirkungen werden nie ausbleiben.
Durchfall.