Der sächsische Prinzenraub nach älteren und neueren Quellen nebst einer Beschreibung des zu dessen Erinnerung errichteten Denkmals und des zu seinem Schutz erbauten Köhlerhauses am Fürstenberge bei Grünhain

Part 5

Chapter 53,517 wordsPublic domain

[22] Nämlich am +Fürstenberg+, ein Berg im Zwickauer Kreisdirektionsbezirk, im Amte Grünhain ¾ Stunde von +Grünhain+ und ¾ Stunde von +Raschau+, im Schneeberger Bergamtsrevier gelegen. Diesen Namen führt er erst seit dem Prinzenraube, indem er früher »+Schmiedewald+« hieß. Man findet hier sehr viele alte Meilerstätten, vorzügl. rechts bei dem jetzt errichteten +Monumente hin+, auch oberhalb des Denkmals bei dem Marmor- und Kalkbruche, die mit Moos und Erde schon überzogen sind, wozu Jahrhunderte gehören. -- Nach +Schumanns+ Staats-, Post- und Zeitungslexikon. Band 15. ~pag.~ 976. käme der Name Fürstenberg, nicht von der Befreiung des Prinzen her, sondern von +First+ (+Hochberg+) allein blos der untere Theil des Berges heißt hier Fürstenberg, nicht auch die höchste Spitze desselben oben in der Nähe bei Grünhain, die +Spiegelwald+ genannt wird. Er verwechselt daher offenbar diesen Berg mit dem bei Schneeberg, und es ist +erwiesen+, daß dieser erstere früher +Schmiedewald+ hieß. (s. Anmerkg. 32.)

Am Fürstenberge befinden sich mehrere Bergwerksgruben, so rechts von der Quelle die +Fürstenberger Fundgrube+, welche auf Eisenstein baut. Ferner links von der Quelle nach dem Dorfe +Haide+ zu +Himmlisch Heer+ und dann der +Frischglückstolln+. Nach +Gottesgeschick+ zu auf der Wiese liegt der +Mohrenstolln+. Der schon oben erwähnte +Marmorbruch+ befindet sich über dem Denkmale, auf der Spitze des Fürstenberges. Besitzer ist dermalen der Herr Erbrichter +Stölzel+ zu +Oberscheibe+. Dieser Marmor zeichnet sich vorzüglich wegen seiner Festigkeit und Weiße aus. Da man aber immer nicht den gehörigen Gebrauch davon gemacht hat, so ist er jetzt sehr schwer zu gewinnen, und wird zu Kalk verbrannt. Nicht weit davon ist +Kieselshoffnung+, wo man Kupferkies gewinnt.

[23] s. +Spangenbergs+ Mansfelder Chronik 559.

+Albinus+ a. a. O. 269.

~Fabric. Origg. Saxon. liber.~ 7.

[24] s. +Oesfelds+ Landchronik. 2. Th. 65.

[25] In Adam Daniel +Richters+ Annaberger Chronik. 1746. 1. Th. 1. St. ~pag.~ 6. steht folgendes geschrieben: »+Es ist ein geschickter, kunstreicher Mann gewesen, mit Namens, Peter Rosenkrantz, in das Kloster Grünhain gehörig, welcher noch am Leben gewesen, als der Schneeberg (1471.) aufkommen. Dieser Rosenkrantz und Kuntz von Kauffungen sind stets beisammen gewesen, und als Kuntz von Kauffungen die jungen Fürsten von dem Schlosse Altenburg wollen wegstehlen, hat ihn Rosenkrantz sehr gewehret, er sollte es nicht thun, es würde ihm Leib und Leben kosten. Welches auch hernach geschehen ist.+« --

[26] Kam erst 1459 zu Sachsen, indem +Georg Podiebrad+, König von Böhmen, seiner Tochter +Sidonia+ die Herrschaft +Schwarzenberg+ als +Morgengabe+ bei ihrer Vermählung mit dem Herzog +Albrecht+ (derselbe, den Kunz von Kauffungen geraubt hatte) mitgab. Schwarzenberg wurde damals Schwarzenburg genannt. s. +Lunigs+ deutsches Reichsarchiv. ~Part. spec. cont. I.~ B. 6. Der ersten ~Contin.~ 1. Forsetz. ~pag.~ 232. s. a. +Richter+ a. a. O. ~pag.~ 28. --

[27] +Grünhain+ ist eine kleine Bergstadt im Königreich Sachsen im Kreisdirektionsbezirk Zwickau, im Amte Grünhain, an der Chaussée nach Chemnitz gelegen. Sie ist offen, amtsässig und der Sitz des Amtes Grünhain. 153 Häuser mit 1389 Einwohner (1839) enthaltend. Die Stadt liegt untern 30° 28′ der Länge und 50° 34½′ bis 35′ der Breite. 1⅛ St. NNOlich von Schwarzenberg, 1 St. von Elterlein und 3 St. von Annaberg; östlich 2¼ Stunde von Scheibenberg, 2 St. von Schlettau und 3 St. von Geier; 1 St. südlich von Zwönitz; 1½ St. SOlich von Lößnitz; 1½ St. von Aue und 3 St. von Schneeberg OSOlich, gegen 2000 par. Fuß über dem Meere. -- Wo dermalen das Amthaus mit seinem sogenannten +Klostergarten+ steht, stand früher ein Cistercienser Kloster, welches 1142 (nach +Weinarts+ weiter unten angeführten Schrift: um das Jahr 1170, indem es in diesem Jahre mit Cistercienser Mönchen, aus dem Kloster +Sittichenbach+, und dieses 1141 aus dem Kloster Walkenreden besetzet worden sei), nach Andern 1236 gegründet und 1536 wieder aufgehoben wurde. Von den Aebten des Grünhainer Klosters sind nur noch folgende bekannt: Abt +Nicolaus+ 1443, +Liborius+ 1456, +Johann Funk+ (+Johannes+) 1475, +Paul Morgenstern+ von Zwickau, +Gregorius Küttner+ 1517, +Johannes+ (+Göpfert+) der letzte Abt 1533, wurde dann 1536 lutherisch, heirathete und zog nach +Schlettau+. s. +Oesfeld+ historische Beschreibung von Lößnitz (1777) II. ~pag.~ 65--76. -- +Erb-+ und +Lehnbrief Ottocari+, Königs von Böhmen, an das Kloster Grünhain v. Jahre 1261 (in den unschuldigen Nachrichten, 1725, ~pag.~ 529.) -- +Summarischer Extract+ eines diplomatischen Manuscripts vom Kloster Grünhain (s. +Horn's+ Handbibliothek II. ~pag.~ 304--19.) -- +Beschreibung+ von +Grünhain+ vom Pastor +Schreiter+ in Elterlein (s. Erzgebirg. Boten. 1808. ~pag.~ 218--24.) -- ~M.~ +Freibergs+ gelehrte Grünhain. Dresden 1737. 4. 2. Bogen. -- Altes aus allen Theilen der Geschichte ~C. I.~ ~pag.~ 415. -- ~+Schoettgen+ et +Kreyssig+ diplomat. II.~ ~No.~ 17. -- Tobias +Schmied+ in ~Chron. Cygnea Part. I.~ ~Cap.~ 4. ~pag.~ 18 u. 19. -- ~+Ecksterm.+ in Chron. Walkenred.~ ~pag.~ 48. -- ~+Schmied+ dict. Chron. Part. poster. in Annal.~ 1429. ~pag.~ 189. +Weinarts+ Rechte u. Gewohnheiten der beiden Markgrafthümer Ober- und Niederlausitz. Leipzig; 1793. 1. Th. ~pag.~ 512. -- +Richter+ a. a. O. 1. Th. 1. Stück 1746. ~pag.~ 6. u. dessen 2. Th. 1. Stück. 1748. ~pag.~ 33. -- +Schumann+ a. a. O. 3. Band. ~pag.~ 602--610. u. 16. Band, ~pag.~ 561--575. --

[28] Nach +Albinus+ a. a. O.; +Groschupf+ (~Oratio degentis Trillerianae ortu, progressu et insignibus~) und nach ~Dr.~ Daniel Wilhelm +Trillers+, sächsischer Prinzenraub, hat Prinz +Albrecht sich gestellt+ als habe er einen so heftigen Hunger und Durst, daß er erst selbigen stillen müsse, ehe er weiter reiten könne.

[29] s. +Tenzels+ curieuse Bibliothek. 2. ~Repositor.~ 744. -- +Richters+, Chemnitzer Chronik. 2. Th. 1. Stück ~pag.~ 34. --

[30] Der Kurfürst ließ sie auf seine Kosten umgießen und die ganze Darstellung des Prinzenraubes nebst des Köhlers Bildniß darauf prägen. Allein sie sprang 1530 abermals und wurde 9 Jahre nachher eingeschmolzen. --

[31] Nach Albinus a. a. O. war es nur ein Vorwand, indem der Prinz schon die Köhler von weiten gesehen hätte. --

[32] Wahrscheinlich sagt +Schreiter+ a. a. O.: brannten sie die Kohlen für die Schmiede in Geier und wurden von ihnen mit Brod ausgelohnt. Auf diese Vermuthung bringt mich +Oesfeld+, welcher im Schömburgischen Kalender vom Jahre 1798 schreibt: »Zur Auflösung dieses Zweifels verhilft mir ein Kaufbrief über den der hiesigen Kirche und Hospital zu Lößnitz gehörenden +Grünwald+, daß derselbe an den +Schmiedewald+ grenze. Der Name des Schmiedewaldes rührt von den Geierschen Schmieden her, welche das Holz darauf gekauft und zu Kohlen haben brennen lassen. Da Geier eine alte Bergstadt ist, (erbaut im Jahre 1395. Richters Annaberger Chronik. Th. 1. ~pag.~ 8.) welche eher als die umliegenden Orte gestanden hat: so muß auch das Handwerk der Schmiede dort zahlreich und wohlhabend gewesen sein, dazu die Bergschmiede anbei viel müssen beigetragen haben. Da sie nun auf dem Schmiedewalde in einer Entfernung von 3 Stunden haben kohlen lassen; so ist es wahrscheinlich, daß sie auch solches auf dem Fürstenberge haben thun lassen können. (Der Fürstenberg hieß früher Schmiedewald.) Nimmt man nun an, daß dieses geschehen sei, so läßet es sich erklären, daß sie auch die Köhler mit Brod versorgt haben, folglich der +Bruderssohn+ des +Georg Schmidts+ in +Geier+ und nicht in Grünhain das Brod hat holen lassen.« --

Wenn nun die Herrn +von Schönburg+ den Schmieden zu Geier Erlaubniß ertheilten, im Schmiedewald Kohlen zu brennen, so ist +Oesfelds+ Vermuthung ganz richtig, daß sie ihnen auch am Fürstenberge auf demjenigen Hartensteinischen Theil, der ihnen damals noch gehörte, diese Erlaubniß ertheilen konnten. -- s. ~Vulpius l. c. §.~ 24. --

Die Hartensteiner und des Grünhainer Klosters Besitzungen lagen nämlich damals sehr untermengt untereinander.

[33] +Schweinitz+ soll wirklich nach Albrecht einen +Schwerdtstreich+ geführt haben. s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 270. --

[34] Man schlägt nämlich mit einem Messer, das bei den Bergleuten und Köhlern +Zschörper+ heißt, auf das Eisen einer Holzaxt und der Schall davon ist sogleich allen Köhlern ein Zeichen, daß Gefahr vorhanden sei. --

[35] ~D.~ +Triller+ a. a. O. 77. ~sub lit. R.~ und ~Fabricius in Origg. Sax. lib. VII~.

[36] Daß +Liborius+, Abt zu Grünhain im Jahre 1455 gewesen ist, sieht man daraus, indem +Horn+ in seiner Handbibliothek ~pag.~ 316 einen Auszug aus einer Urkunde, die Abt +Liborius+ in demselben Jahre ausgestellt hat, liefert. -- Die ganze Urkunde aber findet man in ~Historia diplomatica Abbatiae Grunhaynensis~. §. 55., welches Werk in ~Schoetgenii et Kreysigii scriptoribus Hist. Germ. med. aevi. Tom. II.~ 526.--569. eingerückt ist. -- Eine andere Urkunde dieses Abtes von 1456 enthält +Wellers+ Altes aus allen Theilen der Geschichte. 4tes Stück 417. --

[37] Mehrere Geschichtsforscher wollen behaupten, daß er in +Grünhain+ übernachtet hätte. --

[38] In +Schmiedts Zwickauer Chronik+, ~pag.~ 444 wird deswegen die Ablieferung nach Zwickau behauptet, weil er als Hauptmann (Amtshauptmann) zugleich Klostervoigt zu Grünhain, und der Klosterhof zu Zwickau, die Klostervoigtei gewesen sei und die Markgrafen zu Meißen, nachher Kurfürsten zu Sachsen, hätten durch ihre Hauptleute zu Zwickau immer die Voigteigerechtigkeit verwalten lassen.

[39] Diese wurde erst im Jahre 1821. eingerissen und das jetzige +Amthaus+ dafür erbaut. Bis dahin existirte aber noch die +Fürstenstube+ oder der +Fürstensaal+ in dieser Schösserwohnung, in welcher, der Sage nach, Prinz +Albrecht+ geschlafen hat.

[40] +Eisenburg+ ist eine ehemalige Burg im Zwickauer Kreisdirectionsbezirk, in der schönburgischen Herrschaft +Stein+, im Amte Lößnitz, ½ Stunde südl. von Hartenstein auf dem linken Ufer der Mulde, im Steinschen Walde gelegen. Es sind von derselben nur einige Ruinen übrig, und unter dem Namen des +Raubschlosses+ bekannt. Der Eisenburg gegenüber führt durch die Mulde der sogenannte Eisenfurt und nicht weit davon befindet sich die Eisenbrücke, beide von den Eisenfuhren so genannt, die sonst häufig zwischen Lößnitz und Schneeberg verkehrten. Man vergleiche +C. G. Grundigs+ Nachrichten von dem in der Herrschaft Stein ehemals gelegenen Schlosse Eisenburg. (in Kreißigs Beitr. II. ~pag.~ 378--391.) In +Schumann+ a. a. O. Band 15. ~pag.~ 569. steht geschrieben: »Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß +Mosen+ den Kurprinzen +Ernst+ hierherbringen wollte, vielleicht gar aus Mißverständniß, da Kaufungen ihn vielmehr nach +Eisenberg+ in Böhmen geschafft wissen wollte; denn wie sollte Mosen außerdem in die Gegend der sogenannten Prinzenhöhle gerathen sein? Nach der Volkssage war damals die Mulde so angelaufen, daß Mosen sich nicht hinüber wagte, und sich lieber in den erwähnten Stollen (Höhle!) verbarg. -- Nach Grundigs Meinung wäre die Eisenburg ums Jahr 1060 erbaut, und von jeher ein Zubehör oder eine Vorpost vom nahegelegenen Schlosse +Stein+ gewesen.« --

[41] Die +Höhle+ hieß früher die sogenannte +Teufelskluft+, die aber seitdem +Prinzenhöhle+ genannt wird.

Nach +Engelhardts+ Denkwürdigkeiten der sächs. Geschichte, Theil 1. ~pag.~ 83. befindet sie sich: »am rechten Ufer der Mulde, der auf dem jenseitigen Berge liegenden +Eisenburg+ gegenüber (jetzt sieht man nur einige Ueberreste), ist von zweien oben zusammen gewachsenen Felsen gebildet, hat eine dreieckige Oeffnung und ist 36 Ellen lang und 4 Ellen breit. Unten am Fuße des Berges ging die fränkische und Nürnberger Straße vorbei. Man sieht noch in der Mulde Ueberbleibsel von steinernen Pfeilern einer ehemaligen Brücke bei seichtem Wasser und auch die alte Furt. Die Höhle war ganz mit Bäumen und Sträuchern verwachsen und ihrer erhabenen Lage wegen besonders bequem, den geraubten Prinzen zu verbergen. Man konnte auf die Landstraße sehen, unbemerkt jeden Angriff beobachten und sich dann auch mit leichter Mühe vertheidigen, weil der Aufgang zu der Höhle sehr steil ist.« -- In einer Anmerkung sagt derselbe Schriftsteller auch: »Man hatte sie längst vergessen und Niemand wußte sie zu zeigen. Im Jahre 1779. aber wurde sie bei der Vermählung einer +Gräfin von Hochberg+ mit dem +Grafen von Schönburg+ den 19. August wieder aufgesucht, gesäubert, mit einer Inschrift versehen und zu verschiedenen Feierlichkeiten gebraucht.«

+Schreiter+ a. a. O. sagt von dieser Höhle: Die Höhle war ganz verwachsen bis 1779. bei der Vermählung der Comtesse in Hartenstein, +Sophie Friederike Erden+ mit dem Herrn +Grafen v. Hochberg+ in Schlesien, wo sie wieder vom Buschwerk befreit und zugänglich gemacht, auch inwendig auf einer aufgehangenen Tafel die Feierlichkeit eines dabei gehaltenen ländlichen Mahls aufgezeichnet wurde. Seit 1796 aber hat der damalige Eigenthumsherr der Herrschaft +Hartenstein+ mit +Stein+, +Fürst von Schönburg+, einen geräumigen Weg im Zickzack mit Ruhebänken anlegen und oben an dem schauerlichen Absturz ein Geländer machen lassen. --

[42] s. +Engelhardt.+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 84. --

[43] Daß +v. Mosen+ und +v. Schönfels+ den Prinzen an +Friedrich+ und +nicht+ an +Veit von Schönburg+ ablieferten. s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 246. ff. --

[44] +Triller+ a. a. O. ~pag.~ 100.

[45] s. +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 86. Die deshalb gewechselten Schreiben s. beim ~Vulpius l. c. pag.~ 26. Auch findet man eine spätere Urkunde ohne Datum, wodurch die beiden Verbrecher, die ungeachtet jener Zusicherung, das Land meiden mußten, von dem Kurfürst +Ernst+ und seinem Bruder völlig begnadigt wurden, beim +Tentzel+ a. a. O. ~pag.~ 787.

[46] Dieses versichert +Richter+, in seiner Chronik von Chemnitz, 2. Theil. 1 Stück 39., der es aus einem Fragmente einer Urkunde beweisen will. --

[47] +Ebersdorf+ liegt im Zwickauer Kreisdirectionsbezirk, im Amte Augustusburg, 1½ Stunde nordöstlich von Chemnitz bei Lichtewalde am Angerbache. --

[48] +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 88. beschreibt die Kleider so: »das eine Röckchen ist von rothem, grünen u. aschfarbigem, das andere von rothem, schwarzen u. weißem Landtuche. Sie sind mit Eisen ausgehackt und überall durchschnitten, wie man sie damals über Harnische zu tragen pflegte. Jedes ist 1⁹/₁₆ Elle lang, u. am Halse sehr weit ausgeschnitten. Die beiden schwäbischen Westerhemdchen haben um und um Falten und bunt genähte Borten. Des Köhlers Anzug besteht aus: einer grünen Tuchmütze, einem Rocke, Hemde und Kappe. --

[49] s. ~Vulp. Plag. Kauff.~ §. 27. +Ranisch+, verhinderten Raub der sächsischen Prinzen ~pag.~ 8. Ueber die Aechtheit der prinzlichen Kleider lese man die Schrift: ~Progr. de vestibus nunquam mutatis sed adhuc antiquis Princ. Ernesti atque Alberti Ebersdorf conservatis; ed. I. G. Hager, 4. Chemn. 1746~.

[50] s. +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 89.

[51] ~Hageri programma de vestibus nunquam mutatis, sed adhuc antiquis 1749.~ +Haschers+ Magazin 1784. 67. Mehrere Nachrichten von diesem +Nosseni+ findet man im 1. Band von +Grundigs+ Nachrichten zu der Geschichte von Obersachsen. -- Die Kosten der Reinigung der Kleider durch +Nosseni+ betrugen: 31. fl. 15 gr. 11 pf.

[52] Die Messe wurde vom Pabst +Calixt+ III. 1456 bestätigt siehe die Urkunde beim +Teetzel+ a. a. O. ~pag.~ III. --

[53] ~Schoettgenius l. c.~ ~pag.~ 338. --

[54] +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 183. sagt:

Schon Markgraf +Friedrich der Gebissene+ von Meißen ertheilte im J. 1294 dem Rathe zu Freiberg ein solches Privilegium, welches folgenden merkwürdigen Inhalt hat:

»Wir Marcgreve Friedrich von Meisen, pfalicggreve von sachsen etc. bekenne an diesem brive, daß wir uns mit unsern liben burgeren von Vriberc underredet haben, alshi nach geschriben stet. Unser gesworen sullen gewaldic sin unser recht czu rungnen unde czusecren alliz daz +uns unsir stat+ und +unsern bercwerke+ nuzce ist, unde was wir mit im +überkumen+, daz sal nimand wider reden. Wenn sie uns dazc gelobt haben, so gelobe wir in daz wider, daz sie irs liebes, irs gutes nummer ane varn sule vor uns sin +Vorwirket sich ymand yen uns, das wollen wir eugen unde teidiegen nach irme rate+. Daz wir diz gancz und stete halden. Das geb mir in diesen Brief besigelt mit unserem Insigeln. Unde der ist gegeben nach Gotes geburt, Tusend jar, zweihundert jar, in dem vir unde neucegistene jare, an denen tage der ufart unsers herrengotes.« --

(Dieses Privilegium befindet sich im ~Theatr. Freiberg.~ 169.; in +Klotzschens+ Ursprung der Bergwerke in Sachsen 283. --

Eigentlich war dies nur ein Bestätigungsbrief eines Privilegiums, das schon +Heinrich der Erlauchte+ dem Rathe zu Freiberg gegeben hatte, welches auch +Klotzsch+ in der jetzt genannten Schrift. ~pag.~ 281. hat abdrucken lassen, wo es unter andern heißt:

~volumus, ut siquid in Vriberc vel inmontibus judicandum sit vel tractandum, quod hoc fiat coram Advocato et illis viginti quatuor burgensibus nostris de Vriberc.~ --

Friedrich erweiterte aber nachher dies Privilegium und verstattete dem Rath zu Freiberg zu richten, nicht blos was dem Bergwerk, sondern auch +Ihm+ und der +Stadt+ zum Nutzen gereichen würde.)

[55] Nach der damaligen Strafe für den Menschenraub. s. +Freiberger+ Stadtrecht, ~Cap.~ 5 und 22.

+Sachsenspiegel.+ Band 2. ~Art.~ 13.

+Sächs. Weichbildrecht.+ ~Art.~ 112.

jedoch wahrscheinlich ohne Haltung von Acten hierüber, mithin auch ohne eine vorher stattgefundene Defension.

s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 176. ~ff.~

[56] Die Hauptquelle dieser Begebenheit ist das Kurfürstliche, schon angeführte +Manifest+. -- Zu den ältern von +Häberlein+ in seiner Reichshistorie. Th. 6. ~pag.~ 333. ~not. f.~ angeführten Geschichtsschreiber sind:

~Kammermeister l. c. Adpend. ad Annales Vet. Cell. ap. Mencken. Th. 2. pag. 428.~ und ~Ursinus in Chron. Thuring. pag. 1332.~

(der aber verschiedene Irrthümer enthält) beizufügen. Manches Einzelne der Erzählung findet man erst in spätern Geschichtsschreibern, besonders beim +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 267. ~ff.~

[57] +Engelhardt+ a. a. O. 1 Bd. ~pag.~ 31. schreibt davon folgendes: Als +Kunz von Kauffungen+ Oberster bei den Nürnbergern war, waren dieselben 1449 mit dem Markgrafen von Brandenburg +Albrecht+ III., in offene Fehde gerathen. Kunz erwarb sich dabei viel Ruhm, und es war Schade, daß er ihn durch eine unedle Handlung herabwürdigte. Am St. Gregorius Abend in der Fasten kam es zwischen den Nürnbergern und dem Markgrafen in einem Walde zu einem hitzigen Gefecht. Kunz von Kauffungen kämpfte mit fünfzig reißigen Schützen, die er anführte, so wacker, daß er den Markgrafen selbst gefangen bekam. Behielt er ihn, wie es seine Pflicht als Kriegsoberster der Nürnberger forderte, so hatte die Fehde gleich ein Ende und dem Blutvergießen war auf beiden Seiten gesteuert. Allein der gewinnsüchtige Kunz ließ ihn gegen ein tüchtiges Lösegeld +heimlich+ wieder los und so wurde denn die Fehde mit Erbitterung fortgesetzt. --

+Diese That+ meinte er in seiner letzten Stunde auf dem Schaffote. -- s. auch ~Christ. Schoett.~ -- ~gen. l. c. pag. 334.~ --

[58] +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 373.

Wegen des Dorfes findet sich Verschiedenheit der Angabe. s. ~Schoettgen praetermissa pag. 14~.

[59] s. ~Vulpius l. c.~, welcher die Belohnungen und Wohlthaten ausführlich beschreibt.

[60] Gegenwärtig beziehet dieses Gnadenkorn der Herr Pastor +Triller+ in +Negelstädt+, 1. Stunde von Langensalza an der Unstrut und mithin im thüringer Kreise des königlich preußisch gewordenen Antheiles von Sachsen gelegen. Früher bezog dieses Deputat der Tuchmacher +Johann Samuel Triller+ in +Saalfeld+. s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 95.

[61] +Eckardsbach+, +Eckersbach+ ist ein unmittelbares Amtsdorf im Amte Zwickau, ¼ Stunde nordöstlich von Zwickau. Es besteht aus 15. Häusern und über 100 Einwohnern, welche nach Zwickau in die St. Moritzkirche eingepfarrt sind. Das Freigut in Eckardtsbach haben viele mit dem Kretzscham zu Rothensehma verwechselt, allein +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 74 ff. hat solches sehr gründlich widerlegt.

[62] +Triller+ ist ein altdeutsches Wort und heißt so viel als: plagen, ängstigen, zerschlagen. s. übrigens +Triller+ a. a. Orte. ~pag.~ 123. --

[63] +Elterlein+ ist eine kleine Bergstadt, 1 Stunde von Grünhain und 1¼ Stunde vom Fürstenberge, 1909 Einwohner und über 180 Häuser enthaltend. s. übrigens mehr davon in ~M.~ +Freibergs+ Abhandlung von gelehrten Elterleinern. 4. Dresd. 1739. Natürliche Seltenheiten um die Gegend Elterleins, s. in +Grundigs+ Natur- und Kunstgeschichte II., ~pag.~ 97. u. 108. -- +Richters+ Annaberger Chronik 2. Th. 1 Stück ~pag.~ 30. -- +Schumann+ a. a. O. 2. Band ~pag.~ 432--35. u. 15. Band. ~pag.~ 628--33. -- +Ziehnerts+ kleine Kirchen- und Schulchronik der Ephorie Annaberg u. Grünstädtel. Annaberg 1839. ~pag.~ 173 ff. -- +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 49. --

[64] s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 66. u. +Gast+, Geschichte des sächs. Prinzenraubes, Zwickau 1823 4. ~pag.~ 29. (es enthält diese Schrift zugleich eine Zusammenstellung der Schriften über jene Begebenheiten und die Portraits der bei ihr betheiligten Personen.) --

[65] s. +Engelhardt+ a. a. O. Band 1. ~pag.~ 90. --

[66] Diese 1--4 genannten Gemälde in größerem Formate, ingleichen die letzterwähnten 30 Portraits in kleinerm Formate befinden sich in einem Werke, welches beim Buchhändler +Weber+ in Ronneburg erschienen ist. -- Nachbildungen dieser Gemälde giebt +Gast+ a. a. O. -- Im +Staatsarchive+ zu +Dresden+ befinden sich ebenfalls Handzeichnungen, welche mit jenen Bildern übereinstimmen; ob sie die ersten Entwürfe sind, kann man nicht behaupten. --

[67] Am Erker des Rathhauses zu +Freiberg+ ist ein steinerner Kopf mit einem gräßlichen Gesichte, großen Knebelbarte und Sturmhaube ausgehauen, den man immer, wie wohl +fälschlich+, für Kunzens Kopf hielt. --

[68] s. +Engelhardt+ a. a. O. Band 1. ~pag.~ 101. ff. Dieser Gesang u. andere s. in +Herders+ Stimmen der Völker, auch in +Wagners+ deutsche Geschichte aus dem Munde deutscher Dichter, Darmstadt 1831. 1. Band ~pag.~ 205. --

[69] vorzüglich mit dem Obermarschall +Hugold von Schleinitz+. s. ~Dr.~ +von Langenns+ Werk über Herzog Albrecht d. Beherzten. 1838. ~pag.~ 141. 146. ff. u. 176.

[70] s. ~Christ. Schoettgen. Praetermissa quaedam de Conrado (Kunz) Cauffungo ejusque familia in ejusdem Opusc. cura Grundiii pag. 325~.

[71] +Haubold von Schleinitz+ nachmals Kurfürst +Ernsts+ und Herzog +Albrechts+ Gebrüdern von Sachsen, Oberhofmarschall (s. Anmerkung 69), welcher +Skassa+ bei Großenhain in Gnadenlehn erhielt, war von der +rothen+ Linie derer +von Schleinitz+, vermählt mit einer +Edlen von Plato+.

[72] +Schumann+ a. a. O. unter +Kauffungen+. +Engelhardt+ a. a. O. Band 1. ~pag.~ 29. --

[73] Später nahm +Podiebrad+, König von Böhmen den Besitz von dem Schlosse Isenburg, wovon ~+Fabricius+ in origg. Saxon. liber VII. p. m. 773~ die Ursache davon angiebt.

[74] so schreibt ~Dr.~ +von Lagenn+ a. a. O. ~pag.~ 29. Die Urkunde befindet sich ebenfalls in diesem Werke ~pag.~ 513.

[75] Ist im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Liegnitz, an der +Katzbach+ gelegen.

[76] ebendaselbst gelegen, doch nicht an der Katzbach sondern am +Zacken+ und Bober.

[77] +Kauffung+ berühmt durch seine Marmorbrüche.

[78] Daselbst führt auch ein sehr bedeutender Wald den Namen: +Kauffunger+-Wald.

[79] Der +Schürbaum+, der die Gestalt einer Keule hatte, wird jetzt bei dem Köhler selten mehr gebräuchlich sein. Statt dessen bedienen sie sich des sogenannten +Garschlägels+, welcher eine Aehnlichkeit mit dem Stockschlägel der Holzmacher hat.

[80] Dieser +Schürhaken+ wird jetzt +Spreißhaken+ genannt und ist gemeiniglich nicht mehr doppelt, sondern nur einfach gekrümmt. --

[81] Dieses Wappen findet man in ~Vulpius l. c.~