Part 4
Der heutige Tag war für Viele, welche diesem Brunnen zunächst wohnen, ein heiterer Festtag. Der Bau der Köhlerwohnung daselbst war so weit gediehen, daß sie gehoben werden konnte, und nun ihrer baldigen Vollendung entgegen sieht. Nicht jedes Volk ist so glücklich, Stätten nachweisen zu können, an welche es, wie es hier geschehen darf, der Anfang eines Jahrhunderte hindurch fortdauernden Glückes anknüpfen kann. Sinnbildlich erinnert uns auch die Quelle, welche seit Jahrhunderten ununterbrochen hervorsprudelt, und deren Wächter dieses Haus erbauet wurde, an jene Quelle, die seit dieser Zeit unserm Vaterlande Glück und Segen strömt. Hierdurch empfing der +27. September d. J.+ eine eigenthümliche Weihe. Das Musikcorps, aus Bergleuten von der benachbarten Grube »Gottesgeschick« bestehend, hatte sich freiwillig zu dieser Festlichkeit eingefunden. Es stimmte zuerst einen feierlichen Chorgesang an, dann sprach der Baumeister zu den zahlreich Versammelten die Empfindungen aus, mit welchen er -- auf Geheiß des treuen Sachsenvolkes -- dieses Wächterhaus soweit aufgerichtet habe, und nachdem er die heißen Wünsche für das fortdauernde Wohlergehen unsrer allverehrten Königsfamilie ausgesprochen hatte, gedachte er dankend derer, welche ihn durch ihre Beiträge in den Stand gesetzt hatten, diese Wohnung aufführen zu können -- er vergaß auch dessen nicht, welcher aus dem königl. preuß. Herzogthum Sachsen, ohne Nennung seines Namens, einen mit herzlichen Worten begleiteten Beitrag eingesendet hatte. -- Unwillkührlich stimmten hierauf die Versammelten aus vollem Herzen ihr »+den König segne Gott!+« an. Erst, als der Sonne letzte Strahlen auf das in alterthümlicher Einfachheit sich erhebende Köhlerhaus fielen, trennten sich die Anwesenden von einander, herzliche Grüße der Liebe und Verehrung von den Bergen der erhabenen königlichen Familie aus der Ferne zusendend. --
+Nachschrift.+ Gelingt es den ehrerbietig ausgesprochenen Bitten der thätigen Leitern dieses Baues, so dürfte das Wohnzimmer des Köhlers mit Copien von Gemälden[105] geschmückt werden, welche einzelne Ereignisse dieser Zeit darstellen, vielleicht mit den Copien von den Portraits des Köhlers +Schmidt+, des +Kunz von Kauffungen+ und a. welche sich in dem Besitze eines erlauchten Fürstenhauses befinden.« --
Nachstehende Rede (verfaßt von dem Herrn Pastor ~M.~ +Richter+ zu Grünhain) wurde am 27. Septbr. 1838 bei der Hebung des Köhlerhauses gesprochen:
»Ein frohes Gefühl ergreift mich, daß ich als Baumeister dieses Wächterhauses, Ihnen allen geehrte Anwesende, die gewiß meine Freude theilen, den aufgerichteten Giebel zeigen, sein fest zusammengefügtes Gebälk, über welches bald das schützende Dach sich breiten wird, beschauen lassen kann. Sehen wir doch jetzt schon im Geiste den treuen Wächter der Quellen, den Köhler, hier, als aus seiner Wohnung aus- und eingehen, eine graue Vergangenheit taucht vor unseren Blicken wieder auf und wir Glücklichen schauen freudig hinein, weil mit dem Ereignisse, dessen heilige Erinnerung hier bewacht werden soll, eine gesegnete Zeit für uns begann, den Wohlstand unsers theuern Vaterlandes unter dem milden Scepter aller derer, welche in +Albrecht+ ihren Ahnherrn verehren, immer herrlicher und herrlicher erblüthe. Ja, gewiß! wie diese Quelle hier, seit Menschen sie sahen, +nie+ versiegt ist, so fließet auch heute noch die reiche Quelle des Segens von dem Throne, da unser hochverehrter König, der Wächter unsers Wohlstandes ist -- und trägt Glück und Friede in Hütten und Palläste. Ich muß es Ihnen gestehen, wenn ich so zurichtete das Gebälk, und neben mir im geschäftigen Fleiße die Maurer Stein auf Stein fügen sah, da nahm der Gedanke mein ganzes Herz ein; eine große Familie will eine schöne Erinnerung nicht untergehen lassen, ein sichtbares Zeichen der dankbaren Liebe will sie aufrichten, welches der Nachwelt erzählen soll, daß sie empfangene Liebe zu schätzen wußte, sie sammelt sich, freudig dankend, um diejenigen, welche jetzt Vater und Mutter dieser großen Familie sind und rufen Ihnen von den Bergen zu: lebet hoch! --
Allen den erlauchten Verwandten dieses Vaters und dieser Mutter: sie leben hoch!
Derjenige, welcher jetzt unter fremden Scepter glücklich wohnend auch mit bauen wollte die Hütte, weil sein dankbares Herz es ihm gebot, der aus weiter Ferne seine Gaben sendete, er lebe hoch![106]
Die als die Bauherren den Grundstein legten, sie leben hoch!
Den künftigen Bewohnern dieser Hütte schenke Gott glückliche Tage und nehme sie, wie diese Hütte, in seinen besondern gnädigen Schutz!« --
* * * * *
Sobald nun das Haus gehoben war, schritt der Bau bald vorwärts, durch die Bauunternehmer,[107] so daß es noch vor dem Winter bewohnbar hergestellt werden konnte. Der 1ste November 1838 wurde der Tag des Einzuges einer zwar armen aber ganz rechtlichen Bergmannsfamilie[108] aus +Raschau+, die also noch vor dem strengen anhaltenden Winter ein sicheres Obdach erhielt. Den 9. November 1838 wurde von der hohen Kreisdirection die +Schankconzession+, doch mit der Beschränkung nur +anständige+ Gesellschaft dort zu dulden, ertheilt.
So wurde denn diese Stelle ein Ort, wo man nur +gerne+ weilt und dabei sich als ein Punkt auszeichnet, der schon von der Natur durch das grüne +Oswaldsthal+ in dem der Oswaldsbach von Waschleute nach Wildenau fließt, geschmückt ist, was man von dem Köhlerhause herab sehen kann, und dem gegenüber die Säulen des Fichtelgebirges sich majestätisch erheben, der aber auch durch die Ansicht der Berggebäude +Gottesgeschick+ und +Graul+ so wie der Ruinen der Oswaldskirche vieles malerische erhält. Der Fremdling wie der Einheimische wird hiervon angezogen und danket noch immer der Vorsehung für die Erhaltung des sächsischen Regentenhauses! --
* * * * *
Das Haus nimmt einen Flächeninhalt von 5 □ Rth. ein und ist ungefähr 60 Ellen seitwärts vom Monumente entfernt. Auch ist den Bewohnern desselben ein 224 □ Rth. großes Stück Waldboden zugewiesen worden, wovon 189 □ Rth. als Feld und 65 □ Rth. als Wiese benutzt werden kann. Das Feldstück liegt südöstlich von dem Köhlerhause, das Wiesenstück aber unmittelbar unter dem Hause.
Im Frühjahr 1839 wurde das Köhlerhaus vollends aufgebaut, daher erfreute sich solches schon im Laufe des ganzen Sommers 1839 eines ungetheilten Beifalls und zahlreichem Besuche, was das dort befindliche Fremdenbuch hinlänglich bescheiniget.
Der 8. Juli 1839, Jahrestag der Befreiung des Prinzen +Albrecht+, wurde diesmal als der Tag der Einweihung des Köhlerhauses feierlich begangen, was man aus dem No. 29. des Erzgebirgischen Voigtländischen Kreisblattes vom 16. Juli 1839 ~pag.~ 216. befindlichen Aufsatze schließen kann. Dessen Inhalt war folgender:
»+Fürstenberg+ bei Grünhain, am 8. Juli 1839. -- Das durch Beschädigungen sonst vielfach verunstaltete aber immer wieder hergestellte hiesige Denkmal zur Erinnerung an die Befreiung des Prinzen +Albrechts+ von Sachsen am 8. Juli 1455 hat endlich nun nebst der dasselbe umgebenden Waldung einen bleibenden Schutz durch das hier neu erbaute Köhlerhaus, in welchem dessen Wächter wohnt, gefunden. --
Recht erfreulich ist es dabei, daß viele noch gegenwärtig das Unternehmen, hier eine bewohnbare an den entschlossenen Befreier, den Köhler +Schmidt+, nachher Triller genannt, erinnernde Köhlerhütte herzustellen freiwillig unterstützen. So hat Herr Buchbinder +Buchner+ in Schneeberg zum gestrigen Tage ein recht geschmackvoll gefertigtes Fremdenbuch diesem Orte unentgeldlich gewidmet und vorzüglich Herr Kaufmann +Gottschald+ in Scheibenberg den neuen Wächter daselbst, dem seine erste Einrichtung manchen wesentlichen Aufwand verursachte, der zur Zeit noch seine Mittel übersteigen mußte, namhaft dabei unterstützt. Auch gestern, wo ein heiterer Sommertag der ganzen, jedem Sachsen heilige Stätte ein recht freundliches Aeußere verlieh, sind wieder freiwillige Beiträge zu diesem Unternehmen gesteuert worden. Die Aufforderungen, welche hierzu neuerlich in den öffentlichen Blättern besonders durch den für alle gemeinnützige Gegenstände mit vielem und beharrlichem Eifer erfüllten Herrn Pastor ~M.~ +Richter+ in Grünhain[109] erfolgt sind, lassen daher wohl noch manche weitere Unterstützung erwarten. Sollte es hierdurch mit der Zeit gelingen, daß die im Innern des Köhlerhauses angebrachten Räume zur geselligen Aufnahme die jetzt noch entbehrenden +Oefen+[110] erhielten, -- eine in der hiesigen ziemlich rauhen Gegend ganz nothwendige Zimmerausschmückung, -- so läßt es sich wohl erwarten, daß dieser historisch reich und von der Natur sehr freundlich ausgeschmückte Punkt dereinst zu jeder Jahreszeit von Fremden wie Einheimischen zahlreich besucht werden wird.
Bei dem Festmahle am gestrigen Tage zeichneten sich vorzüglich die in dichterischer Form recht gelungen angebrachten Toaste des Herrn Oberzollinspectors +Frege+ in Annaberg, Herrn Kammerath +Reiche-Eisenstuck+ von dort und des Herrn Pastors +Behr+ zu Schwarzenberg aus. Dem Schlusse des Tages war ein Concert im Freien gewidmet und gegen Abend ein Feuerwerk, wobei zuletzt eine Opferflamme, auf der Spitze des pyramidenförmig gebauten Denkmales angebracht, die +allgemeine Liebe der Sachsen an ihr hochverehrtes Regentenhaus verkündete+.« --
Nähere Beschreibung des Köhlerhauses.
(Dazu Abbildung ~No.~ 3.)
Zuerst gelangt man (s. Abbildung ~B.~) auf 3 steinernen Stufen (~a~) in die 13½° lange und 3½° breite mit Steinplatten gepflasterte +Hausflur+ (~b~). Von der Hausflur rechts kommt man hiernächst in das +große Gesellschaftszimmer+ (~c~), welches 13½° lang und 9° breit ist. Auch befindet sich in selbigem an der Hausflurseite ein gußeiserner Etagenofen (~d~). Verläßt man dieses Zimmer und wendet sich in der Hausflur links, so gelangt man in die 6° lange und 5½° breite +Wohnstube+ des Wächters (~e~) in der sich ein Plattenofen (~f~) befindet. Von hieraus führt eine Thüre in die 6° lange und 3½° breite +Stubenkammer+ (~g~) worin sich auf der hinteren Seite eine +Erhöhung+ (~h~) durch den Kellerhals hervorgebracht, befindet, zu der eine 3 Stufen hohe Treppe führt (~i~). Geht man sodann in die Hausflur zurück, so kommt man auf der linken Seite, in die 3¾° lange und 2½° breite +Küche+ (~k~). In derselben steht ein gemauerter Heerd (~l~) mit eingesetzter Bratröhre (~m~). Ferner führt von der Hausflur aus links durch eine Doppelthüre auf einer Treppe (~n~) (s. Abbildung ~A. a.~) von 11 steinern Stufen in den 9° langen und 4° breite einfach gewölbten (s. Abbildung ~A. b.~) +Keller+ (~Ac.~) (~o~). Kommt man wieder hinauf aus dem Keller zurück, so gelangt man durch zwei Thüren in die Privets (~p~). In die Etage (~C.~) gelangt man durch eine mit Geländern versehene 13 Stufen hohe hölzerne Treppe (~q~). Durch die Treppe (s. Abbild. ~C.~) (~a~) kommt man auf einen kleinen Vorboden (~b~). Auf diesem befindet sich ein Dachfenster (~c~). Dem gegenüber in das 8¾° lange und 5½° breite +kleine Gesellschaftszimmer+ (~d~), in welchem ein kleiner gußeiserner sogenannter Kanonenofen (~e~) sich befindet. Verläßt man dieses Zimmer so kommt man rechts von obengenannten Vorboden in die +Schlafkammer+ des Wächters (~f~), sie ist 16° lang und 6½° breit, auch geht hier die Esse (~g~) zum Dache hinaus. Dieser Kammer gegenüber, mithin links des Vorbodens ist eine +zweite+ ebenfalls so lange und breite +Kammer+ (~i~) als die Vorige. Von dieser Kammer aus führt eine hölzerne 9 Stufen hohe Treppe (~k~) auf den +Oberboden+.[111]
Der +Stall+ (s. Abbild. ~A. d.~) befindet sich im Erdgeschoß und ist 12° lang und 9° breit. Uebrigens ist er zu 8 Pferden, mit 3 Standbäumen (~e. f. g.~) und einer Krippe (~i~) versehen. Am östlichen Ende befindet sich ein Kuhstand. (~h~) --
* * * * *
Die Kosten des Baues betrugen, alles gerechnet, über 1000 Thlr. Baumeister waren der Zimmermeister +Friedrich Rau+ in Schwarzenberg und der Mauermeister +Karl Hübschmann+ in +Grünstädtel+. --[112]
So wurde ein Werk, welches im Anfang so schwierig zu gedeihen schien, doch durch den unermüdeten Eifer des Herrn Rentamtmann +von Schleinitz+ und des Herrn Finanzprocurator +Lindner+ zur Zufriedenheit Aller vollendet. --
Anhang.
Als Anhang möge eine +Charade+ noch Platz finden, die durch ihren Inhalt zum 1. Theile passend ist:[113]
Heller Himmel, blau und golden, Lerchenschlag, Pirolensang, Lockten mich mit meiner Holden Nach umbuschten Bergeshang.
Wie berauscht vom Wonnemorgen, Plaudernd bald, und singend bald, Streiften wir ganz ohne Sorgen Immer tiefer in den Wald.
Und schon trieb die muntere Heerde Blasend ein der ferne Hirt, Da -- macht' Etwas uns Beschwerde; Denkt! wir hatten uns verirrt.
Alles war so lau und luftig, Gleich dem Sammte schien das Gras, Maien wehten, ach! so duftig -- Doch, zu hungern, ist kein Spaß!
»Laß an +Drei+ und +Vier+ uns halten;« Sprach ich -- »der steht Felsenfest An ein unbekanntes Walten, Schützend selbst des Sperlings Nest.«
»»Magst mir's, wenn ich satt bin, sagen;« -- Meinte, schlecht erbaut, mein Kind! -- »Doch, sieh' dort den Meiler ragen; Laß zu ihm uns gehn geschwind.««
Ob wir gleich den Lauf begannen, Eifrig suchten kreuz und quer, Sah'n wir, ob der hohen Tanne, Doch nun selbst den Rauch nicht mehr.
Bald -- wie einst der schwarz Rabe Fütternd zum Propheten kam, Bot von +Eins+ und +Zwei+ ein Knabe; +Erdbeer'+ uns und Brod und Rahm.
Von der treuen +Ersten+ Hütte Wählten wir den Speisesaal; Milch und Brod in ihrer Mitte Mahnt' uns an ein fröhlich Mahl.[114]
Doppelt schien der Wald nun luftig, Noch einmal so grün der Grund, Auch die Tanne weht' uns duftig, Glas an Glas und Mund an Mund!
»Siehst Du, Kind!« -- so rief ich fröhlich -- »Daß der +Letzte+ nicht verläßt; Woll'n an ihm, -- dann sind wir seelig -- Gleich, der +Ersten+, halten fest!« --
F. K.
Auflösung.
Den Schlüssel hier zur Schraube Giebt zwar -- der +Köhlerglaube+, -- Doch nimm ihn nicht sogleich als baare Münze hin, Prüf' lieber erst genau, bis Du erspähst den Sinn! Dann schlage +hier+ noch nach, triffts +hier+ auch glücklich ein? So war die Freude groß und -- nirgends leerer Schein! --
So prüf' gefälligst auch die Prosa dieser Schrift Und sprich nicht gleich zuvor die schrieb gewiß kein Swift! -- Ist dir dann manches neu, doch der Geschichte treu gewesen, Dann bitte, nimm es an, als Deiner Nachsicht werth zum Lesen. --
Annaberg, gedruckt bei +Eduard Hasper+.
Berichtigungen.
Seite 2 Zeile 22 v. o. nach: traf ist einzuschalten: +es+.
" 3 " 3 " " statt: Plugk lies: +Pflugk+.
" 3 " 10 " " nach: Schwickershain fehlt: (-- +das heutige Schweickershain+ --).
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" 6 " 2 " o. " dem lies: +den+.
" 7 " 12 " " " wären lies: +waren+.
" 7 " 17 " " " Verträge lies: +Verträgen+.
" 8 " 12 " u. " ihm lies: +ihn+.
" 8 " 10 " " fällt nach Dienstag das +Komma+ hinweg.
" 10 " 5 " o. fällt nach Isenburg das +Komma+ hinweg.
" 10 " 6 " " statt: seine lies: +seinen+.
" 10 " 5 " u. " folgender lies: +folgenden+.
" 11 " 1 " " " Hanse lies: +Hause+.
" 12 " 6 " o. nach: als ist einzuschalten: +solches+.
" 15 " 10 " " statt: seinen lies: +seinem+.
" 16 " 15 " " " Monument lies: +Monumente+.
" 16 " 5 " u. " auch lies: +auf+.
" 18 " 13 " " " solte lies: +sollte+.
" 23 " 2 " o. " Prinz lies: +Prinze+.
" 28 " 4 " u. " exestirte lies: +existirte+.
" 30 " 1 " o. nach: zunehmen ist einzuschalten: [40]
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" 30 " 19 " " " wär lies: +wäre+.
" 33 " 3 " u. laß die erste 1 weg.
" 40 " 2 " o. statt: mehrfaches lies: +mehrfachen+.
" 40 " 4 v. o. statt: den lies: +dem+.
" 40 " 9 " " " Prinzenraub lies: +Prinzenraube+.
" 40 " 14 " " " weiten lies: +weitem+.
" 42 " 14 " u. " Pachter lies: +Pastor+.
" 44 " 1 " o. " Hände lies: +Händen+.
" 44 " 10 " " " Vulpius lies: +~Vulpius~+.
" 47 " 19 " " " mit lies: +nit+.
" 48 " 11 " " " der Familie lies: +die Familien+.
" 48 " 3 " u. " deusche lies: +deutsche+.
" 51 " 11 " " nach: vier Kinder schalte ein: +eine Prinzessin und+.
" 52 " 2 " o. statt: Turzold lies: +Tunzold+.
" 54 " 5 " " fällt das Wort: +der+ hinweg.
" 57 " 11 " " statt: den lies: +dem+.
" 58 " 1 " " " welcher lies: +welchen+.
" 58 " 3 " u. " Pachter lies: +Pastor+.
" 60 " 5 " " " Pachter lies: +Pastor+.
" 69 " 6 " o. " hinterlich lies: +hinderlich+.
" 70 " 6 " " " ihre lies: +ihrer+.
" 71 " 7 " " " den beiden Lehrern lies: +der beiden Lehrer+.
" 75 " 5 " o. " welchen lies: +welche+.
" 75 " 8 " " " konnten lies: +konnte+.
" 75 " 16 " " " jener lies: +jene+.
" 76 " 1 " u. " ~p.~ 64 lies: ~p.~ 46.
" 81 " 4 " " " Abgemeinen lies: +Allgemeinen+.
" 82 " 9 " " setze: (~d~) unmittelbar hinter dem Worte: +Etagenofen+.
" 82 " 1 " " setze: (~i~) unmittelbar hinter dem Worte: +führt+.
" 83 " 3 " o. setze: (~k~) unmittelbar hinter dem Worte: +Küche+.
" 83 " 4 " " setze: (~m~) unmittelbar hinter dem Worte: +Bratröhre+.
" 83 " 11 " " setze: (~p~) unmittelbar hinter dem Worte: +Privets+.
" 83 " 11 " u. statt: Kanonofen lies: +Kanonenofen+.
" 83 " 10 " " nach: kommt schalte ein: +man+.
" 83 " 5 " " statt: lang lies: +lange+.
" 84 " 3 " " " speciel lies: +speciell+.
Fußnoten
[1] s. ~Aen. Sylvius de statu Europae c. 24. ap. Frkhr. T. II. pag. 221. (edit. Struv. Argentor 1717.) »Conradus Rauses (de Kauffungen) nobili loco apud Saxones natus, bellicae rei peritus, manu promptus, et animo imperterritus etc.«~ --
[2] ~Albinus~ Landchronik der Meißn. Lande. ~pag.~ 265.
[3] s. Kunzens Revers wegen des ~ad interim~ ihm eingeräumten Gutes +Schwickershain+ und Zugehörungen unter den Beilagen zu den gleich anzuführenden +Churfürstl. Manifeste+ in +Wecks+ Dresdner Chronik, ~pag.~ 170. --
[4] sowohl die Koburgsche Pflege, als auch alle Schlösser und Güter in Thüringen. ~+Kammermeisteri+ Annal. Erfurt, ap. Menken. T. III, pag. 1180--1215.~
[5] +Müllers+ sächs. ~Annal. pag. 29, Chron. terrae Misn. pag. 360. Kammermeisteri, l. c. T. III. p. 1210~.
[6] Der +Landfriede+ wurde zuerst durch eine Verordnung der geistlichen Synode zu +Elne+ in Rousilon den 16. Mai 1027. als eine Zeit, wo keine Fehden bei Vermeidung des Bannes eintreten sollten, ausgesprochen. Es durfte hierdurch namentl. kein Krieg statt finden, wenn Gottesdienst gehalten wurde. In Deutschland trat dieser Landfrieden später jedoch allgemeiner ein im Jahre 1495. und das Reichskammergericht entstand nun zugleich als Behörde, welche darüber zu richten hatte und bei welcher alle deutschen Fürsten verklagt werden konnten. Mithin fehlte es zur Zeit des Prinzenraubes noch an einer Gerichtsbehörde, sogar in Sachsen selbst wurden das Oberhofgericht zu Leipzig und die Landesregierung zu Dresden erst im Jahre 1483 u. 1486 errichtet, s. v. +Römers+ sächs. Staatsrecht Th. 2. ~pag.~ 104. §. 12. -- +Kretschmanns+ Geschichte des Oberhofgerichts zu Leipzig, seit seiner Entstehung. Leipzig 1804. 8. -- Früher wurde der Landfrieden in Thüringen als im Meißnischen und überhaupt in Deutschland eingeführt durch das auf dem Landtage zu Weisensee beschlossene Gericht vom J. 1446. s. +Weißens+ sächs. Geschichte Band 2. ~pag.~ 377.
[7] Daß +Kunz Eisenberg vor+ dem Prinzenraube besessen hat, ersieht man aus einer Montags nach Ostern 1455. ausgestellten Urkunde. (~Schoettgenii opuscula minora per Godofr. Imman. Grandig.~ 337) worin +Kunz+ sich als Zeuge auf folgende Weise unterschrieben hat: +Kunyz Kauffungka snd in ein na Eysenberczia.+
d. i. Kunz von Kauffungen gesessen zu Eisenberg. -- +Eisenberg+ ist noch +jetzt+ der Name des Schlosses.
[8] +Schreiters+ Geschichte des Prinzenraubes ~pag.~ 1 da 167 u. f.
[9] Nach dem julianischen Kalender der 25. Juni, nach unserm verbesserten Kalender der 7. Juli.
[10] Indem Kunz von Kauffungen als früherer Schloßhauptmann im ganzen Altenburger Schlosse bekannt war.
[11] s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 266. --
[12] s. +Müller+ a. a. O. ~Tab.~ 2 u. ~Tab.~ 16.
[13] Dieser Brief befindet sich auch in ~Vulpii Plagio Kauffung~. Weißenfeld 1704. 4. ~pag.~ 8. --
[14] +Im verständlicheren Deutsch+:
Meinen willigen Dienst, samt alles Liebes und Gutes zuvor.
Ehrbarer, strenger lieber Junker!
Da der Kurfürst gewiß beschlossen hat, morgen Sonntags nach der Frühmesse nach Leipzig zu fahren mit den meisten Hofleuten, auch auf den Montag Abend der Kanzler ein Gastmahl in seinem Hause ausrichten wird, wobei denn viele Hofleute sein mögen, da nun auch auf dem Schlosse um diese Zeit der alte Asmus allein den Trabantendienst hat, der zuerst eingeschläfert werden muß, da endlich auch der Pförtner bettlägerig ist, so kann ich Euch dies alles nicht bergen, und meiner angelobten Treue gemäß Euch zu dienen, und nun Euern Veranstaltungen gewärtig zu sein. Darnach Ihr Euch zu richten habt. Datum Altenburg am Sonnabend nach Mariä Heimsuchung. Anno 1455.
+Hans Schwalbe.+
[15] s. +Brauns+ monatl. Auszug der Gesch. v. Sachsen. Th. IV. ~pag.~ 486. Die Leiter hatte Schwalbe befestiget, doch waren es nicht eigentliche Strickleitern, wie die noch jetzt zu Freiberg befindlichen Stücke davon zeigen. Man sehe auch das Manifest bei +Weck+ a. a. O.
[16] Nach einer Handschrift, welche ~M.~ +Joh. Tauchnitz+ 1633, der als Pfarrer in +Morstab+ bei Altenburg starb, hinterlassen hat.
[17] s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 267 und die +sächs. Provinzialblätter+ 1801, im Januar Stück 82.
[18] Die Namen derselben befinden sich, in einer Beilage zu dem Manifest. Bei +Weck+ a. a. O. ~pag.~ 172.
[19] +Dieser Wald+ ist jetzt noch 2 Stunden lang und 1 Stunde breit.
[20] Ehe er dorthin kam mußte er die Mulde passiren, allenfalls bei einem Furt durch die Mulde setzen, welches bei mittelmäßigem Wasser angeht, wäre aber dieß damals nicht möglich gewesen, so mußte er die +Wolkenburger+ Brücke passiren. Nun besaß er aber das nahe bei Wolkenburg über der Mulde gelegene Schloß und Rittergut +Kauffung+, sein Stammhaus, wo er sich bisweilen um die Zeit seiner Streitigkeiten mit dem Kurfürsten muß aufgehalten haben, weil er seinen Revers an den Kurfürsten mit folgenden Worten anfängt:
+Ich Kunz von Kauffungen zu Kauffungen gesessen.+
[21] s. +Schreiter+, a. a. O. ~pag.~ 256. ff.