Der Ring

Part 6

Chapter 614,601 wordsPublic domain

Do nu diss so gesprochen was, Lastersak sprach: Triefnas, Wiss, daz ist die peyicht gemäin, 10 Und wilt du peychten joch alläin Deinem priester all dein sünd, So tuo, sam ich dir han gechünt, Und sag ym sünderleich da pey Dein missetât und wie ym sey 15 Äigenleich mit ganczer rew Und secz dir für mit rechter trew Die puoss ze tuon an widerstellen Und fürbas nicht mer sunden wellen. Tuost daz alles sament nicht, 20 So wiss, dein peychten ist ein wicht; Du wirst verschuldent gottes zorn Und sam eins juden sel verlorn. Dar umb, vil lieber junger mein, Daz du vil säilich müssist sein! 25 Gedench vil eben, wie die welt Ist geleich dem räysgezelt, Daz man da ruchet alle tag Noch ganz und sich bleiben mag. Sey ist ein ellend ane laugen, 30 Dar umb scholl du dich ir glauben Und trachten häym ze paradeis, So pist du gerecht und dar zuo weis. Gedench auch, wie die weltleich er Wütet, sam daz wilde mer, 35 Auf und nider und hin und her Und nimpt ein ausganch sam daz gswer. Wo ist der weis her Salamon? Mit seiner schoni Absolon? Samson mit der grossen kraft? 40 Des hohen Alexanders macht? Aristotel mit seinr list? Seu sind verswunden sam ein mist Und ist in nichcz auf erd beliben, Dan ir namen ungeswigen; #26b Daz hilft seu an den selen chlein, Sein sey nicht an sunden räyn. Dar umb, so acht des lobes nicht, Daz dir zuo sälden chläin geschicht! 5 Gedench, daz got dich hat geschaffen Ze einem menschen, nicht zum affen, Ze christan, nicht ze einem häyden, Ze einem gesunten und beschäiden. Des scholt ym danchen fleissechleich, 10 Die weil du lepst auf ertreich, Und hüten dich vor missetat. Und sunderleich, daz ist mein rat, Fleuch daz unrechtvertig guot, Wan dir kain büsse wirser tuot 15 An deinem lesten ende, Dann wider geben behende. Gedenk auch, wie her komen ist Unser herr Jhesu Crist In eim so strengen orden! 20 Er ist zuo menschen worden Und hat derlitten turst und hunger, Frost im winter, hicz im sumer. Er hat geprediget und gelert Mit arbayt hie sein tag verzert. 25 Pluotes swaiss hat er geswizzet, Won er sein marter vor hin wisst. Er ist geschlagen und gevangen, Genegelt, sam ein deup derhangen, An dem chrücz ist er verdorben 30 Jämerleichen und derstorben. Sich, daz was ym alles väil Umb anders nicht, dann unser häil, Won er den sünder von dem tod Erlösen wolt mit sölher not. 35 Dar umb so bitt in sünderbar, Daz er dich schirme durch daz jar Und helfe so mit seiner begir, Daz dicz nicht werd verlorn an dir. Gedench zuo lesten, daz du pist 40 Nicht anders, dann ein fauler mist An deinem leib, daz siehst du wol, Won du pist gesmaks und ayters vol. Dar umb so scholt nicht gar umb sust #26c Dein schonen sel mit bosem lust Ewencleichen gar verderben Und sey irs schepfers reychs enterben. Wiss, daz du von ertreich pist, 5 Ze ertreich wirst in chläiner frist. Dar umb so acht pey gesunthäit, Daz du ze sterben seist berait! Won nichcz ist gewisser todes schlund, Nichcz ungewisser seiner stund, 10 Er schleicht da her vil sicherleich, Im ist der arm recht sam der reich, Er lat sich uber niempt derparmen Und schleicht den reichen sam den armen. Wer mag sich dann vor ym behalten? 15 Er niempt die jungen mit den alten. Im ist der chrump recht sam der schlet, Es kumpt ym alles sampt recht. Dein sel enphil, sam ich dir sag, Nicht einem, der dich liebe hab 20 Durch leybes oder guotes wegen, Sunder lass den deiner phlegen, Der die seinen liebe hat. Doch so ist der obrest rat: Tuo wol pey dem leben dein, 25 Wilt du gottes chindel sein! Do nu die red ein end gewan, Fro Leugafruo her fürher kam Und sprach: Ich han mir oft gehört, Der den leib mit vasten stört, 30 Pey dem weleibt die sele nicht; Dar umb so tuo, sam man da spricht: Halt dich eben an dem leib, Wilt, daz dir die sele beleib, Und voll ze stunden, gelaub es mir, 35 Hast du muot ze weiben dir. Dar umb, her Straub, ir seitz ein man, Der der erczney so vil chan. Sag dem jungen gancz und eben, Waz ym guot sey zuo dem leben, 40 Daz er gesünt und frisch weleib, Starch und gerürich lange zeit. Straubel antwürt, sam ein gesell. #26d Niemant reit sich gern in dhell, Sprach er, wisst ich pin ein man, Der sich nicht wol betragen chan, Dann mit leuten ungesünten, 5 Mit geschlagnen und gewunten; Dar umb tuon ich dir nicht enchunt, Wie du scholt beleiben gesunt. Die chunst die wurd mir gar enwicht Und auch mein appentech zu nicht. 10 Bertschi sprach: Du pists ein knecht, Dem der phenning füget recht. Nu se hin, alter haller drei! Und sag mir ganczleich, wie ym sey. Da mit der arczt ze sinnen kam 15 Und huob sein taidinch also an: Chain erczney die ward nie so guot, Sam sich gehalten in der huot; Vor ze wenich und ze vil Die gsunthäyt masse haben wil. 20 Sünderleich scholt du geruochen Dir ein guten luft ze suochen, Der ym hab ein claren gestalt, Nicht ze heisse, noch ze kalt; Und ist der winde gar ze scharff, 25 Da wider man der klaider bdarff Von seiden dick und wol gemacht, Von leyn und pauwull manigslacht. Der luft ist auch den schlaffen guot, Dar umb der mensch vil unrecht tuot, 30 Der ym schlaffet an der stat, Da kain luft hin komen mag. Ob du aber wonent pist Pey der erd, die temphich ist, Daz büsse dir ze winterzeit 35 Mit clarem feur, daz hicze geit! Des sumers so tuo auf die tür, Daz die feuchteu kum hin für Und der luft her wider in. Dar zuo schol gesträuwet sein 40 Mit chraut die chamer sunder wol, Daz nicht sey mösich, wassers vol. #27 Daz ander ist der gesünthait guot: Die übung, die der mensch tuot. Dar umb so wiss, daz gefüget speis Wil einer haben, spricht der weis, 5 Der im chlainen arbait hat; Hin wider umb man geit den rat, Grosseu speis er haben wil, Der sich da übt und arbayt vil. So wiss auch, daz dir vor dem essen 10 Ist besser gangen, dan gesessen, Und doch nicht auf die mudi gar, Daz macht dich uberflussen bar. Nach dem essen macht du sten Oder dich enwenig dergen, 15 Daz ist dir guot ze aller frist, Bis daz die speis geseczet ist. Daz drit, daz die nataur wil haben, Ist daz twahen und daz paden. Hie so scholt du mercken pey, 20 Daz man da vindet zwayerlay Peder nach der gmainen sag, Swaysspad und auch wasserpad. Swaysspad daz sey dir beräyt, Hast du uberflüssichait 25 Zwüschen flaysch und auch der haut. Wasserpad mit edelm chrawt, Daz lawich sey und nicht ze hayss, Macht dich schön und dar zuo fäyss. Und halt dich allweg da pey warm, 30 Ist daz dich dein leib derparm. In der wuchen ze dem mäysten Einest scholt daz twahen läysten Deinem haubt, so tuost du wol, Und ze dem minsten tzwahen schol 35 Der mensch sein haubt an widersprecht In einem mänat, daz ist recht. Die fusse nach der lere mein Schüllent oft geraingo sein Mit lawen wasser sunder wol, 40 Und alles wäschen geschehen schol, So der mensche nüchter ist. #27b Des driten stuks beschaiden pist. Zuom vierden mal scholt wissen daz, Daz die speis dir fuget bas, So der hunger mit dir vicht, 5 Dann dehayner andern gschicht. Doch so fülle dich nicht satt, Lasse der speis ein läreu stat In dem magen umbe daz, Daz er gedewen müg dest bas. 10 Wilt, daz dichs mas nicht werd gereuwen, So solt dus wol und endleich keuwen. Manich tracht dir laide schafft, Es nimpt dir kraft und dar zuo macht. Und wilt du ir geraten nicht, 15 So nim vil schier daz ander gericht Auf daz erst an underlass. In den essen hab die mass, Das daz gröbist sey daz erst Und daz zertist nim ze lest, 20 Es sey dann ops vil lind getan, Daz schol man geben vor hin an, Sam kerssen, feygen, weinper. Nach dem tisch, so ist mein ler, Daz man der herter frucht hertrag, 25 Die die speise truk hin ab, Daz sind phersich, pyeren guot Und anders, daz daz selbig tuot. Chäs nach fläisch und nuss zuo fischen, Geb man uns ze allen tischen. 30 Daz fünft ist, daz man haben muoss Trinken zuo des turstes buoss. Wiss, den rechten turst ich mäyn, Der den gesuntten chumpt alläin Nach dem essen und nicht vor 35 Von hicze in des magens tor. Wie schol aver sein daz gtranch? Trun mit fuoge, nit ze lang, In dem sumer weiss und clar Oder rosenleicht, nicht swar. 40 Des winters lat sich trinken bas Starker wein und rot im glas, Und ist er liepleich wol gesmak, So fügt es recht in deinen sak. #27c Gelaub auch, daz ein neuwer wein, Der lauter ist und dar zuo vein, Ist vil besser, dann der alt. Sey dir dann der mag ze kalt, 5 So trink enwenk des morgens fruo Hohen wein, daz ghört dar zuo! Doch huet dich, wilt du gsunt sein, Mit fleiss vor allem gmachten wein. Des sechsten ist uns allen not, 10 Daz ist der schlaff, den uns gepott Die nataur ze ruowen wol. Doch pist du geäczet vol, So volg dem schlaff nit sam ein vich, Ob er joch chomen ist an dich. 15 Du scholtz mit kurczweil ubergen, Sitzen, tretten oder sten, Bis daz dich zur andern stund Der schlaff begreiff, so ist gesunt Ze schlaffen, ruwechleichen gar, 20 Bis daz dein aug werd schlaffrens bar. Dar nach tracht dir auf ze sten, Ze dem stuole dich zdergen! Lâss daz wasser von dir rinnen! Huostens scholt du auch beginnen. 25 Rüspel ser und wasch dich drat! Wirff aus allen unflat! Strayl dirs haubt und chrecz die pain, Dar zuo mach die oren rayn! Ob dir aver pey dem tag 30 Voll des sumers schlaffens bhag, So leg dich nider sorgen frey, Da es aller frischest sey Und dar zuo vinster, sam die nacht, Ungeschucht und wol bedacht! 35 Dar zuo schol man wissen daz: Daz haubt schol sein gedeket bas In dem schlaff, dann in dem wachen. So schol man sich des ersten machen Nur auf die rechten seiten; 40 So lobt man dhaine zeiten Ze schlaffen auf dem ruggen, so Hangt daz haubet in daz stro. Auf dem pauch mag einr geligen, Ist ym der magen chalt gedigen. #27d Daz sibend, daz dir füget wol, Ist ein hercz mit fröden vol, Da leit der gsunthäit gar vil an. Dar umb so schol ein iecleich man 5 Sich hüten gar vor ungemuot Und zorn, der ym daz pluot verpruot. Unmuot dert, der zorn derpert Und machent fläisch und pain ze hert. Doch ist klainer zorn wol guot, 10 So er dem man derkükt daz pluot. Daz feur kümpt auch zuo disem eben, Won es geyt fröd und steurt daz leben. Doch so ker dich gen ym nicht! Es ist zum antlücz gar ein wicht. 15 Und wirst du gar von ym ze warm, Es macht dich an den chreften arm. Ze lesten wiss daz eins von mir! Waz der man von herczen gir Gerne singt, daz ist sein gesank, 20 Lustleich trinkt, daz ist sein gtrank, Willkleich isst, daz ist sein speis; Dar umb so saget uns der weis, Wollust und gewonhait Falschent kunst und gerethikäit 25 Und verkerent die nataur, Daz auss dem edeln wirt ein gpaur, Ein gepaur der wirt ein edelman, Der sich dar nach gewenen chan. Richteinschand die merket eben, 30 Daz Straub ym wolt ein ende geben, Und sprach: Noch han ich nichcz vernomen, Dann daz ein münche mocht gefromen. Der chnecht wil unser muomen haben Und sich mit diser welt betragen, 35 Dar umb so ziment seiner jugent Guot gepard und ander tugend. Ubelgsmach des nam sich an Und sprach: Ein uberweiser man Der spricht, er künn ein faulen schlehen 40 Und lat sich pitten und auch flehen Umb ein wörtel oder zway. Des aht ich alles nicht ein äy #28 Und sag dir, sam ich mich versich. Der bessere kün, der trett für mich. Lern und hörr, was ich chan singen! Tugend ist vor allen dingen. 5 Niemant sälig wesen mag, Ane tugent, ist mein sag. So geyt alläyn dem adel chraft, Den sein tugend edel macht. So wil sey anders von dir nicht, 10 Dann guoten willen, sam sey spricht; Won der ym gerne tugend schaft, Der ist yeso tugenthaft. Doch scheint sey an dem reichen bas, Won ein sprüchwort saget daz, 15 Dem der seckel steket vol, Den hört man gern und gelaubt ym wol. Dannocht hab dir daz von mir: Hast du tugend vil in dir, Und ist dir joch der pautel lär, 20 Er wirt dir vol und dar zuo swär. Hie so scholt du wissen pey, Waz die obrest tugend sey. Sich, es ist ein muoter alt Von tag ze tag ye bas gestalt; 25 Tochtren hat sey schoner vier. Merch, die nemn ich dir so schier. Die erste die haisset die weishäyt, Die ander ist die gerechtikait, Die sterke und die massichäit 30 Sein dir auch für zwo geräit. Nu dar gedenk, wie gar behend Sind die hohen tugend gnempt! Daz frümpt dir dannocht alz ein wicht Hörst ir gpott und lere nicht, 35 So get dir hören nit ze handen Und daz lesen unverstanden. Waz hulfft dann daz funden golt, Ob man es nicht behalten wolt? Dar umb, mein lieber sun, vil gern, 40 Was die tugend singin, lern! Hörr und merk und behalt ir gepot Ir ler dar zuo an allen spot! #28b Daz sag ich nach enander dir Und wiss des ersten daz von mir: Die weisshait ist ein erczetugent Und leret uns mit ir vermugent 5 Derkennen, was ist bös und guot, Daz kain andreu tugent tuot. Sey ist die erst nach rechter sag, Won niemant tugend gehaben mag An die weisshäit, gelaub es mir! 10 Dar zuo so wil ich sagen dir: Die weisshäit macht ein täyl geleich Des menschen got von hymelreich, Vil me, dann ander tugent zwo. Dar zuo so spricht die ler also: 15 Her Salomon ym ausderwelt Hat die weishäit und gezelt Für reichen schacz und langes leben. Dar umb so hat ym got gegeben Mit der weishait alles guot, 20 Won daz volget weisem muot. Bey der swar verkauft man swein, Den menschen nach den wizzen sein. Hier nach scholt du wissen schier, Die weishäit hat der diernen vier: 25 Die erst gedenknüss ist genant, Peu der gepeut sey dir ze hant Vier gepott, die scholt du behalten, Von in nimer dich geschalten. Daz ist, du scholt gedenchen eben 30 An der bösen menschen leben, Wie hart es oft geendet hat, Und hüten dich vor missetat. Gedenk hin wider an daz leben, Daz den guoten ist gegeben, 35 Wie es mit sälden nimpt ein ende, Und dich ze rainen werken wende! Gedenk, waz man dir schuldik sey! Gedenk auch, waz du scholt da pey, Daz du gehaben mügst daz dein, 40 Dem andern geben auch daz sein. Die ander haisset versichtikait. Pey der gepott sei dir beräit Viereu, die man lernen schol Und den zuo volgen sunder wol. #28c Daz ist besich, wer ist der man, Der mit dir wil ze schaffen han, Daz dir nicht geschech sam den gemäyn, Die chaffent pech für augstain. 5 Besich ein dinch, daz dich an trift, Von welher sach es sey gestift, Waz auch dar us müg werden, Wilt du bhentkleich nit verderben. Besich, an welher stat du gest, 10 Ligest, siczest oder stest! Und wo die schelke habent gewalt, Da lass dich selten werden alt! Besich, in welhem zeit du pist, Dar zuo, wie daz weter ist, 15 Daz du deinen mantel gswind Mugest keren gen dem wind! Die dritte diern die haisset die List, Pey der dir auch gepotten ist, Daz du vernemist diseu viereu 20 Und auch verpringist also schiere. Daz ist, geleich dich einem man, Der dir mit worten gleysnen chan! Hie pey merke und derkenn, Wie man list mit listen tenn. 25 Dar zuo so dank betrogenleich Einem, der unwillechleich Gâbet dir und dienet wol, So hat er das er haben schol. Hier nach, hast du müssen sweren 30 Eim ze tröschen und ze eren, So scholt du ym den naken peren, Wilt du dich mit listen neren. Dannocht uns die weisen sagend: Wo die toren bessers habend, 35 Da scholt du dich ze narren machen Listechleich an allen sachen. Die vierde ist der lere fund, Bey der gepeut man dir ze stund Viereu, die dir chomend wol. 40 Wil du lernen, sam man schol; Daz ist, du scholt dich dunken arm An der chünst, sam ein lärer darm; Und an der ler derzaig dich reich! #28d So tuost eim weisen mäister geleich. Lerr den junger nach dem sin Mit rechter lieb, daz ist sein gewin. Nach der sterki hebe den tramen, 5 Nach dem ertreich säy den samen! Wilt du haben schuoler gunst, So ler die aller besten chunst Mit kurczer weis, der scholt du phlegen, Und lass daz ander under wegen! 10 Schol die lere sein gemäin, So bis mit deinem leben gezäin! Wan des ler uns gar verdreust, Der sich mit seiner zungen scheust. Die gerechtikait ein tugent ist, 15 Die dich lert ze aller frist, Wie du niemant schaden scholt An leib, an er, noch an dem golt, Sünder iedem scholt du eben Daz sein vil willechleichen geben. 20 Die tugend schacz man für die grosten In got von hymelrcich dem höchsten Richter, der mit seinem gewalt Die gerechtikait vor allen bhalt. Wer möcht dann auf erd geleben, 25 War die rechtikait nicht geben? Nu chondin rauber nicht beleiben, Ir zeyt mit gesellschaft stacz verstreiben, Hieltins unter enander nicht Dacz geseczt, daz zwüschen in geschicht. 30 Die hat der dienerinen zehen, Die wirst du nach enander sehen Iecleichen besunder schiere, Mit ir gepotten, der sein viereu. Es sint die strengen und die gnad, 35 Die warhait und die eregabe, Frid und minn mit freuntschaft, Gehorsam, treuw unschadhaft. Pey der strengeu gepeut man dir, Daz du scholt legen dein begir, 40 Die bösen leut ze nöten Mit stumbeln und mit töten, #29 Haubt gen haubt und fuoss gen fuoss. Sich daz ist die rechtisch puoss. Der frömdes guot mit gewalte hat, Das schaff hin wider also drat 5 Mit allen nüczen, die man gnomen Hat und mochten da von chomen. Also scholt du an gesigen Einem, hat er umb getriben Den andern pöschleich an dem gricht 10 An aller zerung, die da geschicht. Wil auch der man ungehorsam sein, So gib ym nur die selben pein, Die er aller maiste fürcht Und voll hat ers vil oft verwürcht. 15 Pey der gnad man dir gepeut, Hörr, wie eben sey dirs beteut! Käin urtäil schol gevallen dir, Die nicht enhât derbarmd in ir. Ist die sach verworren gar, 20 So volg nicht böser juden schar, Sunder ker dich auf daz best Und auf daz gnädigost ze lest! Hier zuo scholt du dich derparmen Uber wittwen und die armen, 25 Uber wäysen, gäystleich leut Und uber getruwer wirker heut. Dennocht macht genade tuon, Umb frid ze haben oder suon Einem, der joch schuldig wär, 30 Ist er an der macht ze swär. Pey der warhait gepeut men eben, Daz du durch kainer sach wegen Leugen scholt, geselle, sich, Wilt du vor sünden hüten dich. 35 Wer sich leugens nit kan mâssen, Den scholt du niemer sweren lassen, Won der die zungen felschen wil, Der acht des äides auch nicht vil. Huet dich vor lugner her, 40 Wilt behalten guot und er, Won kain flaisch ward nie so böse, Sam die liegent zung die löse. Hast du yemant ichcz versprochen, #29b Daz scholt du läisten ungeprochen, Er wärr dann, daz er an dir bräch, Oder daz mit sünden geschäch. Bey der ergab wil sey daz, 5 Daz du scholt eben wissen, was Du gebist, warum und auch wem. Es sey disem oder dem. Gib daz dine und anders nicht, Wan die warhäit also spricht: 10 Got der wil nicht opher haben Mit des andern menschen schaden. Gib auch freileich, will du geben, Und lâss verziehen unterwegen! Won geist du schier, so geist du zwier. 15 Pleybts pey dir, so nimpst es mir. Lâss dich auch vil wench betragen, Gâb ze geben wider gâben! Niemant lâss dich uberwinden, Es sey mit gaben oder schinden. 20 Pey dem frid man dir gepeut, Daz du nicht hassen scholt die leut, Won wo nicht frid ist in dem haus, Da hat man got vertriben aus. Wilt du han frid gen iedem man, 25 So tuo sam einer hat getan, Der danket allem guot ze stett Und swäig, so man ym ubel tett. Wilt du stäts mit fride sein, Bsunder mit den gesellen dein, 30 Emphilch ym wenig deiner sach, Noch ste mit ym unter einem tach! Wilt du krieg zuo fride machen, So wiss, daz du in allen sachen Scholt vil süsser red phlegen. 35 Daz fügt sich zuo dem suon vil eben. Pey rechter minn ist dir gepotten, Daz du niemants wellist spotten, Anders swer ich dir pey gott, Sicherleich du wirst ze spott. 40 Wilt du wesen lieb gehabt, So tuo, sam uns die lere sagt, Und halt in ganczer lieb die leut! #29c Horr, was sey dir me gepeut! Wilt du haben paradeis Auf diser erd an helleweis, So tracht, daz du dein eleich weib 5 Habist lieb, sam deinen leyb! Hab auch liebe zuo andern dingen, Wilt, daz seu dir sälde bringen; Won kain sach die macht dich frey, Hast nicht liebeu minn da pey. 10 Pey der freüntschaft daz vernim! Du scholt den freunt zuo deinem gwin Versuochen lang, der weise spricht. Den bewärtten halt und lass in nicht! Dem freuntleichen tuo wol auf erd, 15 Daz er dest freuntleicher dir werd! Dem veint dem scholt int ubel tuon Umb freuntschaft und umb lieben suon. Hilf dem freunt ze aller frist Ungerüft, so ym gebrist. 20 Der sein mag gehaben rât, Dem hilf, so er dich gepetten hat. Tuo dem freunt und iedem man, Das du von ym begerest han, Und mâss dich des, des seu bevilt, 25 Noch du von ynen nit haben wilt. Pey der gehorsam schreibt man dir, Daz du scholt volgen mit begir Deinem herren, wer er sey, An guoten gepotten sünden frey. 30 Deinen eltern und ierm rat Scholt du volgen fruo und spât, Ob seu treuleich mäynent dich Und auch die sach wol füget sich. Deinen mayster volg noch mer, 35 Dan dir selber, an der ler, An gpott und allen dingen, Wilt du nach eren ringen. Dannocht wilt du sein gerecht, Volg der dirnen, horr den knecht, 40 Bis gehorsam einem chind An sachen, die dir nuczze sind! Pey der trew man ruofft dich an: Bis getrew, o werder man! Die treuw ein schlussel ist der er. 45 Wer den verleust, der taugt nit mer. Der würffel der ist gar enwicht #29d Und hat der treuwen in im nicht. Dar umb so spil nicht, so es gilt, Mit dem du treuwe halten wilt. Hat dir einr seyn haimlichäit 5 Auf getan und für gelayt, Daz scholt du behalten sunder taugen Mit ganczen treuwen, sam dein augen. Doch scholt du getrauwen swach Einem in vil grosser sach, 10 Hâst du noch nicht mit ym gessen Ein vierding salcz wol aufgemessen. Pey der unschad man dich mant, Daz du dir selber nicht tügist ant. Bis auch niemant anderm swär! 15 Das macht dich werd und dar zuo mär. Wilt du sein unschadleich gar, So hüt dich vor der schedleich schar, Daz ist vor dienern andern dingen, Die den schaden mugen bringen! 20 Ner din leben und din guot, Halt dine ere mit rechter huot! Gesigest joch den veinten an, Dannocht pist kain schädleich man. Pist du richter, hast den gewalt, 25 Hörr den andern täil vil bald! Richt nach recht, daz ist mein rat, Niemant dich für schedleich hat. Die sterkeu nimpt man zwivaltkleich, Die erste macht dye liibe reich, 30 Die schol man schäczen für kein tugend, Wan oft ein schak hat die vermugend; Die ander verstnet gar den muot, Seu ist ein zarteu tugent guot Und weist uns ubergen mit kraft 35 Alle böshayt ungeschlacht. Die ist die vordrest und die best An edelchäyt mit ganczer vest; Won wer ir nit enwil gewalten, Der mag die andern wench behalten, 40 Und hat fünf mägettein gemäyt. Daz erst daz ist die Sicherhäyt, Die ander haisset hoher Muot, Die dritt daz Gedinge guot, Der fünften spricht man Gedultikäyt, 45 Die vierd die ist genennet Stät. #30 Die erste chümpt und spricht zuo dir: Fürchst dir, daz scholt sagen mir. Sprichst du, das scholt sagen mir! Sprichst du: Ja, ich pin in sorgen, 5 Ich köm ze armuot bis auf morgen. Des antwürt sey dir ane zorn: Ich wolt, du hietst da mit verlorn Die geytikayt, die dich da reyt, So warist reich ze aller zeit. 10 Fürchst du hinderred, so sprichcz! Tuo daz best und besorg dein nichs! Die bösen valscheu märe sagend Und nicht, daz wir verdienet habent. Besorgest aver siechtagen, 15 Dar zuo kans ein anders sagen. Der siechtuom mag nit ewenchleich Pey dir gesein und du geleich. Fürchst den tod, so bist ein chind, Spricht sey zuo dir gar geswind. 20 Er ist kain schand, so muost auch sterben. Niemant mag sein ubrig werden. Die ander get her muotes fro Und spricht: Mein fraw die wil also. Ze grossen dingen scholt dich piegen, 25 Won chäin adler vahet fliegen. Streit vil e umb die gemäin, Dan du vechtist umb dich äyn! Gemäiner nucz der get hin für, Äyniger beleibet pey der tür. 30 Hast ein hercz mit hohem muot, Der peut den leuten er und guot; Und ob man dein nicht athen wil, Schlach hintnan auf und sorg nit vil! Pist ein man, du scholt nit fliehen, 35 Es sey dann daz du fuder ziehen Müssist in so grosser not, Daz beleiben war dein tod. Die dritt die saumpt sich auch nit lang, Sey vert gen dir mit irem gesang; 40 Daz spricht: Hab trost in deinem muot! #30b Daz ist dir zuo dem leben guot. Verzag nicht, held, daz ist mein rât, Wie oft ein man verloren hât All sein hab in einem spil 5 Und darnach gewinnen zwir alz vil. Hab geding und lâss es nicht, Ob dir joch niemer guot geschicht; Won oft ein Swâb der nimpt sein end Mit guotem trost, der smerczen went. 10 Sünderleichen hab geding, Ob dich der wind mit regen zwing, Und kumpt der sunnen schein entzwischen, So macht die fröd mit sorgen mischen. Die vierd beräyt sich auf die vart 15 In blâwen gewand, ir red ist zart Und spricht: In deinem gedenchen Huet dich vor willwenchen, Bis in endvarwe stät In fraden und in herczeläid. 20 Mit dem ersten dich nicht weg, Noch dich pey dem andern leg! Ein recht daz hat die stäytichayt, Daz du scholt ze tuon sein berait. Pleib nit pey den bösen dingen! 25 Von gutten lâss dich niemant pringen! Doch so war nicht ungezäm, Ob ein man daz besser näm Und liess daz guot, da ers hiet funden, Er sey dann anders dar zuo gpunden. 30 Die fünft nicht lat, sey chöm zuo dir Und pring der seken vier mit ir, Die iedem sunder fugent wol, Der ze hof beleiben schol. Der erste sak schol chlaider haben, 35 Die scholt du sauberleichen tragen, Won pist reich mit deiner wat, Dest bas man dich in eren hat. Der ander sak ist phenning vol, Der kümpt dir sunderleichen wol, 40 Er schafft dir freunt und dar zuo gsellen, Niemant tar dir wider stellen. #30c Der dritte sak ist gtinstikait, Der ist dir auch dar zuo bereit, Daz du dich freileich machist her, Nicht sam ein plauger winterper. 5 Des leste sak ist gedultichayt, Der all dein leiden ubertrayt An peyten, vasten und an wachen, An sweigen und an andern sachen. Ze stett do sprach fro Richteinschand: 10 Ich merch, ir seicz ze hof bekant, Dar umb ich euwer wirdi pitt, Lert in hofzucht auch da mit! Des antwürt Lastersak vil drat: Begert er daz, so ist mein rat, 15 Daz er sich selb ze hofe mach, Da lernt er zucht an maniger sach. Pey hünren lernt man gachczgen, Pey sweinen seuwisch smaczgen; Doch so spricht man oft und vil: 20 Wer ein hofman werden wil, Der hab einn pauren in dem sinn, Und wes der gepäurischen beginn, So tuo daz widerwartich schier, Des wirt er hofleich und gezier. 25 Also mag ich Bertschin sagin, Wil er sich nach züchten haben, Daz mug er lernen, sam man spricht, Bey seyner hochzeit, ob sey geschicht. Hie mit ker ich mein vermugend 30 Hin wider ze der lesten tugend, Die ist die mässichait genant, Mangem herczen underkant, Won selten yemant phligt der mâss Stäticleich an underlâss. 35 Dar umb so wiss, wann yedeu syt Vor und hintnan alle zeit Verwürchet ist mit bösen sitten, So leit die mässichäyt enmitten. Des nim ein beyschaft ander vart! 40 Hie ist der gouder, dort der karg; Der gouder ist ein sölich man, Der nichcz nit ym behalten kan; Der karg verpirgt es alles sampt #30d Und mag nicht geben aus der hand. Die habend payde böseu weis, Dar umb so trayt der milt den preis, Der lebt nach mittlen mâssen 5 An haben und an lassen, Daz ist, er geyt hin, daz er schol, Und behalt daz überig wol. Dar zuo wisst, daz mässichait Ist ein tugend so gemäyt, 10 Daz niemant sey verlassen schol Durch ander sach, so tuot er wol. Sey hât der zarten junchfrawen Drey und ein, die scholt du schawen, Daz ist die demuot, gottes chläyt, 15 Schamung, gefuorung, cheuschäyt, Pey den wirst du ieso sehen Punden wol auf sechszehen, Was die erste sagen well. Daz merk vil eben, lieber gesell! 20 Sey spricht: Wilt du han den preis Für ander gar gezellet weis, So wil ich dich des einen beschayden, Du muost dich diemütich derzäigen. Wilt du chomen an gewalt, 25 Hab ein dyemütigen gestalt! Won der sich höcht, der kumet nider, Und der sich nidert, der get wider. Wilt du, daz man dein nicht spott, So hörr die andern zway gepott! 30 Wiss, du scholt dich selten Loben oder schelten! Bis auch nicht ze dyemütig, Daz dir der narr nicht an gesig! Was wil die schamung haissen dich? 35 Do spricht sey, sam ich mich versich: Scham dich aller missetat, Wilt du nicht schand, daz ist mein rat. Schame dich auch andrer vart, Die nicht gar erleich sey von art! 40 Won der sich nit kan haben inn, Der ist ein tor in meinem sin. Schämich mach auch deineü kinder, #31 Daz seu nicht leben, sam die rinder, Wan man oft des kindes schand Zelt dem vatter in die hand. Doch so wiss, ein weiser man, 5 Der mächtig ist und alt getan, Schol nicht gar ze schamig sein, Daz er ze kindisch nicht enschein. Was kan die dritte dir derzaigen? Des lâss dich auch von mir beschaiden! 10 Hörr, du scholt gefuggig sein An haus und an den chläydern dein! Bis gefürig an der kost, An dem wein und an dem most! Won daz uberig schaden tüt 15 An sel und an leib und an dem guot. Pist du eines erbern sins, So lâss dich benügen kleines gwins! Chläiner gwin ist got mär, Den grossen suochent wuchrer. 20 Doch so macht du vil wol haben Grosses guot pey deinen tagen, Kumpt es alz von rechtem gwin Und hilfft den armen auch mit ym. Was singt uns dann die keuschait? 25 Anders nichcz, wenn daz ein mayt Schol keusche sein mit iren augen, Wil sie sich böser gdenken gelauben. Sey schol auch keusch sein an gedenken, Wil sey mit werchen sich nit krenken. 30 Minner werch schol sey nicht kiesen, Wil sey daz krenczel nicht verliesen. Dennocht ist ein mensche keusch, Treybt es ander käyn geteusch, Dann allaine bey der ee. 35 Da mit so sag ich dir nicht me. Syertdazland die was behend. Mich duncht, der rede sey ein end, Sprach sey, noch ist eins beliben Da hintnan nit gar wol verswigen, 40 Und daz einer muoss halt künnen, Dem wir unser muomen günnen, Daz ist, hort mich all geleich, Haus ze haben wiczechleich. #31b Waz hilf daz weibe, daz ir man Ausrenthalb joch gar vil kan Und ein narr ist in dem haus? Dar umb sagt ym es gar her aus, 5 Was ym nucz sey zuo dem leben, Wellen wir ym Mäczen geben. Daz was auf Säychinkruog geredt, Wenn die andern sprachen zstett: Dicz kan niemand also wol, 10 Sam Härtel hausgeschäftes vol. Er hat wol sechczig jar und me Haus gehaltlen pey der ee. Säychinkruog in antwürt do Vil zuchticleich und sprach also: 15 Es wisst wol, sam ich wissent pin, Alz manich haubt, alz manger sin; Dar umb so hat such iecleich haus Seinen sitten, seinen saus. Also lerts sich selber wol, 20 Wie einr sein haus bewaren schol. So ist des menschen gemuot so blind. Wes er sich für wars versint, Daz get ym oft nach stelczer fuoss, Dar umb ich in nicht leren muoss. 25 Fro Siertdazland hin widerumb Sprach: Euch ist daz maul ze chrumb. Secht ir nicht, daz alles spil Chünst und wicze haben wil? Oft chan einr für ander ächt 30 Springen, tanczen, mäczigschäft. So muoss man lernen scheiter spalten, Daz lichter ist dann haus ze halten. Was täutest dann von stelczer päin? Waisst nicht, daz man spricht gemäyn: 35 Hilf dir selb, so hilft dir got? Mich dunkt, du redist aus eim spott. Der nicht wolt lernen für sich sehen, Dem wurd ze geleicher weis geschehen, Sam der fleugen gsach hie vor 40 Pey der weisen ämbess tor, Die von hunger muosset vasten, Do hiet die ämbess vollen casten. Dar umb so sagt dem guoten gesellen, #31c Wie er sein hause schül bestellen; Daz chumpt ym recht und ist sein fuog. Do sprach Härtel Saichinkruog: Wol an, daz sey! So ler ich dich 5 Daz besten, so ich mich versich. Wilt du halten haus mit eren, Das scholt des ersten so an keren Ze tragen in der täschen tracht Ein ander haus von silber gmacht, 10 Daz du dir chauffen mügest so Häw und fuoter, dar zuo stro, Wein und korn und holcz da mit, Hirs und kraut, daz ist der sitt, Bonen, ärwess, gersten, smalcz, 15 Lynsen, fläysch ze terren, salcz, Hausgeschier und bettgewand, Käs und ops und manger hand Yecleichs pey den seinen zeiten, Daz ist dir nücz ze allen seiten. 20 Und chauff daz best mit ganczer treuw, Wilt du, daz es dich nicht geruw, Hochzeit und daz tägleich laden Hat ein er und zwen schaden. Mit gesten nicht dez dein verzer, 25 Wilt du behalten guot und er. An pheyffern und an chläynet, Sam es die lere mäynet Zerung umb die ritterschaft, Wiss, die ist vil erhaft. 30 Sunderleich lass dich herparmen Uber deinen freunt vil armen! Pauw nicht heuser durch den tod, Dich zwingi dann die starke not, Won gemachtez haus, gescribens buoch, 35 Beschlaffens weib, versnitten tuoch, Dar zuo hefen alter plunder, So wolfeil sind, es ist ein wunder. Triefens tach man bessern mag, Schadli wager dann ein schad. 40 Erber gwand und nicht ze reich, Wiss, daz ist gar lobeleich, Ist sauber, nicht beschissen, Wol vernäyt, noch so zerrissen, #31d Und daz gewönleich sey der zeit. Neuwer sitt die narren reyt. Hünren geschräy und gensen gsanch Hörr vil gern, des gwinst du danch. 5 Dein hund daz sey ein rud vil guot, Der dir daz dein beschirm mit huot. Cost ist guot umb kinder ler, Mit haymsteur auch daz dein verzer. Taylst den armen mit dein hab, 10 Daz volgt dir nach bis in dein grab. Doch besich in deinem sin, Daz dir vil grösser sey der gwin, Dann die zerung alle tag; Won ein geschicht dir chomen mag, 15 Die dir zucht in einem zeiten Deinen gwin von langen zeiten. Wie man aver gewinnen schol, Bewaren sich vor schaden wol, Daz sag ich dir vil recht her aus. 20 Bis du herr in deinem haus! Wiss, und träyt dein weib die pruoch, Sey wirt dein hagel und dein fluoch Wider got und sein gepott; Hier zuo wirst der leuten spott. 25 Dar umb so sicz ir auf dem nak Und halt sey sam den fuchs im sak! Schaff, daz sey behalt vil eben Was ir in die hend wirt geben. Schaff auch mit ir so ze stett, 30 Daz sey kuchi, visch und pett Schon beräyt und sauber halt, Wol sey pey dir werden alt. Häiss sey fürben, näyn und spinnen, Melchen, saugen, wilt du gwinnen! 35 Lass sey selten müssig gen! Daz selbig scholt du auch versten Von deinen tochtren so ze hant. Und ist es inen underchant, So tracht, daz sey es lernin schier 40 Tag und nacht für ander vier. Won was dein weib dir kunnen schol, Daz fügt eim andern auch vil wol. #32 Dem suon emphilh daz stäbli nicht, Sam lieb sant Bernhart spricht. Ler in drat nach deiner macht Hantwerch oder chauffmanschaft 5 Und die gschrift vor allen dingen, Wilt du in ze selden pringen. Mag er pey dir nicht werden teur, So schik in aus, daz ist sein steur. Hast du knecht in deiner huot, 10 Vertrag ir kainem ubermuot! Getrauw dem geleichsner auch nit wol! Merk, ein diener wesen schol Ghorsam, getreuw, beleypleich, Cheusch und gdultig, nit gar reich, 15 Sinnig, endlich ane chlagen; So schol er auch ein herren haben, Der erber sey und geb genuog, Doch grober speis, daz ist sein fuog, Und der ym seinen lon mit macht 20 Nichzen vorhab uber nacht. Dar umb bezal und mach seu vol Und tracht, daz seus verdienen wol. Und wilt du haben sicher gewin, So ste vil fruo auf sampt mit in 25 Und sich auch selber zuo dem vich, Wilt du nit reichen hinter sich. Waisst nicht noch, daz ich da wäiss, Dein selbers aug daz vich macht fäiss. Pist aber faul in deiner sach, 30 Dein gesind ym schaffet auch gmach Und gedeycht, daz wirser ist, In bös gedench ze kurczer frist. So du dich von dem hause trabest, Bedench, waz du ze schaffen habest. 35 Kümst du wider in dein haus, Besich, was dir sey genumen draus. Und hat sich nicht gemert dein chorn, So wiss, du hast den tag verlorn. Sein dein nachgepauren guot, 40 Des fröwe dich in deinem muot! Tu in dienst nach deiner macht, So bstet dein haus in langer kraft. #32b Wilt du wein und korn verkauffen, So scholt zuo in des ersten lauffen Und geben bäss, dann andern leuten. Dar zuo wil ich dir beteuten, 5 Gib auch deinen veinten hin Ze dem teursten, daz ist gewin. Und pist gerochen an daz pluot, Daz ist ein râch vor allen guot. Wilt verkauffen huoben täyl 10 Oder kauffen, ist es väyl, So huot dich vor eim gemainen man, Der reicher ist und mer kan, Oder nicht gar erber sey, Wilt du wesen sorgenfrey. 15 Doch so sag ich dir besunder: Besser ist dir zleiden hunger, Dann zferchauffen deyneu hab. Dennoch besser ist noch sag, Ein täil des erbes geben dar, 20 Dann dem wuochrer seczen gar. Leich nicht gern, du sechst dann, wem. Entlehen ungever vil von dem, Won wer sich leyhens trosten wil, Der jo verdirbt mit schanden vil. 25 Hie pey macht du sehen wol, Wie gern man wider gelten schol. Dar umb wilt du der wiczen phlegen, So tuo dein geschäft pey gesuntem leben, Daz du daz schuldig mügest schaffen 30 Deinem gültern vor den phaffen, Deynen dienern auch gedanchen, Des vergessent oft die kranchen. Lâss deim weib, daz sey schol haben! Dar zuo scholt ir freuntleich sagen, 35 Ob gott geputte uber dich, Daz sey mit eren halte sich Und daz sie durch der kinder wegen Durch andâcht und umb besser leben Geruoch zbeleiben ân ein chan, 40 Müg sey mannes wesen an. Doch scholt du sie des nicht zwingen Mit sweren, geld, noch andern dingen; Won besser ist ein wirt mit recht #32c Dem weib, dann herr oder knecht. Hilf auch bas und gar geswind Der tochter und dem chlainen chind, Dann denn gesuntten starken knaben, 5 Die sich selber mugent betragen! Ze lesten rat de suonen dein, Ob seu kauffleut wellent sein, Daz seu sich täyllin unter in, So stellends dester bas nach gwin. 10 Schullens wesen hantwerchgsellen, So lâss seu tuon nach irem wellen! Trachtend seu nach müssig gen, So haiss seu pey ein ander sten Ungetäylt, daz ist in guot; 15 Won iedes haubt daz wil seinn huot, Yeleich haus daz wil sein feur. *** Nicht mer so sag ich dir ze steur. Do nu der ler ein end ward, Friczo der sprach an der vart: 20 Nu dar, herr Perchtolt, hörst du das? Wilt es tuon und dannocht bas? Das sag uns auf die treuwe dein! So gib ich dir die tochter mein. ** Triefnass andacht die was gross 25 Gen seines lieben Mäczleins schoss Und tett recht sam fuchs Raynhart, Der umb die faissen hennen warb, Und verhiess pey seinem äid, Zu allen dingen sein beräyt, 30 Die ein fromer weiser knecht Läysten scholt und tuon von recht. *** Da mit so wurden so behent Zwo der besten hin gesent In die küchi aus dem rât 35 Umb die praut, die eylten drât Und kament ze den selben stunden An die stat, da seu sey funden, Und sprachent: Wiss, wir schullen han Daz pettenprot, du hast einn man. 40 Des was fro Mäczli sunder fro. Wer ist der dann? sprach seu do. Daz ist trun Pertschi Triefnass, Der dein selten ye vergass. #32d Was Mäczel vor hin fro gewesen, ** Von fröden mocht sey kaum genesen, In ammacht viel sey yeso nider, Des hulffend ir die andern wider 5 Und machten sey vil schön da her Mit salben von Capponer smer, Mit pürsten und auf machen, Sam sitt ist ze den sachen. *** Da mit so fuorten seis da hin. 10 Des sprach fro Mäczel so zuo in: Ich waiss nicht, wie ich geparen schol. ** Die ein die sagt: Ich ler dich wol. So man dir hevet also an: Wilt du Pertschin ze dem man? 15 So scholt du dich des ersten weren Enwench, daz stet dir wol ze eren. *** Do seu nu zuo den andern chamen, Hort in gottes namen, amen, Sprach Ochsenchropf, hie schol geschehen 20 Ein ee, des schölt es mir verjehen, Sag an, Pertholt, pey deiner treuw, Got woll, daz es dich nicht geruw! Wilt du Mäczen zuo der ee? Bertschin dem was also we 25 Von fröden in dem herczen geschehen, Do er sey hiet komen sehen, Dar zuo was er ungewan Ze einer sach also getan, Daz ym die härel giengen zeperg; 30 Wie chaum bestuond er auf der erd Und mocht recht gesprechen: Ja! Dar umb so was sein antwurt gra. Des ward do nicht geachtet so. Zuo Mäczen chert er sich aldo 35 Und sprach: Nu sag auch, Mäczel, an, Wilt du Pertschin zuo dem man? Mäcz gedacht ir an daz lerren Und ward sich heven an ze weren. Mit füssen und mit elnbogen 40 Schlug sey umb so wol gezogen, Daz der frawen wol auf vier Vielend nider also schier. #33 Do sprach Friczo an der vart: Tochter, scham dich nicht so hart Und nim du Bertschin zuo der ee! Sey swäyg, er frâget aver me, 5 Do sprach sey: Sta, gevelt es dir. Also ward mit payder gir Die ee yeso geschaffen An schuler und an phaffen. Des nam so Pertschi fürher do 10 Ein fingerli geworcht also: Es was von pley und uberzint, Mit einem stain, sam ich es vind, Der hiess ein sapheyr von glas, Dar umb von harcz ein gsmelcze was, 15 Mit naswasser durch laseurt; Dar zu was es auch gesteurt Mit zwain perlen von den augen Aus dem visch, daz schult es glauben. Er stiess irs yeso an die hand. 20 Secht, do huob sich soleich schand Den preutgon ane ze lauffen, Im har und part aus rauffen, Also daz er an der vart Mit enander glaczocht ward. 25 Bertschi wäint, die andern sungen Und für die tür her aus drungen, Seu schreuwent vast und dannocht me: Bertschi Mäczen hat zuor ee Genomen heut vil fruo fruo fruo. 30 Da schlach geluk und hayle zuo! Die mär die chament so zehand Gen Glaris und in Sweiczerland, Gen Appenczell, ins Lauental Und auf daz Marchvelt uberal 35 In Prettengö und auf die Alben, Auf die Scherr und allenthalben. Man luod die nâchgepauren Dar zuo, die vil sauren, Aus dem dorff von Nissingen, 40 Von Seurenstorff und Rüczingen, Der machten sich vil schier dar Mit grossem geschray ein michel schar Mit iren dorffmäczen, Die schült es alle schäczen #33b Nach dem und seu auch seyn genant. Hört, seu sein mir all bechant. Von Nissingen was Galgenswanch Sein fromer uber seinen danch, 5 Dar zuo Gerwig Schinddennak Mit seinem gesellen Scheubinsak, Dietreych von dem gatter Und Gugginsnest sein gefatter, Storchenpayn und Arnolt 10 Harnstäin und Chriembolt Und sust vil junger drappen, Die man da zalt für chnappen. Der diernen was ein michel tayl: Die erst hiess Chüczeldarm die gayl, 15 Die ander Gredul Ungemäss, Die dritte Ändel Pfefferräyss, Die reudig Wasserschepferin Und die schön fro Gnepferin. Von Seurenstörff ir chamen vier: 20 Daz was der Palstersach der zyer, Teufelsgaden, Schabenloch Und der grindig Guggoch. Der tochtren trun der warent zwo: Daz waz fro Lena Vallinsstro 25 Und Sophya ir gespil. Der andern der was nicht gar vil, Dann von Rüczingen ein gsell, Den hiess man Jächel Reuschindhell, Und sein pruoder Varindwand 30 Mit einer tochter Hüdel genant. Sust so mocht ich nicht herkennen Von andern landen noch genennen, Dann einen der hiess Popphart Von Appenczel ein fiess von art. 35 Seu chament her geritten Auf eseln und auch schlitten, Yeder mit seym wambesch guot, Zwäyn roten hosen und ein hut, Mit iren präyten swingen 40 Und auch mit andern dingen. Etleich chament gangen Mit iren hülczin stangen. Die mäczel warent all bechläyt Mit weissen chitteln schon beräyt, 45 Ir schäppel hieten pluomen glancz, #33c Ir schühel nebent den lüchern ganz, Seu zogten her mit ir vermacht An der selben sampstagznacht In daz dorff ze Lappenhausen 5 Mit iren sümbern in dem sausen. Dem nicht enward des hauses gmach, Der nam den hymel für sein tach Und die strasse für daz gefider. Secht, die vegtens auf und nider 10 Mit wüten all die langen nacht, Daz niemant vor in gschlaffen macht Auf dem häw noch in dem stro. Dis tribens bis ann tag also. Seu liessend keinen kerczen tragen, 15 Des cham der preutgom do ze schaden, Der seinn esel hiet geschunden Für die kuo ze denen stuonden Und hiet daz fläisch ze kuchi pracht. Der wär joch dannocht nie gedacht, 20 Hiet er zuo dem andern tag Den esel funden an der stät, Do er die haut do ligen sach Zuo seinem grossen ungemach. Do nu die nacht sich so vergieng 25 Und der liechte tag an vieng, Gunterfay sein bek derschal Ze Lappenhausen über al. Yeder man sich macht her für Für des jungen Pertschis tür, 30 Die frawen und die magetteyn Machten sich zuor praut hin eyn. Da mit so laut man zuo der mess. Daz ich des pesten nicht vergess, Sprach do Pertschi Trieffnas. 35 Ich han nicht phennig, daz ist daz, Ze opfern, sam ich pilleich schol. Do sprachent seu: Dem tuon wir wol. Häiss dirs an einn rabasch sneiden, Wilt tu nicht die schande leiden. 40 Also giengen seu da mit Ze chirchen, do das was der sitt. ** Die jungen man die giengen vor, Die alten nach durch alleu tor, #33d Die jungen frawen giengen nâch, Die alten vorhin gar ze gach. *** Do nu die mess ein end genam, Der pharrer huob ze sagen an: 5 ** Hört, ir frauwen und ir knecht, Wisst, es ist der kyrchen recht, Daz einr ein chan im nemen schol Offenleich, so tuot er wol, Nicht so häymleich ane pfaffen. 10 Dar zuo ist mit uns geschaffen, Daz wir chündin uberlaut Von dem prautgom und der praut Und vor allem volk dar zuo In der kyrchen spât und fruo, 15 Ob yemant wär und wesen scholt, Der da wider sprechen wolt. Dar umb gepeut ich pey dem pan, Wer der ist, der bewaren chan, Daz die ee nicht redleich sey. 20 Der sag es ze der vart hie pey. *** Des chroch ein altes weib her für An einem stab, sey sprach: Ich spür, Daz Pertschi mit des tiefels rât Sein treuw an mir gesprochen hat, 25 Es ist ein jar und nicht vil me, Daz er mir schlechcz verhiees der ee. ** Des wurdens älleu lachent do Und gen pharrer sprechent so: Wisst, die ee was geschaffen 30 Vor münchen und vor phaffen, Dar umb so nem ym yeder gesell Ein frauwen, do er gernest well. *** Umb die red, die da geschach Von dem weib, die in an sprach, 35 Ward hertäilt ze Lappenhausen, Daz sey scholt ein bruoche lausen, Und gesäch sey noch so wol, Sam ein eweib gesehen schol, Daz sey möcht derkennen 40 Die laus und dar zuo prennen Und liess die knöpfe stil sten, Daz sey schölt für sey alle gen #34 Und bewären iren dant, Wolt sey Pertschin han zehant. Des zoch der preutgonn ab sein bruoch Und sprach: Nu se hin, hürr, nu suoch! 5 Und prennst du mir des fadens knöpf, Ich reisse dir aus die grawen zöph. Was schol man lengren dises lesen? Sey liess die peysser all genesen Und graffelt an hin mit der hand, 10 Und wo sie einen stricke vant, Der hiet sein leben da verlorn. Des lachtens all von rechtem zorn. Der pheyffer hiess man schlahen auf Und draten hin gen Pertschis haus. 15 Do sey nuo komen zuo der tür, Die praut man seczet schon hin für, Der preutgonn zuo ir nider sas, Sam do des dorffes sitte was. Des kam do Fricz und sprach also: 20 Euwer eren bin ich fro. Ungelük daz hause scheuch! Dar zuo will ich geben euch Syben hennen und ein hann Ze haymsteur, da gedenket an! 25 Dar zuo gib ich euch gestrak Einn choczen und ein strosak Und auch einen kyttel frisch, Da mit ist sey werayt ze tisch Und auch ze pett nach unserm recht. 30 Pist du dann ein söleich knecht, Der leynlachen gerne hab, So haiss sey spinnen nacht und tag! Engelmar der kam zestund Und schancht ym einen hausehund. 35 Er sprach: Got behuot euch payde Und auch der hund vor läide! Ochsenchroph der kam hin nâch Mit einer kaczen, die hiess Vach, Und sprach: Daz habt zuo andrer huot! 40 Es ist euch für die meuse guot. Cholman drang do für die gemäyn Mit einem kicz, daz was vil chläin, #34b Und sprach: Daz send ich euch ze haus. Da wirt ein gäyss mit hürnern aus. Jächels treuw waz nicht verlorn. Er pracht ein kälbel erst geporn 5 Und sprach: Daz gehört auch wol dar zuo, Es mag geraten zuo einer kuo. Do hiess einer Öttel Kriech, Der truog ein äntten, die was siech, Und schre ym: Se hin, junger man, 10 Ich wolt sie selber fressen han. Ain ander, der hiess Blasindäschen, Ward do greyffend in die täschen. Die phenning nimpt man gerner, Sprach er: Se den Perner! 15 Straub der hiet des gelaiches vil Und gab dem preutgom ze dem zil Stendelwürczen, chranichper, Und sprach: Daz pringt man uber mer: Es wirt dir zuo den nöten guot, 20 Wiss, so man daz dinge tuot. Fro Läychdenman was gemütes frey Und schancht der praut der nadeln drey, Einn wierten und zwo spindlen, Einn feurzeug und zwo windelen. 25 Sey sprach: Nu müssist gewinnen Mit nayggen und auch spinnen! Do gab fro Elsbet Follipruoch Der praut ein hänfen ermeltuoch Und sprach: Daz ist ein genameu steur, 30 Won der hanff ist heur ze teur. Snatereyna räycht ir dar Einen haspel ruossig gar, Einen sekel, hentschuch zwen, Die warend schymlich, sam ir zen. 35 Dannocht ward des dringens vil. Einer gab einn pesmenstil, Der ander her einn hafen truog, Der dritt der bott einn essichchruog, Der fünft einn korb, der sechst ein sib, 40 Der sibend gab ein uberlid Ze einem salzvas, daz waz guot, Der acht verschenchet einen huot, Den hiet er dreyssich jar getragen, Dennocht mocht ern kaum verclagen. #34c Noch so gab man ane zal Schüsslen, täller, kerczestal, Gablen, rechen, löffel vil. Wisst, daz ich euchs kürczen wil. 5 Die weil scholt man getanczet haben, Do mochten sey die füss nicht tragen Von hungers not, dar umb vil schier Machten sich hin auf ir vier, Die ze tische dienen wolten, 10 Und sprachent, daz seu haben scholten Die ersten suppen nach ir gwan. Daz was also schier getân, ** Ze fressen ward dem einn so not, Daz er vil nahent sich ze tot 15 Verprüget hiet in seinem schlund. Auf so sprang er do ze stund Und schluog die schüssel mit der faust, Daz die supp her aussher taust Mit sampt dem prot bis auf die erd. 20 Yeder sprach: E ich verderb Alz gar vor hunger, e wil ich Es lesen aus dein kât in mich; Und wär es joch noch bass beschissen, Dennocht pleybt seyn nicht en bissen. 25 Trun daz geschach, es was in gsmak. Darnâch yeder nam einn sak Und strauwt in nider in daz gras. Secht, wie schon ir tischtuoch was! Man wuosch es äynest in dem jâr 30 Zu dem minsten, daz ist war. Chöpf und gleser wâren krüg, Ze hefen auf gar ungefüg, Salcz und wädel wärind prâcht, Hieten seu dar an gedacht, 35 Messern und durch snitten Der ward da gar vermitten. Gerstin läyb und häbrin prot Trugens her, daz was in not, Ruggins ward auch dar geläyt. 40 Also was der tisch beräyt, Daz gaben auch ein ende nam. Da mit so huob sich frauw und man #34d Hin zum tisch, sam säw zum nuosch, Kainer do sein hende wuosch, Dann fro Els und Farindkuo, Den was gewesen znot hin zuo, 5 Daz seu von eyllen also drât Warend gevallen in daz kât. Die muosten do des wassers haben, Daz ward in yeso dar getragen. Farindkuo für Elsen sprang 10 (Mich duncht, ym war die weile ze lang) Und hiess ym yeso wasser geben, Daz goss der diener ym vil eben Von höhend auf die ermel sein, Nicht ins pek enmit hin eyn. 15 Daz haubet er auf reket, Die payn auch drichcz er streket, Ir bek was ein sib vil weit, Daz kauft man zuor hohzeit. Junchfra Elsen das verdross 20 Und lieff auch zuo hin, da man goss. Ir ermel wurden geneczet, Niemant seis dergeczet Mit einer zwähel, die man scholt, So einer die hende zwahen wolt, 25 Zwüschem gwand und pek enmitten Gestreket han nach hofes sitten. So warent auch der diener negel Lang und spitzig sam die kegel. Also gtorst ir kainr dar gesmechen, 30 Ir daumen auf das beki strecken Zemen gefügt, daz sib auch heben, Dar umb so muost mans nider legen. Farindkuo der hiet kain tuoch Ze trüknen, dar umb er die pruoch 35 Zuo seiner zwähel do gewan, Die was vil weit und auf getan. Er lieff da her mit schalle Und saczt sich uber alle. Fro Els ir hend so lange twuog, 40 Bis man daz ander gericht her truog. Woy, wie schier sey daz dersach, Es tet ir laid und ungemach. #35 Sey hiet kain pruoch, so wolts auch nicht Das hembd mit wüschen tuon enwicht. Es was ir zlanch und ane frucht, Die hend ze winden an dem luft, 5 Und kam gelauffen also nass. Wie schier sey auf dem ärs gesass! Die füss warent ir nicht chrumb, Chrüg und tischtuoch stiess sey umb. So sau, so sau so, 10 Sprach her Ochsenchroph aldo. Wiss, dein schimph mir nicht behagt, Wan er uns in dem magen schadt. Und hieten seu getrunken bass, Es wär ze stossen komen das. 15 Also ward es nider geläyt Und der tisch hin wider bräyt. Els die hiess in do her tragen Daz erst gericht, sey wolt es haben. Des was einr ir diener gar 20 Und pracht in blossen henden dar Opfel, pieren, nuss und chäs, Er was gehaissen Spiegelmäs. Den chäs den legt er für sey do Also gancz, des was sey fro 25 Und frass in gar mit sampt den rinden. Was scholt sey an ym furbas schinden? Die nusse päyss er mit dem zan, Daz ym daz pluot hin nach da ran, Die öpfel huob der selbig man 30 Pey dem stil ze beschnayden an Und die pieren pey dem haubt. Er ist ein gepaur, der an in gelaubt. Dar nach gugt er in den chruog Und sach dar eym, sein was nith gnug. 35 Des nam er do ein scheuchfas swär Und schütletzs, ob dar in ichcz wär. Do swanczt der most, daz gefiel ym wol, Er gôss inn kruog und macht in vol, Und also vol, verstet mich wie, 40 Daz er uber und uber gie. Daz was doch alles nicht ze vil #35b Nach dem und ich euch sagen wil, Sey wolt den wirt nit schenden Und fasst den chruog peynn henden, Mund und nass stiess sey dar in, 5 Also wol smakt ir der wein. Die weil sie drinn ein rufli vand, Daz zuchcz her aus mit blosser hand Und drank so treuleich und so fast, Bis daz ir des âtens gprast. 10 Wie schier sey des wider kam, Secht, do huob sey aber an Ze schilen auf da hin da her, Nicht anders sam ein wilder per. Daz haubet liess sey sinchen 15 Und tranch, daz von dem trinken Die augen ir vergiengen, Die oren nider hiengen. Dannocht was der feuchti mer. Dar nach so wand sey sich vil ser 20 Und näygt ir haubt mit sampt dem chruog Hinter sich, daz was ir fuog. Den ruggen läynt sey an den paum Und schre da her, sam aus dem traum: We mir, we, es ist gestigen! 25 Der chruog ist truchen und dersigen. Schench mir in und trag da her Daz ander gericht, des ich beger! Spiegelmäys der saumpts nit lanch Und goss ir eyn daz öpfelgtrank, 30 Vollen chruog nach seinem sin, Und macht sich nach essen hin. Er pracht daz gepraten von dem esel, Daz daucht sey sein ein willprät edel. Sey zucht enn läyb her an ir prust 35 Und snayt da durch recht sam umb sust Alweg dar, nur pey der mitten. Secht, daz wurdent erber snitten, Die legt sey an einn hauffen stolz Ze sammen, sam ein peyg mit holcz. 40 Niemant wolt irs messer zuchen, Daz flaische prach man ir ze stuken. Daz was ir alles sampt gemäyn. #35c Sey schlund daz gepröt und nuog die päyn. Sey nuog und zerret also fast, Daz ir ein zan ym drüssel prast. Wes scholten do die hund geniessen? 5 Des nagens ward seu auch verdriessen. Also tet ir einr einn sprung Und zucht daz päyn ir aus dem mund. Doch so âss sey an und an, Bis sey zuo den andern cham, 10 Die hieten auch irn schimph getriben, Uncz daz in nichcz nicht was beliben. Des schreuwens greuleich: Pring uns me! Wir ässin gerner vil, dann e. Hiet fro Els gedrunken wol, 15 Ir kainer der mocht werden vol. Hie mit do was daz chraut beräyt, Mit spek und greuben uberlait. Daz truog man her und visch da mit. Hofleich was der diener sitt. 20 Die schüsslen hieltens an dem pauch, Die finger laytens auch dar auf, Ein täyl dar eyn verzettet halb Und wurfens für recht sam einn kalb. Man gab daz gras in einem stal 25 In die chripp und uber al. Des danthen in die herren do. Des fäyssens chrautes wârens fro. Lastersak hiet gross begir. Er sach dar eyn recht sam ein stir. 30 Des hiess er ym ein löffel geben. Die andern sprachend: Und uns eben! Des gewunnen etleich löffel do, Etleich nicht, die taten so: Seu machtend yre hend ze kellen 35 Und assend sam zerleich sam die gsellen. Secht, do huob sich söleich mü Umb daz chraut und in der prü, Daz daz eyllen und daz jagen Gsacht es nie pey ewern tagen. 40 Man hiet in einer schüssel gesehen Hend und löffel mer, dann zehen, Mit enander varen her Durch daz chraut recht sam die sper. #35d Nâch den greuben waz in gach, Den fuorens mit den ruodern nach. Des cham der twerg ze einer stund Und warff des spekes in den mund 5 So eben, secht, daz ym sein part Mit enander smalczich wart. Graf Purkhart tet in allen schaden, Er hiet ein hand mit kraut geladen Und fuor do her zuo seinem mund. 10 Got den ruoft er an ze stuond, Daz er behielt daz wetter genäm, Bis daz daz fuoder eyn chäm. Wie schier sich Chnocz an ym do rach Und rumpelt, daz der loffel prach! 15 Des fuor er her mit payden henden In daz chraut zuo allen enden, Er fasst der speis ein gaussen vol. Nu wetter ubel oder wol, Sprach er zuo der selben stund, 20 Du muost da her in in meinen schlund. Gery huob die schüsslen auf Und trank ein starken tranch dar aus. Sey sprach: Got geb, es müsst derstinken! Habt irs frass, so wil ichs trinken. 25 Und saczt sey wider nider so, Daz des ubrigen aldo Ein michel tail auf sprüczet. We wie sey do küczet! Des warend do die andern hie 30 Und sauftens auf, ich wais nit wie, Daz daz tischtuoch also truken Beläib do pey von irem supfen. Aber was des andern was Es wâr joch laub oder gras, 35 Prosem, rinden oder päyn, Daz liessens ligen all gemäin. Er leich sassen auch gepogen Uber die schüsseln gar gezogen, Daz die vart dest churczer wär, 40 Won die pürdin warent swär. Seu hieten auch ein andern sin, Ob in ichcz emphiel da hin Von dem löffel und dem drüssel, Daz daz wider kam in dschüssel, 45 Won die maulr in warend weit Und offen gar ze aller zeit. #36 Dar umb so taten seu auch daz, Wan in die finger wurdent nass, So derswangen seu die hend Ubers chraut vil gar behend. 5 Daz uberig wuschten seu vil drat An die stifel und die wat. Daz muostens tuon umb die geschicht, Daz hanttuoch hietens vor in nicht. Des fuorens her ein ander vart; 10 Der ward dann lenger nicht gspart. Dar zuo in auch äyns geviel, Wan dem esser ichcz emphiel Auf die erden ab dem tisch, Es wär gekauwen oder frisch, 15 Daz scholt man wider auf heben Und es hin für seu alleu legen, Es wär dann, daz es gtroffen wär Auf daz gwand ym an gevär. Daz mocht er behalten, ane zol 20 Gevielin ym die spängli wol. Also gieng es in dem saus In dem smaczgen und dem jaus, Bis die schüsslen wurden wan Und sam die gwäschnen schön getan. 25 Hungers was in doch entliben. Hiettens vor von not geswigen, Secht, do ward do yeder schreien: Ich syrt dirs weib mit sampt der gsweigen, Triefnas, pringst du uns nit schier 30 Wein und mett und dar zuo pier. Da mit verleust du unser huld. Daz was do niemant anders schuld, Dann deren, die da dyenten, Und in die fresser gienten, 35 Mit den augen gar von verren Oder vil ze nach den herren. Ir kainer eben sehen wolt, Waz der tische haben scholt. Des hiet der preutgom do wol acht 40 Und wolt derzäygen auch sein macht. Er nam den einen pey dem part Und raufft in, daz er schreient wart. Des chament her die andern drey Und nament Pertschin auch da pey 45 Und stiessent in, daz er gelag, Die pruoch die zugens ym do ab, #36b Seu gussen ym des wassers her In den ärs und auch enzwer, Pey den päynen namend in Und possten seinen hintern hin 5 An eim paum, daz es derknal, Der stössen tâtens ane zal. Die andern frawten sich der geschicht Und hiettens für die pest gericht. Des kam er wider auf die payn 10 Und sprach: Es wisst wol all gemayn, Daz ich mich nicht enkond erweren; Drey sein alweg eines herren. Also ward nicht mer dar aus. Aller most, der in dem haus 15 Mocht gesein, den trugens dar, Den verschancht man yeso gar. Do trunchens her und suffend, Daz in die augen truffend. Pencza Trinkavil der trank 20 Uber aller gesellen danch Den ersten chruog uncz an den dritten Und den dritten bis enmitten. Secht, do ward er cheychent, Den swayss ans tischtuoch streichent. 25 Er läyt sich auf den tisch gezogen Mit henden und auch elnpogen. Da mit so hiet ers uberwunden. Des tranch auch ze den selben stuonden Junchfraw Feyna aus eim chruog 30 Also so frent und so gfuog, Daz sey da der huost an kam. Daz uberig durch den puosem ran; Dem lekt sey mit der zungen nach. Umb die seuri was ir gach. 35 Die andern trunken also fast, Daz oft ir eim der gürttel prast, Das doch den weisen nicht geschach. Die gurten sich des ersten gmach Und drunkend da pey für sich an, 40 Bis in der gürtel rechte cham. Dar nach so gieng es an die visch, Die da warent auf dem tisch. Seu wolt der Straub chredenczet haben Des sach er do ein söleichs jagen #36c Auf dem täller und ein streken, Das chosten liess er unterwegen Und grayff hin an zuo einem stuk, Das was daz gröst zuo seim gelük. 5 Wie schier daz was verswunden so! Wer scholt se disen stunden do Des andern gepayten legen für? Es was nicht zeit, sam ich es spür. Die diener hietten gsnitten 10 Die visch für seu enmitten. Do mochten seu gepayten nicht, Also süss was in daz gericht. Reuschindhell der tet ein druch Hin an nach einem haubetstuk, 15 Das was vil schleymig guot umb in. Des gedacht er in dem sin: Chiflest du daz haubt, so pist Sich gar versaumpt ze diser frist. Last dus dann, so hast chäyn glüst. 20 Und pist her chomen sam umb sust. Des zoch ers dreystund durch den mund Und läyt es wider ze der stund Für sich dannocht also gancz Und cham ze einer bessern schancz. 25 Ein mittelstüch derwüscht er do, Daz was vil drât verschlunden so, Die weil der snelle Varindwand Daz haubtstüch zucht mit seiner hand. Er wand, er gfiel seim pruder nicht. 30 Wie schier ers hiet hin eyn verschlicht, Des chond er doch vil wench geniessen, Die grät ym seinen hals abstiessend. Dar zuo sprach do Galgenswanch: Zarter got, hab ymer danch! 35 Also fuor do Varindwand Da hin gen Schläuraffenland Mit seiner sel, daz was ir fuog. Den leib man in den Neker truog. Was scholt den gesellen schaden das? 40 Mich dunkt, seu ässind nür dest bas. Won die gnuog in essen wellen, Die hütin sich vor vil gesellen; Der aber vechten wil mit häyl, Der hab der freunt ein michel täyl. #36d Dar an gedacht auch Uocz vom hag, Er wolt eim fresser legen ab Und sprach: Her Guggoch ist ein man, Der selber lieder tichten chan 5 Von Dyetreychem dem Perner, Den hörten wir vil gerner, Dann daz wir also sassin, Die totin fisch da assin. Des daucht sich Guggach do gemäyt, 10 Er huob seyn tädinch an und säyt: Es sâssen held in einem sal, Die âssen wunder uber al Et cetera bis an ein end. Die weil die loser warend behend 15 Und assen auf die viscbe gar, E sein der singer ward gewar. Do nu daz lied ein end gewan, Guggoch der wolt heben an Ze essen nâch seinr zuoversicht, 20 Do sach er umb, da vand er nicht, Des nikket er sich in dem grind, Er schre vil laut: Ich pins ein kind Und du, Uocz, ein rechter wicht. Daz prüft man wol ze diser gschicht. 25 Was er vor mit singen fro, Des traurt er so mit wainen do; Daz was der andern aller schimph. Triefnas sach den ungelimph An essen und an trinken, 30 Daz haubet ward ym sinken, Die zerung bswaret in vil ser, Und gedacht ym an die ler; Chlaineu hochzeit schol er haben, Der sich hüten wil vor schaden. 35 Dar umb so was sein fröd zerstört, Des hiet er ärczney auch gehört, Und gie da hin vil maysterleich. Hört, ir herren, ärm und reich, Ruofft er ze der selben stund, 40 Daz essen ist euch nicht gar gsunt, So tuot euch auch daz trinchen we. Dar umb stet auf und esst nit me! Des sneuczt her Chnocz sein nasen gros #37 Durch sein hende also bloss Und warfs dem preutgom unter daugen. Nu lek du das, so wil ichs gelauben, Sprach er zuo dem Pertschin do. 5 Des waren do die andern fro Und sprachen zuo dem preutgom: Uns dunkt, du redist aus dem traum. Trag her würst mit sampt dem bachen, Wellist du uns gsunde machen, 10 Oder wir gend wider häym Und essin sam uns ist gezam. Wilt du uns derhungern hie, Du pist ein chnecht, du waist nit wie. Äin rechter arczet daz gelaubt; 15 Auf vollem pauch stet fröleychs haubt. Des sprach so Arnolt sunderbar: Dein red war guot und gänczleich war, Tätist sey auf meinem tisch. Gib uns etwas auf die visch! 20 Pertschi sprach: Es ist gesorten Umb und umb ze allen orten. Er fullt ein schalen von der nuss Mit most, daz was ein erleich guss. Rochunsauber, trag den wein, 25 Sprach er zuo den knechten sein, Und sprich, daz er vier äyger prât. Verderben daz wil haben rat. Sich, daz was so schier getan! Die weil die herren huobend an, 30 Ze schreygen: Trag uns her den wein! Die vische wellent gswemmet sein. Des hieten seu do keinen danch. Piermost und daz öpfelgtranch Und daz schlechenwasser gar 35 Waren vor vergeben dar. Doch pracht man in einn eimer vol Der sauren milch, die trunkens wol. Rüfli ze der selben stund Saczt den eymer an den mund 40 Und chert sich gen der wand von in. Daz stuond ym wol nach seinem sin. Er tranch ym ein so lengi vart, Daz es die praut verdriessen ward, Und huob in an ze straffen. #37b Sey sprach: Du pist enschlaffen In dem vas nach meinen dunken Oder in der milch dertrunken. Des ward do Rüfel lachen: 5 Was hiet die milch ze schaffen? Sey fuor ym in daz hirn hin auf Und ran ym zuo der nasen aus Wider in den chübel so, Er pot den andern ze trinken do. 10 Der chübel der gie umb und umb. Lärenchopf der macht es chrumb, Der ym nicht gnuog der milche vand Und warff den chubel an die wand. Da mit die äyger warent bräyt 15 Und fur die gesellen all gelayt. Erst do was das zeit do chomen, Daz man da chrepfen scholt ze fromen. Des ward auch trauwen nicht vermitten, Seu tâten nach irem alten sitten 20 Und drungen nach den äygern her Nicht anders, sam die wilden per, Mit henden und mit füssen, Des chond in niemant gpüssen. Der erst der was der peste, 25 Der ergest und der leste. Chrimbolten dem ward ein äy, Scheubinsak gewan ir zway Chnocz und Troll die hieten gfangen Daz vierd, des was der tayl dergangen, 30 Gralf Purkhart mit dem uberpain Sprach: Der schimph ist uns nit gmäyn, Mir und meinen gesellen hie. Die pösten tayler daz sind die, Die einen lassend trunchen werden 35 Und den andern durstes sterben. Da mit gräyff er hin gestrak Und zucht ein äy dem Scheubinsak So vestechleich und ungetan, Daz ym daz wäych durch hende ran, 40 Die finger stiess er in den mund Und schlickts es ab, daz waz ym gsund. Do sprach Jänsel: Gib mir auch! Sweig, sprach dirr, du pist ein gauch. Die negel lang an seinem taumen #37c Hulfend ym daz äy ze raumen. Scheubinsak daz ander hielt. Wie schier ers von einander spielt Und fuor her mit einr grossen snitten 5 Durch und durch daz äy enmitten. Des muost das totter rinnen hin Mit sampt dem clar ân allen gwin, Wan es die kaczen begriffend Ir zungen damit schliffend. 10 Es ist verclayt, sprach do der man; Dem daz gelük nicht guotes gan, Der muoss verliessen uber nacht Künges hort und käysers macht. Des nam do Chriembolt eben war 15 Und fasst daz äy so gancz und gar. Er warff es yeso in den mund Und schlikt es eyn in einer stund, Des wär er gstorben an der zeit. Do was ym der schlund so weit, 20 Daz das äy ym durch den kragen Gänczleich fuor bis in den magen. Des sprach er: Hie wie guot, wie guot! Nu ist mein täyl vor euch behuot. Chnocz und Troll die waren gesellen, 25 Niemant gtorst sich gen in stellen. Des trosten seu sich sunder wol, Dar zuo so warens sinnen vol. Daz ay seu vassten bäyd geleich Und tatens auf vil rüwentcleich, 30 Seu assen hofeleichen gar, Die snitten stiessens gemächlich dar Und naczten seu enwench da vor, Daz wurffens in des mundes tor. Die snitten schlunden seu nicht gar, 35 Daz überig stiessens wider dar Und fuoren zgleycher weis, sam vor, Umb hin ze des schlundes tor. Yeder daz so lange träyb, Daz auf dem tisch kain brot beläyb. 40 Die andern all die sahent zuo Recht sam die wolf gen ainer kuo. Dennocht was des äys ein täyl, Daz hieltens vast, es was nicht väyl. Nâch zwayn läyben was in we. #37d Do vand man in dem haus nit me. Was scholten do die armen haben? Trun daz kan ich euch nit sagen. Do schülten seu den wirte do. 5 Daz äy den dienern gabens so, Daz seu dar an gedächtin Und in ze trinken prächten. Do mochtens nicht der milch gehaben. Des muost man an des wassers tragen. 10 Erst schanktens her mit eren, Die wirtschaft ward sich meren, Won der turst neu stätes sart, Secht, bis an die selben vart. Man gab ins ungemessen dar, 15 Das macht seu vol und läydes bar. Also huob do yeder man Ze singen und ze sagen an, Und was der herr hiet an gehaben, Es wär von singen oder sagen, 20 Daz chond der chnecht mit züchten storren. Niemant wolt den andern hörren, Yeder wolt verhoret sein Und schre: Vernement die rede mein! So lange wert der unfuog, 25 Bis daz man in daz leste truog, Daz warent kerssen, weinper, Feygen, kriechen und nicht mer. Hieten sey daz erst gericht Sauberleichen auf gezücht, 30 Das leste ward zuo der geschicht Vil mächticleicher gar verschlucht. Doch so tet die praut ir recht Und frâss nicht schlindent sam die knecht. Sey bäiss ab einer kerssen mer, 35 Dann siben stund, daz was ein er. Do sach Pertschi Trieffnas, Daz kain salcz vor inen was; Des pracht er in den geren vol Und sprach: Daz ghört zun kriechen wol. 40 In den selben stunden Ein flo die was gesprungen Fro Hudeln zwüschen yreu payn Und päiss sey, daz sey dar zuo gräyn. Des wolt sey sich do puken, 45 Die floh ze tot ertruken. #38 Secht, do ward ir dhaut ze kurcz, Ir geschach nicht recht, sey liess einn furcz; Der schanden wolt sey sich dergeczen Und ward sich mit den füssen kreczen, 5 Dar umb, daz man scholt glauben han, Die füsse hietens alcz getan. Des was Henricze ir ze schluog Und sprach: Daz ist nicht enes fuog. Ich sing dir eins vil wol geticht: 10 Creczen geleycht sich ferczen nicht. Hüdeln tett der spot vil we Und liess einn grossen furcz, sam e, Und dar nach drey, der waren vier. Sey schre hin ze dem schreyber schier: 15 Set hin, ir vercleiter knecht, Clinglent aver die icht recht? Damit so was der schreyber bezalt, Graf Purkhart doch des gsmaks engalt Oder leycht sein äy was faul. 20 Die speis die schluog ym zuo dem maul. Des muost er speiben ze der vart Auf den tisch durch seinen part. Do hiet der alt her Gumpost Getrunchen wasser, milch und most, 25 Daz sich der pauch ward pläygend ser, Wütend, plodrent, sam daz mer. Die vische wurden swimmend Und in so harte grimmend, Das er von dem tisch muost sten. 30 Er sprach: Ich wil gen smeyssen gen, Ich chum her wider, päytend hie! Die andern auf ich wayss nicht wie Und leuffen all dem Gumpost nach, Ze säychen waz in also gâch. 35 Dennocht playb fro Laychdenman, Sey hiet es unter sich getan In daz phäyt, daz ward ir nass, Won sey dez swams do häym vergass; Des macht sey sich doch auf die päyn 40 Und wolt nicht siczen da alläyn. Da nu die herren chament wider, Sey hieten sich geseczet nider. Do was daz tischtuoch auf gehaben, Daz konden seu do nie verclagen. #38b Wârens gesessen an den segen, Wenn wolten seu dann danke geben? Die diener wuoschend do ir hend, Da mit so nam der tisch ein end. 5 *** Secht, do was nu tanczens zeit! In der wisen, die was weyt, Gunterfay, sich huob ein geschray, Nym hin ein äy und pheiff zwäy! Der spilman was des weines vol, 10 ** Des emphand er an ym wol, Doch gedacht er in dem sin: Ob ich joch nu gar trunken pin, So sein seu trauwen auch nich lär. Dar umb ist es mir nicht swär 15 Ze pfeyffen hin ein narrenvart, Won seu verstend es auch einn sart. *** Da mit und er sein bek derschal, Das es io in dem perg derhal. Ofenstek do fürher sprang 20 Und nam fro Juczen an die hand. Er tanczt da hin, sey vegt ym nach, Die andern auf und an vil gach. Daz gzöder michel ward und lang. ** Ieder sunderleichen sprang 25 Auf und nider in dem traum, Sam die äpfel von dem paum. Gunterfay der schluog und schluog So lange weil und ane fuog, *** Des was do Ofenstek ze fäyss 30 Und hiet geswanczt, daz ym der swäiss Durch seinen diken schoppen ran. Des ward er auch so müd der man, Daz er nicht furbas mocht gesten; Des muost er ab dem tancze gen. 35 Er legt sich in daz gras und sprach: Gott geb ym alles ungemach, Die dich pfeiffen geleret ie, So we ist mir geschehen hie. Schabenloch den haber truog, 40 Den liess er sten und was so chluog, Daz er die ersten begraiff aldo Und sprach: Vil höh mit ir hyo! Do was der rek ze mager gar, Die pruoch ze weit, des ward er gwar, 45 Dar nach und sey ym was gevallen #38c Für die chnie vor inen allen. Des muost er strauchen in daz gras, Jücz auf in, sam billeich was, Chuoncz auf Juczen, Els hin nach, 5 Ze vallen was in also gach. In den sachen es geschach, Daz Els den iren spiegel brach, Ein stuk daz gieng ir in die haut, Daz tet ir we, sey schrey vil laut: 10 Hör auf, fayger Gunterfay, Won mein spiegel ist enzway. Der spilman geswäig, der Gumpost schre: Got geb ym läid und alles we, Der an dem spiegel schuldig sey! 15 Hie verstuond man vil wol pey, Wer den spiegel kauffet hiet Und wen er mit dem fluoch erryet; Des lachet man, es was nicht zeit, Daz sich derheben scholt ein streyt. 20 Des ward nu von dem tancz gelassen, Die man von müdi nider sassen, ** Die frawen stuonden, daz was wol, Won tanczens werdens niemer vol. *** Sey hieten für die knaben gsungen, 25 Stayn geworffen und gesprungen, Da was es in nicht gar gewon, Dar umb so liessen seu dar von. Was scholt man in dann ze trinken tragen? Die chruog die warend all zerschlagen. 30 Also kam daz ander geschray: Pheiff auf, lieber Gunterfay! Des antwurt er: Ich mag nicht me. Wisst, mir tuet der schedel we. Daz ist mir läid, nu hab es dir! 35 Sprach do Pertschi mit begir, So schullen wir eins singen, Ze ring umb älleu springen. Der red warend sey vil fro. Des huob do Pertschi an also: 40 ** Daas schaffet alz die minn, die minn, Daas schaffet alz die minn, die minn, Daz wir leben ane syynn, Daz wir leben aneee synn. Daz schaffet als der wein, der wein, #38d Daz wir müssen froleich sein. Daz schaffet alz daz gold, daz gold, Daz niemant ist dem andern holt. Daz schaffet alz daz phand, daz phand, 5 Daz man porget so ze hand. Daz schaffet alz daz spil, daz spil, Daz ich nit mag behalten vil. *** Et cetera, daz ward so lang, Daz yeder auf ze lesten sprang 10 Mit einem füss, dar umb daz, Daz er geruwen mocht dester bas An dem andern, so er gelag, An tretten, sam ein fauler mag. Söleich gnepfen und ein hopphen, 15 Hupfen lupfen und ein zoppen Hiet sich an dem ring derhaben, Ir gsacht es nie pey ewern tagen. Des gie dem singer dar nach ab. Er sprach: Nu we mir heut den tag! 20 Daz ich nicht kan des liedes me, Daz tuot mir in der versenn we. Die andern warend tanczens vol, Yeder sprach: So tuocz mir wol. Seu vielent nider in daz gras 25 Und ruowten da, das fuogt in bas. Des nam do Galgenswanch ein äy Und sprang her gen dem Gunterfay. Er sprach: Se hin und mach ein guocz! Ich pin nicht eines chranchen muocz. 30 Do nu der pfeiffer hiet sein lon, Er schluog dar an, es donet schon. Galgenswank fro Schurenprand Nam pey ir sneweissen hand Und spranch da hin mit seinen gesellen 35 Röschleich gar an alles stellen, Er feget umb und umb und umb, Daz seu vil schiere warind tumb Worden von der selben geschicht. Do was der pheiffer nach dersticht 40 Von dem staub, der in in kam, Und leczet so den guoten man, Daz er muost lassen von dem gäyl. Daz cham den andern auch ze häyl, Den von trümelen swindlent wart, #39 Und vielent nider an der vart. Daz tet dem vorspringer zorn, Er schre: Ich han ein äy verlorn An dem choczen spilman, 5 Des muoss er heut den hoger han! Dar zuo geb ym got den rampf! Daz schol er han von mir ze danch. Warens vor ym gras gelegen, Erst do muostens schlaffens phlegen. 10 Doch so snarchelt Uocz so ser Und stanch so saur durch frowen er, Daz ym daz gnafzgen gar vergieng. Da mit der Schreiber ane vieng Und sprach: Stet auf, wir müssen springen, 15 Ich chan ein hübschs, daz wil ich singen. Seiner red der warens fro. Da mit huob er an also: ** Wem schol ichs geben, Ze fröden seinem leben? Was ist das? 20 Sagt uns, herre, was? Es ist fro Gredel Erenfluoch; wem fuogt sey bas? Es ist fro Gredel Erenfluoch; wem fuogt sey bas? Anders niempt, dann mir; Sey ist meins herczen gir. Jächel Gumpost, seysts ein gesell, so hab sie dir! Jächel Gumpost, seysts ein gesell, so hab sey dir! 25 Nu muoss mirs got gesegen! Wie schon wil ich ir phlegen! Wem schol ichs geben, Ze fröden seinem leben? Waz ist daz? Sagt uns, herre, was? Es ist die schon fro Genepferin; wem fuogt sey bas? 30 Es ist die schon fro Genepferin: wem fuogt sey bas? Anders niempt, dann mir; Sey ist meins herczen gir. Rüfli Lechspiss, pist ein gesell, so hab sey dir! Nuo muoss mirs got gesegen! Wie schon wil ich ir phlegen! 35 *** Et cetera so gie daz lied, Bis daz yeder seinen hiet, Die da warent an dem tancz. Da mit so was die fröde gancz. Do sprungen plümlen durch den cle, 40 Von liebe schayden, daz tuot we, Sungen sey da in dem gras. Des cham do Pertschi Trieffnas Und macht sich hin zuo Gunterfay. Er sprach: Pfeiff auf und nim daz äy! 45 Da mit her Colman cham der alt Und fro Perchta mit gewalt. #39b Se hin zway, der ist vil me, Und pfeiff uns nach der alten ee Eines, sprachen seu zuo im. Perschti hiet einn hohen sinn 5 Und sprach: So hab dir dreu von mir Und pheiff mir nach meines herczen gir Nach dem neuwen sitten eins! Der alten chan ich aller cheins. Der stoss was gross von inen payden, 10 Doch warts ze lesten also gschayden, Daz Colman und fro Laychdenman Hofieren scholten vor hin an Und dem preutgom tanczen vor Mit der praut vil hoh enbor, 15 Die Genepferin und Grabinsgaden Scholten in den zagel haben. Secht do huob sich erst ein swingen, Ochsendringen, kälberspringen! Der spilman pfeyff, daz nie gestaub 20 Nie gedont noch nie geflog. Do chnatens hin, do trattens her, Nicht anders sam die wilden per. We wie, wie höh seu sprungen, Ir armen auf swungen! 25 Der ein der schre: Hie ju, hy jo! Der ander: Jo, wie get es so? Storkenpäyn der waz vil jung Und mass ym selber einen sprung Also höh, in daucht er fluog. 30 Dez tet er wider einen zuog Also geswind, daz er gesass Mit dem hintern in dem gras. Die Mäczli warent also also rüg Und sprungen her so gar gefüg, 35 Daz man in oft ich wayss nit wie Hin auf gesach bis an die knie. Hilden haubtloch was ze weyt, Dar umb ir an derselben zeit Daz tüttel aus dem puosem sprang. 40 Tanczens gyr sey dar zuo twang. Hüdellein der ward so hayss, Daz sey den kittel vor auf rayss; Des sach man ir die iren do Und macht vil mängeu herczen fro. 45 Seu schreuwen all: Sey wil ein man, #39c Sey hat ein maul und har dar an. Chnopfeln, nestell prachent vil, Und recht, sam ich euchs kurczen wil, Von dem gumpen und gedreng 5 Ward der tancz so übrigs eng, Daz der preutgom wisst nicht, wo Er was und keren scholt aldo. Er was gesteket in der mitt Sam in dem sne ein andrer schlitt. 10 Waz scholt daz do die gsellen btragen, Die der minn mit grifflen phlagen? Pertschi zuo dem trüller schre: Läss dar von und pheiff nicht me! Der spilman tet nach seinem sin, 15 Da mit so was der tancz da hin. Do woltens gesessen sein da nider; Des schre her Troll hinwider wider: Die weil es in der hicze sey, Macht euch an den ring hie pey! 20 Ich wil euch sunderleichen singen Eins, daz füget wol ze springen. Der red wurdens alle fro. Da mit so huob er an also: ** Es ass mein vatter Eberhart 25 Und tranch in eyn ein rympart Es schlieff mein vetter Oll, her Oll, Hol, her Oll, her Oll, her Oll, her Oll, her Oll, her Oll, her Oll, Es schlie ie ief her Oll Oll Oll Oll, Es sang mein sun der Perchtold 30 Und sprang mein nef her Hylpold, Es tanczt her Scholl, lo, lo, lo, loll, lo, lo, Lo, lo, lo, lo, loll, lo, lo, lo, lo, lo, lo, lo, loll, Es swanczt her Scho o, o, o, o, o oll *** Et cetera. Er sang ye bas; 35 Und do es an dem besten was, Da sât der tiefel aschen dreyn, Daz schuoff der laidig Eysengreyn, Der wolt in Greduln minn verprennen Und sey des lassen werden innen 40 Mit chraczlen haymleich in der hand. Daz stuond nicht wol, es waz ein scand, Won die junchfraw an der vart Von dem chreczen pluotend wart. Dar umb so cham der gpauren schimph 45 Nach ir gewon ze ungelymph.