Part 4
In gottes namen! Amen. Hie mag man ein frag schephen, ob ein man ein weib schül nemen. Dar zuo wil ich also sprechen: Ist, daz ein man wil und mag stät beleiben, chinder machen, weib und chinder füren mil rechtvertigem guot, noch got wil dienen, sam ein engel keuschechleich, der nem ein hausfrawen zu einer chan, die ym gevallen und fruchtper sey, weis und from und sein geleich.
Der urteil ward do Bertschi fro. *** Er sprach: Mein dinch daz stet also #22c Ze geleicher weis nach deinem sagen, Dar umb so wil ich Mäczen haben. So hab sey, sprach do Varindkuo. Got geb dir gluk und häil dar zuo! 5 ** Colman sprach: Lass mich dir sagen! Glük und säld daz mag er haben, Sich nur, daz er ir gevall Und iren freunden uber al. Da mit so wurden aus gezelt 10 Zwen der besten und derwelt, Daz was der schreiber sinnereich Und Rürenmost im selber gleich, Daz seu zuo Friczen giengin, Die red mit im an viengin 15 Von verrem her mit werten schelben, Sam seu es tätin vin in selben, Und also prittlen zemen machen Die ee an schuoler und an phaffen. Also traften seu da hin, 20 Zuo Friczen haus stund in der sin. Wer seu fragt wol hin also Um ein sach, sey sprachent do: Lass uns gen! Henricze sprach: Wis, es ist ein endleich sach, 25 Es ist ein sach und ist so gros, Kain sach die ward nie ir genos. Rurenmost sich ward besinnend Eines andern und beginnend. Er sprach: Mich dunkt uns sey ze gach, 30 Und gen wir so dem Friczen nach Mit eillen und mit lauffen! Wie teur wir mussend kauffen, Daz wir von ym nu wellin haben! Dar umb lass dir ein anders sagen! 35 Wir schüllen cheren zur tavern. Fricz der trincht des abents gern, Wir mügent mit ym zechen; So heb du an ze sprechen: Warleich, Fricz, du pist ein man, 40 Dem ich er und guotes gan. Dein früntschaft gfiel mir allweg wol, Won du pist from und eren vol. Nu dar, so hast ein tochter da, Die wirt dir untern henden gra: 45 Es wär vil langes zeit gewesen, Daz sey an einem chind genesen Wär und stünd mit er auf erd, Won sey ist gross und mannes werd. Dar umb so han ich in dem muot 50 Ein dinch, das möcht wol wesen guot, #22d Ob mir so wurd gelingen, Daz ich es zuo möcht pringen, Daz Triefnas der vil sauber knecht Mäczen nemen wolt ze recht. 5 Der ist jung und dar zuo reich, Einem fromen man geleich, So ist er auch von guoten geschlacht, Sam man im dorff gehaben mächt. Und so du dann gesprichst daz dein, 10 So leg ich auch darzuo daz mein Und rat ym so, daz er daz tuo, Und was ich gehelffen mag dar zuo, Daz wil ich werben nacht und tag, Won mir sein mâgschaft auch wehag. 15 Hie mit wir werdent innen, Wes es ym wil beginnen. *** Der Schreiber reden do began Und sprach: Nu hin, daz sey getan! Wie schier sie hieten vollepracht 20 Des Rürenmost ym do gedocht! ** Des dankt ym Friczo züchticleich Und sprach: Got mach euch sälden reich! Ewer liebschaft gfiel mir wol, Die suoch ich gern mit we man schol. 25 Doch mich dunkt, er sey mir zwäch, An seinen sinnen gar ze gäch. Enruoch, so wurden sey ym sagen, Wie gross er ist, er lât sich gehaben, Acht umb deiner freunden willen! 30 Wir getrauwent in wol stillen. Da mit so huob er auf und tranch Und sprach: Der red habt ymer danch! Dar zuo so schol man haben rât Des morgens fru und nit so spât! 35 Got der muss des ewern phlegen! Trinkt hin sant Johansen segen! *** Der wein sey euch gschenkt von mir! Des danktens ym mit herczen gir Und schieden von enander do. 40 Fricz der was der rede fro, Er schlieff bis an den morgen fruo Und nam auch seinen dar zuo. Der erste was der Ochsonchroph, Der ander häisset Lärenchoph, 45 Den dritten nempt man Lastersak, Der vierd sey Uocz der übel gsmak, Straub und Härtel Säichinchrug Und ander erber leut genuog. Sein freundin chamend auch dar zuo, #23 Daz was fro Hilda Leugafruo, Schürenprand und Nimindhand Richteinschand und Syertdasland Und ander frome frawen gar, 5 Der ich doch nicht genennen gtar. ** Fricz der hiess sey nider siczen Und sprach also von seinen wiczen: Lieben muomen, freunt und mâg, Wisst, daz ich vil ungern wâg 10 Grosseu dink an ewern rât, Won der weis gesprochen hat: Niemant ist ym selber genuog In seiner sach mit rechtem fuog, Man hat mir zuo gesprochen, 15 Von wan es sey gerochen. Des waiss ich nicht, mich dunkt also, Triefnas war meinr tochter fro, Der ym sey gäb ze einer chan. Sagt mir, waz ist guot gtan? 20 Ochsenchropf was namhaft, Dar zuo hiet er sin und chraft. Er sprach: Des sein wir schuldig dir Ze helfen nâch deins herczen gir Und auch ze râten ze allem spil; 25 So wiss, dein tochter haben wil Einen man, der christan sey, Jung und frisch und gesunt da pey, Starch und sauber an dem leib, Nicht ze lind, recht sam ein weib. 30 Die aller beste varw daz ist Weiss ein täil mit rotem gemist. Harr und part die schüllen sein Ein wenich straublocht an irm schein, Nicht ze swarcz, ze rot, ze hert, 35 Ein wenich auf daz praun geferwt. Daz haubt schol haben hohes hirn, Nicht ze grôss, mit gefuger stirn. Prauneu augenprauwen leis, Mund und nas ze mittler weis, 40 Starker hals und nicht ze lang, Noch ze weibisch sey daz gesanch, Weiteu prust und stärkeu päin, Enmitten in der wüsti chläyn, Hend und armen lanch und gross, 45 Die finger sein auch ir genoss, #23b Negel churcz, die stend vil wol, Der fuoss ze dik nicht wesen schol. Sein ganch der sey vil rösch und schlecht. Mittel man der kumpt uns recht. 5 Ist nu Bertschi so gestalt, So rât ich, daz sein Mäcz gewalt. Larenchoph des nicht benügt. Schönes haus uns wenig fügt, Sprach er, da ein böser wirt 10 Die geste auf und nider syert. Ist nu Bertschi sauber gar An dem leib und wol gevar Und hat der frumkhait nit dar zuo, Ich schäcz in böser, dann ein kuo. 15 Dar umb so muoss er sein ein knecht, Da mit vil erber und gerecht, Der wenig schlaff, nit müssig ste, Noch gern mit bösen leuten ge, Der reden künn und doch nicht liegen, 20 Noch den freunt mit listen triegen, Dem der wein sey underchant, Noch der würffel in der hand, Der den frâss auf ym nicht trag, Won der gieng ym niemer ab, 25 Der mit dem seinen müg besten, Und lâss der leuten rinder gen, Dem daz hercz sey nicht ze hellig, Noch daz haubet gar ze schellig, Der leid und tuo sam einer schol, 30 Dem zucht und er behaget wol; Und hiet er alles daz an im, So daucht mich des in meinem sin, Mäczen der geschäch nicht we, Nem sey Bertschi zuo der e. 35 Fullenmagen her sich rekt, Er sprach: Diss dinch vil wenich klecht. Was hilft, daz einer sauber sey, Erber und auch from da pey, Ist er nicht weis und chluog da mit? 40 Won es ist nu der welte sit, Daz die esel und die narren Zeuhent bäid in einem charren, Der mit raynvail ist geladen, Und muossent doch sich des wassers laben. #23c Fro Leugafruo mit unfuog Die red ym yeso underschluog. Sey sprach: Vergest des ewern nicht Und hört des ersten, was man spricht! 5 Der alleu dink dergrunden wil, Der siert sich selb und schafft nit vil. Dhäin e die wär noch nie geschehen, Hiet man ens und dicz besehen, Dhäin weltleichs mensch ward nie so rain, 10 Es hunch an einem überpayn. Secht, ich sag euchs recht heraus: Triefnas ist mir nicht ein laus. Dar umb so wil ich nicht enliegen Noch die fromen tochter triegen. 15 Er ist ein junger grader knecht, From und erber, dar zuo schlecht, Dann daz er mich dunchet faul Und hât ein uberweites mul, Dem wil ich selber antwurt geben. 20 Chleiner mund chumpt frawen eben Und nit dem man, ich sag euchs vor. Grosseu stat wil weites tor. Ist er faul und schlaffet gern, Des wirt er alles sampt enbern, 25 So daz chindel wirt von nöt, Singent: Ätti, gib mir prott! Was schol er dann der wiczen haben, Ein junger knab, pey chläynen tagen, Der auch geschrift in im nit hât? 30 Dar umb so wisst, es ist mein rôt, Daz wir nu senden hin zuo ym Und auch derfarin seinen sin Chluochleich, sam er hat getan. Und wil er unser muomen han, 35 So haiss man chömen so zehand Und seczt in nider zuo der want Und sagt ym alles sunder wol, Was er tuon und meiden schol. Und ist, daz er gelernen mag 40 Und auch getuon nach ewer sag, So schol man ym sey geben so. Des râtes wurdens alleu fro, Dann der vatter Fricz allain. Der sprach: Es wisst all gemäin, 45 Was mir Bertschi hat getan Und meiner tother vor an. Daz verredt ym ieso zhant #23d Iunchfraw Hächel Schurenbrand Und sprach: Du säist, sam einr der schaft. Hat dir Bertschi schande pracht? Won er hofieren kan so wol, 5 Dest e man ym sey geben schol, So behalcz ir er dester bas. Waist nicht, daz man spricht daz: Maus im sak und laus im nak. Mäcz ym haus und feur im kübel 10 Die bezalent iren wirten übel. Ich wäiss es selber wol an mir. Do ich nu cham zuo mannes gir Und wär mir schier ze hilf nicht komen, Ich hiet mir selber vier genomen. 15 Alteu junchfraw ist ein gift Nieman haus, sam man da spricht. Seu sprachent all: Du redest recht. Wir schüllen senden nach dem chnecht Und tuon sam uns geraten ist 20 Von Leugafruo ze diser frist. Des stuonden Fricz und Härtel auf Und traten gen des schreibers haus, Den fundens da zuo irm gewin. Er gruosst seu schon, des danchtens ym. 25 Da mit so huob an Fricz und sprach: Umb die red, die nächt geschach, Wis, wir sein des uberäin. Wir wollen wissen, wie ers mäin; Und wil er tuon nach deinem rat, 30 So chüm mit ym und nicht ze spat Häym her, freunt, in ewer haus, Da wöllen wir ym legen aus, Waz er tuo und lass da pey. Henricze sprach: Daz sei, daz sey! 35 We, wie schier dicz was geschehen! Einr der hiet nit umb gesehen. Do nu Pertschi chomen was, Man gruosst in schon, er dankt vil bas. Seu sprachen: Wes hast du ze muot? 40 Des antwürt er: Mich deuchti guot, Es gebt mir Mäczen zuo der ee, Ich tät ir wol und dannocht me. Lastersak huob an zuo jehen: Daz dinch möcht alles sampt geschehen, 45 Woltist stellen nach der er Und dar zuo volgen unser ler. #24 Bertschi sprach: Es gefelt mir wol, Ich tuon alles das, das man schol. So sicz da nider, sprach do Fricz, Und sag uns etwas deiner wicz! 5 Chanst den paternoster so? Ja do, äntwurt Perchi do. Daz Avemari und de glauben Auch da mit an alles laugen? So sag auf eben, nicht enlach! 10 Triefnas huob an und sprach:
Pater noster herrgot vatter unser, der da pist in dem hymel, *** gehaliget werd dein nam! Zuo chüm uns dein reich! Dein will werd hie in der erd, sam in dem hymel! Du verleich uns unser tägleich prot, und vergib uns unser schuld, sam wir tuon schüllen unsern schuldigern! Und verlâss uns nicht in böser versuochung, sunder lös uns von allem übel! Amen.
** Ave Maria! Gegrusset seist du, raineu maget Maria, vol *** aller gnaden! Got ist mit dir. Du pist gesegnet über alleu weib, gesegnet ist deu frucht deines leibes, unser herr Jhesus Cristus. Amen.
** Credo in deum, ich gelaub an einen got vatter allmäthigen, *** der schepfer ist hymelrichs und ertreichs, und gelaub an seinen eingepornen sun, unsern herren Jhesu Crist. Ich gelaub, daz der selbig gottes suon emphangen wart von dem hailigen gaist und auch geporn ward von der rainen mayt Marien, und gelaub, daz er gemärtrert ward untter dem richter Pylaten an dem hailigen creucz, derstarb, dar zuo auch begraben ward. Ich gelaub, daz sein hailigeu sel in die vorhelle fuor und nam alle die daraus, die seinen willen hieten getan, und daz er an den dritten tag erstuond von dem tod, gewarer got und gewarer mensch, und gelaub, daz er auf ze hymel fuor und da siczet ze der rechten hand des almäthigen gotz seines vatters. Ich glaub, daz er dar nach chünftic ist ze ricthen [#24b] uber die toten und uber die lebentigen, ieden man nach seinen werchen. Ich gelaub auch an den hailigen gast, an die hailigen kyrchen der cristenhäit und an die gemaine aller häiligen, und gelaub antlass aller meiner sünden ze gewinnen, ob seu mich reuwent von ganczem herczen meinem. Ich gelaub an der toten urstend und gelaub nach disem leben daz ewig leben ze besiczend werden, ob ich es verdient han. Amen, amen, amen, amen.