Part 2
*** In dem tal ze Grausen #2 Äyn dorff hyezz Lappenhausen, Was gelegen wunechleich, An holcz und wasser uberreich, Dar inn vil esler pauren 5 Sassen ane truren, Under den ein junger was, Der hiess Bertschi Triefnas, Ein degen säuberleich und stoltz, Sam er gedrait wär aus holtz. 10 An dem feyrtag gieng er umb, Er wär schlecht oder chrumb, Er wär nahent oder verr, Der muost im sprechen junkherr. Was schol man euch nu mer sagen? 15 Also wol chond er sich betragen, Daz die alten und die jungen Frauwen sere nach ym drungen; Doch was einew sunderbar In sinem herczen, daz ist war, 20 Die hiez Mäczli Rürenzumph. ** Sey was von adel lam und krumpf, Ir zen, ir händel sam ein brand, Ir mündel rot sam mersand, Sam ein mäuszagel waz ir zoph, 25 An ir chelen hieng ein chroph, Der ir für den bauch gie. Lieben gesellen, horet, wie Ir rugg was uberschossen! Man hiet ein gloggen daruber gossen. 30 Die füzzli warend dick und bräit, Also daz ir chain wind läid Getuon moht mit vellen, Wolt sey sich widerstellen, Ir wängel rosenleicht sam äschen, 35 Ir prüstel chlein sam smirtäschen; Die augen lauchten sam der nebel, #2b Der âten smacht ir, alz der swebel; So stund ir daz gwändel gstrichen, Sam ir die sel wär enwichen. Sey chond so schon gparen, 5 Sam ob sey wär von drien jaren. *** Welt ir ander lagweis, Über all truog sey den preis, Also daz der Triefnas Mäczleins selten ie vergas, 10 Und ward ir schletheleich also holt, Das er nach ir zuo serten wolt. Do huob sich ein hofieren Mit stechen und tornieren, An einem sonttag daz geschach, 15 Daz man do Bertschin chomen sach Hit zwelf gsellen wol getan Ze Lappenhausen auf den plan, Die ritten also unverdrossen, Sam si der regen hiet begossen. 20 Der erst was unser Triefnas, Ein held recht sam ein giesfas; Des wappen warend gablen zwo In einem mist, der was er fro. Der ander Chuoncz von Stadel hies, 25 Ein helde sam ein waldmies. In seinem schilt gemalet was In grünem veld ein toter has. Der dritte Chunczo waz genant, In allen schanden wol erkant. 30 Er füert für seynew wappen Zwen hulczin chrieshaken. Dem vierden sprach man junkher Troll, Ein cheker sam ein anchenzoll; Daz sein zäichen was ein rechen, 35 Der sich ungern liess zerprechen. Der fünft was Hainczo mit der gaiss, Ein eselmann vnd rittigmäiss, Dem hiet der pharrer wâppen geben #2c Drey nuss an einer weinreben. Der sechste hiet den namen Twerg, Ein hochgeporner auf dem perg, Des wappenrok gemâlet was 5 Mit dreyn fleugen in eim glas. Den sibenden so nenmet man Her Eysengreyn ein snauferman. Er fuort auf seinem drüssel Neun löffel in einer schüssel. 10 Der aht der häist, alz ich es mäin, Graf Burkhart mit dem überpäin, Der liess ym machen seyneu wappen Mit zwain ruoben häiss gepraten. De neunden ich euch tauffen wil, 15 Er häisset Pencza Trinkavil. Daz er do in dem schilte truog, Daz wârend rinder in eim phluog. Der zehend lept nit ane schaden, Er häist her Jächel Grabinsgaden; 20 Der fuort von seiner alten gpürt Vier rindrin chäis auf einer hürd. Des einlften namen sey man gwiss! Der was her Rüfli Lekdenspiss; Er was des torffes mäiger, 25 Seyn wappen warend äyger. Des lesten namen ich enwäiss, Doch cham er auf den selben chräiss Geritten mit eim fuchszagel. Ich wäin, es wär der pauren hagel 30 Her Neythart, trun ein ritter chluog, Der allen törpeln hass truog. Ir chläinet was das aller best, Ein kalb in einem storchennest, Daz fuortens gmaincleich in dem her 35 Durch junkfrawn Mätzen zuht und er. Die helm sam chörbe warent gstricht, Also daz käynr dar inn dersticht; #2d Dar under sach man hangen Ir schilt, daz wârent wannen; Ir geplayt daz was von loden Mit häw und stro wol underschoben. 5 Wolten si die päyn verpinden, Dar zu nâmens paumrinden. Si sâssen ritterleichen Auf saumernsätteln reichen, Auf eseln und auch veltrossen, 10 Es möht ein juden han verdrossen, Mit tächen und auch sekken Sach man si die phert techen. Ufen krücken wârent sper, Si vegten greuleich hin und her 15 Mit irem pheiffer Gunterfay, Der ein beki blies enzway. Si schrien all gemainchleich: Hört, ir herren, arm und reych, Der muot hab heut ze stechen, 20 Schilt und sper ze prechen Durch aller frawen eren, Der schol sich gen uns keren! Do vand man nieman auf dem plan, Der die rekken törst bestan, 25 Also daz her Triefnas, Der sein selbers nie vergas, Sprach zuo den gesellen sein: Und gieng es an daz leben mein, Es muoss halt sein ghofieret, 30 Gestochen und gturnieret. Ist daz uns niemant gtar bestan, So räiten wir enander an. Der rede sin warend si alle fro. Zuo Gunterfay man ruoffet do: 35 Pheyff auf, lieber spilman! Wir wellend dir wol lonan. Gunterfay sein bek erschal, Das man es höret uberal. #3 Die helm seu aufpunden Mit jungem holcz gewunden, Die sper si underschluogend Und in einander fuorend. 5 So herte ward daz reyten, Daz ir enkainr gepaiten Mocht bis daz ym hilfe chäim, Dann her Neythart der gemäin, Den man selten mocht gevellen 10 Mit chrukken und mit dorfgsellen. Seht, do sach man streben Ein und zehen degen Auf der erd und in dem bach, Daz waz ir aller ungemach. 15 Triefnas der vil trostleich man Wider zuo ym selber cham. Er sach, daz er gevallen was Für frawen Mäczen in daz gras, Des schemet er sich über dank. 20 Er sprach: Mir ist daz jar ze lanch, Und wär mir dicz allein geschehen, Man müss vil kumbers an mir sehen. Do cham doch seines vatters chnecht Und half ym auf, daz waz sein recht. 25 In den selben sachen Her Troll begund erwachen Und schreyen: Wâffen, wâffen! Wie hart han ich geschlaffen! Er ward sich in der seyten clagen, 30 Dar umb man in muost häim tragen. Graf Burkhart waz auch niht gar träg, Wie er an dem ruggen läg. Er batt die herren von dem rât Daz man ym hulffi aus dem chât. 35 Chuoczen waz ein stich gemessen In den pauch, daz ym daz essen #3b Zuo der selben stunde Fuor aus seinem munde. Weder singen noch gesagen Mocht er, noch sein smerczen clagen, 5 Dennocht wär im hilff gegeben. Do giengs den andern an daz leben, Den daz wasser in den schlund Güsselt in des baches grund. Die huob man auf, alz gesellen. 10 Waz scholt mans fürbas swellen? Doch hiet der gtwerg getrunken, Daz ym die augen sunchen. Daz muost man ym do büessen. Auf hub man pey den füessen, 15 Daz wasser liess man rinnen Von ym, er cham ze sinnen. Do sprach Pencza Trinkavil: Für wars ich euch daz sagen wil, Türstes mir nie buosse wart 20 Trâwen, wen zuo diser vart. Grabinsgaden was gewäschen Ane laug und ane aschen. Er sprach: Ich han gewunnen. Vor waz ich verprunnen, 25 Vor waz ich derstunken, Dar zuo sein mir die laus ertrunken. Des lobt er got mit fleizz. Do sprach Hainczo mit der gäiss: Dein gewinn der ist ein stro 30 Gen dem mein, des bin ich fro. E ich in den bache chäm, Ich waz häiden ungezäm, Ich waz auch in der keczzer orden, Erst bin ich ze cristan worden. 35 Secht, daz tet dem Chuonczen zorn. Er sprach: Mich duncht, daz wir verlorn Habin mere, dann gewunnen. Wir sein in dem bach grunnen #3c Sam die toten mäuse. Sprecht ir, daz euch die läuse Sein dertrunken, daz ist glogen. Die bruoch ich oft han ab gezogen 5 Und gewäschen in dem bach, Käin laus ich me dertrinken sach. ** Und du, Hainczo mit der gäiss, Deins gewinnes ich enwäiss. Bist du also worden cristan, 10 das ist gescolten und gefisten, Wan nâch der weisen phaffen sag Nieman sich getauffen mag Selber in eim bache Von chäinr lay sache; 15 Es muoss ein underschäidung sein Zwüschem tauffer und auch dein; Dar zuo der tauffer sprechen schol Genantew wörter, die man wol Vindet in der hailigen gschrift; 20 Dennocht ist ez als ein wicht, Hat der tauffer nit den muot Ze tauffen, so er daz tuot. In gottes dienst bist du verdrossen, Dar umb so hâst du wenk vergossen 25 Deins pluotz in seiner minne. Du prinst auch nit mit sinne In dem gäyst, daz sag ich dir, Noch bist ein jud, gelaubes mir! *** Eysengrayn mocht nit enbern 30 Einer red, die höret gern! Siha durch gotz plunder, Ist daz nit ein wunder, Daz Chuoncz da häim uf seinem mist Ist worden ein so guot jurist? 35 Wolt ir euch en wench enthaben, Ein red mag ich für war sagen #3d Ane brief und ane potten, Es mügt wol euch er selber spotten. Die täyding allen misseviel, Ieder schluog sich an den giel, 5 Der schimpz begond seu reuwen. Woy, wie laut sey schreuwen: Nu we min und umbnâmen, Daz wir ie ze samen châmen! Daz wir ie gestochen haben, 10 Des müss wir schand und laster tragen. ** Lechdenspiss der unverzayt Hort die clag, es waz ym layd. Er sprach: Herfür mit schalle, Hört, ir herren alle, 15 Ein red, die ich euch sagen wil! Wir chömend noch zuo guotem spil, Wolt ir volgen miner lere. Wir behalten noch die ere, Ist, daz wir stechen mit dem gast 20 Und bindent uns ind sättel vast. Des rates fröwtens sich gemain, Dem Chuoncz vom Stadel, der alläin Do sprach: Ich wil nit stechen, Lung und leber brechen. 25 Ie mer ich mich so wolt verpinden, Ie e mir wurd von we geswinden. *** Der red si nit vernamen, Auf iren rossen si komen, Mit widen sey sich do verpunden, 30 So si aller beste kunden. Doch mocht der Chuocz beleiben niht, Sein reiten daz waz gar enwicht. Der ärs begond in smerczen, Wie wol ers hiet am hertzen, 35 Also daz nicht mer dann äht Châmend her mit irm gepraht Auf den plan und widern gast. Sey ruoften laut, sey schrewend fast: #4 Her, frömder gesell, wes hâst du muot? Wilt du stechen umb daz guot, Wilt du reiten umb die er, So halt dich her und wart nit mer! 5 Her Neythart ward der rede fro, Wie wol ers nit erzäigti do. Er äntwürt züchtecleich und sprach: Ich wolte haben mein gemach, Den frid so wolt ich suochen, 10 Wolt ir es sein geruochen. Wie wol es sey ein rehter schimph, So wär es doch nit mein gelimph Gen sölhen herren zuo reyten, Die mir ze allen zeiten 15 Ze edel und ze stark seyn. Waren der joch nür einr alläin, Ich getörst in nit bestân, Des schült er mich geniessen lân. Do man die red verhörret, 20 Ir forht die was zerstörret, Künew herczen seu gewunen, Si sprâchend: Höra zuo der nunnen, Waz sey spricht und waz sey säyt, Recht sam ein gfrorner has verzäit. 25 Graf Burkhart für die andern brach Und sunder zuo hern Neythart sprach: Ich wäiss nit, wie dus kochest, Ich sich wol, daz du sochest In dem sattel, so wir vallen. 30 Die schand missvelt uns allen Und tuot uns in dem magen we Dar umb so muost du stechen me. Trun, sprach der gast vil hofeleych, Daz wis gott von hymelreich, 35 Daz ich es han verwegen mich. #4b Waz ich tuon muoss, daz tät ich. Da mit man pheiffet schon, alz e. Helm auf! he, wie laut man schre! Des ward nit lenger do gepitten, 5 Vil drât si auch zesamen ritten So chrefticleichen und so hart, Daz grâf Burchart an der vart Dem rosse auf dem ärs gelag. Hört, waz ich euch mer sag! 10 Do sach man seinen gsellen Her auf der prüche prellen. Erst huob sich jamer angst und not, Die frawen lachten sich ze tot. ** Grâf Burkhart in den sattel kam. 15 Sym so, ir ziegglin, sprach der man. Durch aventewr so seyt er chomen, Aventewr habt er vernomen. *** Do mit so huob er sich von stat. Lechspiss do her fürher trat 20 Mit seiner scharffen angesicht. Er sprach: Ir gast, ir seit ein wicht, Des dunket mich in meinem herczen; Dar umb so muost ir leiden smerczen. Des antwürt ym der frömde man: 25 Mein juncherr, waz han ich getan, Daz ich schol smerczen dulden? Ich pitt euch pey gotts hulden, Last mich reiten meineu vart Durch aller werden frâwen art. 30 Süsser red mocht er engelten. Lechspiss erst huob an ze schelten, Ein langes sper er under schluog Und lieff hin an reht sam ein phluog. Er stach den gast, daz im wol halb 35 Aus dem nest emphiel daz kalb. Des frewtend si sich alle, Si ruoften hoch mit schalle: Ge hain, Üli mit der nasen, #4c Hilf deim weyb der kuo grasen! Lechspiss ruoffet aus dem mund: Da für näm ich nicht hundert phund. Doch muoss ich in noch aber rüren, 5 Er chan mirs trawen nit enphuren. Daz sper so nam er in die hant, Gen dem gast er anhin rant Und traff in pey dem sattelpogen Also ser und ungezogen, 10 Daz in die riemen liessen, Er mocht ir nit geniessen, Vallen muost er in die erde Drey sprang tieff der werde. Secht, do huob sich jamers chlagen. 15 Ir ghort es nie pey ewern tagen, Wie schier ze wäinen waz geraten Ir lachen, daz si vor taten. Dem mäyger mund und nase pluot, Doch ruoft der held aus freyem muot: 20 Hört, ir herren überall, Ir schült nit chlagen meinen val, Er hat mich nit getroffen, Ich han mich selber ab gestochen. Man truog in fuder so zehant, 25 Vil drât so cham her für gerant Eysengrein ein küner degen, Er sprach: Der tiefel müss sein phlegen, Miss ich im nit einen stich, Daz er werd gagent unter sich. 30 Eyn lautes gschray er do an huob: Sym so, ir her verlauffner buob, Wolt ir daz treyben ymer mer, Daz tuot mir zorn und müt mich ser. Her Neythart äntwurt ym aldo: 35 So, min lieber herr, so! Ich lâsses gern beleiben, Welt irs nit fürbas treiben. Ich säit euchs vor, vernemet mich! Was ich tuon muss, daz tät ich. 40 Nit so, sprach her Eysengreyn, Es muoss noch bas getumbelt seyn. #4d Ich muoss dir deinen chübel rüren, Der hanher wolt dich dan enphüren. Die helme sey verpunden Ze den selben stunden, 5 Eysengrein begräiff daz sper. Über in herr, so, über in herr! Die andern alle schrewen vast, So häiss in waz auff disen gast, Do mit sey zu zemen wolten seyn. 10 Der esel unter Eysengreyn Schreyn und fliehen do began Alse schänczleich hin und dan, Daz er wenich do gestechen Mocht, noch seynen schaden rechen. 15 Daz sper gie auf die erde. Do ruoft der degen werde: Hilffa, herr, und hilffa schier! Ich wil verderben auf dem tier. Do cham ein müllner noch glauffen. 20 Herr, wolt ir daz tier verchauffen? Zehen schilling an ein phunt Gib ich euch ze diser stund. Des äntwurt ym der wolgetan: Häiss nür den esel stille stan 25 Und hab den sattel sampt mit im! Nim hin, lieber müllner min! Hagen ward gevangen Mit des müllners zangen, Die andern ranten all her nach, 30 Zuo dem esel waz in gach. ** Si schrien laut: Es ist enwicht, Verpint dem esel sein gesiht, So mag er lauffen drichcz hinan. *** Secht, daz waz so schier getan. 35 Hagen stuond verpunden Sam in die wolf geschunden Hieten, also draft er her Röschleich gen her Neythartz sper. Do ward vil ritterleich gestochen, 40 Schilt und sper ân zal zerprochen. Der gast mocht nit lenger payten, Er stiess den esel in die seyten Daz er also schiere #5 Streket ällew viere. Eysengrein dar unter glag. Seht, do huob sich new clag Umb den edeln herren, 5 Der sich so schon chond weren. ** Eysengreyn was unverzäit, Er sprach: Mir tuot daz clagen läid. Syha durch einr merhen fist, Ob mein phärt gevallen ist. 10 Waz schulden schol ich dar um tragen? Wer mag sich an den hymel haben? *** Ich han verwüst die rehten hand, Daz tuot mir wirser, dann die schand. Da mit so was die red ergangen. 15 Eysengreyn sich huob von dannen, So er aller röschest kond. ** Triefnas rügen sich begond, Die nasen ward er rimphen, Daz feur im aus den augen glast, 20 Aus seinem maul der gäifer prast. Jo, wie zittert er von zorn! Sein varw hiet er so gar verlorn, Stamblent ward sein räisseu zung. *** Waz man saget oder sung, 25 Dem gast wolt er do nit vertragen, Er wolt in nür für toten haben. Do huob er an ze lurggen do: So, du du du hürrensun, so, Des ha ha hab du dich verwegen, 30 Du ma ma macht nit mer geleben. Her Neythart waz ein cristan man, Dar umb so ruoft er Bertschin an: Min he he herr, duorch unsern got, Lâst mi mi mich vor meinem tot 35 Ze re re reuwe chomen! Daz mocht in layder nicht gefromen. Bertschin tet der spot we. Er sprach: Nu chla la laff nit me! Wie drat er seinen helm auf band! 40 Daz sper er vasset in die hant, Eylen wolt er gen dem man Und in der herberg rayten an, Do stiess sichs phert, ich wäiss nit wie, #5b Über ein ärws, daz ym die chnie Zuo der erden sunken, Sam es nit hiet getrunken. Triefnas über und über viel 5 Also hart auf seinen giel, Daz er wainet und auch gräin. Er fluochet allen frawen rain: Ir gunten, koczen, bösen breken, Daz euch der ubel tot müss streken 10 Um die marter, die ich duld Nit anders dann umb ewer huld. War zuo habt es mich nuo pracht? Her widerumb er do gedacht An frawn Mäczleins wirdichayt, 15 Vil drât er swäig, ez waz im layt, Ein anders gsanch do huob er an: So sey ich nit ein biderman, Frâwen gnad wil ich derwerben Scholt ich vierstund dar uber sterben. 20 Uber sich so ward er sehen Und schrein: Mir ist nit recht geschehen, Helft mir in den sattel wider! Und stech ich in dann nit da nider, So sprecht, daz ich ein esel sey. 25 Also châmen ir wol drey Und hulffen do dem chünen man, Daz er auf die merhen cham. Waz er vor gepunden ser, Si punden in noch dreistund mer. 30 Den peyffer hiess man aber dönen. Haltab, haltab, wurdens hönen. Die sper si under drukten, ** Ir ruggen sey do smukten Hinter die schilt vil werleich 35 *** Und ranten also erleich, Daz zwo ofenchruken Vielend hin ze stuken, Des muost der ofner do engelten. Fluochend ward er und auch schelten 40 Umb seyn chruken bäyde. Bertschi jach: Hab dir nit laide! Ich wil dir geben häw und stro, Pring mir ander chruken zwo! Daz waz so schier geschehen. #5c Triefnas sprach: Nu schol man sehen, Ob ich frawen dienen chan. Den gast so rant er wider an, Herrn Neytharten des do verdross, 5 Er gab dem minner einen stoss, Daz man in selten mer hiet funden. Do waz er also stark gepunden, Daz er mit käinir geparde Mocht chümen von dem phärde. 10 Daz cham alz zuo seinen schanden, Hangend ward er in den panden Der merhen auf die hüfe, Ob ich es rechte brüfe, Ze hart ym an der selben vart 15 Gestrigelt ward sein har und bart, Und wär man ym ze hilf nit chomen, Daz schläpfen hiet im sel benomen, Doch ward ym von we geswinden. Secht, do ward er erst enphinden, 20 Daz Chuoncz ym vor gesaget hiet, Do er ze lesten von ym schied. Die frawen schreuwen, daz es clanch: Helm ab, helm ab! waz ir gesanch. Daz pheiffen was vil gar gelegen. 25 Wes scholten do die andern phlegen? Daz muogt es äigenleichen wissen. Sey heten sich vil nach beschissen Von rechter forcht, die si do hieten. Si wolten sich des schimphes nieten. 30 Dennocht sprach her Lechspiss: Des lebens seyn wir noch gewiss Und möchtin dar zuo er bejagen, Hietin wir den gast erschlagen. Unser sind noch vier beliben. 35 Schölten wir nit eim gesigen, So wär doch ubel, daz wir ässin Oder zuo Lappenhausen sässin. Dar umb so schüllen wir nu reyten Mit ein ander und nit payten 40 Auf den schalk mit plossen swerten Und in von ein ander serten. #5d Do sprach Jächel Grabinsgaden: Des rat was selten ie an schaden, Dar umb ich dir nit volgen wil. Des frewt sich Pencza Trinkavil. 5 Jo, sprach Heinczo mit der gäiss: Er achtet unsz nit einen schäiss. Mich dunkt, er sey ein fuchs wild, Den zagel fürt er an dem schilt. Der täidinch waz so vil beschehen, 10 Daz sich her Neythart ward versehen, Si gtörsten nit mer stechen, Die forht wolt er in brechen Und auch geben künen sin. Fliehent macht er sich do hin. 15 Secht do huob sich söleich jagen, Man chönd euchs nimmer gar gesagen, Und ein schreyen nach dem gast, Man hört es uber drey rast. Ze eylen waz in also not, 20 Daz sich ir zwen ervielen ztot. Do daz die andern sahen, Si liessen von irm gahen. Die sünd die ward seu reuwen, Si ruoften nach mit treuwen: 25 Lieber herr von frömden landen, Behütend uns vor bosen schanden, Vergebt uns unser bosshait! Sey reuwt uns ser und ist uns läid, Wen wir nu trun enphinden wol, 30 Ir seyt des heiligen gaistes vol. Des ward der gast von herzen fro, Gen in so cheret er sich do Und sprach mit senftem herczen: Got büs euch allen smerczen 35 Und vergeb euch ewer sünde, ** Doch für wars ich euch daz künde Nach der häiligen geschrifte sag, Die sund ich nit vergeben mag Ane reuw und peicht und puoss, 40 Die der sunder tuon muoss Gänczleich ane falschechäit Daz sey euch von mir gesäit. #6 *** Erst do vieng sich an ein reuwen, Sy worden iren herczen pleuwen Also ser, daz in daz bluot Ze mund und nasen aus schluog. 5 Ir wäinen daz was gross. Hainczo gab ym einen stoss, Daz er zuo der erden sanch. Von rehter andacht ward er chrank. Lechspiss der sach auf zuo got, 10 Es waz ym chomen aus dem spot, Er ruoffet laut mit ganczer macht: Hergot gib mir sinn und chraft, Daz ich meiner sunden ledig werde Und so nit var von diser erde, 15 Sam Pencz und Jächel sind verschaiden Alz lästerleich auf diser häyden. Dar nach er gen dem ritter gie Und näygt sich nider auf die chnie Also treuleich in den plan, 20 Er mocht die pain zerprosten han. Auf ruoft er: Mein lieber herr, Hört mein sünd durch Marien er Und gebt mir auch der buoss genuog! Ich han gesündet ane fuog. 25 Her Neythart in dem grünen gras Den pauren do ze peychte sas, Ein crucz er machet über sey Und sprach: Got schaff euch sorgen frey! Gen Lechspiss er sich keret do 30 Und sprach: Durch got, der haw und stro Geschaffen hat, und durch den gäist, Sag mir alles, daz du wäist! Also huob mein Leckspiss an Und sprach: Ich pin ein schuldig man 35 Und han gesündet aus der mass Wider euch auf diser strass. Noch gedenk ich, sam er sprach, Einer sünd, die gester gschach, Die ist läider also gros, 40 Daz ich mich an der zungen stoss #6b Und wäiss nit, ob ichs sagen schol; Doch getraw ich euch so wol, Daz irs nit fürbas pringet, Daz mich mein andacht zwinget, 5 Euch ze sagen an gotes stat. Wie erstleichen er in des patt, Her Neythart sprach vil taugen: Du scholt mir daz gelauben, Daz mir war von herczen läit, 10 Scholt ich meine phaffhäit Mit deiner peychte so verliesen. E wolt ich den tot herkiesen. Sag mir freyleich deine sünd, Wilt du werden gottes fründ. 15 Lechspiss zuo seinr peychte cham, Doch zittert er vor sünden scham Und sprach: So wil ichs sagen Und wil dar an nit verzagen. Herr, mein weib, nu we, nu we, 20 Ich gtar euch nit gesagen me. Es ist ein so grösseu sünd, Daz ichs euch nit gerne künd. Der peychter aber gen ym sprach: Got nem dir alles ungemach, 25 Lieber sün! Du fürcht dir nicht! So werd ich heüt ein böswicht, Sag ich ieman deynen sin, So ich alters aünig pin. Lechspiss daz nit recht vernam, 30 Dar umb so huob er wider an: Herr, mein weib ist nit gar lanch, Dar um so nam sey einen banch, Mit iren paynen sey dar auf stäig, Ein stuch sey ab dem bachen snäyd. 35 Do ich des nu innen wart, Geschlichen kam ich an die vart Und zucht den stuol so schon von stat, Daz sey reht an dem ruggen glag. Daz gwändel huob ich ir do auf 40 Und chust sey dreistund in den bauch. Her Neythart smieren do began, Er sprach: Sim, phü dich, böser man! #6c Wes hast du wütreich dich gezigen? Sel und leib so gar verstigen? Deiner sünd der ist also vil, Daz ich dich nit enledigen wil, 5 Noch enkan dir bessers sagen, Du muost dich zuo dem bischolf draben. ** Daz sagt er ym nit ane sach Her Neythart do der gumppelphaff, Der ym gedâcht in seinem muot: 10 Böser schimph ward nie guot, Mit der sel ist nit ze scherczen, Ich wäiss daz wol in meinem herczen Nach der wäisen lere sag, Daz ich in nit gelösen mag 15 Noch gepinden gäistechleich, So mag er auch nit sicherleich Seyneu sünd eim läyen sagen, So er priester mag gehaben. *** Lechspiss macht sich dannen. 20 Do cham do her gegangen Heinczo der vil reuwig man, Seineu peycht die huob er an Und sprach: Mein herr, helft mier aus not! Ich han gesundet in den tot, 25 Ich hab auch gottes huld verlorn. So we mir, daz ich ie geporn Ward hie auf diser erde. Do sprach der Neythart werde: ** Sym, sün, du scholt nit so verzagen. 30 Ich wil daz für wâr sagen Gottes herbarmherczichchait Ist so michel und so bräit, Daz nie chain sünd so grosse wart, Si wurd vergeben an der vart, 35 Wolcz den menschen ruwen Von grunt mit ganczen treuwen. *** Da mit so huob mein Heinczo an Und saget, waz er hiet getan. Er sprach: Mein herr, es ist ein schand; 40 Gestern fuor ich über land Bis daz ich cham zu einem bach, #6d Do huob sich läid und ungemach. Aufzeschlauffen mich verdross Und durch ze watten also bloss, So wolt ich auch nit wider keren 5 Und mein gelt umb süst verzeren. Secht do vand ich dört ein kuo, Die fuort ich bey den orn hin zuo, Ich stäig auf sey und räyt hin an, Bis daz ich durch daz wasser cham. 10 Ir fäyger keczer, sprach der ritter, Daz euch der übel tod der bitter Nemen müss, ir böser man! Ir möcht nit wirser han getan. Ich sag dirs nit aus einem trauwm, 15 Du muost dich machen hin gen Rom Mit henden und mit füessen, Wilt du dein sünde büssen. Also macht sich Häincz do hin Gen Rom, daz waz sein ungewin. 20 Lechspiss hincz zum bischolff trat, Daz ward ym in dem sekel schad. Neythart gab in seinen segen. Ewer müss der tiefel phlegen, Got geb euch payden smerczen, 25 Sprach er in dem herczen. Do mit so stuond er von der peycht, Sam ein pruoder ungewäicht. Mit dem so kam da her geritten Triefnas schon auf einem schlitten. 30 Den gast besorgt er vast und ser. Er sprach: Mein lieber juncherr, Hab ich wider euch getan, Daz schölt ir mir nu faren lân Durch den uberreichen got 35 Und râten mir an allen spot, Ob ich schüll hofieren Furbas mit turnieren, Mit sagen und mit singen Und auch mit andern dingen. 40 ** Darzuo sprach her Neythart: Mich dunkt, du säyst von hoher art #7 Ein degen chün mit deinem leib. Ist, daz du nemen wilt ein weib Zuo der e, ich dir daz chünd, Du macht ir dienen ane sünd, 5 *** Und dar zuo wil ich helffen dir Zuo dem besten, glaub es mir! Dar zuo wil ich dir vergeben Alz, daz du pey deinem leben Hâst begangen wider mich. 10 Dar umb, du freyer held, vergich, Waz dunket dich in deinem muot Wol getan umb er und um guot? Des dankt ym Bertschi so zehant. So wol, daz ich euch ie derchant, 15 Sprach er zuo dem Neythart Und swuor ym auf sein lesten vart, Daz er Mäczen näm zun eren, Scholt er joch de bruoch verzeren. Da mit so wurdens jausen 20 Hin wider zLappenhausen, Sam ein bleiens fögelleyn, Und châmend zuo den gsellen sein, Der wârend dännoch sechs beliben. Bertschi sprach: Ich sey gestigen, 25 Es müss noch sein gehofieret Und ritterleich geturnieret Durch deu lieben Mäczen mein. Ir kayner wolt der zag sein, Si sprachen alle: Nu hin, daz sey! 30 Do mit so huob sich ein geschray Turnierens trun wir müssen kosten, Scholtin wir joch all zerchnosten. Wistin wirs nur an ze keren! Her Neythart sprach: Ich wil euch leren 35 Eygenleich mit ganzer treuw. In dem spil pin ich nit new. Des benügtend sie sich alle Und schrewen auf mit schalle: Got hât uns seinen engel gsant, 40 Einen man von fremdem land Dar zuo so sein wier ghäilet. #7b Vil schier si wurden getäylet Nâch her Neytharts reden In zwäy täil gar eben. In dem ersten täile waz 5 Er und Bertschi Triefnas, Burkhart mit dem überpäyn Und der wütend Eysengrayn. In dem andern was der twerg Chuoncz vom Stadel der vil werd, 10 Chnocz und Troll die herren. Für wârs möcht ich des sweren, Daz chäin turner nie so schier Gtäilt wart sam die vier und vier. ** Her Neythart huob an ze sprechen: 15 Der turner und daz stechen Sind nit erdâcht um daz allain, Daz man hofierr den frawen räyn, Sey sein auch dar zuo jo gemacht, Daz man da mit die ritterschafft 20 Erzäig und dar zuo lerne. Dar umb so schült ir gerne Üben euch in sölhen dingen, Daz euch destofter werd gelingen In ernst und auch in streitten. 25 Stechen lert uns reyten Creftichcleichen mit dem sper. Dar zuo so hilf der turner Daz swert vil ritterleichen füren, Fleisch und päyn und eysen rüren. 30 *** Si sprachen all: Gelobt sey Crist Und alles, daz ym hymel ist! Tuon wil wellen, waz wir schullen Und ewer gpott mit ernst herfüllen. ** Her Neythart aber redet do: 35 Ewer eren pin ich fro, Dar umb wir schüllen wellen Zwey unter uns gesellen Von part und widerparte Zuo zaumern an der varte, 40 Die habend anders nit ze schaffen, Dan hin und her im turner gaffen, Ob si vinden unter allen, #7c Die man schlahen sol mit schallen. Die selben schullen sie ziehen Pay dem zaum, daz si nit fliehen Mügen so geswinde, 5 Bis daz daz ander gsinde Der ir geschellschaft chäm hernach Und in umb und umbe fâch Und dar zuo schlahi, doch nit hert, Oder schüphi von dem phert; 10 Und ist, daz si in vellen, So schol er dar so zellen Phenning vier und nit der bösen, Wil er seinen esel lösen. Die red geviel in allen wol, 15 Doch ruoften si, mit we man schol Die gezäumpten gsellen treffen, Mit schlagen und mit stechen. Des antwürt in her Neythart so: Mit pengeln gstriket aus dem stro. 20 Si ruoften laut: Wie guot, wie guot! Dis stro uns chlainen schaden tuot. * Da mit so wurden aus herwelt *** Chnocz und Burkhart, und gezelt Für ir zäumer also gemäyn. 25 Yeder täil macht sich allain Zu eim winkel also drât Und wurden unter in ze rât, Uber welh der turner gieng. Do mit her Burkhart an vieng 30 Und sprach: Enkäinr ist schlahens werd, Denn der hürrensun der twerg, Der den ärs wüscht an daz phayt. Daz schol uns allen wesen läid. Daz dunket Bertschin nit gar guot. 35 Er sprach: Mich dunkt in meinem muot, Daz wir schüllen streichen Chunczen haut die weichen, Wan er in der kyrchen stanch Über aller unserr danch. 40 Eysengräin hin wider säyt: Daz wär mir umb den Chuonczen läid. #7d Ist nit waiger, daz wir Trollen Schllahin uber seinen schollen, Der die leut und lande läicht Und dar zuo in daz pette säicht? 5 Des selben râtes wârens fro Und sprachen all: Dem sey also! Chnocz im andern winkel sprach: Went ir hörren, was geschach? Es ist geleich, sam ich es sag, 10 Das an einem sunnentag Eysengrein den seinen stall Mistet, daz es uber all Smecht in der gassen. Dar umb man scholl in vassen 15 Pay dem hâr und pey dem part, Daz ym sein misten chüm ze hart. Daz mocht dem twergen nit behagen. Er sprach: Ein anders wil ich sagen, Des ich so mich nu han bedacht. 20 Der gast der hat uns hie zuo pracht. Dem gast dem schüllen wir gelten Mit schlahen und mit schelten. Do daz der Troll erhörret, Die red waz gar zerstörret. 25 Er sprach: Her twerg, ir seit nit werd, Daz ir habt erd und tal und perg. Wist ir nit, waz überlast Wir haben glitten von dem gast Nur von unsern schulden? 30 Nu sein wier chomen zhulden; Scholten wir nu daz verscheissen? E wolt ich dirs hâr zerreissen. Der rede ward den twerg verdriessen. Er sprach: Du chanst wol pölcz schiessen, 35 So werd ich heut erstochen. Die schand muoss sein gerochen. Do mit si in die messer griffen, Die warend neulech wol geschliffen. Chuoncz der schre: Drucz, morder, drucz! 40 Iedem gab er einen smucz Und schied si von einander bäid. Er sprach: Mir ist dicz ding läid; #8 Wolt ir treiben disen täil, ** Daz macht uns allen unhäil. Wir muossen uns zunanner haben, Wollen wir die er bejagen. 5 *** Da mit so was ein frid geschehen. Cuonczo der ward furbas jehen: Mich dunkt in meinem sinne, Der schimp chöm von der minne. Den minner, daz ist Triefnas, 10 Schüllen wir bezalen bas. Dar zuo so hab ich funden, Daz Bertschi hat geschunden Ein kaczen mit der tenggen hand, Daz ist ein laster und ein schand. 15 Des selben râtes wârens fro Und schreuwen all: Dem sey also! Aus den winkeln sey do drungen Und santend bäidenthalben einen jungen, Daz er scholt die gloggen leuten, 20 Die den turner wurd beteuten. Secht, daz was so schier geschehen! We was fröden hiet man gsehen Mit singen und mit swaczen Unter den torffmäczen! 25 Dar zuo ward geschaffen, Daz man auch scholte machen Einen zaun all umb den plan. Daz waz jo also schier getân Und dar auf scholt man prügi legen 30 Durch der schönen frawen wegen, Die den turner scholten sehen. Daz waz also schier geschehen An den selben stunden. Die rekken sich verpunden, 35 Ein halbe chuo si frâssen Und auf die esel sassen Mit den kolben von dem stro. Doch waz her Neythartz nit also, Ich wil euch des beweisen, 40 Sein knüttel waz von eysen, Mit stro wol übermachet, Won er vil läides schaffet #8b Taugenleichen mit gelimph Allen gesellen in dem schimph. In den plan seu ritten do Nach irem alten sitten so 5 Mit Gunterfäyn dem pheyffer, Dem der pauch waz selten lär Von ruoben und von gersten. Also rant des ersten Bertschi in dem ringe umb. 10 Heya he, wie gsunt, wie jung Bin ich an dem herczen mein! Daz was do das jauchczen sein. Wie ritterleichen kond er reyten Mit den sporen zpayden seyten! 15 Den kolben wand er umb daz haubt. Er ist ein narr, der mir daz glaubt. Dar nâch secht, der fröleich man Macht sich an sein art hin dan Zuo den seinen gsellen. 20 Cer ander täyl sich zstellen Trachtet an daz ander art. Hie mit sprach der gast: Daz wart Zuo den chäphern von dem gäw, Die warent beschläyt von stro und häw. 25 Hört, ir herren dfiessen, Die portten schült ir schliessen Die abgeworffnen heft in dan! Das stet enk wol und ghört euch an. Der turner ward herhaben, 30 Schrenkpäum zuo geschlagen, Seu ritten in enander, Recht sam die säw von Flander, Des tämers des ward gnuog und vil In der gmäin bis an daz zil, 35 Daz her Burchart Trollen vand Und in zaümpt mit seiner hand. Er sprach: Du muost dich mit mir traben Und von ärs auff werden geschlagen. Do mit so sach man Chnoczen 40 Gen Triefnasen hoczen. Er sprach: Nu gib dich zgfangen! Es ist umb dich dergangen. Ein flieher bist du vor gesin, Dar umb so muost du leiden peyn. #8c Man fuort ein hin, den andern her Besunder in dem turner. Ieder viel in sattelpogen, Er wär anders ab gezogen 5 Und huob sich also vast, Daz ym des atens gprast, Die päyn die schlugens untnan zemen, Daz man die ross nit kond genemen, Doch ward mans pengeln mit dem stro, 10 Daz die frawen schrien do Von grundauf gar ze vollen: Retta Bertschin und auch Trollen! Daz hört her Troll, es gie ym zherczen, Gen dem ritter ward er ferczen 15 Und sprach: Daz sey dem gast geschankt! Des ward ym ie so schier gedankt. Her Neythart pand ym ab die hauben Und craczt, daz yms pluot von augen Schreyt, und mass im einen schlag, 20 Daz er do unterm esel gelag. Do mit waz er entrunnen Und auch sein Hagen gwunnen. Her Burkhart sprach: Nu schullen wir Bertschin retten: volgend mir! 25 Daz ist pilleich, sprachen sey. Zuo Bertschin vegtens alle drey. Do nu Triefnas hiet vernomen, Daz sein gesellen wären chomen, Starks gemüt er do gewan 30 Und huob auch sein gespötte an. Er sprach: Ich sicz so sanft und wol, Daz mich joch nieman retten schol. Pringt mir chäs und dar zu prot! Ich pins nahent hungers tot. 35 Daz prot man im vil schiere gab. Triefnas peyss ein stukke ab Und trukt es genczleich in den schlunt. Wie laut er schre: Wie guot, wie gsunt! Neythart lachen do began 40 Chnoczen räyt er hintnan an Und hub in auf von seinem phert, Er warff in nider in die erd. Die chäpfer namen in hin dan, Die merhen muost er varen lan. #8d Do daz Eysengreyn dersach, Es tet ym läid und ungemach, Er hiet es zstet gerochen gern, Do muost er sein von forht enbern. 5 Der twerg hiet sich der er verwegen, Er sprach: Sein muoss der tiefel phlegen! Mit Bertschin zfechten ist enwicht, Er hât gefressen und wir nicht. Da mit so waz der turner aus, 10 Den lüller hiess man trüllen auf. Do ruoffet Geri mit dem kruog: Nuwe ist sein yecz genuog. ** Des antwürt ir der pharrer do: Sim so, du hürrrsun, so, du so! 15 Winst, es seygin hodenschleg? Daz dein der übel tiefel phleg! *** Geri gswaig, doch sprach der gast: Noch schüllen wir uns streken vast Und in enander reyten 20 Mit schlahen zallen seyten. Daz häist der nachturner. Secht, do wurdens gasslent her Und rumplen unter enander Sam wildeu swein von Flandern. 25 Dicz dinch verzoch sich also lanch, Bis ein nebel und ein tamph Von leuten und von phärden Sich huob von den gepärden, Also daz yeso ze hant 30 Nieman do den endern bkant. Erst wir mügen spüren, Ob sich her Neythart rüren Chönd unter den gesellen Mit schlahen und mit fellen. 35 Es gescach ze stunden, Daz man da hiete funden Fünf turnierer wol getan Gestreket nider in den plan Und dar zuo gstossen und gschlagen. 40 Man hiez in chörben fuder gtragen, Daz schuoff her Neythartz pengellein, Daz da so fro win scholta sein. Dicz chond er dannocht teken Vil sanft ward er sich streken #9 Nider zuo den gesellen seyn Und schier: Nuwe der lunggen mein, Die in mir zerschlagen ist! Des muos ich ligen in dem mist. 5 Do daz die alten sahen, Gemäinchleich seu des jahen, ** Daz si pey iren zeiten So pöschleich nie gestreiten Sahen, sam da was geschehen, 10 Scholt mans für ein ernst ersehen; Wolt mans aber zellen Für einen schimph daz vellen, So sprachens, daz seu nie chäin schimph Gesahen mit dem ungelimph. 15 Die gsellen wurden hin getragen. *** Ein ander turner ward sich haben Zwüschen eseln und den rossen, Die wurden gumpend und auch poszen So ser, daz niemand gtorst genâhen, 20 Die esel und die merhen zvahen. Do schluog des Trollen Hagen Bertschins rüssin in den magen, Daz sey älleu vieri Strechet also schieri. 25 Neythartz phart schluog hyntna auf Eim esel zend und zungen aus, Da mit er yeso tod gelag. Daz waz niemand also schad, Sam dem müllner von der wisen, 30 Der Hagen hiet von im gelihen, Und auch Chuonczen weib der Jutzen, Die von lachen und von chutzen Obnen ab der prügi viel Also hart auf iren gyel, 35 Daz ir die sel nit bleiben wolt Und fuor do hin, daz faren scholt. Dar um so ward ein gescray derhaben. Hört, ir tohtern und ir chnaben, Yederman far in sein haus! 40 Dem schimph dem ist der poden aus. Do mit so ward zerhauwen #9b Der zaun, vil e dann gepawen, Schrenkpäyn nider gschlagen Und hin und herr vertragen. Do dicz so was ergangen, 5 Die werlt sich macht von dannen, Ein täil so mit dem toten weib, Daz da verlor den seinen leib; Daz ward man so ze hand begraben, Daz was dem pharrer an schaden. 10 Der ander täil der muosset ziehen Den esel, der nit mocht gefliehen, Und in emphelhen do den raben; Daz was den wolfen ane schaden. Der leste täil, daz muoss ich jehen, 15 Gie da hin die recken sehen, Die so sere warent geschlagen, Dem wundarzet ane schaden. Doch mocht her Neythart nit geniesen Noch Bertschins des vil raine süssen. 20 Die warint also schier genesen, Sam in nie wär we gwesen, Wan her Neythart kond sein schonen, Dar umb wolt er chäym arczet lonen, So hiet der minner hohen muot, 25 Daz was ym zuo den wunden guot, Er hiet gesprungen und getanczet, Dar zuo gsungen und geswanczet, Do mocht ym niempt den haber tragen. Der gast der hiet sich hin getraben. 30 Wie chond man Trollen läid zerstören? Weder gsehen noch gehören Mocht er, noch sein smerczen chlagen, Also hart waz er geschlagen. Chuonczen waz ein straich gemessen, 35 Daz er tanczens hiet vergessen, Dar zuo waz ims weibe tod, Daz pracht ym jamer und auch not. Wär dem twergen bas gelungen, Wie gern er hiet mit Bertschin gsprungen! 40 Do mohten in die füss nit tragen, Also hart was er geschlagen. Do sprach junkherr Eysengreyn Und die andern gesellen seyn: #9c Swanczens chan uns nit behagen, Also hart sein wir geschlagen, Und ob joch des nu nicht emwär, So macht uns doch daz wachen swär, 5 So wir des morgens scholten eren, Tröschen, sneyden, mäyn und perren. Er müss dertrinken in dem kat, Der uns hier zuo ie gepraht! Dennocht Purkhart hiet gesungen 10 Rayns gesanch in süzzer zungen, Do moht ers nit an herczen haben, Also ser waz er geschlagen. Hie mit muost der Triefnas Aünich bleyben, daz ist das, 15 Doch wolt er nit er lassen ab, Und dient frawn Mäczen nacht und tag Mit sinnen und gedenken, Von ir mocht er nicht wenken. Des nahtes gie er alweg aus 20 Und schläich hin zuo irs vattern haus, Den läym den räyss er von der maur Und peyss dar in, es waz nicht saur. Fegend ward er her und hin, Zuom türlein eyn stund ym der sin. 25 Weil und zit was ym ze lanch, Wie oft so huob er an und sanch: Ich wil nach dir verderben, Mäczli mein, nach dir so wil ich sterben. Da mit so schiegt er hin zum laden, 30 Ob ers gesehen da möcht haben. Do vand er nit, daz tet ym zorn, Also was sein gesanch verlorn. Daz träib er oft und dar zuo dik, Es half in läider nicht ein stik. 35 Des chroch er zuo des pheyffers haus Und sprach: Mein lieber gesell, ste auf Und hilf mir heynt mit deiner chunst! Ich arbäit in der minne prunst. Gunterfay der snarchelt ser, 40 Ym traumpts, er fischet in dem mer. Waz scholt der helde sprechen? Der hals waz ym derlechen. #9d Ungpitig waz mein Triefnas, Er ward dem spilman ruoffent bas Und in die haustür possen Mit swäin stainen grossen, 5 Mit einem steken chlocht er an Und sprach: Ste auf, biderman! In den selben sachen Der spilman begond derwachen Und wüst auf, sam ein wilder has. 10 Was ist dicz und was ist das? Ward er rüffend do ze stet; Sein weib daz warff er ab dem pett, Er wand, sey hiet diss alz getan. Ir teuscherin, so sprach der man, 15 Wes siertst mich heint die langen nacht? Bertschi hiet do schier gelacht, Do martret in der minne gluot So ser, daz ym die nas pluot. Do daz verran, do schluog er an, 20 Er gie hin dan und ruoft dem man: Ste auf durch den reichen got Und ge mit mir, des ist mir not. Gunterfay was zornes vol, Dar zuo hiet er getrunken wol, 25 Er schre: Ge fuder, merhen sun, Un chlok nit me! Daz ist dein frum. Bertschin det daz schelten we Und daz düczen dannocht me. ** Er gedocht, ich sey ein wicht, 30 Und betörft ich dein so nicht, Ich zerschlüg dir kalb und kuo Und deinen ruggen auch dar zuo. Nu muoss ich singen, wie du wilt. Doch kumpt ein tag, daz ich dirs gilt. 35 *** Süsse red die huob er an. Zürn nicht, lieber spilman! Ich pins, Triefnas; ge mit mir! Siben haller gib ich dir. Do dis erhörret Gunterfay, 40 Do huob er an ein anders gschräy. Ja, mein lieber herr, seyt irs? Ich bkant euch nicht, vergebt mirs! Also stuond er auf aldo, #10 Die augen wüscht er mit dem stro, Er suocht die pruoch, sey was verlorn, Doch hiet er ir noch wol enborn, Wär der sekel nicht ze den stunden 5 An die selben pruoch gepunden, Des mocht er do nicht an gesein, Daz gelt wolt er do legen drein. Dicz suochen truwen ward so lanch, Daz Bertschi dristund auf spranch 10 Von rehtem zorn, den er gewan. Chümpst nicht? ruoft er zu dem man. Ja, sprach diser, so geswind, Ist daz ich die bruoch vind. Des sprach Triefnas do vil drat: 15 Chüm, la sten daz niderwat! Ich gib dir phenning und die täschen, Ich schenk dir pier mit sampter fläschen. Wer waz fro, dann Gunterfäy? Er acht der pruoch nicht umb ein äy 20 Und cham her aus gestoben, Gerumpelt und geflogen Mit seinem bekkin, daz waz new. Bertschi sprach: Nu plew und plew Und lass uns heynt hofieren! 25 Ich zel dir dar mit vieren, Uber al daz bekk erschal, Daz es erchnal in perg und tal. Seu chomen hin zuo Meczleins haus, Die pot den ärs zum fenster aus. 30 Do sprach Bertschi yeso zhant: So wol mir, daz ich ie derchant Deinen amblik wol gestalt! Halt her, liebes Maczeli, halt! Des ward den andern allen 35 Daz tämer missevallen, Seu hietin gerner gschlaffen, Zuo Gunterfäyn si sprachen: Wes schläist uns heint mit deinem pheyffen? Wilt, daz wir dir dhant derstrichen? 40 Des antwurt in der Schollentrit: Lieben Herren, zürnet nicht! #10b Mich dunkt, er hab ins pad gschlagen, Wier schüllen uns da hin dertraben. Schollentritten glaubt man do, Yederman der ward so fro, 5 Daz er also zsteite Sich huob von seinem beite, Wen seu pey allen iren tagen Häiss pad chonden nie gehaben. Gunterfayn dem lieffens nâch, 10 Do waz er gflohen also gâch Hin mit Bertschin sam ein fiess, Daz er sich nicht do vinden liess, Des müsten sey engelten. Ward in dhayn bad ie selten, 15 Daz mocht in dannocht selczner sein, Da mit seu chertens wider eyn. Triefnas der was fröden vol, In daucht er hiets gschaffet wol. Wie oft so ward mein narrel jehen: 20 Sym, so mir ein surt, ich han sey gsehen. Sein akergen waz gar da hin, Gen Mäczellein stund ym der sin. Der andern nacht so gie er aus Und chriemelt in irs vattern haus. 25 Er macht sich in den chuostal Also leis, daz ez nicht hal, Hinderd tür er sich verparg, Bis daz Mäczli melchend ward. Er cham her für and sprach: Nu sweig, 30 Liebes lieb! Minn dir nit läid! Ich pins, Bertschi; ghab dich wol! Ich mach dich aller fröden vol. Mäczli do so hart dercham, Daz sey Bertschin nit vernam 35 Und huob an zgreinen und auch gräyn. Näyna, Mäczli, näyna, näyn! Bertschi sprach, er was nicht faul, Die hand schluog er ir für daz maul, Ein zabeln huob sich und ein bossen, 40 Daz die milch ward umb gestossen. Daz gie der kuo ze herczen, Die hürner ward sie sterczen Lüyen und auch rauschen #10c Einmitten durch den hauffen. Sey craczt, er rauft, die kuo die stach, Daz wunder nie chain man gesach. In dem selben streben 5 Die kuo ward messen eben Bertschin über seinen dank Zwen stich in einem swank, Der möht er wenich sein genesen, Wär sein dikker schop nicht gwesen. 10 Triefnas ward aldo vertriben, Mäczleins maul damit entliben, Dar umb sey rüffet und auch schre: Hie deup, hie deup, he he he he! Do man derhort fron Mäczen gschray, 15 Alleu gnad die was enzwäy; Der do wâpen haben macht, Der wappet sich hincz zmitter nacht. Erst do chammens her geflogen Mit iren swerten aus gezogen 20 Und schreuwen alle: Was ist dicz? Sag uns, Friczo, durch poks swicz! Friczo sprach: In einem stal Ein deup ist gewesen über al. Welt ir sein geruochen, 25 So schüllen wir in suochen Unter der erd und ob der erd, Ob uns der hürrensun nu werd. Des sein wir gpunden, sprachen sey. Fricz und seiner sünn drey 30 Wagten sich des ersten hin, Die andern chamen all nach hin In den stal all über al. Vil laut erhal ir gschräy, ir schal, Seu schluogen greuleich in die wend. 35 Woy daz dich der tiefel schend Wirdist ie ein biderb knecht, So chüm her für und mach es schlecht! Des pumbelns do die kuo verdross Und gab Friczen einen stoss, 40 Daz er belaib in seinem haus, Da mit die andern fluhend aus, Den deup man do nicht vinden maht, Bis hincz auf die dritten nacht. #10d Da pracht in zuo die minne, Er gdacht in seinem sinne: Du muost dich heven aber aus Und steygen auf meins puolen haus, 5 So wirst du sehen durch daz tach, Waz sey tuo und waz sey schaff. Wie schier er do hiet vollepracht Alles, daz er ym gedacht! Triefnas auf dem tache was, 10 Fricz mit seinen kindern sas Pey dem feur und ass der ruoben, Bertschi wolt des zuo luogen Und stiess daz haubet durch ein loch. Do waz er swärer, dann ein bloch; 15 Dar umb so muost er vallen Vor den chindern allen Und dem vatter in daz feur, Sam der tiefel ungeheur. Häl und kessel viel dahin 20 Mit Bertschin zuo seim ungewin. Wer mocht do lenger gpeyten? Der nicht enhiet ze reyten, Der floh mit henden und füssen, Daz chond ym nieman gpüssen. 25 Mäczli die was also lam, Das sey chaum zur stegen cham, Secht, do rumpelt sey hin ab, Sam ein ander mülrad. Die andern vielen all hin nach, 30 Ze fliehen was in also gach. Fricz der muost beleiben, Er mocht sich nicht gescheiben, Dar zuo hiet in pracht der schad, Den ym die chuo im stadel gab. 35 Do dicz nu also was geschehen, Fricz der ward sichs dings versehen Und gedacht in seinem muot: Gluot ist gvallen in die gluot, Feur ist chömen zuo dem feur, 40 Daz schaft die Min, die Aventeur. Bertschi wolt verprinnen Ausrenthalbe und innen. Do zoh in Friczo durch die äschen Mit ruobwasser heyss gewäschen #11 Und farcz ym dreistund in den mund, Also ward der minner gesunt. Doch was ein wunder, daz er gnas, So hart und er gevallen was. 5 Dem arczet gab er einen schlag Ze lon, das er am ruggen glag. Zur hinter tür er trumpelt aus, Den wirt den liess er in dem haus. Friczo der ward wüten ser. 10 Wie laut er schre: Wo schilt? Wo sper? Fechtens hiet er do begunnen, Do was ym der veint endrunnen. Die rach do über Mäczen gie, Pey den zöpfen er sey vie 15 Und warff sey dreistund wider derd. Er sprach: Des bist du alles werd: Ich gestochen und geschlagen In daz maul und in den magen, Daz tach daz ist zerprochen mir, 20 Sich, daz hab ich alz von dir. Dar zuo gab er ir ein stoss Und sey in ein speicher schloss. Er sprach zuo ir: Da sicz und scheiss! Der ärs ist dir ze dik und feyss. 25 Mäczel ward behalten. Des müss ein fist walten! Sprach do Triefnas an der stund, Do ym die mär so wurden kunt. Noch liebt sey mir ye bas ye bas. 30 Sprach aber: Das ist das, Ich han gesworen, ich muoss sey haben, Wär sey joch in erd vergraben. Dicz was im zorn und ungemach, Wie oft er gen dem speicher sach, 35 Und gedâcht ym: Häiliger Christ, ** Beschlossen prot, wie süss du pist! *** Mäczlein mäynet Triefnas So ser, daz im des nicht enwas, Seyn hercz in seinem leibe 40 Wolt presten nach dem weibe. Mäczli sas alläyne, Sey schawt ir weissen päyne, Do sach sey ir vil praunen muczen. #11b Sölich zuchen, rupfen, smuczen Huob sich auf den rauhen fleken, Peyssen, chlenken und aynzweken, Dar zuo fluochen, trewen, schelten, 5 Das des jamers ghort man selten. Mäczel zuo der fuczen sprach: Got geb dir läid und ungemach Und dar zuo allen smerczen, Den ich an meinem herczen 10 So pitterleichen dulde Nur von deiner schulde. Also schluog sey aber dar, Bis daz ir das maul geswar Und sprach: Se hin, das gib ich dir, 15 Das man umb dich hat geben mir. Dar zuo so muoss er sterben, Der nâch dir wil verderben. ** Do hiet Mäczel langes har Und churczen muot, ja daz ist war. 20 *** Wie schier so ward die täyding chrumb! Meczli chert sich wider umb, Hiet sey vor geschulten ser, Zartend ward sey dreystund mer Mit streichen und auch mit salben 25 Die muczen allenttalben. Hin wider sprach sey zuo dem plecz: Got dich alles laydes dergecz Und püss dir deinen smerczen, Des bitt ich in von herczen, 30 Dar zuo wil ich dich auch pitten. Habist von mir ichtz gelitten, Vergib mirs! Auf mein rechten äid, Es rewt mich ser und ist mir läid. Der plecz der wolt geantwürt haben, 35 Da worend ym die zend aus gschlagen, Daz maul waz im geswullen Er hiet verlorn die wullen; Doch ward ein frid gemachet, Dar zuo sprach sey und lachet: 40 Sälich muoss er werden, Der nach dir wil verderben! Daz waz auf Pertschin do gedacht, Der ir fröd und wunne pracht Yoso schier in irem herczen, 45 Also daz sey alles smerczen #11c Gar und ganczleich do vergass. Hiez im vor getragen hass, Daz ward alles do verchert, Der minne feur sich also mert, 5 Daz sey dem gsellen ward so hold Und hölder, dann dem liethen gold. Erst do huob sich Mäczi gschaft, Chlingeln chlangeln und ein gprächt Zwüschen päyden seyten, 10 Die minn die ward seu reyten Also ser, daz seu vergassen, Was seu trunken oder assen. Diz leben ward in gar ze saur, Seu hietens päydeu von natur. 15 ** Ye minr man lieb zuo libe liess, Yemer sich hercz zuo herczen stiess. *** An essen seu ab namen Und chürczleich dar zuo chamen, Daz seu die ärs nicht mohten wegen; 20 Dar umb so muosten seu sich legen Nider auf die benke. Ir sinn un auch ir gdenke Wârend nach versunken. Doch hiet do Bertschi gtrunken 25 Süssen met und pier und wein, Daz er noch pey den chreften sein Beleib und gedoht in seinem muot: Ist sey nu so wol behuot, Daz ich mit ir nicht greden gtar, 30 So send ich doch ein briefel dar. Des ward do Triefnas so ze rât, Also schier und auch gedrat Sant er nach des torfes schreiber, Der hiess Henricze Nabelreiber. 35 Mein tächenschreiber yeso zhant Cham in Bertschins haus gerant. Triefnas der lag auf der bank. Ach und we daz waz sein gsank. Do dicz der Nabelreiber sach, 40 Es waz ym läid und ungemach, Wan in Bertschi ghöret an. Hat dir iemant iht getan? Sprach er zuo dem armen, Daz müss er von mir armen! 45 Näyn du, sprach do Berchtold. #11d Mäczlein bin ich also holt, Daz ich nach ir verderben Wil und dar zuo sterben. Wilt du mir dicz vertreyben, 5 Ein briefel muost do schreyben Häymleich zuo der frawen mein Oder ich muoss leiden peyn. ** Des antwurt im der schreiber do Und sprach: Dem ding ist nit also, 10 Sam du wänst, mein lieber gsell! Welher reht hofieren well, Der sey ein chnecht pey junger zeit, Frisch und sauber an dem leib, Und derwel im ein allayn 15 Unter allen frawen gmäyn, Die im aller pest behag, Mit niemant nicht zschaffen hab, Die auch sein geleiche sey An jugent und auch art da pey, 20 Von der ze hoh im stigen wil, Der fleugt inn graben ze dem zil. Sey schol auch wesen sunderbar In allen deinen sinnen zwar, Won die rechte liebeschaft 25 Zwüschent zwayen hat ir chraft Und wil ir auch nicht mer haben. Also vil chan ich dir sagen, Wilt den buol dewerben dir Ze deiner chan nâch rechter gir, 30 So vind in an der minne new, Wilt daz es dich nicht gereuw, Won die witwen und die alten Sind von rehter min geschalten. An die ersten man gedenket, 35 Daz die andern prüder chrenket. Nu dar hast du dann aus derkorn Ein lieb ze sälden dir gporn, So derzäig dich nuofer gar Fröleich chupplig hin und dar! 40 Wo sey sicze oder ste, Da scholt du allweg wesen e Und dein necze streken hin, Daz ist du scholt nach meinem sin #12 Oft und dik sey smieren an Mit spilnden augen hin und dan, Daz sey innen werd die guot, Waz du mäinest in dem muot, 5 Won die erste angesicht Ist ein anvang ze der geschicht. Tanzen macht du pflegen vil, Dönens auf dem säytenspil, Dar zuo singens und auch springens, 10 Sagens und auch anders dinges. Doch geschech daz mit der mass In dem haus und an der strass, Mit geleychsnen häymleich gar, Daz es nicht werd ze offenbar; 15 Von frawen gunst derwirbt der man Alläyn, der taugen minnen chan. Dar umb so suoche dir vil leis Ein zementragerinen weys, Der du mügst getrauwen wol, 20 Und schenk ir etwas, sam man schol, Daz sey zuo der räinen var Und sag ir die wörte gar: Got grüss dich, blünder rose zart! Chayn junkfraw nie so sälich wart 25 In langen zeiten, sam du bist, Won dich so hat ze diser frist Der schonest jungling diser welt Im ze seinem lieb gezelt, Der ist so hofleich und so chluog, 30 Seyn gleich die muoter nie getruog; Nie kayn weib sein wirdig mag Gewesen nach der waren sag; Der von grosser diemuotchayt Embeut dir seinen dienst beräyt 35 Und pitt dich auch von herczen gir, Daz du äntwürst im pey mir, Ob es yemer müg gesein, Daz er gewinn die hulde dein, Dar zuo, daz du auch gerumnist im, Ze offenen allen seinen syn #12b Dir in einer lieben stund, Allayn von seines selbers mund; Daz wil er ewechleych gen dir Verdienen gern, gelaub es mir. 5 Und ob die rayn des ersten spricht: Deiner red behabt mir nicht; Lass die mare also bald! Daz sein der ubel gaist gewalt! Waynst ich sei ein heubscherin? 10 Du bist es selber an dem sin; Ge da hin, und chüm nicht me! Anders wiss, ich schaff dir we ... Oder andrer red sey tuot Durch scham und ere die vil guet, 15 Dar umb vil wenig du verzag Und ge die gassen auf und ab, Ze fröden singend deinem lieb, Sunderleich daz hofelied: Ze dienen hab ich ir gesworn, 20 Wil seis joch niemer han verguot, Vält es mir heut, es trifft leicht morn; Dar auf derfreuwet sich mein muot Und harren ie auf guoten wan. Ze dienen hab ich ir gesworn, 25 Wil seis joch niemer han verguot, Dar um wil ich nicht abelan. Hin wider umb der botten bhend Zuo ir dik und ofte send! Und hât mans vor gebeten ser, 30 So fleh man sey noch dreistund mer, Bis daz seist von ir geert; Won chäyn hercz ward nie so hert, Daz man nicht mocht gmachen lind Mit stätem gpett, das wäyss ein kind. 35 Nu dar geschicht die gnade dir, Daz du scholt chümen hin zuo ir, So saum dich nit und mach dich dar Taugenleich vor neyder schar Und näyg dich ir, du grüss sey so: 40 Got der mach euch gmütes fro Und geb euch glüks und häyles vil! Nicht anders ich nu pitten wil. Dar nâch so macht du spiehen schier: #12c Höchster hord, o mäygen zyer, Bgenad mich, lieb der gnaden vol, Zferhörren tugentleichen wol! Da mit so häyss sey siczen hin 5 Und sicz zuo ir, daz ist der sin, Und heb dein tayding an da mit Züchtichleich, daz ist der sitt. Du sprich vil senfticleich und leys: O holder puol, mein paradeis, 10 Daz ich da her so mangen tag Taugen liebschaft gen euch trag Mit ganczen trüwen leident fro, Des lasst mich heut geniessen so, Und verhäysst mir ze der vart 15 Ganczeu treuw in lieber art! Daz ist mir, fraw, die höchste gab, Die mayste sald, die groste gnad, Won chain ding ward nie so guot, Sam herczen zwai in einem muot 20 Verstriket gar mit stätichait In treuwer liebe gancz beräit. So spricht sey leicht: Daz wisse got, Der mein geruochet ane spot Dem mag ich auch nicht hass gtragen. 25 Des scholt ir yeso danche sagen Und sprechen: We, wie guot, Wie frölech got was in dem muot, Do er ym schuoff des menschen art, Sunderleichen euch so zart, 30 In so rechter mâss und geng, An der chürcz und der leng! Aus ewrem mundlein ein rubein Prinnet: sälich mus er sein, Dem ir eins chüssens woltin gunnen! 35 Dar umb mich daucht, ich hiet gwunnen Tausent march und dannocht vil, Mocht ich chumen zuo dem spil. So ist sey leyicht der listen vol Und chan dir dicz versagen wol; 40 Durch er sey wil dir nicht verjehen, Daz sey wolt yet, es wär geschehen. Dar umb, her gsell, nim dir nit läid, Greyff ir leysleich an daz chläid! Mit seufczen sprich: O we, min hord, 45 Tötscht du mich, daz ist ein mord. Nu wäist du wol, daz ich verderben #12d Muoss also und dar zuo sterben. Da mit so mach der red nich vil Und mach dich zuo der minne spil In süssen werchen, es ist zeit, 5 Mit kussen, merk, und andern streyt, Biz daz die räyn derwarmet sey; So macht du muoten sorgen frey Die e, ob ir dein hercz begert, Des wirst du sicher dann gwert. 10 Dar nach so tuo, sam ander leut! Nicht mer ich dir yeso beteut. * Des sprach Bertschi: Öhäin mein, *** Daz vil salich mussist sein! Wäist nicht, daz ze diser frist 15 Mäczli so verschlossen ist, Daz niemand kömen mag zuo ir, Ze sagen meines herczen gir? Des muost du selber nemen war Und machen dich zum speicher dar 20 Mit dem briefel, gselle mein, Und werffen irs zum venster in, Des wirt sey vindent einen fund, Daz ir die mär leicht werdent künd. Nabelreiber der ward jehen: 25 Waz du wilt, daz sey geschehen! Sein feder er do fürher nam, Und sprach: Nu sag auf, guter man, Wie du den brief wilt haben! Der minnesiech ward sagen, 30 Nach dem und er sich best versach, Also huob er an und sprach: Got grüss dich, lindentolde! Lieb, ich pin dir holde. Du bist mein morgensterne, 35 Pey dir so schlieff ich gerne. Mich hat so ser verdrossen, Daz du bist so verschlossen In dem speicher uber tag, Daz ich nit gschlaffen mag. 40 Dar zuo han ich mich vermessen, Daz ich furbas nit wil essen Noch gdrinken dehainer stund, Mich tröste dann dein roter mund. Dar umb so sag mir an oder ab, 45 Daz got dein lieben sele hab! #13 Trun Henreycze der waz chluog. Sym, hörr auf, lieber, sein ist gnuog, Sprach er zuo dem tichter do. Ein andern brief den schräib er so: 5 ** Nach wunsch so müss der zarten mein Gelük säld und häyl bescheret sein, Daz mir nu alles ist entwert. Unmuot hat mich gar versert, Den ich so sendecleichen duld, 10 Umb anders nicht, dann ewer huld. Dar umb, fraw, o mäigenplüt, Süsseu tugend, zarteu güt, O meins herczen paradeis, Bit ich euch mit allem fleizz, 15 Daz ir es tüt durch frawen zucht, Durch mannes er, durch minne gnucht Und mich begert ze gnaden Mit treyer läye gaben: Die erst ist daz mir sey beräyt 20 Guoter will mit stätikäyt In ewerm herczen sicherleich, Daz wil ich gdyenen ewencleich; Die ander ist, daz ir den fund Vinden schölt in churczer stund, 25 Daz sich herczen, mundel, augen Zemen fügen sunder taugen; Zum dritten mâl so wil ich flehen, Daz ir mir seyt ein soleichs lehen, Won ich ewer pin alläine, 30 Daz niemand hab mit mir gemayne, Und wurd, daz nicht schol werden, Daz ich auf diser erden Die gnad enmöcht erwerben, So wist, daz ich verderben 35 Müss und dar zuo sterben. { Euch geseg in steg und weg } Da mit { Jhesus in seinr güti! } Und anders nit! { Euer phleg in leb und sweb } { Venus in irm gmüti! } 40 *** Do der brief geschlossen ward, Der schreiber hub sich an die vart, Zuo dem speicher er sich kert, Da fro Mäczel was verspert. Daz briefel pand er an ein stäyn #13b Und warff es hin zum fensterleyn. ** Er sprach: Nu ge hin ane füss! Dich umbschlahend armen süss. Var hin, brief, dar ich dich sende! 5 Dich enphahend weisse hende. *** Mein briefel daz ward fliegen Zum fenster in hin stieben. Und cham her, da er Mäczen vand. Es verfäillet päyder hand 10 Und dar zuo lieber armen, Es mocht da nicht erwarmen, Also es der choph emphieng, So schon, daz ym daz pluot aus gieng. Da was der brief nicht schuldig an, 15 Es hiet sein gsell da pey getan, Zuo dem es waz gestrichet, Der so die menschen zwiket Für daz grüssen an der vart, So er zuo ym gsendet wart. 20 Mäczli was gevallen Mit ärs und mit allem Ab dem banch, da sey do sas, Daz sey irs gemuocz vergas. Do nu vergie daz streken, 25 Die oren ward sey reken Und denken: Wie ist mir geschehen? Also wol sei umb sich sehen Und dersach den brief gpunden Mit dem stäyn, der ir die wunden 30 Hiet geschlagen in den chopf; Des nam sey wunder in dem kropf. Doch sey zuo ir selben sprach: Dicz ist nicht gschehen ane sach. Hie mit und sey den brief entpand, 35 Den stäyn den warff sey wider dwand. Woy, wie gern sey hiet gelesen, Wär dhäyn kunst in ir gewesen! Sey wolt sich ztod erfressen, Daz sey der gschrift vergessen 40 Hiet in iren jungen tagen. ** Daz ward sey ruwenchleichen clagen Und sprechend: We mir heut den tag, Daz ich so wench gelernet hab Lesen und auch schreiben! #13c Daz pringt mir jamere leyden Und macht mir schaden scham and läid. Wie schol ich meinew haymleichait Offnen einem fremden man, 5 Dem ich läyder nicht enkan Getrauwen äigenleichen wol? Die werlt ist böser listen vol. Owe, chunst, du werdes guot, Du höchster hord, du edler muot, 10 Gewizzer schacz, du blündeu frucht, Der sele hayl, des leibes zucht, Hiet ich deinen samen gsäyt Mit sorgen und auch arbäyt, So möcht ich ieczo sneyden 15 Mit fröden ane leiden. Hiet ich gsaczt der wurczen dein, Die mich so bitter dauchten sein, So läs ich iecz in meinen sak Öpfel süss und wol gesmak. 20 Secht, der han ich kains getan: Des muoss ich disen jamer han. *** Do nu die red was vollepraht, In irem herczen sey gedacht, Wie seys scholte legen an, 25 Daz sey chäym zuo einem man, Der ir saget an gevär, Was am brief geschriben wär. Also kam ir in den muot, Dar zuo so wär ein schreyen guot 30 Und ein ruofen durch den gatter Zuo meinem alten toben vatter Und zaygen ym daz pluot der wunden Und wie mir was von we gswunden; So wirt er mich leicht nemen aus 35 Und füren mich zuos arczetz haus Viel schier und auch geswinde, Daz er mich verpinde. Wie schier waz daz geschehen, Sam sey sich hiet versehen! 40 ** Der arczet was ein weiser man, Dar umb er fragen do began: Wie pist du, maget, so gschlagen Mit we und wan? Daz scholt mir sagen. Das tet er alles umb daz, #13d Daz er derfüri dester bas, Mit we ir zhelfen wäre. *** Mäczelein dem was swäre Ze sagen im mit ganczem wâr 5 Vor den leuten offenbar. Des antwürt sey: Trun ich enwäiss, Die leut, die tun mir also häiss, Die hie so nahent pey mir sten. Ich fürcht, mir well die sel engen. 10 Chrippenchra der ward des innen, Wes die junchfraw wol beginnen, Er snarchet gen den leuten: Sym, was wil dicz beteuten? Welt ir uns dersteken, 15 Derstenken und dersmeken Und dar zuo mir die chunst ableren? Daz tuot mir zorn und sichs nit gern. Ich mag ir nicht generen, Man well sie dann versperren 20 In diser camer sunderbar, Daz seit die kunst und ist auch war, Da wirt man ir der wurczen geben, Wil mans behalten pey dem leben. Des schreuwens all: Hin für, hin für, 25 Wir schüllen tretten für die tür. Mein tür die ward verschlossen, Der arczt was unverdrossen, Zum andern mal er fraget do: Sag an, liebes diernel, so 30 Und sag mir freilich dein gemüt, Wilt, daz got dirs leben bhüt. Mäczli die huob an und sprach: So wol mir, daz ich euch gesach! Ir seit so gar ein biderman, 35 Daz ich dehainen zwivel han, Wie irs yemant fürbas sagen Werdint mein vil sendes klagen. Des sprach der arczt: Du scholt nit sorgen, Wenn waz du säyst, daz pleibt verporgen. 40 Sicher was der mäister do, Waz er tet, das läist er so. Die mayt hub an zferjehen: Mein herr, dicz ist geschehen Mit einem stäyn, der geworffen was #14 An die stat, do ich do sas, Den hab ich also funden Mit disem brief verwunden, Den zäig ich euch in rehter peyicht, 5 Sam ir ze phaffen wärd geweicht, Und pit euch durch den rethen got, Daz ir mir sagent âne spot, Was dar inn geschriben sey, Des muost ir wesen läydes frey. 10 Der arczet nam den brief in dhand Und sayt ir, waz er dar inn vand. Des dankecz ym und was sein fro. Zuo dem arczet sprach sey do: Lieber herr, so schreibet mir 15 Hin widerumb auch mein begir! Daz wil ich euch vergelten Mit treuwen ane schelten. Der arczet sprach: Daz sei geschehen! Doch wil des ersten sehen 20 Zuo deinem haubt, gelaub es mir, Dar nach zuo deines herczen gir. Des ward er sey do wäschen Mit esseich und mit äschen, Mit zwivel und mit mersalcz, 25 Daz daucht sey süsser, dann ein smalcz. ** Die minn ward ir gevallen, Die hönich gemacht aus gallen Und dar nach aus dem hönich gpirt Gallen, die ze pitter wirt. 30 *** Ze den selben stunden Mäczli ward verpunden. Des huob sey an und sprach zuo ym: Herr, vernemet meinen sin! Schreibt und lâst die feder gen! 35 Also schol mein briefel sten: Got grüs dich, lieb von hoher art! Chäim puolen ich nie lieber wart, Dan dir, mein trost, daz sag ich dir An allen spot, gelaub es mir! 40 Deinen brief han ich gelesen, #14b Des muoss ich iemer froleich wesen. Chum zuo mir pey diser nacht Ins arczetz haus und gib mir chraft, Und waz du wilt daz wil ich tuon. 5 Ich acht der andern nicht ein huon. Da mit so phleg dein unser herr, Du seygist nahent oder ferr. ** Do dics nu Crippenchra dersach, Zuo ym selber er do sprach: 10 Trun, du macht ein hürrel sein, Mich triegin dann die sinne mein. Und gedacht ym an die geschrift, Die von weiben also spricht: Den frawen ist der ars ze präyt, 15 Daz hercz ze smal; daz ist gesäyt, So vil und ich euchs betuten wil: Frawen trew der ist nicht vil, Frawen unkeusch ist ein vinden, Den chan roch mag uberwinden. 20 Waz sag ich euch? Es ist nicht new, Wie smal sey aller werlten trew Und dar zuo churcz ir stätichait, Ir sünde michel und auch prayt. Man möcht es ewencleichen treyben; 25 Besser ist, wir lassins pleyben *** Und kern wider zuo dem arczet. Der ward do lachent, daz er farczet, Und sprechen: Mäczli Rürenzumph, Dein nam ghoret wol zuo meinem stumph, 30 So ghört mein stumph zuo deinem muot; Unser dinch mocht werden guot, Und wilt meinen willen tuon, Ich mach dir gen dem vatter suon, Gen deinem herwen vatter Friczen, 35 Der dich so oft macht ser swiczzen; Und tuost dus nicht, ich mach dir schand. Die brief die fasst er in die hant. Sich, die wil ich Friczen zäygen, Gibst duo dich mir nicht ze äygen. 40 Maczli wist nit, was er säyt, Dar umb waz ir die rede läyd, Und sprach: Ich pin in ewer hand; Welt ir mich pringen so ze schand, #14c Daz stet euch werleich ubel an, Scholt ir sein ein bider man. Ewers willens ich enwäiss, Des stumphen bkenn ich auch ein schäiss. 5 Daz waz vil züchtichleichen geret, Des arczet macht es alles wett Er sängelt: Da da, nüssli, da! Mäczli, sta sta! Hägili, sta! Der stumphe daz sein wurczen 10 Ein langeu mit zwäyn kurczen. Dar zuo so ist mein wille, Daz du dich habist stille Und lass dich nicht verdriessen, Der wurczen muost du niessen, 15 Wilt du so nicht verderben In deinen sünden sterben. Nu dar, mein lieber herr, daz sey! Sprach die junchfraw sorgen frey. Da mit ward sey der wurczen essen 20 Also ser und unvermessen, Daz sey yeso hiet vergessen, Wo sey gestanden was und gsessen. Des wolt der arczet fuder ziehen; Daz fräwel sprach: Ir scholt nit fliehen! 25 Arczet mich en wenig me! Ich derläid es bas dan e. Hie mit so viels ym an den stekken Und hielt in pey den päyden stekken. Sey sprach: Ir mügt mirs nicht entragen; 30 Der wurczen wil ich aber haben. Des gab er ir der wurczen do Auf dem bauch und in dem stro. Do sey des smakes innän ward, Ir muost geswinden an der vard. 35 Der pfeffer was ir selczen, Des muost der arczet engelten. Er mocht es läider nicht gefügen, Daz sei sich wölt des stumphes gnügen, Er wolt sich von ir brechen. 40 Mäczli die ward sprechen: Salbend mich in diser frist Zum drittel mâl, alz recht ist. #14d Ich pin läider ungenesen. Wet der tiefel, mag dicz wesen, Sprach der mäister so ze stund, Dich müs der semper machen gsunt! 5 Benügt dich nicht, so ge zum se! Ich mag nicht pöllen ymer me. Da mit so huob er sich von stat, Sam ein bok, dem dhürner ab Neuleich sein gevallen. 10 Es was ym aus dem schallen. ** Doch hiet fra Mäczel iren täil. Wie wol sey vor hin wär ze gäil, Sey ward sich in der seiten chlagen, In dem pauch und in dem magen, 15 Daz wasser schluog ir auf zum maul, Ir glider wurden also faul, Daz sei sich wenich moht gerüren. Man muost sey zwischen armen füren, Weil und zeit die ward ir lanch, 20 Herwer esseich waz ir getranch, Amphern und nit mandelreis, Äphel saur daz was ir speiss, Die rehten varw hiet sey verlorn, Ir prüstel wärczel warend gsworn 25 Und derswarczet all umb und umb. Dis dink ward schletleich also chrump, Daz der arczet sich versint, Juncfraw Mäczel trüg ein chind. *** Des ward er sich vil sere bsorgen 30 Und bhielt sey bis an dritten morgen. Er sprach zuo ir: Waz duncht dich guot? Hast du Bertschin in deinem muot Und wilt in nemen zuo der e? Sy swäig, er fraget aber me. 35 Sey sprach: Nu pin ich nicht ein mäyt: Wäiss er daz, er tuet mir laid. ** Dar zuo antwurt ir Chrippenchra: Nimp er dich, so sprich nür: Ja! Dar noch so tuo, sam ich dich ler! 40 Wilt du bhalten noch dein er, #15 Ge zuo Strauben deinem vetter Und häiss dir geben lilienbletter, Dar zuo zipern und auch gallen, Mit ein ander häiss gewallen. 5 Du wäist wol, Meczel, pey dem päyn Und leg es dik und oft dar ein Und sprich: Daz glük verhenge! Die mucz die wirt dir enge; Und verste mich, wilt du, eben 10 Der appenteker schol dir geben Gallen, sam er vil wol wäyss, Von dem paum und nicht der gäiss, Und häiss dirs wegen äigenleich Alleu dreu in einr geleich. 15 Dar nach so hab gewische Ein plater von dem vische Und füll sey mit einr Tauben pluot! Da wirt dir an dem abent guot, So man dich nu wirt legen zuo. 20 Mäczel, was ich sag, daz tuo! In den selben zeiten Scholt du nicht erpeyten, Du legist hin daz pläterlein, Da die mäytum schol da sein; 25 Und chumpt er in seinr herren land, Daz pläterlein zerprist ze hand, Daz pluot wirt hin so fliessen, Des muost du ymer geniessen An dem guot und an den eren. 30 Sich, ob ich dich chün geleren! Wilt du dannocht sicher sein, So zappel vast und dar zuo greyn, So wäint er erst, du seist ein mäyt. Hörst, waz ich dir han gesäit? 35 *** Ja da, antwürt sey ym do. Seines rates was sei fro Und sprach: Daz tät ich alles gern, Wolt er mich der e gewern. Der mäister sprach: Lass mich es treiben! 40 Ein söleichs briefel chan ich schriben Mit guten worten und auch süssen Daz er dich mit hend und füssen #15b Nement wirt yeso ze stund, So ym die märe werden chunt. Des nam er so die federn do, Sein briefel huob er an also: 5 ** Got der obrest und der mäist, Vatter sün und heiliger gäist, Der in seiner magenchraft Hymel hat und erd geschaft, Wasser, luft und auch daz feur, 10 Vogel, visch mit seiner steur, Vich und dar laub und gras, Umb anders nichti, dann umb daz, Daz der mensch mit zuht und er Auf erd sein leben hie verzer, 15 Der muoss euch, liebes lieb, bgnaden Mit seinen sayligen siben gaben, Mit syben hailikait! Dar zuo sey euch mein dienst berayt. Ein briefeleyn han ich vernomen, 20 Mich daucht, es wär von himel komen, So wunecleich kam es geflogen Da her in einem regenbogen, Einr wulchen swanch sein umbehanch, Dar inn derchlanch der fröden gesanch 25 Mit worten in seiner angesicht, Sam es ein engel hiet geticht. Die süssichait mich uberwant Also ser, dacz ich ze hant Verlos des tages liechten schein, 30 Ein schlaff begraiff die augen mein, Ein traum gevie die sinne, Dar inn die obrest Minne Ein chüngin allen frawen gmäin Äigenleichen mir derschäin; 35 Nackent was sey und auch bloss, Einr pey zweinczich jaren gnoss, Auf dem haubet truogs ein chron Von glas, da stuond geschriben schon: Ich pins ein wunecleicheu stim, 40 Junchfraw Venus von der minn. Dar unter stuond ir harel leys, Geflochten in einr ketten weis; An den augen was sey plind, In ir gepärden gar ze geswind; #15c Ein pogen fürt sey in der hand Mit glünder stral, sam ich es vand; Sey was gesessen in ein wagen, Mit gold und silber schon beschlagen, 5 Dem ein bach von rotem pluot Floss hin nach in sender fluot. Sey ward mich nennent so zehant, Mich wundert, wie sey mich derkant. Dar zuo näigt sey sich gen mir 10 Und grüst mich schon, des dankt ich ir. Do sprach sey: Wäist du, war umb ich Chomen pin zuo dir? Vergich! Näyn du, truwen, sait ich do. Des huob sey an und sprach also: 15 Ich gepeut dir pey dem pan, Daz du Bertschin deinen man Gewerst alles, des er wil, Sein seig wenich oder vil, Und leb mit fröden sampt mit ym! 20 Das chumpt dir alles ze gewin. Du vinst noch wol, daz dich da sirt, So dich daz alter reitent wirt. Ein swarczer gäist zür tenken seiten Sprach: Der volg ze allen ziten. 25 Da mit die gespenst verswand Vor meinen augen so zehand. Des wär mir so geswunden, Hiet ich do nit funden Ein ander frawen schon und räyn, 30 Die mir auch in dem traum derschain, Und cham für meinen angesicht Also clar, daz mich des nicht Endaucht, es war der sunnen glancz. Auf irem hauben truogs ein krancz 35 Mit dreien chronen schon gemacht, Obenander und gedakt Mit einem sternen, der was vein, Er schain sam ein karvunkelstäyn. Von eysen was die erste chron 40 Und stuond dar umb geschriben schon: Ich pins ein chron der vestichait, #15d Der unreht tuot, daz ist mir läid. Die ander chron von silber was, Darinn man auch geschriben las: Ich pins ein chron der küschichait, 5 Die so rayn ist und gmayt. Die dritte chron was guldin gar Und auch geschriben also dar: Ich pins ein chron der sälichait, Ze gnaden was ich ie beräit. 10 Unterm kränczel was verwunden Ir harel sauber auf gepunden, Der augen hiet sey viereu do, So schön und also zveren so, Daz mir jo des so nicht enwas. 15 Ich schauwet in ein spiegelglas, Sey hiet einn mantel, der waz präyt Und manich varw dar an geläyt; Sey taut in auf mit einer hand Er daucht mich weit dann ein land. 20 Ein kind sey an der andern truog, Daz was so wunnechleich und chluog, Daz ich alles ungemach Vercläyt, wan ich es angesach. In einer chirchen sey do sas 25 Auf dem alter, sam mir was, Die was gemalet uber al Mit zarten bilden ane zal; Dar zuo hiet die selbig chilch Ein se umb sich mit honk und milch, 30 Der was vil michel und auch gross, In sälder wuot er umb sey floss. Sey sach mich mit eim augen an Und segnet mich die wol getan, Des naigt ich ir mit züchten 35 Und wolt mich geben zflüchen. Des ruoftcz mich an und redet do: Beleib bei mir und fleuch nicht so! Tuo, sam ich dir sagen wil, Wilt tuo glükes haben vil, 40 Und folg nicht falscher min gepott, Wonn das streket wider got, Es wär dann daz dein lieber man #16 Der e dich wölti muoten an, Des macht du in gar wol geweren Mit sälden, treuwen und mit eren, Won got selb von seinem rat 5 Die hailigen e geschaffen hat. Dar nach sprach daz kindelein: Volg der lieben muoter mein, Wilt du leib und sel behalten, Von uns nimer werden geschalten. 10 Ein weisser gaist zur rehten seyten Sprach: Den dien ze allen zeiten. Hie mit segent es mich so Mit einem chreucz, daz macht mich fro. Von fröden ich derwachet, 15 Vil drât mich auf machet Und gie zuo meinem päyichtigär. Ich sagt ym ganczleich diseu mär Und patt in durch den reichen got Und durch alleu sein gebott, 20 Daz er mich wolti des beschaiden Und seinen rat da mit derzäigen. Des wundert er sich gnuog und vil. Doch, sam ich euchs kurczen wil, Er sprach: Wir mügen schauwen 25 Daz pey der ersten frawen, Und dunckt mich auch in meinem sinn, Sei ist die falsch betrogen minn, Fro Venus mit irm bösen rat, Die oft ein sel verdampnet hat. 30 Gen zwainczich jaren hâst sey gzelt, Sey ist noch elter, dann die welt; Doch zaigt sei sich pey jungen tagen, Die minn die wil nicht alter haben. Nackent, sprichst du, daz sey wär. 35 Daz chan nicht wesen an geväre. Die minn die wil, daz schoss ze schoss Sich zemen fügin also bloss. Die glesin chron, die sey da träyt, Und die geschrift dar an geläit Daz mag uns nicht betüten mer, #16b Dann upig fröd, zergänclech er. Ir har gestrichen also leis Geflothen in einr ketten weis Ist nicht anders, dann ein strik, 5 Der uns leib und sel verschlik. Ist sey an den augen plind, Daz weteut, sam ich es vind, Daz oft ein schones mensch von art Minnet einen grausen part. 10 An den gepärden ist sey ring, Daz ist daz, das ich do sing: Die minner habend wilden muot: Was seu tuond, das dunkt seu guot. Den pogen fürt seu in der hand 15 Mit der stral durch ällen land. Da scheust sey jungen herczen mit Zuo irem ersten angesicht. Daz pheil ist scharff und heiss ze vil, Won sey schürphen brennen wil. 20 Siczt sey dann in einem wagen, Mit reichem gsmid al durch bschlagen, Da pey sich mein hercz versicht, Der minner schaft an phenning nicht. Der bluotent bach rint aus den wunden, 25 Die da geschehent ze den stunden, So der minner umb ein schaden Wirt gestochen und geschlagen. Den swarczen gäist zur tenken hand Tuon ich dir yeso bekant. 30 Ein böser engel ist er zwar, Deiner sele gar zgevar; Darum, lieben tochter mein, Daz du sälich müssist sein, Volg nit einem bösen rat, 35 Wilt du meiden missetat! Acht nicht falscher minne gebot! Daz rat ich dir an allen spot. Do ich des priesters red vernam, In mir selber ich dercham 40 Und west nicht, was ich sagen scholt. Doch cham ich zred, sam got do wolt, Und sprach: Der ler euch got vergelt! #16c Ich wil tuon alles, daz ir welt. Sagt mir, herr, in diser schaw, Waz beteut die ander fraw? Des antwurt er mir züchticleich: 5 Mich dunkt, es sey die säldenreich Muoter gocz und räyneu mäyt, Maria, trost der cristenhäyt. Daz chränczel mit den chronen drey Dunkt mich, dass nicht sey, 10 Dann sam da geschriben ist Mit hailiger hand in tieffer list. Doch so mag ich nicht vergen Den sternen, da pey man versten Schol ir güt in liechtem scheyn 15 In hymel und auch erd gemäyn. Ir har daz hiet sey auf gepunden, Daz ist, daz sey ze allen stunden Rainer cheuschikait was vol Und leypleich glüst verdilgget wol. 20 Der augen hat sey viereu, Daz sag ich dir so schiere, Es sint die vier rät viel guot, Die sey dem guoten menschen tuot. Daz ist: Schlecht dich der ans wang, 25 So peut daz ander dar zehant! Nym ein frawen zuo der chand, Macht du nicht sein weibes an! Verkauff dein habe gancz und gar Und gib es armen leuten dar! 30 Vergib in, die dich hassent ser, Vnd pit got, daz er seu beker! Der welt sey sicht in vier täil Und geust ir tugend uns mit häil. Ir derbarmherczichäit 35 Manichvaltigen und bräyt Merke pey dem mantel weit, Mit so manger varw beräit! So wiss auch, das daz chindel ist Unser schepfer Jhesus Crist, 40 Unser löser, unser behalter, Unser herr und unser vatter. Pay der chirchen sey dir gesäit: #16d Es ist die häilich christenhäit. Daz gmäld zuo anders nit enfügt, Den zguotem sinn des got bnügt. Der alter, da die mäide sass, 5 Glaub, daz es der gelaube was, Des sey vil selten ye vergas Und stercht in noch ye bas und bas. Was bezäichnet nu der se? Daz pluot, daz in der neuwen e 10 Mit sampt dem wasser ist grunnen Von dem lebendigen brunnen, Augen zähern and daz pluot, Die vergossen sein in guot Und nu verchert in süssichait, 15 Sam uns sein milch und hönk derzäygt. Der weisse geist zur rechten hand Sey dir also schier genant! Es ist ein guoter engel zart, Der dich wehnet zuo aller vart. 20 Hie pey, maget sälden vol, Macht du merchen sunder wol, Was du lassen scholt und tuon, Wilt du behalten gotes suon. Also ward ich ausgericht 25 Nach meines herczen zuoversicht. Nu gedenk, mein höhster hort, An des grösten maisters wort, Daz er zuo uns allen spricht Mit seiner häiligen ler und gschrift: 30 Waz hulffi, ob du die welt Gewunnen hietst mit allem gelt Und dein sel wurd leiden haben? Das scholt du in deim herczen tragen Und mâssen dich des schreibens, 35 Des trumbels und des treybens, Es sey dann mit den eren mein, Wilt du von mir geweret sein. Hie mit so gib ich ym ein end. Got dir alles trauren wend 40 Und büsse deinen smerczen! Die obrest küngin schirme dich, Ob du in treuwen mäinist mich! #17 Des bit ich sey von herczen. Dirr brief ist gescriben, sam ich sag, In sälder stund, in fröden tag, Mit lieber hand an guotem stad, 5 Getichet auf daz glükrad. *** Do dicz nu so geschehen was, Daz briefel er ir überlass. Des dancht sey ym von herczen do Und sprach: Wie schol mich reuwen so 10 Mein schand, die sich von euch derhuob? Ir seicz ein mäister also chluog. Wer schol in tragen? huob sey an. Lâss mich schaffen! sprach der man. Also vand er so zehand 15 Ein altes weib, daz er derkant, Die chond waschen und auch reyben, Chauffmanschaft mit schloern treiben, Da mit jungen mägeteyn Helfen von den eren sein; 20 Und mocht man nicht gevaren bas, So viel sey selber in daz gras. Den brief den bott er ir al do Und underweist daz weib also: Ge hin taugenleichen aus 25 Und mach dich hin in Bertschins haus, Den brief den gib ym in die hand Und sprich: Den hat euch Mäcz gesant. Und grüss in von ir tausent stund! Nicht anders sag ym mit dem mund! 30 Way, wie was ir dicz so gsmak! Sey stob hin, sam ein spreuwer sak, Bis daz sey zu Bertschin kam. Sey sprach: Got grüss euch, junger man! Sälich müst ir yemer sein! 35 Daz briefel sent euch Mäczli vein Mit mangem minnechleichen gruoss. Von dem haubt bis auf den fuoss Wer waz froer, dann der chnecht? Er sprach: Nu ist meim dinge recht. 40 Se hin, die zwen schilling, Vertrinks durch meinen willen Und ge zuo unserm schreiber #17b Henreiczen Nabelreiber Und sag ym, daz er chum zuo mir, Won ich sein vil chäum embir. Die riffianin lieff da hin, 5 Sam ein andreu heubscherin, Und sagt dem schreiber, wie ym ware. Dem gevielent auch die mär. Er gab der zementragerin Einen phenning ze gewin 10 Und traft sich, do er Bertschin vand Auf der banch pey einer wand. Schre: Wol auf so frödenreich, Der käiser ist uns ungeleich. Triefnas da von schanden 15 Vil gern wer auf gestanden, Da was er worden also chranch, Das er storczet ab der banch. Die minn die pracht in zuo der not, Daz er was nahent jungers tot, 20 Des halff ym doch die fröd also Und ein halbeu kuo aldo, Die er jo frass ze einer stund, Daz er echt wider ward gesund Und alles seines laides vergas. 25 Do man ym den brief gelas, Da wist er wenich, waz er sayt, Bis ym es Nabelreiber zäigt. Der sprach: Es mag nicht anders sein, Sey spricht, sey tät den willen dein 30 Und dar zuo vil und dannocht me, Nämist du sey zuo der e.