Part 1
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Anmerkungen zur Transkription
Der vorliegende Text wurde anhand der 1851 erschienenen Buchausgabe wiedergegeben. Gelegentliche Verwechslungen der Kleinbuchstaben 'u' und 'n' wurden stillschweigend korrigiert. Abgesehen von offensichtlichen Druckfehlern wurde der mittelhochdeutsche Text unverändert beibehalten, wodurch ungewöhnliche Schreibweisen und Inkonsistenzen bestehen bleiben.
Jedes der Blätter der ursprünglichen Handschrift enthält vier Spalten; je zwei auf der Vorder- und Rückseite. Die erste Spalte auf der Vorderseite wird ohne nachfolgenden Buchstaben angegeben, die zweite mit einem mit einem 'b'. Auf der Rückseite werden die Spalten analog mit mit 'c' und 'd' nach der Nummer des Blattes bezeichnet. In der vorliegenden Version werden diese Seitennummern noch mit einem vorangestellten Rautenzeichen versehen (z.B. #27c), um sie von den Zeilennummern der jeweiligen Spalte (ohne Rautenzeichen) zu unterscheiden. Die Bedeutung der Asterisken (*, ** und ***) am Beginn der jeweiligen Zeilen wird in der Vorrede erklärt.
Der Ausdruck '4^o' auf S. 10 steht für das Buchformat 'Quarto' (entspricht vier Blätter pro Druckbogen).
Folgende Druckfehler wurden korrigiert:
S. IX: '17, 16' --> '17, 6' S. X: '14c, 18' --> '14c, 8'; '22, 7' --> '22, 6' S. XI, Z. 35: '42, 7' --> '42, 8' S. 4, Zeilennr. 38: 'rrittigmäiss' --> 'rittigmäiss' S. 159, Zeilennr. 19: 'Gugggoch' --> 'Guggoch'
Kursive Textstellen werden von _Unterstrichen_ umgeben, gesperrter Text wird durch ~Tilden~ hervorgehoben.
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BIBLIOTHEK
DES
LITERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
XXIII.
STUTTGART.
GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITERARISCHEN VEREINS.
1851.
LITERARISCHER VEREIN
IN
STUTTGART
GEGRÜNDET 1839.
PROTECTOR:
SEINE MAJESTÄT WILHELM KÖNIG VON WÜRTTEMBERG.
* * * * *
~Präsident:~
Dr ~Keller~, professor in Tübingen.
Secretär:
Dr ~Holland~, privatdocent in Tübingen.
Kassier:
~Huzel~, reallehrer in Tübingen.
~Ausschuß für das jahr 1851:~
G. freiherr ~Cotta v. Cottendorf~, k. b. kämmerer in Stuttgart. Dr ~Fallati~, professor in Tübingen. Hofrath dr ~Grimm~, akademiker in Berlin. Dr E. v. ~Kausler~, archivrath in Stuttgart. Dr ~Klüpfel~, bibliothekar in Tübingen. F. v. ~Lehr~, director der k. privatbibliothek in Stuttgart. Dr ~Menzel~ in Stuttgart. Dr ~Michelant~, professor in Rennes. Dr ~Schmeller~, professor in München. Oberstudienrath dr C. v. ~Stälin~, oberbibliothekar in Stuttgart. Dr ~Wackernagel~, professor in Basel. Dr G. v. ~Wächter~, kanzler in Tübingen.
~Agent:~
~Fues~, sortimentsbuchhändler in Tübingen.
DER RING
VON
HEINRICH WITTENWEILER
HERAUSGEGEBEN
VON
LUDWIG BECHSTEIN.
EINGELEITET DURCH ADELBERT KELLER.
STUTTGART. GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITERARISCHEN VEREINS.
1851.
DRUCK VON H. LAUPP D. J. IN TÜBINGEN.
BIBLIOTHEK
DES
LITERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
XXIII.
STUTTGART. GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITERARISCHEN VEREINS.
1851.
DER RING
VON
HEINRICH WITTENWEILER
HERAUSGEGEBEN
VON
LUDWIG BECHSTEIN.
EINGELEITET DURCH ADELBERT KELLER.
VORREDE.
Das gedicht der Ring, von welchem, wie es scheint, noch kein litterarhistoriker berichtet hat, erscheint hier zum ersten mal im drucke.
Als abfaßungszeit ist ihm das fünfzehnte jahrhundert anzusetzen. Gegen eine spätere spräche die beschaffenheit des einzigen bekannten originalmanuscripts und der schriftzüge, gegen eine frühere die erwähnung des schießpulvers und seines gebrauches im kriege, 57b und wenn man will 56a. Auf eine nähere spur leitet vielleicht die erwähnung des markgrafen von Ferrara 21c.
Der dichter nennt sich 1d Häinreich Wittenweilär. Über seine heimat ist nichts sicheres bekannt. Ein Wittenweiler (nicht Wittenweil) ligt in der nähe des zum württembergischen oberamtssitz bestimmten marktfleckens Blaufelden. In diese gegend weist auch der name des früheren besitzers der handschrift, obwohl man von einer Blauburg nichts mehr weiß; in jener gegend findet sich aber ein flüßchen Blau, der genannte marktflecken Blaufelden und ein weiler Blaubach. Auch die dortige volkssprache gibt manche erinnerungen an eigenthümlichkeiten unseres gedichtes. Jedenfalls gehört der verfaßer dem südlichen Deutschland an, ohne zweifel Bayern. Preußen ist ihm seiner eigenen aussage nach 46c nicht so gut bekannt, daß er seine städte benennen könnte, während er sonst sich als einen mit deutschen landen, städten und flüßen wohl bekannten mann zeigt und auch von dem auslande mancherlei kunde auskramt 46b. Die scene des gedichtes hat offenbar erdichtete und leicht deutbare namen, wie die personen: Lappenhausen, Mätzendorf, Nissingen, Seurensdorf, Rützingen, Fützenswille 42b. Vielleicht werden sie im bayerischen oberlande gedacht. Die münze ist der Berner 34b. Schmeller 1, 200. In nicht weiter ferne ligt die Schweiz und Österreich 33: Appenzell, Glarus, Aurach im Schweizerthal 42c. 48b. 49b, Lauenthal, Marchfeld, Prettengau, die Alpen, die Scherr werden erwähnt; ferner Schwaben 30b, der Neckar 33a, der Rhein 42b. 52b, Stockach 51d und als entlegen der Schwarzwald 57d.
Heinrich Wittenweiler ist ein vielseitig unterrichteter mann des bürgerstandes, der auf den rohen sich überhebenden bauernstand mit unerschöpflicher satire und ironie herabfährt, ganz in der weise wie die gleichzeitigen fastnachtspiele vielfach thun.
Seine manchfachen kenntnisse sucht er am faden der erzählung in sein buch einzureihen: insbesondere über religiöse, philosophische und politische dinge 44, länderkunde 46b, hofsitte, kriegskunst, reitkunst 50a, haushaltung. Der damit verbundene didaktische zweck ist in der einleitung bestimmt ausgesprochen.
Mit der vaterländischen litteratur zeigt sich der dichter manchfach vertraut. Die deutsche heldensage kennt er und läßt ihre figuren in abenteuerlich phantastischer weise in seiner erzählung hervortreten. So begegnen wir Dietrich von Bern 36d. 48d. 49b. 51b. 53c. 54, dem meister Hildebrant 48d. 53b. 54ac, Sigenot 48b, Egge 48b. 54, Wolfdietrich 48d. 54b, Laurin 49b. 51. 52abd. 53d, Dietleib 48d. 54ab, Eckart 55bc. Von artusischen rittern wird 48c Lanzelot und Tristan, aus der antiken sage Troja und Alexander 45b, aus dem kreiße der thiersage und der fabel der fuchs Reinhart 32c, die ameiße 31b, die mäuse und der löwe 43d erwähnt. Auch Freidank ist dem dichter bekannt 45b.
Das gedicht ist eine erzählung, in welche aber absichtlich und nicht ohne geschick der lehrhafte stoff eingereiht ist. Einmal, in dem briefe des mädchens an Bertschi, tritt auch die in jener zeit so beliebte figur der allegorie, nicht ohne einen anflug von ironie, auf. Häufig sind kernhafte sentenzen eingestreut, welche manchmal (31c) an die form der priamel streifen und welche in der handschrift am rande meist durch ein notabene ausgezeichnet sind.
Die metrische form des gedichtes sind die gewöhnlichen kurzen verspaare der mittelhochdeutschen kunstepik, oft durch ziemlich unvollkommene reime gebunden. Mitunter kommen lyrische metren, einige male selbst prosa in liturgischen stellen.
Die sprache hat bayerische eigenthümlichkeiten. Dahin gehört z. b. die pronominalform _es_ statt mhd. _ir_. 1c. 3d. 5b. 19c. 20b. 22b. 23bcd. 24c. 31b. 32d. 33ab. 35c. 36b. 40d und oft. Schmellers mundarten s. 187; die dualform _enk_ 8b. Schmell. 187; die silben _der-_ statt _er-_ in _dergangen_ 8b, _dersach_ 8d, _derhaben_ 9, _dertrinken_ 9c, _derlechen_ 9d, _derwachen_ 9d. _w_ = mhd. _b_ zumal im anlaut z. b. _wehalten_ 21d, _wesitzent_ 21d, _weleiben_ 22b, _wehag_ 22d, _wereit_ 25a. Schmell. 83. Spil von einem keiser und eim apt s. 9. Des von Wirtemberc pueh s. 10. Siben meister, Erlanger hs. 79. Zu beachten ist die ein paar mal (z. b. 7c. 13cd. 22d. 48) vorkommende instrumentalform _we_. Schmell. 211. Anlehnungen sind häufig und sehr gewagt, namentlich des artikels und der pronomina: _manr_ = _man ir_ 44b u. s. f. Die construction des accusativs mit dem infinitiv ist nicht selten, z. b. 25a _wiz sei sein geleich_. 41c. Das wörterbuch wird manche bereicherung aus dem gedichte schöpfen. Auch hier kommen wieder bayerische eigenheiten. So _gazlen_ 8d. 56d und sonst. Schmeller 2, 72. _gissübel_ 57b. Schmeller 2, 75. Schmids schwäb. wörterb. 232. _Eritag_ 45c. Grimms mythol. b 113. In einem unzweifelhaft aus Nürnberg stammenden Wolfenbütteler manuscript mit fastnachtspielen steht bl. 202b: _Finis am Erichtag vor vitj 1486 jar. serten_ Schmell. 3, 283. 2b. 5d. 9d. 15c. 18, 39. 18d. 22. 23abc. 24d. 36ad. 37ad. 38b. 39d. 40d. 46a. 50cd. 53b. 55c. 57b. Altswert 54, 24 verbeßert J. Grimm _versorteniu_.
Die handschrift, welche außer unserem gedichte nichts enthält, ist ein in zwei holzdeckel gebundener folioband, auf pergament von einer nicht übeln hand des fünfzehnten jahrhunderts geschrieben, es sind 57 blätter, 2 spalten auf der seite. Die anfangsbuchstaben der zeilen sind durch eine die ganze seite herab reichende verticale linie durchschnitten, welche bald roth, bald grün ist, je nach dem eingangs des gedichtes angedeuteten wechsel des inhaltes. Übrigens trifft der farbenwechsel mit dem des inhaltes häufig nicht überein, so daß es scheint, es sei diese bemalung einem ungeschickten schreiber überlaßen geblieben. Im abdrucke ist der anfang farbloser stellen mit *, der rother mit **, der grüner mit *** bezeichnet worden.
Die handschrift gehörte früher einem Jakob Markwart von Blauburg, der seinen namen mit etwa ins sechszehnte jahrhundert gehörigen schriftzügen auf das erste blatt eingeschrieben hat, nunmehr aber der herzoglichen bibliothek in Meiningen.
Ich füge einige bemerkungen über einzelne stellen bei: die von herrn doctor Holland mitgetheilten bezeichne ich mit H.
1 Die überschrift ist von späterer hand. Darauf folgen die worte _Est Iacobi Marqvardi à Blauburg_.
1c Der text beginnt mit einer gemalten initiale, worin das brustbild eines klerikers in gelbgrünem rocke und barett dargestellt ist, welcher in der linken einen ring hält und mit der rechten darauf deutet. Unter diesem buchstaben ist ein wappenschild, worin sich der oberleib eines stehenden schwarzen bockes befindet, vielleicht das wappen des besitzers.
1d, 15 Der rest der spalte ist eingenommen von einer federzeichnung, ein kosendes liebespaar darstellend.
2, 2 Lappenhäuser kennt auch Rollenhagen. Froschmäusler. Frankf. 1683 s. 396. 496.
2, 21 _Mätzlî_ = Mehthilt. K. Roths kleine beiträge 1, 4. Über die bedeutung von _Rüerenzump_ s. 14b, 29. 22, 24. Über die bildung des wortes s. Grimms deutsche gramm. 2, 961. 1020. Diezs rom. gr. 2, 360. So _Bohrdenschink_ (Rollenhagen 638), _Fegenbeutel_ (fastnachtspiele. Wolfenbütteler hs. bl. 165b), _Fegenteufel_ (fastnachtsp. 166), _Fleuchdiekelt_ (Rollenhagen 625), _Füllnbauch_ (Uhlands volkslieder 1, 612), _Füllenmagen_ (23b), _Gangdiequer_ (Uhlands volkslieder 1, 576), _Griep-en-kerl_, _Habedanc_, _Habenschaden_ (in München), _Haltenhof_ (in Zainingen), _Hauenschild_ (fastnachtsp. 165b), _Hebenstreit_ (fastnachtsp. 128b. 166), _Klingezôr_, _Kützeldarm_ (33b), _Lærdasglas_ (Uhland 1, 612), _Lærenkopf_ (d. h. leere den becher 22d), _Lærenschrein_ (fastnachtsp. 165b), _Lærenstadel_ (fastnachtsp. 165b), _Leckdenspiez_ (2c), _Leckenprei_ (fastnachtsp. 197b), _Leichdenman_ (17c), _Merkenstein_ (Khauz österr. gelehrtengeschichte 185), _Nagenfleck_ (17c), _Raubengast_ (fastnachtsp. 165b), _Raumslant_ (fastnachtsp. 165b. mhd. _Rûmezlant_), _Richteinschant_ (23), _Rüerenbrei_ (fastnachtsp. 165b), _Rüerenmost_ (17b), _Rührendreck_ (Rollenhagen 639), _Saugenfinger_, _Scheuhentag_ (fastnachtsp. 165b), _Schintdennak_ (33b), _Schlagdengast_ (Uhland 1, 576), _Schlickdasbier_ (Uhland 1, 576), _Schreckenfuchs_ (Khauz 185), _Schürenprand_ (23), _Siertdazlant_ (23), _Slintdenspeck_ (17c), _Störenfrid_ (Immermanns Münchhausen 3, 130; sonst _Störefried_), _Suchensinn_, _Suchenwirt_, _War-n-könig_ (schwerlich _Warn-könig_), _Wegendrüssel_ (fastnachtsp. 279 neben _Wagendrüssel_), _Wentenschimpf_ (fastnachtsp. 166ab), _Zuckenrigel_ (fastnachtsp. 165b, jetzt auch _Zuckrigl_), _Zucksschwert_ (fastnachtsp. 165b).
2b, 11? _slehteclîch_. Vgl. 14d, 27. 22b, 35. 54d. So 11c, 7 _liehten_. 14, 7 _rehten_ (?). 15d, 36 _flühten_. 16b, 4 _geflohten_. 17, 6 _getihtet_. 19, 10 _niht_. 20b, 7 _tohter_. 20d, 44 _seht_. 22, 13 _mahts_. 23c _tohter_. 24 _allmähtigen_. 25b _niht_. 27d _gerehtikeit_. 30 _ahten_. 35c _danhten_. 53 _gefohten_. 55 _Mohten_.
2b, 35? _Des_.
3, 12? _strecken: recken_.
3c, 35 Hs. _güter_, das _er_ ist aber untertüpfelt.
3d, 23? _Denn_.
4b, 20? _Leckdenspiez herfür dô trat_.
4d, 27? _nim_.
4d, 38 Vgl. 17b. Helmbrecht 1781. Gr. 1, 954.
5, 19 Die entsprechende reimzeile fehlt.
5c, 38 corrigiert eine wenig spätere hand, die auch sonst auftrit, _ze_.
5d, 2? _Dîn_.
5d, 6? _Dô_.
6b, 7? _ernstlîchen_.
6d, 21 Vgl. 10c.
7d, 26? _Ir seit nit wert, her twerc: berc._ Oder im folgenden _habt tal und berc und erd_.
9, 2? _schrei_. H.
9, 3? _Nu wê_.
9c, 8? _kôt: gebrâht hât_.
10b, 6? _stette: bette_.
10b, 26 Diese scene erinnert an ähnliche in den fastnachtspielen.
11d, 21? _Wan_. Ebenso 12, 16.
12, 40? _gunnest_.
12c, 1? _sprechen_.
13c, 27. So 16, 36.
14, 7? _reichen_. H. So 16, 19.
14b, 16. 19d, 35. 20, 26. 20c, 28f. 20d, 26. 21b, 18. 23, 12. 23d. 28, 15. 29c. Haupts zeitschrift 8, 376.
14c, 8? _miuslî_.
14c, 29? _secken_.
14d, 1? _dritten_.
15b, 12? _dar zuo_.
15d, 20? _weiter_.
17b, 33 Zu dem fehlenden _D_ ist raum gelassen für den miniator.
17d, 38? _deinem_. H.
18c, 36? _verret_.
18d, 25? _mê_. Vgl. z. 4.
20, 30? _ritt_.
20b, 43? _den_.
20d, 44? _Seht_.
21, 11? _sældenrîch_.
21b, 41? _ir_. H.
21d, 13 Über Eustachius vgl. _Gesta Rom_. 110.
21d, 22 _alter part_. Altswerts kittel s. 54.
22, 6? _krumb_. H.
22, 14? _milch_.
22, 43 Vgl. Ecke.
22b, 1? _liet_.
22d Vgl. Weinschwelg. W. Wackernagels deutsches leseb. 1b, 575, 18. Sanct Johannis minne. Vgl. J. Grimms deutsche mythol. b, 54. H. Oswald von Wolkenstein s. 114. Uhlands volkslieder 1, 814. Simrocks volkslieder s. 601.
23b _rainvail_ Schmeller 3, 95. In dem fastnachtspiele von der verdienten ritterschaft Cgm. 4^o. bl. 297 ff. sagt der kaiser zu einem heiseren Sänger: _Iz all morgen ein feigen oder zwuo und vierzig air auz eim schmalz dar zuo, das kan dir schmieren deinen kragen, und ein viertail rainfals, so wirst du singen und sagen._ In der Wolfenbütteler hs. dieses stückes 241b fehlt dieses wort.
23c, 27 _ätti_ ist in der hs. nicht sicher; vielleicht _äni_, noch schwäbisch = großvater.
24c, 2 Eine alte correctur liest _Zehen nocz_.? _Zehene_.
24c, 14 Eine alte correctur liest _niht_.
25b, 22? _bekleiden_.
27, 39? _gereineget_.
27d, 33? _eim_. H.
28, 8? _Sie_.
29d, 30? _am lîbe_. Die hs. hat hier eine alte correctur, welche die lesung unsicher macht.
29d, 32? _schalk_. H.
30, 4 Die zeile ist wohl zu tilgen.
31d, 31? _tisch und bet_.
32c, 40? _pottenbrot_. H. 46, 29.
33, 6? _Ja_. H.
33b, 2 Hagens gesammtabenteuer 3, lxxxj. H.
33b, 5? _frou mær_.
36b, 31? _sûfer_ d. i. _sûber_.
37, 16 Freidank 125, 11. H.
38, 8? _chluog_. H.
38, 16? _verheiter_ fastnachtsp. 218. 219b. 220. Altswert 54, 24.
38b, 3? _Wem_. H.
38b, 37? _in_. H.
38d, 1 Diese und die nächsten entsprechenden zeilen sind doppelt zu denken.
39, 5 Vgl. Massmanns denkmäler 1, 14.
39c, 27 _Holl]_? _her Oll_.
40c, 36? _innen_. H.
40d, 23? _mêrsten_.
41, 15 Der name Kühdaisch kommt noch in Württemberg vor.
41, 42? _verchlag_. H.
41c, 33? _hat_. H.
42, 6? _chäynem_. H. Vgl. 42b, 35.
42, 8? _wolt_. So 45c, 41.
42, 40? _Daz er_.
42d, 44? _falscher_.? _solcher_.
43, 32 Athis 69.
43b, 31 MSHag. 3, 452b.
44, 33? _trunken_. H.
45b, 7? _Der_. H.
45b, 40 Freidank 72, 1. H.
45d, 16? _Daz seu der hanher_. H.
46b, 15 _Parr_ ist wohl = _Bâre_, ital. _Bari_.
46c, 10? _Lintmat_, _Limmat_. H.
46d, 5? _prîol_.
47b, 6? _ungestochen_. H
47b, 11? _Daz ein_.
47b, 17? _mithelfen_. H.
47b, 26? _Ez_. H.
47d, 16 Anklang an den Heuberg?
48b, 17? _kâmen_.
48b, 29? _nant_. H.
48d, 26? _zellet_. H.
49, 37? _ziehen auz hin auf daz_.
49b, 9 Grimms deutsche mythol. 434. H.
49b, 10? _twerg_. H.
50, 5? _unverzait_. H.
50c, 17? _hant_. H.
51, 26 Grimms deutsche rechtsalterth. 320. H.
51b, 22? _Ez_. H.
51c, 6? _zwing in_. H.
52b, 25? _bolz_. H.
52b, 33 Grimms deutsche mythol. 454. H.
54b, 18 W. Grimms deutsche heldensage s. 105. Havelok z. 71. F. Wolf in den jahrbüchern für wißenschaftliche kritik 1834. 2, n. 31, s. 256. H.
54b, 37 Grimms deutsche mythol. 521. H.
55b, 7? _einen starken risen_.
55b, 17? _Dar_. H.
56d, 2? _hahen_. H.
57c, 11? _arm man_. H.
~Tübingen~, 5 Dec. 1850.
ADELBERT KELLER.
DIS BUCH IST GENANDT DER RINGK.
* Der obresten trivaltichäyt, #1c Marien, muoter, räynen mayt, Dar zuo allem hymelschen her Ze lob, ze dienst und auch ze er, Den guoten zlieb, ze fröden schein, 5 Den bösen zläyd, ze hertzen pein Sült es hörren so zehant Eyn puoch, daz ist der Ring genant, Mit äynem edeln stayn bechläyt, Wan es ze ring umb uns beschäyt 10 Der welte lawff und lert auch wol, Was man tuon und lâzzen schol. Chäyn vingerli ward nie so guot, Sam ditz, gehabt in rechter huot. In drew schol ez getäylet sein 15 Besunder nach den sinnen mein. Daz erste lert hofieren Mit stechen und turnyern Mit sagen und mit singen Und auch mit andern dingen. 20 Daz ander kan uns sagen wol, Wie äyn man sich halten schol An sel und leyb und gen der welt; Daz hab dir für daz best gezelt. Daz dritte täyl dir chündet gar, 25 Wie man allerpest gevar Ze nöten, chrieges zeyten, In stürmen, vechten, streyten. Also leyt dez ringes frucht An hübschichäyt und mannes zucht, 30 An tugend und an frümchayt. Nu ist der mensch so chläyner stät, Daz er nicht allwege hören mag Ernstleich sach ân schympfes sage Und fräwet sich vil mangerläy. 35 Dar umb hab ich der gpawren gschräy Gemischet ünter disew ler, Daz sey desta senfter uns becker, Beschäyden doch mit varwen zwäyn: #1d Die rot die ist dem ernst gemäyn, Die grün ertzäygt uns frölich leben. Doch vernempt mich, welt ir, eben! Er ist äyn gpawr in meinem muot, 5 Der unrecht lept und läppisch tuot, Nycht eyner, der auz weysem gfert Sich mit trewer arbäyt nert, Wan der ist mir in den awgen Sälich vil, dez schült ir glawben. 10 Secht er aver ichts hie inn, Das weder nutz noch tagalt pring, So mügt irs haben für äyn mär, Sprach Häynreich Wittenweylär. Derschallend in dem hertzen fro 15 Hebt die täyding an also.