Category: Novels

Der Hohlofenbauer

Es war der letzte Sonnabend im Maien. Vor acht Tagen hatten die Pfingstglocken geläutet. In lustigen Sprüngen hatte die kleine Glocke als erste ihre Klänge in den Maienmorgen hinausgeschickt. An jedes Fenster sollten sie klopfen. Das aber war nicht leicht; denn wo sich sonst a...

Chapters

1. Part 1

Es war der letzte Sonnabend im Maien. Vor acht Tagen hatten die Pfingstglocken geläutet. In lustigen Sprüngen hatte die kleine Glocke als erste ihre Klänge in den Maienmorgen hi...

2. Part 2

»Ach du! Das ist doch nix Unrechtes, wo es sich dein Vater was kosten läßt! Und,« das Mädchen schmiegte sich dichter an den Liebsten, »wenn er mit mir tanzt und ich kann ihm ant...

3. Part 3

Geschäftig aber wühlten Mädchenfinger in dem zur Seite der Wirtshaustreppe stehenden langen Pappkasten, holten die bunten seidenen Tücher, die vorhin den Hammel geziert, und den...

4. Part 4

Sich rückwärts kehrend, sah er den Sohn mit einer Schütte Stroh aus der Scheune kommen. So wenig er mit dem ob seiner stillen Art einverstanden war, so gern achtete er seinen ni...

5. Part 5

Süß, schmerzlich süß klang die Geige durch die Nacht. Eine gottbegnadete, von des Schicksals Geißel blutig geschlagene Künstlerseele vertropfte hinein in des blühenden Flieders...

6. Part 6

Minna Korn aber blickte ihn traurig an. »Da kennst du meinen Mann schlecht. Du hast ihm den Popanz Auslachen und Hanswurst hingestellt, er hat ihn angenommen, er ist der einzige...

7. Part 7

Und Rudolf bitter ernst: »Was nun, Vater? Sollen wir warten, bis ich hier auf dem Hofe die fünftausend Taler verdient habe, sollen wir beide, du und ich, wie die letzten Tage, w...

8. Part 8

Nun sind die Menschen zu Haufen da. Sie sehen in ein Paar weltferne Augen. Der sich über das Straßenpflaster schleifen ließ, löschte just in dem Augenblicke das grause Bild auf...

9. Part 9

Sie hörten ihn beide, die Hohlöfnerin und das Mariele, aber während das Mädchen nicht zu antworten vermochte, weil sie nicht unwahr sein wollte, wußte sich Minna Korn zu helfen....

10. Part 10

»Dabei kommt nix weiter heraus, als daß einer den anderen schlecht macht. Der Städter tut, als wüchsen uns die fetten Schweine binnen Ja und Nein von selber zu, der Bauer, als b...

11. Part 11

Es zuckte krampfhaft in des Weibes Gesicht. Sie erhob sich, nahm ihr Kindchen, das derweile hin und her getrippelt war, auf den Arm, küßte es und stellte es wieder auf seine Füß...

12. Part 12

Und dies Bild braucht der Hohlöfner. Gerade diesen Gegensatz, diesen Aufschwung zum Lichte aus der Düsternis der Not. Das reißt ihn mit. Er formt es nicht in sich, aber er empfi...

13. Part 13

Sie trennten sich am Kreuzwege. Der Hohlöfner ging der Trubichswiese zu und überlegte, daß es klüger sei, dann und wann wieder einmal in das Wirtshaus zu gehen, nicht immer nur...

14. Part 14

Als er die Tür hinter sich geschlossen, nahm die Hohlöfnerin Frau Gretes Hand. »Sie gefallen mir. Ich muß das immer sagen, wie ich's meine. Sie gefallen mir, und ich danke Ihnen...

15. Part 15

»Daß nur der Vater nit ins Sinnieren kommt,« hatte sie ihr gesagt. »Lieber noch eine Dummheit, Mariele, als das Sinnieren. Tu, was du kannst, daß er lacht. Der Vater muß mit Lac...

16. Part 16

Heinrich Korn fuhr zwei volle Wagen in die Stadt. Als er am Abend das Geld auf den Tisch zählte, langte seine Frau nach einem Hundertmarkschein. Der Hohlöfner legte seine Hand a...

17. Part 17

»Ja,« antwortete der hell, »ich habe zwar noch kein Wort über die Stadt mit ihm gesprochen, aber ich sehe, daß er ein Bauer geblieben ist. Der wird nicht mit ungeschickten Hände...

18. Part 18

Und richtig, da stand Philipp Engel im Hoftor und klemmte die Geige unter den Arm. Als er den Bauern auf sich zukommen sah, wollte er davongehen. Der Hohlöfner aber hielt ihn fe...

19. Part 19

Dunnerlichting, so eine dumme Fragerei! Das ist nun schon wenigstens das zehntemal, daß er fragt. Liebesleute sind ein zu dummes Volk! Die Kellerstufen sind mordskalt, die Berte...