Der gelüftete Vorhang oder Lauras Erziehung
Part 7
»Ah«, seufzte sie, »meine geliebte Rose, wie wenig hat meine Neugierde mich zufrieden gestellt. Courbelan kam, wie er dies immer zu tun pflegte. Ich öffnete ihm. Er flog in meine Arme und trug mich auf das Bett. Seine Hände liebkosten mich, wie sie es schon oft getan hatten. Ich leistete ihm keinen Widerstand, doch dann hat er mich mit seinem riesigen Instrument durchbohrt, wie ich es erwartet habe. Aber welchen Schmerz hat mir dies verursacht! Ach, dieses riesige Werkzeug hat mich förmlich zerrissen. Ich wagte nicht zu schreien und brach in Tränen aus. Er versuchte mich zu trösten, indem er mich umarmte und mir versicherte, daß ich Sekunden später nur noch Lust empfinden würde. Er täuschte mich. Als er es wieder versuchte, war mein Schmerz genau so heftig. Er tat es ein drittes Mal, und ich sträubte mich dagegen. Aber er erstickte meinen Widerstand. Auch tat er es diesmal mit sehr viel Vorsicht und Zartheit, daß ich glaubte, diesmal keinen so heftigen Schmerz zu empfinden. Doch es war beinahe dasselbe wie zuvor. Diese furchtbaren Schmerzen mischten sich mit meiner Angst, ein Kind zu bekommen. Du weißt ja, wie Justine mir diesen Gedanken eingeimpft hat. Courbelan hat ein so heftiges Brennen an jenem gewissen Örtchen verursacht, daß ich es nicht einmal zu berühren wagte. Ich habe deshalb auch nicht tanzen können.«
Es fiel mir nicht schwer, Isabelles Mißgeschick zu erklären. »Ohne Zweifel bist Du enger gebaut als Justine, die etliche Jahre älter ist«, warf ich ein.
»Das sagte Courbelan auch. Er meinte, mit der Zeit und durch eine gewisse Übung würde ich schon weiter werden. Aber in der Zwischenzeit werde ich es nicht mehr dulden.«
Es blieb uns also nichts anderes übrig, als uns für den Rest des Abends ruhig zu verhalten, und so schliefen wir schließlich ein.
Am nächsten Tag rief Justine Isabelle in ihr Zimmer und eröffnete ihr, daß sie Courbelans unerwünschten Besuch bemerkt habe. Er habe vergessen, die Pforte ordnungsgemäß zu schließen, auch habe sie bemerkt, daß ihr Bett in Unordnung geraten sei. Sie sagte Isabelle auf den Kopf zu, daß sie, anstatt mit ihrer Mutter fortzugehen, im Haus geblieben sei und die Wohnung erst zwei Stunden später verlassen habe. Sie verlangte von ihr ein offenes Geständnis und versicherte ihr, daß sie sich auch ohne dieses jederzeit davon überzeugen könne, was in der fraglichen Zeit geschehen sei.
Isabelle versuchte sich zu verteidigen, doch die Spuren dessen, was geschehen war, waren so offensichtlich, daß sie schließlich die halbe Wahrheit gestand, ja, Courbelan sei gekommen, und er habe ihr dieselben Aufmerksamkeiten wie früher erwiesen, Justine versicherte ihr, daß sie dies nicht glaube. Sie sei überzeugt, daß Courbelan sie genommen habe, umso mehr, als alle Anzeichen dafür sprächen. Meine Cousine leugnete, aber dieses Mädchen gab sich damit nicht zufrieden. Sie war viel stärker als Isabelle. Ohne weiteres hob sie sie in ihren Armen auf und legte sie auf das Bett. Isabelle vermochte keinen Widerstand zu leisten, und weil sie fürchtete, daß ihr neue Schmerzen bevorstünden, gestand sie schließlich alles, was ihre Gouvernante wissen wollte. Justine, die die Folgen dieses Abenteuers fürchtete, war wütend auf Courbelan, und sie brachte es fertig, seinen künftigen Besuchen so viele Hindernisse in den Weg zu legen, daß es meiner Cousine beinahe unmöglich wurde, ihn zu sehen.
Justine benutzte künftig alle Möglichkeiten, die ihr zu Gebote standen, um eine weitere Verbindung zwischen Courbelan und Isabelle zu verhindern. Courbelan zerstritt sich deshalb mit ihr und zog wenig später in eine andere Stadt. Wahrscheinlich hat er inzwischen sowohl Isabelle als auch Justine vergessen. Diese verließ übrigens meine Tante bald danach. Möglicherweise ist sie ihm nachgereist, um ihn wieder für sich zu gewinnen.
Während der ersten Zeit vermochte Isabelle ihren Ärger darüber, daß sie ihn nicht sehen konnte, nicht zu verbergen. Ich litt unter ihren Launen, aber ich verstand und tröstete sie, so gut mir das möglich war. Schließlich gelang es mir, die Erinnerung an diesen liebenswürdigen jungen Mann in ihr verblassen zu lassen. Ich liebte meine Cousine herzlich, umso mehr, als auch sie eine leidenschaftliche Zuneigung für mich hegte und diese nicht wenig dazu beitrug, daß sie ihren Kummer schließlich vergaß.
Wir blieben noch vier Monate zusammen, und während dieser Zeit lehrte sie mich alles, was sie von Courbelan und Justine erfahren hatte.
Ich entnahm daraus unschwer, daß Courbelan vom ersten Augenblick an seine Augen auf Isabelle geworfen hatte. Unter dem Vorwand, daß Isabelle ein Geheimnis, an dem sie beteiligt war, am besten bewahren würde, hatte er Justine überredet, sie an ihren Spielen teilnehmen zu lassen. Wäre Justines Eifersucht nicht ein so ernsthaftes Hindernis gewesen, er hätte von Isabelle ohne Zweifel früher Besitz ergriffen.
Die Zeit, die ich bei meiner Tante verbrachte, ging zu Ende. Meine Mutter rief mich zu sich zurück. Wir mußten uns trennen und taten es nicht ohne Bedauern. Meine Tante war ganz gerührt über meine Tränen und versprach mir, daß sie alles tun würde, um mich bald wieder bei sich zu haben.
Auch ich bedauerte meine Abreise sehr. Ach, nach all der Freizügigkeit, die ich im Hause meiner Tante genossen hatte, bedrückte mich die Langeweile bei meiner frömmlerischen Mutter, die keinen Menschen bei sich sehen wollte, umso mehr.
Doch es wurde nicht ganz so schlimm, wie erwartet. Denn ich vermochte im Haus meiner Mutter Nutzen aus allem zu ziehen, was mich der Zufall und Isabelle gelehrt hatten. Ich bereitete mir tagtäglich die wollüstigsten Sensationen, so wie Isabelle dies getan hatte, ja, ich verdoppelte meine Lust noch durch die reizvollen Bilder meiner Einbildungskraft. Ich dachte nur an Männer. Meine Gedanken und Begierden waren nur mit ihnen beschäftigt. Wenn ich sie sah, heftete ich meine Augen auf jene Gegend, wo ich das Idol ruhen wußte, das meine Phantasie so sehr entflammte. Ah, welches Feuer verbreitete sich in meinem Körper, wenn ich nur daran dachte!
Und just, als ich mich in dieser Verfassung befand, kehrte Vernol von seiner Schule zurück. Wie schön erschien er mir! Ich war fasziniert von ihm. Bis dahin war mir sein Charme entgangen. Zwar hatten wir von unserer frühesten Kindheit an eine lebhafte Freundschaft füreinander empfunden. Doch nun änderte sich unsere Situation. Er schien alle meine Begierden auf sich zu ziehen. Ein leidenschaftliches Feuer belebte meine Sinne, wenn ich ihn nur ansah. All meine Gedanken kreisten um ihn. Ich wünschte mir leidenschaftlich, an ihm jene Region aus der Nähe besichtigen zu dürfen, die zu sehen mir bei Courbelan vergönnt gewesen war. Ich wußte natürlich, daß ich zu jung war, die Begierden eines Mannes zu erwecken. Die Leiden, die Isabelle ertragen hatte, erschreckten mich. Und im Übrigen kannte ich niemanden, der seine Augen auf mich geworfen hätte. So ist es kein Wunder, daß Vernol, mit dem mich eine innige Freundschaft verband, schließlich das Ziel all meiner Wünsche wurde. Sein Zimmer war neben dem meiner Mutter, wo ich schlief. Wenn diese fromme Seele zur Kirche gegangen war, wo sie jeden Morgen zwei oder drei Stunden verbrachte, schloß ich die Tür hinter ihr ab.
Sie glaubte, wir schliefen, und ließ uns in Frieden. Doch angestachelt von meinen Begierden, eilte ich im Nachthemd, so wie ich war, in das Zimmer meines Bruders und trieb mit ihm tausend Mutwilligkeiten, während er im Bett lag. Ich neckte ihn, ich umarmte und küßte ihn und versetzte ihm leichte Schläge auf seinen festen Hintern. Er hielt wacker mit, zog mich auf sein Bett, küßte mich und bearbeitete mein Hinterteil mit der Hand, indem er mir die Schläge heimzahlte, die er von mir bekommen hatte. Dieses Spiel wiederholten wir jeden Morgen. Als er mich wieder einmal auf sein Bett warf, verschob sich mein Hemd, und ich strampelte mit meinen Beinen in der Luft. Er konnte geradewegs in meine kleine Grotte sehen. Da spreizte er meine Schenkel und legte seine Hand dazwischen. Er konnte gar nicht genug bekommen, mich zu betrachten und zu berühren. Ich ließ es ihn tun. »Ah, Rose«, sagte er, »wie verschieden wir beide doch sind«.
»Wie das?« fragte ich scheinheilig. »Was meinst Du damit, daß wir verschieden sind?« Ich machte meine unschuldigste Miene, während ich ihn dies fragte.
»Nun, sieh selbst«, sagte er ganz unbefangen und hob sein Hemd, so daß ich sein kleines Werkzeug sehen konnte, das augenblicklich groß und stark wurde. Ich hatte es niemals zuvor gesehen.
Scheinbar ganz harmlos, nahm ich die kleine Lanze in die Hände und betrachtete sie von allen Seiten. Ich liebkoste sie, zog ihre Spitze ein wenig aus ihrer Umgebung hervor und hatte schließlich die Genugtuung, ihn in eine heftige Erregung geraten zu sehen.
Schließlich wurde er ungeduldig, mit mir dergleichen zu tun, und bat mich: »Rose, laß mich Dich noch einmal anschauen.«
Ich tat ihm den Gefallen und legte mich wieder hin. Er zog meine Beine in die Höhe und spreizte sie. Mit großer Aufmerksamkeit betrachtete und berührte er alle Teile meiner Liebesgrotte. Aber er wußte nicht, wie er sie behandeln sollte. Er kniete über mich gebeugt auf dem Bett. Ich schob meine Hand zwischen seinen Schenkeln hindurch, um sein hübsches Kleinod aufs Neue zu liebkosen. Es belustigte mich, den roten Kopf desselben auftauchen und wieder verschwinden, zu sehen. Das Vergnügen, das ich ihm bereitete, verdoppelte das meine. Ich ruhte nicht eher, als bis ich mich seiner ganz bemächtigt hatte. Ich küßte ihn, ich verschlang ihn beinahe, ich liebkoste seinen ganzen Körper. Das Auf und Ab, das meine Hände an seinem reizvollen Spielzeug vollführten, zeitigte schließlich den gewünschten Erfolg. Es versprühte dieselbe weiß schäumende Flüssigkeit, die Courbelan in Justines Hände versprüht hatte.
Diese Situation, die für ihn ganz neu war, sein Erstaunen und seine unzweifelhafte Lust waren für mich ein köstliches Schauspiel. Seine Hand glitt zwischen meine Schenkel und ruhte dort ohne alle Bewegung. Ich legte mich wieder auf das Bett und erteilte ihm eine Lektion, die ihm völlig neu war. Alles erschien ihm außergewöhnlich und wundervoll. Ich führte ihn von einem Erstaunen zum nächsten. Ich nahm sein Instrument, ich küßte es, ich saugte daran und ließ es zur Gänze in meinem Mund verschwinden. Augenblicklich kam es wieder in jenen liebenswürdigen Zustand, in dem es zuvor gewesen war.
Bis jetzt hatte ich nicht gewagt ihm zu zeigen, was ich wirklich wünschte. Aber schließlich beraubte ich ihn im Übermaß der Erregung seines Hemdes und entledigte mich auch des meinen. Nichts verbarg mir die Reize, die die Natur ihm verliehen hatte, ich liebkoste sie alle, und er vergalt mir meine Zärtlichkeiten auf dieselbe Weise. Sein reizendes kleines Werkzeug war wieder ganz steif. Schließlich warf ich mich, von Begierde überwältigt, auf ihn und drängte es selbst in meinen Leib. Ah, wie gut mir das tat! Ich war natürlich noch eng, aber er war nicht groß. Wir stießen einander aus Leibeskräften. Schließlich ließ ich mich völlig auf ihn sinken und spürte, wie er ganz in mich eindrang. Augenblicklich erfüllte mich eine leidenschaftliche Befriedigung. Auf diese Weise verloren wir beide zugleich unsere Jungfernschaft. Ah, welche Wollust erfüllte uns dabei! Vernol wußte nicht, wie ihm geschah. Wir genossen diese reine Seligkeit bis zum Exzeß.
Die Ekstase überkam ihn. Seine Arme, die mich umklammert hielten, sanken herab. Ich verhielt meine Bewegungen und ließ mich auf ihn sinken. Ach, er ahnte wohl, daß ich in diesem Augenblick dasselbe wie er empfand.
Eng umschlungen versanken wir in jene wohltätige Ermattung, die fast so wollüstig wie die Wollust selbst ist. Doch da ich viel früher zu mir selbst zurückfand als er, sah ich mich gezwungen, ihn dazu zu bringen, daß seine Hand sich noch einmal auf eine höchst erfreuliche Weise mit mir beschäftigte.
Wir unterzogen uns in der Folge jeden Tag diesen angenehmen Übungen. Entweder kam ich in sein Bett oder er in meines. Wenn wir es ohne Gefahr der Entdeckung tun konnten, vereinten wir uns sogar im Laufe des Tages. Während der Nacht konnten wir nicht zusammenkommen, aber meine Träume waren ganz und gar von wollüstigen Bildern erfüllt, und ich opferte die Vergnügungen, die ich mir verschaffte, seinem Gedenken. Er tat in seinem Zimmer desgleichen, und am Morgen fanden wir uns zusammen, um unsere nächtlichen Phantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Natürlich wollte er wissen, aus welchen Quellen mein Wissen stammte. Doch ich wagte ihm dies nicht einzugestehen, und so verloren sich meine intimen Geständnisse in Allgemeinheiten. Erst als ich seiner Diskretion völlig sicher sein konnte, erzählte ich ihm alles. Doch ach, inmitten unserer Vergnügungen mußten wir uns trennen. Es galt Abschied zu nehmen, weil Vernol an seine Schule zurückkehren mußte. Mein Schmerz war unendlich, ich kann ihn auch nicht beschreiben. Ach, wie lang ist mir die Zeit ohne ihn geworden!
Doch nun ist er endlich zurückgekehrt.«
6. Kapitel
Nachdem Rose ihre Geschichte, die mich, soweit sie Vernol betraf sehr berührte, beendet hatte, ergriff ich das Wort.
»Du weißt nicht, mein teurer Vater«, sagte ich, »was Rose mir noch erzählt hat. Sie hat nicht gewagt, Dir dies zu eröffnen. »Liebste Laura«, sagte sie mir, »ich weiß, daß Vernol eine heftige Leidenschaft für Dich ergriffen hat. Er selbst hat es mir gestanden. Trotzdem bin ich nicht im Geringsten eifersüchtig, denn ich liebe Dich aufrichtig. Du bist schön, er ist liebenswürdig, ich werde mich freuen, Dich in seinen Armen zu sehen, ja, meine Liebe, ich werde euch selbst zusammenführen, und mein Glück wird seine Seligkeit sein!« Ist sie nicht närrisch, die gute Rose?
Natürlich stellten wir mit Leichtigkeit fest, daß Rose das Vergnügen leidenschaftlich liebte. Wir sagten ihr das, und sie gab es zu. Die wollüstigen Bilder, die sie vor unseren Augen hatte erstehen lassen, hatten ihr Temperament enthüllt. Sie hatten aber auch ihre Wirkung auf uns nicht verfehlt. Mein Vater gab einen überzeugenden Beweis davon. Sie bemächtigte sich seiner Lanze, und um uns die Macht der Verführung ganz zu beweisen, wies sie diesem liebenswürdigen Objekt selbst den Weg. Sie ruhte nicht eher, als bis sich die Seufzer unserer Lust vermischten. Sie erreichte dieses reizvolle Ziel als erste, und während sie meinen Vater festhielt, rief sie: »Bezeuge mir dasselbe Vertrauen, das ich euch entgegenbrachte. Was wir drei hier getan haben, hat mir die Augen geöffnet und mir die Freiheit gegeben, euch alles zu schildern, was ich mit Vernol getan habe.«
Mein Vater stimmte zu.
»Schön, meine Liebe. Rose, Du wirst eine neue Rolle spielen, damit ich Dich prüfen kann«, sagte er und stand auf, um den Godmiche zu holen. Er befestigte ihn an Roses Gürtel, und sie war von diesem nützlichen Instrument, das sie noch nicht kannte, begeistert. Er ließ mich auf ihr liegen und führte das Instrument in mein Inneres. Dann befahl er ihr, mich wie einen Mann zu behandeln, mich aber gleichzeitig zu kitzeln. Als ich meinen Gipfelpunkt nahen fühlte, riet er ihr, kräftiger zu stoßen. Währenddessen beugte er sich über mich und stieß seinerseits seine Rute in meinen Hintern. Rose hielt sich vortrefflich. Ich hielt ihre Brüste umklammert, sie liebkoste die meinen, unsere Zungen vermählten sich, ich fühlte mich sterben. In dem Augenblick, in dem ich nahe daran war, mein Bewußtsein zu verlieren, entlud sie den Godmiche. Meine Grotte war im Nu überflutet, und zur gleichen Zeit fühlte ich, wie mein Geliebter sich tief in meinem Innern verströmte. Seine Zuckungen mischten sich mit meiner Wollust, an der Rose durch die Reibung des Godmiche an ihrer Klitoris ihrerseits teilnahm. Schließlich sank ich, in Wonne ersterbend, auf sie. Mein Vater erhob sich, und schließlich, als es schon gegen Mittag ging und wir uns etwas erholt hatten, standen wir auf.
Bis jetzt habe ich Dir noch nicht erklärt, was ein Godmiche ist. Höre also! Es handelt sich um eine Nachbildung des männlichen Gliedes. Der einzige Unterschied besteht in den Einkerbungen an seiner Spitze, die dazu dienen, die Empfindungen lebhafter werden zu lassen. Es ist aus Silber, doch mit einer Art Lack in den natürlichen Farben überzogen und blank poliert, dazu fest und leicht. In der Mitte hat es einen Hohlraum, in den man eine Flüssigkeit einfüllen kann. Diese wird durch eine Art von Düse ausgespritzt, um die Aktion des natürlichen Gliedes zu imitieren. Man kann dieses famose Instrument am Gürtel befestigen, und dann ist es selbst einer Frau möglich, als Mann zu agieren.
Rose war begeistert von diesem Instrument. Ich füllte es vor ihren Augen mit lauwarmer Milch und zeigte ihr dann, wie man es zum Spritzen bringen konnte. Im Übrigen verwendet man häufig auch lauwarmes Wasser, das mit Fischleim vermischt wird. Diese Mischung ist nämlich dem männlichen Samen am ähnlichsten.
Als ich Rose alles gezeigt hatte, streifte sie augenblicklich ihr Hemd zurück und bestand darauf, sich dieses reizvollen Instruments zu bedienen. Ich begann herzlich zu lachen, als ich sie in dieser Situation sah. Mein Vater, der inzwischen hinausgegangen war, kam wieder und wollte sehen, was es gäbe. Auch er begann zu lachen und sagte zu Rose: »Laß es für jetzt damit genug sein, meine Liebe. Wir haben für den Augenblick etwas Besseres vor!«
Doch sie fuhr fort mit ihrem närrischen Betragen, und so führte er mich schließlich aus dem Zimmer. »Meine liebe Laura«, sagte er zu mir, »Rose wird ohne Zweifel eines Tages das Opfer ihrer Begierden und ihres Temperaments werden. Nichts kann sie zurückhalten. Sie überläßt sich ihrem Verlangen mit einer Glut, die kein Maß kennt. Sei versichert, sie wird für ihre Unklugheit bitter bezahlen, und vielleicht auch der arme Vernol, der durch sie solchen übertriebenen Exzessen unterworfen wird. Doch ich werde sie für meine Zwecke benützen.«
Er kehrte zu Rose zurück, und ich hörte ihn sagen:
»Meine Liebe, was Du uns da über Deinen Bruder gesagt hast, beweist Deine Freundschaft für ihn wie für Laura. Aber kann man auch auf euer beider Diskretion rechnen? Diese ist absolut notwendig, wenn aus einer erfreulichen Freundschaft nicht großes Unheil entstehen soll.«
»Ich habe euch nicht getäuscht«, versicherte Rose, »und alles, was ich euch gesagt habe, ist nur die Frucht meines Vertrauens, nicht einer sträflichen Indiskretion. Ach, ich ahne wohl, daß Sie für mich dasselbe sein könnten wie Laurette für Vernol. Er hat mir gestanden, daß er in Laura vernarrt ist, und ich hoffe sehr, daß ich selbst Ihnen nicht völlig gleichgültig bin. Wäre es möglich, daß Sie uns etwas verweigern könnten, was für uns alle eine Quelle der Lust sein wird? Ah, wie werde ich vor Freude springen, wenn Sie sich uns nicht widersetzen, und wenn auch Laurette, wie ich dies hoffe, zustimmt.«
»Ich gebe meine Zustimmung«, sagte mein Vater, »doch sage Vernol noch nichts von unserer Übereinkunft. Es erschiene mir schädlich, ihn jetzt schon einzuweihen. Sag ihm nur, daß er sich bereithalten soll.«
»Ah, das verspreche ich für mich selbst wie auch für ihn«, versicherte Rose eifrig.
»Ich muß euch noch etwas Wichtiges sagen, Dir und ihm«, fuhr mein Vater fort, »Laura ist nur in der Öffentlichkeit meine Tochter, nicht aber dem Blut nach. Doch siehst Du wohl, sie ist mir deshalb nicht weniger lieb. Im Übrigen soll kein Mensch in dieses Geheimnis eingeweiht werden außer euch beiden. Sag Deiner Mutter, daß wir Vernol und Dich gern auf eine Landpartie mitnehmen würden, und bitte sie um ihre Einwilligung. Aber ihr müßt über alles, was geschehen wird, Stillschweigen bewahren.«
Keines von all diesen Worten war mir entgangen. Rose erreichte natürlich mit Leichtigkeit, daß sie und Vernol sich uns anderntags anschließen konnten. Ich selbst verbrachte den Rest des Tages in größter Aufregung bei einer Bekannten, während mein Vater jene Vorbereitungen traf, die ihm notwendig erschienen.
Am anderen Nachmittag fanden wir einen geschlossenen Wagen vor unserem Haus. Er führte uns zu einem sehr hübschen Landsitz, der in einiger Entfernung von der Stadt gelegen war. Das Haus war mir bis dahin unbekannt gewesen. Vermutlich gehörte es einem Freund meines Vaters, der es diesem zur Verfügung gestellt hatte. Vernol hatte seine natürlichen Vorzüge noch zu erhöhen versucht, Rose und ich trugen beide sehr elegante Deshabilliés. Wir kamen gegen vier Uhr an.
Welch eine wundervolle Zeit! Eine Weile ergingen wir uns in dem Garten, der in den prächtigsten Farben des Herbstes prangte. Sein phantastischer Schmuck hob sich bunt aus dem grünen Rasen. Das war nicht einer jener Gärten, in denen Regelmäßigkeit und Symmetrie alle Natur ersticken. Vielmehr war er großzügig angelegt und brachte so den Reiz der Natur auf das vollendetste zur Geltung. Wir genossen die liebliche Landschaft, die so recht mit unserer festlichen Stimmung harmonierte. Waren wir nicht dabei, ein Fest zu feiern, wie es die Natur nur den glücklichsten ihrer Geschöpfe gewährt?
Nach diesem Spaziergang, den unsere Küsse und Vertraulichkeiten doppelt reizvoll gemacht hatten, betraten wir das Haus. Mein Vater führte uns in einen schönen Salon, wo für uns eine leichte Mahlzeit angerichtet war. Wir sprachen dem köstlichen Wein und den Früchten zu, und sei es nun durch das natürliche Feuer des Weines oder durch ein Mittel, das mein Vater hineingemischt hatte -- er kannte ja deren genug --, fühlten wir uns darauf merkwürdig erregt. Wir warfen uns spielerisch die Blumenkränze zu, mit denen wir uns geschmückt hatten. Ach, es gab noch andere Blumen zu pflücken! Wir befanden uns in einem reizenden Gemach, das mit prächtigen Girlanden bekränzt und von Kerzen erleuchtet war. Kostbare Venezianerspiegel warfen das Bild dieses festlichen Raumes in unzähligen Varianten zurück. Wir bewunderten die ausschweifenden Gemälde, welche die Wände schmückten.
O Himmel, was für Gemälde! Der göttliche Aretino hätte keine wollüstigeren erfinden können. Außer diesen war der Raum noch von etlichen wundervollen Skulpturen geschmückt, die ebenso wie die Bilder der Inspiration der Lust dienten.
Es dauerte auch nicht lange, so befanden wir uns in einem Delirium der Begierde. Bacchus und Amor hatten sich verbündet, ihre Triumphe zu feiern. Rose, die sich von diesen beiden reizenden Gottheiten am lebhaftesten angeregt fühlte, eröffnete den Reigen der Lust. Sie warf sich meinem Vater an den Hals, sie umarmte Vernol. Ah, wie leidenschaftlich küßte sie mich und verführte mich dadurch dazu, dasselbe zu tun. Sie raubte mir mein Taschentuch, das sie ihrem Bruder zuwarf, während sie ihr eigenes meinem Vater gab. Sie hieß ihn ihre Brüste küssen und brachte Vernol dazu, daß er dasselbe mit den meinen tat. Unsere Lippen verschmolzen schließlich miteinander. Diese Spiele, die sich in den Spiegeln vervielfältigten, erhitzten unsere Leidenschaften. Unsere Wangen glühten, unsere Augen sprühten, und unser Atem ging heftig. Vernol befand sich schon im Zustand halber Auflösung, seine Augen waren voll Feuer. Er erschien mir schön wie der helle Tag. Ich betrachtete ihn in diesem Augenblick mit einem göttlichen Vergnügen, und sein Anblick verdoppelte meine Begierden. Er war seiner selbst kaum mächtig. Rose wollte, daß ich mich auf eine Bergère legte, und ich tat es. Sie rief Vernol zur Hilfe. Zusammen schürzten sie meine Röcke, und dann versetzte Rose mir etliche leichte Schläge. Kurz, sie tat alles, damit Vernol zu sehen bekam, wonach er seufzte. Ich wollte mich rächen, aber sie ließ mich gar nicht erst in diese Lage kommen. Augenblicklich warf sie sich auf einen Diwan und reckte bereitwillig ihre Beine in die Höhe, so daß all ihre natürlichen Reize sich meinem Blick boten. Natürlich benutzten wir die Gelegenheit, sie zu liebkosen, doch kaum daß wir sie berührten, begannen schon die Fontänen der Lust zu sprühen. Wir waren im Nu überströmt, denn sowohl Vernol als auch mein Vater erwiesen sich als höchst freigebig, ohne daß ihr Verlangen dadurch gemildert worden wäre, wie wir uns bald überzeugen konnten.
Rose sprang auf die Beine und warf sich auf meinen Vater.