Der gelüftete Vorhang oder Lauras Erziehung
Part 4
Es dauerte tatsächlich nicht lange, so fühlte ich mich reichlich unbehaglich. Mein Kopf war benommen, meine Augen hatten ihre Lebhaftigkeit verloren, und ich litt an heftigen Krämpfen, die mir etwas völlig Neues waren. Endlich, nach acht oder neun Tagen, war alles vorbei, und ich fühlte mich so heiter wie zuvor und strahlte vor Gesundheit.
Wie freute ich mich über dieses Ereignis. Ich war ganz verrückt und umarmte Lucette.
»Meine Liebe, wie glücklich werde ich sein!« Ich fiel meinem Vater um den Hals und bedeckte ihn mit Küssen:
»Ach, endlich«, rief ich, »befinde ich mich in dem Zustand, in dem Du mich so gerne sehen wolltest. Wie glücklich bin ich, daß ich Dein Verlangen endlich befriedigen kann! Mein einziges Glück wird es sein, Dir ganz zu gehören. Deine Liebe und deine Zärtlichkeit werden meine Seligkeit sein.«
Er nahm mich in seine Arme und zog mich auf seine Knie, um mir die Zärtlichkeiten, die ich ihm erwies, wiederzugeben. Er preßte meine Brüste und küßte sie. Er sog an meinen blühenden Lippen, seine Zunge vermählte sich mit der meinen. Meine Schenkel, mein Hinterteil, ja selbst meine kleine Spalte, alles war der brennenden Berührung seiner Hände ausgeliefert.
»So ist er endlich gekommen, meine reizende Laura, jener beglückende Augenblick, in dem Deine Zärtlichkeit und die meine sich im Strom der Begierde vereinen werden. Noch heute werde ich Deine Jungfernschaft nehmen und die Blume pflücken, die sich so herrlich entfaltet hat. Ich schulde es Deiner Liebe. Du mußt allerdings wissen, daß die Wonnen, die unserer Umarmung folgen werden, durch einige Augenblicke des Schmerzes erkauft werden müssen. Ich werde Dir wehtun, wenn ich Deine Rose breche, mein reizendes Kind.«
»Was macht das schon aus? Laß mich bluten, wenn Du willst, kein Opfer wird mir zu groß sein. Ich begehre nichts so sehr, als Deine Lust und Deine Befriedigung.«
Das Feuer der Leidenschaft brannte in seinen Augen wie in den meinen. Die liebenswürdige Lucette, die an dem wunderbaren Opfer mitwirken wollte, zeigte nicht weniger Rührung, als wenn sie das Opfer selbst an mir hätte vollziehen sollen.
Sie führte mich in ein Gemach, das für den erhebenden Anlaß schon vorbereitet worden war. Alles Tageslicht war daraus verbannt. Ein riesiges Himmelbett, das ganz mit blauem Satin bezogen war, prangte inmitten der Spiegel, von denen es umgeben war. In der Mitte des Bettes befand sich auf den blauseidenen Decken ein Kissen, das gewissermaßen den Opferstein darstellte.
Lucette verstand es ausgezeichnet, all die Vorzüge herauszustreichen, welche die Natur mir gegeben hatte. Sie schmückte dieses freiwillige Opfer mit feuerroten Strumpfbändern und einem Gürtel, der wie bei einer zweiten Venus meine schlanke Taille zur Geltung brachte. Meine üppig fließenden braunen Locken wurden gleichfalls durch ein rotes Band zusammengehalten. So blieb ich ganz allein in dem Raum, in dem bald das köstlichste Opfer stattfinden sollte. Ich betrachtete mich mit einer unbeschreiblichen Zufriedenheit in den Spiegeln, die den blauseidenen Bettaltar umgaben. Mein entblößter Körper schimmerte wie mattes Elfenbein. Meine jungen, zarten Brüste erhoben sich wie strahlende Früchte, die von zwei Knospen in der zartesten Rosenfarbe gekrönt wurden. Ein reizender goldfarbener Flaum bedeckte den Ansatz meiner Schenkel und warf einen köstlichen Schatten auf meine Liebesgrotte, die zwischen den beiden rosigen Lippen ein winziges Ende der Klitoris erkennen ließ. Es war, als ob sich eine Zunge begehrlich zwischen den beiden Lippen vorstreckte. Dazu meine schlanke Taille, meine zierlichen Füße, meine schön geschwungenen Beine und wohl gerundeten Schenkel, sowie ein Hinterteil, dessen rosige Rundungen zur Freude wie geschaffen schienen!
Wirklich, selbst Amor hätte sich mit mir nicht messen können, wenn er mein Geschlecht gehabt hätte. Das war in etwa der Tenor der Elogen, mit denen Lucette meinem Vater gegenüber meine Schönheit pries. Ich fühlte mich emporgetragen von einer Woge der Trunkenheit, von einem Liebesrausch ohnegleichen. Wie glücklich war ich, den Mann, der mir so viel bedeutete, mit meinem Überfluß zu beglücken.
Er prüfte und bewunderte all die Schätze, die vor ihm ausgebreitet waren. Seine Hände, seine Lippen brannten auf meinem Körper. In uns beiden flammte die Leidenschaft einer jungen Liebe auf, für die es keine Hindernisse gibt und die endlich den Lohn ihrer Geduld und Sehnsucht zu pflücken hofft. Ich hatte mir diesen Augenblick so lebhaft gewünscht und preßte den Urheber künftiger Freuden mit einer Leidenschaft an mich, als wollte ich ihn nie wieder aus meinen Armen entlassen.
Lucette entkleidete ihn vollständig. Er legte mich auf das Bett, so daß mein Hinterteil auf dem Kissen zu liegen kam. Ich nahm die wundersame Waffe in die Hand, durch die meine Jungfernschaft zerstört werden sollte. Oh, wie liebkoste ich dieses schwellende Schwert, das nun bald gewaltsam meine Rose durchbohren sollte, die mit solcher Sorgfalt viele Jahre hindurch gepflegt worden war. Meine Phantasie brannte vor Verlangen nach diesem bedeutsamen Augenblick. Meine Liebesgrotte verzehrte sich nach dem holden Eindringling, dessen Nähe allein mich mit einem wundervollen Feuer der Begeisterung erfüllte. Wir hielten uns umschlungen und lagen einer auf dem anderen. Unsere Lippen, unsere Zungen vermählten sich. Ich wußte nicht mehr, was ich tat, sondern schlang meine Beine um seine Lenden, und während ich ihm entgegenkam, durchbohrte er mich mit einem einzigen schnellen Stoß. Der heftige Schmerz, den ich in diesem Augenblick empfand, entriß mir einen Schrei, der ihn von seinem Sieg überzeugte.
Lucette, die ihre Hand geschickt zwischen uns schob, begann mich zu liebkosen, während ihre andere Hand meine Lenden streichelte. Der Schmerz mischte sich mit Wollust, so wie sich der holde Tau der Lust mit meinen Blutstropfen mischte. Ich fühlte eine zarte und unaussprechliche Wonne in mir aufsteigen und versank in einen Abgrund der Lust. Kraftlos lag ich in den Armen des Geliebten und fühlte mich sterben, während ich die unaussprechlichsten Wonnen, eine subtile Art von Qual erlitt, die mir heute noch unbeschreiblich erscheint.
Welch wundervoller Zustand! Neue Zärtlichkeiten riefen mich wieder ins Leben zurück. Er küßte mich, seine Hand liebkoste meine Brüste und meine Liebesgrotte, er spreizte meine Beine in die Luft, um sein Werk zu besichtigen. Ich faßte währenddessen nach seinem Instrument, das unter meinen Liebkosungen sofort seine ursprüngliche Festigkeit wieder annahm. Und alsbald ging er wieder an meine Eroberung. Noch war das schmale Pförtchen nicht leicht zu durchbrechen, doch die immer liebenswürdige Lucette besänftigte mich durch ihre Liebkosungen, und ich versank von neuem in jene wollüstige Apathie, die ich eben kennen gelernt hatte.
Der Mann, der mein Vater gewesen und nun mein Liebhaber war, nahm voller Stolz über seine Eroberung und bezaubert von dem Opfer, das ich ihm dargebracht hatte, das Kissen, auf dem dieses Opfer vollzogen worden war -- es zeigte die Spuren des vergossenen Blutes und betrachtete diese Trophäe seines Sieges liebevoll.
»Meine Laura, geliebtes und liebenswürdiges Kind«, sagte er schließlich, »Lucette hat Deine Lust gesteigert. Erscheint es Dir da nicht gerecht, daß wir sie nun daran teilnehmen lassen?«
Ich umschlang ihren Hals und zog sie auf das Bett. Er nahm sie in die Arme und zog mich an ihre Seite. Ich schürzte ihre Röcke und fand sie darunter ganz feucht. »Ah, wie feucht Du bist, meine Liebe! Ich werde Dein Vergnügen erhöhen, wenn ich es kann.« Ich nahm seine Hand und ließ ihn einen Finger in ihre Grotte stecken, wo er Kommen und Gehen spielte, während ich sie kitzelte. Sie zögerte nicht, in dieselbe wollüstige Ekstase zu verfallen, die ich vorhin so glücklich an mir erfahren hatte.
O meine geliebte Eugenie, wie wundervoll war dieser Tag für mich! Ich gestehe Dir, meine teure Freundin, es war der schönste Tag meines Lebens und zugleich der erste, an dem ich die Wonnen der Liebe in ihrem vollen Umfang erfahren habe. Selbst wenn ich heute daran denke, überkommt mich ein wollüstiger Schauer, den ich Dir nicht beschreiben kann.
In dem Raum herrschte eine angenehme Wärme. Ich fühlte mich so, wie ich war, unendlich wohl, und hatte kein Bedürfnis, mich wieder anzuziehen. Ich befand mich in einer Art von süßem Wahnsinn und wollte, nackt wie ich war, mit meinen beiden Lieben soupieren. Die wachsame Lucette hielt die Dienerschaft fern. Sie war liebenswürdig genug, uns ganz allein zu bedienen, nachdem sie die Türen sorgfältig verschlossen hatte. Ich wollte, daß auch sie sich in diesem Zustand sehen ließ, und entkleidete sie eigenhändig. Ah, wie reizend erschien sie mir. Wir setzten uns zu Tisch. Mein Geliebter saß zwischen uns und wurde von uns beiden mit Zärtlichkeiten verwöhnt, die er uns bereitwillig wiedergab.
Bald waren wir aufs Neue entflammt. In einem so erregten Zustand war es nur verständlich, daß sich die geliebte Waffe, der ich mich vorhin so tapfer unterworfen hatte, wieder in ihrer vollen Stärke aufrichtete. Die Tafelfreuden verloren bald alles Interesse für uns, und wir eilten zu unserem geliebten Bett. An diesem Tag, der einzig und allein mir gewidmet war, empfand ich noch einmal die vollen Wonnen der Liebe.
Mein Geliebter legte sich an meine linke Seite, seine Schenkel unter den meinen, die ich geöffnet hielt. Kräftig pochte seine Lanze an meinen Eingang. Lucette nahm meinen Kopf zwischen ihre Knie. Ihre reizende Kleine war direkt vor meinen Augen. Ich streichelte und kitzelte sie und liebkoste ihr Hinterteil, das munter in die Luft ragte. Ihr Leib berührte meine Brüste, ihre Schenkel waren zwischen meinen Armen. Wir glühten alle drei vor Begierde. Sie öffnete meine Schamlippen, die von einem lebhaften Rot waren, und versah mich mit jenem köstlichen Schwamm, der meinen Geliebten in die Lage versetzen sollte, sich ohne alle Scheu in mich zu ergießen. Es schmerzte mich ein wenig, als ihn Lucette mit behutsamen Fingern in mich einführte, ich litt. Doch ertrug ich diesen Schmerz in der Hoffnung auf eine höchst erfreuliche Sensation. Lucette selbst bahnte dem köstlichen Instrument den Weg. Es drang mühelos ein, während sie mich kitzelte. Ich leistete ihr währenddessen einen ähnlichen Dienst, während die Finger meines Geliebten in Lucettes Grotte spielten. Er wiederholte dabei die Bewegungen, die sein Instrument in mir vollführte. Ah -- all diese Variationen, diese Stellungen, diese Vielfalt von Sensationen! Wir fühlten, wie die Lust über uns zusammenschlug. Halb ohnmächtig vor Lust verströmten wir uns beinahe gleichzeitig. Danach waren wir wohlig ermattet. Lucette stand auf, um Ordnung zu machen, und als sie damit fertig war, legten wir uns alle in ein Bett und schliefen aneinandergeschmiegt ein. Diese Nacht war in meiner Vorstellung mehr als der festlichste Tag.
Ach, liebe Eugenie, warum übertrifft die Einbildungskraft die Wirklichkeit immer wieder, wo diese allein doch unser Glück ausmachen kann? Ich glaubte natürlich, daß nun alle Tage wie dieser eine sein würden, doch mein väterlicher Geliebter, der weiterhin über meine Gesundheit wachte, machte mir anderntags folgende fatale Eröffnung: »Meine teure Laurette, ich kann Dir nicht verbergen, daß ich etwas tun muß, das uns allen schmerzlich sein, wird. Dein Temperament ist noch nicht gefestigt genug, als daß ich Dich ihm überlassen könnte, und Du bist mir viel zu teuer, als daß ich Dir nicht alle Aufmerksamkeit widmen würde, deren ich fähig bin. Währenddessen wirst Du nur unsere Zärtlichkeiten genießen. Du wirst in gewisser Weise an unseren Vergnügungen teilnehmen, aber nur ab und zu wird Dir eine Nacht wie diese vorbehalten sein; Du wirst sie ebenso angenehm finden wie die heutige und wirst sie natürlich mit Ungeduld erwarten. Wenn Du mir gefallen willst, wirst Du Dich diesen Entschlüssen widerstandslos und mit Freuden fügen.«
Diese Worte waren ein sicheres Mittel, zu erreichen, daß ich mich mit meiner Lage ohne Murren abfand. Glaube nicht, meine Liebe, daß ich dabei Eifersucht empfunden hätte.
4. Kapitel
Ich fügte mich also dem Willen meines väterlichen Geliebten. Ah, teure Eugenie, wie gut habe ich daran getan! Nach der neunzehnten oder zwanzigsten derartigen Soiree verließ uns zu unserem Kummer unsere teure Lucette. Ihr Vater, der in der Provinz weilte, rief sie zu sich. Eine gefährliche Krankheit ließ ihn ihre Rückkehr vor seinem Tod ersehnen. Ihre Abreise verursachte uns einen leidenschaftlichen Schmerz, und unsere Tränen mischten sich mit den ihren. Ich für meinen Teil konnte mein Schluchzen nicht zurückhalten. Nur die Hoffnung, sie bald wieder zu sehen, konnte mich trösten. Aber kurz nach dem Tod ihres Vaters verfiel sie selbst in eine langwierige Krankheit, die ihr viele Schmerzen verursachte. Ihr Vater hatte gewisse Heiratspläne mit ihr gehabt, und auch ihre Verwandtschaft redete ihr zu, doch sie wollte nichts davon hören. Sie schrieb, der Unterschied zwischen meinem Vater und den Männern, die ihr den Hof machten, sei zu groß. Sie wollte nicht in eine Hochzeit willigen und sehnte sich danach, zu uns zurückzukehren. Doch ihre Mutter und ihre Verwandtschaft überredeten sie schließlich, und sie stimmte zu, nachdem sie meinen Vater, dem sie in allen Dingen ihr Vertrauen schenkte, um Rat gefragt hatte. Er riet ihr zu, eine an sich günstige Partie nicht auszuschlagen. Mein Vater fühlte sich immer verpflichtet, den Vorteil derer im Auge zu haben, die ihm vertrauten. Er hätte es ohne Zweifel für ein Zeichen der Schwäche gehalten, wenn er anders gehandelt hätte. Doch diesmal brachte sein Rat Unheil. Lucette starb an den Folgen ihrer ersten Niederkunft.
Indes, ich greife den Ereignissen voraus. Lucettes Abreise hatte mich melancholisch gestimmt, doch tröstete ich mich rasch in den Armen meines väterlichen Geliebten. Die Krankheit, in die Lucette verfiel, brachte ihn dazu, meine Gesundheit mit der größten Aufmerksamkeit zu überwachen. Ich hielt mich in allem an seine Ratschläge, denn ich setzte das allergrößte Vertrauen in ihn. Er entfernte sich kaum je von mir und überwachte mich dauernd, weil er wußte, daß mir mein leidenschaftliches Temperament zu schaffen machte.
Bald nach Lucettes Abreise traf er einige Veränderungen in seinem Appartement. Man konnte nur noch in mein Zimmer gelangen, indem man das seine durchquerte. Er hatte der Dienerschaft ernsthaft eingeprägt, daß sie keinen anderen Eingang benutzen durfte. Unsere Betten standen an derselben Wand, die er durchbrechen und durch eine Art von Paravent hatte ersetzen lassen. Dieser konnte jederzeit entfernt werden, doch das war unser kleines Geheimnis, und nur wir kannten den Trick, der die scheinbare Wand, zurückweichen ließ. Den Schlüssel zu meinem Zimmer hatte eine Frau, die er an Lucettes Stelle aufgenommen hatte, die uns aber in allem nur eine Dienerin war.
Wenn wir sicher sein konnten, nicht mehr gestört zu werden, schob ich die Spanische Wand zurück und eilte in seine Arme. Dann verbrachte ich eine süße und glückliche Nacht mit ihm, die von einem zumeist erfreulichen Tag abgelöst wurde.
Während einer dieser bezaubernden Nächte lehrte er mich eine neue Art des Vergnügens kennen, von der ich bisher keine Ahnung gehabt hatte.
»Meine liebe Laura«, sagte er, »Du hast mir Deine Erstlingsblüte geschenkt, aber Du hast noch eine andere Jungfernschaft, und die wirst Du mir nicht verweigern, wenn Du mich noch immer liebst.«
»Ah, und wie ich Dich liebe! Was ist es, mon cher? Laß es mich wissen! Wie glücklich bin ich, daß ich Dir noch etwas geben kann!«
»Mein reizendes Kind -- wie sehr du mich glücklich machst. Die Natur und die Liebe selbst haben all Deine Grazie geschaffen und Dich mit den wollüstigen Empfindungen erfüllt, die uns beiden so teuer sind. Sie haben Deinem Körper die liebenswürdigsten Reize verliehen und all seine Teile zum Gegenstand unseres Begehrens gemacht. Glaube mir, für einen Mann, der eine schöne Frau anbetet und sich von ihr wieder geliebt weiß, wird ihr Mund, werden ihre Hände, ihre Brüste, ja selbst ihre Achselhöhlen und ihr Hintern genauso wie ihre Vagina zum Sitz der Wollust.«
»Ah, ich verstehe. Nun, wohl. Du bist mein Meister, und ich folge in allem deinen Begierden. Wähle also!«
Er ließ mich auf meiner linken Seite liegen, und zwar so, daß ich ihm meine Lenden zuwandte. Dann führte er den Kopf seines erigierten Gliedes vorsichtig an die kleine Öffnung und begann ganz sanft einzudringen. Der Weg war eng, aber die ungewohnte Berührung verursachte mir doch ein Vergnügen besonderer Art.
Ich stützte mein rechtes Bein auf sein Knie, und er kitzelte mich und ließ seinen Finger von Zeit zu Zeit in meiner Liebesgrotte spielen. So empfand ich einen höchst leidenschaftlichen und wirkungsvollen Kitzel. Als er merkte, daß ich mich dem Gipfel der Lust näherte, beschleunigte er seine Anstrengungen, und ich tat desgleichen. Ich fühlte mich tief in meinem Innern von einer heißen Quelle benetzt, und dies verursachte mir eine leidenschaftliche Wollust. Ich empfand ein köstliches und unbeschreibliches Gefühl, das allen empfindsamen Teilen meines Körpers zu entquellen schien. Ah, all diese Wonnen verdankte ich diesem herrlichen, starken und doch vorsichtigen Instrument, das dem Mann gehörte, den ich so leidenschaftlich liebte.
Er teilte meine Wonnen.
»Welch ein wundersames Vergnügen, meine liebste Laurette! Und Du -- sag, wie fühlst Du dich? Wenn ich der Leidenschaft glauben darf, die Du mir eben bewiesen hast, hast Du nicht weniger als ich empfunden.«
»Gewiß nicht, mon cher. Welch unendliche, unaussprechliche und neue Wonnen habe ich eben kennen gelernt! Nie habe ich geglaubt, daß sich die wollüstigen Empfindungen so vervielfältigen lassen.«
»Gut, mein Kind. Beim nächsten Mal werde ich Dir noch mehr Wonnen bereiten und mich gleichzeitig eines Godmiche bedienen.«
»Was ist ein Godmiche?« fragte ich neugierig.
»Das wirst Du sehen, mein Kind. Aber wir müssen damit bis zum nächsten Mal warten. Für heute ist es genug.«
Am folgenden Tag sprach ich von nichts anderem. Ich wollte diesen rätselhaften Gegenstand gar zu gern sehen. Ich drängte ihn, mir diesen zu zeigen, und schließlich stimmte er zu. Ich war recht verwundert, denn ich hatte gehofft, daß er ihn noch am selben Abend ausprobieren und mir so eine neue Lektion der Lust erteilen würde.
Meine liebe Eugenie, ich werde eines Tages mit dir dasselbe tun, was mein väterlicher Geliebter schließlich mit mir getan hat. Doch ich kann Dir das nicht beschreiben, ohne daß ich wieder eine unserer intimen Szenen vor Deinen Augen ausbreite. Ich bedaure, daß ich dieses prächtige Instrument bisher nicht für unsere Zärtlichkeiten verwendet habe. Ich würde dann mit großem Vergnügen die Rolle eines zärtlichen Liebhabers bei Dir gespielt haben. Aber ich werde nicht vergessen, eines mitzubringen, wenn ich wieder in Deine Arme eilen kann.
Trotz der langen Pausen, die mein Vater zwischen unsere Vergnügungen legte, gab es keine Variation der Wollust, die er mir nicht gezeigt hätte. Er hatte es dabei leicht, denn ich liebte ihn mit aller Leidenschaft, deren ich fähig war, und ich war bereit, auf all seine Wünsche einzugehen. Manchmal legte er sich auf mich, seinen Kopf zwischen meinen Schenkeln und meinen zwischen seinen Knien.
Seine heißen Lippen liebkosten meine Liebesgrotte, sie saugten an meiner Klitoris, und dann ließ er auch seine Zunge auf dem Weg unserer Wollust ein wenig vordringen. Er kitzelte meine Klitoris, bis ich vor Wonne halb bewußtlos war, und führte gleichzeitig seinen Finger oder den bewußten Godmiche in meiner Lustgrotte spazieren, während ich den Kopf seines Gliedes mit Zunge und Lippen liebkoste. Ich umschloß dieses herrliche Instrument mit meinem Mund, ich kitzelte es mit meiner Zungenspitze und nahm es im nächsten Moment so tief in mich auf, als ob ich es verschlingen wollte. Ich kitzelte und preßte seine Hoden, seine Schenkel, sein Hinterteil. Alles das ist höchst beglückend und wollüstig, vorausgesetzt, daß es von einer so zärtlichen Liebe diktiert wird wie von der, die ich für meinen Geliebten empfand.
So war also das Leben, das wir nach Lucettes Abreise zusammen führten. Schon waren acht oder neun Monate seither vergangen. Die Erinnerung und der unglückliche Zustand, in dem sich das liebenswürdige Mädchen befand, war der einzige Schatten, der auf diese glücklichen Tage fiel, die angefüllt, waren mit der Seligkeit einer ersten Liebe. Ich lebte von den kostbaren Augenblicken, in denen ich in den Armen dieses zärtlichen und liebenswürdigen Mannes lag und ihn unter meinen Küssen und Liebkosungen hinschmelzen fühlte. Er liebte mich unbeschreiblich. Meine Seele war mit der seinen vereint. Es ist mir unmöglich, die vollkommene Harmonie unserer Gefühle auch nur annähernd zu beschreiben.
Aber, meine teure Eugenie, was wirst Du von Deiner Freundin denken, wenn Du ihr folgendes Geständnis hörst? Welch neue Szenen wirst Du zu sehen bekommen? Bis zu welchem Grad von Extravaganz vermag nicht die Phantasie vorzudringen? Was sollte sich ihren Launen und Kaprizen in den Weg stellen?
Wenn das Herz immer dasselbe ist, wenn es von den beständigsten Gefühlen belebt und erfüllt wird, wie ist es dann möglich, daß die leidenschaftlichsten Begierden einem Phantom nachjagen, das wir uns selbst geschaffen haben? Ist es möglich, daß unser Verlangen uns vorwärts treibt, einem unbekannten Ziel entgegen, ohne daß wir uns zurückzuhalten vermöchten? Ich bin ein erstaunliches Beispiel dafür. Soll ich Dir dieses Geständnis überhaupt machen? Ja, ich will es tun, denn es gibt nichts, was ich der Freundin meines Herzens verbergen möchte.
Zwar erröte ich dabei, doch immerhin! Du wirst daraus die tiefe Güte und das lebhafte Verständnis ersehen können, das mein väterlicher Liebster für mich hegte. Die Gerechtigkeit seines Geistes und seine Seelenstärke sind in gleicher Weise bewundernswert. Ich habe erst damals begriffen, wie sehr dieser wundervolle Mann meine Liebe und Zuneigung verdiente. In demselben Haus, in dem wir lebten, vegetierte eine alte, verwitwete Betschwester, die glaubte, sie könne ihre Tage nicht besser verbringen, als wenn sie sämtliche Kirchen im Umkreis besuchte.
Sie hatte drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Der älteste war in der schlechten Gesellschaft, in der er zu verkehren pflegte, ganz entartet. Wir kannten ihn kaum vom Sehen. Er spielte mit dem, was er von seinem Vater geerbt hatte, den Verschwender. Sein Bruder, der viel jünger war, hatte sein sechzehntes Lebensjahr gerade vollendet, als er die Schule verließ, um bei seiner Mutter zu leben. Er war ein hübscher Junge, frisch wie Amor persönlich, dazu immer heiter und von einem liebenswürdigen Charakter. Die beiden hatten eine reizende Schwester, die damals etwa fünfzehn Jahre alt war.
Teure Eugenie, stell Dir eine hübsche kleine Brünette vor, von lebhaftem Teint und mit strahlenden Augen. Ein reizendes Näschen, ein lieblicher Mund und eine schlanke Taille vervollständigen ihre Reize. Sie war, wie gesagt, klein von Wuchs, aber von einer überquellenden Lebendigkeit, ein wenig närrisch und unter einer sanften Oberfläche den Leidenschaften der Liebe zugetan. Dazu war sie höchst diskret in allem, was ihr Vergnügen anging.
Sie machte sich jeden Tag über die Belehrungen lustig, die ihre frömmlerische Mutter ihr gab. Ich hatte mich bald nach Lucettes Abreise mit ihr angefreundet und dadurch auch die Bekanntschaft des jüngeren ihrer Brüder gemacht. Die beiden begannen mich ziemlich regelmäßig zu besuchen, und bald verging kein Tag, an dem wir nicht zusammen waren. Ihre Mutter schien darüber recht zufrieden. Ich weiß, daß sie mich -- in Verkennung der Tatsachen ihrer Tochter beständig als ein Beispiel hinstellte.