Part 9
»Ich noch nie,« sagte Tikosch, »aber dort oben bin ich ins Grübeln 'kommen. Weißt du, eine Zeit hab' ich die Leut' beneidet, die so mit einem recht gescheiten Schädel auf die Welt 'kommen sind und jetzt ihr Leben dazu benützen, um nachzudenken, was mit allen diesen Verrücktheiten, die wir erleben müssen, gemeint sein könnt'! Alsdann: da oben im Wald sind auch mir solche Gedanken gewachsen. Du, und ein Mädel hab' ich dort kennen gelernt, schön und g'scheit wie eine Göttin! Aber im Grund genommen war sie doch eine Gans. Denn wozu ist das Weib auf der Welt, als seine Armerln unsereinem um den Hals zu legen? Also, das hat sie nicht wollen, auch bei keinem andern. Ich hab' damals schon geglaubt, ich bin keinen luckerten Kreuzer wert. Fazit: das Denken entnervt und nimmt einem sein Selbstvertrauen; der Mensch soll nicht denken!«
»Hast recht! Zu große Gescheitheit ist immer das End',« schrie der Generalstäbler fröhlich zurück. »Das Volk, das am festesten an irgendeiner Nationaldummheit hängt, lebt am längsten. Erfinden wir für Deutschland und Österreich einen Spezialjehova. He, he, wo fliegst denn hin?«
»Herr Hauptmann, ich nehm' Richtung auf das Hügelland im Westen. Ist das da unten Palanka?«
»Noch weiter nach Süden,« rief der Hauptmann. »Wir müssen uns in Kragujewatsch umschauen!«
Eine Schrapnellsalve platzte; rings um sie pufften die gelben Wölkchen. Tikosch lachte.
»Herrgott,« rief er, »müssen sich die Kerl' unten ärgern, daß sie uns nicht herunterkriegen! Jede Kugel, die sie uns schicken, ersparen wir einem von unsern Bakas! Schießt's, was ihr habt's, herauf und geht's betteln!«
Die Tragflächen wurden da und dort durchlöchert, aber selten. Und wie berauscht, daß sie im feindlichen Feuer, siegreich wie Adler und lachend über den Grimm der Tiefe, ihren stolzen Zug über das Himmelsblau schrieben, saßen die beiden kühnen Männer; der eine über seiner Karte notierend und kurze Weisungen nach vorne rufend, die der andere jedesmal mit einer neuen graziösen Kurve ausführte, die Hand am Steuer, den Blick fest und fröhlich, alle Sinne gespannt, alles auf einen Punkt gerichtet.
Auf einen Punkt!
Ganz, ganz anders als dort oben, in den gotteseinsamen Wäldern des Stol, wo der Geist sich ins Grenzenlose breiten wollte und zu verzagen begann! Kein Philosoph: Nein! Aber ein Mann der Tat! -- -- --
In der Sammlung der »~Ullstein-Bücher~« erschienen ferner von
Rudolf Hans Bartsch
~Elisabeth Kött~
Der Aufstieg einer begnadeten Schauspielerin aus den Tiefen des Volkes zu den Höhen der Kunst und der Gesellschaft -- eines der reifsten und reichsten Werke des berühmten österreichischen Dichters.
~Der letzte Student~
Ein buntbewegtes Bild von dem Achtundvierziger Revolutionsjahr in Wien. Meisterhaft hat Bartsch es verstanden, die Stimmung jener welthistorischen Zeit wiederzugeben.
Jeder Band 1 Mark
Von ~Rudolf Hans Bartsch~
erschienen im Verlag von =L. Staackmann, Leipzig=:
Frau Atta und der Jäger. 18. Tausend broschiert M. 4.-- -- gebunden in Leinen " 5.-- -- gebunden in Halbpergament " 5.50 -- gebunden in Leder " 7.--
Die Geschichte von der Hannerl u. ihren broschiert " 5.-- Liebhabern. 25. Taus. -- gebunden in Leinen " 6.-- -- gebunden in Halbpergament " 6.50 -- gebunden in Leder " 8.--
Schwammerl. 40. Tausend broschiert " 4.-- -- gebunden in Leinen " 5.-- -- gebunden in Halbpergament " 5.50 -- gebunden in Leder " 7.--
Das deutsche Leid. 33. Tausend broschiert " 5.-- -- gebunden in Leinen " 6.50 -- gebunden in Halbpergament " 7.-- -- gebunden in Leder " 8.--
Bittersüße Liebesgeschichten. 23. Tausend broschiert " 4.-- -- gebunden in Leinen " 5.-- -- gebunden in Halbpergament " 5.50 -- gebunden in Leder " 7.--
Vom sterbenden Rokoko. 30. Tausend broschiert " 3.50 -- gebunden in Leinen " 4.50 -- gebunden in Halbpergament " 5.-- -- gebunden in Leder " 6.50 -- mit farbigen Lithographien von Hugo Steiner-Prag. Ausgabe A in Halbleder gebunden (in Karton) " 20.--
Die Haindlkinder. 23. Tausend broschiert " 4.-- -- gebunden in Leinen " 5.-- -- gebunden in Halbpergament " 5.50 -- gebunden in Leder " 7.--
Zwölf aus der Steiermark. 39. Tausend broschiert " 4.-- -- gebunden in Leinen " 6.-- -- gebunden in Halbpergament " 6.50 -- gebunden in Leder " 7.50
»Seine Bücher sind alle jung ..., von einem starken Gefühl für das Gesunde, von einer freudig genießenden Vitalität erfüllt und darum so herzerfrischend, wie wenige Bücher unserer Zeit. Wir können, mögen sie heute nicht mehr entbehren, ... sie sind Dokumente reinen, gütigen Menschentums.«
~Reclams Universum.~
Ullstein-Bücher
Vier vaterländische Romane
~Sturmzeichen~
Ein Roman von der deutsch-russischen Grenze von ~Richard Skowronnek~
Packende Bilder, die wie eine Vorahnung des hereingebrochenen Krieges wirken, zeigen die todesmutige Bereitschaft der deutschen Truppen zur Abwehr der russischen Soldateska und ihrer Kosakenhorden. Ein aus der Begeisterung geborenes Werk, eine prächtige Schilderung unseres gegenwärtigen nationalen Daseins.
~Lieb Vaterland~
Roman von ~Rudolph Stratz~
Die Geschichte einer jungen Frau, die, von den Stimmen der Fremde betört, durch den Schmerz einer großen Enttäuschung zu sich selbst und zur deutschen Heimat zurückfindet. Das Werk ist der Roman des seiner Ehre und Größe bewußten Deutschtums.
~Ein Winterlager~
Roman von ~Franz Adam Beyerlein~
Tragische Vorgänge von wilder Größe spielen sich in der von Kosaken heimgesuchten Neumark ab, und inmitten der schweren Not des Siebenjährigen Krieges erfüllt sich ein leidenschaftlicher Liebeskonflikt. Dieser Roman Beyerleins ist ein Brevier des aufrechten, einer Welt von Feinden trotzenden Preußengeistes.
~Der Krieg im Dunkel~
Ein Spionage-Roman von ~Ludwig Wolff~
Das Werk ist ein groß angelegtes, überwältigendes Zeitbild. Es stellt Österreichs Völker und Menschen am Vorabend des Krieges dar, die geheime Wühlarbeit Rußlands und die heroische Abwehr. Ein tragisch gefestigtes, stolzes Vaterlandsgefühl atmet aus diesem Roman.
~Jeder Band 1 Mark~
Ullstein & Co. Berlin SW 68