Part 24
Die Übermenschen von Wallstreet tragen mit ihren genialen Taten allerdings dazu bei, die Physiognomie der Neuen Welt charakteristisch auszuprägen, besonders wenn man ihr Treiben so auffaßt, wie jener witzige Engländer, der einem Yankee auf die Behauptung: so smarte Geschäftsleute wie in den Vereinigten Staaten hätten sie drüben in England doch nicht, kaltblütig erwiderte: „O ja, die haben wir auch – aber bei uns sitzen diese Herren alle im Zuchthaus.“ Der Amerikaner hat eben den guten Humor, die Taten seiner großen Spitzbuben, wie Jack London, mit sportlichem Interesse zu verfolgen. Er versteht aber einen sehr feinen Unterschied zu machen zwischen den großen Tieren, über die er sich amüsiert, und denen, auf die er stolz ist. Es gibt einige sehr vornehme Klubs drüben, in deren Mitgliederverzeichnissen man die Quintessenz des amerikanischen Genius suchen darf, xfach durchgesiebte Auslesen von Herren- und Höhenmenschen. So existiert z. B. in New York der alte, hoch angesehene Century-Klub, in welchen nur Männer aufgenommen werden können, die irgendeine bedeutungsvolle Leistung auf irgend welchem Gebiete aufzuweisen haben. Am 26. Februar des Jahres 1902 aber ergriff ein Komitee, dem ein Dutzend der weltbekannten Industriefürsten angehörte, die Gelegenheit eines festlichen Frühstücks im Straßenanzug, um unserem Prinzen Heinrich von Preußen _das Hirn Amerikas auf einer goldenen Schüssel darzubieten_. Ungefähr 150 Einladungen ließen sie ergehen an jene _Captains of Industrie_, wie Thomas Carlyle sie genannt hat: „Jene Ahnherrn einer neuen, wirklichen, nicht bloß eingebildeten Aristokratie!“ Bei diesem denkwürdigen Frühstück wurde nicht die Schwere des Geldsacks in Betracht gezogen; ausgeschlossen waren die bloßen smarten Geschäftsleute, die tollkühnen Spieler des großen Spiels; ausgeschlossen waren auch Leute, die nur vermittels ihres hohen Ranges eine Augenblicksbedeutung haben; es waren vielmehr nur wirkliche Feldherrn in dem gewaltigen Heere der modernen Welteroberung durch Wissenschaft, Technik, Handel und Industrie zur Huldigung entboten. Dem Prinzen wurde vorher ein kleines gedrucktes Heft überreicht, in dem die Eingeladenen dem Alphabete nach aufgeführt und die Bedeutung jedes Einzelnen in einer ganz knapp gefaßten Notiz erläutert war. Die „New Yorker Staatszeitung“ sagte von diesem Frühstück: „Der erlauchte Bruder des deutschen Kaisers und mächtigen Beschirmers friedlicher Bestrebungen hat heute echte und wahre Amerikaner kennen gelernt, Leute von dem Schlag der Augsburger Fugger, Fürsten des Handels, Baumeister unserer Größe. Es waren nicht lauter Millionäre, die da saßen, aber sie gehörten ausschließlich zu der Klasse jener Arbeiter, die die unerschöpfliche Produktionskraft der Neuen Welt in Millionen umzumünzen verstehen und die unseren Nationalwohlstand begründen halfen.“
(M111)
Ich besinne mich vergeblich auf eine Gelegenheit, bei der ein Fürst der Alten Welt in ähnlicher Weise gefeiert worden wäre. Wenn unsere gekrönten Häupter reisen, so bekommen sie überall dieselben Exzellenzen, Geheimräte, Spitzen der Behörden, Kriegervereine usw. zu sehen; zweifellos lauter wackere und verdienstvolle Staatsbürger; aber die wahrhaft führenden Köpfe, die genialen Organisatoren, die Träger der modernen Ideen – jene Exzellenzen im eigentlichen Wortsinne – jene Hervorleuchtenden – sie finden sich nur in vereinzelten Exemplaren unter den Aufwartenden. Und der Eifer der intimen Hüter des Thrones, der Höflinge und Büreaukraten sorgt dafür, daß von wirklich geistigen Potenzen diejenigen das Antlitz des Herrschers niemals zu sehen bekommen, deren Gedankenschwung sich keck über die Grenzen des beschränkten Untertanenverstandes erhebt. Auch drüben in dem Märchenlande der absoluten Gegenwart fehlten in der Liste der Eingeladenen die großen Philosophen, Künstler und Dichter, die Verkünder einer neuen Sittlichkeit und einer neuen Religion, die kühnen Umwerter und gefährlichen Fackelträger – sie mußten fehlen, weil sie drüben noch nicht vorhanden sind, diese Kulturblüten schwer von dem Honig einer glorreichen Vergangenheit.
Wann wird für Deutschland die Stunde schlagen, in der ein Kaiser vor seinem Volke den Tanz der sieben Schleier tanzt, wobei seine Majestät eine Hülle alter Vorurteile nach der andern abwirft, um schließlich zum Lohne das Hirn Deutschlands auf einer Schüssel zu fordern? Vielleicht wird diese Schüssel nicht, wie drüben in dem Lande der unerschöpflichen Naturschätze, von purem Golde sein können – aber das Hirn wird sich sehen lassen dürfen!
EINIGE FÜR DIES WERK BENUTZTE UND EMPFEHLENSWERTE BÜCHER:
_ Dr. Otto Ernst Hopp_, „Bundesstaat und Bundeskrieg in den Vereinigten Staaten“. Zwei Bände. Verlag G. Grote. Berlin 1886. _ Mc. Laughlin_, „History of the American Nation“. Verlag Appleton & Co. New York 1903. _ Paul Bourget_, „Outre Mer“. Verlag Alphons Lemerre. Paris 1905. _ Georg von Skal_, „Das amerikanische Volk“. Verlag Egon Fleischel & Co. Berlin 1908. _ Dr. Hintrager_, „Wie lebt und arbeitet man in den Vereinigten Staaten?“ Verlag F. Fontane & Co. Berlin 1904. _ Wilhelm von Polenz_, „Das Land der Zukunft“. Verlag F. Fontane & Co. Berlin 1905. _ Ludwig Max Goldberger_, „Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.“ Verlag F. Fontane & Co. Berlin 1903. _ A. von Ende_, „New York“. Verlag Marquardt & Co. Berlin.
NAMEN- UND SACHREGISTER.
Aberglaube 203. Adel 261, 175 ff. Akademische Vergnügungen 55. _ American plan_ (style) 240, 244. Angelsachsen 21. Antisemitismus 31. Arbeit 105, 107, 261. Armee 177 ff. Armour & Co. 218 ff. Asch, Schalom 142. Astor 179. Astorhotel 239. _ Athletics_ 37, 45. Ausgestanden! 17. _ Avenue, common wealth_ 126. _ Avenue, fifth_ 123 f.
Baker G. Eddy, Mrs. Mary 196 bis 200. Bauern, lateinische 265. Bayreuth 138. Berufstreue 106, 254. Bertsch, Hugo 132. Bibliotheken 51, 63. Bier 234. Bildungsgang des Volkes 63. Bildungstrieb 63, 255. Bischöfliche Hochkirche 187. Blood and Thunder-Show 5. _ Bohemian Jinks_ 55. _ Bohemians_ 132. Bordelle 72 f. Bosse, die politischen 65, 73, 96. Bret Hart 133. _ Brooklyn-Bridge_ 233. Bronzemesser 110. Buchgewerbe 126. Buffalo 118, 211.
Cafés 112, 119, 237. _ Camping out_ 209. _ Campus_ 54, 205. _ Car_ 172. Carnegie 80. Cartesius 120. Century-Club 281. Chautauqua 63. Chauvinismus 28, 266 ff. College _Cheers_ 43 f. Chicagos Schlachthöfe 218–229. _ Christian Science_ 196–203. Clams 118. _ Coeducation_ 36, 55, 82, 84. _ Common sense_ 38, 66, 184, 263. _ Compartement_ 172. _ Concerd__, sacred_ 173. Confessionslose Kirche 205 f. Cornell 53, 205.
_ Denomination_ 49, 188 ff. Demokratischer Stolz 105. Demokratische Tugenden 181. Deutsch-Amerikaner 28 f., 36, 264 bis 271. Deutsche Pflichten 6, 271 f. Deutsche Städte 265. Deutsche System, das 61. Dienstboten 94–109. Dienstmädchen, Karriere besserer, 101. Dienstpersonals, Pflichten u. Rechte des 99. Disziplin 38, 70 f., 170, 180, 278. Dollarmaschine 273. Doppelmoral 77. _ Dormitorys_ 42. Drew, Daniel 179.
Ehe 79–93. Ehescheidung 79, 88 f. Ehrgeiz 37. Ehrlich-Hata 74. Ehrlichkeit 182. Einwanderers, die Kinder des 29. Eisenbahn 275 f. Eisenbahnen, Kundenfang der 241. Eiswasser 17. Eitelkeitsmarkt 176, 155. Emerson Ralph Waldo 62. _ Episcopal Church_ 187. Erotik 75 ff. Erziehungskosten, Rückzahlung der 83. Eulenberg, Herbert 145. Europa, Vereinigte Staaten von 272. Exzellenzen, die wahren 283. Expreßelevator 273 f.
Fahrpläne 242. Familienhäuser 123. Fensterputzer, der schwarze 95. Festessen 10 f. Fische 115. Fleischverarbeitung 230. _ Flirtation_ 84 f. Forschung, wissenschaftliche 46 f. Fortschritt, kampfloser 275. _ Fraternitys_ 42 f. Frauenakademien 56 ff. Friedrich, Max 129. Früchte 111, 118. Fulda, Ludwig 2. Frauenverehrung 26, 34, 70, 80, 90, 174, 246.
Gastfreundschaft 9. Geflügel 114. Geldheirat 25. Ghetto 138. Gold 234. Gould, Jay 25, 176. Gouverneur 10. Germanistic Society of America VII, XIV, 2. Geschäftspolitiker 65. Geschlechter, freier Verkehr der 84 f. Gesetzen, Achtung vor den 67. Gesetzfabrikation 173. Gepäckaufgabe 242 f. Gesundbeter 197–200. Grünhörner 232 ff. Graf, Dr. Alfred 60.
Handwerk 30, 106 f., 254. Hapag 269. Hardt, Ernst 147. Harward 44. Hauptmann, Gerhart 139, 145. Hauptmann, Karl 2. Hausfrauen 91 f., 93, 101. _ Head lines_ (Kopfzeilen) 161 f. Heilsarmee 193–196. Heimatliebe 171, 259. Hemdärmeligkeit 249. Heinrich, Prinz von Preußen 18, 226, 282. Heirat 88. Heiratslust ein Gesundheitszeugnis 93. Herald, New York 164. High School von Youngstown 7. Hotel 207, 236 ff., 252. Höflichkeitsbezeugungen 13, 170, 247 f. Hölle, Mittelpunkt der 227. Hudson 207, 215 ff. Humanistische Bildung 48. Humoristische Lichter 5.
_ Icecream_ 17, 113 f. Illustrierte Zeitungen 151 ff. Indianer 23. Industriehäuptlinge 149, 282. Interviewer 8, 19, 158 f. Inquisition 21.
Jerusalem, Else 74. Judentum 30 f., 144. Juristen 263.
Kastengeist 172, 177. Kaiser, der deutsche 269, 283. Kannibalische Gerichte 119. Karikaturen 160. Kasernenleben 180. Kaufmann, Reginald Wright 73. Katholizismus 188. Kauer, das Volk der 120. Kaugummi 121. Kelten 21. Kempinskis System 120. Keßler, David 139 ff. Kindervergötterung 33 f., 244. Kinderzucht 35. Kirchenwahl 203 f. Kleidung 124. Knickebockers 175. Kochkunst 111–120. Koketterie 79, 85. Komisch finden, was sie alles 7. Kongreß deutscher Mißgeburten 27. Kontrakte der Dienstboten 99. Korruption 65 ff. Krüger, Hermann Anders 2. Kunstbedürfnis 129. Kunst, nationale 62, 131. Küssen, vom 87, 247. Kurmacherei, unverbindliche 85.
Landschaftsregisseure 212 ff. Laughlin, Andrew C. Mc. 36. _ Legal__ Aid Society_ 192. Lenau, Nikolaus 1. Lehrer und Lehrerin 38 ff. Leitartikel 154. Leithammel 219. Lesefutter für Kinder und Unmündige 151. Lichtreklame 122, 211. Liebe, die, in der Öffentlichkeit 87. Liebesheirat 25. Liebesverhältnis 77, 86 f. Liebe und Ehe 79–93. Liliencron, Detlev v. 1. Lindau, Paul 1. Lloyd, Norddeutscher 269. Lobby, die 237. London, Jack 132, 279 ff. Longfellow 133. Lügner 37. Lynch, Richter 263.
Manieren 27, 29, 92. Mann, G. A. 201 ff. Malerei 126, 130. Mannszucht 117 ff. Mark Twain 133. Massengeschmack 133, 163 f. Materialismus 193, 250. Mayflower 175. Mädchenhandel 73. Mäzene 51 ff. Menschen, neue deutsche 278 f. Menschliche Niedertracht 223. Mischlinge 23 f. Mitgift 25, 81. Modedamen 80, 90 f. Monatsschriften 164. Moralbegriff 78, 164. Morgentoilette des Tätowierten 245. Multimillionäre 79 f. Muschenheim, Gebrüder 239. Musiker, deutsche 128 ff.
Nacktheit in der Kunst 127, 174. Neger 95 ff., 99, 173. Negerkirchen 188 ff. Neidlosigkeit 183. Nervosität 11. Niagarafälle 209 ff. Niggerlied 128, 188, 191. Niggerpoesie 188 ff.
Oper 136 ff. Operette 146 f. Optimismus 21, 32, 108, 215, 263. Osborn, Prof. Dr. Henry F. 149 f. Orden 53, 176.
Pagen 237. Papiergeld 234. Parsifal 128. Päpstin, Tod der 198 f. Philister 260. Photographie 126. Pilgerväter 21, 75, 186. Pinsky, David 139. Plastik 127. Poet, der neuweltliche 130. Polenz, Wilhelm v. 1. Politik 65 ff., 271, 264 f., 154. Polizei 67, 72, 74, 171. Postgraduates 51. Prachtbauten 122 f. Presse, deutsche 167. Presse, gelbe 149, 153, 161, 164, 255. Privatgelehrte 50. Proletariat, gelehrtes 50. Professor, der 53 f. Professor, der, als Mädchen für alles 103. Prohibition 171, 174. Prostitution, die 73. Prüderie 4, 74, 132, 145, 174. Publikums, Psychologie des 3. Puritaner 21 ff. Pullman-Wagen 172 f., 243 ff.
Quäker 204.
Radiopathie 199 f. _ Ragtime_ 128. Rasse, amerikanische 20 ff., 256 ff., 268. Rassestolz 23. Raubritter 179. Rauchplage 68. _ Reception_ 9, 12 ff. Redegabe 10 f., 39. _ Refinement_ 47. Reinhardt, Max 142, 147 f. Reinheit, erotische, der Männer 75 f., 82. Reklame 156, 208, 210. Rekordfieber 251. Rekrutierung 177. Reliquienverehrung 50. Renommage 33. Rentiers 81. Reporter 8, 241, 237, 160 f. Richter 262 f. Rockefeller jun. 74. Romantik 87 f.
Salat 116 f., 117. Schaukelstühle 125. Scheidung, die 89. Schlachtverfahren für Schweine 227. Schlachtverfahren für Rinder 229. Schlangenfraß, intellektueller 157. Schliff, der letzte 47. Schnitzler 86. Schönheit, körperliche 26. Schönheiten, berufsmäßige 59, 104. Schule 35 ff. Schülerverbindungen 39. Schurz, Karl 267. Sehenswürdigkeiten 9. Sekten 186 ff. Selbsthilfe, energische, eines Damenklubs 69. Sensationsartikel 164 ff. Sentimentalität 87. Sexuelle Heuchelei 75. Sinclaire, Upton 226. Skal, Georg v. 38. Sklaverei 109. Snobismus 251 ff. _ Social evel, the_ 72 ff. Soldatenwerbung 179. Söldnerheer 181. Sommerfrischen 209. _ Sororitys_ 58. Sozialdemokratie 180, 185. Sparsamkeit 235. Speisehäuser, billige 119. Spekulationsheiraten 81. Spießertum 183, 185. Spione, japanische 181. Spitzbüberei als Sport 281. Sport 44 ff., 54, 281. Sportberichte 153 f. Sportliche Wettkämpfe 45. Staatszeitung, New Yorker 167, 282. Stanley, Henry M. 162. Steuben, Baron 36. Stiefelputzen 100. Straßendemonstrationen 97. Straßenpflaster 124. Straßenverkehr 71. Strauß, Richard 97, 98, 148, 160. Studenten, arme 43. Studentenverbindungen 43. Studentin, Typus der 59. _ Subway_ 232. Süßigkeit 111 f., 117. _ Sweet Potatoes_ 115.
Tafelfreuden im Pensionat 115. _ Tammany Hall_ 186. Tante, die alte 173. Tauschhandel, Töchter im 25. Technische Hochschulen 49. Technik und Wissenschaft 49. Telephon 237, 249, 273. Theater, amerikanisches 135–138. Theater, deutsches 143–148. Theater, jiddisches 138 ff. Theatre, New 136. Todessprung, der 221. Toleranz 22. Touristen 211. Transcript, Boston 162. Trennung von Staat und Kirche 185, 263. Trinkgeld 235 f., 238. Trustmagnaten 68.
Übermensch, der, von Wallstreet 279 ff. Undergraduates 42. Unglücksfälle, Verbrechen 153 f. Uniform 180. Unitarier 189. _ University Extension_ 63, 255 f. Urban, Henry F. XII. _ Usher_ 13, 16.
Verbrecher, Behandlung der 262. Vereinsleben 6 f., 255, 266, 269. Verfassung der V. St. 36. Virginians, true 175. Volkslied 3, 130. Völker, junge, u. Kinder 33. Vorstellen, nicht! 13. Vorurteile, demokratische 62.
Wahlmanöver 73. Walt Whitman 133. Walter, Dramatiker 86, 132. Wedekind, Frank 145. Wehrpflicht 180. Wellesley-College 56–59. Weltanschauung 46. Wettkämpfe 44 f. White, Dr. Andrew D. 108, 203, 205 f. Wildpret 115 f. Williams, Roger 22. Wissenschaftliche Speisekarte für Damen 57. Wohltätigkeit 194. Wohnhäuser, Stil der 208. Wohnungseinrichtung 124 ff. Wolkenkratzer 123, 273 f.
Yale 44. Yankee 20.
Zahnarzt 113. Zukunft, schwierige Frage an die 109. Zwangsheirat 78.
Verlag von F. Fontane & Co., Berlin/Dahlem
Wie lebt und arbeitet man in den Vereinigten Staaten?
Nordamerikanische Reiseskizzen
von
Dr. Hintrager Geheimer Regierungsrat
Preis: broschiert M. 5,–; geb. M. 6,50
_II. Auflage_
New Yorker Staatszeitung: (Aus einem mehrere Spalten füllenden Feuilleton.)
Dr. Hintrager hat in seinem Buche: „Wie lebt und arbeitet man in den Vereinigten Staaten?“ ein gutes Werk geliefert; er hat geraume Zeit in den Vereinigten Staaten zugebracht und sich bei seinen wiederholten Besuchen des Landes nicht darauf beschränkt, die Außenseite der Dinge anzusehen. Er hat nicht nur auf einer Farm in Jowa gewohnt, sondern dort auch einige Monate mitgearbeitet. Er hat die Schulen gründlich studiert, ist im Bureau eines Rechtsanwaltes tätig gewesen, hat die meisten der größeren Strafanstalten besucht und geprüft und juristische Vorlesungen gehalten. Kurzum, er hat einen Blick in das innere Leben des Volkes getan und weiß hübsch und interessant davon zu erzählen.
Sehr gut und lesenswert – auch für Deutsch-Amerikaner, die über diesen Punkt wenig unterrichtet sind – ist das Kapitel über die Amerikanerin. Man fängt doch an, einzusehen, daß die amerikanische Frau nicht bloß das Sofakissen ist, für das man sie so lange gehalten hat.
Verlag von F. Fontane & Co., Berlin/Dahlem
Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Beobachtungen über das Wirtschaftsleben der Vereinigten Staaten von Amerika
von
Ludwig Max Goldberger Geheimer Kommerzienrat
Preis: broschiert M. 5,–; geb. M. 6,50
_VIII. Auflage_
Literarisches Zentralblatt, Leipzig:
Unter der in der letzten Zeit beträchtlich angeschwollenen Literatur über die Vereinigten Staaten darf das vorliegende Werk wohl den ersten Platz beanspruchen. Eingehende Sachkunde, erschöpfende Gründlichkeit, genaue Detailforschung ohne jede Voreingenommenheit und Gefälligkeit der Darstellung zeichnen dieses Werk besonders aus. Man muß selbst auf den Spuren des Verfassers in den Vereinigten Staaten gewandelt sein, um die stets zutreffende und mit wenigen Worten überaus anschaulich gezeichnete Schilderung ganz würdigen zu können, welche in diesem Werk vom Boden und den Menschen, von der Arbeit und den Werkstätten, dem Nationalreichtum, den Eisenbahnen und Steuern, der Arbeiterfrage und dem Trustwesen und verschiedenem anderen gegeben sind. Durch das ganze Werk zieht sich die nicht hoch genug zu veranschlagende Tendenz, die beiden großen Nationen menschlich und wirtschaftlich näher zu bringen ...
Verlag von F. Fontane & Co., Berlin/Dahlem
Das Land der Zukunft
oder:
Was können Amerika und Deutschland voneinander lernen?
Von
Wilhelm von Polenz
Preis: broschiert M. 6,–; geb. M. 7,50
_VI. Auflage_
St. Petersburger Zeitung:
Polenz beweist auch hier bei dem Studium fremder Verhältnisse die glänzende Beobachtungs- und Schilderungsgabe, die wir in seinen Dichtungen, besonders in seinem klassischen Roman „Der Büttnerbauer“ bewundern. Mit offenen Augen hat er sich in der amerikanischen Welt umgesehen und schildert scharf und klar, ohne sich auf der einen Seite durch wirkliche und scheinbare Erfolge blenden oder aber durch das, was dem Europäer fremd, sonderbar und vielfach auch abstoßend erscheint, beirren zu lassen.
Rheinisch-Westfälische Zeitung, Essen:
Nicht landläufige Reiseeindrücke sind es, die uns Polenz wiedergibt, er entrollt vielmehr vor uns ein treffliches, wahrheitsgetreues, interessantes Gemälde von kulturhistorischer Bedeutung, von den Verhältnissen, Sitten und Gebräuchen der heutigen Welt.
ANMERKUNGEN
M1 Psychologie des Publikums. M2 Humoristische Lichter. Was sie alles komisch finden. M3 Sehenswürdigkeiten und Gastfreundschaft. Nervös sind sie nicht. M4 Nicht vorstellen! Great reception. M5 Ausgestanden! M6 Die reizende Reporterin. M7 Angelsachsen und Kelten. Rassestolz. Töchter im Tauschhandel.
1 Das Wort Yankee kommt von einer mißhörten indianischen Aussprache des Wortes „english“ her und wurde in den Befreiungskriegen den Amerikanern von den Engländern als Spottname angehängt.
M8 Kongreß deutscher Mißgeburten. M9 Die Kinder der Einwanderer. Antisemitismus? M10 Junge Völker und Kinder. M11 Kinderzucht. M12 Lügner und Duckmäuser. M13 Schülerverbindungen. M14 Studentenverbindungen. M15 Sportliche Wettkämpfe. M16 Der letzte Schliff. Technik und Wissenschaft. M17 Postgraduates. M18 Der Professor im öffentlichen Leben.
2 Der Unterschied zwischen diesen beiden Gattungen ist schwer zu umgrenzen. Professor Münsterberg von Havard definiert ihn dahin, daß sich das College mit der Ansammlung von Wissen, die Universität dagegen mit dessen kritischer Würdigung und mit exakter Forschung beschäftigen soll, doch fließen die Grenzen schon deshalb oft ineinander, weil eben an den meisten Universitäten auch noch nicht viel von selbständiger Forschung und wissenschaftlicher Systematik zu finden ist.
M19 Akademische Vergnügungen. M20 Wissenschaftliche Speisekarte für Damen. M21 Typus der Studentin. M22 Das deutsche System. Bildungsdrang des Volkes. M23 Geschäftspolitiker. Achtung vor den Gesetzen? M24 Energische Selbsthilfe eines Damenklubs. M25 Disziplin im Straßenverkehr. M26 Die Prostitution. M27 Öffentliche und private Moral. Sexuelle Heuchelei und Reinlichkeit. Beurteilung des freien Liebesverhältnisses. M28 Spekulationsheiraten. Rückzahlung der Erziehungskosten. Unverbindliche Kurmacherei. Die Liebe in der Öffentlichkeit. M29 Die Scheidung. Die Hausfrau und die Dame der Gesellschaft. M30 Heiratslust ein Gesundheitszeugnis. M31 Der schwarze Fensterputzer. Straßendemonstrationen. M32 Pflichten und Rechte des Dienstpersonals. M33 Karriere besserer Dienstmädchen. M34 Der Professor als Mädchen für Alles. M35 Demokratischer Stolz. Unstetigkeit des Handwerks. M36 Schwierige Frage an die Zukunft. M37 Süß muß es sein! M38 Icecream und Zahnarzt. M39 Tafelfreuden im Pensionat. M40 Amerikanischer Salat. M41 Billige Speisehäuser. M42 Das Volk der Kauer. M43 Planloses Durcheinander. M44 Abenteuer mit Schaukelstühlen. M45 Die Nacktheit in der Plastik. M46 Deutsche Musikpioniere. M47 Der neuweltliche Poet. M48 Diktatur des Massengeschmacks. M49 Die große Oper. M50 David Keßlers jiddisches Theater. M51 Eine improvisierte Standrede. M52 Niedergang des deutschen Theaters. Repertoirschwierigkeiten der deutschen Bühne. Reinhardt der Retter. M53 Lesefutter für Kinder und Unmündige. M54 Illustrationsunfug. M55 Eitelkeitsmarkt. M56 Intellektueller Schlangenfraß. M57 Kopfzeilen. M58 Ein smarter Reporter. M59 Ideale Möglichkeiten für die Zeitung. M60 Sensationsartikel ernster Zeitschriften. M61 Die deutsche Presse. M62 Die demokratische Freiheit. M63 Die alte Tante.
3 „_A drink with a wink_“ heißt das. In den Staaten, wo die Prohibition streng durchgeführt ist, fordert man unter möglichst unmerklichem Augenzwinkern ein Glas Milch und bekommt alsdann in einem undurchsichtigen Gefäß sein Bier, wobei die weiße Schaumhaube die Milch vortäuschen muß.
M64 Raubritter hüben und drüben.
4 „The Book of Daniel Drew“ by Bouck White.