Der Courier des Czaar (Michael Strogoff)

Part 30

Chapter 30751 wordsPublic domain

Einige Tage nach der Hochzeit begaben sich auch Michael Strogoff und Nadia, natürlich begleitet von Wassili Fedor, auf die Rückreise nach Europa. Diese Schmerzensstraße auf dem Herweg wurde zum Glückspfade für den Rückweg. Sie eilten in größter Schnelligkeit dahin auf einem jener prächtigen Schlitten, welche wie ein Eilzug über Sibiriens eisbedeckte Steppen fliegen.

Nur am Ufer der Dinka gönnten sie sich einen einzigen Rasttag.

Michael Strogoff fand die Stelle wieder auf, an der er den armen Nicolaus begraben hatte. Dort ward ein Kreuz aufgestellt, und Nadia verrichtete ein letztes Gebet an der Ruhestätte des ergebenen, heldenmüthigen Freundes, den Beide niemals vergessen konnten.

In Omsk empfing sie die alte Marfa in dem kleinen Häuschen der Strogoff’s. Mit inniger Liebe umarmte sie Die, welche sie im Herzen schon tausend Mal ihre Tochter genannt hatte. Heute durfte die alte Sibirerin ihren Sohn erkennen und ihrem mütterlichen Stolze genug thun.

Nach einigen Tagen Aufenthalt in Omsk reisten Michael und Nadia Strogoff nach Europa weiter. Wassili Fedor ließ sich in Petersburg nieder, und weder sein Sohn noch seine Tochter verließen ihn jemals, außer wenn sie der bejahrten Mutter in der Ferne einen Besuch abstatteten.

Der junge Courier wurde vom Czaar empfangen, der ihm eine Stellung in seiner unmittelbaren Umgebung anwies und ihm das Ritterkreuz des heiligen Georg aushändigte.

Michael Strogoff gelangte später zu hohen Ehren im Reiche. Aber nicht die Geschichte seiner Erfolge wollten wir hier berichten, sondern nur die seiner männlich überwundenen Prüfungen und Leiden.

Ende des Courier des Czaar.

FUSSNOTEN

1 Eine Art Blättergebackenes.

2 Dieses Kleidungsstück heißt „_dakha_“; es ist sehr leicht und doch für Kälte fast undurchdringlich.

3 Eine russische Geldmünze im Werthe von 5 Rubeln.

4 Dieses Wort entspricht vollkommen dem in Europa gebräuchlichen „Sir“ und wird gegenüber dem Sultan von Bukhara gewöhnlich angewendet.

BEMERKUNGEN ZUR TEXTGESTALT

Die Originalausgabe erschien in zwei Bänden, die in der elektronischen Fassung vereinigt sind. Die Inhaltsverzeichnisse am Schluß der beiden Bände wurden an den Beginn des Textes gesetzt.

Die Fußnoten wurden an das Ende des Textes gesetzt.

Folgende offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert:

Seite 1-6: „Keliwan“ geändert in „Kolywan“ („Nishny-Nowgorod, Perm, Jekaterinburg, Kassimow, Tiumen, Ichim, Omsk, Elamsk, Kolywan, Tomsk“) Seite 1-12: „Krasnojask“ geändert in „Krasnojarsk“ („Und die meinigen nur bis Krasnojarsk, erwiderte“) Seite 1-15: „Okfotsk“ geändert in „Ochotsk“ („es zwei Districte, die von Ochotsk“) Seite 1-16: „Elamks“ geändert in „Elamsk“, „Nishny, Udinsk“ in „Nishny-Udinsk“, „Blagowestenks“ in „Blagoweshensk“, „Orloneskaga“ in „Orlomskaya“ („Jekaterinburg, Kassimow, Tiumen, Ichim, Omsk, Elamsk, Kolyvan, Tomsk, Krasnojarsk, Nishny-Udinsk, Irkutsk, Verkne-Nertschinsk, Strelink, Albazine, Blagoweshensk, Radde, Orlomskaya, Alexandrowskoë, Nicolajewsk“) Seite 1-26: „Ovirenna“ geändert in „Ovicenna“ („deren schon die Ovicenna’s und andere Gelehrte“) Seite 1-49: „Tschermissen“ geändert in „Tscheremissen“ („Finnen, Esthen, Lappen, die Tscheremissen, Tschuwaken“) Seite 1-87: „spezielle“ geändert in „specielle“ („daß ihn eine specielle Mission berechtigte“) Seite 1-101: „Ordnnng“ geändert in „Ordnung“ („Nun, er ist bis Kolyvan noch in Ordnung?“) Seite 1-111: „Zaun“ geändert in „Zaum“ („Von Zaum und Gebiß keine weitere Spur“) Seite 1-137: „Nikolaus“ geändert in „Nicolaus“ („Nicolaus Korpanoff, Kaufmann aus Irkutsk, antwortete Michael Strogoff“) Seite 1-189: „bivuakirten“ geändert in „bivouakirten“ („mit Wachposten besetzten Platze bivouakirten gegen 2000 Tartaren“) Seite 1-216: „Omsk“ geändert in „Tomsk“ („nach glücklicher Umgehung von Tomsk“) Seite 1-218: „begehende“ geändert in „bestehende“ („und Haidekraut bestehende Gruppen von Zwergbäumen“) Seite 1-233: Anführungszeichen entfernt hinter „Gewehrfeuer!“ („Das ist Kanonendonner! Das ist Gewehrfeuer!“) Seite 1-234: „Diahinsk“ geändert in „Diachinsk“ („vielleicht nach Diachinsk oder einem andern, durchzuschlagen“) Seite 2-19: „Instinkt“ geändert in „Instinct“ („ein wahrhaft außergewöhnlicher Instinct, noch mächtiger entwickelt“) Seite 2-25: „Stellvertreters des“ hinzugefügt vor „Emirs“ („des Stellvertreters des Emirs ihren Widerstand gewiß bald mit“) Seite 2-38: Anführungszeichen ergänzt hinter „nicht!“ („gilt meinem Sohne noch nicht!“) Seite 2-43: „bivouaquirte“ geändert in „bivouakirte“ („während das Gros der Armee vor den Mauern bivouakirte“) Seite 2-76: „Daily Telegraph“ geändert in „Daily-Telegraph“ („Ihre Leser des Daily-Telegraph werden“) Seite 2-77: „Ein“ geändert in „Eine“ („Eine Stunde später trabten sie schon auf der“) Seite 2-99: „Hoffnnng“ geändert in „Hoffnung“ („glaubte. Jetzt fürchtete er, seine Hoffnung werde“) Seite 2-112: „slawischen“ geändert in „slavischen“ („die zum größten Theil einen slavischen Typus zeigen“) Seite 2-113: „20°“ geändert in „-20°“ („-20° für eine ganz erträgliche hält“) Seite 2-143: Punkt hinzugefügt hinter „Meere“ („Der Baikalsee liegt 1700 Fuß über dem Meere.“) Seite 2-206: „vorher gehenden“ geändert in „vorhergehenden“ („Fast in keiner der vorhergehenden Nächte“)

Nicht vereinheitlicht wurden mehr als einmal vorkommende Schreibweisenvarianten: „Baikal“ und „Baïkal“; „Floße“ und „Flosse“; „Ischim“ und „Ichim“; „Jeniseï“, „Jenisei“ und „Yeniseï“ bzw. „Jeniseïsk“, „Jeniseisk“ und „Yeniseïsk“; „Kamtschatka“ und „Kamschatka“; „Kolywan“ und „Kolyvan“; „Madeleine“ und „Madelaine“; „Nischny-Nowgorod“, „Nishny-Nowgorod“, „Nischnij-Nowgorod“ und „Nishnij-Nowgorod“; „Officier“ und „Offizier“; „Sibirier(in)“ und „Sibirer(in)“; „Sylbe“ und „Silbe“.