Der Begriff der Religion im System der Philosophie
Part 15
Wenn der Gedanke zulässig ist, daß die =Erziehung des Menschengeschlechts zur Erkenntnis der systematischen Philosophie= das Problem einer nicht nahen Zukunft sei, so darf eine nähere Aufgabe darum doch nicht hinausgeschoben, durchaus nicht mit jenem letzten fernen Ziele praktisch und pädagogisch gleichgemacht werden: der Begriff des einzigen Gottes in seiner logischen und ethischen =Eindeutigkeit= ist zum Mittel- und Schwerpunkte des =Religionsunterrichts innerhalb der Volksbildung= zu befestigen. Jede Religion des Monotheismus muß einer solchen Konzentration auf den Grundbegriff des einzigen Gottes fähig sein.
56. Erst diese Konzentration der religiösen Dogmatik des Monotheismus und des Religionsunterrichts in der Volksschule, solange sie besteht, wie in allen gelehrten Schulen der Nationalerziehung, wird erstlich die sittliche Kultur im =Wechselverkehr= und in der Wechselstimmung =der Völker= wahrhaft begründen, und weiter zum mindesten auch die =Toleranz= wahrhaftig machen, sofern sie nicht nur Duldung, sondern Anerkennung und Sympathie zu bedeuten hat.
Aus diesem Mangel in der Klarheit des eigentlichen Schwerpunktes der Religion in der heutigen Welt erklären sich die gewaltigen sittlichen und geistigen Widersprüche in der Politik der Kulturvölker, die zur Verzweiflung des Pessimismus und des Quietismus führen könnten. Hiergegen dürfte es kein anderes Heilmittel geben als diejenige Idealisierung des christlichen Dogmas, der gemäß der Gottesbegriff durchaus von der Zweideutigkeit befreit wird: daß dem Menschen selbst Anteil an der Gottheit zukäme. Nur durch die Scheidung zwischen Gott und Mensch kann der Mensch die wahrhafte Überwindung dieser Welt erlernen, und zwar nicht etwa als Weltverachtung, sondern als Hintansetzung aller Güter der Welt, aller irdischen Machtgelüste gegen das einzige Gut, welches das einzige Sein ist. Nur in dieser wahrhaftigen Demut vor dem einzigen Gotte wird alles Streben der Menschen und der Völker einhellig lenkbar, und aus ihr allein erhalten alle Lebenswerte ihre feste Norm und ihr sicheres Maß. Alles Menschliche, daher auch alles Nationale muß immerdar auf das einzige Sein Gottes bezogen werden. Auch dem Ideal der Weltgeschichte, dem =Staatenbunde= muß sein tiefster Grund gelegt werden in dem einzigen Sein des einzigen Gottes, der für jedes menschliche Individuum, für jedes Volk der Menschheit die unerschütterliche Bürgschaft bildet für alles sittliche Streben und Handeln, für alle Aufgaben und Ziele der Weltgeschichte.
Dieser in der Unterscheidung beruhende Zusammenhang des Menschen mit Gott muß der klare, genaue, von allen mystischen Zweideutigkeiten befreite Sinn des =Religionsunterrichts= werden, den die künftige Weltkultur zu gestalten hat. Und ohne diese Klarstellung des Religionsunterrichts wird es keine sittliche Weltkultur geben, -- solange als die Religion nicht für =alle Menschen aller Völker= in der systematischen Philosophie begründet sein wird.
Register.
=Abfall=: Schuld nicht A. von Gott 68; Momentaner A. und Sündhaftigkeit 117.
=Abhängigkeit=: A. des Gefühls vom Universum bei Schleiermacher 96; A. der Theologie von der Wissenschaft 112.
=Absolutheit=: A. in der Religionsphilosophie 2; Behauptete A. der eigenen Religion 120; das Absolute bei Aristoteles 49; Grundlegung der A. für alles Sein der Erkenntnis 137; Gott als das Absolute in der Ethik 50; der Mensch als absolutes Individuum 92; absolute Befriedigung 105; absolute Theodizee des Leidens 132. s. a. _Transzendenz_.
=Abstraktion=: A. als Abkehr von dem Wirklichen der Gegenwart 20--22; A. des Guten 33; Ethische A. und Wirklichkeit 69; A. und Geschichte 79; der Mitmensch als A. 76; A. der Liebe zu Gott beigemischt 82; ästhetische Liebe als A. 92; A. eines Menschenbegriffs 92; neuplatonische A. vom Nichtsein des Leidens 129.
=Abstufung=: A. bei der Erlösung 63.
=Achtung=: A. als ethischer Grundbegriff 79; A. vor dem Sittengesetz 102; Liebe auf dem Grunde der A. 80. s. a. _Verehrung_.
=Adäquatheit=: A. der Erkenntnis 28.
=Ästhetik=: Ä. und Religion 85--107, 121 ff., 17, 39 ff., 79 u. ö.; Ä. bei Plotin 85; bei Kant 39, 85; ästhetischer Gottes- und Menschenbegriff der Christologie 40; Gott im ästhetischen Bewußtsein nur Mittelbegriff 85. s. a. _Gefühl_, _Liebe_, _Kunst_.
=Affekt=: Affekte ersten und zweiten Grades 83; Affekte der Ehre und der Liebe 83; das Leid als A. im Mitleid 76; Mitleid A. der Religion 79; Rührung als A. 97; Sehnsucht als A. 102; Hoffnung und Zuversicht als A. des prophetischen Messianismus 101; Beherrschung der Affekte 106.
=Allgemein=: Das Allgemeine bei der Induktion 1.
=Allheit=: A. und Mehrheit in der Ethik 52; Menschheit als A. 116; Antinomie zwischen Individuum und A. 55 f., 57, 92; Streben zur A. 55; Selbstverwandlung des Individuums in die A. 56; Natürliches Ich und ethische A. 57; Gott als Bürge der A. 77; A. des Unendlichen 135. s. a. _Staat_.
=Altertum=: Naivetät der alten Klassiker im Verhältnis der Religion zur Philosophie 7. s. a. _Antik_, _Griechentum_.
=Angleichung=: A. der Religion an das Bewußtsein der Erkenntnis 111 ff.
=Angliederung=: A. der Eigenart der Religion an die selbständigen Glieder des Systems 111.
=Angst=: A. der Seele in den Psalmen 99, 103.
=Annäherung=: A. zur Nähe Gottes 105.
=Anthropomorphismus=: A. in der Liebe zu Gott 81 f. s. a. _Vermenschlichung_.
=Antik=: A. und sentimental 129.
=Antinomie=: A. des Staates und der Gesellschaft 73; A. von Krieg und Frieden 78; A. zwischen Individuum und Allheit 55; A. zwischen Individuum und Gemeinschaft 118.
=A priori=: A. p. der Religion 18; die Offenbarung und das a. p. der Erkenntnis 111; das a. p. und das Ewige 111; apriorische Ethik 12. s. a. _Prinzip_, _Ursprung_.
=Arabisch-jüdische Philosophie= s. _Jüdische Philosophie_.
=Arbeit=: Sittliche A. des Individuums unter der Kontrolle der Autonomie 59 ff.; sittliche A. und Gott im Christentum 66 f., 115; sittliche A. und Moralstatistik 61; Kulturarbeit 75, 119; der arbeitende Faust 133. Bußarbeit s. _Buße_.
=Arbeitsvertrag= 118.
=Aristoteles=: A. als Metaphysiker 11; Teleologie und Ethik 13; das Absolute 49; die Kultur als Ziel des menschlichen Daseins 75; Aristotelismus auf platonischer Grundlage in der jüdischen Philosophie 14.
=Armut=: Inbegriff des sozialen Menschenelends im Messianismus 72; A. und Gerechtigkeit Gottes bei den Propheten 73; A. und Frömmigkeit in den Psalmen und bei den Propheten 74, 100, 127 f.; die Armen als die Bürgen der Sittlichkeit 75; die Religion faßt das Leiden bei der A. 88; Recht der Armen 79; Armenfürsorge 79.
=Attribute=: Negative A. bei Nicolaus de Cusa 46; A. Gottes in der arabisch-jüdischen Philosophie 106; A. bei Spinoza 134.
=Aufgabe=: Setzen der A. des Denkens 29; Erkenntnis als unendliche A. 80; das Unendliche als A. 121 f.; Einheitliche A. des Menschen 34; Aufschwung zur Allheit durch die Autonomie als A. des Menschen 58; Korrelation des Menschen mit Gott als A. 63; sittliche Freiheit als A. 65; das Selbst als A. 59; Persönlichkeit als A. des Individuums 57; Aufgaben des Geistes 121 f.; Rettung der Individualität als A. der Religion 134.
=Aufrichtung=: A. der Seele in den Psalmen 101.
=Ausgleich=: A. zwischen Affekten ersten und zweiten Grades 83 f.; A. zwischen dem religiösen Bewußtsein und dem ästhetischen 91; A. zwischen Religion und humaner Kultur 122.
=Autonomie=: Grundgesetz der A. 115; Ethische Arbeit unter der A. 59; die A. hat keine psychologische Selbständigkeit 117; sie wird nicht verletzt durch die Gebrechlichkeit des Individuums 58; A. und Religion bei Kant 95; A. und Christus als Mittler 115; Vorbereitung der A. durch das Christentum 120. s. a. _Freiheit_, _Wille_.
=Autorität=: A. des Staates 73; A. der Tradition 111.
=Axiome=: A. einer Philosophie geprüft an ihrem Verhältnis zur Logik 28; A. als Grundlegungen 35.
=Bedürftigkeit=: B. der Rettung von der Sünde 57, 103; Liebe als B. im Sprachgebrauche 87; Sehnsucht als B. des Individuums 99; relative B. und absolute Befriedigung 105. s. a. _Gebrechlichkeit_, _Schwäche_.
=Befreiung= 66, 69, 116; B. der Guten und Frommen 99. s. a. _Erlösung_.
=Befriedigung=: B. des Verlangens der Sehnsucht 105.
=Begriff=: Der B. als positive Schöpfung 5; Der B. und das Ewige 5; B. und Idee 5, 34, 48; B. und Gesetz 48; B. der Philosophie und Philosophie in ihrem systematischen Begriffe 43; Begriffsbildung und Zwecksetzung 47; Sokrates und der B. 28; Begriffslosigkeit der Romantik 96. s. a. _Grundbegriff_.
=Beharrung=: B. bei Parmenides 24.
=Beherrschung=: B. der Affekte 106.
=Berufsarten=: B., in die sich das Menschenleben abspaltet 34.
=Besonderheit=, =Besonderung= s. _Partikularität_.
=Bestätigung=: B. im Vertrauen 104.
=Bewunderung=: B. als Begleitung der Sehnsucht 102.
=Bewußtsein=: Psychologie als Ordnung der Vorstellungen und Tätigkeitsweisen des Bewußtseins 108; Arten des Bewußtseins und Systemglieder 44; systematische Regulierung des Bewußtseins 85; systematische Bestimmung des religiösen Bewußtseins 107; Problem der Religion im Gesamtbewußtsein 108 ff.; Gefühl als Grundrichtung des Bewußtseins in der Ästhetik 40; religiöse Bewußtseinsart nicht durch ein Wort festzustellen 106; das betende Ich als eine eigentümliche Form des Bewußtseins 104; das religiöse B. und das Unendliche 89; das religiöse B. und das Kunstgefühl 91; Gipfelpunkt des menschlichen Bewußtseins in Hoffnung und Zuversicht bei den Propheten 101; Unbestimmtheit des religiösen Bewußtseins bei Schleiermacher 95. s. a. _Einheit_, _Kulturbewußtsein_, _Selbstbewußtsein_, _System_.
=Bibel=: Die beiden Sektionen biblischer Exegese 4; der Stil der alten B. 71; Bibelexegese und Philosophie 22; Verhältnis zu Gott als Erkenntnis in der B. 25; altbiblische Sittlichkeit 126. s. a. _Pentateuch_, _Propheten_, _Psalmen_, _Hiob_, _Kohelet_, _Paulus_, _Monotheismus_, _Tradition_.
=Biologie=: Zweck in der B. 48; der biologische Mensch 52; biologisches und ethisches Selbst 57. s. a. _Leben_.
=Böse=: Herzenstrieb des Menschen b. (Gen. 8, 21) 54; das radikale B. bei Kant 59; das radikale B. und der Pessimismus 59; das radikale B. bei der Buße 68; Vertilgung der Bösen in den Psalmen 99; Wohlergehen der Bösen 125; die Bösen und die Versöhnung bei den Propheten 130.
=Bürgschaft=: Gott als Bürge der Allheit 77; Gott als Bürge für die Realität des Sittlichen 78, 81, 101, 103; persönliche B. Gottes 116; Gott als Bürge des Seins in der Korrelation mit dem Menschen 137; Idee als Grundlegung letzte B. der Wahrheit 36; das Mitleid als B. des Erdendaseins 54; die Armen als die geschichtlichen Bürgen der Sittlichkeit 75, 126. s. a. _Gewährleistung_.
=Bund=: B. Gottes mit Noah und mit Abraham 51, 96; B. Gottes mit dem Individuum im Gebet 103.
=Buße=: B. und Vergebung 65 ff.; B. und Strafe 68 f.
=Charakter=: Sittlicher C. 68; sozialer C. 80; geschichtlicher C. 30.
=Christentum=: Gottesbegriff des Christentums 13, 66, 120; C. und Autonomie 120; das Leiden des Menschen sein Gegenstand 93; Einbeziehung der Sünde in den Begriff des Leidens 125; Hegel über das C. 125; C. und Erlösung 66, 125; C. und Kunst 92, 131; praktisches C. 125; Idealisierung des christlichen Dogmas 139; christliche Literatur 114; Kulturbegriff des Christentums 114. s. a. _Protestantismus_, _Theologie_.
=Christologie= 40, 126, 129. s. a. _Jesus_.
=Christus= s. _Jesus_.
=Dämon=: Dämonenglauben 4; Wesen Gottes als eines D. im Polytheismus 32.
=Dasein=: Sein und D. 46, 60; Gott als Ursprung des Daseins nach Maimonides 47; Gott und die Zukunft des Daseins 48; D. der Natur 48; die Natur als Daseinsgrund des Guten 51; D. und Sittlichkeit 51, 60; D. Gottes und Korrelation mit dem Menschen 136; D. als Voraussetzung der Wirklichkeit 136; Mitleid als Bürgschaft des Erdendaseins 54. s. a. _Realität_, _Sein_, _Wirklichkeit_.
=Deckung=: D. des Gefühls mit dem Universum bei Schleiermacher 96. s. a. _Mangel_.
=Deduktion= 2.
=Definitionen=: D. einer Philosophie geprüft an ihrem Verhältnis zur Logik 28.
=Dekalog=: Bilderverbot des Dekalogs 39, 113.
=Demut= 42, 74, 101, 127, 139.
=Denken=: D. und Sein bei den Eleaten 24 f., 34; D. und Gott 25, 46, 80; Einheit des Denkens in der Logik 37, 109; D. und Schauen in der Idee 30; Individuum als einzelner Gegenstand nicht zu d. 86; D. und Geschichte 31. s. a. _Erkenntnis_, _Gedanken_, _Wirklichkeit_.
=Deuterojesaias= s. _Jesaias_.
=Deutscher Geist= s. _Lyrik und Musik_.
=Deutung=: Liebe eine psychologische D. in der Ästhetik 88; systematische D. der religiösen Ergriffenheit als psychologischer Tatsache 97.
=Differenz=: D. und Identität 75
=Dogma=: Wahrheitsgehalt des Dogmas 93; Dogmatik der Religion und Wissenschaft 112; Idealisierung des christlichen Dogmas 139; Dogmatismus in der Deduktion 2.
=Doppelsinn=: D. der Liebe 88; D. des Gefühls 90, 96; D. des Seins im Pantheismus 27. s. a. _Zweideutigkeit_.
=Drama= s. _Tragödie_.
=Dualismus=: D. des Aristoteles 11, 13; dualistischer Gottesbegriff der Scholastik 13.
=Durchgang=: D. des Individuums durch die Mehrheiten 57; D. des Menschen durch das Bewußtsein der Sünde 65.
=Ebenbürtigkeit=: E. des Menschen mit Gott durch die Korrelation 32, 135; ästhetische E. des Leidens in der Kunst 88.
=Ebioniten= 127.
=Egoismus=: Befreiung des Selbst vom E. durch die Menschheit 53; Individuum der Allheit, nicht des E. 56. s. a. _Selbstsucht_.
=Ehre= 83.
=Ehrfurcht=: E. und Verehrung 82; E. und Liebe 83; E. und Sehnsucht 102.
=Eigenart=: E. der Religion 3, 10, 15, 16 f., 44, 59, 70, 80, 106 f., 109, 111 f., 116, 123 f., 131 f. u. ö.; religiöse E. des Menschenbegriffs 59.
=Eigenrecht=: E. der Religion 111.
=Eingliederung=: E. in das System durch neuen Inhalt begründet 44.
=Einheit=: E. bei den Eleaten 23 f.; E. der Methode 37; E. des Denkens 25, 37, 109; E. und Einzigkeit 45, 61; E. Gottes 22, 25; Gott und Mensch als E. im Christentum 13; E. des Menschen in seinen Erzeugungsweisen der Kultur 136; Seele und Geist als E. des Menschen 61; einheitliche Aufgabe des Menschen 34; E. des Bewußtseins als Problem der Psychologie 109 ff.; Norm der E. d. B. 109; E. d. B. ist gegliedert 109, 122; Religion und E. d. B. 124, 131; E. d. B. und Monotheismus 124; E. d. B. fehlt dem Pantheismus 134; E. d. B. und Mensch als Abbild Gottes 136; E. d. B. und Mitleid 76; E. d. B. und Leid 113; E. des Kulturbewußtseins und Individualität 119; E. des Kulturbewußtseins als Einheit des Systems der philosophischen Probleme 133; E. des Kulturbewußtseins und Natur 137.
=Einigungsakte=: E. zur Einheit des Bewußtseins 109.
=Einordnung=: E. zur Einheit des Bewußtseins 109.
=Einsamkeit= (Isoliertheit, Vereinsamung): Die E. des Individuums und ihre Aufhebung 53, 62, 87, 93, 116; Isolierung der Menschheit auf das Individuum des Menschen 121.
=Einzelheit=: Das Individuum als E. 61, 86.
=Einzelmensch= s. _Individuum_.
=Einzigkeit=: E. Gottes und des Seins 23, 26, 137, 139; E. des Universums bei den Eleaten 24; Einheit und E. 45, 61; Korrelation zwischen Gott und Mensch in der E. 61; E. fällt aus dem Rahmen der Ethik heraus 61; das einzige Sein als das einzige Gut 139; E. Christi 93.
=Eleaten= 22 ff., 34. s. a. _Parmenides_, _Xenophanes_.
=Elend=: E. der Welt 125.
=Empfindung= s. _Sinneswahrnehmung_.
=Empirismus=: E. des Aristoteles 11.
=Endlich=: Behauptung des Endlichen durch die Religion 133--135.
=Entdeckung=: E. des Individuums bei den Propheten 56. s. a. _Neuheit_.
=Entwicklung=: Das Ewige und die E. 111; Grundgesetz der E. und Wahrheit monotheistischer Religionen 119 f.; historische E. in der Religionsgeschichte 2; E. der religiösen Idee 138; unendliche E. des Lebens 105; E. des Individuums 56; E. des Geistes zur Kultur 120.
=Epos= 17.
=Erbsünde= s. _Vererbung_.
=Erbteil= s. _Vererbung_.
=Erfolg=: E. als Erfüllung des Begriffs der Handlung 63. s. a. _Ziel_, _Gelingen_.
=Ergänzung= s. _Erweiterung_.
=Ergriffenheit=: Religiöse E. 92, 96 f. s. a. _Rührung_.
=Erhabenheit=: Religiöse E. 92; das erhabene Moment des Leidens 133.
=Erhaltung=: E. der Natur durch Gott 51, 96; E. als neue Schöpfung 48; E. und Zweckidee Gottes 48 ff.; Gott Erhalter der Seele 105; E. der Sittlichkeit des Individuums 116.
=Erkenntnis=: E. und Grundlegung des Seins 137; E. und systematische Philosophie 137; eine Methode für die eine E. 111; Adäquatheit der E. 28; Grenzbestimmung des Inhalts der E. 37; E. als unendliche Aufgabe 80; Furcht und Staunen als Anfang der E. 83; E. und Religion 16 ff., 90, 138 u. ö.; E. und Religion bei Maimonides 106; E. und Glauben 104; E. und Glauben bei Saadja 13; Verhältnis zu Gott als E. in der Bibel 25; Liebe und E. Gottes (ידע) 25, 45, 81; E. und Romantik 96. s. a. _Denken_, _Logik_.
=Erleuchtung= 89.
=Erlösung=: Von der Sündhaftigkeit zur E. 57; Gott und Mensch bei der E. 63 ff., 81; E. und Befreiung 66; E. und Rechtfertigung 78; E. und Ergriffenheit 97; E. und Messianismus 101; E. und Gebet 103 ff.; E. in den Psalmen 101; E. im 73. Psalm 105; E. im Christentum 115, 125 ff. s. a. _Befreiung_, _Errettung_, _Versöhnung_.
=Erneuerung=: Schöpfung als E. der Erhaltung 48.
=Eros=: E. als Liebe in der Ästhetik 86, 87, 92.
=Errettung=: E. der Menschenseele durch Gott 105. s. a. _Erlösung_.
=Erscheinung=: E. und Idee in Korrelation 53.
=Erweiterung=: E. des Problems der Ethik beim Übergang zum religiösen Menschenbegriff 58; E. des religiösen Bewußtseins durch das Unendliche 89; E. des Individuums in der Richtung auf die Allheit 77.
=Erzeugung=: E. und Entwicklung 56.
=Erziehung=: Leid als E. 125; E. des Menschengeschlechts zur Erkenntnis der systematischen Philosophie 139; Schillers ästhetische E. 40.
=Ethik=: E. und Logik 35, 37, 42, 49; E. und Logik bei Platon und bei Aristoteles 11; Apriorische E. 12; Kants E. 3; Mißtrauen der Scholastik gegen die Selbständigkeit der E. 12; E. und Metaphysik 38, 49; E. als Logik der Geisteswissenschaften 8, 11, 48; E. und Soziologie 5; E. des prophetischen Sozialismus 100; Das Sittliche und die E. 17; E. treibt Geschichtsphilosophie 79; E. und Einzigkeit 61 f.; Ethische Abstraktion und Wirklichkeit 69; Grundlegung des Menschen in der E. 52; Herrschaft der E. über den Menschen 115; Gott in der E. 35, 49; E. und Monotheismus 73, 126; E. und Religion 3, 9, 16, 23, 32--84, 94, 115--121, 135 u. ö.; philosophische und religiöse E. 112; Strafe an der Grenze zwischen E. und Religion 69; Pantheismus und E. 27. s. a. _Sittlich_.
=Ethiko-Theologie= 38, 42, 94.
=Eudämonismus= 53.
=Ewige, das=: Das E. und der Begriff 5; das E., das a priori der Erkenntnis und die Offenbarung 111; das E. und die Entwicklung 111; ewiges sittliches Streben und Ruhe im Ewigen 53, 122; Ewigkeitswert der Realisierung des Sittlichen 60; Ewigkeit des Ideals der Menschheit 60; Tod und ewiges Leben in der Mystik 71.
=Exegese= s. _Bibel_, _Interpretation_.
=Existenz=: E. Gottes 136. s. a. _Dasein_.
=Ezechiel=: E. und die Entdeckung des Individuums 56; E. und das Bewußtsein der Sünde 125.
=Faktizität= s. _Faktum_.
=Faktor=: Religion als F. der Einheit des Bewußtseins 124; F. und Ziel bei der Erlösung 63.
=Faktum=: Religion als F. der geistigen Kultur 1, 9, 10; Faktizität der Grundmächte der Kultur 8. s. a. _Tatsache_.
=Familie= 60.
=Festigkeit= 104.
=Fetisch= 4.
=Fichte=: F. über das Schaugesicht als Idee bei den Propheten 29.
=Formalismus=: F. gegenüber methodischer Leitung 41.
=Forschung=: Grundlegung als Fundament der F. 35.
=Freiheit=: F. unterscheidet den reinen Willen von allen Naturtrieben 105; F. jedes Menschen 119; Aufgabe der sittlichen F. 65; F. bei Kant 50. s. a. _Autonomie_, _Wille_.
=Fremder=: F. als Mitmensch 76.
=Freude=: Ästhetische F. an der Menschennatur 102; Freudigkeit im Kunstgefühl 92.
=Freundlichkeit=: F. der Götter 32.
=Friede=: Krieg und F. im Messianismus 71, 78, 101; Gerechtigkeit und F. 99.
=Frömmigkeit=: F. und Armut s. _Armut_; Befreiung der Guten und Frommen in den Psalmen 99; Elend der Guten 125; der »Rest Israels« als Träger der israelitischen F. 126.
=Furcht=: F. vor der Gewalt der Götter 32; F. vor der göttlichen Strafe und Vergeltung 99; F. als Anfang der Erkenntnis 83; F. und Ehrfurcht 82.
=Ganzheit= s. _Universum_.
=Gebet=: G. in der Religionsgeschichte 4; Erlösung von der Sünde als Zweck und Inhalt des Gebets 103; das G. in den Psalmen (Ps. 51 und 73) 103 ff.; das betende Ich als Form des Bewußtseins 104.
=Gebot=: G. Gottes und Sittengesetz bei Kant 94, 117, 121; Annäherung an Gott als G. der religiösen Sittlichkeit 106.
=Gebrechlichkeit= 53, 67, 103.
=Gedanken=: G. als Vorsätze des Denkens 29.
=Gefühl=: G. als psychologische Grundkraft 133; Zweideutigkeit des Terminus 88, 94; G. im Verhältnis zur Ästhetik und Religion 15, 17, 39 f., 86 ff., 102, 110, 121 ff., 133; religiöses und sittliches G. 102; G. und Menschenliebe 39; religiöses G. als Mitleid 94; der Mitmensch als praktisches G. 76; G. des Unendlichen bei Gott 39; G. und Pantheismus bei Schleiermacher 95; ästhetisches G. und Rührung 97.
=Gegenständlichkeit=: Ästhetische G. 86; G. und Unendlichkeit 89.
=Gegenstand=: Individuum als einzelner G. nicht zu denken 86; das Unendliche wird G. im Kunstwerk 89; das Leiden des Menschen G. der christlichen Religion 93.
=Gegenwart= s. _Zukunft_.
=Geist=: Standpunkt des Geistes zur Welt 27; Verhältnis des Geistes zu Gott 46; der G. und das Gute 37; Selbstbewußtsein des Geistes bei den Eleaten 24; der menschliche G. und das Welttreiben 122; Geisteswürde des Menschen 131; Aufgaben des Geistes 121 f.; ethischer G. des Menschen 122; Seele und G. als Einheit des Menschen 61; Seele und G. in der religiösen Liebe 90; G. der Kultur 120; Verändertes Gepräge des Geistes in der Übersetzung 113; Deutscher G. s. _Lyrik_, _Musik_. s. a. _Heiliger Geist_.
=Geisteswissenschaften=: Ethik als Logik der G. 8, 11, 48; Kreuzungspunkt von Natur- und G. 35; Zweck in den G. 48.
=Gelingen=: Mensch und Gott bleiben geschieden wie Streben und G. 67, 116.
=Gemeinschaft=: Antinomie zwischen Individuum und G. 118; relative Gemeinschaften als Verbindung zwischen Individuum und Menschheit 60; das Leid in den relativen Gemeinschaften 70; relative und soziale G. im Verhältnis zum Affekt der Liebe 83. s. a. _Mehrheit_.