Chapter 5
Da neigt sich die Stunde und rührt mich an 7 Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen 7 Ich habe viele Brüder in Soutanen 8 Wir dürfen dich nicht eigenmächtig malen 8 Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden 8 Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manches Mal 9 Wenn es nur einmal so ganz stille wäre 9 Ich lebe grad, da das Jahrhundert geht 10 Ich lese es heraus aus deinem Wort 10 Der blasse Abelknabe spricht 11 Du Dunkelheit, aus der ich stamme 11 Ich glaube an alles noch nie Gesagte 12 Ich bin aus der Welt zu allein und doch nicht allein genug 13 Du siehst, ich will viel 13 Wir bauen an dir mit zitternden Händen 14 Daraus, daß einer dich einmal gewollt hat 15 Wer seines Lebens viele Widersinne 15 Was irren meine Hände in den Pinseln? 15 Ich bin, du Ängstlicher. Hörst du mich nicht 16 Mein Leben ist nicht diese steile Stunde 16 Wenn ich gewachsen wäre irgendwo 17 Ich finde dich in allen diesen Dingen 18 Ich verrinne, ich verrinne 18 Sieh, Gott, es kommt ein Neuer an dir bauen 19 Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz 20 Werkleute sind wir: Knappen, Jünger, Meister 20 Du bist so groß, daß ich schon nicht mehr bin 21 So viele Engel suchen dich im Lichte 21 Das waren Tage Michelangelos 22 Der Ast vom Baume Gott, der über Italien reicht 22 Da ward auch die zur Frucht Erweckte 23 Aber als hätte die Last der Fruchtgehänge 24 So hat man sie gemalt; vor allem einer 24 Mit einem Ast, der jenem niemals glich 25 Ich kann nicht glauben, daß der kleine Tod 26 Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe? 26 Du bist der raunende Verrußte 27 Du, gestern Knabe, dem die Wirrnis kam 27 Dann bete du, wie es dich dieser lehrt 28 Ich habe Hymnen, die ich schweige 29 Gott, wie begreif ich deine Stunde 29 Alle, die ihre Hände regen 30 Der Name ist uns wie ein Licht 31 Dein allererstes Wort war: Licht 31 Du kommst und gehst. Die Türen fallen 32 Du bist der Tiefste, welcher ragte 33 Ich weiß: Du bist der Rätselhafte 33 So ist mein Tagwerk, über dem 34 Ihr vielen unbestürmten Städte 35 Ich komme aus meinen Schwingen heim 35 Du wirst nur mit der Tat erfaßt 37 Mein Leben hat das gleiche Kleid und Haar 37 Und Gott befiehlt mir, daß ich schriebe 38 Es tauchten tausend Theologen 39 Die Dichter haben dich verstreut 40 Selten ist die Sonne im Sobór 40 Da trat ich als ein Pilger ein 41 Wie der Wächter in den Weingeländen 42 Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht 42 Ich war bei den ältesten Mönchen 43 Du dunkelnder Grund, geduldig erträgst du die Mauern 44 So bin ich nur als Kind erwacht 45 Daß ich nicht war vor einer Weile 45 Es lärmt das Licht im Wipfel deines Baumes 46 Du Williger, und deine Gnade kam 47 Eine Stunde vom Rande des Tages 47 Und dennoch: mir geschieht 48
_Zweites Buch:_ Das Buch von der Pilgerschaft (1901)
Dich wundert nicht des Sturmes Wucht 51 Ich bete wieder, du Erlauchter 52 Ich bin derselbe noch, der kniete 53 Du Ewiger, du hast dich mir gezeigt 56 Dir ist mein Beten keine Blasphemie 56 Und seine Sorgfalt ist uns wie ein Alp 57 Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn 58 Und meine Seele ist ein Weib vor dir 58 Du bist der Erbe 58 Und du erbst das Grün 59 Ich bin nur einer deiner Ganzgeringen 60 Und doch, obwohl ein jeder von sich strebt 61 Du bist der Alte, dem die Haare 62 Gerüchte gehn, die dich vermuten 62 Alle, welche dich suchen, versuchen dich 63 Wenn etwas mir vom Fenster fällt 64 Du meinst die Demut 65 In diesem Dorfe steht das letzte Haus 66 Manchmal steht einer auf beim Abendbrot 67 Nachtwächter ist der Wahnsinn 67 Weißt du von jenen Heiligen, mein Herr? 67 Du bist die Zukunft, großes Morgenrot 69 Du bist das Kloster zu den Wundenmalen 70 Die Könige der Welt sind alt 71 Alles wird wieder groß sein und gewaltig 71 Auch du wirst groß sein. Größer noch, als einer 72 Es wird nicht Ruhe in den Häusern 73 So möcht ich zu dir gehn 73 Du Gott, ich möchte viele Pilger sein 74 Bei Tag bist du das Hörensagen 74 Ein Pilgermorgen. Von den harten Lagern 74 Jetzt reifen schon die roten Berberitzen 78 Du mußt nicht bangen, Gott 78 In tiefen Nächten grab ich dich, du Schatz 80
_Drittes Buch:_ Das Buch von der Armut und vom Tode (1903)
Vielleicht, daß ich durch schwere Berge gehe 83 Du Berg, der blieb, da die Gebirge kamen 83 Mach mich zum Wächter deiner Weiten 84 Denn Herr, die großen Städte sind 84 Da leben Menschen, weißerblühte, blasse 85 O Herr, gib jedem seinen eignen Tod 86 Denn wir sind nur die Schale und das Blatt 86 Herr: wir sind ärmer denn die armen Tiere 87 Mach Einen herrlich, Herr, mach Einen groß 88 Das letzte Zeichen laß an uns geschehen 89 Ich will ihn preisen 90 Und gib, daß beide Stimmen mich begleiten 90 Die großen Städte sind nicht wahr; sie täuschen 90 Denn Gärten sind, -- von Königen gebaut 91 Dann sah ich auch Paläste, welche leben 91 Sie sind es nicht. Sie sind nur die Nicht-Reichen 93 Denn Armut ist ein großer Glanz aus Innen 94 Du bist der Arme, du der Mittellose 94 Du, der du weißt und dessen weites Wissen 95 Betrachte sie und sieh, was ihnen gliche 96 Sie sind so still; fast gleichen sie den Dingen 96 Und sieh, wie ihrer Füße Leben geht 96 Und ihre Hände sind wie die von Frauen 97 Ihr Mund ist wie der Mund an einer Büste 97 Und ihre Stimme kommt von ferneher 97 Und wenn sie schlafen, sind sie wie an alles 97 Und sieh: ihr Leib ist wie ein Bräutigam 98 Denn sieh: sie werden leben und sich mehren 98 Nur nimm sie wieder aus der Städte Schuld 98 Des Armen Haus ist wie ein Altarschrein 99 Die Städte aber wollen nur das Ihre 100 Und deine Armen leiden unter diesen 100 O wo ist der, der aus Besitz und Zeit 101 O wo ist er, der Klare, hingeklungen? 102
Titel, Kopfleiste und Anfangsinitiale dieses Buches zeichnete Walter Tiemann. Der Druck erfolgte in der Offizin W. Drugulin zu Leipzig.
[Anmerkungen zur Transkription: Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen.
S. 80: Denn alle Uberflüsse -> Überflüsse S. 86: zehn ihnen leise eine Weile nach -> gehn S. 90: ichts von dem weiten wirklichen Geschehen -> Nichts ]
[Transcriber's Notes: The table below lists all corrections applied to the original text.
p. 80: Denn alle Uberflüsse -> Überflüsse p. 86: zehn ihnen leise eine Weile nach -> gehn p. 90: ichts von dem weiten wirklichen Geschehen -> Nichts ]