Das Liebeskonzil: Eine Himmels-Tragödie in fünf Aufzügen

Part 5

Chapter 52,244 wordsPublic domain

_In diesem Augenblick ist_ das Weib, _ein junges, blühendes Wesen in schwarzen Haaren, mit schwarzen, tiefliegenden Augen, in denen eine verzehrende, aber noch nicht aufgeschlossene Wollust verborgen liegt, in ganz weißem Gewand zaghaft auf die Schwelle getreten. Alles ist bestürzt und, wie geblendet über den neuen Ankömmling, in die Höhe gefahren; die Engel starr und wie unentschlossen, was zu tun, die Blicke auf_ das Weib _gerichtet._

MARIA (_die sich erhoben hat, imperatorisch_). Wer ist diese Person?--(als keine Antwort erfolgt). Wer hat Dich herein gelassen?--Woher kommst Du?--Kommst du von drunten?--Bist Du eine Gestorbene?--Oder 'was Besseres?--Eine Heilige?--Was willst Du hier?--Mir Konkurrenz machen?--Mit welchem Recht...? (_fängt zu zittern an_).

In diesem Augenblick kommt der TEUFEL hinter DEM WEIB herein, atemlos, als habe er sich verspätet, macht eine tiefe Reverenz vor MARIA.

TEUFEL. Gnädige Frau,--(DAS WEIB vorstellend.)--meine Tochter!

_Die Engel fahren kreischend nach links ab._

MARIA (_die Thronstufen hinabsteigend, mit dem Ausdruck höchster Verwunderung_). Ah!--

TEUFEL (_den Eindruck abwartend; dann nach einer Pause_). Ich hoffe, sie gefällt Dir?

MARIA (_zögernd, ihre Eindrücke sammelnd_). Gefallen?--Nein, dazu ist sie zu schön. Dieses Biest schlägt alles im Himmel und auf Erden.--Ich erwartete ein Scheusal.

TEUFEL. Gnädige Frau, damit....

MARIA (_unterbrechend, zornig_). "Gnäd'ge Frau!--Gnäd'ge Frau!" Ich bin die Immerwährende Jungfrau und Allerseligste Gottesmutter!--Merk' Dir's! (Mit einem Blick auf das Weib.)

TEUFEL (_sehr devot, halblaut_). Diese feinen Unterschiede erfaßt Die noch nicht.--Sie ist wie ein Kind.

MARIA. Wie, spricht sie nicht?

TEUFEL. Gott bewahre!

MARIA. Sie spricht keine Sprache?

TEUFEL. Sie spricht die Sprache, die alle Weiber sprechen, die Sprache der brennendsten Verführung.

MARIA. Ich meine, Du bist über unser Programm hinausgeschritten.--Was soll diese superbe Person...?--

TEUFEL. Ich mußte sie in irgendeiner Art....

MARIA einfallend. Wenn ich das wollte, konnte ich einen meiner Engel, ich konnte selbst....

TEUFEL. Oh, schönste Frau, nimmermehr; Ihr habt vergessen....

MARIA. Ja, ja!--Ganz richtig!--Jawohl!--Aber warum so blendend?--Das reine Entzücken! (_zum Teufel gewendet halblaut_). Kann man sich hier 'was vergeben?

TEUFEL. Du kannst sie glatt bewundern; noch weiß sie gar nichts.

MARIA (_verschlingt das Weib mit ihren Blicken, geht dann in einer plötzlichen Wallung auf sie zu, und küßt sie_).

DAS WEIB _fährt fast erschrocken zurück_.

MARIA (_überwältigt_). Das volle Entzücken!--Wie ein Kind!--

TEUFEL (_mit komischem Pathos_). "Rein aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen!"--

MARIA (_empfindet den Stich_). Oh--buffone!--Wo hast Du sie her?

TEUFEL (_sehr gespreizt_). Gewisse Geheimnisse Unserer Fabrikation können Wir nicht mitteilen;--indes--die Mutter kann ich Dir nennen.

MARIA. Ah!

TEUFEL. Eine gewisse SALOME,--die schöne Köpferin,--die sich mit einer Schnellung ihres Tanzbeins einen warmen Menschenkopf holte.

MARIA (_sich besinnend_). Haben Wir die nicht heroben?

TEUFEL (_trocken_). Nein, nein!--Solche Personen habt Ihr nicht heroben.

MARIA (_versunken in die Gestalt_).... solche Personen habt Ihr nicht heroben...! Und so blendend!--

TEUFEL. Was Du siehst, hat sie von der Mutter.

MARIA. Von ihr.

TEUFEL (_sarkastisch_). Und noch einiges, was Du nicht siehst!--

MARIA (_zu ihm hinüberschauend, verständnisvoll_). Jawohl!--Sonst?--

TEUFEL. Die Qualitäten des Vaters kommen erst später zum Vorschein;-- wenn sie Übung hat....

MARIA. Das glaub' ich!

TEUFEL. Ich war in meiner gloriosen Stimmung!

MARIA (_die sich von der Gestalt nicht trennen kann_). Und dieses keusche Entzücken, dieses unvergleichliche Auge, dieser Impuls voll überirdischer Lust, dieser Gedanke von übermenschlicher Güte und Mitleid soll die Menschen, sagst Du, vergiften und verderben?

TEUFEL (_sehr bestimmt_). Das SOLL es!

MARIA. SOLL es das?--Kann es das?--

TEUFEL (_höhnisch_). KANN es das?--Ich sag Dir, das in ihr verschlossene Gift ist so stark: nach vierzehn Tagen soll der, der sie berührt, mit Augen wie Glasklicker in die Welt schauen; seine Gedanken gerinnen ihm, und er schnappt nach Hoffnungsluft, wie ein trocken gewordener Fisch; nach sechs Wochen betrachtet er seinen Körper und fragt: Bin das ich? die Haare fallen ihm aus, die Wimpern fallen ihm aus, die Zähne fallen ihm aus; Gebiß und Gelenke werden wackelig; nach drei Monaten ist er an seiner Menschenoberfläche durchlöchert, wie ein Sieb, und er spekuliert an den Schaufenstern herum, ob man etwa eine neue Menschenhaut kaufen kann; die Verzweiflung rinnt ihm nicht nur im Herzen zusammen, sondern läuft ihm stinkend auch zur Nase heraus; die Freunde begucken sich gegenseitig, und wer in der ersten Phase der Vergiftung ist, lacht den aus, der sich in der dritten oder vierten befindet; nach einem Jahr fällt ihm die Nase in den Suppenteller, und er läuft zum Kautschukhändler, um eine neue zu kaufen; dann verzieht er, geht an einen andern Ort, wechselt sein Handwerk, wird mitleidig und sentimental, tut keinem Tierlein 'was zuleide, entwickelt moralische Gesinnungen, spielt mit den Mücklein in der Sonne und beneidet die jungen Bäume im Frühling; er wird katholisch,--wenn er protestantisch war; und protestantisch,--wenn er katholisch war: nach zwei, drei Jahren liegen ihm die Leber und die großen Drüsen wie Mörser im Leib und er denkt auf lockere Speisen; dann gimpelt's ihm im einen Aug', nach einem weiteren Vierteljahr ist es zu; nach fünf, sechs Jahren beginnt ein Zucken und Schießen im Körper auf und ab, wie ein Feuerwerk; er geht noch spazieren, und fleißig sieht er nach, ob die Füße noch unter dem Leib hervorkommen; noch etwas später zieht er es vor, im Bett zu bleiben; er liebt die Wärme; nach acht Jahren etwa nimmt er sich eines Tags einen Knochen aus dem eigenen Gebäu, beriecht ihn, und schmeißt ihn voll Grausen in die Ecke; er wird dann fromm, frömmer, am frömmsten; er liebt die Maroquin-Bände mit Goldschnitt und einem Kreuz darauf; und nach zehn Jahren liegt er schlank dort, ein verwelktes Skelett, mit gähnend gegen den Plafond aufgesperrtem Maul, das "Warum" fragt und stirbt.--Die Seele gehört dann Euch!--

MARIA (_sich voll Abscheu wegwendend_). Äh!

TEUFEL (_verwundert_). Was?--Habe ich meine Sache nicht gut gemacht?--War die Arbeit nicht so bestellt?--

MARIA (_die Hände vor dem Gesicht, schluchzend_). Ach, die armen Menschen!

TEUFEL (_einfallend_).... bleiben _erlösungs-bedürftig_ und _erlösungs-fähig_!--

Maria (_die sich wieder umgewendet, starrt mit offenen Augen das Weib an, in deren Anblick sie versunken bleibt. Das Weib in der ursprünglichen, naiven, seiner unbewußten, schönheitsvollen Haltung._)

(_Man hört draußen ein Geräusch, wie von Kommenden_).

MARIA (_erwachend, und zur Thüre eilend_). Nein, niemand soll herein!--(_nachdem sie vor der Thüre die Kommenden erblickt_.) Nein, mein Sohn soll nicht herein, kann nicht herein, darf nicht herein; (_zurückkehrend, wild_). Schaff' mir das Weib aus dem Haus!--Thu' mit ihr, was Du willst; aber fort, fort!--Augenblicklich!--

TEUFEL (_bittend_). Liebe Maria, Immerwährende Jungfrau, Allerseligste Gottesgebärerin, ich hätte noch einige Wünsche, ich denke, ich verdiene doch,... Du weißt....

MARIA (_eilfertig_). Ja, ja,--Du sollst Deine _Stiege_ haben;--aber nur fort, fort!--

TEUFEL (_larmoyant_). Und _Gedankenfreiheit_!--

MARIA. Freund, Du denkst nur viel zuviel!--Ich will mir's überlegen, was ich befürworten kann;--aber jetzt fort!--

TEUFEL (_mit einem schweren Seufzer, verbeugt sich tief vor Maria, geleitet dann mit großer Vornehmheit_ DAS WEIB _nach außen, wohin er sie vorantreten läßt_).

MARIA (schaut starr mit offenem Munde den Gehenden nach.)

(_Der Vorhang fällt_.)

Fünfter Aufzug

Erste Szene

Rom. Ein Saal im päpstlichen Palast; zur Rechten (von der Bühne aus) ist an der Wand ein temporärer Altar errichtet, an dem ein Priester amtiert; zur Linken bis gegen die Mitte der Bühne reichend, stehen Armsessel, zum Teil mit Betpulten davor, auf denen der Papst mit seiner Familie, darunter CESARE und LUCREZIA BORGIA, die VANOZZA und JULIA FARNESE mit den Mitgliedern des heiligen Kollegiums, Bischöfen und Erzbischöfen, Almosenieren, dem Zeremonienmeister BURCARD, dem Kapitän der päpstlichen Garde und andern zum unmittelbaren Gefolge des Papstes Gehörigen Platz genommen; zu äußerst links, hinter den Stühlen stehen dichtgedrängt und ohne das Ende des Saales auf dieser Seite erkennen zu lassen, teils Geistliche, teils niedere Beamte des päpstlichen Hofstaates und ganz hinten auch etliche von der Dienerschaft, welche alle mit größerer oder geringerer Aufmerksamkeit der heiligen Handlung folgen. Erleuchtet wird der ganze Raum lediglich von den vier großen Kerzen, die am Altar brennen, so daß die entfernter gelegenen Teile in Halbdunkel gehüllt sind. Im Hintergrund befindet sich ein einziges großes Portal, welches offen steht.

PRIESTER AM Altar, (_den man längere Zeit hantieren gesehen und flüstern gehört hat_). Hoc est enim Corpus meum[1].--Das Flüstern und Zischeln geht weiter.--Hic est enim Calix Sanguinis mei, novi et aeterni testamenti; mysterium fidei; qui pro vobis et pro multis effundetur in remissionem peccatorum[2].

_Während mitten unter den Zuhörern, die teils knien, teils stehen, der Papst mit überschlagenen Knien und im Schoß gekreuzten Händen, wie es scheint, gleichgültig dort sitzt, geht unter den übrigen, besonders unter den weiblichen Mitgliedern, ein lebhaftes Plauschen und Austauschen von Meinungen einher, welches von den rückwärts Stehenden wiederholt durch ein diskretes "Pst!" unterbrochen wird._

PRIESTER (_am Altar_).... Hostiam puram, hostiam sanctam, hostiam immaculatum ...[3]

LUCREZIA (_teilt aus einer Tüte Confetti an ihre jüngeren Geschwister aus._)

PRIESTER (_am Altar_).... Panem sanctum vitae aeternae, et Calicem salutis perpetuae....[4]

Die Jüngeren scheinen sich um die Confetti zu streiten; einiges fällt zu Boden; sie eilen sich, es aufzuheben; man hört Raufen und Schimpfwörter; Stühle werden gerückt; die Damen benehmen sich um die Kleinen; die Herren mahnen zur Ruhe; der Papst schaut hinüber und lächelt; von rückwärts wiederholte "Pst--Pst!".

PRIESTER (_am Altar, mit lauter Stimme_).... Per omnia saecula saeculorum[5].

DIE ANWESENDEN (_mechanisch murmelnd_). Amen.

CESARE ist von seinem Stuhl aufgestanden und begibt sich hinter die Lehnen seines Vaters, des Papstes, zu dem herübergebeugt er sich längere Zeit halblaut unterhält; die Damen fangen ebenfalls unter sich ein halblautes Gespräch an; die Kleinen, wieder beruhigt, molfern an ihren Confetti.

PRIESTER (_am Altar halblaut_). Agnus Dei, qui tollis peccata mundi...[6]

Bei diesen Worten ist DAS WEIB plötzlich auf die Schwelle des rückwärtigen Portals getreten. Hinter ihr sieht man eine schwarze Gestalt verschwinden. Sie ist in der gleichen naiv-zauberhaften Attitüde wie oben im Himmel und trägt dasselbe weiße, jugendlich-züchtige Gewand wie damals, von dem eine von der Beleuchtung der Kerzen unabhängige Helle auszugehen scheint.

PRIESTER (_vollendet_).... miserere nobis![7]

Sofort entsteht eine heftige Erregung und große allgemeine Unruhe unter allen Anwesenden, deren Blicke starr gegen die Thüre gerichtet sind, und unter denen ein bald unentwirrbares Gemisch von staunenden Ausrufen von seiten der Männer, von Verwünschungen von seiten der Frauen hin- und hergeht.--

PRIESTER (_am Altar, wie oben_). Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis!...

_Die Unruhe wächst immer mehr; der Garde-Kapitän ist einige Schritte gegen das Portal zu getreten; die Dienerschaft drängt sich von dieser Seite immer stärker gegen die Mitte des Saales._

PRIESTER (_am Altar_). Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona nobis pacem...[8]

_Der Papst ist ebenfalls aufgestanden und schaut starr gegen die Thüre, wo das Weib in regungsloser Haltung verharrt; Gruppen bilden sich und pflegen in erregter Weise Meinungs-Austausch. Der Zeremonienmeister Burcard ist von hinten vorgekommen, um sich mit dem Papst zu benehmen, der ihm aber kein Gehör schenkt. Man hört die Kleinen schreien._

PRIESTER (_vollendet und sagt sein_). Dominus vobiscum![9] (_Dessen Antwort_: "Et cum spiritu tuo"[10] _nicht mehr vernommen wird_.)

_Man hört jetzt aus der Menge Rufe wie_: "Wer ist die?"--"Woher kommt die?"--"Eine Neapolitanerin!"--"Schafft sie 'naus!"--"Halt! Halt!"--_Man hört die Stimme des Papstes_: "Schonung! Schonung!"--

PRIESTER (_am Altar, wendet sich um, sieht erschrocken die Verwirrung, sagt aber sein_). Ite missa est[11]--(_und erteilt darauf, ohne daß sich noch jemand um ihn kümmert, den Segen_.)

_Nunmehr verlassen alle ihre Plätze und drängen gegen die Thüre zu; die Männer zunächst, die Frauen wie zurückgeschoben; der Papst, umgeben von seinem Sohn Cesare, dem Zeremonienmeister und dem Garde-Kapitän, führt_ DAS WEIB _vornehm bewillkommnend unter großem Nachdrängen von seiten der Männer, unter lauten Ausrufen und Verwünschungen von anderer Seite, etwas gegen die Mitte des Saales.--Der Priester hat sich inzwischen am Altar verbeugt und ist rechts abgegangen; ein Sakristan ist gekommen und löscht vorschriftsmäßig die vier großen Kerzen aus.--In dem so entstandenen Halbdunkel, in dem_ DAS WEIB _wie magisch beleuchtet herausglänzt, sieht man noch, wie die Männer wie wild gegen die helle Gestalt losstürzen, die der Papst jetzt fest unter den Arm genommen hat, während der Garde-Kapitän den Degen zieht, Burcard die großen mächtigen Arme, wie zur Ruhe mahnend, hoch emporhebt, und Cesare wie wütend gegen die Eindringenden um sich schlägt. Die Betstühle werden umgeworfen; man sieht vereinzelt Dolche in der Luft blitzen; im Hintergrund halb ersticktes Weibergeschrei. "He, Hilfe!"--"Ich bin's nicht!"--"Ich bin die Falsche!"--"Waffen!"--"Soldaten!" Man hört_ LUCREZIA'S _Stimme: "Cesare!--Cesare!--Mio papa--zu Hilfe!"--Schließlich drängt die Gruppe mit dem_ WEIB _und dem_ PAPST _in ihrer Mitte zur Thüre hinaus; Alles wie wild nachstürzend; die Frauen kreischend zu beiden Seiten ab:--der Vorhang fällt._

[1] Denn dies ist mein Leib.

[2] Denn dies ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes--das Geheimnis des Glaubens--welches für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

[3] Die reine Hostie, die heilige Hostie, die makellose Hostie.

[4] Das heilige Brot des ewigen Lebens und den Kelch des immerwährenden Heils.

[5] Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

[6] Lamm Gottes, das du trägst die Sünden der Welt ...

[7] Erbarme dich unser!--

[8] Lamm Gottes, das du trägst die Sünden der Welt, schenk' uns Frieden.

[9] Der Herr sei mit Euch.

[10] Und mit deinem Geist.

[11] Soviel wie: die Messe ist vorbei.

Zweite Szene. (Verwandlung.)

Eine Straße in Rom vor dem päpstlichen Palast. Trübe, naßkalte Morgendämmerung; an einer Ecke ein tiefherabgebranntes flackerndes Öl-Licht.--Totenstille.

_Eine Thüre am päpstlichen Palast öffnet sich leise und heraus tritt_ DAS WEIB, _die Röcke knapp zugebunden, die halb entblößte Brust vor Kälte schützend, mit verwirrten Haaren und hohläugigen Blicks, übernächtigt und abgeschlagen; macht die Thüre leise hinter sich zu; schlürft einige Schritte vorwärts; sie hat zweierlei Pantoffel an, beide zu groß, in den Ohren und am Hals Brillantschmuck, schaut sich scheu und vorsichtig um; da bricht der._

TEUFEL (_der bis dahin ungesehen längs einer Dachrinne im Schatten gestanden, hastig hervor, auf sie zu, gebieterisch._) Jetzt zu den Kardinälen! Dann zu den Erzbischöfen! Dann zu den Gesandten! Erst zu den Gesandten der italienischen Staaten; dann zu den fremdherrlichen Gesandten! Dann zum Camerlengo! Dann zu den Neffen des Papstes! Dann zu den Bischöfen! Dann durch alle Klöster durch! Dann zu dem übrigen Menschenpack!--Tummle dich und halte die Rangordnung ein!--(_Weib langsam ab._)

(_Der Vorhang fällt._)

(Schluß.)