Chapter 6
Knallen tut's da? O jemine! Wissen Sie, Herr Kriegsminister, gegen Knallen hab ich von Kind auf 'ne Idiokratie.
POLIZIST:
Idio_syn_krasie meinst du wohl, dummer Kasper.
KASPERLE:
Nee, Herr Rasselsäbel, Sinn ist da nicht drin; sonst wär's ja keine Idiotokratie. (Er singt):
Die Welt, die haut sich tot wie nie, tot wie nie, tot wie nie, und füttert das Meer mit Korn und Vieh, Korn und Vieh, Korn und Vieh; das ist doch Idiotokratie, Tokratie, Tokratie, Idiotokratie!
POLIZIST:
Halt deinen dummen Schnabel, Kasper, das verstehst du nicht; das ist die hohe Diplomatie. Sage mir lieber, wie dein Vater heißt, Kasper.
KASPERLE:
Das kann ich Ihnen durchaus nicht sagen, Sie neugieriger Iltis, alldieweil ich das selber nicht weiß. Ich glaube, ich hatte gar keinen Vater.
POLIZIST:
Und deine Mutter?
KASPERLE:
'ne Mutter? 'ne Mutter hab ich auch nicht gehabt. Bloß 'ne Großmutter und 'ne Urmama; die haben mich zusammen zur Welt gebracht.
POLIZIST:
Du bist 'n Ochse, Kasper, oder 'n Frechdachs; jeder Mensch hat doch 'ne Mutter.
KASPERLE:
'n Ochse? das wär was, ei der Daus! Was wär ich da wert bei den heutigen Fleischpreisen? wir wollen mal zusammen rechnen, Herr Kriegsminister. Also: ich wiege 150 Pfund, das Pfund kostet jetzt 8 Mark 50. Erst also 100 mal 8 Mark 50--hängen wir einfach zwei Nullen an, das macht 85000 Mark; und dann noch 50 mal 8 Mark 50, das ist mir zu schwer, das kann ich nicht rechnen. Wissen Sie's vielleicht, Herr Kriegsrat?
POLIZIST:
Na, das sind ungefähr 4000 Mark, Kasperle; es ist ja auch schon lange her, daß ich in der Schule war.
KASPERLE:
Also, ich hatte 85000 Mark; und Ihre 4000 Mark dazu, macht 100000 Mark. Sehn Sie, Herr Kriegsminister, soviel ist der Kasper werf, wenn er ein Ochse ist; hihi, was sagen Sie nun, Herr Oberkanonenrat? Was mag man da erst wert sein, Sie, wenn man ein fettes Schwein ist! Wissen Sie was: wir wollen beide Bauern werden und fette Schweine zusammen ausbrüten. (Er singt):
O wär ich doch ein Öchselein, Öchselein, Öchselein, oder auch ein fettes Schwein, fettes Schwein, fettes Schwein, dann pökelt' ich mich selber ein, si- sa- selber ein. Da käm ich in ein großes Faß, großes Faß, großes Faß, da rollt' ich in das Kellergelaß, Kellergelaß, Kellergelaß, da hätt ich für den Winter was, Wi- Wa- Winter was.
POLIZIST (packt ihn):
Ach was, vorwärts marsch mit dir in den Krieg! und hast-du-nicht-gesehn ins Feuer!
KASPERLE:
Ins Feuer soll ich? Ich ins Feuer? Aber ich bin doch keine Preßkohle, Herr Oberheizer, daß ich ins Feuer soll? (Er ruft ins Haus): Großmama, mein Puttchen, du alte Knochenmühle! komm doch mal her, aber putz dich nicht erst! man will dein Kasperle ins Feuer stecken! (Großmutter kommt.)
GROSSMUTTER:
Was ist denn los? Was schreist du so, Kasperchen?
POLIZIST:
Er muß in den Krieg und will nicht, der Racker!
GROSSMUTTER:
O Gott, o Gott, in den Krieg, mein Herzblatt? Da werden sie dich totschießen, armes Kasperchen! Ogottogottogottedoch!
KASPERLE:
Laß man, Omamachen wenn sie schießen wollen, nehm ich meine Pritsche und hau sie selber tot. Guck mal, so--so--haste-nich-gesehn--(er haut den Polizisten tot, wirft ihn über die Rampe und sagt dabei:) Ja, quiek man! den Kasper krigst du nicht! der lebt ewig, du oller Rasselsäbel!--
VERZEICHNIS DER ÜBERSCHRIFTEN
Gruß an die Großen Gruß an die Kleinen
ERSTER TEIL
Wunderchen Geht leise Wittewoll schlafen Frühstück Seereise So lala Mein Wagen Kutscher auf dem Knie Ereignis Heilsprüchel Schlimme Geschichte Austreibung Wenn Rumpumpel brummig ist Der Pudding Zwei Mäulchen Mückebold Das Scherchen Geschichtchen vom Winde Anziehliedchen Das Lämmechen Die wilden Beinchen Der lumpichte Bu Tintenheinz und Plätscherlottchen Es regnet Trösterchen Häschen in der Grube Hasenspiel Drei Bäumchen Schabernack Am Abend Gutenachtliedchen Freund Husch Rumpumpels Geburtstag Mutters Geburtstag Rumpumpel tanzt Kreiselliedchen Konzert Die ersten Höschen Der kleine Sünder Flutschpeter Die Trommelpartie Rumpelreim Das Karnickel Lektion Lied des Hühnchens So sieht unsre Wirtschaft aus
ZWEITER TEIL
Das Haus Mit Trommel und Trab Siebenschläfer Osterlied Maiwunder Hansel und Gretel Prinzeßchen Das große Loch Zwei Gesellen Wenn's Pfingsten regnet Eine Hühnergeschichte Marieken und die Küken Kinderküche Essensregeln Die böse Mies Pottkieker Der Reitersmann Das richtige Pferd Der kleine Rekrut Der Hauptmann Abzählreim Fragefritze und die Plappertasche Plappermündchen Puppendoktor Kleiner Einkauf Vaters Geburtstag Das Himmelsprinzeßchen Windfreude Lied vom Monde Weihnachtsschnee Knecht Ruprecht in Nöten Frohe Botschaft Der liebe Weihnachtsmann Sankt Niklas' Auszug Bescheidene Frage
DRITTER TEIL
Widmung Sonne Marienlied Korsisches Wiegenlied Königskind Heimweh Elfenreigen Wiegenmärchen Traumballade Mutter Hule Ein Singsang vom Rheine Badeballade Der Teufel und die Katz Der Esel und die Löwenhaut Ein Spatzengespräch Drei Koboldstreiche Spuk Der Märchenkönig und sein Töchterlein Weihnachtsgang Weihnachtsbesuch König Kuchen und Königin Schokolade Der erste Mai Wetterwunsch Hammerliedchen Im Sonnenschein Wanderlied
VIERTER TEIL
Spruch fürs Leben Allerlei Rätsel: 1) Windmühle 2) Die ersten Zähnchen 3) Sau-er-kraut 4) Spitzbube 5) Stiefelknecht 6) Rebe--Eber; Recke--Ecker; Rotte--Otter; Rinde--Inder; Rabe--aber 7) Matrone, Makrone, Marone 8) Gitter, Rettig 9) Vielleicht 10) Zeit 11) Schafwolle und Rindleder 12) Versohlt 13) Überlegen 14) Saumselig 15) Verzogen 16) Drosselbart 17) Nachbarschaft 18) Der Rat 19) Besessen 20) Ausschlag 21) Fassung 22) Eingefallen 23) Druckfehlerteufel 24) Feuerwasser 25) Wasserscheide, Scheiderwasser 26) Winde 27) Leiter 28) Welle 29) Donnerkeile 30) Linsengericht 31) A, Horn, A horn 32) Aufschwung; Entfaltung; Sieg; Frieden 33) Retter 34) Verwachsen 35) Verschieden 36) Romantik 37) Mode, modern 38) Die Tinte 39) Das Licht 40) Die Zahl 41) Die Stadt 42) Geistreich 43) Gerecht, Same, Gerechtsame 44) Gedankenübertragung Polterabendgedicht Hochzeitsgedicht Neujahrsspiel Kartoffelkomödie: Räuber und Prinzessin Kasperle und der Krieg
VERZEICHNIS DER ANFANGSZEILEN
Auf der höchsten Berge Rücken Auf der Leine, auf grünem Platz Als ich noch klein war, war ich recht beschaulich Aus lichtem See Bei König Kuchen und Königin Schokoladen Blümchen hängt das Köpfchen Bummvallera ist nicht da Christkindchen lag im Stalle Das große Loch Das kann doch nicht Rumpumpel sein Das Wort pflegt zu erhöhn Der Bauer schläft im Hirsekraut Der Esel, der Esel Der Schneidermeister Piekenich Der Sommerabend ist so schön Der Vater will's das Fritzchen Des Mondes Tochter Mirlamein Die alte Mutter Hule Die erste frißt Die ersten sind ein Untertan Die erste Silbe führt die krause Schar Die Henne legt ein Ei Eia, wir Elfen Ein deutscher Meister war es, gottgesandt Ein Kätzlein ging einst jagen Ein Müllersmann aus Oberwesel Ein Vogel flog aus dem Heimatland Er geht in sich, um sich zu pflegen Es läuft und hat keine Beine Es regnet, es regnet Es tanzen zwei Gesellen Es war einmal ein Kätzchen Es war zur lieben Weihnachtszeit Fixfax der arge Kobold spricht Flutschpeter lief nie gradeaus Fritz, ich möcht den Spaten haben Froh singt ihr Lied am Sommertag Früh, eh ich's konnt begreifen Geht leise Gestern lief der Peter weg Getrieben werd ich, doch ich treibe wieder Grüß Gott, ihr Leut, ich bin das Jahr Guten Morgen, ihr Beinchen Guten Tag, guten Tag, liebe Grünkramfrau Hansel und Gretel stehen zu zwein Hans Wackelohr, Hans Wackelohr Häschen in der Grube Has, Has, Osterhas Heini, Heini Herbei, ihr kleinen Wichte Herr Dreidel tanzt auf einem Bein Herr Steuermann, Herr Steuermann Hinter den Birken über den Rasen Hinüber, hinein Hühner, wollt ihr wohl artig sein Hurra, zum ersten Mal Husch, husch, husch Ich bau, ich bau ein steinern Haus Ich bin das Himmelsprinzeßchen Ich bin der Hauptmann Ich bin eine kleine Sternschnuppe Ich bin nur klein, doch banne ich die Welt Ich habe Flügel--rate, Kind Ich hab einen Helm aus Packpapier Ich hab keine Hände und kann doch tragen Ich möcht euch alle miteinander Ich nähre mich von fremden Stoffen Ich stand begehrlich am Worte Ich war in Fez durch die Buden gewandelt Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf Ihr Siebenschläfer in den Höhlen Im Stall unter Schäfchen bäht In alten Zeiten In eins-zwei-drei lebt ganz gemütlich In Leipzig wohnt ein Bäckermeister In Not und Gefahr In Wolfenbüttel wohnt ein Lamm Jung jung drei Bäumchen Ka Strümpferl im Kasten Klänge wachsen auf den Wegen Klärchen nähte an dem ersten Knecht Ruprecht kratzt sich seinen Bart Kräht der Hahn früh am Tage Kra, kra, kalter Schnee Kribbel-krabbel-Käfer Ländliche Straßen, dicht beschneit Leise, Peterle, leise Leises Klopfen an der Türe Lieber Doktor Pillermann Lise Nackfisch und Hans Pitschenaß Maienkönig schickt mich her Maikönig kommt gefahren Maria herzt ihr Kindelein Mariechen war's; mit meinem Kuchen Marie-Marei-Marieken Marie-Marei will Braten machen Mein erstes ist ein Hund Mein erstes ist nicht wenig Mein erstes Wort, im engen Raum genährt Mein Reich ist unbegrenzt: bis in die fernste Zone Mein Strom ergießt sich sickernd durch die Welt Mein Wagen hat vier Räder Mückchen, Mückchen, Dünnebein Musik, Musik, die Flöte kommt Mutti, Mutti, was ist denn da drin Nein, Kinder, immer kann man nicht dichten Nennst du das Ganze, tönt es uns entgegen Oben aus dem Fahnenhaus Ohne Zepter, ohne Krone Pink, pank, Hammerschlag Pitsch--patsch--Badefaß Putzt die Fenster! fegt die Ecken! Quellchen geht in den Rauschebach Rate, Freund, es ist nicht schwer Rechts, links, über Eck Ride-bide-Bummstock Rumpumpel macht 'ne Landpartie Rumpumpel tanzt Rumpumpel will essen Sankt Niklas zieht den Schlafrock aus Sankt Nikolas, Sankt Nikolas Scheine, Sonne, scheine Schimmel, willst du laufen Schlafe, mein kleiner Wildling Schlafe ruhig, Königskind Schnell, schnell, Besen Schnipsel, schnipsel, Scherchen Sind es die Feinde, muß man sich wehren Sind es die Stiefel, halten sie 'ne Weile Sitzen zwei alte Weiber im Sand So morgens um halb acht herum Sonnenlichter, Frühlingswichter Sonne scheint draußen und scheint in die Grube Spitzt das Ohr und merkt euch still Standen vier weiße Ritterchen Steht ein Töpfchen rund und nett Stets bin ich eines Leuchtenden Trabant Still--was bloß das Kätzchen will Traumkönig geht durch bleiches Land Tuck--tuck--heut ist Regentag Unser Müller hat ein Mühlenhaus Viel Glieder hab ich, die einander gleichen Vor der Laube kräht der Hahn Wächst einer alten Dame Wagen im Wind Waldtaube saß gefangen Wenn das R am Anfang steht Wenn der Wind über Wiesen und Felder rennt Wenn es von Freund und Liebchen kommt Wenn ich in die Stube geh Wer es hat, der ist betrübt Wer kommt dort angeflogen Wer schenkt mir ein lebendiges Pferd Wer strampelt im Bettchen Wer tanzt mit mir Willst du das erste Wort stets sein und handeln Wind, Wind, sause Winkele, wankele Wir sind's gewiß in vielen Dingen Wir sind's mit Stamm und Vaterland Zwei Worte weiß ich, die einander feind