Das höllische Automobil: Novellen

Part 7

Chapter 7811 wordsPublic domain

»$Hamburger Fremdenblatt$«: Der »Wiener Verlag«, der uns bereits die Kenntnis einer Anzahl wirklich guter und origineller Bücher vermittelt hat, läßt mit seinen »Rosen, die wir nicht erreichen«, abermals ein gediegenes Werk in die Öffentlichkeit hinausgehen. Der Erzähler dieser kurzen Geschichten aus dem Leben erfreut sich einer Frische und Selbständigkeit der Anschauung und dabei eines Stiles von so bestrickendem Reiz, daß man den Autor ohneweiters in die erste Reihe der modernen Erzähler zu stellen hat.

»$Berliner Nationalzeitung$«: (Welt am Montag.) Wer Raoul Auernheimer, der jedem auf literarischem Gebiet Versierten wohl schon begegnet ist, noch nicht kennt, der sollte diesen Geschichtenband zum Vermittler einer zweifellos sehr genußreichen Bekanntschaft machen. Auernheimers Geschichten werden alle ohne Ausnahme von einem feinen Humor und einer noch feineren Satire getragen. Der Dichter schaut von hoher Warte auf Welt und Menschen herab......

* * * * *

Raoul Auernheimer

Lebemänner

Novelle. 2. Auflage. M. 1.--, geb. M. 2.--.

»$Neues Wiener Tagblatt$«: Eine feine Studie aus dem Alltags- und Liebesleben, deren Held Konrad Spreckelmayer heißt, seines Zeichens Doktor ist und aus der altertümlichen Stadt Prag stammt. Das letztere ist nicht unwichtig. Um in Wien den erotischen Entwicklungsgang zu nehmen, der Spreckelmayer beschieden ist, muß man aus Prag kommen -- das können manche bestätigen.

Und der Sprosse der wackeren Moldaustadt kommt nach Wien, aus einer Art Bibelluft nach der Babel-Atmosphäre, und hier wird er auf dem allergewöhnlichsten Wege ein »Lebemann«! Ihn und seine Kameraden zeichnet nun Auernheimer in ebenso scharfer wie delikater Weise, mit etwas Ironie, aber ohne Forcierung, ohne zolaistische Düsterheit, ohne Schwermutsfrivolität, ohne bacchantische Hypertrophie. Das wirkt sehr sympathisch an diesem Buche und wieder einmal haben wir -- wir wollen es dreimal und öfter betonen -- Gelegenheit davon zu sprechen, daß das junge, frische Wien (wenige Ausnahmen abgerechnet) viel dezenter ist als das junge, greisenhafte Berlin. Da haben wir einen eleganten Satiriker vor uns, der sich das Rückertsche Diktum stets vor Augen hält: »Ich lehre dich, mein Sohn, nie über das, was über Maß das ist; denn überall von Übel ist das Über!« Und solch eine Eigenschaft kann bei einem jungen Autor nicht genug gerühmt werden!

* * * * *

Felix Salten

Die Gedenktafel der Prinzessin Anna

Novelle. 3. Auflage.

M. 1.--, geb. M. 2.--.

Hofrat =Dr. Max Burckhardt= schreibt in der »$Zeit$«: Die soeben im Wiener Verlag erschienene Novelle Saltens ist von einer ganz ungewöhnlichen Frechheit. Sie ist aber nicht nur frech, sie ist auch gut, die Frechheit sinkt nicht herab zur lüsternen Zote, sie erhebt sich zu blutiger Ironie. Parabasco, Herzog von Riavenna, betritt, da er nächtlicherweile eben selbst von einem Liebesabenteuer kommt, seine Schwester Anna, wie sie heimlich aus einem Pförtchen des Palazzo Gembi huscht. Da er sich überzeugen muß, daß der junge Gembi sein zartes Geheimnis nicht für sich allein behalten hat, entschließt er sich resolut, allem geheimen Gezischel und Getriebe dadurch vorzubauen, daß er eine Gedenktafel am Palazzo Gembi anbringen läßt, auf der mit dürren Worten der Öffentlichkeit mitgeteilt wird, was Prinzessin Anna in diesem Hause erlebt hat. Welche Folgen diese Tat des Herzogs hat, wie insbesondere das gute Volk die Prinzessin als Wohltäterin von Riavenna im Triumphzug durch die Stadt führt und ihr angesichts der Gedenktafel eine begeisterte Huldigung darbringt, und wie zum Schluß der Herzog an sich selbst erfährt, welche Nutzanwendungen ein einfaches Mädchen aus dem erhabenen Beispiele der verehrten Fürstin zieht -- das möge jeder in dem Büchlein lesen. Es könnte in der besten Zeit der Renaissance geschrieben sein.

* * * * *

1. Bd.: $Arthur Schnitzler.$ Die griechische Tänzerin. 2. Bd.: $Hugo von Hofmannsthal.$ Das Märchen der 672. Nacht. 3. Bd.: $Georg Hirschfeld.$ Erlebnis. 4. Bd.: $Otto Ernst.$ Die Kunstreise nach Hümpeldorf. 5. Bd.: $Felix Salten.$ Der Schrei der Liebe. 6. Bd.: $Otto Julius Bierbaum.$ Das höllische Automobil. 7. Bd.: $Johannes Schlaf.$ Die Nonne. 8. Bd.: $Anton v. Perfall.$ Er lebt von seiner Frau. 9. Bd.: $Siegfried Trebitsch.$ Das verkaufte Lächeln. 10. Bd.: $Hans von Kahlenberg.$ Jungfrau Marie.

Preis jedes Bandes M. 1.--, geb. M. 2.--.

Durch alle Buchhandlungen zu beziehen.

* * * * *

Anmerkungen zur Transkription:

Die Originalschreibweise und kleinere Inkonsistenzen in der Schreibweise und Formatierung wurden prinzipiell beibehalten.

Gesperrter Text wurde mit Gleichheitszeichen (=Text=), fett gedruckter Text mit Dollarzeichen ($Text$) und Text in Antiqua mit Unterstrichen (_Text_) markiert.

Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen.

Kapitel Lebenslauf: zu Grüneberg -> Grünberg Kapitel Lebenslauf: befriedigen könnte -> konnte S. 22: der Stadt Knödelmkraut -> Knödelimkraut S. 24: bist du ja veil -> viel S. 32: Du, Bartl -> Bartel S. 32: sagte Bartl -> Bartel S. 35: »Also schön, -> schön,« S. 35: dorthin führst? -> dorthin führst?« S. 52: Ihn kreuzweise -> 'Ihn kreuzweise S. 52: zu fesseln, -> zu fesseln,' S. 52: wird nicht -> 'wird nicht S. 53: ich .. -> ich ... S. 69: Stil versag -> versagt S. 101: Weihnachts-Bowle -> Weihnachtsbowle S. 148: Sekunde der Uberzeugung -> Überzeugung S. 153: dekorativ.«). -> dekorativ.«) S. 155: und starrt unr -> nur S. 157: Zwei münchner -> Münchner S. 163: Gembi huscht -> huscht. Anhang S. 3: in grobem Parallelismus... -> Parallelismus....

End of Project Gutenberg's Das höllische Automobil, by Otto Julius Bierbaum