Das Grabmal Des Theoderich Zu Ravenna Und Seine Stellung In Der

Chapter 3

Chapter 33,016 wordsPublic domain

So erklären sich alle am Grabmal des grossen Königs vorhandenen Formen und Spuren vorhandener Formen zwanglos technisch in Übereinstimmung mit der uns sonst bekannten Entwicklung, die Art der Bestattung als rein germanisch, die Architekturformen aus den Traditionen der spätrömischen Architektur, wie sie zur Zeit der Erbauung des Grabmals noch lebendig waren; und so zeigt sich uns das Grab des grossen Gotenkönigs als ein spätes Denkmal, an dem die Gedanken der monumentalen römischen Wanddekoration noch einmal in folgerichtiger, würdiger und prächtiger Weise Ausdruck gefunden haben. So stimmt auch sein Grab mit den Bestrebungen überein, die Theoderich während der ganzen langen Zeit seiner Regierung verfolgt hat, die grossen römischen Überlieferungen zu pflegen. Mit welchem Eifer der König gerade die Architektur seiner römischen Vorgänger pflegt und nachahmt, für die er „persönlich grosses Interesse und Bewunderung hegt (er sagt, die Betrachtung derselben sei seine liebste Erholung von den Sorgen der Regierung, Cass. Var. VIII, 15(11))“, zeigen viele Stellen in seinen Briefen, am deutlichsten vielleicht die Anweisung an seinen Curator palatii, den Oberbaudirektor, „er solle dafür sorgen, dass niemand die Neubauten von antiken unterscheiden könne!“ (VII, 5). Den Begriff „römisch“ müssen wir dabei für diese Zeit noch so fassen, wie ihn Theoderich selber in seinen Briefen und Edikten meint, als Bezeichnung für die einheitliche Kultur des gesamten Römischen Reiches, ohne allzugrossen Wert auf die Unterscheidungen: stadtrömisch, italisch, byzantinisch oder syrisch zu legen. Wie Theoderich alle Stellen der Zivilverwaltung mit Römern, d.h. Nichtgoten besetzte, so werden auch die leitenden Baubeamten und Architekten Römer in diesem Sinne gewesen sein. Die uns erhaltenen Namen von zweien seiner Architekten, Aloisius und Daniel, beweisen es auch. Da in jener Zeit alttestamentarische Namen für Europäer noch nicht üblich waren, so wird der letztere wohl Syrer gewesen sein. Gerade dieser ist es, den der König damit beauftragt, in Ravenna „Gewölbe zu konstruieren, wo man die Körper derer, die man verloren hat, erhalten könne, ohne sie in die Erde zu legen, damit die Hinterbliebenen nicht mehr genötigt sind, ihr Erbgut zu vergeuden für die Toten, oder die Körper derer, die sie lieb haben, ohne Ehre zu ihrem grossen Leidwesen in eine Grube geworfen zu sehen“ (Cass. lib. III, 19). Es ist also wohl möglich, dass dieser Daniel auch der Architekt des Grabmals ist. Dass er, wenn nicht gotische, so doch von gotischen Formen beeinflusste Steinmetzen am Bau beschäftigt hat, erscheint nach einigen Einzelformen, wie dem „Zangenornament“ am Hauptgesims wohl wahrscheinlich.

ANMERKUNG I.

Dass die Ergänzung des Wandschmucks, wie sie Haupt will, technisch und historisch unmöglich ist, geht aus folgender Betrachtung hervor. Er beansprucht für den von ihm ergänzten Bogenfries ein im Museum von Ravenna befindliches Marmorbruchstück, und wenn er auch schliesslich sagt, er behaupte nicht, dass dieses Stück gerade da, am oberen Geschoss des Grabmals gesessen haben muss, hat er sich doch nicht entschliessen können zuzugeben, dass jenes Stück da auf keinen Fall gesessen haben kann, ja dass es überhaupt nicht auch nur in ähnlicher Weise irgendwo in eine Wand eingesetzt gewesen sein kann. Auf der sorgfältig bearbeiteten Rückseite dieses Bruchstückes (nach Haupts eigener Darstellung Bild 26) ist eine gegen einen etwas erhabenen Rand ein wenig vertiefte glatte Fläche füllungartig eingearbeitet und der gedrehte Schaft und die Basis des kleinen Säulchens sind bis scharf an die Rückfläche des Stückes sorgfältig profiliert, so dass ohne weiteres ersichtlich ist, dass das Bruchstück überhaupt nicht zum rückwärtigen Einbinden in Mauerwerk bestimmt gewesen sein kann. Trotzdem soll nach Haupt ein solches unten nur 7,5 cm dickes, 71 cm hohes flaches Marmorstück ohne jede weitere Befestigung hochkant gestanden haben, was technisch ja ganz unmöglich ist, und nicht nur die 10 cm tiefe Ausarbeitung in der Wand ausgefüllt, sondern auch noch mit seiner Vorderkante bündig mit den etwa 14 cm ausladenden Konsolen gesessen haben, was also eine Mindestdicke von 24 cm voraussetzen würde. Ausserdem stimmt die Form des Bruchstückes an keiner Stelle mit der Form der Einarbeitung überein. (Vgl. Bild 27 mit der Form der Einarbeitung Bild 15.) Dass die jetzt dort an einigen Stellen vorhandenen Konsolen spätere mittelalterliche Zutaten sind, lehrt ihr Augenschein unmittelbar. Geschichtlich würde ausserdem zur Zeit des Theoderich ein Bogenfries auf Konsolen, der in Italien sonst nicht vor dem achten Jahrhundert, auch in Syrien erst nach der arabischen Invasion auftritt, einen unglaublichen Sprung in der Entwicklung bedeuten. Auch die von Haupt an den Gebäudeecken rekonstruierte sonderbare Form eines in steiler Schräge hoch gekröpften und dann horizontal um die Ecke geführten Gesimses (Bild 27) ist ganz ohne Beispiel in der Geschichte. Haupt führt als Beispiel dafür das Diptychon des Boetius zu Monza an (Bild 28). Schon an der von Haupt unvorsichtigerweise nicht mit weggeschnittenen Gardinenstange und dem an Ringen hängendem Vorhang unter dem schräg dargestellten Gesims links kann jedes Kind erkennen, dass Gesims und Gardinenstange nicht wirklich schräg ansteigend gemeint sind, sondern die perspektivische Darstellung des horizontalen Verlaufs sind, da von der wirklich schräg gelegten Gardinenstange der Vorhang mit den Ringen selbstverständlich herabrutschen würde.

Das von ihm gleichfalls als Beispiel für ein solches schräglaufendes Gesims angeführte Beispiel an der Stuckdekoration von S. Giovanni in Fonte ist ebenfalls eine perspektivische Darstellung eines nach vorn gerichteten auf Säulen ruhenden horizontalen Gebälks (Bild 30). Haupt hat einfach die vorderen Säulen weggelassen (Bild 29). Beide Beispiele sind perspektivische Darstellungen eines Säulenbaldachins über den Figuren.

ANMERKUNG II.

Durms Begründung seiner Ansicht ist aus folgenden Gründen hinfällig. Er sagt: „Die Flächen, von denen sich die bogenförmigen Verdachungen (gemeint sind die Schildbögen für die bogenförmigen Verdachungen, vgl. Bild 15) abheben – sind ganz roh und unregelmässig tief gearbeitet, so dass daraus sicher geschlossen werden kann, dass die Mauerflächen von Ecke zu Ecke ursprünglich glatt durchgearbeitet waren.“ Das Letztere ist unzweifelhaft richtig und entspricht ganz der antiken und jeder vernünftigen Steinmetzübung für den gegebenen Fall. Zunächst sind, nachdem die Wand aus Bossenquadern mit Randschlag aufgeführt ist, die Wandflächen von Ecke zu Ecke glatt durchgearbeitet, denn nur dann können die Umrisse der beabsichtigten Einarbeitungen, wenn sie über mehrere Quader und Schichten greifen sollen, wirklich genau darauf aufgerissen werden, und erst dann kann die umrissene Fläche weggearbeitet werden. Die Einarbeitungen sind also wirklich augenscheinlich später als die glatte Wandfläche ausgeführt, aber nur in dem Sinne, wie etwa der Kuppelstein naturgemäss später versetzt sein muss als die Quadern der ihn tragenden Wand, ohne dass sie deswegen einer zweiten Bauzeit angehören. Dass die über den Schildbögen liegenden zurückgearbeiteten Flächen roh und unregelmässig tief gearbeitet sind, kann dabei nicht Wunder nehmen, denn diese Einarbeitungen können keinen anderen Zweck gehabt haben als entsprechende Steine darin einbinden zu lassen, und diese mussten dann jene Flächen ganz verdecken, mussten nur in den Rand, der in der Tat recht sorgfältig, durchaus nicht „ungeschlacht“ ausgeführt ist, gut einpassen und brauchten auf ihrer Rückseite keine Berührung mit den dahinter liegenden Flächen zu haben. Es kommt ja selbst bei den denkbar sorgfältigsten Werksteinausführungen, die wir kennen, den griechischen Tempelbauten der klassischen Zeit, regelmässig vor, dass Werkstücke im Innern des Mauerwerkes rauh gelassen werden und sich gar nicht berühren (vgl. Durm, Baukunst der Griechen, Handb. d. Arch. II 1, Cellamauerwerk Fig. 59). Es ist also auch die Rauheit dieser Flächen durchaus kein Grund, die Einarbeitungen für spätere Zutaten zu halten. Für seine Ansicht beruft sich Durm nun auf eine Aufnahme von Holzmann(12) vom Zentralbau in Binbirkilise, wo, wie er sagt „der Übergang zur Kuppel durch eine wenig sprechende einfache Schräge bewirkt war“. Nun ist aber das, was Durm als Aufnahme Holzmanns dazu abbildet, eine Durmsche Abänderung der Darstellung, die sein Gewährsmann mit „aufgen. u. reconstr. Holzmann“ bezeichnet hat und die (Bild 31) ausser anderen handgreiflichen Fehlern auch gerade in dem Übergang zur Kuppel schon an sich mathematisch eine Unmöglichkeit enthält. Eine Wasserschräge als Übergang vom achtseitigen Tambour zur gleichfalls achteckigen Kuppel müsste ja jedesmal mit einer Horizontalen, nicht mit einer geknickten Linie an die Kuppelseite anschneiden. Durm hat das denn auch erkannt und dadurch willkürlich nach eigenem Ermessen verbessert (Bild 32), dass er zwischen Tambour und Kuppel einen niedrigen Zylinder einschob, an dem nun die Wasserschrägen bogenförmig anschneiden, das Resultat aber trotzdem unbedenklich als Holzmanns Aufnahme angeführt.

In Wirklichkeit ist der ganze obere Teil des Gebäudes schon vor Holzmanns Besuch zerstört gewesen (Bild 33)(13), und die ganze Kuppel und der Übergang zu ihr ist lediglich seine Phantasie. Wenn man der Darstellung von De Laborde aus dem Jahre 1826 Glauben schenken darf (Bild 34)(14), so war der Bau vielmehr mit einem steinernen Zeltdach über einem Hauptgesims abgeschlossen, was eine in Asien sehr verbreitete, für die armenischen Kirchen noch heute typische und daher wohl glaubhafte Anordnung ist. So ist Durms Rekonstruktion durch nichts begründet.

„Mannus“, Zeitschrift für Vorgeschichte herausgegeben von *Professor Dr. Gustaf Kossinna*. _Einzelne Hefte_* sind *_nicht käuflich_*.* _Abonnementspreis pro Jahr M. 16.–._

*Inhalts-Verzeichnis des I. Bandes:*

*Geleitwort.* *Gründungsbericht* und *Satzungen* der Deutschen Gesellschaft für Vorgeschichte.

_I. Abhandlungen:_

*Kossinna, G.*, (Berlin), *Der Ursprung der Urfinnen und der Urindogermanen und ihre Ausbreitung nach dem Osten*. I. Urfinnen und Nordindogermanen. *Mit 25 Textabbildungen und 11 Tafeln.*

– –, *Der Ursprung der Urfinnen und Urindogermanen und ihre Ausbreitung nach Osten*. II. Nordindogermanen und Südindogermanen. *Mit 22 Textabbildungen und 13 Tafeln.*

*Montelius, O.*, (Stockholm), *Das Sonnenrad und das christliche Kreuz I. Mit 40 Abbildungen im Text.*

– –, *Das Sonnenrad und das christliche Kreuz II.* (Fortsetzung und Schluss.) *Mit 32 Textabbildungen.*

*Devoir, A.*, (Brest), *Urzeitliche Astronomie in Westeuropa*. *Mit 4 Textabbildungen und 3 Tafeln.*

*Rademacher, C.*, (Köln), *Die germanische Dorfanlage der Kaiserzeit* am Fliegenberge bei Troisdorf, Siegkreis, Reg.-Bez. Köln. *Mit 4 Textabbildungen und 1 Tafel.*

*Schmidt, R. R.*, (Tübingen), *Das Aurignacien in Deutschland*. Vergleichende Stratigraphie des älteren Jungpaläolithikum. *Mit 3 Tafeln.*

*Weinzierl, R. R. von*, (Teplitz-Schönau), *Übersicht über die Forschungsergebnisse in Nordböhmen. Mit 32 Textabbildungen und 1 Porträt.*

*Rieken, K.*, (Kottbus), *Drei Holzbrandplätze mit Steinkern aus der Bronzezeit*. Aus der städt. Abteilung des Niederlausitzer Museums für Altertumskunde in Kottbus N.-L. *Mit 11 Textabbildungen und 1 Tafel.*

_II. Mitteilungen:_

*Goetze, A.*, (Berlin), *Ostgotische Helme und symbolische Zeichen. Mit 4 Textabbildungen und 1 Tafel.*

*Hess von Wichdorff, H.*, (Berlin), *Über die ersten Anfänge vorgeschichtlicher Erkenntnis im Ausgange des Mittelalters*. Ein Beitrag zur Geschichte der vorgeschichtlichen Wissenschaft.

*Kossinna, G.*, (Berlin), Vergessener Bericht über ein Urnengräberfeld der Latène-Zeit (?) in Ermsleben, Mansfelder Gebirgskreis, vom Jahre 1710. *Mit 1 Textabbildung.*

*Schneider, H.*, (Leipzig), *Rassereinheit und Kultur*.

*Wilke, G.*, (Chemnitz), *Der neue Skelettfund des Homo Aurignacensis Hauseri. Mit 1 Textabbildung.*

*Beltz, R.*, (Schwerin), *Einige seltenere steinzeitliche Funde aus Mecklenburg. Mit 2 Textabbildungen und 1 Tafel.*

*Müller-Brauel, H.*, (Zeven), *Der „Hexenberg“ am Wege Brauel-Offensen, Kr. Zeven*. Ein steinzeitlicher Grabhügel. Fundbericht von 1891. *Mit 16 Textabbildungen und 1 Tafel.*

*Waase, K.*, (Neu-Ruppin), *Möritzscher Funde*. Urnengräberfunde aus der Leipziger Tieflandbucht. *Mit 2 Tafeln.*

*Hekler, A.*, (Budapest), *Eine neue Bronzebüste eines Germanen. Mit 1 Textabbildung.*

*Schmidt, H.*, (Löbau), *Ergebnis meiner Wallforschung auf dem Breitenberge bei Striegau in Schlesien. Mit 2 Textabbildungen.*

*Voges, Th.,* *Vorgeschichte des Dorfes Beierstedt bei Jerxheim.*

_III. Aus Museen und Vereinen:_

*Kiekebusch, A.*, (Berlin), Die vorgeschichtliche Abteilung des Märkischen Museums der Stadt Berlin. *Mit 5 Textabbildungen.*

*Blume, E.*, (Posen), *Aus der Provinz Posen*. Erwerbungen des Kaiser Friedrich-Museums zu Posen. Juli–Dezember 1908.

– – *Aus der Provinz Posen*. Erwerbungen des Kaiser Friedrich-Museums zu Posen vom Januar bis Juni 1909. *Mit 3 Textabbildungen.*

*Günther, A.*, (Coblenz), *Das Museum des Kunst-, Kunstgewerbe- und Altertum-Vereins für den Regierungsbezirk Coblenz*.

*Rademacher, C.*, (Köln), *Prähistorisches Museum zu Köln*.

*Fuhse, F.*, (Braunschweig), *Städtisches Museum Braunschweig. Mit 3 Textabbildungen.*

Deutsche Gesellschaft Naturw.-Abt. in Posen. Vortrag: *Blume*, Die chronologische und ethnographische Methode der vorgeschichtl. Forschung.

Société préhistorique de France.

Sitzungsberichte der Berliner Zweiggesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Vorgeschichte.

_IV. Bücherbesprechungen._

_V. Nachrichten._ *(Mit 3 Porträts und 1 Tafel.)*

‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐

*I. Ergänzungs-Band zum „Mannus“, enthaltend:*

*Bericht über die I. Hauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Vorgeschichte*

zu Hannover, 6. bis 9. August 1909

herausgegeben vom I. Vorsitzenden der Gesellschaft

*Professor Dr. Gustaf Kossinna.*

_7 Bogen mit 2 Tafeln und 4 Abbildungen im Text. – Preis Mk. 4.–._

_Vorzugspreis_* für Mitglieder der Gesellschaft und Abonnenten des Mannus Mk. 3.–.*

_Inhalt:_ Ansprachen und Weihereden. – *Festmahl:* Aufführungen. – _Vorträge:_* Kossinna*, _Über vorgeschichtlichen Handel in Mitteleuropa_. – *Reimers*, _Beziehungen zwischen Vorgeschichte und Denkmalspflege_. – *Höfer*, _Erforschung mittelalterlicher Burgen_. – *Olbricht*, _Klima der postbaltischen Zeit und die vorgeschichtliche Chronologie_. – *Schwantes*, _Slawische Skelettgräber bei Rassau (Provinz Hannover)_. – *Feyerabend*, _Entstehung der Schlackenwälle und die verschiedenen Typen der Burgwälle in der Oberlausitz_. – *Schmidt*, _Die spätpaläolithischen Bestattungen der Ofnet_. – _Diluvialarchäologische Konferenz_. – *Schulz*, _Das Theoderichgrabmal zu Ravenna und seine Stellung in der Architekturgeschichte_. – *Bezzenberger*, _Ostpreussische Grenzbeziehungen_. – *Knoke*, _Wanderung über das Schlachtfeld des Teutoburger Waldes_. – *Ausflüge:* 1. _In die Lüneburger Heide_, nach Wohlde und zu den Sieben Steinhäusern bei Südbostel (8. August). 2. _Ins Wesergebirge und in den Teutoburger Wald. Exkurs über den Flurnamen „Idistaviso“ von_ Prof. *Kossinna*. 3. _Nach Süddeutschland_ zum Besuch neugeordneter Sammlungen des deutschen Paläolithikums (13.–16. August). – *Schmidt*, _Geologische und archäologische Ergebnisse seiner seit 1906 vorgenommenen Ausgrabungen süddeutscher Höhlen_. – *Schmidt*, _Die diluvialprähistorische Sammlung deutscher Funde in Tübingen_.

Diese Vorträge bieten jedem Vorgeschichtsforscher reiches Interesse und sind eine unentbehrliche Ergänzung zu dem Bilde von der Tätigkeit der Gesellschaft im 1. Geschäftsjahre. Teilnehmer und Nichtteilnehmer der I. Hauptversammlung sollten daher nicht versäumen, sich den Ergänzungsband anzuschaffen. Der grosse Umfang des Tagungsberichts hat die Aufnahme in den „Mannus“ – die ursprünglich vorgesehen war – unmöglich gemacht.

*Verlag von Curt Kabitzsch in Leipzig, Dörrienstraße 16.*

*Mannusbibliothek*

herausgegeben von *Prof. Dr. Gustaf Kossinna.*

No. 1. *Wilke*, Dr. *Georg*, *Spiral-Mäander-Keramik und Gefäßmalerei*. (Hellenen und Thraker). III, 84 Seiten mit 100 Abbildungen im Text und 1 Tafel. 1910. Einzelpreis M. 8.10. – Vorzugspreis(15) M. 6.50.

No. 2. *Kimakowicz-Winnicki, M. von*, *Spinn- und Webewerkzeuge*. Entwicklung und Anwendung in vorgeschichtlicher Zeit Europas. III, 70 Seiten mit 107 Textabbildungen. 1911. Einzelpreis M. 8.10. – Vorzugspreis M. 6.50.

No. 3. *Schulz*, Prof. *Bruno*, *Das Grabmal des Theoderich zu Ravenna* und seine Stellung in der Architekturgeschichte. 34 Seiten mit 34 Abbildungen im Text und 1 Titelbild. 1911. Einzelpreis M. 4.–. – Vorzugspreis M. 3.15.

No. 4. *Bartelt*, Rektor *Wilhelm*, und *Waase*, Mittelschullehrer *Karl*, *Die Burgwälle des Ruppiner Kreises*. Ein Beitrag zur Heimatkunde. III, 65 Seiten mit 1 Karte und 20 Tafeln, enthaltend 27 Lagepläne, sowie 227 Abbildungen im Text. 1911. Einzelpreis M. 9.80. – Vorzugspreis M. 7.95.

No. 5. *Kropp, Philipp*, *Latènezeitliche Funde an der keltisch-germanischen Völkergrenze zwischen Saale und Weißer Elster*. IV, 132 Seiten mit 167 Abbildungen und 2 Kärtchen im Text. 1911. Einzelpreis M. 15.30. – Vorzugspreis M. 12.25.

No. 6. *Kossinna*, Prof. Dr. *Gustaf*, *Die Herkunft der Germanen*. Zur Methode der Siedlungsarchäologie. 2. Aufl. Neudruck der Ausgabe von 1911 vermehrt durch Nachträge und 9 Karten. II u. 30 Seiten mit 9 Karten. 1920. Einzelpreis M. 10.–. Vorzugspreis M. 8.–. (Einband M. 8.–).

No. 7. *Wilke*, Dr. *Georg*, *Südwesteuropäische Megalithkultur* und ihre Beziehungen zum Orient. IV, 181 Seiten mit 141 Abbildungen im Text. 1912. Einzelpreis M. 13.50. – Vorzugspreis M. 10.80.

No. 8. *Blume*, Dr. *Erich*, *Die germanischen Stämme* und die Kulturen zwischen Oder und Passarge zur römischen Kaiserzeit. I. Teil: VI, 213 Seiten mit 256 Abbildungen im Text und auf 6 Tafeln nebst 1 Karte. 1912. Einzelpreis M. 14.40. – Vorzugspreis M. 11.55.

No. 9. *Kossinna*, Prof. Dr. *Gustaf*, *Die deutsche Vorgeschichte* eine hervorragend nationale Wissenschaft. 3. verbesserte Auflage. VII, 255 Seiten mit 456 Abbildungen im Text und auf 50 Tafeln. 1921. Einzelpreis M. 50.–. Vorzugspreis M. 40.–. (Einband M. 8.–).

No. 10. *Wilke*, Dr. *Georg*, *Kulturbeziehungen zwischen Indien, Orient und Europa*. IV, 276 Seiten mit 216 Abbildungen im Text. 1913. Einzelpreis M. 21.60 – Vorzugspreis M. 17.30.

Hierzu der jeweilige Sortimenter-Zuschlag.

*„Mannus“,*

*Zeitschrift für Vorgeschichte*

herausgegeben von *Prof. Dr. Gustaf Kossinna*.

Jährlich 2–4 Hefte in zwangloser Folge, die zusammen einen stattlichen Band mit vielen Tafeln und reichlichen Textabbildungen bilden. _Einzelne Hefte sind nicht käuflich._

_Bezugspreis der Bände 7 bis 10: je M. 36.–; für Band 11–12 (Doppelband) M. 75.–; für Band 13: Mk. 60.–._

_Der Bezug des 1. Heftes verpflichtet zur Abnahme der Fortsetzung bis zum Schluß des Bandes._

Die ersten 6 Bände sind nur noch in wenigen, bereits durch Nachdruck ergänzten Exemplaren vorhanden, der reguläre Bezugspreis davon ist aufgehoben, der Verlag erteilt Interessenten auf Wunsch Auskunft, was die Bände jeweils kosten.

*Gesellschaft für Deutsche Vorgeschichte.*

Förderung der Urgeschichte unseres Volkes ist jetzt nationale Pflicht, dies kann nicht besser geschehen als durch Beitritt zur genannten Gesellschaft.

_Der Mitgliedsbeitrag_ der Gesellschaft für deutsche Vorgeschichte beträgt ab 1920 25 M., für Mitglieder der Berliner Zweiggesellschaft 3 M. mehr; die Einzahlung desselben hat an den Verlag von *Curt Kabitzsch, Leipzig*, Dörrienstraße 16 (Postscheckkonto Leipzig 54228), zu erfolgen.

_Neuanmeldungen_* sowie *_Abmeldungen_ sind entweder an den Vorsitzenden, _Herrn Geh. Regierungsrat __Professor Dr. G. Kossinna, Berlin-Lichterfelde, Karlstrasse 10_, oder an den Schatzmeister der Gesellschaft, Herrn *Ernst Snethlage, Berlin NW 5*, Quitzowstraße 123 zu richten.

*Das Weib in anthropologischer und sozialer Betrachtung.*

Von *Dr. Oskar Schultze*, Professor der Anatomie an der Universität Würzburg.

_2. ergänzte Auflage._

VI und 64 Seiten mit 11 Abbildungen im Text. 1920. M. 6.–.

„In ruhiger objektiver Weise werden die Unterschiede von Mann und Weib auf Grund des anatomischen Baues und der Entwicklungsgeschichte an der Hand guter Bilder geschildert. Bietet eine wahre Fülle von gesichtetem, wichtigen Zahlenmaterial aus der einschlägigen Literatur. Ein sehr interessantes höchst lesenswertes Buch“.

„Bayr. Ärztl. Korrespondenzblatt.“

*Vor- und frühgeschichtliche Altertümer Thüringens.*

Im Auftrage Thüringischer Geschichtsvereine und wissenschaftlicher Korporationen mit Unterstützung der Staatsregierungen von Preußen, Sachsen-Weimar, Sachsen-Coburg-Gotha, Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen herausgegeben von

Prof. Dr. Sanitätsrat Dr. Prof. Dr. *A. Götze* *P. Zschiesche* *P. Höfer* Berlin-Großlichterfelde Erfurt Wernigerode

XLI und 466 S. mit 24 Lichtdrucktafeln, einer Übersichts- und einer archäologischen Karte. M. 36.–.

Hierzu der jeweilige Sortimenter-Zuschlag.

Universitätsdruckerei H. Stürtz A. G., Würzburg.

_Curt Kabitzsch_ (A. Stuber’s Verlag) in _Würzburg_.

*Mannusbibliothek*(16) herausgegeben von *Professor Dr. Gustaf Kossinna.*

_No. 1._

*Spiral-Mäander-Keramik und Gefässmalerei.*

*Hellenen und Thraker.*

Von *Dr. Georg Wilke*.

:: Mit 100 Textabbildungen und 1 Tafel. :: *Einzel-Preis Mk. 4.50.* *Subskriptionspreis, wenn auf die ganze Serie abonniert wird, Mk. 3.60.*

Die vorliegende Studie soll einen Beitrag zur Lösung des neuerdings wieder so aktuell gewordenen Indogermanenproblems bilden, indem sie an der Hand der archäologischen Tatsachen die Herkunft der ältesten thrakischen und hellenischen Stämme Nord-Griechenlands aufzuklären sucht.

_No. 2._

*Spinn- und Webewerkzeuge.*

*Entwicklung und Anwendung in vorgeschichtlicher Zeit Europas.*

Von *M. von Kimakowicz-Winnicki* *Museumsdirektor in Hermannstadt (Siebenbürgen).*

Mit 107 Textabbildungen. *Einzel-Preis Mk. 4.50.* *Subskriptions-Preis, wenn auf die ganze Serie abonniert wird, Mk. 3.60.*

Diese Arbeit soll in erster Linie auf die verfehlte Forschungsrichtung in der vorgeschichtlichen Webetechnik aufmerksam machen. Sie enthält ferner eine Anzahl neuer Gesichtspunkte und Deutungen, die auf Grundlage eines eingehenden Studiums der gesamten Textiltechnik festgestellt werden konnten. *Sie ist nicht nur für den Prähistoriker, sondern auch für den Ethnographen, Technologen und andere von Interesse.*

_No. 3._

*Das Grabmal des Theoderich zu Ravenna* *und seine Stellung in der Architekturgeschichte*