Cölestine, oder der eheliche Verdacht; Zweiter Theil (von 2)

Part 13

Chapter 13530 wordsPublic domain

„Nun gut -- Sie sollen sie haben, jedoch mit der Bedingung, daß Sie die 8000 Gulden jährlich durch mich erheben lassen. -- Sein Sie jedoch unbesorgt; Sie sollen Ihr Geld in monatlichen Raten -- bei Heller und Pfennig von mir ausgezahlt bekommen.... ich will mit dem Ganzen nur +speculiren+, jedoch zu +meinem Besten+. Ist Ihnen dieser +Contract+ genehm, so machen wir ihn sogleich als +Ehecontract+ in aller gesetzlichen Form giltig?“

Althing willigte ein. Er war froh, endlich einmal ein Weib gefunden zu haben, die, wie er sah, es mit ihm ernstlich meinte.

Noch in der nämlichen Stunde wurde das Instrument von einem Rechtsverständigen aufgesetzt und mit gesetzlicher Kraft versehen. --

* * *

Und noch an demselben Tage erfuhr +Alexander+ von dem Adonis, welcher sich deßhalb eigens zu ihn verfügte, Alles das, was wir bereits wissen; nämlich, daß Lips nur auf Veranlassung des Barons +von Leuben+, jenes finstern, leidenschaftlichen, abgewiesenen Anbeters Cölestinens, die Wechselfälschung Edmunds vor Gericht geltend gemacht hatte. --

Ein Zweikampf war die Folge davon. Leuben, tödtlich verwundet, bekannte mit ersterbenden Lippen, daß er nicht nur Cölestinen, sondern auch ihrem Manne, ihrem Bruder, ihrem ganzen Hause Rache geschworen -- die er auch, so weit als es irgend seiner menschlichen Kraft möglich war, vollzogen habe. Damals bei der Trauung habe er nach Alexander geschossen, jedoch nicht getroffen; darauf habe er Stunde für Stunde auf das Unglück Beider gesonnen.... es sei ihm auch gelungen, dasselbe bis zum jetzigen Augenblicke zu nähren; und -- -- jener geheime +Warner+, jener Unglücksbote Alexanders -- sowie jener mysteriöse, durch Maskirung unkenntlich gemachte Fremde in dem Salon Cölestinens sei +er+ gewesen.

Nach dieser Beichte hauchte der Elende seinen Geist aus.

Was Edmunds Schicksal betraf, so gelang es dem Einflusse des Grafen, sowie wie jenem des Chevaliers, dasselbe zum Guten zu wenden; er wurde zuletzt noch der Freund seines Schwagers -- und wir sehen ihn in späterer Zeit sogar eine sehr bemerkenswerthe Staats-Carriere machen.

-- Was die übrigen Personen angeht, welche in dieser Geschichte auftraten, so wird ihr ferneres Schicksal mit wenigen Zügen angedeutet werden können.

Das Stiftsfräulein nahm ein schauderhaftes Ende, wie dies edle Herz es auch verdiente. Bei einer Probe, welche sie mit ihrem neuerfundenen +Tannenzapfenmehl+ bei sich selbst machte, bekam sie den Magenbrand und starb unter Convulsionen, wobei sie jedoch stets bei Nero schwur, daß ihre Erfindung vortrefflich sei und der Menschheit zum Heil gereichen werde. --

Gräfin von Wollheim strickte ihre Strümpfe für den Wohlthätigkeitsverein fort und fort. Ihr Gemahl, als er keinen Gefährten mehr beim Fasse fand, wurde wieder Jäger, jedoch entsagte er dem geliebten Fasse nicht gänzlich.

Frau von Porgenau lachte ein Mal über einen Witz ihres Mannes so sehr, daß sie todt auf dem Platze blieb. Er, der berühmte Bonmotist hingegen, wurde immer berühmter; nur ließ man ihn in keinem Salon mehr zu.

Der Chevalier von Marsan war und blieb auch in der Ferne der Freund Cölestinens, ihres Gemahls und ihrer Eltern. Seine frühere Leidenschaft für die Gräfin übertrug er auf zehn Andere. --

Die kleine, schöne Alexandrine wurde von Cölestine an Kindesstatt angenommen; sie blühte inmitten der glücklichen Gatten, deren einziges Kind sie nicht lange blieb -- zur edlen Jungfrau heran. --

Ende.

Gedruckt bei +Friedrich Andrä+.

Fußnoten:

[A] Man verzeihe uns diese Clauren’sche Abbrechung. D. Verf.

[B] A. von Sternberg.

[C] Ikarus Flügel.

[D] Geld.