Chemische Unterhaltungen

Part 14

Chapter 14453 wordsPublic domain

+Der Chemiker+: Noch vor 20 Jahren glaubte man allgemein, daß diese Unstimmigkeiten auf Beobachtungsfehler, also auf ungenau bestimmte Atomgewichte, zurückgeführt werden müßten. Jetzt ist diese Ansicht endgültig als Irrtum erkannt. Die Atomgewichte der meisten Elemente sind mit so außerordentlicher Zuverlässigkeit bestimmt, daß die Ungenauigkeiten der Triaden unbedingt nicht auf Bestimmungsfehler zurückgeführt werden können. Noch merkwürdiger sind aber einige andere Ausnahmen. Das +Tellur+ müßte, da es in der sechsten Gruppe steht, ein kleineres Atomgewicht haben als das in derselben Reihe folgende Element +Jod+ der siebenten Gruppe. Das Atomgewicht des Tellurs ist aber 127,5, das des Jods 126,92. Vertauscht können diese Elemente natürlich nicht werden, denn ihre Zugehörigkeit zur sechsten bzw. siebenten Gruppe ist über alle Zweifel erhaben. Also bleibt nur die Annahme möglich, daß die Eigenschaften der Elemente zwar im großen und ganzen, aber doch nicht im einzelnen als periodische Funktionen der Atomgewichte zu betrachten sind.

+Der Student+: Das ist ja ungemein merkwürdig! Sie sprachen davon, daß es noch andere solche Fälle gäbe?

+Der Chemiker+: Ja. Dasselbe gilt, wie Sie aus unserer Tabelle ersehen, für das Paar Kobalt (58,97) -- Nickel (58,68) und für das Paar Argon (39,6) -- Kalium (38,85), endlich für das in unserer Tabelle nicht enthaltene Paar Neodym (143,6) -- Praseodym (140,5). Ja, selbst in diesen Unstimmigkeiten offenbart sich eine Gesetzlichkeit: nicht bloß darin, daß es stets Element-+Paare+ sind, sondern auch in ihrer symmetrischen Verteilung im periodischen System; das Paar Argon -- Kalium liegt am Ende der zweiten +kleinen+ Periode, das Paar Tellur -- Jod am Ende der zweiten +großen+ Periode. Um fünf bis sechs Elemente hinter jedem dieser beiden Paare folgen, gleichsam als Trabanten, die beiden anderen Atompaare Kobalt -- Nickel und Neodym -- Praseodym. Diese beiden sind noch überdies durch eine andere Eigenschaft in korrespondierende Beziehungen zueinander gebracht; das erste Element beider Paare bildet rote, das zweite grüne Salze. -- Doch alle diese Unregelmäßigkeiten sind noch weit davon entfernt, erklärt oder auch nur genauer erforscht zu sein. Dies bleibt eine Aufgabe der zukünftigen Chemie.

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Bis jetzt sind folgende Bände erschienen:

=1. Illustrierte Himmelskunde= von +Felix Erber+.

=2. Entdeckungsreisen am Nord- und Südpol= von ~Dr.~ +J. Wiese+.

=3. Das illustrierte Buch der Technik= von +Oskar Hoffmann+.

=4. Luftschiffahrt und Flugtechnik= von +A. V. von Frankenberg+ und +Ludwigsdorff+.

=5. Asien, Land und Leute= von ~Dr.~ +Alfred Berg+.

=6. Der Bau des menschlichen Körpers= von ~Dr.~ +G. Zehden+.

=7. Illustrierte Tierkunde= von ~Dr.~ +Heinz Welten+.

=8. Illustriertes Buch der Chemie= von ~Dr.~ +Heinrich Wiesenthal+.

=9. Körper- und Schönheitspflege= von +Reinhold Gerling+.

=10. Afrika, Land und Leute= von ~Dr.~ +Alfred Berg+.

=11. Streifzüge im Reiche der Physik= von +L. Wunder+.

=12. Bilder aus dem Leben der Pflanze= von ~Dr.~ +C. W. Schmidt+.

Jeder Band ist abgeschlossen und reich illustriert.