Bei uns im Arzgebirg': Heiteres aus dem Erzgebirge
Part 3
Daß vir Weihnachten e ganze Hetz ze tue gibt, braucht mer wuhl net erscht gruß bretzetraaten. Schie wos de Weibsen ze hakeln un ze sticken hobn, is kaum ze sogn. Un die Haamligtuerei derbei! Un wos bluß vir Weihnachten fir Petroleum unötig verbrannt werd! Mer mecht sprachen: De Nacht werd zun Tog gemacht. Der Voter will ohmd de Puppenstub frisch tapeziern. De kläne Mahd hoot oder ewing wos dervu gemarkt, un natirlich -- nu will se net ze Bett; dä de Neigierd läßt'r kä Ruh. Nu werd'r zugeredt un Lügn warn gemacht, zeletzt muß der Rupprich harhalten. Dauerts nu ne Voter doch noch ze lang, do fängt'r a ze schimpfen, de kläne Mahd a ze grinsen, un endlich packt se de Mutter a un schafft se naus in Alkuven. Nu is Ruh un der Voter ka afange. Wos iberhaupt vir Weihnachten für Lügn gesaht warn un für Schwindel gemacht werd, is grußartig. De Fraa traut ihrn Maa net, der Maa net der Fraa. Ins Gesicht nei tune se, als wollten se gar net wissen, wos se kriegn; hot oder äs när ne Buckel gewend', gieht de Stöberei lus. Dos darf natierlich 's anere net wissen un de Lüg is fertig. Mer sogt immer, de Grußen solln ne Kinnern mit en guten Beispiel vornewag giehe. Ja, guckt när hie, vir Weihnachten sei de Grußen oft schlachter wie de Kinner. Un do redt mer a noch vu en »heiling« Christfast! -- Ober 's schenste Fast is doch. Net ällä, daß mer ewos kriegt, dos hot su wie esu fir en Voter net viel ze bedeiten, mer muß an End doch bezohln. A de Butterstollnbackerei tuts net, mer hot doch an End när Bauchwiehting dervu. Nä, alles wos esu drim un dran hängt. Wos für ein schines Vergnügn is doch, wenn mer sen Winkel oder sen Christgarten aufbaue ka! Oder wenn mer in Papierloden noch Modelierbugn läft! Un dan dos Geklab un Gemach! Mer fühlt sich doch wieder wie e Gung, ja, mer ka ruhig sogn, e mannichsmol macht die ganze Sach ne grußen Leiten mehr Vergnügn wie dernoch ne Kinnern; dä die mechten sich in en wag in acht nahme, doß se nischt zerbrachen, kaum agreifen möchten se dos Zeig! -- När de Gastwert ziehe e schief Gesicht, dä wie mancher kimmt'n net ze nah, dar sinst an jeden Ohmd seine paar Tipple Bier un sei Schnapsel trank. In Gesangverein kommen se kaum zu ener Singstund, 's is manichsmol Nut an Maa, doß se en Doppelkopp zambränge. A de Torner hobn derhem zu tue. När de letzte Woch vir de Feiertog häßts atraten, dä 's mecht doch für der Auffihring an erschten Feiertog a emol Prub gehalten warn. Un worim dos alles? Ja, wenns Fast vorbei is, wissen se's salber net, un se sogn a: »Nächstes Gahr werd nischt gemacht!« Wenn oder de Zeit raa is, giehts akerat wieder esu lus. --
Daß meine bäden grußen Gunge ewos in Schild führeten, hat ich schie lang weißkriegt. Wie oft wur mir e Neigrosch oder e Fünfer ogenomme. Allemol hieß, se wollten's fir Weihnachten sparn. De ganzen Kugeln, die se mit Müh un Nut vun de anern Kinern gewonne hatten, wurn verkaaft, zah Stick en ganzen Pfeng, wos de ogeschobten waren, die »wie nei« sechse fürsch Gald. Wenns de Kaufleit e manichsmol esu gewußt hätten, wos do alles gehanelt wur -- un die Preis' derbei -- die hätten fir Arger ihrn Loden zugemacht! Dann standen de Gunge zun größten Gift von de Dienstmanner an Bahnhuf rim, un 's gelicketen doch e manichsmol, daß se e Packel ze trogn kriegeten, un do war schie wieder e Neigrosch verdient. A Mangeldrehe ginge se, korz, mer kunnt denken, se wollten e Haus kafen, su wursch Gald zesammegeschmissen. Doß se werklich ewos Grußes virhatten, market ich oder an mesten, wie se in Oktober de Kuhnikeln verkafn taten. 's war a e wing Be--trug derbei. De Franzusen, mit de lange Hänguhrn, sei doch ewing teirer wie de anern Hasle. Wos machen die Luderschgunge? Se hänge ihrn guten Haseln Stä an de Uhrn, daß se hänge larne sollten! Dos ho ich oder net zugelossen. -- Uner ihrn Bett hatten se en Kasten schtiehe mit en grußen Schloß dra. Kä Mensch wußt, wos se do drine hatten. An jeden Nochmittig, wenn se aus der Schul kame, wur die Kist mit grußer Müh nüber in der Schupp getrogn, un do höretn mer se hammern un saagn. Alle Minuten fahlet mer ewos in meiner Schreibstub, emol 's gruße Lineal, mol de Pappschar. 's Gummiflaschel krieget ich iberhaupt nimmer ze sahe. Brauchet mer in der Wertschaft emol en Nal oder en Hammer, do hieß allemol: »De Gunge hobns!« Emol kam ich derzu, wie se alle bäde von meiner Fraa e paar richtige Schalln kriegeten. Se warn oder ganz ruhig derbei, doraus market ich an besten, doß mei Fraa racht hatt. »Do, sa när har, die Schweinigeln«, saht se, »de ganze Hus voller grüner Farb. Un 's is a noch Oelfarb, die gieht net wieder raus! Do kenne se's mittigs net mit ihrer Bauerei derwarten, daß se e anere Hus aziehe! Nä, geleich in Schulazug giehts lus!« Na, schließlich wur für en Neigrosch Terpentinöl gehult, un die bäden Bossen hobn geriebn, daß ich dacht, se täten Löcher neireibn. Oder de Flack warn raus. Mer wur werklich in ganzen Haus aufstitzig, wos se engtlich baue täten. Drei Wochen vir Weihnachten nahme se ne Schlissel von der Schupp wag. 's änzge war, daß se nu de Kuhln immer rübertrogn mußten; sinst hat allemol kener giehe wolln, oder itze machten sa's von ganz ällä, när, daß niemand anersch in der Schupp kam. Un wos 's Wunerbarschte war: Net e enzigs Mol zanketen se sich; mer sog orndlich, de Hämlichtuerei hielt se zam. Verzehn Tog virn heiling Ohmd, an en Suntig, sahten se: »Voter, derfen mer heit emol ällä giehe?« Ich froget natirlich: »Wu wollt Ihr dä hi?« »Of Schimpfeld«[3], sahten se, »mer nehme oder ne Paul (wos der Klänste war) net miet!« Na, ich dacht, »Willst'n de Fräd net verdarbn« un ließ zu. Natirlich sollten se sich warm aziehe un an Mittig machen, daß se fortkäme, daß der Kläne net erscht weißkriegn sollt. Nu wäß ich net, hatten se in ihrn Stolz ewos gesaht, oder war der Kläne gescheiter wie de Grußen: Geleich noch'n Assen, wie se fort wollten, setzet der Kläne sei Wintermitz auf un ging ne Grußen net von der Huck. Na, ich dacht, wie warn se'n dä lus warn?! Do of emol ging in klen Kammerle ein Gebläk lus, als wenn ener an Spieß stäk. De Grußen hatten 'n Klän dort eingeschlossen un warn auf und dervu. Mich kostet de Ausreißerei en Fünfer, dä ehrer heret dar Kläne net auf ze bläken. Nun warn die dumme Gunge in Filzsocken fort un hatten a de Handsching liegn lossen. Wie ich im sechse emol in der »Gans« ging, e Tippl Bier trinken, kam der Pilzlouis aus Ehrenfriedersdorf. »Du, Deine Gunge ho ich in Schimpfeld bein Löw'ngut aufgelasen, se warn dir wuhl ausgerissen? Na, ich ho se miet ofn Schlietn genommen!« »Dos werd'n schie gepaßt hobn«, war mei Red, »ich möcht bluß wissen, wos se in Schimpfeld wollten?« »Nu, se war'n wuhl Mannle gekaaft hobn in Löw'ngut, e fei gruß Packel schleppten se miet. Ich will mer när a fir men Winkel e paar neie Bargleit kafen, de alten sei esu voll Inselt getroppt«, saht der Pilzlouis, wos mei Gevatter is. Ich war oder fruh, daß die Gunge reiwarn. Wie ich ehäm kam, war mei Fraa noch ganz außer sich. Kitzeblaa an de Händ un in Gesicht warn se wiederkomme. Se hat se geleich in Bett gesteckt. Der Klänste hat erscht gebläkt, oder se hatten ne en klen Pappjee-Hos mietgebracht, dan hat'r miet ze Bett genomme un hielt'n fest, als wenn 'r ausreißen könnt.
Is schie an de letzten Tog vir Weihnachten mit de Kiner kaum zon Aushalten, da konnt en mit meine bäden Grußen bal de Gall überlafen. An Tog soßen se in der kalten Schupp, un in der Nacht konnten se net schlofen. Ich market ganz genau, daß se noch ewos ofn Harzen hatten; un richtig an Tog virn heiling Ohmd kame se. »Net, Voter«, saht der Gruße, »derfen mir Eich un ne anern (dodermiet menten se mei Fraa, mich, de bäden Klen an de Lotte, wos unere alte, gute Kinerfraa war) morgn Ohmd schie halbsiebn bescheern?« »Erscht bescheern mir Eich, dann bescheert Ihr uns!« setzet der Zwäte derzu, als wenns esu sei müßt. Na, ich hatt nischt dergegn, ich war werklich neigierig, wos nu engtlich hiner darer Hämlichtuerei stok. An heiling Ohmd dorft von viere a niemand mehr in der grußen Stub. Von meiner Fraa hatten se sich noch en ganzen Pack Lichter gebattelt. Se wollt erscht net, se saht, se hätten mit finfen oder sechsen a genung, do verplappret sich oder der Kläne, der Heinrich, un saht: »Ach, do gieht »se« fei net, Mutter!« Ar hatt's kaum raus, do krieget er vun Grußen en tüchting Gungs, un der Gruße, der Fritz saht: »Du alts Schof, werschts schie noch verroten!« Na, meine Fraa war genadig, se gab dos Packel Lichter har. När dos Ugelick mit'n Klänsten! Dar schrier un bläket in en wag, weil er net miet in der grußen Stub dorft; un richtig, mit sen Gebläk setzet er sen Kop dorch, mei Fraa saht: »Do nahmt'n doch miet nei, daß er sei Maul hält!« De Grußen wollten erscht gar net, oder zeletzt blieb'n doch nischt annersch übrig, se mußten ne mietnahme. Oder das Ene wur ausgemacht, bis zor Beschering sollt der Kläne net aus der grußen Stub raus, weil er sinst alles verroten tät. Do war mei Fraa fix derbei, dä do war se doch dan klen Bläkranzen of e paar Stunden lus. In der guten Stub war nu de Arbet zu ken End. Do wur hi- un hargerückt. Endlich kame se raus mit Gesichtern, ich gelab, dar alte Zeppelin hot net anersch ausgesah, wie sei Luftschiff zon erschten Mol richtig ging! Der Klänste wollt a miet raus, oder do hieln se de Tür zu. Erscht passeten dos net, dann war er oder mit en Mol ruhig. Mir wurn nu erscht alle zamgetrommelt. In der klen Stub mußten mer atraten, mei Fraa, ich, de Lotte mit der klen Mahd ofn Arm -- a 's Fläschermadel, wos abn gekomme war un sei Schürz zun heiling Christ kriegt hat, mußt miet, dann gings in en richting Fastzug vir in der grußen Stub. De Tür ging auf un -- vir uns stand a gruße, schiene Peremet. Ich muß sogn: Die Gunge hatten werklich feine Arbet gemacht. In en grußen Garten, dar racht schie mit Must ausgelegt war, soog mer Schaafle un Herten. In der anern Eck war e schins Schloß, do warn sugar de Fanster aus Seidenpapier un e Lichtel stand derhiner, 's sog werklich schie. Wieder in der anern Eck warn e paar Hersch, die froßen vu en Baam, un geleich dernabn e Hund un e Gager. Die Herschle marketen dos oder net, die fraßen ruhig weter. Endlich in der vierten Eck war de Kripp mit der heiling Maria, ne Gosef un ne Christkindel un natirlich die anern Mannle a, die zu ener richting Christgeburt gehörn. Die Hauptsach war oder natirlich de Peremet salber. Fünf Etagen hatten de Saugunge gebaut. De Säul'n hatten se sich fein drehe lossen; un ringsrim, allemol bei jeden Obsatz war e Sträfen Goldpapp, a noch fein mit Bugn geschnieten. De Scheiben vun jeder Etag warn schie grü agestrichen un of jeder war ewos anersch ze sahe. Ganz unten war e Gagd. Do liefen Hosen, Hersch, Reh, Füchs, Gager un Hund -- alles dorchenaner -- rim. E setts Revier tät ich jeden Gager gönne, do käme se zewingst of ihrn Pacht. -- En Obsatz hecher warn de heiling drei Köning mit ihre Kamel un Eseln un Schwarzen ze sahe. In der dritten Etag war e Schwadron blaae bayrische Reiter of klän Holzpfaarle aufmarschiert. Drüber war e richtiger Bargaufzug, von Oebersteiger bis zun Hundsgung, alles wos derzugehert. Ganz drubn endlich war noch emol e Christgeburt, dar klen Scheib wagn de Mannle net größer wie e Fingerglied. Un über der gaazen Sach warn de grußen Peremetenflügeln gespannt, fein mit himmelblaaen Papier un Goldstarnle beklaabt. Alles, wos racht is, e sette schiene Peremett hat ich bal noch net gesah. När an Fahler hot se, dar bei ener Peremet racht störn ka -- se ging net imering. Se stand do wie Ochs un rühret sich net. Meine Gunge macheten ganz vernalte Gesichter, se taten mich richtig dauern. När der Klänste hat sich ewing zu seiner Mutter gemacht un war engtlich racht klälaut. »Nu, wos is dä dos?« fing endlich der Fritz a, »virhinst ging se doch wie der Teifel! Hast Du epper drarimgemahrt?« Der Heinrich war abn esu betöppert: »Ich bin doch gar net ehrer reikomme, wie Du!« saht er ganz beleidigt. Ich mänet: »Vielleicht sei de Fliegeln ze schwer, daß de Wärm net reicht!« »Dos ka sei«, saht der Kläne, »ich ho dersch oder oft genung gesaht«, bläket ar ne Grußen a, »Du sollst dünnere Papp nahme! Nu hast de ne Drack!« »Wos«, saht der Gruße, »virhinst ging se ganz orndlich. Wos Du verstiehst, dos weß ich a!« 's wär, weß der Hole, de ganze gelubte Eenigkeet of Stücken gange, wenn ich mich net neigemengt hätt. »Blost emol!« saht ich. De Gunge bliesen, daß'n bal de Backen platzeten, oder de Peremet ging net von der Stell. »Hat'r dä e Gelasel unten uner der Well?« freget ich. »Natürlich«, sahten de Gunge. Dann finge se a, de Peremet mit de Finger an Flügeln fortzestußen -- die Peremett rühret sich net. Do machet sich of emol mei Zweter an Klänsten na: »Hast Du eper wos dra gemacht?« Der Kläne fing a gerodnaus ze grinsen. Erscht wollt 'r nischt gemacht hobn, endlich oder gab er zu, er hätt sei Hasel a mietfahrn lossen wolln. Nu gucketen mer noch emol noch -- richtig, unner der unersten Scheib war dar kläne Hos aus Pappjee neigezwängt, dan de Grußen aus Schimpfeld mietgebracht hatten. Kaum war dar Hos raus, fing sich aa de Peremet a ze drehe, daß e richtge Lust war. Die Kinner tanzten vir lauter Fräd in der Stub rim, un ich muß sogn, mir wur orndlich lecht, wie se esu schie ging, die Gunge hätten mich doch in der Seel gedauert. Nu gings oder a lus! »Voter, siehst de dan Hersch? Dar kost zwanzig Pfeng in Löwngut.« »Mutter, dort die Marie kost funfzehn Pfeng bein Lahl, die is fein in ruten Kittel, in blaae kost se bluß en Neigrosch! Siehst Du dan König dort? Dan is e Stick Arm waggebrochen, drim hobn mern für drei Neigrosch kriegt, sinst kost'r finfesiebzig Pfeng!« Su in dan Text gings fort, bis endlich meine Fraa saht: »Su, nu gieht ihr mit der Lotte in der Küch, mer wolln eure Beschering a harrichten«.
Su sei mir zu ener Peremet komme un se werd alle Gahr bei uns derhem lusgelossen. Un allemol, wenn se von Buden runergehult werd, is grußer Drasch, daß net eper wieder e Hasel dronergequetscht is. Un wos der kläne Paul is -- ar is derweile a gungs Berschel gewurn -- dar werd allemol dermiet aufgezugn.
Ne Roscher-Schmied-Paul sei Osterhos'.
Der kläne Paul log hiner der Schmied in Grosgarten uner en alten Bernbaam, de Arm unern Kop, de Knie überenaner -- un gucket nauf in blaae Himmel. 's war e Tog, wie er lang net gewasen war. Wenn de Blattle an de Baam ewing weter raus gewasen wärn, hätt' mer denken könne, 's wür bal Pfingsten, wus doch erst of Ustern giehe tat. Nabn dan Gungel log e grußer Bund Maikatzle; der Paul war abn in Wahnerbüschel gewasen un hatt' se gehult. E paar grüne Blattle, die er draußen an der Bach gefunden hatt, logn nabn dan Maikatzelstrauß, er wollt doch sen Kuhnikeln a ewos mietbrenge. De liebe Sonn schien sich orndlich über dos Gungel zu fräe, dä se schien esu hall un warm of seine nacketen Bä, daß'n net friern konnt. Dos Gungel machet oder e ganz arnsthaft Gesicht; mer merket ne richtig aa, daß'n ewos in Kop rimging. 's war oder a werklich net esu efach. Der Paster-Gottfried hatt damorgn in der Schul von Osterhos' derzehlt. Er war tutsicher, daß der Osterhos' jedes Gahr zu de Kiner käm un de schönsten blaae un grüne un gale Eier legn tät. Der Paul hat's net geleich geglaabt; er hatt'n noch net gesah, net emol de Eier. Nu iberleget er hie un har, worim in der Roscherschmied noch kä settiges Viech komme war. 's war emende esu, wie bei maning annern aa, der Osterhos' kam när ze de paar Grußen. Ganz zeletzt fuhl ne noch ewos ei, wos der Paster-Gottfried von de arting Kiner derbei gesaht hatt; -- nu, do konnts stimme! Der Paul dacht an esu mannigs, wos er ausgefrassen hatt, un wu mer genau market, daß der Paul net dos war, wos de Leit »artig« nenne. Daß sei Hus egal zerissen war, dodra warn när die alten Storzeln an de Baam und die Spitzen an de Staketzäun schuld. Un überoll liegn e sette Matz Stä rim, daß mersch ken Gung verdenken ka, wenn er emol en anpackt un forthaat. Daß nu e manigsmol e Fanster in Wurf is, -- war ka do derfir?! 's Schlachtste is oder dann allemol, wenn mer ohmd ehäm kimmt: de Mutter hoot gor sette harte Händ!! Aa dos is ugeracht vertelt of darer Walt. Der Paster-Gottfried ka lechter ohmd ehämgiehe, dan sei Mutter hoot Händ wie e Flaamkissen; -- e richtige Gitt muß dos sei, emol von dar Flack ze kriegn! --
Sette Gedanken wirbleten ne klen Roscher-Gungel dorch sei Krausköppel, un immer blinzlet ar derbei nauf noch der Sonn, die's mit der Halligkät bal zu gut mänet.
»Alte Schlofmitz«, saht of emol jemand nabn dan Gungel, »liegst do un verschläfst de schönste Zeit! Is dos immer dei Mode?«
's Gungel gucket sich ganz verschaamt im. Oder 's war bal drschrocken, dä nabn ne stand e feines Freilein in en seiden' Kläd, wie net emol de Doktern äs hatt. När's Gesicht war esu narrsch. Ar iberleget hie un haar, wu er dos schie emol gesahe hobn könnt'. 's sog bal wie de Lindnerfrida, dann oder, ne Guschel wagn, wie de Leimertschneidermarie; das Weibsen hatt' oder aa en Schnauzbart, un desderwagn blieb der Paul mit seiner Ahnlichkätssucherei bei der Wehfraa Uhlig stiehe. Wie er oder dos Gesicht noch emol asog, wie er sich de Aagn gewischt hatt', sog er, daß 's e richtiges Hosengesicht war. Dodrim saht er aa esu schnell wie möglich, -- er wollt e »artiger« Gung sei! --: »Guten Tog, Freilein Hos'!« Un geleich setzet er noch derzu: »Freilein Kuhnikel!« Dä er dacht: Äs werd schie richtig sei! »Sie kenne mich wuhl?« freget er, su freindlich wie er när konnt.
»Natirlich«, saht das Hosenfrailein, wu du doch salber en Kuhnikelstall hast!«
Der Paul war esu beglickt, daß er bal gar nischt drauf sogn konnt. »Dos is mer oder e gruße Neiigkät«, saht er, »doß die Hasle reden könne! Meine sei ze tottend derzu, zu mir hot noch kener nischt gesaht!«
»Du hast se emende a noch nischt gefregt«, saht dos Hosenfrailein wieder.
Un do mußt der Paul klä zugabn; dä wenn ne aa seine Hasle e maniche Stund vertreibn halfen, e Unterhalting hatt' er noch net mit ne agefange. Weil er oder nu doch wieder ewos sogn mußt, un weil er schie fruh war, doß sich a emol e Hos zu ne verlafen hatt, saht er zu dan Frailein: »Sie wolln wuhl Eier dohar legn?«
»Zu dir har?« saht dos Hosenweibsbild, »nä, do ho ich käne miet. In ganzen Dorf kriegt när der Paster-Gottfried, de Doktergretel un der Schulfritz weliche; du stiehst gar net miet of men Zettel! Jeder Lausbos ka aa kene kriegn!«
»Oder ich bin doch men Hasle esu gut; do, ich ho ne sugar die frische Brunnekreß mietgenomme!«
»Na, sah emol aa«, saht dos Hosenmadel wieder, »do hast de doch dei Fräd!«
Dodermit machet se sich fort; un wie se sich rimdrehet, sog der Paul, daß se in Trogkerbel of'n Buckel e ganze Matz griene, blaae un rute Eierle trug, -- 's mußt doch der Osterhos' gewasen sei. Un er machet gerod ne Bargel nauf, wu ubn de Pfarr stand. »Na, do war'sch wieder emol nischt!« wollt der Paul gerod sogn. Do market er of emol, wie er en Gungs krieget, daß er bal ne ganzen Garten nogekollert wär.
»Do liegt dar Faulenzer un mir suchen ne beetweis'! Gieh in der Mühl, Brut huln!« esu wecketn of emol sei Mutter auf. Une gruß e Wort ze denken, nahm mei Paul dos kläne Wagel un trollet dermit fort. Ar war sich oder, weß Gott, net enig, öb er dos an Nochmittig net eper när getraamt hätt.
Ime sechse kam er mit sen Wagel vuller Brut wieder ehäm. Er machet sich oder geleich hiner in Garten un hulet sen Maikatzelstrauß un de Brunnegreß. Ne Strauß gob er seiner Mutter un mit dan Kräuterich machet er sich hiner in Kuhnikelstall. Unerwags traf er ne Beier-Fried, dar schie e zwanzig Gahr Gesell in der Schmied war. Dan derzehlet der Paul die ganze Hosengeschicht von dan Nochmittig; un aa, daß dos Hosenweibsen nauf noch der Pfarr gange war. Der Fried wußt weter nischt derzu ze sogn. Wie se oder nei in Stall gucketn, do zug of emol e haller Schein iber ne Fried sei Gesicht; ar hub dos Gungel auf, daß's aa richtig sahe konnt, un do logn in Nest drinne finf kläne Dingeln, -- gunge Hasle, noch uhne Haar, ganz nacket; un de Alte soß dernabn un hatt' e Angst, daß niemand dan Dingeln ewos tue sollt.
Der Paul war gelicklich, der Osterhos' hätt'n kenne e ganz Schock Eier hielegn, er wär net esu fruh gewasen! Kaum wagzebränge von Stall war er. Der Beier-Fried nahm ne oder miet, un unerwags konnt ersch net unerdricken seine Gedanken ze sogn: »Ja, su is nu, -- de Grußen kriegn de Eier un de Klen de gunge Hasle!«
De Hitzwell'.
Der Dietzel-Edward hot schie racht, 's is net alles gut, wos von dan Amerika rüber zu uns kimmt. War dan Sommer derlabt hoot, werd net miet Uracht sogn: daß die domols dos Amerika aufgestöbert hobn, wär net nötig gewasen. Wos hobn mer dä dervu? War bei uns net gut tut und ausreißen muß, dar macht noch Amerika. Im die Leit wärsch nu net schod, oder ich denk när immer: Wenn de Leit net wüßten wuhi, täten se kä dumm Zeig machen. Heuer hoot uns nu dos Amerika übern grußen Wasser rüber e racht feins Präsent gemacht, die uverschamte Gelut! Un weil bei de gestudierten Leit a jeds Ding sein Name hobn muß, sahten se, 's hanlet sich im »Hitzwelln«. Nu muß mer ruhig zugabn, e Jeds is en Fünkl Wärm net gram. 's is aa net schie, wenns en de Fußzinning zammgefriert, oder wies dan Summer bei uns haarging, dos gieht werklich über alles, wos sich gehört. Der Vugeledwardnand hat heier zum erschten Mol in sen Labn sei Pelzmitz waggetaa, die ar doch Tog un Nacht un Summer un Winter net von Kopp krieget -- un der Vugeledwardnand werd in Harbest 69 Gahr! Der Wurzelschmied saht schie: »Nu hobn mer zewingst emol gesah, daß die Mitz net of dan Kopp agewachsen war!«
Ja, ja, bein Vugeledwardnand, do gings heuer pulisch haar. In seiner Miene war der Grußtuteifel gefahrn, se wollt of ihre alten Tog noch aus ihrn alten Gütel e »Pension« machn. Do war Ener von Gemeindeamt rümgeloffen un hatt in jedn Haus gefregt, öb se net e paar Stöbn un aa Betten nei leerstiehe hätten, 's möchten doch ewing Sommerfrischenleut nochn Durf gezugn warn, dos gehöret zur Hebing des Fremdenverkehrs. Na, bein Nand passet dos, in de Oeberstub kam doch kä Mensch nei und Faderbetten gobs mehr wie genung. Und su stand nu miet in dan Blatt, wu alles von Schiedorf neigedruckt war, e wing weit hinten dra:
Bei Eduard Ferdinand Vogel und Frau 2 Zimmer mit 4 Betten. Waldnähe. Pension auf Wunsch im Hause. Preis nach Uebereinkunft.