Aus meinem Leben

Part 24

Chapter 24231 wordsPublic domain

Gleichzeitig mit den eben genannten Herren waren in der anorganischen Abteilung zwei neue Assistenten ernannt worden, Dr. ~Blix~, ein Schwede, und Dr. ~Arthur Stähler~, ein Berliner. ~Blix~ hatte zuvor mit mäßigem Erfolg in Berlin promoviert, aber es wurde ihm experimentelle Geschicklichkeit von dem Leiter der Abteilung nachgerühmt. Dazu kam seine stattliche Persönlichkeit und sein gewinnendes Wesen. Aber spätere Schwierigkeiten mit anderen Assistenten zeigten doch, daß er nicht aus lauter Sanftmut zusammengesetzt war, und er hat die Assistentenstelle vor Ablauf der üblichen zwei Jahre wieder aufgegeben. Er ist dann nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika gegangen und hat dort, wie ich indirekt erfuhr, in der Zuckerindustrie eine glänzende Stellung erworben.

Dr. ~Stähler~ ist als Anorganiker bei der Wissenschaft geblieben. Auf meinen Vorschlag wurde er vom Kultusminister 1906 zu ~Th. W. Richards~ an die Harvard-University in Cambridge (Mass.) geschickt und hat dort ungefähr ein Jahr an den bekannten Atomgewichtsbestimmungen teilgenommen. Infolgedessen wurde er der vertraute Helfer von ~Richards~, als dieser im Sommer 1907 als Austauschprofessor nach Berlin kam. Aus diesem Verkehr sind verschiedene gemeinsame Publikationen von ~Richards~ und ~Stähler~ über Atomgewichte hervorgegangen, und ~Stähler~ hat die Versuche später allein fortgesetzt, sich außerdem aber mit präparativen Aufgaben der Mineralchemie beschäftigt. Nach Ausbruch des Krieges ist er in die Dienste der Kriegsmetall-Gesellschaft getreten und leitet seit mehreren Jahren ein analytisches Laboratorium in Brüssel und zuletzt in Cöln a. Rh.

Druck der Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig