Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge
v. 1480 die gewöhnliche heraldische Helmkrone, das in späterer Zeit
allgemein angenommene heraldische Zeichen adeligen Standes.
Gegen Ende des 15. Jahrh. nahte sich das Ritterthum seinem Verfalle, und mit der zunehmenden eiteln Prunksucht nahmen auch die heraldischen Kronen rasch überhand. Nicht ohne Grund nennt man Kaiser Maximilian II. den „letzten Ritter“; denn mit ihm gieng das mittelalterliche Ritterthum zu Grabe und mit diesem auch die „/echte, edle Heraldskunst/.“
/Kupferzell./ F.-K.
FUSSNOTEN:
[421: Kein „/sphragistisches/,“ da das Siegel /als solches/, außer seinem Wappenbilde, nichts Ungewöhnliches aufweist.]
[422: Vgl. das /Fürstenbergische/ Urkundenbuch, Bd II, S. 188 (Siegel Nr. 34). Statt der Beschreibung: „Topfhelm mit Pelz- oder Federkugel“ möchte ich jedoch setzen „gekrönter Topfhelm mit Federbusch.“]
[423: Vgl. Freiherr F. Waldbott v. Bassenheim: „Original-Prunkhelme und Schilde aus dem XV. Jahrh.“ in der herald. genealog. Zeitschrift: „Adler“ in Wien, 1873, Nr. 7, Nr. 11 u. Nr. 12.]
[424: Der mangelnde Raum im Siegelfelde war allerdings häufig der Grund zu ganz absonderlichen und oft schwer zu erklärenden Zusammenschiebungen u. Abkürzungen auf mittelalterlichen Siegeln.]
[425: Vgl. meine kulturhistorische Skizze: „Ueber den Gebrauch der herald. Helm-Zierden im Mittelalter“ (Stuttgart, Jul. Weise, 1868), S. 27.]
[426: Vgl. Correspondenzblatt des Gesammt-Vereins d. deutschen Geschichts- und Alterthums-Vereine, 1869, Nr. 11, S. 85 u. 86 mit Abbildung.]
[427: Vgl. Nr. 24, 75, 76 u. 78 m. mittelalterl. Frauen-Siegel im Correspondenzblatt des Gesammt-Vereins der deutschen Geschichts- u. Alterthums-Vereine, Jahrg. 1863, Nr. 3 u. 1866, Nr. 4.]
[428: Vgl. a. a. O. Nr. 68 u. 23; Jahrg. 1866, Nr. 4 u. 1863, Nr. 3.]
[429:
Nicht als „/Helmkrone/“, wie manche Heraldiker annehmen. Auf Bl. 40 b des „St. Christophori am Arlperg Bruederschaffts Buech“ Codex picturatus im k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien aus dem Ende des 14. Jahrh., erscheint dieser /Helmschmuck/, wie hier unter Fig. 3 im verkleinerten Maßstabe abgebildet, auch in der Art der Züricher Rolle. Erst die späteren Abbildungen dieses Wappens zeigen einen /gekrönten/ Helm mit einem Pfauenbusch.]
[430: Somit jedenfalls nicht als heraldisches Beizeichen.]
[431: Eine rein decorative -- keine heraldische -- Krone sehen wir über dem Hohenlohe-Brauneckischen Wappen an der Herrgotts-Kirche zu Creglingen; vgl. die Abbildung im „Anzeiger“ 1870, Nr. 3, Sp. 82, zu Nr. XVIII meiner sphragist. Aphorismen.]
[432: Bei Langenstein, Nr. 54 der Züricher Wappenrolle, erscheint diese Figur in Blau auf dem Schwanz des rothen Adlers; Sibmacher II, 146 dagegen zeichnet sie als Dreiberg.]
[433: S. meine herald. Monographie: Zur Geschichte des Fürstenbergischen Wappens (1860), Taf. VII b., Fig. 2, 7 u. 4 (Fig. 7 nach v. Hefner-Alteneck, Trachten des christl. Mittelalters, Th. II, Taf. 85).]
[434: S. m. sphragist. Aphorism. Nr. XXV im „Anzeiger“ von 1869, Nr. 11.]
[435: Vgl. m. sphragist. Aphorismen im „Anzeiger“, a. a. 0. Nr. XXIV.]
[436: Als „/Hülfskleinod/“ kann /ich/ die Helmkronen durchaus nicht betrachten; denn sie bilden, nach meiner Ansicht, einen integrierenden Theil des „gekrönten Helmes“ und gehören somit zu /diesem/ und nicht zu dem /Kleinod/. Höchstens könnten die einfachen Binden oder Wulste (meist in den Wappenfarben) als /Hülfskleinode/ angesprochen werden; alle Körbe, Kissen u. dergl. sind aber ein Theil des /Kleinods/ selbst und müssen bei dessen Blasonierung auch zuerst genannt werden; jedoch würde ich rathen die neuere Bezeichnung „/Hülfskleinod/“ lieber ganz fallen zu lassen, da sie zu unbestimmt und ganz überflüssig ist.]
[437: Vgl. m. sphragist. Aphorismen im „Anzeiger“ von 1869, Nr. 11, unter Nr. XXIV.]
[438: Diese Kronen, wie sie bereits im 13. Jahrh. auf den Siegeln dieser Herzoge vorkommen, könnten allerdings, da sie dieselben wol als Zeichen ihrer königlichen Abstammung führten, auch als Rangkronen angesprochen werden; da es aber Königskronen sind und keine Herzogshüte, so kann man sie auch zu den heraldischen Helmkronen rechnen.]
[439: Vgl. dessen „Elsässische Studien“, III in Nr. 6 u. 7 des deutschen Herolds v. J. 1879, wo von 1363-1393 noch weitere 8 Siegel mit /Helmkronen/ angegeben sind, nebst einem interessanten Siegel der Madlen Ryffin v. J. 1490 mit einem „schräggestellten Schild mit ihrem Geschlechtswappen, über dem eine dreiblättrige Krone schwebt,“ also nach Art der heutigen /Rangkronen/ auf Siegeln.]
[440: Vgl. m. sphragist. Aphorismen im „Anzeiger“ a. a. O., Nr. XXIV.]
[441: Die bereits unter III. angeführten Helmkronen gehören eben so wenig hieher, wie die „decorativen“ Kronen (vgl. Fig. 1, 2, 3 u. 5 in Nr. 6 des „Anzeigers“) und die „symbolischen“ Kronen, z. B. auf einigen Bildern des Heilands und der Muttergottes (als „Himmelskönigin“).]
[442: Vgl. das treffliche Werk Carl Heffners: „Die deutschen Kaiser- und Königs-Siegel nebst denen der Kaiserinnen, Königinnen und Reichsverweser“ (Würzburg, 1875), Taf. XIX, Nr. 120. Nach den Siegeln der Könige von Portugal aus jener Zeit scheint die Kaiserin hierin der Sitte ihres angestammten Hauses gefolgt zu sein. Auch die Könige von England und Frankreich führten damals schon Rangkronen auf ihren Wappensiegeln.]
[443: Vgl. C. Heffner, a. a. O., Taf. XVIII, Nr. 121.]
[444: Ueber diese. sind zu vergl.: „Dr. J. W. Triers Einleitung zu der Wappenkunst“ (1714), O. T. von Hefner: „Grundsätze der Wappenkunst“ (1855) und „Handbuch d. theoret. u. pract. Heraldik“, 1861. (In den beiden letzteren Werken wäre allerdings eine weniger drastische Sprache sehr zu wünschen).]
[445: Bei diesen nur mit 7 Perlen.]
Eine Messeraffaire von 1459.
(/Aus dem Schweidnitzer Schöppenbuche 1452-99/[446]).
Heincze Folland der bawmeister[447], Hannes Berger vnd Lodwig der statdiner, die Nic. Streckenbach[448] von Bewgindorff[449], im (_ihm_) eyn bekenteniss zu tun, mit rechte vorbrocht[450] hot, haben bekant an eydis stat..., das gescheen were, das sie zu Welkern in der Petersgasse zum byre gewest, vnd als sie von danne gegangen wern, do hetten sie gesehn, das der ffoyt[451] vom Llazan[452] des obgen. N. Streckenbachs son mit den horen vom pferde geworffen hette; do were N. Str. komen vnd hett den ffoyt... von seime sone gestossen. Do hette der ffoyt... N. Str. mit dem rechten arme begriffen vnd gehaldin; indes wern des ffoyts gomppen[453] komen vnd zugeloffin. Do hette N. Str. sie vmb gotis wille gebeten eynmol, czwee, drey, vire, das sie des ken (_gegen_) im nichten teten[454] vnd en (_ihn_) eyn sulchs obirhuben[455]. Do hetten sie ir messer obir en gezogen von scheiden vnd do hette N. Str. ouch sein messer geczogen vnd sich ken en muse schotczen[456]. Das were en wissintlichen. domitt haben sie iren eyd entpunden. (Judic. an. Math.)
/Bunzlau./ /Dr. E. Wernicke./
FUSSNOTEN:
[446: Die erste Seite der Papierhdschr. enthält die Notiz, daß der Protonotar Georg von Sachenkirch das Buch 1451 angeschafft habe. Ueber die Familie Näheres in d. Zeitschr. d. Ver. f. Gesch. Schles. IX, 196.]
[447: Nicht ausübender Künstler, sondern Aedil. 1468 heißt er der alte (gewesene) Baumeister und schwört Urfehde, nachdem er wegen eigenmächtigen Verkaufs städtischer Büchsen mit Gefängniß war bestraft worden. (Lib. prosc.) -- Der Name in der Form Volandt auch 1582 in Script. rer. Sil. XI, 75.]
[448: Ein Dorf gleiches Namens unweit der Ruine Nimmersatt bei Bolkenhain.]
[449: Bögendorf bei Schweidnitz.]
[450: vorgebracht; sonst auch: vollbracht.]
[451: Vogt, mhd. voget, voit.]
[452: Laasan, Kr. Striegau.]
[453: Kumpane, Helfershelfer; auch kommt dieses Wort in Verbindung mit „Holunken“ in der Bedeutung von „Handlanger“ in schlesischen Rechnungen des 16. Jahrh. vor.]
[454: /nicht enteten/, nicht thäten; /en/ ist mhd. Negationspartikel.]
[455: überhöben, ihn mit solchen verschonten.]
[456: sich gegen ihnen (sie), ihnen gegenüber, müssen schützen.]
Sprüche auf alten Trinkgläsern und Flaschen.
Ein treües Hertz hab Ich Ein treües Hertz lieb Ich ein treües Hertz Soll bey mir sein weil mir gott gindt das leben mein.
Welcher mir den trunckh versagt der muß wohl sein ein man Verzagt.
Bruder mein Kom zu Mir herein Auff eine Kane Bier oder Wein.
Mein Hertz in Mir theillt Ich Mit dir.
Darine steckt was mir gutt schmeckt.
Wildtu borgen So kom morgen.
Lieber entzwey Als einmahl untreu.
/Stockerau/ in Niederösterreich. C. M. /Blaas/.
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K. /Frommann/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1879. Nº 11. November.
Chronik des germanischen Museums.
/Nürnberg/, den 15. November 1879.
Der erfreulichen Nachricht über die Entwickelung unserer Kupferstichsammlung, die wir vor zwei Monaten an dieser Stelle bringen konnten, dürfen wir heute wieder Mittheilungen folgen lassen, aus welchen hervorgeht, daß dieser Theil unserer Anstalt auch außerhalb derselben Interesse genug erregt, um hoffen zu lassen, daß auch in Zukunft deren Entwickelung gesichert sein werde. Der in Kissingen verstorbene kgl. Hofrath Erhardt hat seine große Porträtsammlung dem germanischen Museum vermacht, und Herr Senator Römer in Hildesheim hat demselben eine etwa 5000 Nummern betragende ähnliche Sammlung zugewiesen, so daß dieser Theil, welcher bei der Ordnung schon gegen 15,000 Nummern ergeben hatte, außerordentliche Bereicherung erhält.
Für das Handelsmuseum zeigt sich stets neues Interesse in den Kreisen des Handelsstandes. Es sind neuerdings wieder manche Geschenke für dasselbe eingelaufen, und folgende Herren und Firmen haben Antheilsscheine à 50 Mark gezeichnet: Joseph Bär u. Co., Buchhandlung, in Frankfurt a. M. 1, Joh. Barth u. Sohn 1, P. G. Bauriedel’s Kunstmühle 1, J. F. Boß 1, Johann Faber 1, Max Friedmann 1, Carl Gonnermann, Fabrikbesitzer 1, G. Greiner, Kaufmann (in Firma: Greiner u. Hibler in Lienz in Tirol) 1, W. J. Gutmann 1, G. Heimstädt, Fabrikbesitzer 1, F. W. Heyne, Großhändler 4, August Keerl 1, S. Leopold, Kaufmann 1, J. A. Hilpert 1, C. Leuchs u. Co. (Inhaber: Georg, Wilh. u. Friedr. Leuchs) 1, Gebrüder Menz 1, Carl Meyer (Firma: Scholler u. Meyer) 1, Georg Carl Meyer, Großhändler u. kgl. niederl. Consul 2, Rud. Neithardt, Großhändler 1, Julius Neu, Bankier 1, Gottfr. Probst, Fabrikbesitzer 1, Joh. Conrad Rhau 1, Firma Leonhard Tauber 1, S. Tuchmann u. Söhne 1 und J. Em. Wertheimber 1, sämmtlich in Nürnberg; endlich Gebrüder Narr in Zirndorf 2.
Nachdem die Organisation bereits vorgeschritten ist, glaubte der Verwaltungsrath des Handelsmuseums, auch mit Ankäufen für dasselbe beginnen zu sollen und hat zunächst 6000 m. aus den bereits eingelaufenen Geldern dazu bestimmt, mit denen manches interessante Stück hat angekauft werden können. Insbesondere wurden für die Bibliothek einige hundert Bände älterer, für die Handelsgeschichte wichtiger Werke erworben, eine beträchtliche Zahl zum Theil sehr seltener Münzen, sodann eine Reihe von Schiffsmodellen, einige Modelle von Frachtwägen, ferner interessante Maße und Gewichte, eine Reihe von Kupferstichen und manches Andere.
Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:
Von =~Privaten~=: =Aurich.= Robert Tornow, Regierungsassessor, 3 m. =Breslau.= Rosenbaum, Kaufmann, 10 m. =Bückeburg.= Pinter, Regierungs-Assessor, 3 m. =Cassel.= Boving, Amtsrath, 3 m.; Freiherr v. Feilitsch 3 m.; Herm. Goldschmidt, Großhändler, 3 m.; Hinnüber, Regierungs- u. Baurath, 3 m.; Kolitz, Akademiedirektor, 3 m. Mager, Präsident des Oberlandesgerichts, 3 m.; Dr. med. Schwarzkopf 3 m.; Vahl, kaiserl. Oberpostdirektor, 3 m. =Crailsheim.= Brick, Kameralamtsbuchhalter, 2 m.; Frommann, Justizassessor, 2 m.; Baron von Gütlingen 2 m.; Haller, Oberamtmann, 2 m.; Dr. Krauße, Rechtsanwalt, 2 m. =Dinkelsbühl.= Beck, kgl. Reallehrer, 1 m. 80 pf.; A. Grimm, Ingenieur, 2 m.; N. Gumprich, Ingenieur, 2 m.; C. Kaufmann, Bauunternehmer, 2 m.; Liniger, Sprachlehrer, 1 m. 80 pf.; Meister, protest. Stadtvicar, 2 m.; v. Miller, Ingenieur, 2 m.; Schätzlein, Rechnungsführer, 2 m.; Spiegel, Sectionschef, 2 m.; Stiel, Gerichtsvollzieher, 2 m. =Donauwörth.= Deffner jun., Kaufmann, 2 m. =Eberswalde= (Brandenburg). Dr. Grunewald, Assistenzarzt der Landes-Irrenanstalt, 3 m. =Ellwangen.= Dr. Ilg, Professor, 2 m.; Stapf, Straßenbauinspektor, 3 m. =Greding.= Christoph Tischendörffer, k. Gerichtsschreiber, 2 m. =Güstrow.= Dr. Förster 3 m. =Gunzenhausen.= Dr. Müller, prakt. Arzt, 3 m. =Kaufbeuern.= Freiherr von Kreß, k. Forstamtsassistent, 3 m. =Kiel.= Frau Roß 3 m. =Magdeburg.= Wilh. Meyer, Kaufmann, 2 m. =Mönchsroth.= Neuner, protest. Pfarrverweser, 2 m. =Neuenbürg.= Palm, Apotheker, 2 m.; Römer, Oberamtsrichter, 2 m. =Nürnberg.= Konrad Dürr, kgl. Reallehrer, 2 m. =Oldenburg.= Littmann, Buchdruckereibesitzer, 3 m. =Reutlingen.= Euting, Bauinspektor, 2 m. =Stargard= in Pommern. Könnecke, Gymnasiallehrer, 1 m.; Werner, Gymnasiallehrer, 1 m. =Stettin.= Balsam, Schulrath, 1 m.; Dr. v. Bülow, Staatsarchivar, 3 m., Küster, Amtsgerichtsrath, 1 m. =Windsheim.= Karl von Linck, Apotheker, 2 m. =Wismar.= Dr. Kuthe, Gymnasiallehrer, 3 m.; Podeus, Consul, 3 m.
Als /einmalige Beiträge/ wurden folgende gegeben:
Von =~Privaten~=: =Cassel.= v. Nehus, Baumeister a. D., 5 m. =Dinkelsbühl.= Dr. W. Dietsch, prakt. Arzt, 2 m. =Eutin.= Mücke, Regierungsrath, 6 m. =Innsbruck.= Joseph Rungaldier, Comptoirist (†), 2 m. =Olmütz.= Dr. A. Brecher 2 m.; Dr. J. Eben 2 m.; Leop. Engelmann 2 m.; Dr. B. Levin 2 m. =Schleiz.= Schorr, stud. phil., 75 pf.; =Wien.= Ferd. Kwisda, Apotheker, 4 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:
I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.
(Nr. 8199-8206.)
=Basel.= /Dr. M. Heyne/, Direktor der mittelalterl. Sammlung: Trumscheit. -- =Berlin.= /Paul Bette/, Kunsthändler: Bildniß des Geographen Carl Ritter. Lichtdruck. -- =Hildesheim.= /Römer/, Senator: Eine Sammlung von ca. 5000 Porträten in Kupferstich-Holzschn. u. Lithogr. 16.-19. Jahrh. -- =Neuenbürg.= /Freifrau v. Gagern/, geb. Gräfin v. Wimpffen: 2 Goldhauben, Bauerntracht vom 18.-19. Jahrh. -- =Nürnberg.= /S. Pickert/, Hofantiquar: Silberne Medaille auf Cardinal Albrecht von Brandenburg. 1526. -- =Posen.= /W. Schwarz/, Gymnasialdirektor: 10 vorchristliche Grabgefäße und mehrere verzierte Bruchstücke von solchen, gefunden in der Nähe von Posen. -- =Vetschau.= /A. Rabenau/ jun.: Bruchstücke von Gefäßen des 17. Jahrh., ausgegraben im Spreewalde. -- =Würzburg.= /Ungenannter/: Eine Partie neue Abdrücke älterer Initialen u. s. w.
II. Für die Bibliothek.
(Nr. 39,944-40,049.)
=Berlin.= /Friedberg u. Mode/, Verlagshdlg.: Das Nibelungenlied, übersetzt von Freytag. 1879. 8. /E. S. Mittler u. Sohn/, k. Hofbuchhandlung: Prutz, Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherrn-Ordens. 1879. 8. -- =Bielefeld.= /Familienverbindung Delius/ westfäl. Zweiges: Stammbaum der Familie Delius westfäl. Zweiges. gr. 4. Stiftungsurkunde für die Familienverbindung Delius w. St. 1879. gr. 4. Die Familie Delius in Klein-Bremen im 16. Jhdt. 1876. 8. Die Familie Delius in Hamburg zur Zeit der Reformation. 1875. 8. -- =Breslau.= /Verein für das Museum schlesischer Alterthümer/: Saurma, Wappenbuch der schlesischen Städte und Städtel. 1870. 4. /Robert Stetten/, Antiquar: Zobel, schlesischer Erntekranz. 1878. 8. -- =Crefeld.= /Dr. Buchner/: Correspondenzen-Blatt des niederrhein. Vereins für öffentliche Gesundheitspflege. Bd. V-VIII, 1-9. 1876-79. 2. -- =Döckingen.= /Dr. G. Baist/: Warhafftige Beschreibung der Erwehlung Maximiliani etc. 1562. 4. (defect). Discurs oder politische Erzehlung von der newen Wahl eines Röm. Keysers. 1612. 4. Kurze Beschreibung, welcher massen... Herr Matthias der Ander... zum Röm. König erwählt. 1612. 4. Wahl vnd Crönungshandlung .... Matthiae Erwehlten Röm. Kaysers etc. 1613. 4. Furier und Futterzettel deß... Herrn Johann Schweickharden... zu Maintz Erzbischoffen etc. 1612. 4. Furier vnd Futterzettel deß... Herren Lotharii, Ertzbischoffen zu Tryer etc. 1612. 4. Furirzettel deß... Herrn Ferdinanden, Ertzbischoffen zu Cölln etc. 1612. 4. Chur Pfaltz Furier vnd Futterzettel... Herrn Johannsen Pfaltzgraffen bei Rhein etc. 1612. 4. Furier vnd Futterzettel deß ... Herren Johann Georgen, Hertzogen zu Sachsen etc. 1612. 4. Furier vnd Futterzettel deß... Herren Johann Sigismunden, Marggraffen zu Brandenburg etc. 1612. 4. Furier Zettul oder Verzeichnuß der... an jetzo zu Franckfurt anwesenden Herren Churfürsten etc. 1619. 4. Wahl vnd Krönungs-Handlung das ist: Kurtze vnnd Wahrhaffte Beschreibung, was sich bey dem Anno 1619 zu Franckfurt gehaltenen Wahl- und Krönungstag... zu getragen vnd vorgangen etc. 1619. 4. -- =Elberfeld.= /Wilhelm Crecelius/, Gymnasialprofessor: Ders., de Antonii Liberi Susatensis vita et scriptis. 8. Ders., Essener Glossen. (1879). 8. -- =Erlangen.= /Dr. Elias Steinmeyer/, Univers.-Professor: Ders. und Sievers, die althochdeutschen Glossen; I. Bd. 1879. 8. -- =Hanau.= /Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde/: Bericht etc., 1873-79. 1879. B. -- =Hauzenstein.= /Graf Hugo von Walderdorff/: Ders., Nachlese zu Th. Ried’s codex chronologico-diplomaticus Episcopatus Ratisbonensis. 1879. 8. Sonderabdr. -- =Hirschberg.= -- /A. M. Ottow/: Ausführungen politischer und rechtlicher Materien. 1776. 8. Dohm, über den deutschen Fürstenbund. 1785. 8. Gedanken und Vorschläge eines Menschenfreundes zur Entwerfung eines Criminalgesetzbuches. 1804. 8. Merkel und Dismembration. 1804. 8. Jarick, de judiciis Dei sive de ordaliis medii aevi. 1820. 4. Straß, über die Reform des Advocatenwesens im preuß. Staate. 1840. 8. Die Sitte ist besser als das Gesetz. 1842. 8. Polen, seine Erniedrigung durch die 3 Theilungen. 1846. 8. Eberty, Schutzschrift für Gustav Apolph Wislicenus. 1846. 8. Uhlich, Betrachtungen auf Anlaß der Synode in Berlin; 2. Aufl. 1846. 8. Moras, Haft und Flucht. 1847. 8. Die neuen ständischen Gesetze Preußens vom 3. Februar 1847. 1847. 8. v. Florencourt, zur preußischen Verfassungsfrage. 1847. 8. Die Neuenburger Frage. 1848. 8. Boots, zur preuß. Advokatenfrage. 1849. 8. Tittmann, die Stellung der Geschwornen zu den rechtsgelehrten Richtern. 1849. 8. Acta manualia des Teufels in Sachen Schleswig- Holstein. 1850. 8. Semler, das Rechtsverhältniß der gemischten Ehen. 1852. 8. Urkundenbuch zur deutsch-dänisch. Angelegenheit, von 1857-1861. 1862. 8. Die Gesetzgebung der letzten sechs Jahre im Reich und in Preußen. 1876. 8. Meyer, Denkschrift. 1878. 8. Mohl, Kommissions-Bericht an die württemb. Kammer der Abgeordneten über den gegen indirekte Steuern und für eine Vermögens- und Einkommensteuer gestellten Antrag. 1877. 8. Mohl, Denkschrift für eine Reichs-Tabak-Regie. 1878. 8. Friedr. Wilhelm Ernst, Prinz von Hessen, einige Bemerkungen zur verklagtischen Schlußerklärung in der Prozeßsache Hessen-Philippsthal gegen preuß. Staat etc. 4. Das Familien-Fideicommiß der hessischen Fürstenfamilie. 1876. 4. -- =Hohenleuben.= /Vogtländischer alterthumsforschender Verein/: Ders., 47., 48. u. 49. Jahresbericht etc. u. 1. Jahresbericht des geschichts- und alterthumsforschenden Vereins zu Schleiz. 1879. 8. -- =Linz.= /Museum Francisco-Carolinum/: Dass., 37. Bericht etc., nebst 31. Liefg. der Beiträge etc. 1879. 8. =Marienwerder.= /Histor. Verein für den Reg.-Bez. Marienwerder/: Ders., Zeitschrift etc.; 3. Hft. 1879. 8. -- =München.= /Dr. Konr. Maurer/, Univers.-Prof.: Bergens borgerbog, 1550-1751, udgiven af Nicolaisen. 1878. 8. /Dr. G. M. Thomas/, Univers. Prof.: Ders., zur Quellenkunde des venezianischen Handels und Verkehrs. 1879. 4. Sonderabdr. Rockinger, zu Aventins Arbeiten in deutscher Sprache im geh. Hausarchive. 8. Sonderabdr. -- =Nürnberg.= /Bauer u. Raspe/, Verlagsh. (Emil Küster): Seyler, Adelsbuch des Königreichs Bayern (1820-1875). 1877. 8. /Kaspar Essenwein/: Kreppel, Festrede, gehalten am 1. Septbr. 1879. 8. /Magistrat der Stadt Nürnberg/: Kämmerer, Untersuchungen des Pegnitzwassers in Nürnberg. 8. Thiem, das Wasserwerk der Stadt Nürnberg. 1879. 4. -- =Prag.= /Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen/: Ders., Mittheilungen etc.; XVIII. Jahrg. Nr. I. 1879. 8. 17. Jahresbericht f. d. J. 1878. 79. 1879. 8. -- =Speier.= /Histor. Verein der Pfalz/: Ders., Mittheilungen etc.; VII, VIII. 1879. 8. -- =Strassburg.= /Gesellschaft für Erhaltung der histor. Denkmale im Elsaß/: Herrade de Landsperg, hortus deliciarum; livr. I. (planches 1-10). Imp. 2. -- =Stuttgart.= /Paul Neff/, Verlagshndlg.: Gutekunst, die Kunst für Alle; Lfg. 32 u. 33. gr. 2. -- =Treuchtlingen.= -- /A. Pernwerth von Bärnstein/, k. b. Eisenbahninspektor: Ders., Treuchtlingen im Altmühlthale, seine Burgruine und seine Umgebung; 3. Aufl. 1879. 8. -- =Ulm.= /K. Gymnasium/: Programm etc.; 1878-79. 1879. 4. -- =Wien.= /Numismatische Gesellschaft/: Dies., numismatische Zeitschrift etc.; XI. Jhg. 1. Halbj. 1879. 8. /Dr. Heinr. Kábdebo/: Ders., Hand-Lexicon österreich. Künstler u. Kunstverwandten; Lfg. 1. 1880, 8. -- =Würzburg.= /Frau Rath Heffner/: Hochfürstl. Würzburgische Schützen-Ordnung. 1692. 8. Bergordnung des kurf. Herzogth. Baierns. 1784. 2. Leuchs, Versuch einer Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands; III. Thl, 1798. 8. Actenmäßige Darstellung der Vorfälle in Sommerhausen. 1809. 4. Goldmayer, Beiträge zur Geschichte der k. Universität zu Würzburg. 1. Lfg. 1817. 8. Chateaubriand, Denkwürdigkeiten, Briefe und Urkunden, das Leben und den Tod des Herzogs von Berry betreffend. 1821. 8. Geschichtliche Darstellung des Rücktritts Sr. Exe. des Herrn Staatsministers Grafen Chr. E. von Benzel-Sternau aus dem Schooße der röm.-kathol. in die Gemeinschaft der evang.-protest. Kirche. 1827. 8. Wolf, Beschreibung der Bergruinen und Schlösser im Bezirke des k. b. Landgerichts Eltmann; 1. Lfg. 1833. 8. Geib, histor. Denkwürdigkeiten; I. Band. 1834. 8. Wachler, Vorlesungen über die Geschichte der teutschen Nationalliteratur. I. Thl. 2. Aufl. 1834. 8. Kurzer Abriss aus der deutschen Münzgeschichte. 1837. 8. Höfling, histor.-togogr.-statist. Notizen über das Städtchen Gemünden. 1838. B. Burckhardt, allgem. Geschichte der neuesten Zeit; II. Abth. Lfg. 3-7. 1842-43. 8. Malten, neueste Weltkunde; 1844, 1. Bd., 2. Hft. 8. Album des ersten deutschen Sängerfestes zu Würzburg, am 4., 5. u. 6. Aug. 1845. 8. Gärschen, Ehrenkranz des ersten deutschen Sängerfestes. 1845. 8. Rau, die Regiments-Verfassung der freien Reichsstadt Speier; II. Abth. 1845. 4. Wickenmayer, kurze Beschreibung der Gemälde- u. Münz-Sammlung, welche die Stadt Würzburg im Jahre 1849 erworben hat. 1849. 8. Englert, histor. Denkwürdigkeiten der ehemal. Fürstpropstei Berchtesgaden. 1851. 8. Rein, Haus Bürget, das röm. Burungum. 1855. 8. Pr. Kraus, Karlsburg und die heil. Gertrudis. 1858. 8. Pernice, die staatsrechtlichen Verhältnisse des gräflichen Hauses Giech. 1859. 8. Lochner, Anrede an das Bataillon der k. Landwehr in Arnstein bei der Fahnen-Weihe. 1859. 4. Reininger, die Marien- oder Ritterkapelle zu Haßfurt. 1861. 8. Sonderabdr. Gutenäcker, Beiträge zur Literaturgeschichte Bambergs. 1862. 8. Sonderabdr. Die alten und die neuen Stände. 1862. 8. v. Varchmin, die Völkerschlacht bei Leipzig; 2. Aufl. 1862. 8. Gutenäcker, Franz Ludwig, Fürstbischof von Bamberg und Würzburg, in seinen Münzen. 1864. 8. Sonderabdr. Notice historique sur les manufactures impér. de tapisseries des Gobelins. etc. 1864. 8. Papius, Geschichte der Salinen zu Werl etc. 1864. 8. Kaufmann, Auszüge aus der Correspondenz des Fürsten Maximilian Karl von Löwenstein mit dem Markgrafen Ludwig von Baden etc. 1867. 8. Sonderabdr. -- Rein, das Catharinenkloster zu Eisenach. 8. Rein, kleine Beiträge. 8. Sonderabdr. Rein, ungedruckte Regesten zur Geschichte von Weimar, Jena, Erfurt und Umgegend. 8. Sonderabdr. Sandberger, die prähistor. Zeit im Maingebiete. 1875. 8. Sonderabdr. Buchner, das großherzogl. Residenzschloß zu Weimar. qu. 4.
III. Für das Archiv.
(Nr. 4628-4684.)
=München.= /Bernhard Posch/, Privatier: 57 Urkunden und Faszikel, welche sich auf die Geschichte der Stadt Görlitz beziehen. Von 1482, März 26 bis 1715, Januar 29. Perg., Pap. und Akten.
Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.
/Korrespondenzblatt des Vereins für siebenbürgische Landeskunde./ Redigirt von Franz Zimmermann. Hermannstadt, 15. October 1879. Nr. 10. 8.
Klausenburg. Von Fr. Teutsch. -- Wallendorf, Waltersdorf. Von Gg. Fischer. -- Kraczwez: die Gurke. Von Dr. G. D. Teutsch. -- Zur Laut- und Formenlehre. Von J. Wolff. -- Literatur. -- Kleine Mittheilungen.
/Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen./ XVIII. Jahrgang. Nr. I. Nebst der literar. Beilage. Redigirt von Dr. Ludwig Schlesinger. Prag, 1879. 8.
Ueber „Wallenstein’s Verrath.“ Ein Vortrag, gehalten... von Dr. Hallwich. -- Göthe als Naturforscher in Böhmen. Ein Vortrag, gehalten... von Dr. Gustav C. Laube. -- Die königlichen Richter von Saaz. Von Dr. W. Katzerowsky. -- Die Einweihung der Elbequelle durch Johann Freiherr von Talemberg, Bischof zu Königgrätz, am 19. Septbr. 1684. Von Dr. Edmund Schebek. -- Miscellen: Aus dem Sagenbuche der ehemal. Herrschaft Königswart. I-III. Von Dr. Mich. Urban. -- Vereinsangelegenheiten.
/Siebzehnter Jahresbericht dess. Vereins./ Für das Vereinsjahr 1878-79. Prag, 1879. 8.
/Numismatische Zeitschrift/, herausgeg. von der /Numismat. Gesellschaft in Wien/ durch deren Redactions-Comité. Eilfter Jahrgang. Erstes Halbjahr, Jänner-Juni 1879. Mit 11 Tafeln Münzabbildungen und 2 Holzschnitten. Wien. 1879. 8.
Sterling Kaiser Friedrichs II. Von Dr. A. Missong. -- Zur fränkischen Münzkunde. Von H. Riggauer. -- Der Münzfuß der Wiener Pfenninge vor der Reform Herzog Albrechts IV. vom Jahre 1399. Von Dr. Carl Schalk. -- Ein Goldgulden Kaiser Friedrichs IV. (III.) für Wiener-Neustadt. -- Versuch einer systemat. Beschreibung der Venezianer Münzen nach ihren Typen. Von C. von Wachter. -- Der Tiroler Kreuzer vom Jahre 1809. Von Joseph von Kolb. -- Literatur. -- Miscellen.
/Mittheilungen des k. k. österreichischen Museums für Kunst und Industrie./ (Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe). XIV. Jahrg. Nr. 167-169. Wien, 1. Aug.-1. October 1879.
Kunstgewerbliche Bewegung im deutschen Reiche. -- Die kunstindustrielle Ausstellung in Ischl. Von Jakob von Falke. -- Kleine Mittheilungen. -- Literatur etc.
/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsvereins/. Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der Neuzeit. VI. Jahrg. 1879. Nr. 9 u. 10. Redacteur: Dr. Carl Förster. München, 1879. 8.
Die internationale Kunst-Ausstellung in München vom August bis October 1879. Forts. -- Glaskelche und Glaspatenen. Vortrag von Carl Friedrich. -- Kleine Mittheilungen.
/Kunst und Gewerbe./ Wochenschrift zur Förderung deutscher Kunst-Industrie, herausgeg. v. /bayrischen Gewerbemuseum/ zu Nürnberg, redig. v. Dr. O. v. Schorn. XIII. Jahrg., 1879. Nr. 39-42. Nürnberg, 1879. 8.
Die Blechindustrie und ihre gegenwärtige Ausstellung in Nürnberg. (Frts. und Schluß.) -- Kleine Nachrichten. -- Literatur etc. -- Abbildungen: Vom Chorstuhlwerk aus St. Giorgio maggiore in Venedig. -- Aus der Sammlung der Handzeichnungen in den Uffizien zu Florenz. -- Füllung vom 16. Jhdt. -- Pergamentpressung einer Buchdecke des 16. Jhdts. -- Candelaber vom 16. Jhdt. -- Stoffmuster vom 17. Jahrh. -- Vasen, comp. von Stefan de la Bella († 1664). --
/Mittheilungen des bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./ Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst und Gewerbe./ Redigirt von Dr. O. von Schorn. Sechster Jahrgang. 1879. Nr. 19, 20 u. 21.
Bekanntmachungen, Anzeigen etc.
/Société pour la conservation des monuments historiques d’Alsace./
/Hortus deliciarum/ par l’abbesse Herrade de Landsperg. Reproduction héliographique d’une série de miniatures, calquées sur l’original de ce manuscrit du douzième siècle.
Texte explicatif par le chanoine A. Straub. Livraison I. Planches 1-10. 2.
/Correspondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine./ Herausgegeben von dem Verwaltungsausschusse des Gesammtvereins in Darmstadt. Siebenundzwanzigster Jahrgang, 1879. Nr. 7 u. 8, Juli u. August. 4.
Wandgemälde aus dem Kaufhause zu Mainz. Mit Abbild. Von Friedr. Schneider. -- Trajanische Anlagen am Neckar und Main. Von Carl Christ. -- Alte Glashütten bei Heidelberg. Von dems. -- Mainzer Geschichtsforscher des 17. Jhdts. Volusius † 1679; Freyspach † 1651; Engels † 1674 u. Nic. Bickard. Von Falk. -- Der Eßlinger Neckarbrückenablaß 1286. Von dems. -- Wirksamkeit der einzelnen Vereine. -- Literatur. -- Notizen. -- Bemerkungen zu der Frage nach den Hinkelsteinen u. s. w. Von Carl Christ. -- General-Versammlung des Gesammtvereins.
/Blätter für Münzfreunde./ Numismatische Zeitung. Organ des /Münzforscher-Vereins/. Herausgeg. von H. Grote. Fünfzehnter Jahrgang. Nr. 79. Vom 1. October 1879. Leipzig, 1879. 4.
Die Heimath der Bracteaten mit gekröntem Kopfe. I. Von Max Schmidt. -- Der Trebitzer Bracteat Nr. 4 und sein Seitenstück gräfl. Brena’schen Gepräges. Eine Erwiderung von Dr. A. Erbstein. (Schl.) „Dütchen“ Von J. Kürschner. -- Berichtigung zu Tafel 58. Von Dr. J. Erbstein. -- Jetons von Oesterreich und Wolkenstein. Von Dr. A. Busson. -- Literatur. -- Miscellen etc.
/Monatsbericht der königl. preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin/, Juni 1879. Berlin, 1879. 8. Mit 3 Tafeln. S. 443-518.
/Monatshefte für Musikgeschichte herausgegeben von der Gesellschaft für Musikforschung./ XI. Jahrg. 1879. Nr. 9 u. 10. Berlin, 1879. 8. Nebst einer lithogr. Notenbeilage.
Hermann Finck über die Kunst des Singens, 1556. Von R. Eitner. (Schl.) -- Maria Antonia Walpurgis, Kurfürstin von Sachsen. Eine biograph. Skizze von Moritz Fürstenau. -- Mittheilungen.
/Jahrbuch für schweizerische Geschichte/, herausgegeben auf Veranstaltung der /allgemeinen geschichtforschenden Gesellschaft der Schweiz/. Vierter Band. Neue Folge des Archivs für schweizerische Geschichte. Zürich, 1879. 8.
Vereinsangelegenheiten. -- Das sogenannte Waldmannische Concordat. Von Franz Rohrer. Beilagen dazu. -- Die Ursachen des alten Zürichkrieges in ihren Grundzügen. Von Jos. Ludw. Aebi. Die Erbauung der Stadt Versoix, vorzüglich nach den Acten des Berner Archives. Von Dr. Emil Blösch. (Mit einem Plan.) Beilagen hiezu. -- Die Alpenpässe im Mittelalter. Von Dr. E. Oehlmann. Beilagen dazu.
/Indicateur d’histoire Suisse publié par la société générale d’histoire Suisse./ Dixième année. 1879; Nr. 3. Solothurn. 1879. 8.
Zur ältesten alamannischen Geschichte. 3. Kämpfe in der Zeit des Kaisers Aurelian. Von Dr. G. Meyer von Knonau. -- Päpstliche Urkunde für das Kloster Wettingen 1232. Von Alfr. Frei. -- Ostschweizerische Chronik von 1442-1448. Von Dr. Th. von Liebenau. -- Zum Volksspruche von Herzog Karl von Burgund. Von dems. -- Das Stadtarchiv in Aarau. Von Dr. H. Boos. -- La regiquine. Von Dr. L. Tobler. -- Urkunde zur Geschichte des Johanniter-Ordens 1446. Von F. Fiala. -- Samuel Apiarius, der älteste Buchdrucker Solothurns, 1565-1566. Von Fr. Jos. Schiffmann. -- Les étudiants Suisses à Montpellier (1585-1795). Von Ch. Le Fort.
/Beiträge zur Geschichte der Kunst und des Kunsthandwerks in Bern im 15., 16. und 17. Jahrhundert./ Herausgegeben von der /Bernischen Künstlergesellschaft/ zur Eröffnung des Kunstmuseums. Mit Abbildung. Bern, 1879. hoch 4. 110 Seiten.
/Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde./ Indicateur d’antiquités Suisses. N. 2. Zürich, April 1879. 8. Mit 3 lithogr. Tafeln.
La pierre à écuelles des Prises. Par F. Imer. -- Schalenstein bei Ilanz. Von J. Gartmann. -- Les Ténevières artificielles des cites lacustres. Par F. A. Forel. -- Vorhistorische Funde aus dem Aargau. Von B. Räber. -- Un étrier en bronze. Par Gross. -- Die Grabhügel im Oberholz bei Kallnach. Von Edm. von Fellenberg. -- Fresken in der Kirche von Valeria zu Sitten. Von Raphael Ritz. -- Ordnung für die Schneider in Luzern vom J. 1488. Von Th. von Liebenau. -- Kupferstecher Martin Martini. Von dems. -- Kleinere Nachrichten. -- Literatur.
/Das psalterium aureum von Sanct Gallen./ Ein Beitrag zur Geschichte der Karolingischen Miniaturmalerei. Mit Text von J. Rudolf Rahn. Herausgeg. vom /histor. Verein des Kantons St. Gallen/. Mit XVIII Tafeln.... St. Gallen... Huber & Cie. 1878. 2. 67 Stn.
Literatur.
_Neu erschienene Werke._
16) /Schäfer, Ausgrabung römischer Reste in Heidelberg/; veröffentlicht im Auftrag Gr. Ministeriums des Innern durch den Conservator der öffentlichen Baudenkmale. Karlsruhe, 1878. 16 Seiten in Folio mit einer Uebersichtskarte und 4 Beilagen (lithographiert. Nicht im Buchhandel.)
Bekanntlich wurden in den Jahren 1875-78, gelegentlich der Erbauung des akademischen Spitals und der Irrenklinik in Heidelberg, auf dem Territorium des, längst als Fundstätte römischer Alterthümer bekannten, eingegangenen Dorfes Bergheim die Reste einer ausgedehnten römischen Niederlassung aufgedeckt, welche das Interesse der Archäologen in hohem Maße in Anspruch nahmen. Auf dem Hochgestade des linken Neckarufers, zu beiden Seiten der von Speier nach Heidelberg führenden römischen Heerstraße, welche auf eine größere Strecke bloßgelegt wurde, fanden sich durchschnittlich 0,8 M. unter der heutigen Oberfläche zahlreiche, theils noch trefflich erhaltene gemauerte Kellerräume, zweifellos die Souterrains ehemaliger Wohngebäude. Da sich von letzteren keinerlei Trümmer (abgesehen von Dachziegeln) vorfanden, so ist anzunehmen, daß dies leichte Holzbauten waren, s. g. canabae, wie sie von ausgedienten Legionaren und bürgerlichen Gewerbtreibenden, (canabenses), die sich in der Nähe von Militärstationen ansiedelten, errichtet zu werden pflegten. Daß sich unserer Ansiedelung gegenüber, auf dem rechten Ufer des Neckars, bei Neuenheim eine Militärstation befand, ist durch zahlreiche Funde von Stempeln der VIII., XIV., XXI. und namentlich XXII. Legion verbürgt; die Heidelberger Niederlassung war also gewissermaßen die bürgerliche Vorstadt dieses Lagers. Außer jenen Kellerräumen fanden sich auch gewerbliche Anlagen, nämlich mehrere zum Theil wohlerhaltene Töpferöfen, ferner ein Votivstein zu Ehren des Jupiter, (ein im Neckar gefundener Neptunsaltar, vgl. Bonner Jahrb. LXII. 20, ist, weil nicht dem eigentlichen Ausgrabungsgebiet angehörig, nicht in die Beschreibung aufgenommen), Terracotten und sonstige Töpferwaaren, namentlich auch aus terra sigillata, Münzen und eine Reihe kleinerer Geräthe. Wohl die wichtigsten Funde waren aber die acht von der civitas Ulpia Severiana Nemetum den jeweiligen Kaisern, bezw. Thronfolgern (Caesaren) gesetzten Meilensteine aus der Periode von 220-254 p. Chr.; sieben derselben lagen in einem der oben genannten Kellerräume, der zuletzt gefundene 8. in dem Schacht eines gleichfalls aufgedeckten römischen Brunnens. Sie zeigen sämmtlich die Entfernung von Lopodunum (Ladenburg) an, und zwar mit 4 leugen: a Lopoduno leug. IV.; dies ist gerade die Entfernung von Heidelberg nach Ladenburg, woraus folgt, daß der Fundort auch der ursprüngliche Aufstellungsort der Steine ist.
Im Verfolg der römischen Straße gelang es auch, die Substructionen der römischen Brücke über den Neckar, gerade bei unserer Ansiedelung, und damit die Verbindung der linksseitigen mit der rechtsseitigen, von Ladenburg nach Neuenheim führenden Römerstraße festzustellen; sowie es ferner gelang, durch die Widmungsinschriften der Meilensteine die politische Zugehörigkeit unserer Ansiedelung zu dem Bezirk der civitas Ulpia Severiana Nemetum, deren Hauptort Lopodunum war, nachzuweisen.
Diese Funde erfuhren schon mehrfach wissenschaftliche Bearbeitungen; wir verweisen namentlich auf die Bonner Jahrbücher Heft LXI, S. 10; LXII, S. 7 u. 18; LXIV, S. 33 u. 62; eine übersichtliche Gesammtdarstellung fehlte jedoch (der leider zu früh verstorbene Geheime Hofrath Stark in Heidelberg beabsichtigte eine solche); wir haben sie nunmehr in dem Eingangs erwähnten Schriftchen erhalten.
Der Herr Verfasser, welcher in seiner Eigenschaft als Bezirksbauinspektor in Heidelberg die Ausgrabungen selbst leitete und dessen rastlosem Eifer und systematischen Anordnungen die erzielten Resultate hauptsächlich zu verdanken sind, gibt uns hier zum ersten Male nicht nur eine vollständige Uebersicht der Funde, sondern auch eine eingehende Fundgeschichte, unter Darlegung der Gesichtspunkte, nach welchen bei solchen Ausgrabungen, sollen sie anders ihren Zweck erfüllen, zu verfahren ist. Gerade in dieser Hinsicht enthält die Schrift manchen beherzigenswerthen Wink.
Die einzelnen Fundobjekte werden einer eingehenden Besprechung, namentlich auch vom technischen Standpunkte aus, unterworfen, und sind die in dieser Richtung vom Verfasser gegebenen Aufschlüsse auch für den Archäologen vom Fach eben so interessant als lehrreich. Die Inschriften werden in sorgfältigen Texten, zwei auch in Auflösungen, mitgetheilt; im Uebrigen war es nicht Zweck des Verfassers, sich in kritische Untersuchungen über diesen Theil der Funde einzulassen; es konnte dies um so mehr unterbleiben, als gerade über die Inschriften schon eine ziemlich umfangreiche Literatur existiert. Wir unterlassen es deshalb auch, auf einige, übrigens unbedeutende Abweichungen von den Originalen einzugehen, und fügen nur bei, daß in Ziff. I, Zeile 7 statt POTEST . ITER zu lesen ist POTESTI . TER; in Ziff. 6, Z. 2 statt ETRVSCO: ET.RVCO und ibid. Zeile 5 statt CAESARI: CAESAI und in Ziff. 7, Zeile 1 statt IMP . CAES: IMPP . CAE. Im Ganzen betrug die epigraphische Ausbeute (abgesehen von zahlreichen Töpferstempeln, deren Herr Schäfer eine Menge mittheilt) 9 Inschriften; hievon entfallen 8 auf die Meilensteine, eine auf den Votivaltar des Jupiter. Ohne auf Einzelheiten, die an den oben citierten Stellen nachgelesen werden können, einzugehen, sei nur erwähnt, daß sich die Widmungsinschriften auf den Meilensteinen, nach welchen deren Datierung möglich ist, auf folgende Kaiser bezw. Cäsaren beziehen: Elagabal (220), Severus Alexander (222), Maximinus (235), Gordianus III. (238), beide Philippus (246), Decius der ältere (249), Decius der jüngere (250), Valerianus und Gallienus (254). --
Die Schrift des Herrn Schäfer ist in Gestalt eines Berichts an das Großh. badische Ministerium des Innern abgefaßt; die letztere Stelle, welche ihr hohes Interesse an der Erforschung der vaterländischen Geschichte schon während der Ausgrabungen durch Gewährung der erforderlichen Mittel bethätigte, hat sich ein weiteres Verdienst dadurch erworben, daß sie die Publikation dieses Berichts anordnete und den Großh. Conservator in Karlsruhe mit dem Vollzug beauftragte; dem Letzteren ist die vorzügliche Ausstattung des Werkchens, speziell des graphischen Theils, zu danken. Möge das patriotische Beispiel der badischen Regierung thunlichst Nachahmung finden, möge es aber auch dem wissenschaftlichen Eifer des Herrn Schäfer gelingen, bei der, wie wir hören, nahe bevorstehenden Wiederaufnahme der Ausgrabungen ähnliche interessante Resultate wie bisher zu erzielen.
/Mannheim./ C.
Vermischte Nachrichten.
127) Im Juli d. J. fanden zwei Arbeiter auf dem Vorwerke Dorotheenhof des Rittergutes Sypniewo eine Packung größerer Steine, die, in eine Vertiefung der Erde gesetzt, in der Mitte eine Höhlung offen ließ, in welcher ein 18 cm. hoher bronzener Kessel mit Henkeln stand, der, aus einem Stücke Blech getrieben und mit einem flachen Steine bedeckt, die Reste eines Mannes und einer Frau nebst interessanten Beigaben von Gold, Bronze und Glas und Kreide enthielt, deren Bestimmung theilweise noch räthselhaft ist. Der Besitzer des Gutes, Herr Wilckens, übergab die Stücke dem historischen Vereine zu Marienwerder, dessen Vorstand eine genaue Beschreibung der Fundgegenstände wie des Vorganges beim Funde als Circular veröffentlicht und um Nachrichten über ähnliche Funde, sowie deren Herkunft ersucht hat.
128) /Geiselhöring/, 12. November. Ein /seltener Fund/ wurde kürzlich auf einem Acker nächst /Rügshofen/ gemacht. Beim Aufsuchen einer sog. Sandader stieß man in einer Tiefe von einem Meter auf fünf im Sande lagernde, noch gut erhaltene /menschliche Skelette/, welche im Kreise -- die Schädel nach außen gerichtet -- ruhten; innerhalb des Kreises fand man eine irdene Urne, eine eigenthümlich geformte, jedoch vom Rost stark beschädigte eiserne Axt und Theile eines eisernen Spießes.
(Nürnb. Anz., Nr. 318.)
129) Der nassauische Alterthumsverein hat, wie die Oktobernummer des Correspondenzblattes des Ges.-Ver. d. d. Gesch.-Ver. meldet, jüngst einen germanischen Grabhügel in den Sonnenberger Fichten untersucht, der sich als ehemals von einer Trockenmauer von 1 Meter Stärke umgeben zeigte und an verschiedenen Stellen Reste von Kohlen, Asche und zerstreuten Topfscherben enthielt, aus denen hervorgeht, dass zu verschiedenen Zeiten die verbrannten Ueberreste da und dort innerhalb der Ringmauer im gemeinsamen Hügel beigesetzt worden waren.
130) Die Wormser Ztg. macht in ihrer Nr. 262 auf Ausgrabungen aufmerksam, welche mehrere Herren in der Nähe des Weinsheimer Zollhauses vorgenommen haben und durch welche Spuren römischer Niederlassungen aufgedeckt wurden. An Fundstücken ergaben sich römische Münzen, Gefäßscherben, Ziegelstücke, behauene Steine, ein kleiner Mühlstein u. A. Als das wichtigste bezeichnet die W. Ztg. Reste von Wandverputz mit Malerei. Weitere Ausgrabungen können erst zuverlässige Schlüsse auf die Bedeutung der gefundenen Trümmerstätte ermöglichen.
131) Der württembergische Staatsanzeiger berichtet in Nr. 262 über Ausgrabungen, welche mit Bewilligung des kgl. Kultusministeriums durch den Landesconservator Prof. Dr. Paulus bei dem Orte Mainhardt gemacht wurden und die Westseite und Südseite eines römischen Kastelles mit ihren Thoren und Thüren bloßlegten, das einen Theil der Befestigung des Limes gebildet hatte und so zu interessanten Ergebnissen führte. Die eigentlichen Fundstücke waren zwar nicht bedeutend, da man blos an der Umfassungsmauer grub. Doch verdienen große steinerne Kugeln, die auf dem Boden des nordwestlichen Thurmes gefunden wurden, volles Interesse. Wer die Grabungen selbst mitgemacht und die Fundstellen so sah, wie sie zu Tage gekommen, konnte sich aus den Brandstellen, auf welche man stieß, und dem Zustand der Baureste leicht in die Zeit der Zerstörung, in die letzten Tage des Castells am Grenzwalle zurückversetzen.
132) In dem Gemeindewalde Reichhartshausen bei Miltenberg wurde eine Römerstraße aufgefunden, welche die Richtung über Reichhartsachsen, Reichhartshausen, Neudorf und Gotthardtsberg bei Amorbach genommen haben soll. Durch angestellte Nachgrabungen im Reichhartshausener Gemeindewalde fand man die Grundmauern eines Römergebäudes auf, welches 7 m. lang und 7 m. breit gewesen sein mochte. Die Mauern des Fundamentes sind 90 cm. dick und 70 cm. tief. Um die Mauern des Fundamentes ist fester Lehm eingeschlagen, wodurch sich alle Römerbauten auszeichnen sollen; wahrscheinlich geschah dieses Beschlagen mit Lehm deshalb, damit die Feuchtigkeit vom Innern der Gebäude abgehalten wurde. Beim Bloßlegen der Grundmauern fand man Eisenfragmente und Nägel, was aber alles so vom Roste zerfressen war, daß man diese Gegenstände ganz leicht zerbröckeln konnte; ferner wurden Ziegeln und Kohlen aufgefunden. In der Nähe sollen sich noch mehr und mitunter noch größere Grundmauern von solchen Römerbauten befinden, die sämmtlich aufgegraben werden sollen, und man glaubt für die Wissenschaft interressante Entdeckungen zu machen.
(Nürnb. Presse, Nr. 301.)
133) /Trier/, 24. October. Bei der Erweiterung des Eisenbahnplanums stieß man heute, laut der „Tr. Ztg.“, oberhalb des Stadtbaches auf einen Mosaikboden, der ein Teppichmuster bildet, wohl erhalten ist und jedenfalls wol für das Museum gehoben werden wird.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr 471.)
134) /Gera/, 9. November. Ein /merkwürdiger Fund/ ist beim Grundgraben zu einem Neubau dicht hinter der Tonhalle, der Jahr’schen Eisengießerei gegenüber, gemacht worden. Derselbe besteht aus einem sehr fein gearbeiteten römischen Wehrgehänge aus Bronze. Wie dasselbe hier ca. 1 m. tief in die Erde gekommen, ist ein Räthsel, für welches freilich eine sofortige Lösung gefunden wäre, wenn man Berechtigung hätte zu der Annahme, daß die Römer seiner Zeit -- etwa unter Germanicus -- bis an die Ufer der weißen Elster vorgedrungen seien. Zu gleicher Zeit wurde an der genannten Stelle eine sogenannte Fibula, eine zum Zusammenstecken des römischen Gewandes dienende Nadel, gefunden.
(Nordd. Allg. Zeit., Nr. 499 nach dem Naumburg. Kreisblatt.)
135) In der „Vegesacker Wochenschr.“ schreibt Herr S. A. Poppe in Bremen: In der Sitzung des naturwissenschaftlichen Vereins zu Bremen am 3. d. Mts. wurde von Herrn Lehrer F. Borcherding eine Urne vorgezeigt, die derselbe für die städtische Sammlung in Bremen erworben hatte. Dieselbe ist ziemlich gut erhalten, aus Thon an schwachem Feuer gebrannt und, obwohl sie nicht auf der Drehscheibe hergestellt ist, doch regelmäßig geformt und mit Buckeln und Linienornamenten sehr geschmackvoll verziert. Neben verbrannten Menschenknochen fanden sich darin ein aus 2 starken um einander gewundenen Bronzedrähten hergestellter Armring, ein eisernes Messer von ungewöhnlicher Form und eine eiserne Nadel. Die Urne stammt von dem bei Gelegenheit der Sandgewinnung für den Bau der Blumenthaler Kirche auf dem der Heidmann’schen Sommerwirthschaft zunächst gelegenen Grundstücke des Herrn Gloistein aufgedeckten Urnenfriedhof. Es war dem Unterzeichneten leider nicht vergönnt, diesen interessanten Friedhof zu untersuchen, doch wurden die zuerst gefundenen Urnen von dem Besitzer für die städtische Sammlung erworben und Herr Heidmann schenkte derselben eine Urne von dem in seinen Besitz übergegangenen Grundstück. Auf dem angrenzenden Terrain sind dann verschiedene Urnen beim Bau der Häuser gefunden worden, von denen die Sammlung einige erworben hat, während sich andere noch im Privatbesitz befinden sollen. Somit befindet sich der größte Theil des Fundes in Bremen an einer Stelle, wo er den Alterthumsforschern und dem sich dafür interessierenden Publikum zu jeder Zeit zugänglich ist.
In den Urnen des Blumenthaler Friedhofes haben sich mancherlei Beigaben gefunden, die jedoch durchweg schlecht erhalten sind, weil sie zugleich mit den Leichen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Neben Messern und Nägeln aus Eisen und Heften aus Knochen finden sich Spangen, Pfriemen, Gürtelschnallen und Ringe aus Bronze, Glasperlen, eine Menge verschmolzenen Glasschmelzes von grüner, rother, gelber und blauer Farbe, sowie Stücke von Weihrauch. Die meisten Urnen sind geschmackvoll mit Buckeln und eingedrückten Ornamenten versehen, doch finden sich auch solche von einfacherer Form. Eine genauere Datierung des Fundes ist erst nach sorgfältiger Vergleichung der Beigaben mit denen anderer Urnenfriedhöfe möglich; doch ist schon jetzt mit Bestimmtheit zu sagen, daß derselbe nicht älter als 1700 Jahre ist.
(Bremer Courier, Nr. 311.)
136) /Hohenhameln/, 28. Juli. Das bei der Windmühle von Clauen jüngst aufgefundene /Leichenfeld/ ist gestern von dem Studienrath Müller aus Hannover in Begleitung des Rechnungsraths Dressel ebendaher und des Dr. med. Köhler von hier einer vorläufigen Untersuchung unterzogen. Der Friedhof zeigt, wie man dem „Hann. Cour.“ schreibt, Verwandtschaft mit den bei Rosdorf in der Nähe von Göttingen aufgedeckten Reihengräbern und fällt in das achte Jahrhundert nach Christus. Bis jetzt sind 15 Skelette bloßgelegt, und zwar auf einem Raume von circa 22 Fuß Länge und 4 Fuß Breite, so daß also die Lagerung derselben eine ungemein dichte ist. Die Schädel zeigen den gewöhnlichen Reihengräbertpyus. Die Todten sind in der Regel von Westen (Kopf) nach Osten gestreckt, so daß sie mit dem Gesicht nach Osten gerichtet sind. Doch zeigte sich abweichend auch ein Skelett fast in der Richtung von Norden nach Süden. Sie lagern auf dem hier sehr mächtigen Kies unter einer Humusschicht von 1 bis 1-1/2 Fuß und sind, nach dem bisherigen Befunde, mit nur wenigen Beigaben ausgestattet. Ein Messer und eine Schnalle von Eisen zeigen Rosdorfer Formen. Außerdem haben sich Gefäßscherben und calcinierte Knochen gefunden. Die Erhaltung der Gebeine ist, da der Boden lange die Feuchtigkeit hält, nicht besonders, indessen hat Studienrath Müller auf Anordnung des Landesdirectoriums die Vorbereitungen getroffen, das anscheinend früher nicht berührte Leichenfeld allmählich -- dasselbe ist zur Zeit größtentheils bebaut -- in wissenschaftlicher Weise aufzudecken.
(Correspondenzblatt d. Ges.-Ver. d. d. Gesch.-u. Alt.-Ver. Nr. 10.)
137) Am 3. October wurde der Reliquienschrein der hh. Ewaldi in St. Cunibert in Köln feierlich eröffnet. Es fanden sich an Stoffen außer der Umhüllung der Gebeine ein Stück Goldbrocat und eine Stickerei von hohem Werthe, welche dem 13. Jahrh. anzugehören scheint. Dieselbe ist 3,_{11} Meter lang, 0,_{83} Meter breit, aus drei Stücken zusammengesetzt. Das Mittelstück besteht aus tiefblauem Leinen, die beiden Seitenstücke, je 0,92 Meter lang, aus seegrünem Seidenstoff; alle drei sind mit Stickerei von glänzender, mehrfarbiger Seide in Platt- und Ketten-Stich bedeckt. Das Gewandstück scheint als Schulter-Velum gedient zu haben und zeigt seinen größten Schmuck an den beiden Endstücken, die beim Gebrauche vorn herunterhiengen und dem entsprechend an ihrer untern Kante mit gelbseidenen Fransen besetzt sind. Bildwerk und Arbeit sind an beiden Theilen von hoher Bedeutung für die Kunstgeschichte und fordern deshalb eine genauere Beschreibung.
Das reichere Bild zeigt in prächtigem Rahmen die persönliche Darstellung des Jahres, wie sie nachweislich seit dem 12. Jahrhundert in der christlichen Kunst vorkommt. Hier haben wir ein Viereck mit drei eingeschriebenen concentrischen Kreisen. Im innern Kreise sitzt auf dem Regenbogen eine mit langem Gewande bekleidete Figur mit gespaltenem Bart und ernstem Angesicht mit der Ueberschrift Annus (das Jahr). Sie hält in den emporgehobenen Händen zwei weiße Köpfe. Der Kopf links vom Beschauer trägt einen weißen Strahlenkranz und hat die Ueberschrift Dies (Tag); der Kopf rechts mit rother Krone ist als Nox (Nacht) bezeichnet. Der Kreis ist hinter der Figur durch ein gerades und ein schräges goldenes Kreuz in acht Felder getheilt. Am Querbalken des geraden Kreuzes stehen zu beiden Seiten je zwei flammende Räder, entweder Sterne oder Zeichen des flüchtigen Jahres. Im zweiten, umschriebenen Kreise entsprechen den Enden der Kreuzbalken acht kleine Kreise mit Brustbildern ohne unterscheidende Symbole. Sie sind durch Ueberschriften als Elemente und Jahreszeiten bezeichnet. An den Enden des geraden Kreuzes stehen, von oben nach rechts folgend, Aër (Luft), Ignis (Feuer), Terra (Erde), Aqua (Wasser). Zwischen Luft und Feuer folgen in der Richtung nach rechts Autumnus (Herbst), Estas (Sommer), Ver (Frühling), Hiemps (Winter). In den Zwickeln zwischen den Kreisen und dem Rahmen sitzt unten links Neptun mit Fisch und Dreizack über Wellen, und rechts Tellus mit Blumen und Früchten im aufrechtstehenden Füllhorn auf der kräutersprießenden Erde. In den obern Zwickeln stehen die mit dem Kreuze gekrönten griechischen Buchstaben Alpha und Omega, der Anfang und das Ende, ein Sinnbild Christi. Damit ist dem ganzen Bilde die christliche Deutung gegeben; hier haben wir die Schöpfung nach Raum und Zeit, von Christus begonnen und vollendet, durch ihn geschaffen und erlöset. Der eine starke Hand breite Rahmen setzt sich aus einer Inschrift von großen gothischen Majuskeln zusammen aus der Zeit vom 12. bis zum 13. Jahrhundert und einem außen und innen herumlaufenden Rundbogenfriese. Die schönen Majuskeln entsprechen den reichen Initialen der gleichzeitigen Handschriften. Der Körper der Buchstaben tritt kräftig hervor und ist mit reichem Rankenwerk, an einzelnen Stellen mit Thierköpfen belebt. Der Zeichner bewegte sich mit großer Freiheit, so daß dieselben Buchstaben verschiedene Formen und Ornamente zeigen. Die Inschrift lautet: POPVLVS Q CONSPICIT OMNIS ART ELABORATV̅.
Der viereckige Rahmen ist auch hier sehr reich: innen und außen ein Mäander als Saum, in der Mitte ein fortlaufendes, kreisförmiges Ornament von der Größe der innern Handfläche. Der Kreis wird von zwei Schlangen gebildet, welche in die Peripherie des folgenden Kreises sich einbeißen und so die einzelnen Ornamente mit einander verbinden. In den Schlangenkreisen stehen zwei Vögel mit herabhängenden Flügeln, deren Hälse mit abgewendeten Köpfen einander umschlingen. Von Schnabel und Schwanz gehen blattartige Ornamente aus, welche Kreise und Zwischenräume mit reichem Rankenwerke beleben.
Das Mittelstück besteht aus tiefblauem Leinen, welches mit orangefarbiger Seide theils mit Doppelkreuzen, theils mit gebrochenen Linien in unregelmäßiger Form gestickt ist. Trotz dieser Unregelmäßigkeit macht die glänzende Zeichnung auf mattem Grunde einen festlichen Eindruck. Sehr schön und der Technik der Seitenstücke ebenbürtig ist der Rand des Mittelstückes. Er besteht aus großen Rosetten, welche aus je vier herzförmigen Bogen um einen Vierpaß zusammengesetzt sind.
(Köln. Volksztg., Nr. 314.)
138) /München/, 8. November. Das Bayer. Nationalmuseum hat im Laufe dieser Woche eine zwar etwas seltsame, aber in historischer und künstlerischer Hinsicht sehr interessante Bereicherung erfahren. Es sind /12 Zinnsärge aus der Fürstengruft von Lauingen/, welche Herzog Wolfgang von Pfalz-Neuburg 1565 in der dortigen Pfarrkirche hatte erbauen und darüber zum Andenken an seine 1563 dahingeschiedene Mutter Elisabeth ein schönes Mausoleum hatte errichten lassen. Es blieb dieses fortan die Begräbnißstätte der Pfalz-Neuburger Linie. Im Jahre 1781 fand auf Befehl des Churfürsten Carl Theodor, da nach München Anzeige erstattet worden war, daß man einige Särge erbrochen und der Kleinodien theilweise beraubt gefunden habe, eine Eröffnung und Untersuchung dieser Gruft durch einen Spezialhofkommissär und viele zugezogene Zeugen statt, und wurden die an den Leichen vorgefundenen Pretiosen zu Handen der Hofkommission genommen, nachdem eine genaue Beschreibung des Befundes der Leichen in den einzelnen Särgen stattgefunden hatte. Die Pretiosen wurden auf Befehl Carl Theodor’s der Akademie der Wissenschaften zur Aufbewahrung übergeben, von wo sie nach Gründung des Bayer. Nationalmuseums durch Baron von Aretin in diese Sammlung verbracht wurden. Hier befinden sich dieselben im Saale VI der Renaissanceabtheilung und dienen fortwährend unseren modernen Goldschmieden als Muster und Vorbilder für ähnliche Arbeiten. Im Jahre 1846 wurde die Gruft wiederholt eröffnet, da man Senkungen des Gewölbes der Gruft wahrgenommen hatte, fand aber die Särge theilweise ganz aufgerissen und in einer Unordnung, als wären Räuber plündernd eingedrungen und hätten nach vollbrachter Plünderung den Ort eiligst verlassen. Möglich, daß in den franzöischen Kriegen eine Soldatenhorde die Gruft erbrochen und noch geraubt hat, was zu rauben war. Die 1781 durch Einbalsamierung noch mumienartig erhaltenen Leichen fand man jetzt in Staub und Asche versunken. Im Jahre 1877 wurde auf höchsten Befehl die Vereinigung sämmtlicher Gebeine in einen großen Steinsarkophag beschlossen, und der Direktor des Bayer. Nationalmuseums, v. Hefner-Alteneck, erhielt den Auftrag, die Särge noch einmal zu untersuchen und die kunstvoll gearbeiteten für das Bayer. Nationalmuseum zu übernehmen. Bei dieser Gelegenheit fand derselbe in einzelnen Särgen sowohl für Historienmaler, als für die Geschichte der Textilindustrie höchst merkwürdige Ueberreste von Prachtkostümen mit sehr reichen Dessins, die bis jetzt noch dem Luftzuge ausgesetzt sind, um später neben jenen Kleinodien aufgestellt zu werden. Die Zinnsärge selbst (es sind 5 große und 7 Kindersärge) tragen meisterhafte Gravierungen, welche Inschriften, feinstilisierte Wappen und Christusbilder darstellen. Trefflich sind auch die höchst charakteristischen Bärenköpfe, welche die Ringe zum Tragen im Rachen halten.
(Augsb. Postztg., Nr. 265 nach d. A. Abdztg).
139) Aus /Bacharach/, den 22. September, schreibt man der Coblenzer Zeitung: Beim Reparieren eines Kellers fand ein Bauer hiesiger Gegend etwa 50 Stück gut erhaltener Goldmünzen, alle in Blei verpackt, aus den Jahren 1450-1520. Es sind sogenannte Goldgulden und von meist verschiedener Prägung, darunter: mone. no. aurea stutgardi + ulricus. dux i. wirtemberg: Stuttgarter Goldmünze vom Herzog Ulrich von Würtemberg; mone. no. aurea 1508 + jacob. arch. ep. mo.: Goldmünze vom Erzbischof Jacob von Mainz 1508; mone nova aurea bonne. [Symbol: großes Pluszeichen] k. mat[457] elct. eccle. colon.: Goldmünze vom Kurfürsten Karl Mathias von Köln, in Bonn geprägt; monet. nov. francf. 1500 + maximilianus roma. rex.: Goldmünze von Maximilian, in Frankfurt geprägt 1500; moneta nova aurea comitis tyrol + sigism. archi. dux aust.: Goldmünze der Grafschaft Tirol vom Erzherzog Sigismund von Oesterreich; philip. pal. be. elect. impe. 1500 + ave (Maria gratia) eb. plena dn. tecu.: Goldmünze vom kaiserliche Kurfürst Pfalzgraf Philipp dem Edelmüthigen mit dem Bildniß der heiligen Maria und der Umschrift: Sei gegrüßt, Maria, voll der Gnaden, der Herr ist mit Dir.
(Numism.-sphrag. Anzeiger., Nr. 10.)
140) Die Schletter’sche Buchhandlung in Breslau gibt bekannt, daß sie ein Exemplar der ersten sog. September-Ausgabe der Luther’schen Uebersetzung des Neuen Testamentes vom Jahre 1522 besitzt, in welchem sich auf der Rückseite von Blatt CVII, auf dem leeren Papier unter dem Schlusse der Apostelgeschichte, ein handschriftliches, 16zeiliges Fragment einer nicht wörtlichen Uebersetzung von Matthaeus XXVI, 1 u. ff. in /niedersorbischer/ (/niederlausitzischer/) Sprache befindet.
Soweit die durch dortige Fachgelehrte angestellten Untersuchungen ergeben, sei dieses Fragment aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, mithin älter, als das bekannte Manuscript der königlichen Bibliothek zu Berlin, die Bibelübersetzung von 1560, die bisher für das älteste Denkmal dieser Sprache galt.
Das Exemplar selbst ist durchaus vollständig und von den Angaben Brunets (V, 754) und Eberts (No. 22661) dadurch abweichend, daß es vor der Offenbarung ein leeres Blatt und in der Offenbarung statt der erwähnten 20 blattgroßen Holzschnitte nach Lucas Kranach 21 enthält. Es trägt Spuren des Gebrauches, ist von anderer alter Hand (ebenfalls 16. Jahrh.) an mehreren Stellen beschrieben, mehrere Blätter ohne Verlust eingerissen, und nur an einem Blatte fehlt ein kleines Stück des untern Theiles eines Holzschnittes mit einem größeren des weißen Randes. Am Schluß ziemlich stark wasserfleckig, am Anfang leicht wurmstichig. Die Buchhandlung sieht Preisangeboten bis zum 1. December cur. entgegen.
141) Der ausgewählte Kunstnachlaß des als vorzüglicher Kunstkenner und Sammler bekannten Kunsthändlers Wilhelm Eduard Drugulin in Leipzig, der im Laufe dieses Jahres verstorben ist, wird durch die Kunsthandlung von C. G. Börner in Leipzig am Montag, den 1. Decbr., und den folgenden Tagen öffentlich versteigert. Der in der Officin des Verstorbenen in bekannter meisterhafter Weise hergestellte Katalog, welcher durch den Lichtdruck des altflorentinischen Niello: die Krönung und das Leben der Maria, nach dem einzig bekannten, im Kataloge unter Nr. 1382 aufgeführtem Exemplare, geziert ist, enthält eine große Reihe kostbarer Seltenheiten, meist von vorzüglicher Erhaltung, aus allen Schulen, namentlich von alten Meistern; darunter sehr viele Ornamentstiche. Wir heben aus dem reichen Inhalte besonders hervor die typographische Ausgabe der Ars moriendi von Nicolaus Götz von Schlettstadt, Buchdrucker in Cöln (1474-1478), von welcher außer diesem nur noch 2 Exemplare (leider beide im Auslande befindlich) bekannt sind; die außerordentlich reichhaltige Collection von Stichen des Joh. Jak. de Boissieu, welche nur ausgewählte, alte und schöne Abdrücke enthält; die Radierungen von Allart van Everdingen; die seltene italienische Ausgabe von Holbein’s Todtentanz (Lyon, 1549); das alte Testament mit den ersten 4 Blättern des Todtentanzes und 90 biblischen Darstellungen von Holbein (Leiden, 1539); einige vorzügliche Blätter von Israel van Meckenen (darunter B. 148. 152. 178. 185); 50 Blätter Tarokkarten von einem altvenetianischen Meister (Pass. V, 119-126); eine Reihe italienischer Niellen; eine ausgezeichnete Sammlung von Blättern Adrian von Ostade’s, welche Drugulin mit besonderer Vorliebe sammelte; das Werk von Gg. Friedr. Schmidt, auf dessen Grundlage Drugulin die Herausgabe eines beschreibenden Verzeichnisses beabsichtigte; eine Anzahl schöner und seltener Blätter von Martin Schongauer; die Radierungen von und nach Dav. Teniers, von welchen Drugulin gleichfalls ein beschreibendes Verzeichniß herauszugeben beabsichtigte, u. a. m. An das Verzeichniß der Kupferstiche reiht sich eine Anzahl interessanter alter und neuer Kupferwerke und Kunstbücher, denen sich die Handbibliothek des Verstorbenen, welche einen selten vorkommenden Reichthum von Katalogen aufweist, anschließt. -- Der Kunstnachlaß Drugulin’s, dessen Kataloge von Porträten und kulturgeschichtlichen Blättern unentbehrliche Quellen für alle Sammler bilden, wird übrigens durch diese Auktion nicht erschöpft; verschiedene, zum Theil sehr umfangreiche Sammlungen: Porträte merkwürdiger, durch Lebensschicksale, Thaten oder Unthaten berühmter oder berüchtigter Menschen, ferner Karikaturen, kulturhistorische und fliegende Blätter, alte interessante Ansichten, dann viele auf Preußen und speziell auf Berlin bezügliche Darstellungen und endlich eine größere Anzahl alter minderwerthiger, aber guter Kupferstiche, sowie schöner moderner Radierungen, sollen -- wo möglich, nach der Auktion -- im Ganzen, oder nach Materien getrennt, aus freier Hand verkauft werden.
142) Der „deutsche Herold“ hat in Berlin eine Ausstellung eröffnet, die eine Fülle interessanter, meist seltener Alterthümer aus den Gebieten der Heraldik, Sphragistik und Genealogie umfaßt und auf’s neue auch dem dortigen Publikum zeigt, auf welcher Höhe der Kunst ehemals die heraldische Zeichnung wie Plastik standen, und daß Meister wie Dürer, Holbein, die Beham u. A. kostbare heraldische Werke schufen, daß die ersten Künstler ihrer Zeit im Mittelalter jene Siegel stachen, die uns die wichtigsten Quellen für das Studium der Plastik jener Zeit, wie für die Waffen- und Kostümgeschichte sind, wie kunstvoll die Ausstattung der Stammbäume, der Stammbücher des 16.-18. Jahrh. erfolgte, und wie der Schmuck der Gebrauchs- und Luxusgegenstände mit heraldischen Darstellungen zu sinniger Verzierung führte.
FUSSNOTE:
[457: muß heißen: ma’, und ist von Hermann IV. v. Hessen geprägt. Ein Kurfürst Karl Mathias hat nicht existiert.]
Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.
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Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.
=Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_ incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.
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ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
1879. Nº 12. December.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
Ein Hexenprozeß aus Vorarlberg v. J. 1597.
„Es lohnte wirklich der Mühe, die Hexenprozesse unseres Vaterlandes einer größeren Aufmerksamkeit zu würdigen und eine Geschichte derselben von ihrem ersten Auftauchen bis zu den letzten Ausklängen des Zauberwahns zu fertigen. Es würde eine solche Arbeit werthvolle Funde für Kultur- und Sittengeschichte ergeben...“
(J. Zingerle: Barbara Pachlerin, die Sarnthaler Hexe, und Mathias Perger, der Lauterfresser. Zwei Hexenprozesse. Innsbruck, 1858. Vorrede, S. IX.)
Diese Worte des berühmten Germanisten mögen es rechtfertigen, wenn in diesen Blättern wieder einmal ein Bild der traurigsten, unsinnigsten aller Verirrungen des menschlichen Geistes, des Hexenwahns, aus dem Staub und Moder der Archive hervorgezogen wird. Der Schauplatz des traurigen Vorgangs ist diesmal die Herrschaft Sonnenberg in Vorarlberg. Im Archive des dem Freiherrn von Sternbach gehörigen Schlosses zu Bludenz findet sich eine Reihe von Hexenprozeßakten, welche indeß blos aus dem über die Geständnisse der Hexen aufgenommenen Protokolle und aus dem Urtheilsspruche bestehen, eines eigentlichen Verhörprotokolles aber ermangeln, übrigens in ihrem Inhalte, nämlich in den einbekannten Hexenstücken, alle eine große -- höchst wahrscheinlich auf schablonenmäßige Behandlung aller derartigen Prozesse seitens des Gerichtes zurückzuführende -- Aehnlichkeit unter einander aufweisen.
Ein solches Geständnißprotokoll lassen wir hier nun folgen und schicken nur voraus, daß im Jahre 1597, also in der Blüthezeit der Hexenprozesse, 8 Weiber, von welchen zwei aus der Herrschaft Sonnenberg; die übrigen theils aus der Bludenzer Herrschaft, theils aus dem Thale Montafon waren, als der Hexerei verdächtig in Bludenz eingezogen und 5 davon zum Feuertode verurtheilt wurden. Ueber die beiden Weiber aus der Herrschaft Sonnenberg wurde ein besonderes (nachstehend mitgetheiltes) Protokoll aufgenommen, obgleich sie mit den übrigen Weibern gleichzeitig verhört, gefoltert und verbrannt wurden.
Malefiz-Gerichtsprotocolum de anno 1597. Urgicht[458] und Bekenntnuß.
Elsa Dünserin, uß Braz und Petronilla Gortterin von Nenzingen, beid der Herschaft Sonenberg, welche Beid irer bösen verleumbdung halber, hernach vermeldter laidiger sündlicher begangener übelthatten uf Mitwoch den 18. und Sambstag den 28. Tag des Monats Juni ano 97 fenklich inkommen,[459] und dieselbigen in Güettiger und peinlicher Befragung bekandt:
1. Das allerhöchst und sündlichst Laster, so sy beide obermelte Weibspersonen begangen, das sy sich auf Anstiftung und Begerung des bösen Geists (der Inen Gelt zu geben versprochen; der Dünserin Geist habe sich Belzabub und der Gortterin -- Bolderlinn genant,) Gottes allmächtigen, seiner würdigen lieben Mutter Maria und aller Haylligen Gottes verleungnet, ime zuogesagt und versprochen, weder Gott, seine liebe Mutter, noch die Haylligen anzurueffen, sonder nit mer zu bethen, darauf auch sie Beid mit Ime reverent der Unkeuschheit pflegen. So sie aber hernacher oft und dick[460] gar übel gereuwen.[461]
Hinder solliches laidiges und verdambliches Laster hat sich die Dunserin ungefähr vor 30 Jahren verschinen[462] begeben. Und die Gortterin vor 4 verschinen Jahren.
2. Item ungefähr in 8 Tagen nach irem Versprechen seye der böse Geist wieder zue der Dünserin gekommen, abermals reverent der Unkeuschheit mit ihro pflegen, und ihro ein Heffele mit Salb geben. Dasselbig hab sie mit worten, so er sie underwiesen, in eine Muttele,[463] das wie ein Schäffle geformiret gewest, gestrichen, und desselbigmals mit irem Buolen, genannten Belzebuob, ins roth Horn gefahren, daselbst sei ihr Schwester Barbara sambt irem Buolen, einem bösen Geist, zu ihr kommen. Damals haben sie die Reiffen gemacht,[464] hat aber wenig Schaden bracht.
3. item vor etlich verschinen Jahren sei sie mit ihrem Buhlen in Lagandt gefahren. Daselbst haben sie dem Schedler ein kleines Rindle verzehrt.
4. item vor etlich Jahren sein sie abermals mit ihrem Buhlen uf einen Spitz[465] gefahren usserhalb bei dem vorder Land, müg aber nit wissen, wie der Spitz hayst, da sein ihrer zehn gwest, sie hab aber keine kannt. Da haben sie uf Gehaiß der bösen Gaister Wasser tragen und mit denen Worten, wie sie die bösen Gaister underwiesen, usgeschütt. Davon das groß Regenwetter erfolgt, darmit sie den Wein verderbt.
5. item sie und genannte ihr Schwester Barbara haben vor etlich Jahren in Braz, in dem Keller genannt, ein Reiffen gemacht, die hab wenig Schaden than.
6. item, wann sie von ihren Mann hinweg gefahren, so hab sie ihme reverend ein alten Schweinstrog zugelegt, alsdann sei er nit erwacht, bis sie wieder kommen.
7. item, einsmals sei sie auf den Heuberg am Reittanz gefahren. Da seien ihro drei Tisch voll gewest. Haben ein Rind daselbsten verzehrt, sie müg nit wissen, weß das Rind gewest sei und hab auch keine kannt.
8. item, dem Hanns Schedler in Brand hab sie vielmalen seinem Vieh die Milch genomen. Das hab sie mit Sach, wie sie ihr Buol underwiesen, zuweg bringen köunen, wann ainer sein Vieh nit wol gesegnet gehabt.
9. item vor Jahren sei sie mit ihrem Buolen ins Palendt gefahren und den Bach angricht, da er groß angloffen; der hab aber kain Schaden than.
10 u. 11. item zwei unterschidliche mal sei sie mit ihrem Buhlen, einmal ins Greob-Tobel und einmal ins Paldend gefahren; jedwedersmal ein Hagel gemacht, der hab nit sonders großen Schaden thun, wan (_nur_) ein wenig ins Korn und Hanf.
12. item Regenwetter hab sie ohne Zahl gemacht, das sie hab thun müssen, ihr Buol Belzabuob hab sie darzu zwengt.[466]
13. item diese Jahr hab sie zwei gar bös Reiff ins Brand gemacht.
14. item oft genannter ihr Buol hab ihr etlichmalen Geld geben, da sie nit anders vermeint recht Geld zu sein. Aber hernach, wann sie das brauchen wollen, sei es reverend nur Koth gewest.
15. item wann sie in Kirchen gangen und zu den österlichen Zeiten zu dem hochw. Sakrament, alsdann hab sie der bös Geist übel mißhandelt und geschlagen.
16. Beschließlich sei am Donstag zuvor, wie man sie am Samstag zu nacht gefangen, oftgedachter ihr Buol Belzabuob in ihren Mayensäß[467] zu ihr kommen, und ihr anzeigt, man werde sie fahen, sie solle aber nit weichen, er wolle ihnen wol helfen.
Item vorgedachte Petronilla Gortterin bekennt: Als sie sich, wie vorstedt, in sündlichs Laster begeben, so hab desselbenmals ihr der bös Geist ein Büx mit Salb geben und zuo iro gesagt, wann sie das Salb an ein Steckle streich und mit denen Worten, wie er ihro dann auch anzeigt, an ein Dannen schlahe, so kumme ein Reiff oder Hagel. Das hab sie probiert, da sei in Gamperdona schattenhalb[468] ein kleines Hägelein kommen, das hab aber kein Schaden than.
Damalen hab er iro auch Geld geben; hab sie nit anders vermeint, es sei recht Geld. Da er von ihro gewest, sei es reverent nur Koth gewest. Nachdem sei er der bös Geist nicht mehr, wann[469] noch einmal zu iro kommen und abermals mit iro reverent der Unkeuschheit pflegen. Da sey sie dermaßen in ein Reu gefallen, und Gott den allmächtigen so treulich angeruffen, daß er ferner iro nit mehr zur mügen.[470]
Uff Sambstag den 5. Tag des Monats Juli, anno 97, ist zu Bludenz uffen Tanz-Haus Malefiz-Rechten gehalten worden über fünf Weibs-Personen, die drei under Gericht und Jurisdiction zu Bludenz gehörig, und die zwei ins Gricht Sonnenberg gehörig, aber von wenig Kostungs wegen mit einander für Gricht gstellt, und ist dem Herrn Vndervogt der Stab übergeben.
Iudex: Hanns Ruedolf. Rechtsprecher: Hanns Martin, Hanns Zürcher, Matheis Zürcher, Jörg Fritz, Bartolome Reis, Sigmund Bertoldt, Thomas Fritz, Hanns Wolf, Anton Frey, Lukas Felix, Thoni Purtscher, Petter Lowen, des Raths zu Bludenz.
Auf Anhörung und Vorlesung geschriebnen Bericht dieser armen Weibspersonen, ihrer vollbrachten sündlichen Lastern, darüber rechtlich eingeführter Klag, Antwurtt, Red und Widerred, und endlich gethanen Rechtsatz ist mit einhelligem Urtl zue Recht erkannt: daß sie die armen Weibspersonen vermög ihrer selbsaignen Bekenntnüß so viel gehandelt, als daß sie ihr Leib und Leben verwirkt und den Tod verschuldt, und sollen umb Laib und Leben gericht werden nach kaysserlichen Rechten.
Auf ferner gethanen Rechtsatz ist abermalen mit ainhelligem Urtell zue Recht erkannt, daß sie dem Scharfrichter sollen bevolhen werden, der sie binden, wol versorgen und hinauß füeren solle an die gewonlich Richtstat, alda jede uf ein Laittern schmiden, dann binden, also lebendig ins Feuer werffen, zue Bulwer und Esch[471] verbrennen, folgends die Aeschen ins Erdreich vergraben, damit weder Leudt noch Vih von inen nimmer mügen geschedigett werden, meniglich zue ainem erschreckenlich Exempel und Ebenbild, sich vor diesen und andern sündtlichen Lastern zu verhüetten.
Dieses Urtheil wurde am 5. Juli 1597 an den fünf Weibern vollzogen, und es dürfte nicht ohne Interesse sein, schließlich auch noch die Rechnung, welche der Vogt über die geführte Gerichtsverhandlung und Hinrichtung gelegt hat, als eine interessante wirthschaftliche Skizze aus der Zeit der Hexenprozesse hier folgen zu lassen.
Auszug der Ambts-Raittung[472] 1596-97. Ausgaben: Auf Malefitz.
Montag 16. Juni 1597. Zwo arme Weibspersonen, Namens Maria Manallin und Kathrina Burkhartin des Hexens und unholden Werkhs angeklagt, beid aus Montafun, venklich Intzogen worden.
Fl. Kr.
10 Person verzert 4 --
Als man die Weiber Geholt -- verzert 8 12
Als man mit denen Weibern widerß Montafun herauskhommen, vorgemellte 10 Person und der Schlosser verzert 4 24
Denen so die Weiber (einziehen) helfen für Roß und Futter zalt 1 52
/Dienstag/ 17. Juni sind Erzelter Ursach halber in der Herrschaft Sonnenberg Auch zwo Weibspersonen, Petronelle Gorttrin und Kathrina Nasallin Gefenklich intzogen worden. Verzehrt durch die darzu verordneten Personen 4 56
Item in der Nacht als man sie venklich angenomen 1 24
Als die 4 gefangnen personen Güetlich und beinlich befragt 4 20
/Mittwoch/ den 18. Zum Mittag Essen 12 Person 4 48
/Donerstag/ Mittag 11 personen 4 24
/Freitag/ zum Mittag Essen 13 Personen 5 12
Als man nach dem Mittag wiederßen Schloß khomen und mit denen armen Weibern Gehandelt. 3 36
/Samstag./ Zum Mittag Essen aber mals mit Inen die Tortur fürgenommen, durch 21 Personen verzert 4 24
/Sonntag zu Abends/ 22. Als man des St. Barbisch und Caspar Schlegels Weib venklich intziehn lassen, durch 7 Personen in Nachessen verzehrt 2 48
Item: Als Sy am Sonntag In der Nacht mit St. Barbisch Hausfraw Heraus khamen, durch die, So Sy herausgefüerdt, verzehrt 1 28
Item: Als man Am selbig Sonntag Anna Tschugmellin, so dann durch Kathrina Burkhartin dis Lasters halb angeben worden, venklich intziehen wollen, ist verzehrt worden 2 8
/Montag./ Als man die Tschugmellin heraus Gefuerdt, zum Morgen Essen 2 24
Item: Als man des Caspar schlegels Hausfrau heraus gefüerdt, 9 Personen zum Morgen Essen 3 36
Item: Als man am selbig Tag mit den Weibern Güetlich und peinlich Gehandelt, ist aufgangen zum Morgen Essen 3 36
/Zeinstag/ (Dienstag). Am St. Johanstag hat Man abermals mit den Weibern gehandlet, haben Ihrer 8 Person verzehrt sampt der Quart Wein, so man mir (dem Vogt) für mein Malzeit heimbgeschickht 3 36
Auf /Donstag/ nach Johanni abermals mit den Weibern Güetlich und beinlich Gehandlet, zum Morgen Essen durch 18 Personen, da man Etliche aus den Kirchspieln Montafon und Sonnenberg darzu genommen aus Beweglich Ursach -- verzehrt 7 12
Auf /Freitag/ darnach aber Iro Wegen zum Mittag Essen 15 Personen 6 --
Als man am selbig Tag wieder ins schloß gang und verner mit Inen vortgefaren -- verzehrt 3 20
Auf denselbig Tag hat man den Stadt- und Stubenknecht Gebraucht, haben verzehrt -- 40
/Samstag/ ist deßhalben gehandlet, ist durch 11 Personen verzehrt worden 4 24
Als man den 28. die Elßbeth Thünserin (Dünserin) Thomas Flikhens Weib aus Braz, so durch Ir aigene schwester Barbara Thünserin dis Lasters halb, angeben worden, Venklich intziehen wollen, ist am Abend, als man sie aus Braz heraus (führen) wollen, verzehrt worden 3 32
/Sonntag/ 29. Als man des Flikhens Hausfrau ins Gefenkhnuß über Antwurtet, ist durch 11 Personen, so sie haben geholfen, fach und venglich[473] herauszuführen, aufgangen 4 24
Am selbig Sonntag, als wir der armen Weiber halb zu schaffen gehabt, das Morgenmal 1 36
Selbig Tag zum Nachtrunkh 1 12
/Montag den letzten./ Mit den armen Weibern abermaln peinlich procediret 4 48
/Zinstag/ abermals mit den armen Weibern gehandlet 5 4
/Freitag/ den 4. Juli. Dem Gerichts-Waibl und Stattknecht Etwas Rüstung zu dem Hochgericht auf die Richtstatt hinaus geordnet, so sie verzehrt -- 36
/Samstag/ 5. Als man die 5 Armen Weiber Namens: Katharina Burkhardtin, Maria Manallin genannt schellerin, Barbara und Elsa Dünserin zwo schwestern und Petronella Gorttrin Irer verwürkhung und sindtlich Lastern halb Malevitz Rechtens Gehalten, und Si kaisserl. Rechtn nach Hinrichten lassen, ist zur Morgensuppen von Etliche Gerichts-Leudt, so von verne Herzu kommen, und 12 Hütter verzehrt 3 8
Am gehaltnen Malevitztag zum Morgen Essen, ich (Vogt) und 12 Richter, 4 Briester, 12 Hüter, Gerichtsdiener und Schlosser, Schnochler 44 Mäler 17 36
Auf /Montag/ d. 7. ist abermals mit Tschugmellin und Nassallin Alles Ernstes peinlich Ghandlet worden. Zehrung für 12 Personen 4 48
Zum Nachdrunckh aufgangen 1 24
Item: durch die Hüetter, so die armen Weibsbersonen tag und Nacht verwardt, da Irer 4 sein müessen, da Si (die armen Weiber) mit der Thorthur dermaßen zerstrekht worden, daß man Sie Etzen[474] muessen, also durch Sy (die Huetter) verzehrt worden samt Etlichen Wein, so die armen Weiber braucht, wie dann durch mich, auch den Landamman und den Statt- und Landschreiber 63 58
Vom 19. Juli bis 4. augustj den Hüettern alle Tag eine halbe Maß Wein 1 25
Lohn den Huettern vom 17. Juni. bis 11. Juli 8 20
Andere, so die armen Weiber 8 Tag und Nacht haben helfen verwaren 1 36
Die 3 armen Weiber Burkhartin Manallin und Gorttrin seynd vom 17. Juni bis 5 Juli im Gevenkhnuß gelegen, thuot 19 Tag, für jede Ir underhaltung Tag und Nacht 8 kr. thuot 7 36
Der beiden Schwestern Dünserin Underhaltung Tag und Nacht pr. 8 kr 2 4
Item die 3 andern Weyber, so auf Angeben der Abgethanen[475] Armen Weiber aus bösen verleumben Venklich Intzogen und Aber über die angewandte und fürgenommene Thortur und Allen Ernst nit bekehnen wollen, und unschuldig befunden worden, Unterhaltung 44 Tag a 8 kr. 12 40
Für Thom Glarner, welcher vom 19. Juli bis 4. aug. der Anna Tschugmell aufgewartet 2 16
Stadt und Landschreiber, Hausknecht, gsind 7 22
Item: dem Wolf Layner dem Schmidt um Ein Ex, Ein Hawen, schuflen und feurhagen zum Brand zu Gebrauchen 1 8
Umb Strew In die Gefenkhnusse und zum Brand zu Gebrauchen 1 48
Dasselbig Strew Ins schloß und auf die Richtstadt zu traghen -- 16
Item Umb Holz Zum Brand, auch dasselbig zuescheitten und auf die Walstadt[476] zu fuiren 2 24
Ein Wagen, die armen Weiber darauf auf die Walstadtzu fuiren 1 12
Von dem Scharfrichter Maister Christof Hiert von Biberach-Auen samt sainen Glaidsbotten und Gehilfen, als Meister Jakob Scharfrichter von Bregenz und noch seinen ainen Vettern, so Ime haben geholffen die 5 armen Weiber zu Richten. Von Anfang als 16. Juni bis 10. Juli verzehrt worden 110 48
Bemelter Meister Christof Besoldung 24 Tag 48 --
Von Biebrach herein 3 Tag und Wieder hinaus 3 Tag 12 --
Item von Solichen 5 Personen zu Richten, von Jeder 10 fl. 50 --
Von den 5 Personen auf die Richtstatt hinaus zu füren 8 --
Für die Zerung von Haus und wieder Haimb 14 --
Seinem Glayds-Botten von Biberach seinen verdienten Lidlon 3 28
Die Summa aller Ausgaben für die 8 Weiber, darunter 5 verbrennt worden, macht 508 13
Angesichts dieser höchst respektabeln Inquisitionskostenrechnung kann man sich eines entsetzlichen, ja schauderhaften Gedankens nicht erwehren: es möchten alle diese Opfer nicht allein durch den herrschenden Wahn einer irregeleiteten Bevölkerung, sondern vielleicht auch durch die Habsucht und den Eigennutz der Gerichtspersonen zu Tode gerichtet worden sein. Der Vogt sowohl, als das ganze eigentliche Gerichtspersonal war nämlich nur kärglich besoldet, die Geschworenen und Geistlichen waren gar nicht besoldet; alles genoß aber über die Dauer eines solchen Prozesses freie Zehrung, von welchem Rechte dann auch, wie man sieht, kein spärlicher Gebrauch gemacht wurde. Die eigentlichen Emolumente dieser Personen begannen somit erst mit dem Zeitpunkte des Beginns der Hexenprozesse, wonach es erklärlich ist, daß es im Interesse der Gerichtspersonen lag, so viele Hexenprozesse als möglich zu Stande zu bringen. So konnte es kommen, daß solche Hexenprozesse, deren im 16. und 17. Jahrhunderte eine bedeutende Anzahl zu Bludenz geführt wurde, den größten Theil der Einnahmen aus der Herrschaft verschlangen, ja daß die Gerichtskosten in einzelnen Jahren so groß waren, daß der Landesfürst dem Vogte /noch eine Summe schuldig wurde/. --
Zum Schlusse noch ein beherzigenswerthes Wort: Die Zeit der Hexenprozesse im wahren Sinne des Worts ist nun längst dahin, und wird wol, so Gott will, nie wiederkehren. Der Hexenglaube selbst, die Wurzel der Hexenprocedur, ist aber noch keineswegs ausgestorben, -- davon wissen die Gerichte zu erzählen. Wenn aber ein Uebel mit der Wurzel ausgerottet werden soll, so gilt es vor allem, diesem Hexenglauben nachdrücklichst auf den Leib zu gehen. Dies geschieht wohl am besten und wirksamsten schon in der Schule, wie dies schon Ende des vorigen und zu Anfang dieses Jahrhunderts von aufgeklärter geistlicher Seite richtig erfaßt worden ist. In dieser Zeit, wo unter dem fortwährenden Kriegsgetümmel der Glaube an Hexen und Gespenster noch stark im Schwang war, erschien mit Bewilligung der hohen geistlichen Obrigkeit als Gegengift ein längst vergessenes und vergriffenes Schriftchen aus geistlicher Feder: „Hexen- und Gespenstergeschichten, ein geschriebenes Lesebuch zunächst für die deutschen Schulen, dann auch für alle große und alte Kinder in der Stadt und auf dem Lande“ (Meersburg u. Rottweil in der Herder’schen Buchhandlung, 1806); und der hohe geistliche Würdenträger, welcher es mit folgenden Worten: „Möge dieses treffliche Büchlein unter dem christlichen Volke dieses Bisthums recht viele Leser finden und von Seelsorgern und Schullehrern nach der edlen Absicht des Verfassers benutzt werden, dann wird das Reich der Hexen und Gespenster allmählich zerfallen, sie werden aufhören die Phantasie zu verfinstern und die Herzen zu beunruhigen“ einleitete und befürwortete, aber auch sonst, wie in Konferenzrezessen (zu vgl. Mittheilungen über die Verwaltung der Seelsorge etc. 1. Bd. Augsburg bei Schlosser, 1838) gegen den Volksaberglauben als den „fruchtbaren Vater der Unsittlichkeit und menschlichen Elends“ zu Felde zog, war kein anderer, als der edle /Wessenberg/. Ein anderer, nicht minder edler Mann, der unvergeßliche Jugendschriftsteller Christoph Schmid, ließ ebenfalls in seinen Schriften keine Gelegenheit vorübergehen, den unseligen Hexenglauben zu bekämpfen.
* * * * *
/Anmerkung./ Der damalige Scharfrichter von Biberach, einer von Bludenz ca. 24 Wegstunden entfernten schwäbischen Reichsstadt muß ein besonders geschickter Mann gewesen sein. In dem a. 1596 in Eßlingen anhängig gewesenen Hexenprozesse gegen Walburga Hoppenhaus ließ man ihn ebenfalls als einen in Hexensachen besonders gut erfahrenen Mann kommen. Er untersuchte die Hoppenhaus, ob sie keine verdächtigen Zeichen an sich habe; er sagte u. A., wenn man ein solches Zeichen (Muttermal) finde, dürfe man nur hineinstechen; empfinde dann das Weib keine Schmerzen, so sei sie eine Hexe. Er sprach ihr auch vielfältig zu, die Wahrheit zu gestehen, da sie ja doch überwiesen sei. Zuletzt erklärte er aber bei seiner Seele Seligkeit, sie seie keine Unholdin, worauf er mit einem Lohne von 30 Goldgulden und von 2 fl. für seine Gattin abzog und die vermeintliche Hexe freigelassen wurde. -- Die lange Anwesenheit des Meisters von Biberach hatte darin ihren Grund, daß der Scharfrichter, Nachrichter, auch der Foltermeister war, und eine grausame Ironie des Schicksals fügte es, daß dieselbe Hand, die den armen Gefangenen mit den Qualen der Tortur folterte, sich ihm auch heilend nahen sollte; der Scharfrichter war zugleich -- der Arzt der Gemarterten. Nach überstandener Tortur „ränkte und schmierte“ er die Glieder wieder ein, salbte und verband seine Opfer. --
/Ulm./ /Beck./
FUSSNOTEN:
[458: Aussage. Schmeller I, 869.]
[459: gefänglich eingezogen.]
[460: wiederholt, oft.]
[461: gereuet.]
[462: vergangen.]
[463: Mulde.]
[464: Reif, Frost.]
[465: Bergespitze.]
[466: gezwungen.]
[467: Frühlingsbergweide.]
[468: auf der Schattenseite, gegen Norden. Schm. II, 482.]
[469: außer.]
[470: wol „zue mügen“, beikommen mögen.]
[471: Asche]
[472: Rechnung.]
[473: fah- und fänglich (v. fahen = fangen), alliterierende Formel.]
[474: zu eßen geben, füttern.]
[475: hingerichteten.]
[476: Richtplatz. Schm. II, 883.]
Eine Christbescherung im Jahre 1619.
/Verzeichnus des Kindleinbescherns./
Erstlich den /Christoff/[477] ein goltgulten[478] vnd ein halben gultten groschen vnd ein neies gleidt von hollendischen dammascket;[479] mehr ein bar schuch vnd ein halb dutzet fatzennedtlein[480], ein waxstock, leckichla[481] ein 1/2 dutzet, ein [Symbol: Pfund] kesten,[482] ein dutzet bendlein in kragen, ein bar handtschuch.
Anna Sabina[483]
ein vngeweßertn schamlotten[484] rock -- hab ich für ein stück schamlott geben 13 fl. -- vnd ein dopeltaffet schurtzfleck vnd ein daffetes bristlein[485]; mehr ein spar drihlein[486] vmb 30 kr. vnd schwartz attlese zepf vnd 2 kupferne dortnschertla[487] vnd ein waxstock.
Wolff[488].
Ein bomesines[489] kleidt vnd 4 Elen zennle[490] hoßen bender, ein bar schuch vnd ein halb dutzet nestel[491] vnd ein halb dutzed fatzennedlein, ein schlangen in ein bixla vnd ein Campasten[492] wie ein hirsch, ein waxstöck, ein meßer.
Matties[493].
Eein bomessines klaidt vnd 3-1/2 Eelen zendeltorde hosenbender, ein bar schuch, ein halb duttzet nestel vnd ein halb dutzed fatzennedlein, ein schlangen in ein bixla, ein waxstöckla, ein schreibzeig, ein lauten Compasten, bapir, rodte dincken[494] ein pfeiffen.
Johannes[495].
Ein bomesines klaidt vnd 3 Eelen zehnlene hoßenbender], ein bar schuch, ein sailfarer[496] vmb 6 kr., ein halb dutzet fatzennedlein vnd (ein) halb dutzet nestel, ein waxstock, bapir, meßer, pfeiffen.
Werbelein[497].
Ein rock von fürtrott[498] vnd ein bristla vnd fleck[499] von ein geichelten[500] zeich; ein bar meßerlein vmb 1 fl., stiffel vnd bandtofl, ein große docken, wigen sampt aler zugehöring vnd ein hennßla buben[501] in einer schauben -- in allen für den henßla] zalt 1 fl. 30 kr. -- schreibzeig, lienial, ein einmalleins, psaltter, ein bettbuch, -- ein spinradt, ein kuchen schisel, heffen, grichla,[502] schaln, kupfern flasch, scheffla, 3 beckla, waxstöckla, silberne löffel.
Marie Saleme[503]
Ein rock von fürtrott vnd bristla, fleck von ein geichelten zeich, ein docken, ein Cattechismius, grifel, waxstock, ein wegnla,[504] ein schachtel, ein schwartze berlene ketten, stiffel.
Anna Maria[505].
Ein bristla, fleck, ein armkörbla, ein geigen, daffel, henßla buben, stiffelein, zucker.
Catterina[506].
Ein docken, ein armkörbla, ein schönes sparthrülein, ein rock vnd bristla vnd fleckla, schloderlein[507].
/Verzeichnus des kindlein beschernens/ (_so_).
Item der köchin 3 fl. vnd ein görttel, da für geben 14 batzen Ittem ein schechtelein zum gelt 6 kr. mehr für faden, weck, leckichla, nis (Nüsse) vnd anders 15 kr.
Suma 4 fl. 17 kr.
Der kendtsmagt 3 fl. vnd für 3 elen duch 1 fl. für ein schachtel zum gelt 6 kr. mehr für faden, weck, leckichlein, nis 15 kr.
Suma 4 fl. 21 kr.
Der Elisaweht 3 fl. vnd ein gemahlte strickschachtel 30 kr. vnd ein vbersilberter gortel 14 batzen mehr für faden, weck, leckichla, nis vnd anders 14 kr.
Suma 4 fl. 40 kr.
Der knecht 3 fl. vnd ein bar handschuch 12 batzn vnd für ein thrülein zum gelt 9 kr. mehr für lecküchlein, weck, nis vnd andere laperey[508] 15 kr.
Suma 4 fl. 12 kr.
Den petter ein spanischen kragen 2 fl. ein hartuch, 6 fatzennehtla, achelein[509] an kregen 1 fl. ein schreib zeig 30 fl.[510].
Vorstehende Aufzeichnung ist einer Papierhandschrift des 16. und 17. Jahrhunderts in der Bibliothek des germanischen Museums (Nr. 20,805) entnommen. Dieses Buch (in altem Einband von gelbem Schweinsleder und drei braunledernen Riemen, deren mittlerer mit einer Schnalle zum Verschließen versehen) umfaßte ursprünglich 224 gezählte Blätter in Quart, von denen jetzt nur noch 134 erhalten sind. Es befand sich in den Händen des Dr. med. Hieronymus Münzer zu Nürnberg († 27. Aug. 1508; s. Will, Gelehrten-Lexikon II, 688), der es meist dazu benützte, seine Geldgeschäfte darein einzutragen. Blatt 1 r. findet sich ein Register über diese Aufzeichnungen, welche sich nur noch auf 41 Seiten erstrecken. Auf Bl. 111 f. berichtet er über sich und seinen Bruder (s. den folgenden Artikel), sowie Bl. 87 über seinen Schwiegersohn Hieron. Holzschuher (s. Biedermann, Tab. CLXXIII) und Bl. 124 r. über eine außereheliche Tochter, die er mit der Amme seiner Enkel gezeugt haben sollte; (s. d. folg. Art.)
Später kam dieses Buch in den Besitz der Wittwe des Christoph Löffelholz von Colberg († 20. Jan. 1619), welche es vom Jahre 1619 bis zu ihrem Tode (1621) zum Eintrag ihrer Einnahmen (Blatt 83v.-85) wie auch verschiedener haus- und landwirthschaftlicher Ausgaben (Bl. 13r.-22r.) und des oben abgedruckten Verzeichnisses von Christgeschenken für ihre 9 Kinder (s. Biedermanns Tab. CCCXXXB u. CCCXXXIA) und 5 Dienstboten (Bl. 130f.) benutzte. Sie hatte dasselbe wol von ihrer Mutter, Magdalena Harsdorfer, geb. Holzschuher, einer Enkelin des genannten Hieron. Holzschuher, ererbt. Weitere Einträge, die letzten, sind um das Jahr 1624 gemacht, und zwar: Blatt 26v. ff. „Memoriale der Begrebnus des Parfuser Closters zue Nürnberg“, -- eine Abschrift des alten Todtenkalenders, den Oetter in seiner histor. Bibliothek II, 35-62 hat abdrucken laßen, der aber hier ausführlicher, theilweise mit beigefügten Wappen und mit Ergänzungen aus einer anderen Abschrift (Bl. 48 u. 60), wie auch mit alphabetischem Register (Bl. 48v.) gegeben ist; Bl. 49 und 50: „Genealogia der Herrn Im Hoff zu Nürenberg. Anno 1624“, (leider nicht fortgesetzt); Bl. 58: „Auß dem Tucher Buch“, (nur wenige Zeilen über die Imhof); Bl. 113v. f. „Extract aus der Haller stambuch. Anno 1625.“
/Nürnberg./ /Dr. Frommann./
FUSSNOTEN:
[477: Christoph Löffelholz war geboren 12. Decbr. 1601, also damals 18 Jahre alt.]
[478: Der /Goldgulden/ galt im Jahre 1620: 2 fl. 30 kr., der Silbergulden, auch Reichsgulden, /Guldengroschen/ und Guldenthaler genannt: 2 fl. Schmeller, bayr. Wbch. I, 899 f.]
[479: Damast, ital. damasco, geblümtes Seidenzeug aus Damascus.]
[480: Fazinett, Fazilett (v. ital. fazzoletto), Taschentuch; vgl. Anzeiger 1879, Sp. 315, 9.]
[481: /Leckkuchen/, umgebildet aus Lebkuchen (mittelhochd. lebekuoche, v. mittellat. libum), auch Lebzelten. Schm. I, 1409.]
[482: Ein Pfund Kastanien, (mhd. kestine, kestene, aus lat. castanea, von der Stadt Castana).]
[483: Sie war geboren 24. Juli 1603]
[484: Schamlot, franz. camelot, chamelot, ein Kleiderstoff, ursprünglich aus Kameelharen gefertigt, jetzt meist halbwollen. Grimm, Wbch. V, 96.]
[485: /Brüstlein/, weibliche Brustbekleidung, Mieder, Leibchen.]
[486: /Spartrühlein/, Sparkästchen, Sparschachtel; zu Truhe, vgl. Anzeiger 1879, Sp. 314, 1.]
[487: /Schart/, m., kupferner Tiegel, um Torten, Pasteten, Gugelhopfen etc. darin zu backen. Schm. II, 470.]
[488: Er war geboren 1605.]
[489: /bomesinen/, aus Bombasin, einem baumwollen-seidenen Zeug (mittellat. bombacinus, von bombax, Baumwolle) gefertigt.]
[490: /zennlen/, Adj., aus zendelen (zendâlîn) assimiliert, von Zendal, Zindal, auch Zendat, eine geringe Sorte Tafft (mittellat. cendalum, cindalum, v. griech. σίνδων), Zindel. Zu /Zendeltort/ vergl. Schm. II, 1133. --]
[491: Schnürriemen.]
[492: /Compost/, ital. composto (Zusammensetzung, Mischung, hier Teigmasse), Backwerk.]
[493: Er war geb. 1607.]
[494: Dinte (ahd. tinctâ, aus lat. tinctus).]
[495: Er war geb. 1608.]
[496: Seilläufer, Seiltänzer.]
[497: Barbara, Bärbelein, geb. 4. Jan. 1612. Schon im 14. Jahrh. begegnet in bayrischen Urkunden etc. b im Anlaut für w, wie noch in neuhochd. Aussprache im Inlaut; es verschwindet allmählich im 17. u. 18. Jahrh. bis auf einzelne Nachklänge, so noch heute: Wawl für Barbara, Wastl für Sebastian u. a. m.]
[498: /Fürdrat/, Vordrat, richtiger auch Fürgrat, aus Viergrad umgebildet, eine Art Zeuges zu Kleidern etc. Schm. I, 745. 844. 985. Grimm. Wbch. IV, I, 737.]
[499: Schürze, Schurz.]
[500: /geäugelt/, auch /äuglet/, mit kleinen rundlichen Flecken, Tupfen gezeichnet. Grimm, Wbch. IV, I, 1032.]
[501: Hanselbube, auch Hansel, Hänslein, männliche Puppe.]
[502: Krüglein.]
[503: Maria Salome, geb. 1614.]
[504: Wägenlein, Wägelein.]
[505: Sie war geb. 23. Juli 1616.]
[506: Katharina war geboren 1618.]
[507: blechene Kinderklapper.]
[508: unbedeutende Dinge, Kleinigkeiten, Lappalien.]
[509: wol Diminutiv von Eichel (nürnb. Achl), kleine Eicheln als Knöpfe.]
[510: Offenbar ist hier fl. ein Schreibfehler für kr. -- Dieses Verzeichniß bricht mit dem Ende der Seite ab u. ist wol später fortzusetzen vergessen worden, da der Betrag des Geschenkes für Peter noch zu gering u. auch die Summa nicht gezogen ist; wenigstens fehlt die „Lapperei.“]
Dr. Hieronymus Münzer.
Ueber das Leben des durch seine werthvolle Reisebeschreibung[511] bekannt gewordenen Nürnberger Arztes Hieronymus Münzer hat Professor Dr. Friedr. Kunstmann in der einleitenden Erklärung zu dem aus derselben veröffentlichten „Bericht über die Entdeckung der Guinea“[512] manche zerstreute Notizen gesammelt. Einen nicht unbedeutenden Beitrag enthält auch die in dem vorstehenden Artikel genauer bezeichnete Handschrift, in welcher Dr. Hieron. Münzer selbst folgende Mittheilung über sich und seinen Bruder Ludwig eingetragen hat, aus welcher zunächst auch die Richtigkeit des von Schedel überlieferten Todesjahres des Münzer (1508) bestätigt wird, gegenüber der Angabe Will’s, der in seinem Gelehrten-Lexicon II, 688 das Jahr 1506 verzeichnete.
Bl. 111v. „1507 uff 26 september. Ludwig Müntzer min bruͦder vnd Ich doctor Jeronimus Müntzer habend von juged auff vnß in vnser armuͦt pey 46 jaren gehalten. Vnser paider richtum was 4 schwertgroschen ist 24 ₰[513]. Do gab ich (_ihm_) 3 vnd behilt ich 6 ₰. Nachfolget ward ich mit hilff frumer lewt magister arcium. Do erobret ich in 4 jaren pey 400 gulden mit meiner arbat (_so_) zu lipzig. Dor von lech (_lieh_) ich meinem schwager Hans Muntziger fl. 150 vnd meinem bruͦder 150. Do mit huͦb mein pruͦder an zu handeln. Dor nach ward ich doctor in medicina zu pafia. vnd kam gen Nurenberg. Do ging es mir glücklich vnd gewan das erst jar pey 500 fl. In dem kam mein pruder gen lipzig do nam er ain weib. die starb jm jm ersten jar an ainem kind. Dornach kam er von aller seiner hab in schneberg. In dem ging es mir wol zu Nurenberg. Do kam er zu mir gen Nurenberg. Do halff ich jm vnd bürget für jn vmb messing trat wachs vnd anders vnnd richt (_richtete_) jm seinen handel hie allen vß 7 jar vnd lisß jm alle gewinnung. Dor nach legt ich min gelt zu jm. vnd hand gehandelt mit ain ander 24 jar (_Bl 112 r._) vnd ist zu solchem richtum kumen das er vnsren (_handel_) alain mag füren. vnd hot mich vsß der geselschafft kofft vnd gibt mir 13793[514] gulden. Dor vmb lausß ich jm den handel alain alle parschafft: schuld vnd guͤter die dan vil neher angeschlagen sind (als) si vnß kosten. Mer lausß ich jm nach den drittentail der gewinnung so mir uff 2 monet gebürt. Also hoth er nun paid gewinnung vnd hoth mich also herusß kofft. Das hab ich guͤticlich angenomen do mit ich ruͦ hab. vnd er jn seiner zwifachen gewinnung pasß gesetiget wird. got gaͤb das es jm wol gee.“
Darauf folgt, unter einem durchlaufenden Strich, die Bemerkung:
„Item so ich herusß kofft pin so hoth er mir geben 6000 fl. vnd den übrigen rest, ist 7793, sol er mir geben vor johannis baptiste im 1508 jar.“
Darunter steht weiter von der Hand Hieronymus Holzschuhers, des Schwiegersohnes und Erben des inzwischen (am 27. Aug. 1508) verstorbenen Hieronymus Münzer:
„1508. Mer hab ich Jeronimus Holtzschuer Empfangen von meinem Swager Ludbig Mintzer adj 29. Augusti an der oberen schuld 50 fl. fünferli, 18 fl. schreckenperger, 80 fl. golt 150 fl.“
Ueber diesen seinen Schwiegersohn bemerkt Münzer auf Bl. 87 r. seines Hausbuches:
„Adj primo Julii jm 1506 Jeronimus Holschuher.
Adj superscripto hab ich mit Jeronimo Holschucher mein rechnung gethon wy hernach stet:
Zum Ersten hab ich jm mein tochter dorothea geben zu ainem eelichen gemahel do mit er hochzit hot gehapt uff 4. Julii jm 1499 jar vnd klait si jm erlich. vnd hilt magnificas nupcias. vnd kostend mich omnes expense nupicales: in vestibus: comissationibus et omnibus aliis pey 600 sechs hundert gulden.
Mer legt jch jm von stund an in dotem fl. 800 in die geselschafft. vnd finito anno legt ich jm noch 1200 in subsidium. thut zwaitusig gulden. Vsß disen 2000 fl. sind worden in 8 jaren de lucro 3000 fl. Also das gewin vnd hopgut (_Hauptgut, Capital_) ist 5000 fl. Dor von hab ich jm geben so er jerlich herusß genomen hat uff 7 oder 8 post fl. 1500. dar von er etlich ewig gelt vnd zins vnd ander sein noturfft erkofft hoth. Mer hab ich jm geben 20 gulden wärung jerlicher gelt. hab ich erkofft von seinem bruder lasarus holscher (_so!_) pro fl. 500 do hab ich die briff dorvber geben. Also hoth er noch pey mir uff dise stvnd dri tusig gulden jn der geselschafft. des hab ich jm min handschrifft geben. Mer hab ich jn mit wib vnd kind viij jar jn freyer kost vnd herberg jn meinem huß gehalten kost mich och pey tusig fl. 1000.
(_Bl. 87 v._) „Nec poenitet me sibi tantum fecisse. quia bonus est: et fidelis et gubernauit filiam meam in bonis condicionibus et pulcros filios ex ea genuit quinque quorum tres aduc sunt superstites: hieronimus. lodouicus et wolffgangus: Deus protelet eis et nobis omnibus stamina vite: ita ut in amore dei et caritate proximi et sibi ipsis: deo hominibus viuant.“
Auf Bl. 124 r. steht, ebenfalls von Münzer’s Hand, folgende Mittheilung:
1507. Adj primo maij.
Adj suprascripto conduxi filiam nomine margaretham. quam mihi margaretha nutrix nepotum meorum jurejurando in filiam dedit: quamuis non credo. et conduxi illam filiam ad opidum zenn (_Langenzenn_), ad vnam rusticam nomine (_Lücke!_) et do ei per annum libras 44. Nomen rustici haintz haͤfner pey dem winshaimer thor: jn zenn.
Adj 22 september. dedi ei [Symbol: Pfund] 22. quia conduxi ipsum per annum pro [Symbol: Pfund] 44. et sic solutus est pro primo medio anno.
1508 Adj 22 februarii dedi ei iterum pro uno quartale anni [Symbol: Pfund] 11.
Adj primo gab ich jm [Symbol: Pfund] 11. vnd hab es jm wider gelossen dis künftig jar pro [Symbol: Pfund] 44 vnd ist also das erst jar zalt [Symbol: Pfund] 44.“
/Nürnberg./ /Dr. Frommann./
FUSSNOTEN:
[511: „Itinerarium sive peregrinatio excellentissimi viri artium ac utriusque medicinae Doctoris Hieronimi Monetarii de Feltkirchen civis Nurembergensis“. Codex lat. 431 der Münchener Hof- und Staatsbibliothek.]
[512: Abhandlungen der historischen Classe der k. bayer. Akademie der Wissensch., Bnd. VII, 1. Abth. (1853), S. 289-362. Vergl. auch das „Archiv des histor. Vereines für Unterfranken und Aschaffenburg,“ XIV. Bnd., 3. Heft, 215-226.]
[513: Anno 1510-1513 galt der Schwertgroschen 9 Pf. schwarzer Münze. Schmeller I, 1014.]
[514: Es stand zuerst 14000 gulden, welche Summe gestrichen und am Rande auf 13793 gemindert ist.]
Florian Stoß.[515]
1. Magister Michael Arnold, Prediger in Görlitz, hat etliche silberne Sache, im Gewicht von 4 Mark 1 Loth, und edle Steine Meister /Florian dem Goldschmiede/ übergeben, der davon ein Pacificale machen soll und alles auf 33 Mark veranschlagt. Sein Schwager Nicolaus Neumann leistet Bürgschaft für rechtzeitige Ablieferung der Bestellung. 1515, vigilia Philippi et Jacobi (30. April). (Görlitzer Rathsarchiv: liber actorum von 1511-21, fol. 117 b.)
2. Der Görlitzer Rath verwendet sich 1520 vig. ascens. dni. (16. Mai) für denselben Künstler bei dem obersten Hofrichter des Königreichs Böhmen, Herrn Peter Berka von der Daube (Duba) auf Leipa, wegen einer Summe von 4 Floren 8 Groschen, die er dem Juden Simon schuldig sein sollte. Dieser hätte dem Goldschmiede Barren (Orig. borren) für „Venedisch Gut“ verkauft, es befände sich aber nicht also. (Nach dem Concept im liber missivarum von 1520.[516]
Die Identität des Meisters Florian mit dem Sohne des Veit Stoß unterliegt kaum einem Zweifel, zumal auch sonst kein Goldschmied dieses Namens in Görlitz vorkommt.[517]
/Bunzlau./ Dr. /Ewald Wernicke./
FUSSNOTEN:
[515: Vergleiche Anzeiger 1879, Nr. 7, Sp. 204.]
[516: Auch der Bildhauer Hans Olmützer von Görlitz war 1498 beim Hofgericht vom Juden Mandel wegen einer Schuld verklagt worden; cf. Anzeiger 1876, Sp. 168.]
[517: Die in der Kundschaft des Meisters H. Kelner ausgelassenen Worte (Sp. 110) heißen: briues tzeyger (Vorzeiger des Briefes).]
Zur Geschichte der Hausmarken[518]
Der Magistrat von Görlitz veröffentlicht die Aussage von Rathsfreunden, daß sie eine Tonne Heringe, mit diesen /Gemerken/ [3 Symbole] bezeichnet, welche Hans Stuel von Kottwitz verkauft hätte, besichtigt und „darinnen böse, untüchtig Gut, damit ein Kaufmann den andern nicht gewähren kann,“ befunden. Darauf ist der Inhalt dem Nachrichter zur Beseitigung übergeben worden. 1528, Sonnabend nach Circumcisionis (4. Januar). (Lib. missiv. s. v. Heringe gebracht.)
/Bunzlau./ Dr. /Ewald Wernicke./
FUSSNOTE:
[518: Vergleiche Anzeiger 1879, Nr. 7, Sp. 204.]
Sprüche auf alten Trinkgläsern und Flaschen.
Wer dieses Glas Zerbricht darff Es Bezahlen nicht Nur ein anders wie daß außgesehen Sohl zur Straff an Seiner Stelle stehen.
Wer aus mir tr[in]ckt Zu ite (_jeder_) Zeyt den gesegne die heiliche Drei faltigkeit.
/Stockerau/ in Niederösterreich. /C. M. Blaas./
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K. Frommann./
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1879. Nº 12. December.
Chronik des germanischen Museums.
/Nürnberg/, den 15. December 1879.
Der Jahresschluß brachte uns, wie fast alljährlich, wieder eine beträchtliche Zahl von Anmeldungen neuer Jahresbeiträge aus allen deutschen Gauen, so daß die Lücken sich wieder schließen, welche jeweils im Laufe des Jahres durch Tod und ungünstige Schicksale in der Reihe der Beitragenden entstehen. Wir haben dafür besonders dem Eifer der Herren Pfleger zu danken, welche uns Jahr für Jahr mit größter Bereitwilligkeit in der Aufgabe unterstützen, das Interesse für die Anstalt und die thätige Theilnahme an derselben stets aufs neue anzuregen. Nicht immer ist diese Aufgabe eine leichte, und noch oft haben wir zu sorgen, wo jene großen Summen herkommen sollen, die zur Erhaltung und Fortbildung der Anstalt nöthig sind. Wenn wir stets das Jahr mit frohen Hoffnungen beginnen und mit Ausdauer im Laufe desselben für die Beschaffung der Geldmittel thätig sind, so können wir diese Hoffnung und die Ausdauer doch nur aus der Thatsache schöpfen, daß stets aufs neue sich Freunde für die nationale Anstalt finden, welche bereit sind, nach Kräften für dieselbe Opfer zu bringen, aus dem Bewußtsein, daß die Verwaltung ihre festen Stützen in der Bereitwilligkeit der Pfleger findet, allenthalben auch neue Freunde aufzusuchen. Deshalb sei auch den Pflegern am Schlusse des Jahres auf das wärmste gedankt!
Gedankt sei aber auch allen alten wohlwollenden Gönnern für die Ausdauer in Unterstützung der Anstalt, gedankt allen neu gewonnenen Freunden für ihren Hinzutritt zu den Kreisen der Förderer! Auch jenen sei Dank dargebracht, die durch einmalige Gaben uns Hülfe leisten!
Außer der Zahl jener Gaben, die das untenstehende Verzeichniß aufführt, dürfen wir noch die wohlwollende Unterstützung nennen, welche die Herren Gebrüder Forster, Fabrikbesitzer in Augsburg (Firma: Schöppler u. Hartmann) uns gewährt haben, indem dieselben auf Rückzahlung der Summe von 500 fl. für eine verlooste Obligation unseres Bauanlehens verzichteten und die Hälfte der Kasse des Museums, die Hälfte dem Handelsmuseum zuwiesen.
Auch die Zahl der sonstigen Theilnehmer an dieser Filiale unseres nationalen Museums hat im abgelaufenen Monat wieder zugenommen, und zwar haben Antheilscheine für dasselbe gezeichnet: die Handelskammer in Hamburg 6, die kgl. Centralstelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart 1, sodann die Herren: J. und S. Goldschmidt in Frankfurt a. M. 1, Stephan Funk, Kaufmann, Chr. Reich, Fabrikbesitzer und L. Schlenk, Gasthofbesitzer, sämmtlich in Nürnberg, je 1; Gebrüder Bürglen in Ulm 2; J. Henner-Scherer, Gebrüder Kindervatter, Thomas Kölle (Inhaber Carl Kueff) und Gebrüder Schultes, sämmtlich in Ulm, je 1. Von einer größeren Anzahl von Zeichnern aus Bremen sind uns die Namen noch nicht gemeldet. Freundliche Geschenke für das Handelsmuseum danken wir Herrn H. Jungk in Bremen, der uns 37 Silber- und Kupfermünzen, eine Anzahl interessanter Broschüren und Flugblätter hat zugehen lassen, sowie den Herren Gebr. Kindervatter in Ulm, welche uns gleichfalls mehrere Münzen, einige Korrespondenzen ihres Hauses aus dem vorigen Jahrhundert und, unter Eigenthumsvorbehalt, das Bestallungsdiplom eines Geschäftsinhabers als kais. österreich. Consul in Ulm freundlichst haben zugehen lassen.
Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:
Von =~Privaten~=: =Ansbach.= Fürst, Oberstlieutenant, 3 m.; Ottmar Keyl, Amtsrichter, 3 m.; Müller, Rentbeamter, 3 m.; Fritz Rodenfelder, Bankkassier, 3 m.; Konrad Zinn, Rechtsrath, 2 m. =Augsburg.= Eugen Bub, Privatier, 2 m.; Jos. Grotz, Feinbäcker, 2 m.; Otto Hammerer, Kaufmann, 3 m.; Karl Schöner, Kaufmann, 2 m. =Berlin.= Dr. Freiherr von Canstein, Oekonomierath, 3 m.; Jean Kohlweck, Kaufmann, 3 m.; Joseph Kohlweck, Kaufmann, 3 m.; Hans Alfred von Kretschmar, Hauptmann, 10 m.; August Schindler, Hofbäcker, 6 m.; Wilhelm Schindler, Gen.-Direktor, 6 m.; Hans von Westernhagen, Lieutenant im 3. Garde-Reg. z. F., 3 m.; Georg Winckelmann, Buchhändler, 3 m.; Joseph Zukierelli, Kaufmann, 1 m. =Dillenburg.= Dr. Borrasch, Seminarlehrer, 1 m.; Heintz, Seminarlehrer, 1 m.; Löwer, Seminarlehrer, 1 m.; Nehm, Geometer, 1 m.; J. Schramm, Gerbereibesitzer, 2 m. =Dresden.= Libbertz, Direktor, 5 m. =Frankfurt a. M.= Ferdinand Günther 5 m.; Anton Horkheimer 5 m.; Karl Anton Milani 5 m.; L. Ricard-Abenheimer 10 m. =Görlitz.= v. Keszycki, k. preuß. Kammerherr, 10 m. =Grafengehaig.= Gebrüder Müller, Fabrikanten, 2 m. =Gratz.= Dr. von Zwiedinek-Südenhorst, Professor, (statt früher 2 m.) 20 m. =Heilbronn a. N.= Warth, Professor, 2 m. =Hersbruck.= Winkler, Gastwirth, 1 m. =Isny.= Dr. Karl Ehrle 2 m.; Wilhelm Mangold, Bräumeister, 2 m.; Seidel, Domänendirektor, 3 m.; Adolph Steger, Kaplan, 2 m.; Reinhold Thomann, Kaufmann, 2 m. =Leipzig.= Dr. C. Evers, Pastor, 3 m.; Freiherr von Seckendorff-Gudent, kgl. Reg.-Rath, 3 m.; Freiherr von Seckendorff-Rhinhofen, Reichsanwalt, 3 m. =Leitmeritz.= Dr. Philipp Watznauer, Oberrealschulprofessor, 2 m. =Lübeck.= Dr. Adalbert von Bippen, Rechtsanwalt, 3 m. =Marktbreit.= Rudolf Koch, Pfarrer, 2 m. =Mediasch.= Heinrich Karl, Gymnasiallehrer, 2 m. =Neuburg a. D.= Georg Schwarz, Bautechniker, 1 m. =Nürnberg.= Eduard Maier, k. Postoffizial, 5 m.; Jakob Rotermundt, Bildhauer, 3 m. =Oppeln.= Dr. Grabow, kgl. Kreisschulinspektor, 3 m.; Schmula, Kreisgerichtsrath, (statt früher 2 m.) 3 m. =Potsdam.= von Herwarth-Bittenfeld, Oberstlieutenant, 3 m.; Gottgetreu, Ober-Hofbaurath, 3 m.; Lange, Stadtrath, 3 m.; Langhoff, Direktor, 3 m.; Persius, Prediger, 3 m.; Pusch, Buchhändler, 2 m.; Snethlage, Steuerinspektor, 10 m.; Wellmann, Bauführer, 3 m. =Rochlitz.= Beyer, Oberlehrer, 1 m.; Carl, Bürgerschullehrer, 1 m.; Enzmaun, Oberlehrer, 1 m.; Dr. Francke, Oberlehrer, 1 m.; Graube, Rittmeister im k. sächs. 2. Ulanen Regiment, 3 m., Gulde, Rechtsanwalt und Stadtrath, 2 m.; Hedrich, Kaufmann und Stadtverordneten-Vorsteher, 2 m.; Joos, Direktor der Landwirthschaftsschule, 2 m.; Cand. rev. min. Klappenbach, Oberlehrer, 1 m.; Kretschmer, Schulrath., 2 m.; Küch, Fabrikant, 2 m.; Lätsch, Rentier, 2 m.; Dr. Mating-Sammler, Realschuldirektor, 5 m.; Putzger, Bürgerschuldirektor, 1 m.; Dr. Schnorr von Carolsfeld, Regierungsassessor, 3 m.; Dr. med. Schützenmeister, 3 m.; Uhle, Oberlehrer, 1 m. =Roth a. S.= Hans Heinrich, Rektor, 2 m. =Schorndorf.= Reinert, Kaufmann, 1 m. =Straubing.= K. Demschick, k. Gymnasialprofessor, 1 m.; Ducrue, kgl. Realschulrektor, 1 m.; Joseph Gerhaher, Bankier, 1 m.; Heckelmiller, Gymnasialassistent, 1 m.; P. Kothe, Gasfabrik-Verwalter, 1 m.; Jacob Leser,, Juwelier, 1 m.; J. Maßl, k. Seminarpräfekt, 1 m.; Mutzl, kgl. Seminarinspektor, 1 m. Carl Niedermayer, Kaufmann, 2 m.; Gg. Niedermayer jun., Kaufmann, 2 m.; Paur, k. Landgerichts-Präsident, 1 m.; Martin Primbs, Kaufmann, 1 m.; Wilhelm Schenk, Apotheker, 1 m.; Schlosser, kgl. Realschullehrer, 1 m.; Schneider, k. Rentbeamter, 1 m.; M. Schropp, Bankier, 1 m.; Schuller, k. Landgerichtsrath, 1 m.; Seethaler, k. Bankbuchhalter, 1 m.; Cl. Wagner, Gasthofbesitzer, 1 m.; Widmann, k. Rechtsanwalt, 1 m.; A. Wiedemann, kgl. Gymnasialprofessor, 1 m. =Weinsberg.= Fleischhauer, Oberamtmann, 2 m.; Hönes, Diakonus, 2 m.; Dr. Löwenstein, Amtsrichter, 2 m.; Lic. theol. Schmoller, Dekan, 2 m.; Seufferheld, Stadtschultheiß, 2 m. =Weisdorf.= Freiherr Wilhelm von Leuckardt 3 m. =Würzburg.= J. B. Dietz, Fabrikant, 3 m.; Dr. Oskar Diruf, Hofrath, 3 m.; Friedrich von König 3 m.; Dr. Kohler, Professor, 2 m.; Dr. Michel, Professor, 3 m.; Dr. von Rinecker, Professor, 2 m.; Dr. J. Schech 3 m.; Felix Vornberger, Bankier, 3 m.; Freiherr von Zu-Rhein 3 m.
Als /einmalige Beiträge/ wurden folgende gegeben:
Von =~Privaten~=: =Bärn= (Mähren). Hans Lichtblau, Freigutsbesitzer, 4 m. =Dillenburg.= Ebhardt, Landgerichsrath, 1 m.; Jäger, Grubenbesitzer, 1 m.; Westheide 3 m. =Leipzig.= Dr. Stobbe, Professor, 6 m. =Leitmeritz.= Ign. Peters, k. k. Gymnasialprofessor, 70 Pf. =Oschatz.= Flemming, Rechtsanwalt, 1 m.; Dr. med. Frommolt 1 m. Kopp, Sparkassenrendant, 1 m.; Pfitzer, Fabrikant, 1 m.; Schöncke, Superintendent, 1 m.; Seyfert, Oberamtsrichter, 1 m.; Thost, Kunstgärtner, 2 m. =Pfaffenhofen.= L. Lechner, Apotheker, 10 m. =Schässburg.= Gymnasiasten 5 m. 20 pf. =Schorndorf.= Ferdinand Gabler sen. 60 Pf.; H. Krämer, 1 m. =Soest.= E. Bettmann, Rentner, 3 m.; von Bockum-Dolffs, Landrath, 3 m.; Dörrenberg, Rathmann, 3 m., Fix, Seminardirektor, 3 m.; Fritsch, Geh-Rath, 3 m.; R. Göpner; Rektor, 3 m.; Josephson, Pfarrer, 3 m.; W. von Köppen 3 m.; Lentze, Justizrath, 3 m.; Rademacher, Gerichtsrath, 3 m.; Vorwerck, Oberlehrer, 3 m. =Wangen.= Wagner, Ingenieur, 3 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:
I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.
(Nr. 8207-8217.)
=Berlin.= /Frau M. Döring/, Hofschauspielerswittwe: Künstlerisch ausgestattete Adresse des kgl. Hof- und Nationaltheaters zu München an Th. Döring zu dessen 50jährigem Künstlerjubiläum. -- =Bremen.= /H. Iungk/, Kaufmann, silberne Medaille auf den Archivar Post. -- =Breslau.= Dr. /A. Schultz/, Professor: 27 Blätter Ansichten, Porträte etc. in Kupferstich, Lithographie etc. -- =Frankfurt a. M.= /Gebrüder Löwenstein/, Hoflieferanten: Kartenspiel vom Beginne des 19. Jahrhunderts. -- =Gotha.= /J. W. Lang/: 2 Frauenmützen vom Ende des vorigen Jahrhunderts aus Adelebsen in der Grafschaft Uslar-Gleichen. Brauthalstuch vom Jahre 1818. -- =Gratz.= Dr. /J. v. Zahn/, Professor: 4 Flugblätter. 16. u. 17. Jahrh. -- =Leimbach b. Salzungen.= /Schlothauer/, Lehrer: Einige Urnenscherben, ein Stückchen Eisen u. Bruchstück einer bronzenen Fibula. -- =Nürnberg.= /G. Benda/, Kaufmann: Hornkamm mit reichverziertem Schilde. 19. Jahrh. /Geuder/, Antiquar: 4 Blätter mit Holzschnitten aus Frischlin’s Hohenzoller. Hochzeit. /Frhr. v. Haller/, Architekt: 4 Kinderhäubchen u. 1 Paar Kinderschuhe. 18. Jahrhundert. Einige ausgeschnittene Seidenstickereien. 18.-19. Jahrh. -- =Salzungen.= /Gustav Lomler/, Oberlehrer: 3 Feuersteinwerkzeuge, gefunden bei Colberg unweit Heldburg; 583 Siegel, einige Stempel von amtlichen Papieren. /E. Romershausen/, Apotheker: Lampe zum Brennen von Gasäther. 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
II. Für die Bibliothek.
(Nr. 40,050-40,162.)
=Bautzen.= /Bautzener Alterthumsmuseum/: Dass., Mittheilungen etc.; I. Verzeichniß der Abtheilung „Geschichte“ 1879. 8. -- =Berlin.= /Paul Bette/, Verlagshdlg.: Bergau, Wentzel Jamnitzers Entwürfe zu Prachtgefäßen in Silber und Gold. Photolithograph. Nachbildungen 4. -- =Bregenz.= /Voralberger Museum-Verein/: Ders., Rechenschafts-Bericht etc. über den Ver.-Jahrg. 1878. 8. -- =Bremen.= /Dr. Herm. v. Eelking/: Ders., beschreibendes Verzeichniß der Alterthümer der kunstgewerblichen Weihnachts-Ausstellung in Bremen. 1876 u. 1877. 8. -- =Brünn.= /Moriz Trapp/, Custos des Franzen-Museums: Ders., das ehemalige Königshaus am großen Platze Brünn’s 4. Sonderabdr. Ders., Rosmarin-Cultur und Cultus. 1879. 8. Ders., Descendenz der Herren und Grafen v. Zierotin, Freiherren v. Lilgenau. 1879. 8. -- =Darmstadt.= /Ernst Wörner/, Rechtsanwalt: Tecklenburg, Uebersicht der geolog. Verhältnisse der Provinz Starkenburg. 1879. 8. -- =Dresden.= /Dr. C. F. v. Gerber/, k. sächs. Staatsminister, Exc.: Codex diplomaticus Saxoniae regiae; II. Haupttheil, 11. Bd.; Stübel, Urkundenbuch der Universität Leipzig von 1409 bis 1555. 1879. 4. -- =Düsseldorf.= /Dr. Schneider/, Professor: Ders., neue Beiträge zur alten Geschichte und Geographie der Rheinlande; 12. Folge: der römische Pfahlgraben von d. Wetter bis zum Main. 1879. 8. -- =Freiberg.= /Heinr. Gerlach/, Buchdruckereibesitzer: Freiberger Stadt-, Land- u. Bergkalender auf d. Jahr 1880. 4. -- =Freiburg i. Br.= /Herder/’sche Verlagshandlung: Real-Encyclopädie der christlichen Alterthümer, herausg. v. Kraus; 1. Lieferung. 1880. 8. -- =Geldern.= /Friedr. Nettesheim/: Ders., Geschichte der Schulen im alten Herzogthum Geldern; I. Liefg. 8. -- =Glarus.= /Histor. Verein des Kantons Glarus/: Ders., Jahrbuch etc.; 16. Heft. 1879. 8. -- =Göggingen= bei Augsburg. /Zwirnerei und Nähfaden-Fabrik/: Muster für Stickerei und Häckelarbeiten. 12. -- =Halle a. S.= /Jul. Fricke/, Buchhandlung: Wunder-Völcker, ein Beitrag zur Geschichte der Stadt Mücheln; I. II. 1877. 8. -- =Hamburg.= /Agentur des Rauhen Hauses/: Pol, Joh. Gg. Hamann, der Magus im Norden; I. II. Theil. 1874 u. 76. 8. Schröter, die hundertjährige Geschichte der Einzelhaft. 1877. 8. Sonderabdr. /Oeffentliche Stadtbibliothek/: Hamann, Mittheilungen aus dem Breviloquus Benthemianus, einem handschr. lat. Glossar d. 15. Jahrhdts. 4. Pr. Bintz, die volksthümlichen Leibesübungen des Mittelalters. 1879. 4. Pr. Groß, die Stickstoffgruppe der neueren Chemie. 1879. 4. Verhandlungen zwischen Senat und Bürgerschaft (Hamburg) im Jahre 1878. 1879. 4. -- =Harlem.= /Société hollandaise des sciences/: Dies., archives des sciences exactes et naturelles etc., Tome XIV, 1. 2. 1879. 8. -- =Hermannstadt.= /Verein für siebenbürg. Landeskunde/: Kirchliche Kunstdenkmäler aus Siebenbürgen; 2. Lfg. 1879. Imp. 2 und 4. -- =Innsbruck.= /Freih. Leopold v. Borch/: Ders., Geschichte d. kaiserl. Kanzler Konrad, Bischof von Hildesheim und von Würzburg. 4. -- =Kassel.= /A. Freyschmidt/, Hof- Buch- und Kunsthandlung: Groß, über den Hildebrandlied-Codex der Kasseler Landes-bibliothek. 1879. 8. Sonderabdr. -- =Köln.= /Du Mont-Schauberg/’sche Buchhandlung: Ennen, Quellen zur Geschichte der Stadt Köln; 4.-6. Band. 1870-79. 8. Ders., Führer durch die Stadt Köln; 2. Ausg. 1879. 9. Göcke, das Großherzogthum Berg, 1806-1813. 8. Hennes, der Kampf um das Erzstift Köln zur Zeit der Kurfürsten Gebhard Truchseß und Ernst von Baiern. 1878. 8. -- =Kopenhagen.= /K. dänische Gesellschaft der Wissenschaften/: Dies., oversigt over det k. danske Videnskabernes Selskabs Forhandlinger; 1857-1879, 1. 2. 8. Storm, Snorre Sturlassöns Historieskriving. 1873. 8. Allen, om Christiern IIs. saalkaldte geistlige Lov eller Loven for Landet. 1867. 4. Sonderabdr. Magnusen, om de gamle Skandinavers Inddeling af Dagens Tider. 1844. 4. Sonderabdr. Kolderup-Rosenvinge, nogle Bemärkninger om det hemmelige Skriftemaals Anvendelse i Norden. 1842. 4. Sonderabdr. Ders. Rigens Ret og Dele. 1848. 4. Sonderabdr. Rördam, Bemärkingen om den historiske Kritik. 1873. 4. Sonderabdr. Paludan-Müller, Studier til Danemarks Historie i det 13. Aarhundrede. 1.-4. Stykke. 1869. 4. Sonderabdr. Müller, det saalkaldte Hagekors’s Anvendelse og Betydning i Oldtiden 1877. 4. Sonderabdr. Ders., religiöse Symboler af Stierne-, Kors- og Cirkel-Form hos Oldtidens Kulturfolk. 1864. 4. Sonderabdr. Ders., puniske Gudebilleder. 1861. 4. Sonderabdr. Ders., Hermes-Stavens-Oprindelse. 1865. 4. Sonderabdr. Ders., Undersögelse af et gammelt persisk Symbol. 1865. 4. Sonderabr. -- =Leipzig.= /Breitkopf u. Härtel/, Verlagshandlung: Frank, Geschichte der protestantischen Theologie; 1.-3. Theil. 1862-75. 8. Böhme, altdeutsches Liederbuch. 1877. 8. Müller von der Werra, allgem. Reichs-Commersbuch; 3. Aufl. 1878. 8. Dörffel, Joh. Friedr. Christ, sein Leben und seine Schriften 1878. 8. Winckler, der Stoicismus eine Wurzel des Christenthums. 1878. 8. Leipzig und seine Universität vor hundert Jahren. /F. A. Brockhaus/, Verlagshandlung: Wander, deutsches Sprichwörter-Lexikon; 70. Liefg. 1879. 8. /Dunker u. Humblot/, Verlagshandlung: von Bunge, die Stadt Riga im 13. u. 14. Jhdt. 1878. 8. Löbe, Wahlsprüche, Devisen und Sinnsprüche der Kurfürsten und Herzöge von Sachsen Ernestin. Linie 1878. 8. v. Salpius, Paul von Fuchs, ein brandenburgisch-preußischer Staatsmann vor 200 Jahren. 1877. 8. Buchholz, die Würzburger Chronik. 1879. 8. Sternberg, Geschichte der Juden in Polen. 1878. 8. /Fürstl. Jablonowski/’sche /Gesellschaft/: Brückner, die slavischen Ansiedelungen in der Altmark und im Magdeburgischen. 1879. 8. /Lausitzer Prediger-Gesellschaft/: Dies., Jahresbericht etc., 5. Mittheilung 1879. 4. -- =Leeuwarden.= /Friesch Genootschap/ etc.: Dies., de vrije Fries; 14. Deel (3. Reeks, Deel II, 1. 2.) 1879. 8. -- =Mannheim.= /J. Bensheimer/, Verlagshandlung: v. Feder, Geschichte der Stadt Mannheim; II. Bd. 1877. 8. Häußer, Literatur-Tafel der deutschen Classiker. 1878. 8. -- =München.= /Theod. Ackermann/, Verlagshandlung.: Wagler, Geschichte der Freiheitskriege von 1813-1815. 1873. 8. Zapp, Geschichte der deutschen Frauen; 2. Aufl. 1872. 8. Wittmann, die Pfalzgrafen von Bayern. 1877. 8. Grandaur, Chronik d. k. Hof- u. Nationaltheaters in München. 1878. 8. /Histor. Commission bei der k. Akademie der Wissenschaften/: Grimm, Weisthümer; VII. Theil: Schröder, Namen- und Sachregister. 1878. 8. /Friedr. Hektor, Graf von Hundt/, qu. Ministerialrath: Ders., das Cartular des Klosters Ebersberg. 1879. 4. Sonderabdr. Ders., über das Fundationsbuch des Kloster Ebersberg. 8. Sonderabdr. /v. Würdinger/, k. Major a. D.: v. Borch, Geschichte des kaiserl. Kanzlers Konrad. Bischof von Hildesheim und v. Würzburg. 4. -- =Neu-Ruppin.= /Em. Mootz/: Spener, Gedanken von der Catechismus-Information. 1715. 8. Francke, Auslegung des LIII. Capitels Jesaiä, 1713. 8. u. 17 weitere Schriften desselben Verfassers. Freylinghausen, die wahre... Kindschaft Abrahams. 1714. 8. Die Lehre vom Anfang christlichen Lebens. 1715. 8. /Fräulein Auguste Schultze/: Camerarius, Kreuterbuch deß... Hrn. Dr. Petri Andr. Matthioli, 1600. 2. -- =Osnabrück.= /Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück/: Veltman, Verzeichniß der Bibliothek und handschriftlichen Sammlungen des Vereins. 1879. 8. -- =Paris.= /Ministère de l’instruction publique/: Revue des Sociétés savantes des départements; 6. serie, tome VIII. 1878. 8. -- =Pleinfeld.= /Müller/, Pfarrer: Suttner, Schematismus der Geistlichkeit des Bisthums Eichstätt für d. J. 1480. 1879. 8. Pr. -- =Salzungen.= /Dr. Gustav Lommler/: Pascha, florilegium fortificatorium tripartitum. 1662. 4. Hederich, Anleitung zu den mathemat. Wissenschaften. 1754. 8. Briegleb, Geschichte des Gymnasii Casimiriani zu Coburg. 1793. 8. Salzunger Tageblatt, 1879, Nr. 97 u. 131. 8. /Emil Romershausen/, Apotheker: Récueil des cartes géographiques, plans, vues et médailles de l’ancienne Grèce. 1879. 4. Büsching, Erdbeschreibung; 6. u. 8. Thl. 7. Aufl. 1790 u. 91. 8. -- =Siegen.= /Ed. Manger/, Rechnungsrath: Ders., Siegens Lob. 2. Sonderabdr. Ders., gelehrte Nassauer u. Siegener aus älterer Zeit. I. 4. -- =Stendal.= /Franzen u. Große/, Verlagsh.: Das linke Rheinufer, besonders Elsaß u. Lothringen. 1877. 8. Menzel, Hochzeitsgebräuche in der Altmark. 1877. 8. -- /Stettin./ /Gesellschaft für pommersche Geschichte u. Alterthumskunde/: Dies., baltische Studien; 29. Jahrg., 1.-4. Hft. 1879. 8. -- =Strassburg.= /Dr. Friedr. Wilh. Bergmann/, Professor an der Universität: Ders., die Edda-Gedichte der nordischen Heldensage. 1879. 8. -- =Stuttgart.= /Paul Neff/, Verlagshandlung: Gutekunst, die Kunst für Alle; Lfg. 36 u. 37. 2. -- =Thalstein= bei Jena. /Wolf von Tümpling-Sorna/, kais. deutscher Legationssekretär: v. Tümpling, geschichtl. Nachrichten über die von Tümplingsche Familie. 1864. 8. -- =Torgau.= /Friedr. Jacob/, Buchhandlg.: Jacob, herald.-sphragist. Notizen über das Wappen der Herren von Torgau. 1879. 4. -- =Utrecht.= /Provinciaal Utrechtsch-Genootschap/: Dies., Anteekeningen etc.; 1877. 1878. 8. Verslag etc.; 1877. 1878. 8. -- =Wien.= /Lese- u. Redehalle an der k. k. technischen Hochschule/: Dies., Jahresbericht etc.; 1878-79. 8. -- =Würzburg.= /Stahel/’sche Buchhandlung: v. Borch, Geschichte des kais. Kanzler Konrad, Bischof von Hildesheim und von Würzburg. 4.
III. Für das Archiv.
(Nr. 4685-4693.)
=Köln.= /Dr. A. Reichensperger/, k. Apell.-Ger.-Rath a. D.: Rückschein der Gemeinde Weitramsdorf an die Junker Ekarius und Jorg von Sternberg über ein von denselben empfangenes Lehngut. 1465. Perg. -- =Nürnberg.= /F. C. Gebert/, Numismatiker: Schreiben des Rathes von Nürnberg an den Rath von Kitzingen in Betreff des Geleites für einen Mitbürger des letzteren. 1453. Perg. Kaufbrief Hans Hallers von Hallerstein an Johann De Stiger zu Nürnberg über eine Behausung an der Egidiengasse. 1582. Perg. -- =Schweinau.= /Hamm/, Apotheker: Zeugniß des Stadtmusikus Joh. Friedr. Martin zu Gunzenhausen für Konrad Meyer aus Eyb bei Anspach. 1773. Perg.
Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.
/Kirchliche Kunstdenkmäler aus Siebenbürgen./ In Abbildungen mit kurzen Erläuterungen. Mit Unterstützung Sr. Exc. des K. Ung. Herrn Ministers für Kultus und Unterricht herausgegeben vom /Ausschuß des Vereins für Siebenbürg. Landeskunde/. II. Lieferung. Hermannstadt. 1879. 4. u. 2. Text S. 17-26. Abbildgn. T. 9-16.
/Korrespondenzblatt dess. Vereines./ Redigirt von Franz Zimmermann. Hermannstadt, 15. November 1879. Nr. 11. 8.
Aufforderung. -- Ad calendas graecas. Von K. Lewitzky. -- Katalog der Heltauer Pfarrer. (Frage.) -- „Siebenbürgen“ als Bezeichnung des Sachsenlandes. Von Dr. Fr. Teutsch. -- Literatur -- Kleine Mittheilungen.
/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale./ Neue Folge der Mittheilungen.... Fünfter Band. Drittes Heft. Mit 1 Tafel u. 30 in den Text gedruckten Abbildungen. Wien, 1879. 4.
Neue römische Funde in Wien. II. Von Dr. Fr. Kenner. -- Die Kirche der ehemaligen Benedictiner-Abtei Mondsee. Von Dr. Ed. Frh. v. Sacken. (Mit Abb.) -- Die Künstlerfamilie Carlone. Studie von Alb. Ilg. -- Die Heidengräber am Chlum bei Tabor. Aus einem Berichte des Conservators Joh. K. Hrăse. (Mit Abb.) -- Funde in Mähren. Bericht des Conservators M. Trapp. (Mit Abb.) -- Restaurirung der alten landesfürstlichen Burg in Meran. -- Romanische Holz-Sculpturen in Tyrol. II. -- Grabmale im Kreuzgange zu Klosterneuburg. II. (Mit Abb.) -- Kunstgeschichtliche Notizen aus Vorarlberg. Von B. Grueber. I. (Mit Abb.) --
/Mittheilungen des k. k. Oesterreich. Museums für Kunst und Industrie./ (Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) XIV. Jahrg. Nr. 171. Wien, 1. December 1879. 8.
Marchese Pietro Estense Selvatico. Von R. v. E. -- Literaturbericht. -- Kleinere Mittheilungen.
/Der Kirchenschmuck./ Blätter des /christlichen Kunstvereines der Diöcese Seckau/. X. Jahrg. 1879. Nr. 10 u. 11. Graz, 1879. 8.
Das Mausoleum der Eggenberger zu Ehrenhausen. -- Der König der Instrumente. (Schluß.) -- Der gothische Baustyl in Italien. (Schluß.) -- Malwerke aus dem Mittelalter in Graz. Forts. -- Die St. Peterskirche zu Aflenz. -- Notizen.
XVIII. /Rechenschafts-Bericht des Ausschusses des Vorarlberger Museum-Vereins/ in /Bregenz/ über den Vereins-Jahrgang 1878.
Vereinsangelegenheiten. -- Das hölzerne Vortragekreuz in Rankweil. Von Dr. S. Jenny. (Mit Abb.) -- Aeußere und innere Unruhen in Vorarlberg im 18. Jahrhunderte. Nach verschiedenen Handschriften erzählt von Dr. Joh. Baptista. -- Biographien ausgezeichneter Vorarlberger. VI. Peter Kaufmann, großherz. Weimar’scher Hofbildhauer. Von Dr. J. Bär. -- Inschriften aus Vorarlberg. Von S. Jenny. (Mit Abb.) -- Urkunde über die Theilung der Stadt Bregenz zwischen den beiden Vettern, den Grafen Hug und Wilhalm von Montfort-Bregenz im Jahre 1409. Mitgeth. von J. G. Hummel. -- Chronologisches Verzeichniß der Urkunden des ehemaligen Benedictinerstiftes Mehrerau. Zusammengestellt von dems.
/Siebenunddreißigster Bericht über das Museum Francisco-Carolinum./ Nebst der /einunddreißigsten Lieferung der Beiträge zur Landeskunde von Oesterreich ob der Ens/. Linz, 1879. 8.
Das Schlüsselberger Archiv. Beschrieben von Dr. Ferd. Krackowizer. Mit Namens- u. Sach-Register.
/Kunst und Gewerbe./ Wochenschrift zur Förderung deutscher Kunst-Industrie. Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum zu Nürnberg/. Redigirt von Dr. O. von Schorn. Dreizehnter Jahrgang, 1879. Nr. 43-48. Nürnberg, 1879. 8.
Die Ausstellung älterer kunstgewerblicher Gegenstände in Lübeck. Von Dr. R. Steche. -- Die „École central des arts et manufactures“ in Paris. Von O. v. S. -- Das Zinn im Kunstgewerbe. Kleine Nachrichten. -- Literatur, etc. -- Abbildungen: Altpersische Fliese aus dem Musée Cluny in Paris. -- Schmiedeisen-Arbeiten. (16. Jhdt.) -- Pokal von Virgil Solis. -- Vom Chorstuhlwerk in S. Giorgio maggiore in Florenz. -- Grüne Römer. -- Aus der Sammlung der Handzeichnungen in den Uffizien in Florenz. -- Franz. Fayence-Teller (Rouen). Vasen, comp. von Stefan de la Bella († 1664.) Venetianer Gläser. -- Vase, von Polydoro Caldara. --
/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./ Beiblatt zur Wochenschrift: Kunst und Gewerbe. Redigirt von Dr. O. von Schorn. Sechster Jahrg. 1879. Nr. 22-24.
Bekanntmachungen. -- Anzeigen etc.
/Bulletin de la société pour la conservation des monuments historiques d’Alsace./ Dixième volume. -- 2. livraison. (1876-1878.) Avec gravures et planches. Strasbourg, 1879. 8.
Première partie: Procès-verbaux. -- Deuxième partie: Mémoires. -- Notice sur un cadran solaire antique, découvert à Bettwiller (canton de Drulingen). Von H. Schlosser. -- Le Sattelfelsen, limite des communes de Dabo, d’Engenthal et de Reinhardmünster (avec deux gravures). Von A. Benoit. -- Encore un mot sur les origines alsatiques. Von J. Gyss. -- Rapport sur les antiquités romaines découvertes à Königshofen, près Strasbourg (avec gravures et une carte). Von A. Straub. -- Necrologues.
/Mittheilungen des historischen Vereins der Pfalz/ VII. u. VIII. Speier, 1878 u. 1879. 8.
Die Burg Trifels. Von Heintz. -- Einige Blätter aus der Geschichte der Grafschaft Falkenstein am Donnersberg. Von dems. -- Eröffnung von Hünengräbern bei Kaiserslautern im Sommer 1878. Von Dr. L. Mayrhofer. -- Weisthum von Neuhofen. Mitgetheilt von L. Schandein. -- Miscellen. -- Vereinsangelegenheiten. --
Geschichte des Reichstages zu Speier im Jahre 1529 von Julius Ney, Pfarrer in Speier. Mit einem Anhange ungedruckter Akten und Briefe. VII u. 368 Seiten.
/Correspondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine./ Herausgegeben von dem Verwaltungsausschuss des Gesammtvereins in Darmstadt. Siebenundzwanzigster Jahrgang. 1879. Nr. 9 u. 10. September u. October. 4.
Ein Rückblick auf die Marburger Versammlung. Von Dr. L. Beck. -- Zur Geschichte der Renaissance in und bei Mainz. Von M. Heckmann. -- Werk-Verdingung des neu zu erbauenden Rufus-Chors an der Pfarrkirche zu Gau-Odenheim in Rheinhessen aus dem Jahre 1497. Mitgetheilt von Dr. G. Frhr. Schenk zu Schweinsberg. -- Die steinerne Brücke von Regensburg. Von J----r. -- Die Stelle im Rhein bei Mainz: Rachatom, Racheden, Raden. Von Falk. -- Wirksamkeit der einzelnen Vereine. -- Literarisches. -- Notizen.
47., 48. u. 49. /Jahresbericht des Vogtländischen alterthumsforschenden Vereins zu Hohenleuben und 1. Jahresbericht des geschichts- u. alterthumsforschenden Vereins zu Schleiz./ Im Auftrage des Directoriums herausgegeben von dessen Vorsitzenden R. Ruckdeschel... Weida, 1879. 8.
Der deutsche Ritterorden in Thüringen und im Vogtlande. Von Dr. J. Alberti. -- Die Unruhen im Vogtlande im Jahre 1525. Von Dr. Alwin Fritsche. -- Vereinsangelegenheiten.
/Blätter für Münzfreunde./ Numismatische Zeitung. Organ des /Münzforscher-Vereins/. Herausgegeben von H. Grote. Fünfzehnter Jahrgang. Nr. 80. 15. November 1879. 4. Mit 1 lithogr. Tafel.
Schilling des Hermann von Lüdinghausen. Von Wippo. -- Viertel-Stüber des Grafen Christian Ludwig von Wied-Runkel (1762-1791). Von C. S. -- Zehn-Kreuzerstück des Fürsten Friedrich von Salm-Kyrburg. -- Regensburger Marken. -- Münzhändler und Münzensammler. Von Dr. von Z. -- Gräflich Schwarzburgische Heller. -- Fürther Thaler Gustaf Adolfs von Schweden 1632. -- Münze der Republik Andorra. -- Münze des Grafen Hermann von Mörß, 1552-1578. -- Nicht Hagenau, sondern Eenham. Von R. Serrure. -- Literatur.
/Baltische Studien./ Herausgegeben von der /Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde/. Neunundzwanzigster Jahrgang. Erstes -- viertes Heft. Stettin, 1879. 8.
Inventarien von Wildenbruch. Von v. Bülow. -- Der Burgwall in der Prägel. Von Kasten. -- Klosterordnung von Wollin und Marienfließ. Von v. Bülow. -- Die Königin Louise in Pommern. Von Dr. Blasendorff. -- Aus der Franzosenzeit. Von dems. -- Die Klosterkirche zu Bergen auf Rügen. Von J. L. Löffler. -- Einundvierzigster Jahresbericht der Gesellschaft etc. I-IV. -- Kleinodiendiebstahl auf dem herzogl. Schlosse zu Stettin 1574. Von v. Bülow. -- Venetianische Actenstücke zur Geschichte von Herzog Bogislavs X. Reise in den Orient im Jahre 1497. Von Jul. Müller. -- Caminer Kirchenglocken. Von Dr. R. Prümers. -- Das Hundekorn. Von Dr. Kühne. -- Verlassenschaftsinventar der Herzogin Sophie von Pommern. Von v. Bülow. -- Eine tartarische Gesandtschaft. Von dems. -- Sittenpolizeiliches aus dem 18. Jahrhundert.
/Mémoires et documents publiés par la société d’histoire et d’archéologie de Genève./ Tome XX. Livraison 1. Genève et Paris. 1879. 8.
Genève et la colonie de Vienne sous les Romains. -- Une société de Jesus au quinzième siècle. -- Documents inédits des archives de Genève. -- Louis Sordet, ancien archiviste. Par Ch. L. -- Huit jours à Genève en 1595. -- Ouvrages sur l’histoire de Genève antérieure à 1798... Sixième liste.
/Mémoires de l’institut national Genevois./ Tome quatorzième. 1878-79. Genève. 1879. 4.
Le procès de Valentin Gentilis et de Nicolas Gallo. Par H. Fazy. -- Deux notes sur l’etymologie du mot Corraterie. Par J. Vuy. -- La Sainte Barthélemy et Genève. Par H. Fazy.
/L’investigateur. Journal de la société des études historiques, ancien institut historique./ Quarante-cinquième année. Juillet-Octobre. Paris, 1879. 8.
Notice sur la roche de Fontenailles. Par Gabriel Joret-Desclosières. -- Note sur les fées au moyen-âge. Par Eugène d’Auriac. -- Extraits des procès-verbaux des séances de la société etc.
La corporation des ménétriers et le roi des violons. Par Eugène d’Auriac.
/Bulletin archéologique et historique/, publié sous la direction /de la société de Tarne et Garonne/. Tome VII. Deuxième trimestre 1879. Montauban, 1879. 8.
Etymologie du nom de Montauban origine et de ses armoires; les sceaux de l’abbaye de Montauriol et des chapitres de Montauban. Par Forestié neveu. -- De Saint Antonin à Varen. Rapport sur l’excursion faite par la société archéologique. Par le baron de Rivières. -- Inventaire du pape Paul IV. en 1559. Par Barbier de Montault. -- Notices biographiques (Isarn, évêque de Toulouse, et Raymond Jourdain, troubadour). Par Guirondet. -- Procès-verbaux des séances etc.
/Bulletin de l’institut archéologique Liégeois./ Tome XIV. Liége, 1878. 8.
Orchimont et la maison équestre, dynastique et comtale du nom... Von Dr. Neyen. -- L’exemplaire du baron de Crassier à Liége de la première bible imprimée. Von H. Helbig. -- La bibliothèque de l’église collégiale de Saint Paul, à Liége, en 1460. Von O. J. T.
/Annales du cercle archéologique du pays de Waes./ Tome septième. Quatrième livraison. Août 1879. Sint Nicolaas. 8.
Familles du pays de Waes, affranchies en 1243; généalogies de leurs descendants aux XIV. et XV. siècles (1350 à 1511.) Par Léon de Burbure. -- L’Épitaphier Wasier. Par... de Schoutheete de Tervarent. -- Inscriptions de Nieukerken etc.
/Koninglijk oudheidkundig Genootschap te Amsterdam/, onder bescherming van Z. M. Koning Willem III.
Jaarverslag in de een en twintigiste algemeene vergadering, op Maandag, 26. Mei 1879, uitgebracht door den voorzitter. 8.
/Verslag van het verhandelde in de algemeene vergadering van het provinciaal Utrechtsch genootschap van kunsten en wetenschappen/, gehouden den 26. Juni 1877 en den 25. Juni 1878. Utrecht, L. E. Bosch en zoon. 1877 u. 1878. 8.
/Anteekeningen van het verhandelde in de sectievergateringen/ van het... /Utrechtsch genootschap/ etc., ter gelegenheid van de algemeene vergadering, gehouden in het jaar 1877 und... 1878. Utrecht. L. E. Bosch u. zoon. 1877 u. 1878.
/De vrije Fries./ Mengelingen, uitgegeven door het /Friesch Genootschap van Geschied-, Oudheid- en Taalkunde/. Vertiende Deel. Derde Reeks. Tweede Deel. Aflevering 1 en 2. Leeuwarden. H. Kuipers. 1879. 8.
Epo van Douwma te Huizum... Door G. H. van Borssum Waalkes. -- Een en ander over Friesche eigennamen. Door Joh. Winkler. (Verlog.) -- Willehad, een apostel der Friezen. Door P. Feenstra. --
/Bidrag till kännedom af Finlands natur och folk/, uitgifna af /Finska vetenskaps-societeten/. 27.-31. Häftet. Helsingfors, 1878 u. 79. 8.
Anteckningar om Korpo och Houtskärs socknar. Sommarstudier. Af L. W. Fagerlund. -- Ueber den Närpesdialect. Von A. O. Freudenthal. -- Bidrag til ordbok öfver Närpesmålet. Von dems.
/Oefversicht/ af Finska vetenskaps-societetens förhandlingar. XIX, 1876-1877, XX. 1877-78. Helsingfors, 1878. 8.
/Archiv für die Geschichte Liv-, Est- u. Curlands./ Mit Unterstützung der Estländischen literarischen... Gesellschaft. herausgegeben von C. Schirren. Neue Folge. Band VI. Reval, 1879. 8.
/Quellen zur Geschichte des Untergangs livländischer Selbständigkeit./ Aus dem schwedischen Reichsarchive zu Stockholm. Herausgegeben von Schirren. Band VI. Reval, 1879. 8. XI u. 352 Stn.
/Sitzungs-Berichte der Kurländischen Gesellschaft für Literatur und Kunst/ aus dem Jahre 1878. Mitau, 1879. 8.
Geschichte des livl. Gutes Stockmannshof, früher Loxten genannt, nebst Regesten von Loxtenschen Urkunden. Von J. Döring. -- Alte Mitau’sche Rechnung, ausgestellt beim Besuche des Zaren Peter des Großen in Mitau. -- Die Reisetagebücher des Herrn H. von Offenberg. Von Dr. Bluhm. -- Reste der Rigaschen Bischofsburg. Von J. Döring. -- Das Plettenbergsche Denkmal im Schlosse zu Riga. Von dems. -- Ueber die Semgaller Burgen, Ratten und Racketen. Von dems. -- Der Pilskalns in Schloßberg, muthmaßlich das alte Gercike. Von dems. -- 3 Urkunden zur Geschichte des kurländ. Forts St. Andrea im Gambia-Strom. Von Krüger. -- 2 Briefe des kurl. Herzogs Ernst Johann. -- Gesellschaftsangelegenheiten.
/Compte-rendu de la commission Impériale archéologique/ pour l’année 1876. Avec un atlas. St. Petersbourg, 1879. 4. u. Imp. 2.
Literatur.
_Neu erschienene Werke._
17) /Die Waffensammlung Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Carl von Preußen./ Mit Text herausgegeben von G. Hiltl, Director der Prinzlichen Waffensammlung. Durch unveränderlichen Lichtdruck ausgeführt von A. Frisch. Nürnberg. S. Soldan. Imp. Fol. 18 Stn. u. 100 Tfln.
Wir haben bei Erscheinen der ersten Lieferung auf dieses Werk aufmerksam gemacht, das nun, ohne daß der Verfasser die Herausgabe des Schlusses erlebt hätte, mit 5 Lieferungen und 100 Tafeln fertig vorliegt. Es hat gehalten, was die erste Lieferung versprach. Einige hundert Abbildungen geben uns die seltensten und kostbarsten Waffen, wichtiges Material für die Geschichte der Bewaffnung, aber auch zugleich durch die Darstellung kostbar ausgestatteter Stücke Material für die Geschichte der Ornamentik. Zu welchen Betrachtungen regt diese Fülle den denkenden Kulturhistoriker an, welchen Genuß bietet sie dem Kunstfreunde, welche Vorlagen dem Kunsthandwerker! Sie alle mögen dem hohen Besitzer, dem sinnigen, leider verstorbenen Herausgeber und der rührigen Verlagsbuchhandlung danken.
18) /Wenzel Jamitzers Entwürfe zu Prachtgefäßen in Silber und Gold./ Photolithographische Nachbildungen von /Kantenseter/ und /Haas/ in Nürnberg, herausgegeben von /R. Bergau/. Berlin, Paul Bette. 4. 7 Stn. u. 70 Tafeln.
Wie zur Zeit, als die Renaissance ihren Einzug in Deutschland hielt, die Meister, welche bis dahin ausschließlich den gothischen Formenkreis geübt hatten, der Vorlagen bedurften, um in der neuen Weise sich zurecht zu finden, so ist es auch heute, wo das Kunstgewerbe neue Bahnen einschlägt; und heute stellt man demselben wieder dieselben alten Vorlagen vor Augen, die einst unserer Väter Schritte auf dem Pfade der Renaissance begleitet hatten, und die, da die Originale theuer und selten sind, fleißig reproduciert werden. Die verschiedenen Proceduren, welche, in jüngsten Jahren erfunden, das Licht ohne Benützung der Künstlerhand zur Vervielfältigung herangezogen haben, unterstützen diese Bewegung aufs lebhafteste, und mancher alte Schatz, den kaum der Forscher einmal zu Gesichte bekommen hatte, ist jetzt in den Werkstätten heimisch, oder könnte es mindestens sein, soweit bereits die Gewerbetreibenden sich der neuen Richtung angeschlossen haben. Der Kunstfreund und der Forscher können aber bequem alle jene Copien, deren seltene Originale weit zerstreut sind, auf dem Tische zu ihren Studien nebeneinanderlegen und alles daraus entnehmen, was man eben nicht ausschließlich an Originalen studieren kann. So gibt auch das vorliegende Werk auf seinen 69 Tafeln die Nachbildung von 109 Kupferstichen und Holzschnitten wieder, welche 3 verschiedenen Serien angehören, von denen die beiden ersten wol kaum irgendwo im Original vollständig beisammen sind. Auf keinem der Blätter ist zwar des Meisters Name genannt, und sie waren seither als Werke verschiedener Meister betrachtet worden. An der Spitze steht die Serie jener Blätter, deren Meister als unbekannter Meister von 1551 in den Handbüchern erscheint. Der Herausgeber bezieht sich auf Untersuchungen, die er an anderer Stelle veröffentlicht hat, um nachzuweisen, daß dieser Meister W. Jamitzer sei. So mißlich nun im allgemeinen die Zutheilung unbestimmter Arbeiten an irgend einen bekannten Namen ist, während doch auch alle jene, deren Namen nur die Stadtbücher aufbewahrt haben, auch etwas gearbeitet haben müssen, so zeigen doch diese Blätter in dem Kreise der angewandten Formen so viele Verwandtschaft mit den bekannten Goldschmiedarbeiten Jamitzers, daß ihm der Meister dieser Blätter nahe gestanden haben muß, auch wenn er sie nicht selbst gestochen haben sollte. Jede größere Kupferstichsammlung hat einzelne dieser Blätter; es sollen im Ganzen etwa 40 sein. Dem Herausgeber sind jedoch nur 33 begegnet und er bezweifelt, daß deren mehr existieren. Die Richtigkeit dieser Annahme vorausgesetzt läßt sich nun auch die neue Publikation als Katalog betrachten, nach dessen Nummern statt langer Beschreibung die einzelnen Blätter der verschiedenen Kupferstichsammlungen bezeichnet werden können. Wie kaum irgendwo diese erste Serie in Originalblättern vollständig beisammen ist, so hat auch sicher keine Sammlung alle Blätter der zweiten, dem Werke des Virgil Solis angehörigen Folge von 67 Darstellungen beisammen. Obwohl hier ein theilweise anderer Formenkreis sich zeigt, obwohl insbesondere die Sachen alle einfacher gehalten sind, will doch der Herausgeber auch diese alle als Entwürfe Jamitzers angesehen wissen, wofür wir zunächst eine zwingende Nöthigung für manche der Blätter noch nicht aus den Formen zu schöpfen vermögen. Wenn auch der Verfasser behauptet, daß alle Detailformen mit Entschiedenheit für Jamitzers Autorschaft sprechen, so scheint uns nur jene Uebereinstimmung darin zu liegen, welche alle Werke jener Zeit unter sich haben. Wir möchten gar nicht einmal glauben, daß der fleißige, handwerksmäßige Stecher alle Blätter nach den Vorbildern eines einzigen Meisters gestochen. Er mag sie, weil Geld damit zu verdienen war, genommen haben, wo er sie fand, wie dies andere Meister des 16. Jhdts. auch thaten.
Die 3. Serie bilden 9 Holzschnitte aus der 1547 erschienenen Perspektive des G. Rivius (W. Riff), von denen einige italienischen Vorbildern nachcomponiert sind. Es ist Schade, daß der Herausgeber nicht auch die noch vorhandenen Handzeichnungen vor oder nach W. Jamitzer in den Kreis seiner Publikation gezogen, die er wol in einer zweiten Veröffentlichung weitläufiger, als einzelne Publikationen vorliegen, behandeln wird.
A. E.
19) /Handlexikon österreichischer Künstler und Kunstverwandten/, herausgegeben mit kaiserlicher Unterstützung von /Dr. Heinrich Kábdebo/. Wien, 1880. Verlag der österreichischen Kunst-Chronik. Liefg. I. Lex. 8. 32 Stn.
Die biographischen Schriftsteller Oesterreichs, deren umfassendster und verdienstvollster Wurzbach, haben zwar ihre Studien auch auf die Künstler ausgedehnt; aber doch war die Forschung nur eine stückweise. So viel interessantes Material sie zu Tage gebracht, so reicht es doch zu einer systematisch zu bearbeitenden Geschichte der Kunst und Künstler in Oesterreich nicht aus, weil niemand darauf ausgieng, die Quellen systematisch auszubeuten, alles zu erlangende urkundliche Material zu prüfen und zu sichten, alle Daten die urkundlich festgestellt werden können, aus den Archiven auszuziehen, nicht blos jene, die zu gerade vorliegenden Arbeiten nöthig waren. Dies beabsichtigt der Verfasser des Buches, dessen erste Lieferung hier vorliegt, nachdem er, wie die Einleitung besagt, diesen Plan seit 1871 unablässig verfolgt „trotz einer Unsumme von Aergernissen, Anfeindungen und materiellen Opfern“ und auf diese Weise das rohe Material zu 21000 Biographieen gesammelt, deren einzelne freilich nicht mehr als den Namen, andere aber mehrere Actenfascikel umfassen. Allein die Lücken dieses reichen Materials zu ergänzen und es zu bearbeiten, übersteigt die Kraft des Einzelnen, der Verlag eines solchen Werkes bietet seine Schwierigkeiten, und so gibt der Verfasser nunmehr als einen Vorläufer des großen Künstlerlexicons das hier begonnene Handlexicon, welches ungefähr 10-12000 Künstler vom 15. Jhdt. bis heute umfassen und insbesondere auch die sonst so stark vernachlässigte Periode des 18. Jhdts. berücksichtigen soll. Der Hauptzweck ist der, über jeden bedeutenden Künstler, der in Oesterreich gelebt, die nöthigen Aufschlüsse und ein Verzeichniß der Quellen zu geben, die über dessen Wirksamkeit berichten; als fernerer Zweck erscheint aber auch jener, Namen festzuhalten, die bis jetzt in der Kunstgeschichte noch gar nicht erschienen, damit sich die fernere Detailforschung ihrer bemächtige. Außer den Archiven Wiens, insbesondere der Akademien, sind dazu die Tauf- und Sterbematrikeln von etwa 800 Pfarr- und Standesämtern benützt, zahlreiche sonstige Urkunden und die bereits weitläufige Literatur ausgezogen.
Daß ein derartiges Werk als zuverlässiges Nachschlagebuch hochwillkommen sein muß, liegt auf der Hand, und es ist deshalb freudig zu begrüßen, daß kaiserliche Unterstützung das Erscheinen möglich machte, wie in ihr ja auch die Bürgschaft für die Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt der Bearbeitung liegt. Ueber jedes derartige Werk kann nur referiert werden; es ist nicht möglich, in alle Einzelheiten dem Verfasser zu folgen und ihn zu kontrolieren. Es hat deshalb auch keinen Zweck, den Hinweis nicht blos auf das Buch, sondern auch auf solche auszudehnen. Man muß einer Publication, welche kaiserliche Unterstützung gefunden, mit Vertrauen entgegenkommen. Deshalb sei auch über die Art, wie der Verfasser seine Aufgabe gelöst hat, nur bemerkt, daß aus dem vorliegenden Bruchstücke große Brauchbarkeit des Buches durch praktische Anordnung und gedrängte Kürze der Form sich ergibt.
20) /Zu unsern Bücherbesprechungen./
Wie in früheren, so haben wir auch in dem nun abgeschlossenen Jahrgange unseres Anzeigers Gelegenheit gehabt, auf einzelne neue literarische Erscheinungen aufmerksam zu machen; die große Mehrzahl konnte zu besonderer Besprechung nicht gelangen. So konnten wir auch in den meisten Fällen den Wünschen, welche Verleger und Autoren uns mitgetheilt haben, nicht entsprechen. Die Redaktion konnte selbst durch Vorwürfe einzelner Autoren, daß unser Blatt Werke, die der Besprechung würdig seien, todtschweige „und deshalb ungerecht“ sei, so wenig zu einer Aenderung ihres Verfahrens bestimmt werden, als durch Drohungen von Verlegern, ihre Geschenke an das germanische Museum einzustellen, wenn nicht jedes Buch, wenn nicht selbst jede Lieferung eine eingehende, auch geschäftlich zu verwerthende Besprechung im „Anzeiger“ finde.
Wir fühlen uns aber solchen Anforderungen gegenüber verpflichtet, nochmals an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen, daß der Anzeiger /kein Literaturblatt/ ist, daß er durchaus nicht die Aufgabe hat, vollständige Literaturberichte zu geben, nicht die Aufgabe, die Leser zu orientieren, noch /jedes Buch/ nach seiner Bedeutung und seinem Verdienste zu würdigen. Weil der Anzeiger diese Aufgabe nicht hat, so hat er auch gar nicht die Organisation dazu, noch die nöthigen Mittel. Der Anzeiger besitzt nicht jenen Kreis von Mitarbeitern, welcher nöthig ist, wenn jedes Buch durch einen zuverlässigen Fachmann besprochen werden soll, nicht jenen Raum, welcher für ein Literaturblatt nöthig wäre. Der Anzeiger ist in seinen sämmtlichen Veröffentlichungen auf einen kleinen Kreis von Mitarbeitern angewiesen, welche zeitweilig die Resultate ihrer Studien darin niederlegen, und welche, gleich den Redacteuren des Blattes, nicht blos durch ihren Beruf in Anspruch genommen sind, sondern auch einen ganz bestimmten Kreis ihrer Specialstudien haben und deshalb in der Regel gar nicht in der Lage sind, sich über Bücher zu äußern, die außerhalb des Kreises ihrer persönlichen Studien liegen.
Wie aber der Anzeiger stets gerne die Arbeiten seiner bewährten Freunde aufnimmt, so auch, wenn dieselben zufällig über irgend ein von ihnen gelesenes Buch Mittheilung machen. Dieses ist aber auch der einzige Fall, in welchem Besprechungen möglich sind. Geschieht dadurch nebenbei einem Verfasser oder Verleger ein Gefallen, so kann uns das nur doppelt freuen; unter keiner Bedingung aber sind wir in der Lage, jederzeit solche Gefälligkeiten zu erweisen, wenn wir noch so gerne wollten.
Deshalb bitten wir an dieser Stelle die verschiedenen geehrten Herren alle zugleich um Entschuldigung, deren Wünschen wir nicht entgegenkommen konnten.
Vermischte Nachrichten.
143) Augsburg, 5. Dez. Ganz in der Nähe der Stelle, an welcher im Jahre 1877 zwei gewaltige Säulenreste aus der Tiefe von 2 Meter ausgegraben wurden (in der Carmelitengasse, in der Nähe der v. Cotta’schen Druckerei), ist man vor einigen Tagen bei Gelegenheit der Kanalisierung der Stadt auf weitere Ueberreste von Säulen gestoßen und wurden neben anderen Steinfragmenten zwei große Säulenstücke zu Tage gefördert. Das eine, ein schön ornamentiertes Capitäl, hat einen Durchschnitt von 70 Centim. und eine Höhe von 81 Centim.; das andere, ein Säulenstück ohne Ornamentierung, hat nahezu denselben Durchschnitt und eine Höhe von 84 Centim. Das Material scheint derselbe krystallinische Kalkstein zu sein, aus welchem die früheren Fundstücke gearbeitet sind. Diese wiederholten Ausgrabungen von mächtigen Säulentrümmern in derselben Gegend lassen die Vermuthung ziemlich gerechtfertigt erscheinen, daß daselbst großartige Gebäude der alten römischen Stadt gestanden haben. Leider machen es die zu beiden Seiten der schmalen Carmelitengasse stehenden Wohngebäude unmöglich, in der dortigen Gegend weitere Nachgrabungen anzustellen. Beide erwähnte Säulenreste sind bereits in dem Antiquarium romanum zur Aufstellung gelangt.
(Nürnb. Presse, Nr. 343, nach der allg. Ztg.)
144) Die Zweibrückener Zeitung bringt in ihrer Nr. 278 ausführliche Mittheilungen über die römischen Alterthümer zu /Erfweiler/ und eine am 10. vor. M. eingeleitete Besichtigung der neuen Ausgrabungen, bei denen eine Badanlage zu Tage kam. Viele Ziegelreste, Gefäßtrümmer fanden sich im Schutte. Die aufgefundenen, theilweise vortrefflich erhaltenen Bronzemünzen gehören der Zeit von 254-276 n. Chr. an. Man vermuthet eine Militärstation und in dem untersuchten Theile die Villa eines Präfecten oder Centurio. Der Artikel beabsichtigt, das Interesse zu weiteren Ausgrabungen anzuregen, bei denen viel Interessantes zu Tage kommen möchte.
145) Ein /Münzenfund/ wurde vor ein paar Wochen im Rayon der Dreher’schen Gründe zu Klein-Schwechat bei Wien gemacht, der, was die Quantität der ausgegrabenen Stücke betrifft, allerdings bedeutend zu nennen ist. Aber auch das Alter -- sie stammen in der Mehrzahl aus dem vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung und tragen meist das Gepräge „Constantinus Max(imus) Aug.“ -- macht die Stücke merkwürdig, und so ist der Fund immerhin ein kostbarer. Bei der Entdeckung dieses kupfernen und bronzenen Schatzes soll es nun unter den anwesenden Erdarbeitern etwas bunt zugegangen sein und sich so mancher die Säcke vollgestopft haben, bis dem wüsten Treiben Einhalt gemacht und der Wunderplatz eingeplankt wurde, da man Sachverständige in Kenntniß setzen und überhaupt den gesetzlichen Gang, der in derlei Fällen vorgeschrieben, beobachtet wissen wollte. Mittlerweile gelangten jedoch fast sämmtliche Bewohner jenes Territoriums in den Besitz solcher antiker Geldzeichen, die sie nun in Wien, wo es von Kennern, Gelehrten, Liebhabern und Sammlern „wimmeln“ soll, verwerthen möchten. Die Hausse, die die Stücke in ihrem späten Alter erlebten, ist eine außerordentliche. Die „Amateurs“ wachsen wie aus dem Boden, die „/wilden Numismatiker/“ sitzen und disputieren und erhitzen sich an allen Tischen. Ein Wiener Blatt gibt hiervon eine hübsche Schilderung.
(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 695.)
Ueber diesen Fund berichten auch Nentwich’s numism. Blätter ausführlich und geben die Zahl auf 10-15000 an, die in einem großen, schwarzen Topf etwa 1-1/2 Meter unter der Erde sich befanden. Es gelang dem Fachmanne etwa 3000 Stück zu besichtigen, die sämmtlich dem Schlusse des 3. oder Anfang des 4. Jahrhunderts n. Chr. angehörten, aber nichts Neues oder Unbekanntes brachten; auch waren weder Gold-, noch Silbermünzen, weder Großbronzen, noch Medaillons dabei.
146) Zur Vervollständigung unserer Fundchronik machen wir noch nachträglich auf die uns erst jetzt zugekommene Nr. 3 des Anzeigers für schweizerische Alterthumskunde in Zürich aufmerksam, worin der im Juni d. J. gemachte Fund eines Grabes bei /Füllinsdorf/, oberhalb Augst (Baselland), gemeldet wird, das ein weibl. Skelett mit einem Bronzeringe mit Gemme am Finger, 23 schöne, fein getriebene Goldplättchen, ein silbernes Büchschen, ein ziemlich großes Thränenfläschchen, sowie mehrere Münzen der Faustina enthielt.
147) Ebendaselbst wird auch die Auffindung eines Grabes bei Lavorgo bei Gelegenheit der Gotthardbahnarbeiten mitgetheilt, von dem nicht festgestellt ist, ob der Fund als ein römischer zu betrachten sei.
148) Auf der Halbinsel /Listerland/ in Norwegen ist kürzlich ein Exemplar von den so seltenen /Goldbracteaten mit Runeninschrift/ gefunden worden. Die Direktion des Museums in Bergen hat denselben für die Alterthumssammlung erworben.
(D. Reichsanz., Nr. 275.)
149) Der Bestand der romanischen Abteikirche zu /Knechtstedten/ (vgl. Nr. 104 auf Sp. 279 d. Bl.) scheint nun gesichert werden zu sollen. Nachdem sich in Neuß ein Verein für die Erhaltung des Bauwerkes gebildet, hat der Provinzialverwaltungsrath beschlossen, diesem für 1879 und 1880 je 2000 m. Zuschuß zu bewilligen; der Kreis Neuß hat 400 m. bewilligt. Eine Ueberweisung von 3000 m. aus der Brandentschädigung ist wahrscheinlich, so daß aller Wahrscheinlichkeit nach der Verfall auf lange hinaus wird abgehalten werden können.
150) Die Restaurationsarbeiten an der /Metzer Kathedrale/ werden, soweit thunlich, auch während des Winters fortgesetzt. Bezüglich der Herstellung eines neuen Daches an Stelle des abgebrannten sind die Vorbereitungen soweit gediehen, daß die Ausarbeitung eines Projektes, welches die Bedachung in Form eines gleichseitigen Dreiecks zur Grundlage hat, angeordnet werden konnte. Dagegen erscheint der projektierte Ausbau des einen Thurmes noch nicht gesichert; es hängt dies von der Untersuchung der Fundamente ab, wodurch erhoben werden soll, ob dieselben stark genug sind, um eine Mehrbelastung zu ertragen. Die Herstellung des verstümmelten Eckportals wird eifrig betrieben, wird aber, da fast sämmtliche Haupttheile, namentlich auch die großen Figuren, neu hergestellt werden müssen, voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen. Die dafür vorgesehenen Kosten sind vorläufig auf 120000 m. veranschlagt. Die übrigen im Gang befindlichen kleineren Reparaturen, nämlich die Wiederherstellung einzelner schadhafter Pfeiler und Ornamente in dem äußeren großen Strebbogensystem, die Reparatur und Erneuerung der großen, die Nordfront des Transsepts ausfüllenden gemalten Glasfenster, sowie endlich die Ersetzung von 6 in den Seitenschiffen befindlichen, in gewöhnlichem Glas ausgeführten Fenstern durch in einfachem Stil gehaltene Grisaillefenster werden noch im laufenden Verwaltungsjahr der Beendigung entgegengeführt.
(Deutsch. Reichs-Anz., Nr. 285.)
151) Das Correspondenzblatt des Ges.-Ver. d. d. Gesch.- und Alterthumsver. führt in Nr. 11 Klage, daß die an der Stelle, wo 1233 Konrad von Marburg erschlagen wurde, errichtete Kapelle, die 1870 von Dehn-Rothfelser und Lotz als ein Werk des 14. Jahrhunderts besprochen wurde, nach dem III. Bnd. des hessischen Urkundenbuches zu schließen, abgebrochen sei, da dieses sagt: „Jetzt bezeichnet nur ein Denkstein den Ort, wo sie stand.“ Nun leider ist dies ja nichts so Merkwürdiges. Trotz aller Bewegung auf dem Gebiete der Alterthumswissenschaft, trotz aller Vereine und Commissionen hat unsere Zeit mehr mittelalterliche Bauten zerstört, als irgend eine frühere. Wie viele Kirchen, Kapellen, Stadtthore und Privathäuser haben wir abtragen sehen!
152) Der Breslauer Magistrat hat gestattet, die in dem Allerheiligenhospital von Alters her eingemauert gewesenen und im städtischen Bauhofe lagernden romanischen und späteren Sculpturen in die Sammlungen des /Museums schlesischer Alterthümer/ aufzunehmen. Diese Stücke werden die Reihen der in dem östlichen Hofe des neuen /Provinzialmuseums/ aufzustellenden Architekturfragmente und Steinsculpturen, welche vom 12. bis ins 18. Jahrhundert reichen, zu einem interessanten Ganzen vervollständigen. In der Mitte des Raumes wird ein großes romanisches Thor mit Tympanum entgegentreten, Basen und Capitäle gleichen Stiles die Hinterwände zieren; an die Wände rechts und links werden sich gothische Stücke lehnen, an der Eingangsseite Renaissancearbeiten, wie die sog. „Halbe Maria“ von der Nicolaistraße, Säulen aus dem Ringhause zur goldenen Krone und vom Schloß und dem Münderschen Hause zu Liegnitz zur Aufstellung gelangen.
Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K. /Frommann/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.