Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge
mm. Weite, ungefähr in der Form eines halbwegs durch eine Schnalle
gezogenen Riemens. An diesen beiden Stellen sind Spuren von Vergoldung; dagegen zeigt das Silberband auf nielliertem Grunde Ständerkreuze und Mönchsbuchstaben, die allem Anschein nach nur als Ornament dienen, wenn sie nicht etwa als eine verwilderte Nachahmung des auf ähnlichen Ringfibeln öfter vorkommenden Spruchs /Ave Maria/ anzusehen sind; und zwar steht auf den beiden oberen Vierteln ✠AV -- MA ✠, auf der unteren Hälfte ✠ A[Symbol: stilisiertes M]MM ✠. Hier und da ist das zweite Zeichen der Buchstabenreihe (ein N? und ein M) von abweichender, mehr gerundeter Form.
C. Eine zweite ringförmige, silberne Gewandnadel von ca. 7-1/2 cm. äußerem Durchmesser, welche der Finder gleichfalls sofort in viele Stücke zerbrach, die leider nicht alle wieder herbeigeschafft sind. Die Fibula ist aus vier etwa gleich großen Bestandtheilen zusammengesetzt; zwei in Form eines gewundenen Draths von ca. 5 mm. Durchmesser wechseln ab mit zwei bandförmigen, ca. 1 cm. breiten und 1 mm. dicken Stücken, welche (wie bei B) auf nielliertem Grunde ein Ständerkreuz und mehrere Buchstaben zeigen. Wo die vier Stücke in einander übergehen, sind (vier) erhaben gewölbte, durchbrochene Rosetten aufgelöthet, welche ebenso wie der gewundene Drath vergoldet gewesen sein dürften. Auf dem behufs der Nadel eingekerbten, bandförmigen Stück liest man MA -- ✠ A (ein schlecht geformtes A), auf dem anderen nach drei ganz verwilderten Buchstaben MA. Im Ganzen sind die Zeichen und auch die Niellierung hier weniger sorgfältig und hübsch ausgeführt als auf der vorigen Ringfibula.
D. Der silberne Besatz von der Vorderseite eines Wammses, aus fünfzehn Stücken bestehend, von denen immer ein Schild und zwei Thierfiguren zusammengehören. „Damals (im 14. Jahrhundert auf der schwedischen Insel Gotland)“, so berichtet nach Funden aus jener Periode Dr. Hans Hildebrand[53], „verbargen die Haken und Oesen sich nicht, wie heutzutage, anspruchslos unter den Rändern der Kleidung, sondern waren oben aufgenäht und zeichneten sich im allgemeinen durch ihre zierliche Ausstattung aus, mit Löwen- und Adlerfiguren zur Seite, mit Wappenbildern oder mystischen Darstellungen auf dem Mittelstücke.“ Ebendieselbe Mode findet sich hier in Dithmarschen wieder. Es liegen vor:
1-4) vier resp. 21, 25 und (zwei) 27 mm. hohe, oben 19, 22 und (zwei) 25 mm. breite, dreieckige silberne Schilde, welche mit Niello ausgelegt sind und eine heraldische Lilie zeigen. Bei den drei größeren Schildchen ist je ein Loch in der einen Oberecke zum Behuf des Aufnähens durchgebohrt.
5) ein dreieckiger, 42 mm. hoher und oben 37 mm. breiter silberner Schild mit geperlter Einfassung, worauf ein heraldischer, nach rechts gewendeter Löwe mit der Punze ausgetrieben ist; vergoldet.
6) ein nach links gewendeter heraldischer Greif, hoch 25 mm. von massivem Silber gegossen; mit geringen Spuren früherer Vergoldung und einem durchgebohrten Loche.
7-14) fünf nach rechts und drei nach links gewendete heraldische Löwenfiguren, ca. 3 cm. hoch, aus vergoldetem Silberblech, welche mit einer nach dem Muster des Löwenschildleins roh geschnittenen Punze ungeschickt ausgetrieben sind. Auch sind die Figuren nicht ordentlich ausgeschnitten, sondern nur Löcher zum Behuf des Aufnähens durchgeschlagen.
15) eine desgl. etwas kleinere, nach links gewendete Figur, welche eher dem Greifen nachgebildet zu scheint.
Das betr. Wamms wurde also fünfmal zugehakt; doch ist von den eigentlichen Haken und Oesen, welche sich unter den Schilden und Thierfiguren verbargen, nichts mehr vorhanden.
E. Auch die folgenden Stücke waren offenbar bestimmt, als Schmuck auf die Kleidung aufgenäht zu werden, nämlich:
28 kreisförmige, flach gewölbte Flitter von ganz dünnem Silberblech, ca. 1 cm im Durchmesser, jede mit zwei durchgeschlagenen Löchern,
und 14 silberne Münzen, gleichfalls jede mit zwei durchgeschlagenen Löchern; dieselben sind vergoldet, aber stark von Rost angegriffen. Darunter befinden sich:
1) eine Münze, 17 mm. im Durchmesser. Av. Ein Bischof, stehend zwischen zwei Hirtenstäben. Rev. Kopf mit Perlendiadem, von vorne; darunter ein etwas gekrümmter Rost (oder Leiter);
2) ein Gros-Tournois des Königs Philipp des Schönen von Frankreich;
3) ein Canterbury Pfenning-Sterling des Königs Eduard von England;
4-10) sieben Lübecker Wittenpenninge, auf dem Av. der Reichsadler, auf dem Rev. ein Kreuz, in dessen Mitte eine vierblattförmige Oeffnung, worin, mindestens bei zwei Exemplaren, ein Punkt steht. (Geprägt in den J. 1373-79);
11) ein Kieler Wittenpenning, mit ähnlichem Kreuz auf dem Revers;
12. 13) zwei Lübecker Wittenpenninge, welche auf beiden Seiten im Perlenkreise einen Schild mit dem Doppeladler zeigen und nach 1410 geprägt sind. In dieselbe Periode gehört auch:
14) Ein Rostocker Wittenpenning. Av. (Stern oder Kleeblatt?) MONETA ROSTOKAE; Greif im Perlenkreise. Rev. Durchgehendes, schmales Kreuz mit einem kleinen Greifen im rechten Oberwinkel; außerhalb des Perlenkreises die eingetheilte Umschrift: (Stern) AIV -- ITAS -- MAG -- NOP (Vgl. Evers: „Meklenburgische Münzverfassung“ Theil II, S. 391.)
F. Drei getriebene, runde Perlen, 12 mm. im Durchmesser, welche aus einer oberen und einer unteren Hälfte zusammengelöthet und oben und unten mit einem Oehr versehen sind. Die Oberfläche der Perlen ist durch sechs senkrechte Furchen in sechs Felder eingetheilt, von denen abwechselnd drei glatt, die andern drei aber mit kleinem perlförmigen Buckeln verziert sind. An zwei Perlen hängt je ein 17 mm. langer, bis 8 mm. breiter, blattförmiger Hängezierrath, auf dem mit eingegrabenen Strichen die Aderung eines Blattes angedeutet ist. Von Silberblech, vergoldet.
Endlich die Hälfte einer ähnlichen Perle von vergoldetem Silberblech, welche mit drei kleeblattförmigen Ausschnitten verziert und gleichfalls mit einem Oehr versehen ist.
Da das Alter des Fundes durch die schon beschriebenen Münzen bestimmt wird -- derselbe kann nicht wohl früher als um das Jahr 1415 niedergelegt sein --, so möchte ich zum Schluß nur darauf hinweisen, daß unter all diesen Schmucksachen durchaus keine Spur von Filigranarbeit vorkommt. Danach erscheint es mir vorläufig noch allzu gewagt, daß man anderseits[54] einen ununterbrochenen Zusammenhang zwischen der heimatlichen (baltischen) Silberfiligran-Industrie der Neuzeit und dem orientalischen Silberschmuck des sog. jüngeren Eisenalters hat annehmen wollen.
/Kiel./ /Heinr. Handelmann./
FUSSNOTEN:
[53: Im II. Theil der illustrierten „Sveriges historia“, S. 57 u. Fig. 58-60. Insbesondere Fig. 59 zeigt einen dreieckigen, von zwei aufgerichteten Löwen gehaltenen Schild, worauf ein Pelikan, der sich die Brust aufreißt, dargestellt ist. Dieser Schild verbirgt den eigentlichen Verschluß.]
[54: J. Mestorf: Die vaterländischen Alterthümer Schleswig-Holsteins, S. 22.]
Zwei Inschriften in Prag.
Es dürfte vielleicht von Interesse sein, den Inhalt der beiden, im Treppenhause des böhm. Landesmuseums befindlichen Steintafeln kennen zu lernen, der sich auf die Verkündigung der Baseler Compactaten in der bestandenen Fronleichnamskirche auf dem jetzigen Karlsplatze in Prag-Neustadt bezieht. Diese Kirche ward in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Gestalt eines sechseckigen Sternes erbaut und diente bis 1437 zur Ausstellung der Reichsheiligthümer, zu welchem feierlichen Akte immer eine zahlreiche Menge aus nah und ferne zusammenströmte. -- Die letzte Ausstellung derselben, 12. April 1437, erhielt dadurch noch eine besondere Bedeutung, daß Kaiser Sigmund und Philibert, Bischof von Konstanz, Administrator des Prager Erzbisthums, Legat des Concils zu Basel, in Gegenwart der Stände Böhmens und einer unabsehbaren Menge hohen und niederen Standes in dieser Kapelle der ganzen Welt verkündeten, die Utraquisten seien wahre Söhne der Kirche. -- Die beiden in Rede stehenden Steintafeln hatten den Zweck, diese hochbedeutsame Kundgebung, welche eine Periode voll der blutigsten Gräuel zum Abschluß brachte, der Mit- und Nachwelt zum ewigen Gedächtniß aufzubewahren. Die beiden Tafeln wurden kurz darauf verfertigt und die mit dem böhmischen Texte gegen Osten, über dem Fenster, die mit dem lateinischen Inhalt über einer Seitenthüre gegen Süden eingemauert. Die böhmische Inschrift lautet:
„Leta MCCCCXXXVII z Rozkazanie Cziesarze Zigmunda a Legatuow Basileyskych w tomto kostele ohlasseno Czesky Latinie Uhersky a Niemecky zze Czechowé a Morawane Tielo Bozie a Krew pod dwogi zpuosobu przigimagic gsu wierni křestiane a prawi synowé cierkwe,“ d. h. im J. 1437 ist auf Befehl des Kaisers Sigmund und der Baseler Abgeordneten in dieser Kirche böhmisch, lateinisch, ungarisch und deutsch verkündet worden, daß die Böhmen und Mährer, die den Leib Gottes und das Blut unter beiderlei Gestalten empfangen, rechtgläubige Christen und wahre Söhne der Kirche sind. Der lateinische Text lautet:
Anno dni MCCCCXXXVII feria VI. ante Tiburcii Cesaris officio cum legatis Sigismundi Lingwis hic quatuor sincera fides sacramenti Bina sub specie mundo claruit sat aperte Et sunt Katholici Christi calice potientes.
Von da an wurde in der Kirche regelmäßiger Gottesdienst gehalten und das Abendmahl unter beiden Gestalten gespendet, bis nach der Schlacht am weißen Berge die Reaktion eintrat und Kaiser Ferdinand dieselbe 1628 den Jesuiten einräumte, die gleich darauf die gegenüberliegende, prächtige Ignatiuskirche und das jetzt als Garnisonsspital dienende großartige Ordenshaus erbauten. In dem Besitze derselben blieb die Fronleichnamskapelle bis zur Aufhebung des Ordens unter Maria Theresia 1773. -- Von da an nicht mehr zu gottesdienstlichen Handlungen benützt, wurde sie 1784 als Passagehinderniß, da sie sich mitten auf dem Karlsplatze befand, gesperrt und dem Prager Bürger Wenzel Sieber um 902 fl. verkauft. Dieser begann sofort mit der Demolierung, da er aber bei seinem kurz darauf erfolgten Tode kaum die Hälfte des Kaufschillings erlegt hatte, wurde sie 1791 nochmals feilgeboten und vom Stadtrath Adelbert Eisner Ritter v. Eisenstein erstanden, der sie vollends niederreißen ließ. Die beiden Steintafeln wurden der böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften zur Aufbewahrung übergeben, die sie am Eingange der Universitätsbibliothek aufstellen ließ. Da sie jedoch an diesem Orte leicht Beschädigungen ausgesetzt waren, wurden sie erst im Sitzungssaale dieser Gesellschaft im Carolinum (Universitätsgebäude) eingemauert, und als das böhmische Museum 1845 eine Stätte im ehemals gräfl. Jos. Nostiz’schen Palaste am Graben fand, wurden diese altehrwürdigen Zeugen einer der wichtigsten Epochen in der böhmischen Geschichte dorthin übertragen und im Treppenhause befestigt.
/Prag./ /Bruno Bischoff./
Eine lateinische Komödie aus dem 15. Jahrhundert.
Die in Nr. 6 des Anzeigers v. J. besprochene „Cauteraria Comoedia“ findet sich auch in der Handschrift Nr. 3123 der Wiener Hofbibliothek[55], über deren sonstigen reichen, durchaus dem Kreise der humanistischen Studien angehörigen Inhalt die Tabulae codicum Vindob. II, 206 Auskunft geben. Wir gewinnen aus dieser Wiener Handschrift zunächst einigen Aufschluß über den Verfasser; ob einen zuverläßigen, müßte freilich erst durch weitere Nachforschungen dargethan werden. Das Stück führt nämlich (Bl. 108a) die Ueberschrift: „Anthonii Barzicii Cauteraria Comedia incipit“ und endet Bl. 129a mit den Worten: „Finit Cauteriaria (_sic!_) Comedia foeliciter Anthoni buzarij. Georgius Schilher de Geiselhering.“ Darf man der Angabe in der Aufschrift trauen, so wäre dieser, meines Wissens nirgends erwähnte, Antonius Buzarius ein Angehöriger der berühmten Gelehrtenfamilie der Barzizier gewesen, welche noch bis zu Anfang des vorigen Jahrhunderts Sprossen trieb; s. Tiraboschi VI, 663; 1493 ff. und Adelungs Fortsetzung zum Jöcher I, 1483.
Der Schreiber der Wiener Handschrift, Georg Schilher von Geiselhöring, -- kaum wol /eine/ Person mit dem bekannten Meistersänger Jörg Schilher, -- nennt sich noch unter mehreren anderen Stücken, einmal (Bl. 164 a) mit dem Beisatze: „In studio Ingolsta(diensi)“. Dies ist entscheidend für die Bestimmung des Alters der Handschrift. Die Universität Ingolstadt wurde im J. 1472 gegründet, doch erst im J. 1492 wurde durch die Berufung des Conrad Celtes den humanistischen Studien auch dort Bahn gebrochen. In diese Zeit also, in das letzte Jahrzehent des 15. Jahrhunderts, möchte ich die Entstehung der Wiener Handschrift setzen. Paläographische Gründe sprechen nicht dagegen. Schilher scheint mir mit seinen sauberen, breiten, aufrecht stehenden Buchstaben sich an die italienischen Muster der Zeit zu lehnen. Andere Hände, die an dem Codex thätig gewesen sind, weisen ebenfalls an den Schluß des 15. und den Anfang des 16. Jahrhunderts. Auch der Einband ist aus dieser Zeit.
Der Magister Ambrosius Alantsee, von welchem die Maihinger Handschrift herrührt, ist wol derselbe, dessen Th. Petreius in seiner Bibliotheca Cartusiana (Colon. 1609) S. 7 mit folgenden Worten gedenkt: „Ambrosius Alentsenius scripsit librum vel Tractatum, qui intitulatur Foedus Christianum: quem Auguste Vindelicorum an. 1504. in 4. impressum, adseruat bibliotheca Cartusiae Buxianae propè Memmingam celebre Sueuorum oppidum. Fuit vero Prior domus horti Christi, et Visitator Prouinciae Alemanie inferioris“. Dazu am Rande: „Obijt in Germania anno 1506“. Die Kartause Hortus Christi bei Nördlingen war eine Stiftung der Grafen von Oettingen; s. Miraeus, Origines Cartusianorum monasteriorum, S. 51.
Auf die Verwandtschaft dieses Ambrosius Alantsee mit der Wiener Buchdruckerfamilie gleiches Namens hat bereits Dr. Hartmann von Franzenshuld Bedacht genommen in einem Aufsatze: „Die Buchführerfamilie Alantsee in Wien“ in den Mittheilungen der k. k. Centralcommission zur Erforschung der Baudenkmale, 19. Jahrgang (Wien, 1874), S. 85-87. Wenn Herr Dr. von Franzenshuld aber den Ambrosius A. zum /Drucker/ des von ihm verfaßten Tractates macht, so hätte ein Blick in Zapf’s Augsb. Buchdruckergeschichte II, 14 oder in Panzer’s Annales VI, 133 ihn vor diesem Irrthum bewahren können.
/Wien./ /Jos. Mar. Wagner./
FUSSNOTE:
[55: Eine dritte Hs.: „Anthonii Barzray... Comedia“, findet sich bei Scherer, St. Gallische Handschriften, S. 36 verzeichnet.]
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K. /Frommann/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1879. Nº 1. Januar.
Chronik des germanischen Museums.
/Nürnberg/, den 24. Januar 1879.
Der Beginn des Jahres gestaltet sich für unser Museum sehr erfreulich. Nachdem wir im vergangenen Jahre melden durften, daß Se. kgl. Hoheit Prinz Ludwig von Bayern die Summe von 1000 m. zu einer Stiftung gnädigst zugesagt, nähere Bestimmung darüber jedoch vorbehalten habe, hat nunmehr Se. kgl. Hoheit genehmigt, daß diese Summe als Beitrag zur Ausführung einer im Augustinerhofe projektierten großen mechanischen Uhr verwendet werde, und es haben auf gnädige Verwendung Sr. kgl. Hoheit Ihre kgl. Hoheiten höchstdessen Herr Vater, Prinz Luitpold und höchstdessen Herr Bruder, Prinz Leopold von Bayern je 1000 m. dieser Stiftung zugewendet.
Die Subscription für unser Handelsmuseum hat gleichfalls erfreuliche Fortschritte gemacht. Es haben die Handelskammer in Bochum, sowie das Bezirksgremium für Handel und Gewerbe in Fürth je zwei, die Herren J. S. Küstermann, E. u. Fr. v. Pfister und Fabrikbesitzer Utzschneider in München je einen Antheilsschein gezeichnet. Gestern fand im Lokale der hiesigen Handelskammer eine von hervorragenden Kaufleuten besuchte Versammlung im Interesse des Handelsmuseums statt und wurde ein Comité zur Förderung der Zwecke des Handelsmuseums, bestehend aus dem Vorsitzenden der hiesigen Handelskammer, Großhändler von Grundherr, den Herren Marktvorsteher v. Puscher, Direktor der Vereinsbank Max Meyer, Tabakfabrikant Beck und Kunstmühlbesitzer Fr. Knapp, gewählt.
Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:
Von =öffentlichen Kassen=. =Ansbach.= Distriktsgemeinde (statt früher 14 m. 77 pf.) 18 m.
Von =Privaten=: =Altenburg.= Dr. Löbe, Professor, 3 m.; Ranniger, Commerzienrath, 10 m.; Dr. Steidel, Medizinalrath, 3 m.; Dr. Wolf, Advokat, (statt früher 3 m.) 5 m. =Amsterdam.= Alexander Clemen 3 m. =Ansbach.= Adolf Bayer, k. Rechtsanwalt, 3 m.; Brunner, Post- und Bahnamtsinspektor, 2 m.; Franz Heydner, Stadtpfarrer, 6 m.; Zenetti, Oberstlieutenant, 2 m. =Berlin.= A. Frisch, Kunst- und Verlagsanstaltbesitzer, 10 m.; Baron Hugo von Linstow, k. Hauptmann, 3 m.; Max Mai, Buchhändler, 6 m.; Rud. Otto, Edelsteingraveur, 3 m.; H. Pohlmann, Bildhauer, 3 m. =Bielefeld.= O. Gülker 3 m. =Cöln.= L. Levy, Banquier, 5 m.; Dr. Rosenthal, Beigeordneter, 6 m. =Dresden.= Alfred Bach, Rentier, 10 m. =Kempten.= Ph. Häuser, Anwaltssubstitut, 1 m.; K. Schelle, Gymnasialprofessor, 2 m. =Leutkirch.= E. Holstein, jun. 1 m. =Nürnberg.= Carl von Fürer, Secondlieutenant, 4 m.; Wilh. Kern, k. Bauamtmann, 5 m.; Max Meyer, Direktor der Vereinsbank, 10 m.; Rudolf Ordner, Telegraphist, 3 m. /Prag./ Hans Baßler 2 m.; Bruno Bischof 2 m. =Roth.= August Haupt, prakt. Arzt, 2 m. =Tuchel.= Bars, Catasterkontroleur, 3 m.
/Einmalige/ Beiträge wurden gegeben:
Von =~Privaten~=: =Dresden.= J. H. Pilz, Rentier, 10 m. =Werneck.= Pius Wiesner, Curatus, 5 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:
I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen. (Nr. 8071-8086.)
=Amberg.= /Kgl. Gewehrfabrik/: 3 Modelle von Arbeitsmaschinen. -- =Eybach.= /Curt Graf v. Degenfeld-Schonburg/: Porträt des Marschalls Friedr. v. Schomberg. Alliancewappen der Raugräfin Louise von der Pfalz. Gräfl. Degenfeld-Schonburg’sches Wappen. Kupferstiche. -- =Hamburg.= /Kunze/, Oberpostamtssekretär: Kupfermedaille der Stadt Hannover auf die fünfzigjährige Jubelfeier der Schlacht bei Waterloo. 1865. -- =Isny.= /Romuald Henger/, Wagnermeister: Bauerngürtel. 18. Jahrh. -- =Kupferzell.= /F. K. Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg/, Durchl.: Reproduction des Porträts des Ulrich Grundherr. -- =Leipzig.= /E. A. Seemann/, Verlagshandl.: Kunsthistorische Bilderbogen. Vollständige Sammlung. -- =Mainz.= /Fr. Schneider/, Dompräbendat u. Subcustos: 2 Flugblätter. Kupferstiche. 18. Jahrh. -- =Messina.= /Dr. Bamberg/, kais. deutscher Generalconsul: Großes Gemälde des Thadd. de Alemania. -- =München.= /C. Schweigel/, Xylograph: 15 Bll. Probedrucke. Arbeiten des Hrn. Geschenkgebers. -- =Nürnberg.= /Hertel/, Kaufmann und Magistratsrath: Degen des 18. Jahrh. /Dr. Hiller/, Verificator: Gesticktes leinenes Handtuch vom 16. Jahrh. /Neumark/, Kaufmann: Mehrere Bilderbögen vom Beginne des 19. Jahrh. /Ungenannter/: Verschiedene auf das 400jährige Jubiläum der Buchdruckerkunst bezügliche Flugblätter. /Zimmermann/, Zeichner: Beinschraube, Folterinstrument. 17. Jahrh. -- =St. Petersburg.= Hofmarschall /Frhr. v. Rosen/, Excell.: Miniaturporträt des Staatsministers Frhrn. v. Stein. -- =Reichenberg.= /Curatorium des Kunstgewerbemuseums/: Jos. R. v. Führich’s Original-Compositionen aus d. Leben 1815-25. 1. Lfg. -- =Zeitz.= /G. Sommer/, k. Bauinspektor: Originalgroße Zeichnung eines Teppichs aus d. 14. Jahrh. im Rathhause zu Zeitz.
II. Für die Bibliothek.
(Nr. 38,812-38,989.)
=Agnetheln= (Siebenb.). /Fr. Fr. Fronius/, evangel. Pfarrer: Ders., Bilder aus dem sächs. Bauernleben in Siebenbürgen. 1879. 8. -- =Augsburg.= B. /Schmid/’sche Verlagsh. (A. Manz): Steichele, das Bisthum Augsburg; 28. Heft. 1878. 8. -- =Berlin.= /K. Akademie der Wissenschaften/: Philolog. u. histor. Abhandlungen aus dem J. 1877. 1878. 4. /A. Cohn/, Buchh.: v. Maltzahn, deutscher Bücherschatz d. 16., 17. u. 18. bis um die Mitte des 19. Jhdts. 1875. 8. /A. Conze/: Ders., Theseus u. Minotaurus. 1878. 4. /Ferdin. Dümmler/’s Verlagsbuchh.: Vasari, vita di Raffaello da Urbino, hg. v. H. Grimm. 1876. 8. Adami, Luise Königin von Preußen. 7. Aufl. 1876. 8. Virchow, Beiträge zur physischen Anthropologie der Deutschen; 2. Abdr. 1877. 4. Voigt, Geschichte des brandenburg.-preuß. Staates; 3. Aufl. 1878. 8. /Otto Jancke/, Verlagsbuchh.: Springer, Anna Amalia von Weimar u. ihre poet. Tafelrunde; 2 Bde. 8. Hartmann, die Denkwürdigkeiten des Kanzlers Hory. 1876. 8. /Eugen Schöpplenberg/: Ders., Clevische Bürgerschaft. 1673. 2. Lehenrevers Eberhard’s v. Schöpplenberg v. 7. Juni 1575. Facsim. -- =Bern.= /Dalp/’sche Buchh. (K. Schmid): Hebler, Aufsätze über Shakespeare; 2. Aufl. 1874. 8. /Histor. Verein des Kantons Bern/: Ders., Archiv etc.; Bd. IX, 3. H. 1878. 8. Katalog der Bibliothek etc. 1876. 8. Katalog der Flugschriftensammlung etc. 1878. 8. Sterchi, J., Nettiswyl u. das ehemalige Cluniacenser-Priorat daselbst. 1878. 8. -- =Bonn.= /Verein von Alterthumsfreunden im Rheinlande/: Ders., Jahrbücher etc.; 64. Heft. 1878. 8. -- =Breslau.= /Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur/: Dies., 25. Jahres-Bericht etc. 1878. 8. Dies., Fortsetzung des Verzeichnisses der in den Schriften der schles. Gesellschaft f. v. C. von 1864-1876 incl. enthaltenen Aufsätze. 8. /Schletter/’sche Buchhandl. (F. Franck): Birlinger, aus Schwaben; Bd. I u. II. 1874. 8. -- =Brünn.= /Mähr. Landesausschuß/: Dudik, Mährens allgem. Geschichte; Bd. V, VI u. VII. 1870, 75, 76. 8. -- =Detmold.= /Meyer/’sche Hofbuchhandl.: Thorbecke, Detmold u. der Teutoburger Wald. 1875. 8. Ders., Zur Geschichte des Hermannsdenkmals. 1875. 8. Erinnerung an das Hermanns-Denkmal. 8. Hobirk, Wanderungen auf dem Gebiete der Länder- u. Völkerkunde; Bd. I-XXV. 8. -- =Dresden.= /Herm. Burdach/, kgl. Hofbuchh.: Knothe, Geschichte des sogen. Eigenschen Kreises in der k. sächs. Oberlausitz. 1870. 8. Ders., Geschichte des Jungfrauenklosters Marienstern. 1871. 8. Zöllner, d. deutsche Kirchenlied in der Oberlausitz. 1871. 8. Sonderabdr. Domherr E. Heine in seinem Lebensgange. 1874. 8. Naumann, Literatur über Lessing’s Nathan. 1867. 8. Sonderabdr. Erinnerungen an Heinr. Wilh. v. Zeschau; 2. Aufl. 1866. 8. Gräße, Sachsens Fürsten aus dem Hause Wettin. 1876. 8. Börner-Sandrini, Erinnerungen einer alten Dresdnerin. 1876. 8. Aus dem Archive der Familie von Carlowitz. 1875. 8. /Louis Ehlermann/, Verlagsh.: Gödeke, Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung; Bd. III, 4. u. 5. Hft. 1877. 8. /C. C. Meinhold u. Söhne/, Buchh.: Fleckles, Carlsbad; 3. Aufl. 8. Petzold, die Rose; 2. Aufl. 8. /Verwaltung der k. Sammlungen für Kunst u. Wissenschaft/: Dies., Bericht etc. in den J. 1876 u. 1877. 1878. 4. -- =Elberfeld.= /Sam. Lucas/, Buchh.: Krafft, Briefe und Documente aus der Zeit der Reformation. 8. -- =Freiburg i. Br.= /Kirchl.-histor. Verein für Geschichte u. Alterthumsk. u. christl. Kunst der Erzdiöcese Freiburg/: Ders., Freiburger Diöcesan-Archiv; 12. Bd. 1878. 8. -- =Gera.= /C. B. Griesbach/’s Verlag: Hirt, actenmäßige Darstellung der Mordprozesse wider Franz Bernhard Schlörr. 1875. 8. -- =Giessen.= /Universität/: Zuwachs-Verzeichniß der großherz. Universitäts-Bibliothek im J. 1877. 8. Oncken, der preuß.-hessische Zollverein vom 14. Febr. 1828. 1878. 4., u. 6 weitere akadem. Gelegenheitsschriften. -- =Göttingen.= Dr. G. /Hanssen/, Professor: Ders., landwirthschaftliche Zustände früherer Zeiten in nordfriesischen Gegenden. 1878. 8. Sonderabdr. /Vandenhoeck u. Ruprecht’s Verlag/: Müldener, bibliotheca historica; Jahrg. 1878. 1. Hft. 8. -- =Graz.= /Dr. Friedr. Pichler/, Univers.-Professor: Ders., Bericht über die von Sr. Maj. dem Kaiser dotierten archäologischen Grabungen in den Gebieten von Solva u. Teutra. 1878. 8. Sonderabdr. -- =Hamburg.= /Otto Meißner/, Verlagsh.: Die Stadt Hamburg etc.; topograph. u. histor. dargestellt. 1875. 8. /Arnold Otto Meyer/: Tabellarische Uebersichten des Hamburgischen Handels im J. 1866. 1867. 4. Statistik des Hamburgischen Staats. Heft I. 1867. 4. /Verwaltung der Kunsthalle/: Verzeichniß der Kupferstich-Sammlung in der Kunsthalle zu Hamburg. 4. -- =Hannover.= /Hahn’/sche Buchhandl.: Struckmann, d. obere Jura der Umgegend von Hannover. 1878. 8. -- =Helsingfors.= /A. Heikel/: Bidrag til kännedom af Finlands natur och folk; 29. H. 1878. 4. /Finnische Literatur-Gesellschaft/: Suomi; toinen jakso, 2., 7., 9. osa. 1864, 68, 71. 8. Aspelin, suomalais-ugrilaisen muinaistut kinnon alkeita. 1875. 8. Pipping, förteckning öfver i tryck utgifna skrifter på Finska. 1856-57. 4. -- =Jena.= /Herm. Costenoble/, Verlagsh.: Athenaeum, hrsg. v. Reich, Jahrg. I u. II, 1. 1875 u. 1876. 8. Briefwechsel Alex. v. Humboldts mit Heinrich Berghaus; 3 Bde. 2. Ausg. 1869. 8. Noë, Robinson in den hohen Tauern; 3 Bde. 1875. 8. Freihold, die Lebensgeschichte der Menschheit; I. Bd. 1876. 8. Gutzkow, Säkularbilder. 8. Ders., zur Geschichte unserer Zeit. 8. Ders., Börne’s Leben. Ueber Göthe im Wendepunkte zweier Jahrhunderte. 8. /Gustav Fischer/, Verlagsh.: Schultze, Geschichte der Renaissance. I. Bd. 1874. 8., Eucken, über den Werth der Geschichte der Philosophie. 1874. 8. Schmidt, Pariser Zustände während d. Revolutionszeit v. 1789-1800. 1874-76. 8. Schultze, Kant u. Darwin. 1875. 8. Görres, Kritische Untersuchungen über die Licinianische Christenverfolgung. 1875. 8. Kind, Theologie u. Naturalismus in d. altchristlichen Zeit. 1875. 8. Molitor, der Verrath von Breisach 1639. 1875. 8. Muther, zur Geschichte der Rechtswissenschaft und der Universitäten in Deutschland. 1876. 8. Döring, die Kunstlehre des Aristoteles. 1876. 8. /Ed. Frommann/, Verlagsh.: Ders., Aufsätze zur Geschichte des Buchhandels im 16. Jhdt. Heft I: Frankreich. 1876. 8. Der Weinschwelg, hg. v. Schröer. 1876. 8. -- =Innsbruck.= /Freih. Leop. v. Borch/: Ders., die letzten Erben des Wappen der regierenden Grafen von Querfurt, Burggrafen zu Magdeburg etc. 1878. 4. -- =Karlsruhe.= /Macklot/’sche Buchh.: Die Verfassungs-Urkunde für das Großh. Baden 1873. 8. /Chr. Fr. Müller/’sche Hofbuchh.: Becker, Heerwesen u. Soldatenleben der Deutschen zur Zeit des 30jähr. Krieges. 1875. 8. -- =Kassel.= /Th. Kay/, Hofbuchh.: Thomas a Kempis, d. Nachfolge Christi, hg. v. Ebert. 1874. 4. v. 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