Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 27. Band, 1880 Organ des Germanischen Museums
Part 46
169) Unter dem 18. November wird der Nordd. Allg. Ztg. aus Hannover gemeldet, daß ein Mann in Rabber bei der Gartenarbeit ein merovingisches Goldstück aus dem 7. Jahrh. gefunden habe, die erste Münze dieser Zeit, die dort zu Tage gekommen, während römische dort häufiger gefunden wurden.
170) +Gernsheim+, 16. Juni. Bei der Fundamentierung des neuen Chorbaues an hiesiger Kirche fanden sich sowohl Grundmauern einer älteren +Kirchenanlage+, als auch mannigfache Reste von gothischen Baugliedern, wie Bruchstücke von Maßwerk und Rippen mit Birnstabprofil, so daß danach eine gothische Kirche und wol ein Bau des 14. Jahrhunderts an derselben Stelle gestanden hat. Eine dabei gefundene Goldmünze wurde leider verschleppt, ohne daß ihr Alter und Gepräge näher bestimmt werden konnte. Zahlreiche an der Baustelle gefundene Hufeisen rühren, wie behauptet wird, aus der Schwedenzeit her. Eine Turnose mit dem Avers: † PHILIPPVS REX und dem Revers CIVISTVRONVS (sic!) war früher schon an der Stelle gefunden worden.
(Correspondenzbl. d. Gesammtver. d. deutsch. Geschichts- u. Alterthumsvereine, Nr. 9.)
171) Nachdem die bauliche Restauration des St. Stephansdomes zu Wien bisher zum größten Theile auf Staatskosten bestritten wurde, hat sich nunmehr dortselbst ein Dombauverein gebildet, um die Mittel zur vollständigen würdigen Herstellung, insbesondere des Inneren der Kirche, zu beschaffen.
172) Die Restaurierungs- resp. Conservierungsarbeiten an der Barbarakirche in Kuttenberg werden mit Energie betrieben. Zunächst wird ein Fenster in der Smisek’schen Kapelle auf Staatskosten hergestellt.
(Mittheil. d. k. k. Centr.-Comm. f. kunst- u. histor. Denkmale, VI. Bd., 4. Heft.)
173) +Basselland Muttenz.+ Wie dem „Landschäftler“ geschrieben wird, soll eine Wiederherstellung der Muttenzer Kirchhofmauer und der beiden Thorthürme in Aussicht genommen worden sein. An der Westwand der Kirche sind nun die in der „Gesch. der bild. Künste in der Schweiz“, S. 663, Nr. 2 erwähnten Wandgemälde, eine ausführliche Schilderung des jüngsten Gerichtes, vollständig abgedeckt worden.
(Anzeiger f. schweiz. Alterthumsk., Nr. 4, n. d. Allg. Schweiz. Ztg.)
174) In der oberen, nur selten benützten Sakristei der Stadtkirche zu Guben (einer Hallenkirche in Backsteinbau, deren älterer Theil in seiner jetzigen Gestalt zwischen 1300 und 1400 entstanden ist) hat der gegenwärtige Custos Lehmann eine größere Zahl von Steinfliesen (etwa 15 cm. im Quadrat) mit eingepreßten Bildern entdeckt. Diese stellen dar: einen Baum mit langen, herabhangenden, schmalen Blättern und je einem langhalsigen Vogel zu beiden Seiten, einen Hirsch, hinter welchem der Jäger mit einem Hunde, ein regelmäßiges Fünfeck mit kaum mehr erkennbarer wappenartiger Zeichnung u. A.
(Der Bär, Nr. 6.)
175) +Eßlingen+, 18. November. Die vor 5 Jahren vom hiesigen Verschönerungsverein unternommene Wiederherstellung der +Brückenkapelle+ ist vor Kurzem beendigt worden, und der gestrige Tag war zu einer kleinen Feier dieses Ereignisses bestimmt. Im Innern der stilgerecht renovierten Kapelle wurde eine Ausstellung von Alterthümern veranstaltet, die auf Eßlingen Bezug haben und theils im Besitze des Verschönerungsvereins sind, theils in freundlicher Weise von der Stadt und Stiftung, sowie von Privaten geschenkt oder zeitweise überlassen waren.
(Staatsanzgr. f. Württemberg, Nr. 272.)
176) Nachdem lange Zeit die Befürchtung hatte platzgreifen müssen, daß die zuletzt im 17. Jahrh. von Elias Holl umgebaute Willibaldsburg zu Eichstätt, vom 11. bis 18. Jahrh. Sitz der Bischöfe von Eichstätt, der Zerstörung werde preisgegeben werden, ist nun dieser einstige Sitz kunst- und prachtliebender Fürsten durch Uebergang an die Stadt vor völligem Verfalle bewahrt worden.
177) In der Krypta der Kathedrale von Lausanne wurden Nachgrabungen veranstaltet, bei denen das Grab des 1220 verstorbenen Bischofs Roger aufgedeckt wurde. Leiche und Gewänder waren noch erkennbar, der Stab gut erhalten.
(Mittheilung d. Anz. f. schweiz. Alterthumsk., Nr. 4.)
178) Bei den Ausgrabungen am Petersberg wurde gestern eine goldene Zierrath mit schöner Gravierung, anscheinend ein Amulet oder Grabesschmuck einer in dem dortigen früheren Friedhof begraben gewesenen Leiche, aufgefunden.
(Südd. Presse u. Münch. Nachr., Nr. 272.)
179) Ein Münzfund von großer Bedeutung, welcher in Michendorf bei Potsdam gemacht wurde, erregte in jüngster Zeit die allgemeine Aufmerksamkeit und fand sowohl in den meisten politischen, als auch in Fachzeitungen Besprechung. Es sind brandenburgische Denare und Brakteaten des 12. Jahrhdts., bezüglich deren wir auf Nr. 89 der Blätter für Münzfreunde und Nr. 11 des numism. sphrag. Anz. verweisen.
180) Ueber einen Fund von Goldmünzen des 14. u 15. Jhdts. in La Tour-de-Peilz bringt der Anz. f. schweiz. Alterthumsk. Mittheilung nach dem Journal de Genève, wonach über 50 Stück, die Mehrzahl französische, gefunden wurden, aber auch solche von Burgund, Savoyen, Bayern, Frankfurt.
181) In +Volxheim+ (Rheinhessen) wurde bei einem Hausbau jüngst ein beträchtlicher +Münzfund+ gemacht. Beim Tieferlegen eines Kellers stieß man auf drei schlichte Thongefäße, welche Hunderte von Silbermünzen mittlerer und ganz kleiner Ausprägung, sowie drei Goldgulden enthielten. Die Münzen stammen alle aus der Zeit vom Ende des 15. Jahrhunderts bis um 1520; ein Maxd’or war von 1477. Da es lauter gangbare Münzen waren, so ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß sie das Baarvermögen des früheren Besitzers ausmachten, welcher sie wol in den Zeiten des Bauernkrieges vorsichtig verbarg, aber ihres Besitzes nicht mehr froh wurde.
(Correspondenzbl. d. Gesammtver. d. deutsch. Geschichts- u. Alterthumsvereine, Nr. 9.)
Verantwortliche Redaction: Dr. +A. Essenwein+. Dr. +G. K. Frommann+.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei +U. E. Sebald+ in Nürnberg.
FOOTNOTES:
[1] Herr Professor W. Crecelius in Elberfeld theilt uns zu Sp. 290 des Anzeigers mit, daß in der Ausgabe des Elementale introductorium von Trebellius „Impressum Witteenburgii per me Joannem Gronenbergensem. Anno MD. VIII“. die fraglichen Tischgebete nicht stehen.
Die Redaktion.
[2] +thon Broyle+ = zum Brühle, hier Nomen proprium; -- „der Brühl, mit Gras und Büschen bewachsene tiefe Fläche; bebuschte, tiefe, nasse Sumpfwiese, Sumpflache.“ Weigand, Wörterbuch I^2, 242.
[3] Infolge Beschneidung auf der rechten Seite der Urkunde, sind einzelne Worttheile weggefallen; das in Klammern Beigefügte ist Ergänzung derselben.
[4] +Tegeder.+ Das Loener Hofrecht gibt für diesen 4 an, die von den Hofgenossen gewählt und von des Amthofes wegen besonders in Eid und Pflicht genommen wurden. Ihnen lag ob, alles bei der Hofsprache anzubringen, wodurch das Recht des Hofes oder der Genossen gekränkt worden. „+Tegeder+“, meint Niesert (a. a. O., S. 38), „hießen sie von Teken oder Tegen -- ein Zeichen: einer, der etwas aufzeichnet, ein Tegeder.“ Ich vermag dieser Ansicht nicht beizupflichten. Besser wird das Wort mit dem hochdeutschen zeihen (criminari, arguere) zusammengebracht, wovon auch Inzicht = Beschuldigung, Inzichtverfahren = Rügeverfahren. Zeihen lautet niederdeutsch +tîhen+, +tîgen+ und das davon abzuleitende Substantiv tigeder, tegeder.
[5] +eynweldich+, Adjectiv von niederd. wald, Gewalt: allein gewaltig, mächtig; einweldigen (in das Gut)... immittere in possessionem (Haltaus).
[6] Der Ausdruck wird durch Vorführung analoger Stellen, welche zur Gerade gehörige Gegenstände aufzählen, klar werden: golt und silver vngewercht...; geschmiedet gold und silber...; alle silber und golt das gebeuget...; silber und gold so gebogen ...; all eir klenodie tot eirem live der frawen ringe, vmbgehenge ...; hare (_ihre_) silveren und gülden ringe, ook den daer haer man se mede getrouwet heft, item haren gördel, büdel u. dat gelt so darin ist...; dat beste gulden vingerlein (_Ring_)...; weibliche kleider und gezierde, fürspan, ringe, fingerlein, heftlein, geselschaft (?), halsband, ketten silbern und gülden, berlen, krenze und berlenbendlein, karellen (_Korallen_) und andre schnüre, die die frawen tragen, silbern gürtel und seiden borten mit golde oder silber beschlagen, pacifical (_gehenkelte Thaler_) so die frawe an ir getragen... (s. diese Stellen bei Grimm, Rechtsalterthümer II, 577-582.); -- mer hedde sie gelt, oft buntwerk.. (Loener Hofrecht, Art. 12);... vnuerschmydet gelt, syden want.., (das., Art. 35).
Die Vergleichung des Ausdrucks +vngesmedet golt+ mit den angezogenen Stellen führt fast mit Nothwendigkeit auf die Erklärung durch „gemünztes Gold“, im Gegensatz zu dem zu Schmuck und Kleinodien verarbeiteten.
[7] Im Loener Hofrecht begegnet auch „den houe syn vordel“ (Art. 12) und „dair houes voirdell“. Vordeel = praecipuum, Voraus. Wenn die Frau ein abgesondertes Vermögen besaß, konnte dem überlebenden Manne ein gewisses Voraus zustehen. Einige friesische Rechte, denen sonst das eigentliche Herrgewäte fremd ist, scheinen ein solches Voraus zu gewähren: „item wan einer der eltern mit den kindern verstirbet und die güter zu theile gehen, lebet dann der mann, so gebühret ihm voraus sein brautbett, sein stuhl mit den küssen, darauf soll er seinen besten rock hängen und sothane kleider, damit er ehrlich durchs land gehen mag, dazu sein gewehr und eine dwele (_Tischtuch_), so längst den tisch recket, mit den küssen so bei dem tische auf der bank liegen.“ Vgl. hier und weiter Grimm, a. a. O. S. 576 u. 582.
In unserem Falle ist der Inhalt des als bekannt vorausgesetzten Vordeels nicht angegeben.
[8] Jac. Grimm, Weisthümer III, S. 147. J. Niesert, das Recht des Hofes zu Loen, S. 47.
[9] Beilager, Hochzeit.
[10] Im weiß und blau gespaltenen Schilde ein +blauer+ halber Adler in der +weißen+, und ein +weißer+ solcher in der +blauen+ Hälfte; auch hier erscheinen die charakteristischen +Knöpfe+ an den Schwänzen und die +Bärte+, ganz wie auf unserem Siegel.
[11] Ein merkwürdiges Beispiel mittelalterlicher Schraffierung, welche zufälliger Weise mit der bekanntlich erst aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. stammenden und erst im 18. Jahrh. allgemeiner verbreiteten Erfindung der bestimmten Bezeichnung der Metalle und Farben übereinstimmt, ist das Siegel des Grafen Bertold von Heiligenberg v. J. 1271, auf welchem die schwarze Stiege (scala santa?) +gegittert+ schraffiert ist im +glatten+, weißen Felde, wogegen sie auf dem Siegel des Grafen Bertold v. J. 1254 punktiert erscheint. Auf den ältesten Zollern’schen Siegeln sind 2 Felder des schwarz und weiß quadrierten Wappens punktiert, später meist gegittert, seit der Mitte des 14. Jahrh. dagegen häufig nur erhaben u. vertieft graviert. Auf den Castell’schen Siegeln ist das roth und weiß quadrierte Wappen im 13. Jahrh. ebenfalls verschieden schraffiert; z. B. i. J. 1224 sind 2 Felder punktiert und 2 mit schrägen Kreuzen schraffiert; i. J. 1288 2 gegittert mit Punkten; i. J. 1311 schräg gegittert mit Punkten und im 14. Jahrh. meist nur erhaben und vertieft. Letztere Art der Unterscheidung der Tinkturen war im Mittelalter jedenfalls die gewöhnlichste auf allen plastischen heraldischen Darstellungen.
[12] umringen, einschließen.
[13] Vor diesem Briefe steht eine „Neue und wahrhafte Relation -- eine erstaunliche Niderlag von 100000 Tirggen -- des großen Einfalls so in den Tirgischen Ländern von denen zwen fürsten Josophat und Stephann Dinghil beschöchen mit ein Bekhumung dreyer großen Vestungen als Zäbelech, Zerbit und Gegändebur mit einer Niderlag von 100000 in Stückhe zerhauter Tirgen, eingeloffen den 2. Juny 1684.“
[14] Heffner, die ehemaligen Domherrnhöfe in Würzburg (Archiv d. histor. Vereins für Unterfranken XVI, p. 183 ff.).
[15] +Handzwehle,+ Handtuch. Schmeller II, 1176.
[16] +borschet+, +borset+ = wursaten, aus Wursat, einem halbseidenen Stoff, gefertigt. Schm. II, 1003 f.
[17] nelkenfarbig.
[18] häsen, von Hasenpelz.
[19] Taschentuch, Schm. I, 780.
[20] gefirnißt.
[21] Pokal, Doppelbecher, Schm. II, 456.
[22] Becher, Schm. I, 1575.
[23] Kännelein, Schm. I, 1253.
[24] von Aitstein (mhd. agetstein), Bernstein, Schm. I, 172.
[25] Kugel.
[26] Knäuel (mhd. kliuwe) Garns.
[27] kupfernes Gefäß, Schm. I, 1275.
[28] Nachtgeschirr, Grimm, Wbch. V, 129.
[29] Schröpfkopf, Schm. I, 1275.
[30] Kleines Gefäß, ampulla, Schm. I, 80.
[31] Mörser.
[32] Stempfel, Schm. II, 815.
[33] Schachteln?
[34] Tuchach, Tuchwaare, Tuchwerk.
[35] Leinlaken, Betttuch, Schm. I, 1417.
[36] Dabei wird ein beleuchteter Stern, welcher sich auf einer Stange befindet, gedreht.
[37] Sitzungsber. der phil.-hist. Cl. d. kais. Akad. d. W., Wien 1870, 64. Bd., S. 657 ff.
[38] Pfeiffer’s Germania, XVI. Jhg., (1871), S. 75.
[39] Archiv f. österr. Gesch. 49. Bd., S. 158.
[40] Jäger, a. a. O., S. 195 f.
[41] zum Eigenthum überlassen.
[42] zinspflichtiges Grundstück.
[43] Ehegatte.
[44] wäre aber (der Fall).
[45] veränderte, d. i. mich nicht wieder verheiratete.
[46] wieder so, in gleicher Weise.
[47] wannen, von wo.
[48] außer.
[49] denn.
[50] bei dem = durch den.
[51] Pferde.
[52] da, weil.
[53] Maulesel.
[54] sehr.
[55] eigentlich, genau.
[56] Dienstag.
[57] mügen, mögen, sich befinden; Schm. I. 1576.
[58] Theobald von Wolkenstein, ein Sohn Michels, des ältesten Bruders Oswalds I. Er wurde vom Trienter Domkapitel 1444 zum Bischof gewählt und von der Basler Synode bestätigt. Papst Eugen IV. hatte dagegen den Benedictinerabt von S. Lorenzo bei Trient, Namens Benedikt, zum Bischofe ernannt. Nach der Rückkehr Sigmunds nach Tirol (1446) brachte er die beiden Gegenbischöfe dahin, daß sie ihren Ansprüchen entsagten.
[59] anstehen, währen.
[60] Bauern.
[61] Redensart: Es sind Schindeln auf dem Dach, d. h. es sind Leute zugegen, die das, was geredet wird, nicht hören, oder doch nicht verstehen sollen. Schm. II, 430. Wander, Sprichwörterlexicon IV, 184.
[62] unverrechnet, ohne zu verrechnen.
[63] gestehen (constare), zu stehen kommen, kosten.
[64] Mehrwerth, Mehreinnahme, Ueberschuss.
[65] Rechnung abzulegen; vgl. Anmerk. 23.
[66] Verhandlung, Verabredung.
Dr. Fr.
[67] Nach Lexer, mhd. Wbch.: eine gegen Lohn gefütterte, überwinterte Kuh. (Grimm, Weisth. VI.)
Dr. Fr.
[68] Donnerstag, 20. Juli 1458.
[69] Cod. lat. Monac. 466, fol. 208.
[70] Herzog Wilhelm von Sachsen.
[71] Markgraf Albrecht von Brandenburg.
[72] Cod. lat. Monac. 466, fol. 228 s.
[73] vulgo „Spuckat“ (Bindfaden), von ital. spago, spaghetto, wie Vendite (Trödelladen) und dergleichen provinzielle Ausdrücke durch den urkundlich nachweisbaren intimen Verkehr zwischen Schlesien und Welschland hier frühzeitig heimisch geworden sind. Der Faden war übrigens dem Briefe in natura beigefügt.
[74] Die früheren Urkunden sagen dafür in der Regel „zwei ausgeschnittene (zusammensetzbare) Zettel.“
[75] Der Schreiber kann es sich bei dieser Gelegenheit nicht versagen, von den gegenreformatorischen Bestrebungen seiner Zeit einige interessante Belege zu geben. So sagt er zuerst: Descriptionem proelii Hungarici (im 2. Türkenkriege, 1683-99) interim acceperis. Fuimus felices, quod non fuerimus infeliciores. Fuisset autem secuta victoria pulchra, si 6. regimina equitum non recessissent et pugnare renuissent. -- Für den Gang der Gegenreformation in Schlesien ist folgendes Postscriptum instructiv: His diebus comedi cum domina capitanea Jauroviensi et Schwidnicensi[A] apud D. V. Cancellarium, ubi data opera incepi discursum de conversione haereticorum in Silesia. Et quid Comitissa? Statim incepit quasi offendi ad omnium risum et ostendere voluit, quid in hoc puncto non posset fieri, quod nobis imaginamur, ex hac ratione, quod cum Nobilibus +ibidem valde, suaviter et delicate+ (auch im Original unterstrichen) procedendum esset, ne laudetur rebellioni.
[Footnote A: Landeshauptmann der genannten Fürstenthümer war damals Hans Friedrich, Freiherr von Nimptsch. (ebd. XII, S. 60.)
[76] In der Orthographie des Originals.
[77] Daß die Juweliere von Augsburg auch sonst mit Schlesien in Verbindung gestanden haben, beweist die historische Zeitschrift XIV, S. 418, wo gesagt wird, daß +Matthias Hag, „Jubilirer von Augschpurk“+, (1597, 6. Dez.) eine Rechnung nach +Brieg+ ausgestellt habe über das, was er an „Silbergeschirr, guldnen Rosen mit Steinen und an Steinen, an ledigen (ungefaßten) Steinen, auch an Halsbanden, Kleinoten, Ketten, Gürteln“ auf vorherige Bestellung für die Ausstattung Magdalenä, Tochter des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg, verlobter Landgräfin zu Hessen, geliefert habe, was sich auf 30,205 [Reichstaler] beliefe.
[78] Die Belegstellen im Einzelnen s. bei +Mithoff+: Kunstdenkmäler und Alterthümer im Hannover’schen; Bd. V, 142. VI, 63. 73. 98. 147. 148. 159. 166 und V, 196.
[79] +Mithoff+, a. a. O. VI, 141.
[80] +Mithoff+, a. a. O. VI, 21.
[81] a. a. O. VI, 38. --
[82] a. a. O. V, 196. --
[83] a. a. O. IV, 273.
[84] Mittheilungen der C. C. Neue Folge. 5. Bd. (1879), Heft 2. S. LXXV ff.
[85] Conc. Germ. Tom. V, 209.
[86] sic! vielleicht „Salomon ipsum“.
[87] Instoriam circum. Hs.
[88] Den Vers würde herstellen: rex, cesar, papa.
[89] Diese 4 Zeilen stehen auch (2) im Cod. Wim. Q. 103, f. 327 und (3) im Cod. Lat. Monac. 903, f. 4.
[90] nunc 3. quidquid agas 1.
[91] cum 3.
[92] metuas 2. 3.
[93] cum 3.
[94] credas 1.
[95] Justitias 1. Conspicias 2.
[96] dum 2.
[97] Nam varias dat 1.
[98] vices 1.
[99] mineris 2, was vielleicht vorzuziehen ist. In 3 findet sich auch auf dem Vorsatzblatt ein Räthsel, welches aber vielleicht nicht neu ist:
LVX. Filia sum solin et sum sine sole creata: Sum quinquaginta, sum quinque decemque vocata.
[100] Diese, besonders in Oesterreich übliche, Bezeichnung für eine schriftliche oder gedruckte Anzeige eines Todesfalles ist auf das aus der ehemaligen spanischen Hofsprache eingedrungene „+Parte geben+“ (span. dar parte) für Nachricht geben, benachrichtigen, zurückzuführen. Vergl. Schmeller, bayer. Wbch. I, 406. Dr. Fr.
[101] Stadt in Oberfranken, an der Eisenbahn zwischen Bamberg und Lichtenfels gelegen.
[102] Collegium von sieben Personen zur Entscheidung streitiger Fälle. Schmeller II, 209.
[103] Kolben.
[104] weißen, hellen.
[105] Schaftmacher.
[106] Holz vom Elsbeerbaume, Prunus padus L. Schmeller I, 69.
[107] besorge, befürchte.
[108] der leidige Gegenstand.
[109] besondere, eigene.
[110] Stelle.
[111] welche Erzählung (des Schleifers).
[112] zu Tage kommenden (gekommenen).
[113] oder.
[114] außerhalb.
[115] erblich.
[116] bedürfen, benöthigt sein.
[117] auf sein Ansinnen, Ansuchen.
[118] liefern.
[119] Ahm, Ohm: āme Hs.
[120] beczalen dich Hs.
[121] vor geweczet steht gehe durchstrichen. --
[122] Hs. geczet. --
[123] Lies „gerich“, Rache. --
[124] vor weip steht leib durchstrichen. --
[125] leip ist über leut geschrieben. --
[126] recht, dexter. --
[127] die Fortsetzung steht wol auf der andern, aufgeklebten Blattseite.
[128] lies Veitl.
[129] im vorigen Jahre. Schmeller I, 761 f. Grimm, Wbch. III, 1547.
[130] bittend (= lat. quaeso). Schmeller I, 1616.
[131] gehen wir; ma, mir = wir. Schmeller I, 1641.
[132] grauslich, grauenvoll.
[133] raufen, handgemein werden.
[134] nämlich, freilich, allerdings.
[135] bringe mir’s (sc. das Glas) zu. Schm. I, 361.
[136] d. i. auf Gesund des Prinzen (laß uns trinken); der Gesund = die Gesundheit s. Schm. II, 307.
[137] tüchtig, brav. Schm. I, 602.
[138] die Höppin, eigentlich Kröte, verächtlich für Weibsperson: das Frauenvolk. Schm. I. 1140.
[139] weinen. Schm. II, 1127.
[140] wol für: rufen wir.
[141] euch.
[142] sprachen = erzählen.
[143] geräth.
[144] Betheuerungsformel. Schm. I, 36.
[145] d. i. anhin = hinan.
[146] den Grind (verächtlich für Kopf; Schm. I, 1003) abwaschen (Schm. II, 1175); figürlich: ihm hart zusetzen. Grimm V, 1755, i.
[147] Diminutiv von Katharina.
Dr. Fr.
[148] S. über ihn Zeitschr. f. Geschichte des Oberrheins Bd. 28, S. 38 ff. und Anzeiger, 1879, Spalte 47.
[149] Hier ist der Reim unregelmäßig und die Silbe „ac“ ist übrig.
[150] Unge puso plaudo, Hs.
[151] oder: in scilla. Es ist nicht recht verständlich; vielleicht soll instillare aus Reimnoth bedeuten: einlassen.
[152] sic!
[153] nach dem Vocabularius theutonicus ein Klagelied.
[154] habebam, Hs. gegen den Reim.
[155] aus linquo gebildet?
[156] Spürhund, s. L. Diefenbach, glossarium lat.-germ., p. 393.
[157] summitas, sedes alta in celis, nach den Glossarien bei L. Diefenbach.
[158] hic eger, Mon. Es wird wol etwas anderes darin stecken.
[159] ignominia, Wim. Die Stelle scheint corrupt zu sein.
[160] So Wim. in der häufigen mittelalterlichen Form. Samuel hat vielleicht correcter geschrieben, doch ist man bei ihm niemals sicher. Im Mon. ist der Name abgekürzt Ari^{lis}.
[161] pervehens, Mon.
[162] exiliat, Wim.; exilica, Mon.
[163] fortunum, Wim. fortuitum, Mon. Vielleicht schrieb er fortunium.
[164] integrare, Wim.
[165] Diese fehlerhafte Ausdrucksweise braucht Samuel auch sonst.
[166] So beide; ob für generosis?
[167] Aus dem achten Faszikel der Briefe Paul I. Behaims im germanischen Museum. Im Abdrucke sind, mit Ausnahme der Eigennamen, auch die Hauptwörter mit kleinen Anfangsbuchstaben wiedergegeben; auch wurde ssch in sch vereinfacht.
[168] unentgeltlich, umsonst. Schmeller I, 866.
[169] durch. Schmeller I, 224.
[170] sofort, demnächst.
[171] Vgl. Ortloff, Geschichte der Grumbachischen Händel, III, 186 u. f.; über den Druck der Antwort ebendas. Anm. 2.
[172] die in die Reichsacht erklärten. Schmeller I, 29. Grimm, Wbch. I, 170.
[173] Schon seit Anfang August war Mandelsloh nicht mehr in Gotha. Ortloff III, 281.
[174] sich schleufen (= schliefen, schlüpfen machen), schlüpfen, schleichen. Schmeller II, 508.
[175] die Anwerbung.
[176] Zu dem Kriege Lübecks und Dänemarks gegen Schweden, von 1563 bis 1570 vgl. Becker, Geschichte der Stadt Lübeck II, 150 u. f. Geijer, Geschichte Schwedens II, 168 u. f.
[177] Seeklippen, Klippeninseln.
[178] karitas, Hs.
[179] Nach diesem Verse folgt eine schlecht geschriebene lange Zeile mit 3 Versen. Die V. 226-236 stehen p. 304 oben am Rande.
[180] Vergl. Anzeiger 1875, Nr. 4.
[181] Daß es im 12. Jahrh. schon wirkliche Wappensiegel gegeben hat, beweist u. A. das wohlerhaltene, interessante Siegel (IV. A. 1.) des Grafen Hartmann von Dillingen aus den Jahren 1174-1194 im bayer. Reichsarchive zu München.
[182] Mehr als Herrschersymbol denn als heraldische Figur im eigentlichen Sinne des Wortes.
[183] Vergl. „der Deutsche Herold“, 1879, Nr. 11 u. 12.
[184] ¼ Thaler. Schmeller I, 152.
[185] Im Texte neun Zeilen durchstrichen.
[186] Otto II. von Harburg. Havemann, Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg, II, 87 u. f.
[187] Brett, Bohle. Schmeller I, 1436.
[188] rächen. Schm. II, 17.
[189] abtrünnig gemacht.
[190] Sigismund.
[191] Joachim Friedrich, Administrator von 1566 bis 1598. Hoffmann, Geschichte der Stadt Magdeburg, II, 363 u. f.
[192] Das katholisch gebliebene Domkapitel von Halberstadt trennte sich nach 87jähriger Vereinigung vom Erzstifte und postulierte den Enkel Herzog Heinrich’s d. J. von Braunschweig, Heinrich Julius, zum Bischof. Hoffmann, a. a. O.
[193] Gegenden, Provinzen. Schmeller I, 149.
[194] Zur Schlacht bei Gothland am 26. Juli 1566 vgl. Becker, II, 165. Der obige Schlachtbericht ist jedoch ausführlicher.
[195] Der Morian genannt. Becker, II, 166.
[196] Fehlschüsse; feilen = fehlen. Schmeller I, 702. Lexer III, 8; niederd. u. holländisch, auch noch bei Luther, feilen; vom franz. faillir entlehnt.
[197] plattes, dreimastiges, hinten hohes Lastschiff; auch ein Schnellschiff; (Weigand).
[198] Kriegsschiff, Linienschiff; (mhd. urlouge, dän., schwed. orlog = Krieg). Schmeller I, 1459. Weigand II, 278.
[199] Josua von Qualen, dänischer Befehlshaber. Becker II, 157.
[200] abgedruckt im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 1869, Sp. 336.
[201] mit (Haus-)Wesen, häuslich. Lexer III, 802. Schm. II, 1022.
[202] vorhanden, bevorstehend.