Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 27. Band, 1880 Organ des Germanischen Museums
Part 14
Weder in Lübke’s Geschichte der deutschen Renaissance II, S. 908, noch in den „Baudenkmälern im Regierungsbezirk Cassel“ von „Dehn-Rotfelser und W. Lotz“, wo über die Stadt selbst gehandelt wird, wird eines beim Schloßbau beschäftigten Künstlers Erwähnung gethan. Ich habe nunmehr Notizen über einen solchen an einer Stelle wiedergefunden, wo man sie nicht erwarten sollte, nämlich in den Jocoseria von Otho Melander (editio auctior, Frankfurt 1626) p. 665 ff. Die dortige Erzählung (DCXXX) hat die Ueberschrift: +De Joanne Schwertero latomo Heluetio+. Ihr wesentlicher Inhalt ist folgender: Als im Jahre 1556 Landgraf Philipp I. von Hessen einen Theil seines Schlosses in Cassel von Grund aus neu errichten ließ, vertraute er die Oberleitung des Baues seinem Sohne Wilhelm (IV) an. Eine Masse von Bildhauern und anderen Künstlern aus fast allen Weltgegenden (!) wanderte in Folge dessen nach der Stadt, um Arbeit zu finden, unter ihnen der Schweizer +Hans Schwerter+, welcher daselbst die Tochter einer Witwe, eine Großnichte des Justus Didamarus, zur Ehe nahm. Als nun Prinz Wilhelm nach seiner Gewohnheit die Arbeiter besichtigte, fiel ihm Schwerter wegen procera statura und vastum corpus auf. Kaum hatte er auf die Frage nach dessen Herkunft Bescheid erhalten, so fragte er weiter, welcher Religion er angehöre. Der Steinmetz erklärte, er bekenne sich ebensosehr zum Papstthum, als zu Luthers und Zwinglis Lehre: zum Katholicismus wegen der vielen Feiertage, an denen er sonst arbeiten müßte; zum Lutherthum, weil es alle Fleischsorten zu essen erlaube, die er sich bei seinen beschränkten Mitteln billiger als Fische verschaffen könne; an Zwinglis oder Calvins Lehre aber halte er darum fest, weil sie die wenigsten Feste zu beachten vorschreibe und somit ihn, den etwas Arbeitsscheuen, zu angestrengter Beschäftigung nöthige, wolle er nicht hungern und dürsten. Lachend über diese launige Antwort, gieng der Prinz von dannen. -- Diese Anekdote, welche in ihrer, dem klassischen Stile trefflich nachgebildeten Fassung ungemein erheiternder wirkt, als es eine wortgetreue Uebertragung vermöchte, ist in dreifacher Weise interessant, indem sie uns den Namen eines verschollenen Baukünstlers und die Jahrzahl der Erbauung eines Schloßtheils in Cassel aufbewahrt hat und schließlich eine Andeutung davon gibt, daß baulustigen Fürsten das religiöse Bekenntniß der von ihnen Beschäftigten nicht gerade gleichgültig gewesen sei. Was den Bau selbst anbelangt, so dürfte damit nur der +alte Marstall+ (Altstadt) gemeint sein, ein einfacher Renaissancebau mit Schnörkelgiebeln, an den Ecken mit Löwen, auf den Gipfeln mit Statuen geschmückt, welcher 1585 fertig wurde. (Dehn-Lotz, a. a. O. S. 26.)
+Bunzlau.+ Dr. +Ewald Wernicke+.
Aus Runkelstein.
Gelegentlich eines Besuches der seiner Fresken wegen berühmten Burg schenkte ich auch ganz unscheinbarem Gekritzel an den Mauerflächen etwas Aufmerksamkeit. Wir finden da eine Menge von Namen und Sprüchen, welche aber zum Theil nicht mehr leserlich sind, eingeritzt. Bewohner und Besucher des Schlosses wollten sich auf diese Weise verewigen, oder irgend eine momentane Stimmung veranlaßte sie, einen oder den andern Vers in die Wand einzugraben. Von Interesse sind für uns selbstverständlich nur solche älteren Datums.
Aus der Reihe der Namen notierte ich mir damals nur Hanns Rebwein 1494, dessen beistehender Wappenschild eine Traube zeigt. Einen Spruch weist die hinzugeschriebene Jahreszahl bereits ins Jahr 1406; er lautet:
wer tiengt mich meist tayl ich.
Außerdem mögen noch verzeichnet werden:
Zu gott und ainer schen frauen (wil ich) hoffen und pauen.
* * * * *
Geduld bringt freyd 1562.
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Was got hat geschaffen wil ich nit verachten 1578.
* * * * *
Gott und dich liebe ich 1606.
* * * * *
O herr iesu christ, ain prun aller genaden vol Erbarm dich mein, o geschyz mich wol.
* * * * *
O welt, wie betreugest du mich . . . . chein . . . dis dunkt mich klein.
Einige Verse, wahrscheinlich einem Minneliede angehörig, die sammt der Melodie mit rothem Stift geschrieben sind, wurden schon im „Freskencyclus des Schlosses Runkelstein bei Bozen“ Blatt 1^b mitgetheilt.
An der Erkerwand im sogenannten Badezimmer fand ich ein dem 15. Jahrhundert angehöriges Ausgabenverzeichniß eingeritzt. Es vollständig zu lesen, ist unmöglich.
„umb cho.. v [Pfund]. -- ij [Pfund] der chochin. -- iiij [Pfund].... iij [Pfund] -- dem pinter iij [Pfund] -- dem peter rawter ij [Pfund] -- ich ij [Pfund] dem rawter -- mir ij [Pfund] -- aber xvi [Pfund] hern kitheisch vii g. -- mir i [Pfund] -- dem marx ij [Pfund] zins -- mir 1 [Pfund] -- aber 1 ducaten vnd ij [Pfund] -- aber 1 [Pfund] den frawn von garten vnd haben ...... iij [Pfund] -- aber xvj g. vmb pant (?) -- aber dem haintrich 1 [Pfund] -- aber x [Pfund] hern hansen dem chaplan........ aber XLVIj [Pfund] vmb wein -- dem.... LI (?) [Pfund] -- mir vi g. -- aber iiij [Pfund] von des weins wegen -- aber ij [Pfund]..... aber xviij g. dem. . lasch -- aber umb daz mal (?) viij [Pfund] viiij g. -- aber iij [Pfund] umb ij (?) ster gersten..... aber vi (?) g. -- aber ij [Pfund] der ammen unt iiij (?) g.
xvj [Pfund] dem pfaff -- slosser (?) i ducaten -- mir iij.
.. am ersten viij m. -- darnach xj (?) m...... v ducaten. -- 1 ducaten.“
Auf der nämlichen Wandfläche steht noch: hic pro oculis alter pro capite.
Ueber Wandgemälde, die bisher theils wegen der argen Verwitterung, theils wegen der schweren Zugänglichkeit nicht beachtet worden sind, zu reden, behalte ich mir für später vor. Zugleich werde ich mich dann über die Ansicht Dr. D. Schönherrs äußern, der in der „harnasch kamer, gnannt +Neythart+“ jenes Gemach im obersten Stockwerke der Baumannswohnung zu erkennen glaubt, dessen Malereien unter anderen einen Reihentanz und ein Ballspiel zur Darstellung bringen; (s. seine Schrift: das Schloß Runkelstein bei Bozen. Mit einem Inventar des Schlosses von 1493, S. 16). Ich kann mich derselben nicht anschließen.
+Innsbruck.+ +Oswald Zingerle+.
Eine Glockeninschrift aus einem lateinischen Hymnus des Mittelalters.
Maria, Mater gratiae, mater misericordiae, tu nos ab hoste protege, in hora mortis suscipe.
So lautet eine nicht seltene Glockeninschrift. Die meisten Glocken, auf welcher sich dieser Anruf an die Mutter der Gnade und Barmherzigkeit findet, gehören Kirchen an, welche in der Diöcese Osnabrück oder Minden belegen sind. So steht er auf einer Glocke von 1540 in Barnstorf in der Grafschaft Diepholz, früher zur Diöcese Osnabrück gehörig; ferner in der gleichen Diöcese aus einer Glocke zu Holte von 1509, zu Lage von 1503, zu Oesede, Amts Iburg, von 1498, zu Riemsloh von 1522, zu Rulle von 1504, zu Sögel von 1516 und von 1518, zu Wallenhorst von 1515, auch zu Varrel in der Diöcese Minden auf einer Glocke von 1506.[78]
Alle ebengenannten Glocken zeigen die Inschrift vollständig so, wie sie oben mitgetheilt ist. Es kommen aber auch Abweichungen davon vor, indem in einigen Fällen nur ein Bruchtheil jener Strophe als Inschrift verwandt ist, theilweise auch noch unter Abänderungen des Wortlautes. So heißt z. B. die Inschrift einer Glocke zu Ostercappeln (in der Diöcese Osnabrück) vom Jahre 1502:[79]
anno domini m. ccccc. ii. maria mater misericordie, tu nos ab hoste protege in hora mortis suscipe.
Es ist also die erste Zeile der Strophe fortgelassen. Dagegen fehlen die zwei letzten Zeilen derselben in der Inschrift einer Glocke der in der gleichen Diöcese belegenen Kirche zu Beesten von 1507, in der es heißt:[80]
maria mater gracie mater misercordie.
Die größte Kürzung zeigt die Glocke zu Bramsche, welche außer der Jahreszahl 1513 nur den Spruch enthält:[81]
Maria in hora mortis me suscipe.
Theilweise gehört hieher auch die Inschrift der Glocke zu Twistringen (früher der Diöcese Minden unterstehend), in der man den Spruch liest:[82]
Maria mater gratie mater misercordie tu es spes solamen desolat.... anno domini MCCCCCXXV.
Endlich sei auch noch der Glocke zu Wichmannsburg (im Lüneburgischen) gedacht, welche vom Jahre 1512 den Spruch zeigt:[83]
Maria eyn moder der barmharticheyt byn ick gheheten, etc.
Fragen wir nun, woher stammt denn die oben mitgetheilte Strophe, so findet sich die Antwort darauf bei +Morel+: „Lateinische Hymnen des Mittelalters.“ Dort wird auf S. 81 unter Nr. 131 ein „Hymnus in S. Mariae praesentatione“ aufgeführt, und zwar als „hymnus in matutinum“, beginnend:
Maria verbi famula fit nobile triclinium . . .
Die vierte Strophe dieses Hymnus wird nun aus der uns beschäftigenden Glockeninschrift gebildet. Als Quelle für diesen Hymnus, dessen Verfasser unbekannt ist, führt +Morel+ das „Breviarium secundum usum Gallicanum (Venetiis 1627. 12.)“ an. Daß schon 1498 jener Hymnus bekannt und beliebt war, zeigt die obenerwähnte Glocke zu Oesede.
Aber nicht nur in den Diöcesen Osnabrück und Minden erfreute sich jener Hymnus und speciell diese Strophe mit dem Anrufe der Maria großer Verbreitung und Beliebtheit, sondern wir begegnen derselben gleichzeitig auch in von dort sehr entfernten Orten. In den „Mittheilungen“ der Wiener Central-Commission etc. sind neuerdings[84] unter der Rubrik „Zinngußwerke in Böhmen“ verschiedene Taufbecken aus Zinn besprochen, von denen das zu Nezamyslic bei Schüttenhofen zwei Inschriften zeigt, deren obere lauten soll:
maria mater gratie mater misericordie....
„die untere ist jedoch nicht mehr ganz zu entziffern.“
Betrachtet man indeß die a. a. O. S. LXXIII, fig. 1. gegebene Abbildung dieses Taufbeckens, so erkennt man in der unteren Inschriftreihe noch deutlich die Buchstaben +tu no+ ...., und es kann kein Zweifel bestehen, daß diese untere Inschriftreihe den Schluß unserer Hymnenstrophe enthält:
tu no[s ab hoste protege, in hora mortis suscipe]
Die in gothischen Minuskeln ausgeführte Inschrift scheint keine Jahreszahl zu enthalten; doch wird man das Taufbecken keineswegs später als in das erste Viertel des 16. Jhdts. versetzen dürfen. Es sind also -- (die Glocke zu Barnstorf von 1540 ausgenommen) -- alle Glocken, wie auch das Taufgefäß, auf denen sich diese Strophe aus dem Hymnus findet, +älter+, als die einzige bisher für denselben bekannte Quelle, nämlich das Breviarium von 1527. Vielleicht ist jener Hymnus deutschen Ursprunges. Da der Hymnus „ad matutinum“ bestimmt war, so läßt sich das Vorkommen gerade dieser 4. Strophe desselben auf +Glocken+ wohl erklären aus der in Capitel II des Concils zu Mainz von 1423 getroffenen Bestimmung, durch welche vorgeschrieben ward, „ut deinceps singulis Ecclesiis predictis +omni die circa solis ortum in memoriam compassionis+ gloriosissimae et intemeratae semper virginis +Mariae+, quae stans juxta crucem sui dilectissimi filii cruciebatur anxietate et moerore plena, +pulsetur tribus vicibus campana+ ipsius ecclesiae, quae et prout hactenus circa occasum solis pro salutatione ejusdem Virginis pulsari consuevit, ad hortandum Christi fideles, ut tunc in laude ipsius Virginis incipientes, eam cum salutatione Angelica devote venerentur, ut +ipsa quam Filius ejus nihil negans semper honorat, pro nobis et omni necessitate nostra apud Dominum intercedat+.“[85]
Die mit jenem Anruf der Maria als der Mutter der Gnade und als Mittlerin versehenen Glocken waren also Marien-Betglocken und auf ihnen die an die Gottesmutter gerichtete Bitte: „tu nos ab hoste protege, in hora mortis suscipe“ ganz anpassend. Wie aber erklärt sich letztere Bitte auf einem +Tauffasse+, da doch zur Taufe ein Anruf der Maria in keinerlei Beziehung steht?
+Dr. Th. Hach+.
Israelitische Vermählung.
Bild des 14.-15. Jahrhunderts.
Während die Mehrzahl der Hagadabilder, die wir bisher im Anzeiger gegeben haben, uns nicht die Eigenthümlichkeiten des Lebens der Israeliten des Mittelalters wiedergeben sollten, kommen wir hier auf eine der Scenen, die specifisch israelitisch sind. Es ist die Vermählung Isaaks mit Rebekka. Die Tracht des Brautpaares soll zwar sicher auch hier die der vornehmen Welt zur Entstehungszeit des Buches wiedergeben. Die lang herabhängenden Haare der Braut und der Kranz auf der Stirne sind sicher nicht israelitisch. Heute mindestens verlangt der Gebrauch in orthodoxen Kreisen noch das Scheeren des Haupthaares der Frau. Aber das Tuch, welches beider Häupter bedeckt, ist israelitisch. Der Vater des Bräutigams mit erhobenem Becher und der Lautenspieler repräsentieren die Festlichkeit.
+Nürnberg.+ A. +Essenwein+.
Verantwortliche Redaction: Dr. A. +Essenwein+. Dr. G. K. +Frommann+.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. +Sebald+ in Nürnberg.
Mit einer Beilage.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1880. Nº 4. April.
Chronik des germanischen Museums.
+Nürnberg+, den 15. April 1880.
Im Anschlusse an die früher gemeldeten thüringischen Adelsfamilien haben die Grafen und Herren v. Helldorf 300 m. für ein Fenster bestimmt; ebenso hat Herr Fabrikbesitzer Heimstädt in Nürnberg 350 m. für ein solches gespendet.
Im Erdgeschosse unseres Victoriabaues sollen Gipsabgüsse der hervorragendsten deutschen Skulpturen aus der romanischen Periode aufgestellt werden; es finden dazu an verschiedenen Orten Abformungen statt. Bereits ist das große Relief der Externsteine, welches wir einer Sammlung verdanken, die seiner Zeit in Detmold eingeleitet wurde, durch Bildhauer Maßler in Hannover angefertigt, hier eingetroffen und aufgestellt. Wir freuen uns, daß auch diese Angelegenheit, wie die meisten unserer einzelnen Unternehmungen, freundliche Theilnahme findet, und daß uns zu diesem Zwecke Unterstützungen zugehen. Schon im vergangenen Jahre hat Herr Prof. Kinkel den Ertrag einer von ihm hier gehaltenen Vorlesung für diesen Zweck bestimmt. Jetzt haben mehrere Herren die Kosten je eines Abgusses übernommen, und zwar die Herren Fabrikbesitzer Distel mit 300 m. und Falk mit 500 m., G. H. mit 50 m., Kaufmann Rieß mit 30 m. und Fabrikbesitzer Reich mit 50 m. Auf Kosten der von Sr. Maj. dem Kaiser begründeten Hohenzollernstiftung wurde das Tympanon der Klosterkirche zu Alpirsbach mit den ältesten monumentalen Darstellungen von Mitgliedern des Hauses Hohenzollern geformt.
Im weiteren Fortgange unserer Bauten, bezüglich deren wir einem schon längere Zeit festgestellten, auch bereits allgemein bekannten Plane folgen, haben wir einer mehrfach an uns herangetretenen Anregung Folge gegeben und Anstalten getroffen, einen großen Saal als Parallele zum Saale der deutschen Reichsstädte, als Erinnerungsdenkmal der ehemals landesfürstlichen Städte zu bauen. Wir haben diesen Städten die Bitte zugehen lassen, die Kosten dieses Saales ebenso zu tragen, wie seiner Zeit die vormaligen Reichsstädte die Kosten des Reichsstädtesaales getragen haben. Bereits vielseitig ist uns die Geneigtheit freundlicher Betheiligung, theils im allgemeinen, theils unter Bezeichnung bestimmter Summen zugegangen. Wir werden in nächster Nummer eine ziemlich beträchtliche Reihe von Städten aufführen können, welche diese Angelegenheit zu fördern bereit sind.
Die Subscription für das Handelsmuseum macht ihre Fortschritte, und es haben sich in dem abgelaufenen Monate durch Uebernahme von je einem Antheilscheine à 50 M. betheiligt die Herren und Firmen: C. F. Autenrieth, Hofkunsthandlung, in Stuttgart; Ed. L. Behrens in Hamburg; Kommerzienrath Aug. Bembé in Mainz; Arthur Bohnenberger in Stuttgart; Meyer Cohn, Bankhaus in Berlin; Georg Goldberger, Banquier, in Berlin; Wilhelm Heidenheimer in Nürnberg; Stadtrath Rud. Heydemann, Inhaber der Bankfirma G. E. Heydemann in Bautzen und Löbau, in Bautzen; Theodor G. Hofmann in Bremen; C. A. Heinrich Müller in Nürnberg; J. Tafel, Fabrikbesitzer, in Nürnberg; Tröltsch und Hanselmann, Gold- und Silbertressenfabrik, in Weißenburg a. S. und Robert Warschauer, geh. Kommerzienrath, in Berlin.
Herr G. Hacker hat dem Museum eine Anzahl interessanter Petrefakten mit der Bestimmung zum Geschenke gemacht, dieselben zu verwerthen und den Erlös für das Museum zu verwenden.
Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer wurden folgende +neue Jahresbeiträge+ angemeldet:
Von =öffentlichen Kassen=:
=Bamberg.= Stadtgemeinde (statt früher 12 m.) 20 m. =Greifswald.= Stadtgemeinde 20 m. =Grossenhain.= Stadtgemeinde 15 m. =Kamenz.= Stadtgemeinde 6 m. =Lauingen.= Stadtgemeinde (statt früher 6 m. 90 pf.) 10 m. =Ludwigsburg.= Stadtgemeinde (statt früher 8 m. 57 pf.) 10 m. =Pfarrkirchen.= Stadtgemeinde 5 m.
Von =Privaten:=
=Aurich.= Kettler, Lieutenant im 78. Infanterieregiment, 3 m. =Bayreuth.= J. Moritz, Inspektor des Bühnenfestspielhauses, 1 m. =Berlin=. Dr. Paul Nerrlich, Gymnasialoberlehrer, 3 m. =Bromberg.= Selcke, Rechtsanwalt, 2 m. =Calw.= Dr. med. Eberh. Müller 2 m.; Zöppritz, Fabrikant, 3 m. =Cleve.= Kolligs, Staatsprokurator a. D., 3 m. =Dinkelsbühl.= Spetzler, städt. Offiziant, 1 m. 75 pf. =Donndorf.= August Dieckmann 2 m.; Gertrud Frankenberg, Privatière, 2 m. =Dresden.= Flohr, Landgerichtsassessor, 3 m.; E. H. Heydenreich, Finanzrath, 3 m.; H. Mau, Juwelier, 5 m. =Ebermannstadt.= Joseph Rothmund, Bezirksamtsassessor, 2 m. =Erlangen.= Bernh. Dombart, Gymnasialprofessor, 5 m. =Gera.= R. Eisel, Kaufmann, 3 m.; Engelhardt, Obersteuerinspektor, (statt früher 50 pf.) 1 m. =Kork= (Baden). Dr. Reinhard, Oberamtmann, 3 m. =Kronach.= George, Grubendirektor, 2 m.; Otto Greiner, k. Oberamtsrichter, 2 m.; Jacob, kgl. Realschuldirektor, 1 m.; Hermann Schellhorn, Kaufmann, 3 m.; Eduard Weiß, kgl. Amtsrichter, 2 m. =Nürnberg.= G. A. Glafey, Nachtlichterfabrikant, 5 m.; Hase, Architekt, 3 m.; Paul Krieger, Tuchmacher, 3 m.; Dr. Neukirch, prakt. Arzt, 5 m.; David Röhm, Architekt, 5 m.; Ed. Röschel, Kaufmann, 5 m.; Gustav Sick, Kaufmann 5 m.; Friedr. Streit, kgl. Postoffizial, 2 m.; Th. Widmann, Kaufmann, 5 m. =Rostock.= Dr. Crumbiegel, Bürgermeister, 3 m. =Segringen.= Dollhopf, prot. Pfarrer, 2 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:
I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.
(Nr. 8268-8278.)
=Bamberg.= +Schmitt-Friderich+, Professor: Hölzerner Altarleuchter, 16-17. Jahrh. -- =Görlitz.= +Ottomar Vierling+, Verlagshandlung: Ansicht der Stadt Görlitz im Jahre 1565. Neuer Abdruck, 1879. -- =Lindau.= +Joh. Thom. Stettner+: Verlagshdlg.: Album von Lindau. -- =Nürnberg.= +G. Heimstädt+, Fabrikbesitzer: Braunschweig’scher Thaler, 1712. +J. Mesthaler+, Fabrikbesitzer: 6 ungarische Säbel der Revolutionsarmee, 1848-49. Wiener Studentenschwert, 1848. Scharfrichterschwert, 19. Jahrh. +L. Meyer+: 8 Silbermünzen des 16. Jahrhunderts. +M. Meyer+, Direktor der Vereinsbank: Basler Schützenfestthaler, 1879. +J. v. Schwarz+, Fabrikbesitzer: Petschaft mit einem in Bergkristall geschnittenen Wappen, 18. Jahrh. +J. L. Stich+, Buchdruckereibesitzer: Ein Päckchen geschlagenes Gold, 18. Jahrh. Setzwinkelhaken. Gestochener Wappenbrief, 18. Jahrh. -- =Tübingen.= +Osiander+’sche Buchhandlung: Tübingen im IV. Jubeljahre. Photographische Ansichten.
II. Für die Bibliothek.
(Nr. 40,673-40,964.)