Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1868) Neue Folge. Fünfzehnter Band.

Part 50

Chapter 503,406 wordsPublic domain

+Danz. Kathol. Kirchenblatt+: Nr. 46. 47. Die Kirche zu Pestlin und deren Restauration. (R. Bergau.)

+Evangel. Kirchen-Zeitung+: 83. Bd. 3. Heft, Sept. Woher die Pastoren? -- Bernhard von Clairvaux als Prediger.

+Notes and Queries+: Nr. 47, p. 482. Angling lore in the fourteenth century. (T. Westwood.) -- Nr. 49, p. 529. Early english and german drama. -- P. 535. Cross-legged effigies and the crussaders.

+Revue générale de l’architecture+ etc.: 26. Vol., Nr. 3-4, p. 62. Exemples de Ferronnerie des XVI., XVII. et XVIII. siècles. (Planche 9-10.) (Frantz Hugelin.)

+Sonntagsblatt+ (v. F. Duncker): Nr. 41. Zur Geschichte des Pferdes. (C. v. Kessel.)

+K. Preuß. Staatsanzeiger+: Beil. Nr. 240. Zur Geschichte der Industrie in Brandenburg-Preußen im 16., 17. u. Anfang des 18. Jahrh. -- Zur rheinischen Provinzialgeschichte. -- Ausstellung alterthümlicher Gegenstände in Erfurt. -- Nr. 258. Das Rathhaus zu Goslar. -- Nr. 270 u. 276. Der Einfluß der Prämonstratenser auf die Germanisierung u. Christianisierung der östlichen Provinzen des preuß. Staats.

+Theolog. Studien u. Kritiken+: 1869, 1. Heft. Zur Geschichtschreibung u. Sittenlehre Hermanns von Reichenau. (Baxmann.)

+Ueber Land und Meer+: Nr. 10 (XI. Jahrg.), S. 150. Kloster Bebenhausen (bei Tübingen). -- Nr. 11, S. 166. Der Nikla-(St. Nikolaus-) Abend.

+Zeitschrift f. bild. Kunst+: 2. Heft, S. 35. Dürer’s Hausfrau. Ein kritischer Beitrag zur Biographie des Künstlers. Mit Abbildungen. (M. Thausing.) -- S. 47. Meisterwerke der Braunschweiger Galerie. VI. Männliches Bildniss von Rubens.

+Illustr. Zeitung+: Nr. 1328, S. 421. Die antiken Silbergefäße von Hildesheim.

Vermischte Nachrichten.

124) Die bei +Hildesheim+ entdeckten werthvollen +silbernen Gefäße+ sind, nachdem sie sich als antike Werke ergeben, nach Berlin geschafft worden, um daselbst im Museum aufgestellt zu werden. Dieser Fund wird in dem demnächst zu erwartenden Winkelmann-Programm des Bonner Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande wissenschaftlich behandelt und publiciert werden. Die Arbeit ist von Professor Wieseler in Göttingen übernommen worden. (Blätter, die ausführlicher über den Fund berichten, sind unter der vorhergehenden Rubrik „Aufsätze in Zeitschriften“ angegeben.)

(Ill. Ztg. 1326.)

125) Beim Bau des Eisenbahndammes (schreibt man aus +Münster+ v. 12. Decbr.) haben sich diesseits der neuen Emsbrücke in der Gegend einer alten Umwallung 4 höchst interessante und seltene +Bronzegegenstände+ gefunden, die sämmtlich ungefähr dieselbe Form haben; nur sind 2 etwas kleiner im Umfange und Durchschnitten. Einen besondern Namen kann man ihnen nicht geben, da man mit Sicherheit nichts darüber anzugeben vermag, wozu sie ursprünglich gedient haben. Gestalt und Grösse hält ungefähr die Mitte zwischen Hufeisen und dicken Ringen. Aeußerlich liegen an der geraden Seite blattartige Querreifen, auf dem rundlichen Bügel Gravierungen, zu welchen bei einigen Exemplaren noch Löcher hinzukommen.

(Köln. Ztg. Nr. 348, 2. Bl.)

126) Beim Ausgraben eines Wasserbehälters an der Südseite der Stadt +Boppard+ sind die Arbeiter in einer Tiefe von etwa 8 Fuß auf mehrere alte +steinerne Särge+ gestoßen, welche aus einem weichen Stein gehauen und theils mit einem steinernen ausgewölbten Deckel, theils mit Steinplatten zugedeckt sind. Die trogartig ausgehauenen Särge sind noch gut erhalten und von verschiedener Größe. Nach dem Inhalte der Särge zu schließen, gehören sie etwa dem 5. Jahrh. an. Es fanden sich darin bei den Gebeinen verrostete, aber in ihrer Gestalt noch gut erkennbare Schwerter, Schmuckgegenstände und vollständig gut erhaltene, weiche Steine von der Grösse eines Ziegelsteines, deren Inschriften noch so leserlich sind, als wären sie erst vor einem Jahre ausgegraben. Die charakteristischen Lettern lassen das Zeitalter mit Bestimmtheit erkennen; auf einem der Steine liest man: Hic requiescit in pace Chrodbertus..... (unius?) anni. Der kleine Sarg, worin sich dieser Stein befand, scheint einer Kinderleiche angehört zu haben. Ein anderer Inschriftstein, der in einem der Särge lag, enthält bei dem Namen die Bemerkung: presbyter X ann. (während 10 Jahre Priester?). Ein Sarg ist offenbar aus einer früheren römischen Votivtafel ausgehauen; seine untere Fläche zeigt genau die Form einer solchen und eine vertilgte ältere Inschrift. Deutliche Skulpturen, von welchen eine ein Meerungeheuer mit Wolfsrachen und Fischschweif darstellt, das von einem Manne bekämpft wird, sind daran noch sichtbar.

(Dies. Nr. 347, 2. Bl.)

127) In +Alt-Ofen+ ist man auf dem Grund und Boden der ersten Alt-Ofener Kalk- und Ziegelbrennerei-Actiengesellschaft auf +römische Grabstätten+ gestossen, die aus Backsteinen hergestellt sind. Einer der dazu verwendeten Ziegel trug den Stempel _Leghardi._ Zwei Skelette wurden in den Gräbern gefunden, darunter das eine das Gerippe eines Kindes, neben dem ein silberner Ohrring lag. Die Nachgrabungen werden fortgesetzt.

(Ill. Ztg. Nr. 1328.)

128) Bei den Restaurationsarbeiten des +Kaiserhauses+ in +Goslar+ ist ein für den Wiederaufbau wichtiger Fund, der über den inneren Ausbau Licht verbreitet, gemacht worden. Die Nachgrabungen haben in Fortsetzung zu den beiden Säulen an der Rückwand zu Seiten des Thrones je zwei 4 Fuß lange und 3 Fuß breite Säulenlager, in Zwischenentfernung von etwa 15 Fuß durch Sandsteinbogen verbunden, in der Richtung nach der Vorderseite des Gebäudes freigelegt, also zu beiden Seiten des mittelsten der vorhandenen sieben Gewölbe. Da diese vier Säulenlager die einzigen vorhandenen sind, so berechtigt der Umstand zu dem Schlusse, daß die Decke des ganzen Saales nicht eine gewölbte war, zumal sich oben auf dem Mauerwerke noch hie und da Spuren der alten Balkenlager finden, und ferner, da noch jetzt das Gebäude mitten über der Fronte einen Erker trägt, daß der Mittelbau über und vor dem Throne, eben von vier steinernen Säulen (von einer findet sich auch noch die Basis) getragen, sich bis ins Dach hinein erhob.

(D. Kunstztg. Nr. 42.)

129) Unter die namhaftesten Erwerbungen des Alterthumsvereins zu Mannheim aus neuerer Zeit zählt eine große Ara (10 Zentner schwer) von gelbem Sandstein mit vier halblebensgroßen Reliefbildern, Herkules und Merkur, Juno und Minerva darstellend. Der Stein war in den Burgtrümmern auf dem Eichelberg bei Odenheim-Wiesloch gefunden worden und seit Jahren in einem Garten des Rentamtsgebäudes in Neckarelz (wo in der katholischen Kirche eine als Taufstein benutzte Ara mit den Göttern der sieben Wochentage sich noch befindet) der allgemeinen Kenntniß entzogen. Die Göttergestalten waren bisher nach der Deutung von Wilhelmi für Merkur, Herkules, Jupiter und Aeskulap gehalten worden.

(Korr. v. u. f. D. Nr. 609.)

130) Von +Venedig+ wird in Bezug auf die +zwischen Oesterreich und Italien wegen der Archive und Bibliotheken getroffenen Vereinbarung+ Folgendes berichtet: Die italienische Kommission hat von der Wiener Regierung Alles, was sie wünschte, mit großer Bereitwilligkeit erlangt: 4000 Bände historischer Dokumente, meistens dem Zentralarchiv Venedigs angehörend; mehr als 100 Codices der Bibliothek von S. Marco; 10 Foliobände von Staatsakten des Hauses Visconti und der ersten Sforza, ehemals dem Archiv von Mailand zugehörig; eine große Zahl von Gemälden und andern Kunstgegenständen, darunter der berühmte Kelch der Königin Theodelinde. In Wien sind noch zurückgeblieben 200 Codices, die zwischen den Jahren 1837 und 1842 aus Mailand dorthin kamen, als der berühmten Sammlung Foscarini angehörig betrachtet, welche Oesterreich im Jahre 1800 ankaufte. Darüber, heißt es, unterhandle man noch. Behalten hat Wien mehr als 300 Bände Depeschen venetianischer Botschafter an den deutschen Höfen von 1540 bis 1797, mit der Verpflichtung, dieselben zum Behufe von Abschriften nach Venedig zu schicken, wenn sie gewünscht werden.

(Das.)

131) Unter dem Namen +Holbein-Society+ ist in London ein Verein zusammengetreten, der sich zur Aufgabe macht, von alten, seltenen Büchern, zu deren Herstellung sich die Kunst mit der Literatur verbunden, Facsimile-Abdrücke zu veranstalten. Weil es viele solcher Werke gibt, die Holbein ihren Kunstschmuck verdanken, so hat die Gesellschaft nach ihm sich genannt. Die mit Hilfe der Photolithographie zu reproduzierenden Werke sollen den Mitgliedern der Gesellschaft zu sehr mäßigen Preisen geliefert werden, und zwar soll der Anfang mit Holbeins Todtentanz (Lyon 1538) und seinen Bildern für das alte Testament (1548) gemacht werden.

(Mag. f. d. Lit. d. Ausl. Nr. 49.)

+Mittheilungen.+

In der C. H. +Beck+’schen Buchhandlung in +Nördlingen+ erschien soeben und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen:

Kunst und Kunstgewerbe +vom frühesten Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts+.

=Ein Hand- und Nachschlagebuch=

zur leichten Orientirung in Fächern und Schulen, Meistern, Nachahmungen, Mustern, Technik, Zeichen und Literatur.

Von

=Dr. Franz Trautmann=.

27¼ Bog. gr. 8. br. Preis 2 Thlr. 6 Ngr. oder 3 fl. 48 kr.

Bei dem lebhaften Interesse unserer Zeit für die bedeutenden künstlerischen und kunstgewerblichen Erzeugnisse der Vorzeit, für die dabei zur Anwendung gekommene Technik, dürfte dieses Werk einem wahren Bedürfniß entgegenkommen. Der Herr Verfasser, der bereits auf belletristischem Gebiete, namentlich dem der mittelalterlichen Erzählung rühmlichst bekannte Schriftsteller, hat sich seit Jahren mit Kunststudien beschäftigt und bedeutende Sammlungen theils selbst angelegt, theils, wie die des bayerischen Nationalmuseums, lebhaft gefördert. Für Bibliotheken, Kunstsammlungen, technische Schulen, für Sammler von Kunstgegenständen jeder Art, Künstler und Kunstfreunde, Antiquitätenhändler, Antiquare etc. dürfte das Buch sich nahezu unentbehrlich erweisen.

+Berichtigung.+

In Nr. 11 des Anzeigers und zwar in dem Aufsatze: „Die Schlacht bei Pavia“, ist auf Sp. 345, unter Note 1 „der marggraf von Bischarra“ fraglich als Markgraf von „Peschiera“ angegeben. Letzteres, ohnehin bezweifelt, ist unrichtig; denn es war damit gemeint „Ferdinand Franz de Avalos, Marquis von Pescara.“

+Baader.+

Indem ich die Verse „de vita Curialium“ in Nr. 10 des Anzeigers wieder durchlese, ist mir plötzlich klar geworden, daß der unverständliche Ausgang der dritten Zeile: „debet +excitari+“ zu emendieren ist: „debet +execrari+“.

+Heidelberg.+ +W. Wattenbach.+

* * * * *

Da mit dieser Nummer der Jahrgang 1868 des Anzeigers geschlossen ist, so wird die gütige Bestellung der Fortsetzung desselben hiedurch in Erinnerung gebracht. Halbjähriges Abonnement wird nicht angenommen.

Verantwortliche Redaction: +A. Essenwein.+ Dr. +G. K. Frommann.+ Dr. A. v. +Eye.+

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.

Sebald’sche Buchdruckerei in Nürnberg.

Fußnoten:

[1] Ueber den ersteren siehe die sorgfältige, nur geringer Ergänzung bedürftige Mittheilung Schulze’s in Herrig’s Archiv 1862, S. 156; über Campen habe ich eingehend in meinem Agricola, S. 83-191 gehandelt. Weiteres siehe bei Harrebomée, Spreekw. der Nederl. taal. Bd. III, Vorrede.

[2] Die schwankende Orthographie kommt natürlich nicht in Betracht.

[3] Quadrati rustici kommen auch in einem Lied bei Feifalik, p. 169, vor.

[4] Das Fließen der Wunden in Gegenwart des Mörders wird noch behauptet in der Magia naturalis „Geheime Unterredungen zwischen zweyen vertrauten Freunden -- von der Magia Naturalis u. s. w. zum Druck gegeben von dem Collegio Curiosorum in Deutschland. Im Januario 1702. Gedruckt zu Cosmopoli. 8.“ S. 99: „Anderer häuffigen Wirkungen des Geblüts zu geschweigen, gebe ich dem Herrn nur in Observanz zu ziehen, ob das nicht wunderlich genung und doch natürlich zugehe, +wenn das Blut eines umgebrachten Menschens seinen eigenen Thäter verräth, wenn es von dem todten Körper contra ordinem naturae fließet, wie solches der ganzen Welt bekand ist+.“

[5] Mit diesem Weisthum haben wir zugleich die Bestätigung, daß Rotweil schon im 12. Jahrh. einen +Schultheiss+ hatte. -- Langen sagt S. 68: „Als Friederich Barbarossa den Bischof +Egino+ von Chur zum Fürsten des Reichs machte und dem Stifte viele Privilegien gab, so übertrug dieser Bischof dagegen dem Sohn des Kaisers, dem Herzog Friederich, die Kastenvogtei über das Stift Chur. Nun war es gebräuchlich, daß der Bischof von Chur dem jeweiligen Kastenvogt alljährlich ein Federspiel verehrte, und fiel diese Verehrung laut Urkunden dem Schultheiß von Rotweil zu (als des Reichs Amtmann).“ -- Das Rotweiler +Schultheißenamt+ war also ursprünglich kein städtisches Amt, sondern ein kaiserliches; der Bürgermeister leitete die städtischen Angelegenheiten. Bei Rathssitzungen saß der Schultheiß unten gegen die Thüre zu; der +Bürgermeister+ hatte den Vorsitz. Später sind beide städtisch. A. 1546: Der Bürgermeister soll künftig nicht mehr bei der Thür sitzen, sondern an der obersten Stelle, dem Schultheiß auf der rechten Seite. Das Schultheißenamt löste a. 1401 die Stadt von K. Ruprecht aus; es war also von da an städtisch und dauerte auch neben dem Bürgermeisteramt fort; besonders handelte es beim Stadtgericht Straffälle ab und nahm Appellationen von Rathsbeschieden an. Ganz später blieb dem Schultheißenamt nur noch die Erledigung der Gantsachen. Der Bürgermeister hatte die Straffälle. Beide wechselten in der Regierung jährlich ab.

[6] Heckenstaller’s Frising. Bd. CCLXI. Aus einer Copie des 18. Jahrh. Vgl. Anzeiger 1867, Nr. 10, Sp. 303 f.

[7] octo?

[8] Nach Lang ein „Weich-Wald“ (_d. i. Weih-Wadl, Weihwedel. D. Red._)

[9] Nach Lang eine davon 6 Schuh hoch und 119 Mark Silber wiegend.

[10] Nr. 10 ist bis jetzt ausgeblieben.

[11] Osenbrüggen, Alem. Strafrecht, S. 91. Rechtsalterth. aus d. Schweiz 1858, H. III, 21. Bamberger Halsgerichtsordn. Art. 146.

[12] Das +Häringverbrennen+, eine gegen Seuchen und Volkskrankheiten ergriffene allerwärts übliche Maßregel. S. mein Augsb. Wörterb. 220. 221. +Häringe+ waren im 13. Jhdt. schon sehr bekannt und kommen auch im Augsb. Stadtr. in den eingerückten Zolltarifen vor. Man ließ die bei den Kramern gefundenen alten Häringe sogar durch den Nachrichter verbrennen. Stetten, Handw. Gesch. Nachtrag (2. Bd.), S. 137.

[13] Vgl. Anzeiger 1860, Sp. 207. 366.

[14] Ueber den Werth der Marienkirche in architektonischer und malerischer Beziehung hat +F. v. Quast+ ein sehr vortreffliches Gutachten abgegeben, welches, so viel ich weiß, bisher ungedruckt, in Manuscript von der Hand des Verfassers in der Registratur der Marienkirche sich findet.

[15] Vgl. +Otte+, Kunst-Archäologie. 4. Aufl. S. 82.

[16] +Th. Hirsch+, die Oberpfarrkirche St. Marien zu Danzig (Danzig, 1843), Bd. I. Von dem, die Kirchengeschichte von Danzig seit der Reformation enthaltenden zweiten Bande sind 1846-47 leider nur 18 Bogen erschienen. Das höchst verdienstvolle Werk bricht S. 280 mit dem J. 1606 ab.

[17] Vgl. Hirsch a. a. O., Bd. I, S. 281 ff.

[18] Danziger Katholisches Kirchenblatt, 1867, S. 299. Vgl. auch Hirsch a. a. O., S. 147.

[19] Danziger Katholisches Kirchenblatt, 1867, S. 316.

[20] Ueber das kostbarste der dortigen Meßgewänder, die goldene Casel in Zarnowitz, habe ich in Nr. 21 des Organs für christliche Kunst von 1867 genauer berichtet.

[21] Vgl. A. Hinz, die Oberpfarrkirche St. Marien und deren Schatz an mittelalterlichen Paramenten. Eine Vorlesung. (Danzig, 1865.)

[22] Es wäre sehr wünschenswerth, daß eine Publication des ganzen Paramentenschatzes in Farbendruck, nach Art der Tafeln zu Bock’s Geschichte der liturgischen Gewänder, zu Stande käme. Wo ist ein Verleger dafür?

+Danzig.+ +K. Bergau.+

[23] Ich hatte kurz zuvor diese Ausgabe, ein durchaus wohlerhaltenes und vollständiges Exemplar, erworben aus dem Antiquariat Heerdegen zu Nürnberg, zugleich mit Zincgref’s Apophthegmen. Straßb., 1626. 8. und J. G. Seybold’s Viridarium. Norimb. 1677. 8. zusammen um die Summe von -- 1 Gulden und 30 Kreuzer. Es nahte sich gerade damals der Wendepunkt der goldenen Zeit der Bibliophilen, und Kreuzer und Groschen verwandelten sich seitdem in Guldenstücke und harte Thaler -- für die Herren Antiquare. Damals boten noch an Butsch zu Augsburg (1842) +Kirchhof+’s Wendunmnth. Frankf., 1589. 8. zu 48 kr., Seligsberg zu Bayreuth (1842) +Erasmi+ Chiliades. Francof. 1599. 2. zu 36 kr., desgl. +Zincgref+’s Apophthegmen. Leyden, 1644. 12. 2 Theile zu 36 kr., Müller zu Gotha (1841) +Erasmi+ Adag. Epit. Leyd. 1663. 8. zu 6 Gr., Thoma zu Nürnberg (1840) J. +Camerarii+ Symbola. Mog. 1668. 8. zu 9 Groschen, Heerdegen zu Nürnberg im gleichen Jahre +Chr. Lehmann+’s Chronik d. Reichsstadt Speyer. Franckf. 1612. 2. zu 48 kr., und im Jahre 1802 begnügt sich Val. Cammerer zu Erlangen für +Schottelii+ Haubtsprach. Braunschw. 1663. 4. mit 36 kr., +Rollenhagen+’s Froschmeuseler. Magdeb. 1608. 8., oder die Gestriegelte Rockenphilosophie. Chemnitz, 1718. 8., oder +Balth. Schuppii+ sämmtl. Schriften. Franckf. 1701. 8. mit 15 kr. und für +Sebast. Franck+’s Sprichwörter. Zürich, 1545. 8. gar mit 12 kr. Tempi passati! -- Wozu aber diese Note? Sie will nur andeuten, welche materiellen Schwierigkeiten ein Forscher der Gegenwart, der nicht immer ein Crösus ist und häufig fern von größeren Bücherschätzen lebt, bei proverbialen, ein überaus großes und verschiedenartiges Material erheischenden Untersuchungen zu bewältigen habe, und daraus resultierend, mit welcher Nachsicht, wie bei vorliegender Frage, ein Irrthum oder richtiger ein Uebersehen von Seiten eines gewiegten und verdienten Forschers zu beurtheilen sei.

[24] Daß diese sogar in einer Ausgabe (o. O. 1541) nicht 749, sondern „746“ laute, ist mir nicht unbekannt; allein es beruht auch dies auf einem offenbaren Druck- (vielmehr Setz-) Fehler: die unmittelbar vorangehende Numerierung in derselben ist:... „746“. „747“. „748“.

[25] Es ist selbstverständlich, daß mir manche Hülfsmittel mögen fremd geblieben sein, und ich möchte in dieser Beziehung die Aufmerksamkeit auf eine mir gleichfalls verborgene Quelle lenken, auf die mich die Güte meines verehrten Freundes Ottow hingewiesen, die: „+Bibliotheca Cypriana+, sive catalogus librorum... quos E. Sal. Cyprianus sibi conquisivit“. „Da Cyprian die reichhaltigste Sammlung von Agricola’s Schriften besaß, so möchte, fehlt die Ausgabe dort, die Angabe Nopitsch’s wol irrig sein.“

[26] Wir verdanken dieselben der gütigen Mittheilung eines Verwandten der Familie, des Herrn Ober-Regierungsrathes +Juncker von Oberconreid+ zu Gumbinnen.

[27] Mutz, Stutzschwanz.

[28] Zelten, traben, Trott oder Paß gehen.

[29] Wir gehen daher auch in der unter der Presse befindlichen neuen, vierten Auflage des „Führers durch die Sammlungen des Museums“ näher auf diese Abtheilung ein und lassen deshalb hier die chronologische Frage außer Acht.

[30] Inneres Deckblatt des Vorderdeckels der Hdschr. Clm. 6380 der Staatsbibliothek zu München (X-XI. Jahrh.).

[31] Aus Heckenstaller’s „Frisingensia“ beim Domcapitel in München, IX, 335. (Abschrift des 18. Jahrh.)

[32] Die äußeren Altarblätter oder Thürflügel.

[33] Die Chorherren.

[34] sie communizieren.

[35] Auf Veranlassung des Nachgenannten diene hiemit zur Berichtigung des in der Beilage zur vorigen Nummer d. A. enthaltenen Verzeichnisses der Jahresbeiträge, daß es unter +Freiburg+ nicht „Freiherr von Wengen“, sondern: „+von der Wengen+“ heißen muß.

[36] _leien_, _leienen_, jüdisch-deutsch, lesen.

[37] _verteischt_, d. i. verdeutscht.

[38] _enk_, d. i. euch; Schmeller I, 83.

[39] Die mit Cursiv gedruckten Stellen sind durch hebräische Worte, und zwar meist in Abkürzungen, ausgedrückt.

[40] _betragen_; der Druck: _betagen_.

[41] _um_; der Druck: _vnd_.

[42] Dr. _ergan_.

[43] Dr. _tan_, Wald.

[44] Dr. _held krefftigen_.

[45] Dr. _von seim boͤsen Weibe_.

[46] _nach_, mhd., nahe, beinahe; Dr. _nahet_.

[47] Dr. _zwischen_.

[48] Dr. _beliben_.

[49] _wendeit_ (so!), Dr. wendet = wendetet.

[50] Dr. allein.

[51] Dr. _uͤchsen_, mhd. _üehsene_, fem., Achselhöhle; Schmeller I, 19.

[52] _von galchot_, d. i. aus dem Deutschen; galach, jüdisch-deutsch, vom hebr. galach, scheren: der Geschorene; daher: der (kathol.) Geistliche, Pfarrer; der Deutsche (im Gegensatz zum Juden).

[53] _schutphim_, hebr. plur., Gesellschaft, Compagnie.

[54] „O mens sit iocunda“ hat die Handschrift gegen Rhythmus und Reim.

[55] „vini pari“, Cod.

[56] „haustus“, Cod.

[57] Hier fehlt offenbar etwas, obgleich die Handschrift keine Lücke hat.

[58] Berichtigung. Wie uns erst nachträglich zur Kenntniß gekommen, verdanken wir das unter Nr. 5468 aufgeführte werthvolle Geschenk zweier Kupferstiche von W. v. Abbema nach C. F. Lessing dem +Kunstvereine+ zu +Halberstadt+.

[59] Bald nach dem Erscheinen der Schrift gestorben.

[60] Vgl. Schmoller II, 513. +D. Red.+

[61] Auf der Rückseite der Urkunde, welcher wir diese Nachricht verdanken, findet sich von anderer Hand die Bemerkung: „Es waren welsch Haselnuß“.

[62] Die Familie von Lohe ist eine preußische (in Thorn). Wahrscheinlich erfolgte die Mittheilung auf Ersuchen des Danziger Raths.

[63] Herbst.

[64] Aus dem Danziger Stadtarchiv: Milit. D. 1. a.

[65] _Kraveel_, navis vectoria grandis et tarta (Frisch 544 c); holl. karveel, karvielschip; ital. caravella, span. caraba, carabela, franz. caravelle, aus mittellat. carabus, caravala, caravella (Ducange II, 168 b. 170 c. Diez 88.) D. Redact.

[66] gegossen.

[67] Kammern.

[68] Bord?

[69] Hauptstück.

[70] Verdeck.

[71] Mast.

[72] eine Tonne? -- Vielleicht i vnd j (durchstrichen). -- d. i. 1½ Tonne. D. Redact.

[73] eine Neige, ein Rest.

[74] wahrscheinlich 400 Vorschläge: iiij^c.

[75] wol 300 eiserne kugeln: iij^c.

[76] Celtes selbst schreibt den Namen bald so, bald anders (u. A. auch Rosuita), was hinreichend dafür zeugt, daß er für seine Person von der richtigen Etymologie des Wortes keine Ahnung hatte.

[77] Die Orig. der beiden Urkunden auf Perg. im Egerer Stadtarchiv.

[78] Orig. ddo 1410, 16. Okt. im Egerer Stadtarchiv.

[79] Copie auf Papier im Egerer Stadtarchiv.

[80] Orig. auf Perg. im Egerer Archiv.

[81] Während der Belagerung von Neuhaus sollen sich die Bürger von Eger durch ihren tapferen Eifer hervorgethan und unter ihnen wieder die Mitglieder der Tuchmacher-Zunft, „als die den Vorzug gehabt haben“, besonders ausgezeichnet haben, weshalb ihnen vom Rathe der Gebrauch der Trompete bei Tanz und Festspielen gestattet wurde. So erzählt +Pankraz Engelhard+, der älteste Chronist von Eger, der um das Jahr 1560 seine „Chronika“ schrieb.

[82] Orig. ddo 27. Sept. im Egerer Stadtarchiv.

[83] Die Orig. dieser Urk. auf Perg. im Archiv zu Eger. -- Ueberdies beriefen sich die Egerer auf K. Karls IV. Verordnungen.

[84] Die angezogenen Briefe im Stadtarchiv zu Eger.

[85] Diese weitläufige Berufungs-Urkunde wurde zunächst in deutscher Sprache verfaßt und alsbald behufs Ueberreichung in Rom ins Lateinische übersetzt. Sie liegt in beiden Fassungen im Egerer Stadtarchive vor. Der Schiedsspruch des Konrad Truchseß von Pommersfelden ist da nur mehr in der Copie vorhanden.

[86] Dietrich von Gemmingen war der Sohn Pleikarts, der 1515 starb und in Gemmingen begraben liegt. Dietrich war von Anfang ein eifriger Anhänger der Reformation, ja, er war der erste kraichgauische Ritter, der zur lutherischen Lehre übertrat. Mit Erhard Schnepf, Brenz, Capito, Buzer stand er in innigem Verkehr, und er, sowie seine Brüder Wolff und Philips bedauerten aufrichtig den Zwiespalt der Evangelischen wegen der Abendmahlslehre. Kurz vor seinem Tode widmet ihm Brenz seine Anmerkungen zum Buche Hiob, als Anerkennung seiner Frömmigkeit und ritterlichen Gesinnung.

[87] Wenn anstatt 3 ₰ bei den Kleidern 3 lb. gelesen wird, so stellt sich nach österr. Rechnung die Gesammtsumme allerdings auf 71 Pfd. und differiert nur in Schillingen und Pfennigen.