Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1868) Neue Folge. Fünfzehnter Band.

Part 5

Chapter 52,851 wordsPublic domain

Beiträge zu der Geschichte der Stadt und des Fürstenthums Neisse. Von Prof. Aug. Kastner. -- Ueber Etymologie. Von Dr. Krause.

+Pommer’sche Geschichtsdenkmäler.+ Gesammelt und herausgegeben von Dr. Theodor Pyl. Zweiter Band. (Der erste Band: Pommer’sche und Rügische Geschichtsdenkmäler, gesammelt und herausgegeben von Dr. Kosegarten, erschien Greifswald, Koch, 1834.) Greifswald, Vereinsschrift der +Greifswalder Abtheilung der Geschichte und Alterthumskunde+. 1867. 8.

Dr. Heinrich Rubenows hinterlassene Schriften und Urkunden. -- De poetica. Scriptum per manum Magistri Enwaldi Klene. (1473.) -- Die Stiftungen der Familie Hilgeman. -- Nachrichten über die Familien Rubenow, Hilgeman u. a. -- Urkunden des Grauen Klosters. -- Anlage der Rathsapotheke am Großen Markt Nr. 1. -- Verzeichniß der Meßgewänder des Schwarzen Klosters.

+Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Alterthumskunde.+ Band 2. Heft 3. Lübeck. Friedr. Asschenfeldt. 1867. 8.

Aus dem Tagebuche des Lübeckischen Bürgermeisters Henrich Brokes (Schluß), von Oberapp.-Rath Dr. Pauli. Anhang: Brokes Mittheilungen über den Hansa-Syndicus Dr. Domann. -- Des Syndicus Domann Lied von der deutschen Hansa, mitgeth. von Prof. W. Mantels. -- Beziehungen der Stadt Frankfurt a. O. zu Lübeck und zur Hanse, von Reg.-Rath Rudloff in Frankfurt a. O. -- Zur älteren Buckdruckergeschichte Lübecks, von Dr. Wiechmann-Kadow. -- Eine Luxusordnung, mitgeth. vom Staatsarchivar Wehrmann. -- Niedersächsische geistliche Lieder aus der vorreformatorischen Zeit, mitg. von Prof. W. Mantels. -- Lied der nach Mont Saint Michel in der Normandie wallfahrenden Kinder, mitgeth. von dems. -- Drei Wappenschilde Lübeckischer Kaufmannsgilden aus dem Anfange des 15. Jahrh., von dems. -- Heidnische Begräbnissstätte bei Pötrau, von Pastor K. Klug. -- Vereinsangelegenheiten.

+Mittheilungen des Historisch-antiquarischen Vereins für die Städte Saarbrücken und St. Johann und deren Umgegend.+ Ueber die römischen Niederlassungen und die Römerstraßen in den Saargegenden. Von Dr. Friedrich Schröter. Vierte Abtheilung. Mit einer Karte. Saarbrücken, 1867. 8. IV u. 88 Stn.

+Der Geschichtsfreund. Mittheilungen des historischen Vereins der fünf Orte Lucern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug.+ XXII. Band. (Mit zwei artistischen Tafeln.) Einsiedeln, New-York und Cincinnati, 1867. Druck und Verlag von Gebr. Karl und Nikolaus Benziger. 8. IV u. 88 Stn.

Die schmucken Siegel Erzherzogs Rudolf IV. von Oesterreich, oder die Gründung des Bürgerspitals in Lucern und seiner geistlichen Pfründe. (Mit 6 wohlgelungenen Siegelabbildungen.) -- Das Jahrzeitbuch der ehemaligen Schwestern St. Clara-Ordens in Zofingen. -- Urkundliche Geschichte der Pfarrei Oberkirch im geistlichen Landcapitel Sursee. -- Gefälle des Klosters St. Blasien auf dem Schwarzwalde, in den Cantonen Lucern und Unterwalden. -- Von den Gebeten und Betrachtungen unserer Altvordern in der Urschweiz. (Mit 4 Abbildungen.) -- Annalistisches aus dem ältesten Bürgerbuche der Stadt Lucern, von 1191 bis 1489. -- Geschichte der Linden und Harten in Schwyz. (Schluß.) -- Das Jahrzeitbuch der Pfarrkirche in Geiß, Ct. Luzern. -- Das Grabmal der Grafen Bero und Ulrich von Lenzburg in der Stiftskirche zu Beromünster. (Mit drei Abbildungen.) -- Sechs urnerische Maieramts-Rödel aus Zürich. (1321-1370.) -- Urkundliche Aehrenlese. (1261-1544.) -- Chronologische Inhaltsverzeichnisse sämmtlicher Urkunden und Belege des XXII. Bandes.

+L’Investigateur. Journal de l’Institut historique de France.+ Trente-quatrième Année. Tome VII. -- IV. Série. 392. Livraison. -- Juillet 1867. 393. Livraison. -- Août 1867. Paris, 1867. 8.

Frédéric Barberousse au siège de Tortone (1155), par M. Ranzi.

+Bulletin Monumental ou collection de mémoires sur les monuments historiques de France+, publié sous les auspices de la +Société française d’archéologie pour la conservation et la description des monuments nationaux+, et dirigé par M. de Caumont. 4. Série, Tome 3, 33. Vol. de la Collection. Nr. 6-8. Paris et Caen, 1867. 8.

Analyse architecturale de l’abbaye de St-Étienne de Caen, par M. Bouet. (Suite et fin.) -- Nouvelles découvertes de sépultures gallo-romaines à Lisieux (novembre 1866), par M. Pannier. -- Nouvelles découvertes au cimetière gallo-romain du Mesnil-sous-Lillebonne, par M. Gh. Roessler. -- Vases et armes trouvés à Cormes (Sarthe), par M. L. Charles. -- Excursions archéologiques dans le Vendomois. Le château de la Poissonnière. Par M. le comte A. de Rochambeau. -- Essai sur les origines et les développements du christianisme dans les Gaules; par M. Tailliar. -- Les forts vitrifiés dans la Creuse, par M. le comte P. de Cessac. -- Le dolmen de Bourmand en Poitou, par M. de Lamariouse. -- L’église de St. Junien, par M. l’abbé Arbellot. -- Inscription découverte à Aumale (Algérie), par M. le baron Henri Aucapitaine. -- Le tombeau de Charlemagne.

Nachrichten.

Literatur.

_Neu erschienene Werke._

1) +Johann Fischart’s sämmtliche Dichtungen.+ Herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von +Heinrich Kurz+. Drei Theile. Leipzig, J. J. Weber. 1866-67. 8.

Mit dem kürzlich erschienenen dritten Theil ist diese erste, glänzend gedruckte Gesammtausgabe abgeschlossen. In seiner Einleitung behandelt der bekannte Literaturhistoriker Leben und Schriften des Dichters, seine Charakteristik, Sprache und Darstellung, die Ausgabe der einzelnen Dichtungen (nicht überall vollständig) und deren dichterische Behandlung, endlich die Gegner Fischart’s. Der erste Theil enthält: „Nachtrab“, „Der Barfüßer Secten und Kuttenstreit“, „Von S. Dominici Leben“; dazu Lesarten und Anmerkungen. Der zweite Theil: Flöhhaz, das Glückhafte Schiff, das Jesuitenhütlein, die Reimsprüche zu den biblischen Figuren und „Die Gelehrten die Verkehrten“. Der dritte Theil die poetischen Folioblätter und die in Prosaschriften zerstreuten Reimstücke. Zuletzt Wörterverzeichniß. Eulenspiegel fehlt ganz. Bisher noch Unbekanntes findet sich nirgends. Dagegen sind die Anmerkungen reich an interessanten Vergleichen, wie sie sich meist aus französischer Quelle ergaben. Um Fischart als Dichter schätzen zu lehren, dazu reicht diese Ausgabe völlig hin; aber des Mannes fester politischer Charakter, einer der edelsten unserer Vergangenheit, will aus seinen prosaischen Schriften, deren er wenigstens sechzehn in Uebersetzung oder mit Einleitung herausgab, erkannt werden.

E. W.

2) +Altarschmuck. Ein Beitrag zur Paramentik in der evangelischen Kirche+ von +Lic. Moriz Meurer+, Pfarrer zu Callenberg bei Waldenburg im Königr. Sachsen. Leipzig, Dörffling u. Franke. 1867. B. 99 Stn.

Nach Vorgang der katholischen Kirche beginnt endlich auch der Protestantismus die äußere Ausstattung seiner Cultstätten wieder in’s Auge zu fassen und auf eine würdigere Herstellung derselben zu dringen. Gegenüber der mehr und mehr eingerissenen Formlosigkeit des Gottesdienstes wird die geschichtliche Thatsache geltend gemacht, daß jene keineswegs ursprüngliche Einrichtung, noch Absicht der Reformatoren, sondern nur allmählich sich herausstellendes Ergebniß gewisser allgemeiner Zeitströmungen gewesen, und daß vor der herrschenden Achtlosigkeit die vollkommene Berechtigung bestehe, was früher ein gesundes Gefühl eingegeben, jetzt mit richtiger Erkenntniß zurückzuführen. Der Verfasser des oben genannten kleinen Werkes fügt durch dasselbe den Verdiensten, die er sonst schon nach dieser Richtung hin sich in hervorragender Weise erworben, ein neues hinzu. Das Buch hat eine durchaus praktische Tendenz, verzichtet deshalb von vorn herein auf neue, weitergehende Forschungen, faßt vielmehr an der Hand bewährter Fachmänner die bisherigen Ergebnisse der Wissenschaft übersichtlich zusammen und tritt selbständig in Ziehung der Grenzen auf, innerhalb welcher die evangelische Kirche auf Grund ihres Bekenntnisses sich den allgemeinen Strebungen anzuschließen habe. Einige Capitel sind praktischen Fingerzeigen gewidmet.

v. E.

3) +Uebersichtliche Darstellung der Geschichte der kirchlichen Dichtung und geistlichen Musik+ von +H. M. Schletterer+, Kapellmeister in Augsburg. Nördlingen. Druck und Verlag der C. H. Beck’schen Buchhandlung. 1866. 8. 323 Stn.

Die Geschichte der kirchlichen Dichtung ist, für sich allein oder im Zusammenhange mit der ganzen Literatur, mehrfach behandelt worden, meistens aber vom Standpunkt der Sprachkunde oder der Dichtung im engeren Sinne. Ihre Bearbeitung in der kundigen Hand eines Musikers von Fach muß eine ganz andere Gestalt gewinnen und Momente zur Würdigung bringen, die anderswo eine ihrer Bedeutung entsprechende Geltung schwer finden können. Denn in der ganzen Entwicklung der kirchlichen Dichtung liegen lange und zum Theil sehr wichtige Perioden, in welchen der Inhalt mit der Form schwer ringt und durch die Sprache nur einen geringen Theil seiner selbst zur Offenbarung bringt. Erst im Zusammentritt mit der musikalischen Durchführung ersteht das vollkommene Kunstwerk und enthüllt die ganze Tiefe und Bedeutung seines Wesens. -- Der Verfasser beginnt mit dem geistlichen Lied und dem Kirchengesange in den ersten Jahrhunderten des Christenthums und führt in getrennter Betrachtung, doch stets festgehaltener Wechselbeziehung der beiden, ihre Geschichte durch die Zeiten des h. Ambrosius Gregor’s des Gr., sowie der Perioden vor und nach dem Reformationszeitalter bis zur Gegenwart, indem er für die letzten Jahrhunderte der kirchlichen Tonkunst ein besonderes Augenmerk zuwendet und am Schlusse die angestrebte, hie und da bis zu den bekannten Gesangbuchstreitigkeiten ausartende Wiederherstellung des Kirchengesanges näher berührt. Wie im ganzen Buche sich die Arbeit des bewährten Fachmannes bekundet, die den Stoff innerhalb der gesetzten Grenzen vollkommen bewältigt, so wird der Werth derselben durch die Wärme des Vortrags erhöht, die vorzüglich geeignet ist, auch den Laien heranzuziehen und zu seinem Vortheil ihm Interesse für einen Gegenstand einzuflößen, der die wichtigsten Momente unserer geistigen Entwicklung enthält.

v. E.

_Aufsätze in Zeitschriften._

+Das Ausland+: Nr. 51, S. 1208. Wälschtirolische Märchen. -- 1868, Nr. 1, S. 6. Das Passionsspiel im Sarnthal. (v. R.-D.) -- S. 12. Die Celtengräber in Derbyshire.

+Daheim+: 1868, Nr. 13. Der Tod des letzten Hohenstaufen.

+Erheiterungen+: 1868, 1. Hft., S. 16. Donaustauf bei Regensburg. (Hans Weininger.)

+Europa+: Nr. 51, Sp. 1607. Die deutschen Altväter der botanischen Wissenschaft.

+Illustr. Familien-Journal+: 1868, Nr. 1 (735). Die culturgeschichtliche Weihnachtsfeier.

+Die Gartenlaube+: 1868, Nr. 1. Alte Städte und altes Bürgerthum. 1. Nürnberg im Norden (Hildesheim). (Mor. Busch.)

+Deutsche Kunst-Zeitung+: Ein Beitrag zur Geschichte der van Eyck’schen Schule. (Ernst Förster.) -- Architektonische Notizen: Die Restauration der Schloßkapelle in Ambras. Die Restauration des Ulmer Münsters.

+Magazin f. d. Literatur des Ausl.+: Nr. 52, Sp. 728. Zur Roswithafrage (Notiz).

+Illustrirte deutsche Monatshefte+: Nr. 39 (135), Dez. 1867, S. 263. Ein Revolutionär der Wissenschaft (Paracelsus). (Karl Ruß.) -- S. 315. Zur Erfindungsgeschichte der Dampfmaschine. (Th. Weiß.) -- Nr. 40 (136), Jan. 1868, S. 358. Die mittelalterliche Bewaffnung. (Hans Weininger.)

+Volksblatt f. Stadt u. Land+: Nr. 103. Zur Geschichte der Rebus.

+Zeitschrift f. bild. Kunst+: 1868, Nr. 1, S. 7: Ein Brief Albrecht Dürer’s an Spalatin. Mitgeth. von Ed. His-Heusler. -- S. 12. Zwei Könige. Nach einem Karton eines untergegangenen Wandbildes von Hans Holbein.

+Danziger Zeitung+: Nr. 4622, 3. Jan. 1868. Bilder aus der Marienkirche zu Danzig. (R. Bergau.)

+Illustr. Zeitung+: Nr. 1276. Das Genfer Escaladefest. -- Nr. 1277. Die Stadt Rothenburg. -- Weihnachtsbräuche. -- Nr. 1279. Koller Gustav Adolph’s, Königs von Schweden.

Vermischte Nachrichten.

1) Von Freunden der Münz- und Wappenkunde in +Dresden+, welche sich schon seit Jahr und Tag in zwanglosen Zusammenkünften gegenseitig zu belehren und zu unterstützen unternommen hatten, gieng vor einiger Zeit die Anregung zur Gründung eines förmlichen Vereins für jene Fächer aus, und es fand diese Idee so viel Anklang, daß sich am 8. Nov. v. Js. ein +Verein für Münz-, Wappen- und Siegel-Kunde+ förmlich constituieren konnte. Er hat sich Statuten gegeben und einen Vorstand gewählt, welcher aus dem Adv. Gautsch als Vorsitzendem, Kaufmann Schnecke als Schriftführer und Juwelier Widemann als Schatzmeister besteht. Es ist bereits mit benachbarten Geschichts- und Alterthums-Vereinen Verbindung angeknüpft worden; auch hat der Verein verschiedene Arbeiten in Angriff genommen, von denen später einmal Mittheilung gemacht werden soll. Einige Geschenke haben schon den Grund zu einer Bücher-, Münz- und Wappensammlung gelegt.

2) Im Dorfe +Reinhardsgrimma+ bei Dippoldiswalde ist im Herbste v. Js. beim Roden eines Baumes auf Ritterguts-Grund und Boden ein +Topf mit 2300 Stück Brakteaten gefunden+ worden. Der Besitzer des Gutes hat den ganzen Fund dem als Münzkenner und Sammler wohlbekannten Herrn Benno von Römer in Dresden zur Sichtung und Bestimmung übergeben, welcher bereits ermittelt hat, daß der ganze Fund in 46 verschiedene Typen zerfällt. Die Mehrzahl besteht in Brakteaten des Markgrafen Heinrich des Erlauchten zu Meißen, und zwar ungefähr aus den Jahren 1230-1260. Darunter sind 36 Stück böhmische in 17 verschiedenen Typen; einige mit den Buchstaben C. S., C. V. und C. bezeichnet; sodann 4 Stück wahrscheinlich bischöflich meißnische. Alle 2300 Stück sind mit wenig Ausnahmen vortrefflich erhalten und wie nur eben aus der Münze gekommen. An 400 Stück halbe, sorgfältig in der Mitte zerschnittene bestätigen, daß man dies nicht dem Zufalle, sondern der Absicht zuzuschreiben hat, auf diese Weise Scheidemünze zu bekommen. Nachdem das königl. Münzkabinet sich die noch nicht in demselben befindlichen Exemplare ausgewählt haben wird, soll der Fund im Ganzen verkauft werden. Ein ausführlicher Bericht darüber ist noch von Herrn von Römer zu erwarten.

3) In der Generalversammlung des akadem. Dombauvereins in Bonn hielt der Dombaumeister Voigtel aus Köln einen Vortrag, in welchem er sich auch über die +Ausgrabungen+ verbreitete, die +an der Nordseite des Kölner Doms+ zum Zweck des Terrassenbaues vorgenommen wurden. Man stieß dabei in beträchtlicher Tiefe auf die Reste eines römischen Tempelbaues zu Ehren des Titus, den laut der Inschrift die Augustalen mit einer Mauer umgaben, auf die Ueberbleibsel einer Reiterstatue, auf ein römisches Bad und daneben auf die Grundmauern eines Gebäudes aus der Römerzeit, das offenbar durch Feuer zerstört worden war. Neben einem Raume, der zur Küche gedient haben mochte, waren bis zu einer Tiefe von 40 Fuß die Hinterlassenschaften der culinarischen Genüsse aufgespeichert: Köpfe von Hirschen, Rehen, Ebern, dichte Lagen von Austernschalen. Unterhalb des erwähnten römischen Bades wurde noch ein zweites Bad bloßgelegt, welches in seiner Einrichtung auf ein noch höheres Alter zurückwies. Etwa 600 Münzen von Titus an und viele Geräthschaften wurden aufgefunden. Im künftigen Jahre (1868) sollen die Ausgrabungen fortgesetzt werden.

(Ill. Ztg. Nr. 1278.)

4) Die alte +Kölner Dombibliothek+ befindet sich, seitdem sie von Darmstadt an Preußen ausgeliefert und dem Domkapitel zu Köln zurückgegeben ist, in einem feuerfesten Local des erzbischöflichen Priesterseminars daselbst hinter Schloß und Riegel, der Erlösung harrend, die ihr auf den ausdrücklichen Wunsch des Ministers durch Dr. Jaffé in Berlin in der Form eines Katalogs und der Publication der in ihr enthaltenen Inedita zu Theil werden soll. Das Kapitel wird durch den Umbau der Domsakristei, beziehungsweise den Anbau eines Kapitelsaales und Archivraums geeignete Räumlichkeiten für die Aufstellung der Bibliothek herstellen.

(Dies. Nr. 1277.)

5) Der Erzbischof von Köln hat folgende +Preisaufgabe+ ausgeschrieben: „Wir wünschen, daß eine treue +Kirchengeschichte der Erzdiöcese Köln+ im Anschluß an die Reihenfolge ihrer Bischöfe und Erzbischöfe in möglichster Kürze und populärer Darstellung ausgearbeitet werde, unter Zugrundelegung zuverlässiger Nachrichten, deren Quellen zu notieren sind. Die politischen Thaten und Ereignisse aus dem Leben der Bischöfe und Erzbischöfe oder der Landesgeschichte dürfen zwar nicht ganz mit Stillschweigen übergangen, sollen jedoch nur insofern berührt werden, als es für die richtige Darstellung des betreffenden Charakters oder der Kirchengeschichte des Erzbisthums selbst nöthig oder nützlich erscheint. Auf richtige Chronologie ist vorzüglich Sorgfalt zu verwenden“. Drei Jahre, vom 8. December 1867 an, sind als Frist angesetzt, binnen welcher die Arbeit vorgelegt werden muß; der Preis für die beste Leistung beläuft sich auf 400 Thlr., für die nächstbeste auf 200 Thlr. Die beste Arbeit muß durch den Druck veröffentlicht werden; das Verlagsrecht bleibt dem Verfasser ungeschmälert.

(Dies. Nr. 1280.)

6) Die bekannte „+Wiltener Meistersängerhandschrift+“, über welche Professor Dr. J. V. Zingerle in Innsbruck einen besonderen Bericht veröffentlicht hat, ist von der Münchener Hof- und Staatsbibliothek erworben worden. Die Handschrift besteht aus 176 Blättern in Kleinfolio, ist im 15. Jahrhundert geschrieben und befand sich Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz der Wolkensteiner. Auch die Meraner Fragmente der Eneit von H. v. Veldeke gehören seit kurzem der Bibliothek in München an und werden demnächst in den Monatsberichten der dortigen Akademie erscheinen.

(Allg. Ztg., Beil. Nr. 354.)

7) Bei Troß in Paris erscheint eine Serie von +altfranzösischen Dichtungen+. Der Schatz des Ungedruckten ist in den Pariser Bibliotheken noch auf lange ergiebig. Das neueste, von H. Michelant besorgte Werk ist ein Roman d’aventures aus dem 13. Jahrhundert: „Blancadin und Orgueilleuse d’amour“, in etwa 6000 Kurzzeilen, in der Art des „Guillaume de Palerme“, „Richard le bel“ u. s. f. gehalten. Kritische Behandlung und äußere Ausstattung sind anerkennenswerth. Vom Herausgeber, bekannt als kaiserlicher Bibliothekar in Paris, ist für den Literarischen Verein in Stuttgart eine Ausgabe des Romans vom Ritter Cifar angekündigt.

(Ill. Ztg. Nr. 1280.)

8) Das +Kaiserhaus zu Goslar+ wurde bekanntlich von der Stadt dem König Georg zum Geschenk gemacht, und die von ihm angeordnete gründliche Restauration des Gebäudes ist von der preußischen Regierung aufgenommen und fortgesetzt worden. Die Untersuchungen von Kunst- und Bauverständigen haben außer Zweifel gestellt, daß der vom Kaiser Heinrich III. um 1050 unternommene Bau im großen Ganzen in dem gegenwärtig vorhandenen Gebäude ziemlich vollständig erhalten ist, und daß der nunmehr wieder freigelegte große Saal die im 11. bis 13. Jahrhundert in Goslar abgehaltenen Reichsversammlungen in sich hat tagen sehen. Auch die frühere kaiserliche Hauskapelle ist wieder aufgefunden in dem unter dem Namen „Gefängnißthurm“ als Haftlocal benutzten Gebäude.

(Dies. Nr. 1277.)

9) Die +Reiterstatue Karls des Großen+ für das Monument, welches demselben in +Lüttich+ errichtet wird, ist in Brüssel gegossen und von da nach ihrem Bestimmungsorte auf einem eigenen Lastwagen geschafft worden. Das Standbild ist ein Werk des Bildhauers Jehotte, 5 Meter hoch und ebenso lang und wiegt 9-10,000 Kilogramm.

(Dies. Nr. 1276.)

10) Ein vorzügliches +Gemälde+ von +David Teniers+ hat die belgische Regierung für den Preis von 125,000 Frcs. für das Brüsseler Museum erworben.

(Dies. Nr. 1280.)

Verantwortliche Redaction: +A. Essenwein+. Dr. +G. K. Frommann+. Dr. +A. v. Eye+.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.

Sebald’sche Buchdruckerei in Nürnberg.

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FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

Neue Folge. Fünfzehnter Jahrgang.

=Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_ incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuß oder 2 Thlr. preuß.

Für _Frankreich_ abonniert man in Straßburg bei C. F. Schmidt, in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille, oder bei dem Postamt in Karlsruhe; für _England_ bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, F. A. +Brockhaus+ in Leipzig, befördert.

ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

1868. Nº. 2. Februar.

Wissenschaftliche Mittheilungen.

Markgraf Friedrich’s von Brandenburg Besuch der Stadt Nürnberg im Jahr 1496.