Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1868) Neue Folge. Fünfzehnter Band.
Part 36
„Ich N. bekenne gen allermenniglich mit vnd inn crafft dieser schriefft, nachdem ich inn des durchleuchtigen hochgebornen fürsten vnd herrn, herrn Georgen, marggrauen zu Brandenburg etc. meins gnedigen herrn gefencknus zu N. durch den edlen vnd vesten N., meinen lieben jungkern, ambtmann daselbst, komen bin, aus vrsach, das ich von dem heiligen christlichen glauben abgetretten und mich wider annders tauffen hab lassen, auch in etlichen artickelln am sacrament leibs vnd pluts Christi vergrieffen vnd aberglaubig worden; vnd nachdem ich allso ein zeit inn solcher gefencknus verhefft gewest, pin ich doch aus fürpit etlicher meiner gutten freundt vnd gonner wider gnediglich aus solcher gefencknus gelassen auff gegenwertige meine hernachuolgende ewige geschworne vnd verpürgte vrphet, also das ich sollicher gefencknus vnd sachen, wie obsteet, derhalb ich zu gefencknus komen pin, auch alles, das sich darunter zwischen mir begeben vnd verloffen hatt inn gemein oder sonderheit gegen hochgenanten meinem gnedigen herrn, seiner fürstlichen gnaden erben, lannden vnd leuthen, vnd sonderlich gegen obgenanten N. vnd den seinen, auch allen den, so darundter verdacht oder verwandt sein, weder mit wortten noch mit wercken, heimblich noch offentlich, zu ewigen getzeiten nit antten, effern, rechen soll noch will, auch sollichs niemannds annders von meinenwegen gestatten. Ich will auch forthin von sollichen vnglauben der widertauffer vnd iren artickeln abstehen, mich auch solcher schwermerey gar enteussern, zu inen nit kumen, auch inen nit mer nachgehen, auch dieselben nit hausen noch höfen, sonder wo sie zu mir komen, sie der obrigkeit antzaigen vnd inn irer eroberung getreulich beholffen sein. Ich wil auch alle winckelprediger gentzlich flien vnd mich an dem wort gottes, so zu N. vnd inn anndern pfarrkirchen, do es lauter vnd clar gepredigt wirdet, genuegen lassen, demselben anhangen vnd darpey pleiben. Vnnd zur straff vergangener verwürckung soll vnd will ich inn der pfarrkirchen zu N., do ich doheim pin, drey suntag die negsten nach diesem meinem auslassen nacheynander gehend vnndter der meß vnd predig, so lanng die werdten, vor dem mitlern altar der kirchen, alda mich meniglich wol sehen mag, mit entblösten leib biß auf die gürttel stehen vnd ein gute große rutten, die man wol sehen mag, am arme haben, damit man sicht, das ich do stee vnd ein püsser bin“. (Nun folgt die gewöhnliche Formel, daß er allenfallsige Ansprüche gegen den Markgrafen nur mit gütlichem Rechten austragen, sich keines fremden Gerichtes bedienen und seine Urfehde und seinen Eid getreulich halten wolle etc.)
An den nächstfolgenden drei Sonntagen mußte er in der obenangegebenen Weise eine öffentliche Kirchenbuße verrichten und nachstehendes Sünden- und Glaubensbekenntniß ablegen:
„Ich N. N. bekenn offentlich vor euch allen, das ich vor ... jarn durch verfürung ettlicher falscher winckelprediger vnnd lerer inn nachuolgende irthum gefallen bin, Zum ersten, das ich glaubt hab, der tauff, so ich inn meiner kindhayt empfangen hab, ja auch aller kinder tauff sey vnnutz, vergebens vnd nichtig, vnd demnach mich wider tauffen lassen hab, Zum andern das ich, durch obgemelte falsche lerer verfürt, glaubt hab, das der war leib vnd das war plut Cristi im sacrament oder nachtmal des Herrn nit außgethailt vnd empfangen werde. Inn disen stucken, bekenn ich, hab ich mich schwerlich geirrt vnd damit wider gottes wort, cristliche ordnung vnd gebrauch vnd die kayserlichen recht gehanndelt; widerruff deshalben hiemit solliche mein obgemelte irrthumb offentlich vnd pit, got wolle mir dieselben gnediglich verzeihen. Weiter glaub vnd bekenn ich mit der cristlichen kirchen oder gemain, das der kinder tauff götlich, recht, haylsam und nutz sey, das auch im sacrament oder nachtmal des Herrn der war leib vnd das war plut Cristi außgethailt vnd müntlich empfangen werde, vnd traw, hoff, vermain vnd gedencke mit gottes hilff inn sollichem cristlichen glauben vnd bekanntnus hinfüro biß an mein ennde bestenndig zupleiben vnd zubeharren, das verleih mir got amen.“
+Nürnberg.+
+Jos. Baader.+
Ueber das erste Auftreten des Worts „Soldat“ in der deutschen Schriftsprache.
Herr Archivconservator Baader hat in diesen Blättern (1866, Sp. 144) die Frage angeregt, wann das Wort „Soldat“ in den deutschen Sprachgebrauch gekommen sei, und gelangt am Schlusse seiner Erörterung zu der Ansicht, daß dieses Wort unter Carl V. und Ferdinand I. sich in’s Deutsche eingebürgert habe. Durch nachstehende Notiz findet jene Angabe eine Bestätigung.
Zu dem im Sommer 1532 gegen Suleiman bei Tulln sich sammelnden Reichsheere hatte die Stadt Nördlingen einen Haufen Fußknechte unter dem Hauptmann Hans Forner abgesendet. Nach dem in Passau erfolgten Tode des Hauptmanns scheint die Mannszucht des Haufens sich bedeutend verschlechtert zu haben; denn Jörg Hainz von Ulm verbrannte in argem Muthwillen den Hans Plomel von Ingolstadt so hart am Leibe, daß „ermelter Thäter von Knechten entweichen müssen“. Plomel vertrug sich jedoch durch Vermittlung guter Gesellen „um ein gar gering Geld gegen einen so großen merklichen Schaden, als nämlich um 4¼ fl.“, konnte aber nicht zu dieser Entschädigung gelangen, weshalb er sich an den Rath zu Nördlingen wendet, „von dem er zum Türkenzug als ein +Soldat+ angenommen, und in dessen Dienst ihm der Schaden widerfahren sei.“ -- Wie wenig sich diese neue Bezeichnung der Bekanntschaft und Gunst der Kanzleien, zunächst der Nördlinger, zu erfreuen hatte, erhellt aus der in dieser Sache von Nördlingen an Ulm ergangenen Fürschrift vom 3. December 1533, worin Plomel mit Umgehung des fremden Wortes „unser bestellter Knecht“ genannt wird, während sonst alle andern darin erwähnten Personalien mit Plomel’s eigenen Worten wiedergegeben sind; nicht minder hat in der beigelegten wortgetreuen Abschrift von Plomel’s Supplication der Schreiber statt Soldat zuerst Solldner geschrieben und dann eine etwas mangelhafte Correctur in der Art vorgenommen, daß er die beiden letzten Buchstaben radierte und das n in a umgestaltete. Er hat dabei wol nur vergessen, dem „Sollda“ das fehlende t noch anzufügen; -- oder war die Aussprache des Worts damals noch schwankend, so daß auch diese Form zulässig erschien?
+Nördlingen.+
+Ludwig Müller.+
Alter Spruch.
Gottes Gnad un gesunden Lief Renlich Bett un en schen Wief Täglich Brod un goden Wien Wat kann beter up Erden sin.
Inschrift an einem alten Schrank, Eigenthum des Gasthofbesitzers Wellenkamp zu Lüneburg.
+München.+
+Frank.+
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: A. +Essenwein+. Dr. G. K. +Frommann+. Dr. A. v. +Eye+.
Verlag der literarisch- artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Sebald’sche Buchdruckerei in Nürnberg.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1868. Nº. 9. September.
Chronik des germanischen Museums.
+Nürnberg+, 15. September 1868.
Der Lauf des Jahres führt uns nun wiederum zur Jahresconferenz, die auch diesmal soll durch eine Siebener-Commission abgehalten werden, und für welche der Termin auf den 28. September festgesetzt worden ist. Wenn auch hervorragende prinzipielle Fragen nicht auf der Tagesordnung stehen, so ist doch durch die Prüfung des im Laufe des Jahres Geleisteten, sowie durch Festsetzung des Etats für das folgende Jahr Veranlassung gegeben, der Frage, in welcher Weise zunächst an Lösung der großen Aufgabe weiter gearbeitet werden soll, besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Mit der Versammlung wird sich wol die Eröffnung des nunmehr ausgebauten Kreuzganges verbinden lassen und zugleich ein Gesammtüberblick über alle im Laufe des Jahres neugewonnenen Räumlichkeiten, wie auch über die dadurch nothwendig gewordene Umstellung der Sammlungen geboten werden können. Auch soll die gänzlich umgearbeitete und reich illustrierte neue Auflage des Wegweisers durch die Sammlungen bis dahin vollendet vorliegen.
Von Erwerbungen heben wir hervor: eine Reihe von Gipsabgüssen interessanter Skulpturen, ein emailliertes Crucifix vom Schlusse des 13. Jahrh., ein silbernes Reliquienkreuz aus dem 15. Jahrh., einige interessante alte Majolikaschüsseln, mehrere Gemälde, Gläser, Gewehre, einen fränkischen Steinsarg und einen interessanten sculpirten Deckel eines solchen, ähnlich den am Jahdebusen ausgegrabenen. Die Sammlung der Gewebe und Stickereien ist im Laufe des Monats in einem neuen, eigens dafür erbauten Raum zur Ausstellung gekommen; ebenso wurde für die Oefen und Ofenkacheln eine besondere Abtheilung eingerichtet.
Wir haben im Anschlusse an das in voriger Nummer Mitgetheilte nunmehr zu melden, daß die kgl. preußische Regierung Herrn Professor Dr. +Moriz Haupt+, Sekretär der kgl. Akademie der Wissenschaften gesendet hat, um sich über unsere Anstalt zu informieren. Wir fanden dadurch die erwünschte Gelegenheit, nicht blos Manches zu erläutern und über die nächsten Absichten der Verwaltung Aufklärung zu geben, sondern auch über manche Punkte die Anschauungen der Gelehrtenkreise und der Regierung genauer kennen zu lernen, so daß wir uns der freudigen Hoffnung hingeben dürfen, dieser Besuch des Herrn Regierungscommissärs werde für unsere Anstalt erfreuliche Früchte tragen.
Leider haben wir zu melden, daß zwei verehrte und verdiente Mitglieder des Verwaltungsausschusses sich genöthigt glaubten, ihre Stelle niederzulegen, um frischeren, thätigeren Kräften Platz zu machen, da sie nicht in der Lage seien, so eifrig, als es ihnen wünschenswerth und für unsere Anstalt nöthig erscheine, für dieselbe zu wirken; nämlich: Se. Excellenz Herr Oberstkämmerer Graf +Pocci+ in München und Herr k. k. Hofrath Ritter v. +Bergmann+ in Wien. Es werden also, da wir in letzter Zeit, wie schon angezeigt, auch zwei Mitglieder durch den Tod verloren haben, nunmehr vier Neuwahlen demnächst vorzunehmen sein.
In Schriftenaustausch mit dem Museum sind in neuerer Zeit getreten:
+Kirchlich-historischer Verein der Erzdiöcese Freiburg+ für Geschichte, Alterthumskunde und christliche Kunst, mit Berücksichtigung der angrenzenden Bisthümer, in Freiburg;
+Gesellschaft für Beförderung der Geschichts-, Alterthums- und Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau und den angränzenden Landschaften+, ebendaselbst;
+Verein für Geschichte und Alterthumskunde in Hohenzollern+, zu Sigmaringen.
+Harz-Verein für Geschichte und Alterthumskunde+ in Wernigerode.
Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses sind folgende neue +Jahresbeiträge+ gezeichnet worden:
Von Privaten: =Aachen.= Advokat-Anwalt Büttgenbach 59½ kr., k. Landger.-Rath Longard 1 fl. 45 kr., Frau Landger.-Räthin Longard, geb. Freiin von Imhoff 1 fl. 45 kr., Gymnas.-Lehrer Dr. Menge 59½ kr., k. Landger.-Rath Freih. von Negri 59½ kr., Advokat-Anwalt Pelzer II. 1 fl. 45 kr., Advokat-Anwalt Reiners 59½ kr., prakt. Arzt Dr. Roderburg 59½ kr., k. Landger.-Rath Schwendler 59½ kr., Gymn.-Oberlehrer Dr. Sirée 59½ kr., Advokat-Anwalt Statz 59½ kr., prakt. Arzt Dr. Sträter 59½ kr. Advokat-Anwalt Veling 59½ kr., k. Justizrath u. Notar Weiler 1 fl. 45 kr., k. Landger.-Assessor Winterschladen 1 fl. 45 kr., Architekt Zimmermann 59½ kr. =Calw.= Julius Stälin 1 fl. =Ellwangen.= Kaufmann H. Kurtz in Odessa 2 fl., Posthalter Retter 1 fl. 10 kr. =Eutin.= Hofapotheker Lienau 1 fl. 45 kr., Reg.-Rath Schmidt 1 fl. 45 kr. =Giessen.= Privatdozent der Geschichte Dr. Ulmann 2 fl. =Mannheim.= Rudolf Wahl 10 fl. =Nürnberg.= Kaufmann Heßlein 1 fl. 45 kr. =Stuhm i. Ostpr.= Bauschüler August Hesse 1 fl. 10 kr.
Unseren Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:
I. Für das Archiv.
(Nr. 3493.)
=Nürnberg.= +Ungenannter+: Brief des Philipp Schutt von Regensburg an einen ungenannten Vetter über die Verwirrung des Münzwesens und die Schwierigkeit der Geldverhältnisse. 1694. Pap. Origin.
II. Für die Bibliothek.
(Nr. 22,626-22,666.)
=Ansbach.= C. +Brügel u. Sohn+, Buchdruckereibes.: Jacobi, Urgeschichte der Stadt u. des ehemaligen Fürstenth. Ansbach. 1868. 8. -- =Aschaffenburg.= Dr. M. B. +Kittel+, Rektor u. Professor: Ders., d. Bau-Ornamente aller Jahrhunderte an monumentalen Gebäuden der k. b. Stadt Aschaffenburg; 17. Lief. 1868. 4. Progr. -- =Bonn.= +Verein v. Alterthumsfreunden im Rheinlande+: Varrentrapp, Beiträge zur Geschichte der kurköln. Universität Bonn. 1868. 4. -- =Breslau.= +Ferdin.+ Hirt, Verlags- u. k. Universitäts-Buchhandl.: Kutzen, d. deutsche Land; 2 Bnde. 2. Aufl. 1867. 8. -- =Dresden.= +Statistisches Bureau des k. sächs. Ministeriums des Innern+: Dass., Zeitschrift; XIII. Jahrg. 1867. 4. Die Bevölkerung des Königr. Sachsen am 3. Dec. 1867. Tab. in gr. 2. Schrotky, Repertorium der in sämmtl. Publicationen des k. sächs. statist. Bureaus v. 1831-66 behandelten Gegenstände. 1867. 8. Statistische Nachweisungen über d. allgem. Strafanstalten des Königr. Sachsen. 1867. 8. Knapp, Mittheilungen des statist. Bureaus der Stadt Leipzig; 1. Heft. 1868. 4. Dr. v. +Falkenstein+, k. sächs. Staatsminister, Exc.: Gersdorf, codex diplomaticus Saxoniae regiae; II. Hauptth., 8. Bnd. 1868. 4. -- =Eger.= A. +Frind+, Direktor des k. k. Gymnasiums: Ders., der Banus, Graf u. Despot der Serben u. Raizen. Georg Brankowic als Bewohner von Eger. 1868. 8. Progr. -- =Erlangen.= K. +Studienrektorat+: Autenrieth, syntaxis comparativae particula terminus in quem. 1868. 4. Progr. -- =Gent.= +Comité central+ de publications des inscriptions funéraires et monumentales de la Flandre orientale: Dass., Graf- en Gedenkschriften etc.; 54.-57. Aflevering. 1866. 4. -- =Hannover.= +Hase+, Baurath: Reise-Skizzen der niedersächs. Bauhütte; Bl. 1-28. 1862. gr. 2. -- =Laibach.= +Juristische Gesellschaft+: Dies., Verhandlungen und Mittheilungen. Bnd. III, 8. 8. -- =Lichtenhof.= K. +Rektorat d. Kreislandwirthschaftsschule+: Dass., Jahres-Bericht, 1867-68. 4. -- =Mannheim.= +Direktion des großh. Lyceums+: Dies., Programm etc. 1868. 8. Traub, Theorie der sechs einfachsten Systeme complexer Zahlen. I, 2. 1868. 8. +Dr. C. B. A. Fickler+, Professor: Piper, Karls des Gr. Kalendarium u. Ostertafel. 1858. 8. -- =München.= +Ludwig Schönchen+: Ders., Ludwig Graf Stainlein von Saalenstein. 8. +Wolf+, k. Hofbuchdrucker: Alterthümer und Kunst-Denkmale des bayer. Herrscher-Hauses; 8. Lief. 1868. gr. 2. -- =Münnerstadt.= K. +Studienrektorat+: Dass., Jahres-Bericht, 1867-68. 4. Schneeberger, zur Stilistik u. Exegese latein. u. griech. Klassiker. 1868. 4. Progr. -- =Münster.= K. +Akademie+: Becker, de Paro insula pars I. 1868. 8. Bockhoff, de expeditionibus M. Aurel. Antonini Caracalli. 1868. 8. Brüggemann, de imperatoris Marci Salvii Othonis vita et rebus gestis. 1868. 8. Hockenbeck, de Saxonum origine et rebus ad Caroli Magni usque aetatem ab iis gestis. 1868. 8. Meinhold, de Lucio Fabio Cilone, praefecto urbi Romae. 1867. 8. Niemann, de annalium Hildesheimensium continuatione Paderbornensi. 1868. 8. Steins, de Hermocrate Syracusanorum imperatore. 1868. 8. Weckerle, de Bertholdi Hennebergensis archiepiscopi Moguntini etc. studiis politicis. 1868. 8. -- =Rostock.= Dr. K. +Bartsch+, Univers.-Professor: Ders., d. innere Reim in der höfischen Lyrik. 8. Sonderabdr. Ders., zwei neue Bruchstücke v. Wolframs Titurel. 1868. 8. Sonderabdr. -- =Schwäb. Gmünd.= G. +Schmid+’sche Buchhandl.: Orgelstimme zu dem vom bischöfl. Ordinariat Rottenburg herausgeg. kathol. Gesangbuch. 1867. qu. 4. Hafen, Behandlung der Ehesachen im Bisthum Rottenburg. 2. Aufl. 1868. 8. -- =Strassburg.= +Société littéraire+: de Schauenburg, note sur la Sénégambie. 1868. 8. -- =Triglitz.= +Ragotzky+, Pastor: Hildebrandt, d. Grabsteine u. Epitaphien adeliger Personen in u. bei den Kirchen der Altmark; 1. Heft. 1868. 8. -- =Warschau.= +Mathias Bersohn+: Ders., Boleslaw Wysoki, Ksiaze Wroclawski i Lignicki. 8. Sonderabdr. Tygodnik illustrowany; 1868, no. 23. 2. -- =Wernigerode.= +Harz-Verein für Geschichte und Alterthumskunde+: Ders., Zeitschrift etc. Jhg. I, 1. 1868. 8. -- =Wien.= +Dr. Th. G. von Karajan+, Reichsrath, Custos der k. Hofbibliothek u. Präsident der k. Akademie der Wissenschaften: Ders., Kaiser Leopold I. u. Peter Lambeck. 1868. 8.
III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.
(Nr. 5673-5678.)
=Darmstadt.= A. +Noack+, großh. Hofmaler: Große Photographie nach des Herrn Geschenkgebers Zeichnung „Das Religionsgespräch zu Marburg i. J. 1529“. -- =Eutin.= J. +Kürschner+: 13 Denare und Schillinge der Herzogthümer Schleswig-Holstein und Mecklenburg wie der Städte Lübeck, Hamburg, Lüneburg und Wismar. -- =Köln.= +Göppels+, Kaplan: 2 Blatt mit autographierten Aufnahmen aus St. Severin zu Köln. -- =Nürnberg.= A. +Herzer+, Kaufmann: Kartenspiel vom 18. Jhdt. Korn’sche Buch- und Verlagshandlung: 3 facsimilierte Landkarten aus Ghillany’s Werk über Martin Behaim. +Weiermüller+, Rothgießermeister: Abbildung eines 1786 im Lech gefangenen Störs; Kupferstich von F. Kirschner. --
Chronik der historischen Vereine.
+Verhandlungen und Mittheilungen der juristischen Gesellschaft in Laibach.+ Redigirt vom ersten Secretär Dr. Robert von Schrey. III. Band. 8. Heft. Ausgegeben am 20. August. 1868. Laibach. 8.
+Freiburger Diöcesan-Archiv.+ Organ des +kirchlich-historischen Vereins der Erzdiöcese Freiburg+ für Geschichte, Alterthumskunde und christliche Kunst, mit Berücksichtigung der angrenzenden Bisthümer. Dritter Band. Erstes und zweites Heft. Freiburg im Breisgau. Herder’sche Verlagshandlung. 1868. 8.
Der constanzische Bischof Balthasar Merklin, Reichsvicekanzler, Bisthumsverweser zu Hildesheim und Stiftspropst zu Waldkirch. Von Josef Bader. -- Ueber den kirchlichen Charakter der Spitäler, besonders in der Erzdiöcese Freiburg, urkundlich dargestellt von Pfarrer Haid. -- Bischof Johann IV. von Constanz, (1351-1356). Von Decan August Karg. -- Frommes Leben im Hegau. Von dems. -- Beiträge zur Geschichte des Frauenstiftes Waldkirch. Von Pfarrer L. Werkmann. -- Ueber die Musik in den Ortenauischen Klöstern. Culturgeschichtliches von J. B. Trenkle. -- Heinrich Suso aus dem Predigerorden. Abhandlung über Ort und Zeit seiner Geburt. Von Beneficiat Ludw. Kärcher. -- Eine Reliquie des Apostels der Deutschen. (Größtentheils unediertes Gedicht des heil. Bonifacius.) Von Prof. C. P. Bock. -- Des heiligen Bernhard von Clairvaux Reise und Aufenthalt in der Diöcese Constanz. Von Pfarrer Dr. Ludw. Kästle. -- Ueber Walafried Strabo von Reichenau. Von Prof. Dr. J. König. -- Leben des P. Gervasius Bulffer, Conventual der Benediktiner-Abtei Ettenheimmünster. Von Pfarrer Kürzel. -- Memorabilien aus dem erzbischöflichen Archive zu Freiburg.
+Mittheilungen des Königlich Sächsischen Vereins für Erforschung und Erhaltung vaterländischer Geschichts- und Kunst-Denkmale.+ Achtzehntes Heft. Mit drei Abbildungen. Dresden, 1868. 8.
Vereinsangelegenheiten. Geschichte des Königlichen Schlosses zu Dresden. (Schluß.) Von Oberhofmarschall Frhrn. v. Friesen. -- Die Falkenjagd am Hofe zu Dresden. Von A. v. Minckwitz. -- Des Kurfürsten August Bedeutung für die sächsische Volkswirthschaft. Von Dr. Johs. Falke. -- Beitrag zur sächsischen Münzgeschichte. 1474-1500. Von dems. -- Beschreibung der beigegebenen Abbildungen (Ciborium etc.). Von G. Büttner.
+Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde.+ Herausgegeben... von... Dr. Ed. Jacobs. Erster Jahrgang. 1868. Erstes Heft. Mit einer Steindruck-Tafel. Wernigerode, 1868. 8.
Vereinsangelegenheiten. -- Der Aufenthalt König Otto’s III. zu Ilsenburg. Von Ed. Jacobs. -- Ein Beitrag zu der Geschichte der Pfalzgrafen von Sachsen. Von G. Bode. -- Ueber den Besitz der Grafen von Ravensberg und Dassel in der Grafschaft Wernigerode. Von J. Grote. -- Hierographia Mansfeldica. Verzeichniß der früher und noch jetzt in der Grafschaft Mansfeld und dem Fürstenthum Querfurt bestehenden Stifter, Klöster u. s. f. Vom Archivrath v. Mülverstedt. -- Die Betheiligung von Artern und Umgegend am Münzer’schen Bauernaufruhr. Von Ed. Jacobs u. G. Poppe. -- Statuten und Mitgliederverzeichniß der Halberstädter Calandsbrüderschaft. Vom Pastor F. Winter. -- Tileman Platner (Pletener). Vom Obertribunals-Rath Otto Plathner. -- Das große Faß zu Gröningen im Fürstenthum Halberstadt. Vom Archivrath G. A. v. Mülverstedt. -- Das große Weinfaß zu Gröningen in einer alten Schul-Komödie und Bemerkungen zur Geschichte des Schauspiels und der Sitten am Harz im 16. und 17. Jahrh. Von Ed. Jacobs. -- Ueber verschiedene, meist dem Mittelalter entstammende öffentliche Darstellungen, Aufführungen (Komödien) und Gebräuche in der Grafschaft Wernigerode. Von dems. -- Zur Geschichte des Schulwesens zu Artern im 16. u. 17. Jahrh. Von G. Poppe. -- Ueber einige altdeutsche Wohnplätze in der Grafschaft Wernigerode. Vom San.-Rath Dr. A. Friederich. -- Auffindung eines Steingrabes bei Osterode am Fallstein. Von J. Grote. -- Vermischtes.
Am 27. August fand eine Zusammenkunft der Mitglieder des Harzer Geschichtsvereins auf der Waldmühle bei Kloster Michaelstein statt. Beschlossen wurde eine Excursion gegen Ende Septembers in die an historisch bedeutsamen Punkten reiche Gegend von Bodfeld. Sanitätsrath Dr. Friederich legte seine Beschreibung der in einem Todtenhügel bei Minsleben gefundenen Alterthümer vor. Die vierwöchentliche systematisch betriebene Aufgrabung des Kniggels bei Minsleben hat nicht weniger als 46 unverbrannte Gerippe zu Tage gefördert, ferner mehre wohlerhaltene und mit verbrannten Menschenknochen gefüllte Urnen und eine Menge zerbrochener, die den Randstücken nach auf 217 Stück Urnen schließen ließen; daneben werthvolle Steingeräthe und Steinwaffen, sowie auch, fast ohne Spur aus der Bronzezeit, eine Anzahl eiserner Waffen und Geräthe.
Nachrichten
Literatur.
_Neu erschienene Werke._
28) +Belagerung, Zerstörung und Wiederaufbau der Burg Hohenzollern im fünfzehnten Jahrhundert.+ Nach dem jetzigen Standpunkte der Quellen dargestellt von Dr. L. +Schmid+, Hauptlehrer an der Real-Anstalt zu Tübingen. Mit Beilagen von zuvor ungedruckten Urkunden. Tübingen, Verlag der Osiander’schen Buchhandlung. 1867. 8. 122 Stn.
Die vorliegende kleine Schrift erzählt, durchweg auf urkundliche Forschung gestützt, den verderblichen Streit der Brüder Friedrich und Eitelfritz Grafen von Zollern gegeneinander und jedes derselben gegen die ihnen verfeindeten Landstände aus ihrer Nachbarschaft. Abgesehen vom Schicksale der jüngst in erneutem Glanze hergestellten Burg, welche in jenen Streitigkeiten zu Grunde gieng, werden wir schwerlich mehr für eine der aufgeführten Personen oder Thatsachen ein Interesse gewinnen, welchen bei der Nacktheit und Rohheit der ihren Handlungen zu Grunde liegenden Triebfedern nicht einmal ein romantisches Gewand sich umlegen läßt. Doch gerade in dieser streng historischen Darstellung werden die behandelten Personen und Thaten typisch für tausend andere, welche, wie wir wissen, damals im Reiche sich bewegten. Wir sehen die erschreckende Leere, in welcher der bedeutendste Theil des Volkskörpers existierte, und würden in Verlegenheit sein, die folgenden Geschichtsepochen herzuleiten, wenn nicht noch andere Quellen uns zu Gebote ständen. Die Kulturgeschichte, z. B. das Fehdewesen, die Kriegskunst der Zeit u. s. w., erhalten, in dem Buche mancherlei Ausbeute.
v. E.
_Aufsätze in Zeitschriften._
+Europa+: Nr. 34, Sp. 1063. Der Frauendienst des Mittelalters. -- Nr. 35, Sp. 1097. Volkskrankheiten und Heilkunst im Mittelalter.
+Illustr. Familien-Journal+: Nr. 37 (771), S. 170. Die Sachsen in Siebenbürgen.
+Die Gartenlaube+: Nr. 36, S. 572. Eine Denkstätte „deutscher Treue“ (Burg Trausnitz im Thale).
+Grenzboten+: Nr. 34, S. 300. Abseit der Heerstraße. 2. Eschwege.
+Notes and Queries+: Nr. 35, S. 193. The Fairford windows: Albrecht Durer, etc.
+Revue des deux mondes+: T. 76, 15. Août, 4. livr., p. 791. La Suisse et ses ballades. I. L’épopée de la faim et le héros national. (Louis Étienne.)
+Wochenblatt der Stadt Weissenburg+: Nr. 88. Fund eines römischen Militärdiploms bei Weissenburg in Mittelfranken.