Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1868) Neue Folge. Fünfzehnter Band.

Part 1

Chapter 13,007 wordsPublic domain

####################################################################

Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1868 erschienenen Ausgabe der Zeitschrift so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Zeichensetzung und offensichtliche typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche sowie inkonsistente Schreibweisen wurden beibehalten, insbesondere wenn diese in der damaligen Zeit üblich waren oder im Text mehrfach auftreten.

Im Originaltext wird die Kombination ‚ſs‘ (ſ: ‚langes s‘) meist für das Schriftzeichen ‚ß‘ (Eszett, scharfes s) verwendet; dieses Zeichen wird in historischen Zitaten aber auch direkt verwendet. Da das ‚lange s‘ in vielen Schriftarten nicht dargestellt werden kann, wird die Buchstabenkombination ‚ſs‘ hier durch ‚ß‘ ersetzt. Es wird aber darauf hingewiesen, dass die Verwendung des Eszett teilweise stark von dessen heutigem Gebrauch abweicht. Außerdem wird das Eszett als Währungssymbol für ‚Schilling‘ verwendet. Umlaute in Großbuchstaben werden im laufenden Text umschrieben (Ae, Oe, Ue), mit Ausnahme des Titelkopfs der Zeitschrift.

Einige Punkte des ‚Alphabetischen Registers‘ weisen keinerlei Entsprechungen im Text auf. Die Abbildungen Nr. 3 und 4 des Beitrages ‚Noch ein Wort über den deutschen kaiserlichen Doppeladler‘ (Dezember-Ausgabe) befinden sich in Fußnote 230.

Die Serie ‚Geistliche Scherze des Mittelalters‘ weist irrtümlich zwei Mal die Nummer V auf. In der Oktober- Ausgabe der ‚Beilage‘ tritt im Unterkapitel Nachrichten die Nummer ‚29)‘ zwei Mal auf. Die ‚Berichtigung‘ auf S. 375 in den ‚Mittheilungen‘ der November-Ausgabe (bezüglich ‚Männern vs. Mannen‘ und ‚wittenbergischen vs. wirttenbergischen‘) wurde bereits in der gedruckten Original-Ausgabe ausgeführt.

Für die von der Normalschrift abweichenden Schriftschnitte wurden die folgenden Sonderzeichen verwendet:

kursiv: _Unterstriche_ fett: =Gleichheitszeichen= gesperrt: +Pluszeichen+

Das Caret-Symbol (^) steht für nachfolgende hochgestellte Zeichen; mehrere hochgestellte Zeichen werden mit Hilfe geschweifter Klammern gruppiert. Im Original werden einige bildhafte Symbole verwendet, die mit normalem Text nicht dargestellt werden können. Diese wurden hier möglichst sinnvoll umschrieben (z.B. [Symbol: Herz]).

####################################################################

ANZEIGER

FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

Neue Folge.

ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

Fünfzehnter Band.

Jahrgang 1868.

+Nürnberg+, im Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums.

Redaction des Anzeigers:

+August Essenwein+, I. Vorstand des germanischen Museums.

+Georg Karl Frommann+, Dr. phil., II. Vorstand und Vorstand der Bibliothek.

+August v. Eye+, Dr. philos., Vorstand der Kunst- und Alterthumssammlung.

Beiträge

zu vorliegendem Bande haben geliefert:

_Baader_, Jos., Conservator am k. Archiv zu Nürnberg.

_Bergau_, R., Professor an der Kunstgewerbschule in Nürnberg.

_Birlinger_, Anton, Dr., in München.

_Bube_, Adolf, herzogl. Archivrath und Vorstand des herzogl. Kunstkabinets u. der ethnographischen Sammlungen in Gotha.

_Campbell_, M. J. A. G., II. Bibliothekar bei der kgl. Bibliothek im Haag.

_Czerwenka_, B., evang. Pfarrer, zu Ramsau in Steiermark.

_Döbner_, A. W., herzogl. sächs. Baurath, in Meiningen.

_Euler_, Dr., Rechtsanwalt, in Frankfurt a. M.

_Flegler_, A., Dr., Archivvorstand des german. Museums.

_Födisch_, Jul. Ernest, Dr., gräfl. Czernin’scher Bibliothekar, in Wien.

_Franck_, J., k. Subrektor, in Annweiler.

_Greiner_, U., in Straßengel.

_Grotefend_, C. L., Dr., k. pr. Archivrath, in Hannover.

_Hartmann_, Herm., Dr., Pastor, in Lintorf.

_Hektor_, Enno, Bibliotheksekretär des german. Museums.

_Hohenlohe-Waldenburg_, Fürst Friedrich-Karl, Durchl., in Kupferzell.

_Hoiningen-Huene_, A. Frhr. v., k. pr. Bergrath, in Bonn.

_Kaufmann_, Alexander, Dr., fürstl. Löwenstein’scher Archivrath, in Wertheim.

_Klein_, Karl, Professor, in Mainz.

_Köhler_, k. pr. Oberstlieutenant bei d. Artillerie, in Gartz a. O.

_Kürschner_, Franz, Dr., in Eger.

_Latendorf_, Friedrich, Gymnasiallehrer, in Schwerin.

_Lochner_, G. W. K., Dr., qu. k. Studienrektor u. Stadtarchivar, in Nürnberg.

_Müller_, Ludwig, k. Studienlehrer u. städtischer Archivar, in Nördlingen.

_Ottow_, A. M., zu Landeshut (Schlesien).

_Pangerl_, Mathias, Archivadjunkt, in Wien.

_Ragotzky_, Bernh., Pastor, in Triglitz bei Putlitz.

_Schmieder_, Pius, P., Archivar des Benediktinerstiftes Lambach in Oberösterreich.

_Troß_, Edwin, Buchhändler, in Paris.

_Wattenbach_, W., Dr., Professor a. d. Universität zu Heidelberg.

_Weller_, Emil, in Nürnberg.

_Will_, Corn., Dr., fürstl. Thurn u. Taxis’scher Archivar, in Regensburg.

_Wirth_, Pfarrer, in Haßmersheim am Neckar.

_Zahn_, Jos., Dr. u. Professor, Archivar am Archive des landschaftl. Joanneums in Graz.

Alphabetisches Register

zum

fünfzehnten Bande des Anzeigers für Kunde der deutschen Vorzeit.

I. Aufsätze und Notizen.

_Agricola_: Bietet ders. in den ersten beiden Theilen seiner Sprichwörter ursprünglich nur 748 Nummern? 47 ff.

_Altarschrein_, gothischer: zu kaufen gesucht. 215.

_Ansiedelungen_ der Vorzeit, Ring- und Schlackenwälle bei Rudolstadt. 354 ff.

_Aphorismen_, sphragistische (m. Abbild.) 217 ff., 281 ff.

_Apotheker_, s. Eid.

_Aschaffenburg_: Stiftskirche, s. Wappenschild.

_Ausstellung_, s. Congreß.

_Baukunst_: zur Geschichte ders. im Ordenslande Preußen 322 f.

_Besegnungen._ 395.

_Bezold_, s. Dürermedaille.

_Bischofswahl._ 96.

_Böhmen_: Zur Lage Böhmens beim Tode Kaiser Sigismunds. 305 ff.

_Böhmen_, s. Funde.

_Bonn_, s. Congreß.

_Brandenburg_: Albrecht Achilles, Markgraf, s. Eid.

_Brandenburg_: Friedrich, Markgraf: Besuch der Stadt Nürnberg im Jahr 1496. 33 ff., 73 ff.

_Brandenburg_: Joachim Ernst, Markgraf, s. Patent.

_Branntwein_: zur Geschichte dess. 315 ff., 375.

_Braun_, Joh. Simon, Oculist, Bruch- und Steinschneider, zu Gunzenhausen, s. Patent.

_Bruch- und Steinschneider_, s. Patent.

_Commission_, historische, bei der k. bayer. Akademie der Wissenschaften: Jahresbericht. Extra-Beilage zu Nr. 10.

_Congreß_, internationaler archäologischer, zu Bonn: die Ausstellung dess. 318 ff., 358 ff, 388 ff., 280.

_Crucifixe_: Sammlung solcher im german. Museum (m. Abbild.) 153 ff.

_Curiosum_: zur Aufklärung eines solchen. 131 ff.

_Danzig_: Marienkirche, s. Paramente.

_Deutschorden_, s. Meßbuch.

_Doppeladler_, der deutsche kaiserliche: noch ein Wort über dens. (m. Abb.). 377 ff.

_Dürermedaille_ von Bezold. 261 f.

_Eid_ eines altmarkgräflichen Hofapothekers. 323 f.

_Fastnachtspiele_, alte: eine Notiz über dies. 231 f.

_Feuerwaffen_: zur Geschichte ders. (m. Abbild.). 225 ff., 252 ff.

_Fischerei_, alte: Beitrag zu ders. 396.

_Franck_, Sebastian: unbekanntes Werk dess. 5 ff.

_Franck_, Sebastian, s. Luther.

_Freising_, s. Inventarium.

_Funde_, archäologische, in Böhmen (m. Abbild.) 391 ff.

_Fußbodenfliese_: Multiplicationsornamente ders. im Mittelalter (m. Abbild.). 81 ff.

_Gruppen_, geographisch-heraldische, s. Notizen.

_Gunzenhausen_, s. Braun.

_Hausbedarf_: jährlicher, eines Passauer Bürgers im 15. Jahrh. 199 f.

_Heraldik_, s. Notizen.

_Hildebrand_: „Vom alten Hilleprandt disputieren.“ 264.

_Inventar_ der Kirche zu Wörthsee (Kärnten) vom Beginn des 11. Jahrh. 95 f.

_Inventare_, Wertheimer, des 16. u. 17. Jahrh.: Auszüge aus dens. 221 ff., 249 ff.

_Inventarium_ custodiae Frisingensis. 14 ff.

_Kelch_ in der Sammlung kirchlicher Geräthe im germanischen Museum (mit Abbild.) 1 ff.

_Khevenhüller_, Franz Chrph.: über den Geburtsort und die Annalen dess. 131 ff., 183.

_Kirche_, die, zu Mühlbach am Neckar. 196 ff.

_Kriegsmaschine_ Hannsen Pfeils. 167 f.

_Leitschiffe._ 166 f.

_Leuchter_ für den Profangebrauch, in den Sammlungen des germanischen Museums (mit Abb.). 119 ff.

„_Lieder_, geistliche, auffs new gebessert zu Wittemberg. D. M. Luther. MDXXIX“: Frage nach einem Exemplar ders. 376.

_Lohe_, Hans von, schwed. Bussenschutte: übergebene Schrift desselben. 168.

_Luther_: Hat ders. die von Sebastian Franck übersetzte Türkenchronik bevorwortet? 262 f.

_Luther_, s. Lieder.

_Meisterlieder_, s. Sachs.

_Messbuch_ des deutschen Ordens. 288 ff.

_Mühlbach_ am Neckar, s. Kirche.

_Museum_, germanisches: Erklärung des I. Vorstandes dess. 375.

_Museum_, germanisches: Jahresconferenz. 279 f.

_Museum_, germanisches, s. Crucifixe, s. Kelch, s. Leuchter, s. Reliquienbehälter.

_Neuhaus_ a. d. Eger, Schloß: Schleifung dess. 188 ff.

_Notizen_ in Betreff der geographisch-heraldischen Gruppen. 53 ff.

_Nürnberg_, Stadt, s. Brandenburg, Markgraf Friedrich.

_Nürnberg_: das Sandrart’sche Bild d. Friedensmahles, s. Schlippenbach.

_Nürnberg_, s. Sebaldusgrabmal.

_Oculist_, s. Patent.

_Orden_ der Buben: 113 ff.

_Osnabrück_, s. Römerspuren.

_Paramente_ der Marienkirche zu Danzig. 44 ff.

_Patent_, markgräfliches, für den Oculisten, Bruch- und Steinschneider Braun v. Gunzenhausen v. J. 1617, 324 f.

_Pavia_, s. Schlacht.

_Pfeil_, Hanns, s. Kriegsmaschine.

_Preisfrage_ der fstl. Jablonowski’schen Gesellschaft in Leipzig. 183 f.

_Preußen_, Ordensland, s. Baukunst.

_Rechtsalterthümer:_ Beitrag zu dens. 396.

_Rechtsalterthümer_, alemannische. 11 ff., 41 ff.

_Reliquienbehälter_ in der Sammlung kirchlicher Geräthe im germanischen Museum (m. Abbild.) 1 ff.

_Reliquienbehälter_, die, in der Sammlung kirchlicher Alterthümer im german. Museum (m. Abbild.). 309 ff., 350 ff.

_Ring- und Schlackenwälle_, s. Ansiedelungen.

_Römerspuren_ im Osnabrück’schen. 257 ff.

_Rudolstadt_, s. Ansiedelungen.

_Sandrart_, s. Schlippenbach.

_Sachs_, Hans: ein Heft Meisterlieder von dems. 264.

_Scherze_, geistliche, des Mittelalters. 10 ff., 38 ff., 134 ff., 163 ff., 230 f., 285 ff., 325 f., 408.

_Schlacht_ bei Pavia. 345 ff., 408.

_Schlippenbach_, Graf Friedrich Christoph: ders. auf dem Sandrart’schen Bilde des Friedensmahles zu Nürnberg. 51 ff., 90 ff.

_Schüler_, fahrende: zur Geschichte derselben. 198 f.

_Sebaldusgrabmal_ in Nürnberg: ursprünglicher Entwurf zu demselben. 185 ff.

_Sigenot_: ein hebräischer Druck dess. 127 ff.

_Sigismund_, Kaiser, s. Böhmen.

_Soldat_: über das erste Auftreten dieses Wortes in der deutschen Schriftsprache. 295 f.

_Sphragistik_, s. Aphorismen.

_Sprichwörter_, s. Agricola.

_Sprichwörterliteratur_: Beiträge zu derselben. 193 ff., 279 f.

_Spruch_, alter. 296.

_Symbolik_: Beitrag zu ders. im 14. Jahrhundert. 326 ff.

_Urfehde_, s. Wiedertäufer.

_Wappenschild_, der problematische, auf zwei Erzdenkmälern in der Stiftskirche zu Aschaffenburg. 92 ff.

_Weisthümer_, alemannische. 11 ff., 41 ff.

_Wertheim_, s. Inventare.

_Wiedertäufers_ Urfehde und Widerruf. 292 ff.

_Wörthsee_, Kirche, s. Inventar.

II. Literatur-Anzeigen.

_Aschbach_, Joseph, Roswitha und Conrad Celtes. 176 ff.

_Barth_, J., Anleitung zur Anlegung und Fortsetzung der Orts-Chroniken. 65 ff.

_Bock_, Fr., Karls des Großen Pfalzkapelle u. ihre Kunstschätze. 67 f.

_Bock_, Fr., das monumentale Rheinland. 68 f.

_Brambach_, W., Trajan am Rhein und die Inschriftenfälschung zu Nennig; offener Brief an L. J. F. Jannssen. 141 ff.

_Corssen_, W., Alterthümer u. Kunstdenkmale des Cisterzienserklosters St. Marien und der Landesschule zur Pforte. 275 f.

_Deis_, C., s. Dürer.

_Diefenbach_, Lorenz, Novum Glossarium latino-germanicum mediae et infimae aetatis. 175 f.

_Dudik_, B., Kleinodien des deutschen Ritterordens. 210 f.

_Dürer’s_, Albrecht, kleine Passion. In Holz nachgeschnitten von C. Deis. 212 f.

_Eberstein_, Louis Ferd. Freih. v., „dem Landfrieden ist nicht zu trauen.“ 243 f.

_Eye_, A. v., u. _Falke_, Jac., Kunst u. Leben der Vorzeit. 147 ff.

_Fischart’s_, Joh., sämmtliche Dichtungen, herausgegeben und mit Erläuterungen versehen von Heinr. Kurz. 27 f.

_Gengler_, Heinr. Gottfr., Codex juris municipalis medii aevi. 71.

_Gruner_, C., s. Reitlinger.

_Hagen_, Freiherr C. H. v., die Stadt Halle, nach amtlichen Quellen historisch-topographisch-statistisch dargestellt. 403 f.

_Hasenmüller_, J., die Nenniger Inschriften keine Fälschung u. s. w. 142 ff.

_Hefner-Alteneck_, J. H. v., die Kunstkammer seiner königl. Hoheit des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen. 211 f.

_Hildebrandt_, Ad. M., die Grabsteine und Epitaphien adeliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark. 273 f.

_Hohenlohe-Waldenburg_, F.-K., d. heraldische Pelzwerk: Berichtigungen und Nachträge. 216.

_Hübsch_, Geschichte von Eysölden. 71 f.

_Kurz_, Heinrich, s. _Fischart_.

_Kutzen_, J., das deutsche Land in seinen charakteristischen Zügen und seinen Beziehungen zu Geschichte und Leben der Menschen. 367 ff.

_Leitner_, Quirin, die Waffensammlung des österr. Kaiserhauses im k. k. Artillerie-Arsenal-Museum in Wien. 339 f.

_Leonardy_, J., die angeblichen Trierschen Inschriften-Fälschungen u. s. w. 142 ff.

_Leonardy_, J., die Secundiner und die Echtheit der Nenniger Schriften. 142 ff.

_Lütolf_, Alois, Josef Eutych Kopp als Verfasser, Dichter, Staatsmann und Geschichtsforscher. 68. 209.

_Meurer_, Moriz, Altarschmuck. Ein Beitrag zur Paramentik der evangelischen Kirche. 28 f.

_Müller_, neuestes Künstlerlexikon. 376.

_Neumann_, C. W., s. Reitlinger.

_Pichler_, Friedrich, Repertorium der steierischen Münzkunde. 369 f.

_Piper_, Ferdinand, über die Einführung der monumentalen etc. Studien in den Gymnasial-Unterricht. 67.

_Potthast_, August, bibliotheca historica medii aevi. 244 ff.

_Reitlinger_, Edm., C. W. _Neumann_ u. C. _Gruner_, Johannes Kepler. 243.

_Rübezahl._ Der schles. Provinzialblätter 72. Jahrg. 215 f.

_Schletterer_, H. M., übersichtliche Darstellung der Geschichte der kirchlichen Dichtung und geistlichen Musik. 29.

_Schmid_, L., Belagerung, Zerstörung und Wiederaufbau der Burg Hohenzollern im fünfzehnten Jahrhundert. 301.

_Stegmann_, C., Kunst und Gewerbe; Wochenschrift zur Förderung deutscher Kunst-Industrie. 211.

_Voßberg_, die Siegel der Mark Brandenburg nach Urkunden des königl. Geh. Staatsarchivs etc. 274 f.

_Waagen_, G. F., die vornehmsten Kunstdenkmäler in Wien 337 ff.

_Wilmans_, Roger, die Kaiserurkunden der Provinz Westfalen 777-1313. 1. Bd. Die Urkunden des Karolingischen Zeitalters 777-900. 241 ff.

_Wilmowsky_, v., die römische Villa zu Nennig 143 f.

ANZEIGER

FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

Neue Folge. Fünfzehnter Jahrgang.

=Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_ incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuß oder 2 Thlr. preuß.

Für _Frankreich_ abonniert man in Straßburg bei C. F. Schmidt, in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille, oder bei dem Postamt in Karlsruhe; für _England_ bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, F. A. +Brockhaus+ in Leipzig, befördert.

ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

1868. Nº. 1. Januar.

Wissenschaftliche Mittheilungen.

=Ein Kelch und ein Reliquienbehälter in der Sammlung kirchlicher Geräthe im germanischen Museum.=

Unter den Erwerbungen, welche das germanische Museum in jüngster Zeit für die Abtheilung der kirchlichen Geräthe gemacht hat, befindet sich ein Kelch, welcher aus dem 14. Jahrh. herrührt und aus einer protestantischen Kirche in Franken angekauft wurde, wo er bis heute als Abendmahlskelch in Gebrauch stand und nur wegen Schadhaftigkeit gegen einen neuen vertauscht wurde.

Der Kelch (Fig. 1, s. Sp. 3) ist von Silber und vergoldet, mit getriebenem Fuß und Knaufe und an beiden Theilen mit emaillierten Silberplättchen belegt. Er hat eine Höhe von 17 Centim. Der Fuß ist rund, hat einen untern Durchmesser von 12,5 Centim. und zeigt einen niederen Anlauf, auf welchem sich getriebene Vierpässe in einer Reihe kleiner viereckiger Felder befinden. Am Fuße, der sich in elegant geschwungener Linie nach oben verengt, sind vier spitzbogige Wulste getrieben, unter denen je ein zweiter Wulst die Nasen zu den Spitzbogen bildet. Die Enden der Spitzbogen stoßen gegen vier abwärts gekehrte, stark hervorgetriebene Lilien. Unter jedem Spitzbogen ist ein Rundmedaillon hervorgetrieben und in demselben ein aufgelegtes Silberplättchen, das, ganz flach modelliert, je drei Figuren zeigt. Diese Medaillons waren ehemals gänzlich mit durchsichtigem Schmelz überzogen, der jedoch jetzt sehr stark beschädigt ist, so daß sich die Art der flachen Modellierung, die nicht durch Treiben, sondern durch Gravierung entstanden ist, sehr deutlich zeigt. Die Scene eines Medaillons stellt den sitzenden und segnenden Heiland dar, zu dessen Seiten Mann und Frau (die Donatoren) knieen. Der Grund des Medaillons war blau, der Mantel des Heilandes grün, das Untergewand violett. Das folgende Medaillon zeigt Maria mit dem Kinde sitzend; zu beiden Seiten dieselben Donatoren. Die Farben der Maria sind die gleichen, wie bei Christus; das Kleid der Donatorin ist gelb. Die zwei andern Medaillons zeigen den heiligen Nicolaus und die heilige Katharina stehend; zur Seite wiederum dieselben Donatoren, die sich also viermal finden. Die Farben sind auch die nämlichen. Je drei stark perlenartig hervorgetriebene Punkte füllen die Räume zwischen Medaillons und Maßwerk aus. Der Grund ist durch eingeschlagene Bunzen aufgerauht.

Ein horizontal gegliederter Ring leitet in den etwas engeren cylindrischen Ständer über, der in der Mitte durch einen Knauf unterbrochen ist. Die zwei Cylindertheile des Stieles sind graviert und tragen in Majuskelbuchstaben die Inschriften oben: ✠ AVE MA. unten: RIA GRA. Der Knauf ist glatt und besteht aus zwei flachen, aufeinander gelegten Kugelabschnitten. Aus dem Rande treten sechs vierpaßförmige Cylinder heraus, die an der Stirnseite sechs gravierte, mit durchsichtigem Schmelz überzogene Plättchen zeigen, auf denen sich ein Christuskopf, ein in Halbprofil gestellter bärtiger Kopf und die Zeichen der vier Evangelisten befinden. Die Thierfiguren sind zwar ihrer Kleinheit wegen nur eben angedeutet, aber in wenigen Linien sehr charakteristisch stilisiert, während sowohl die Köpfe am Knaufe, als die Figuren der Medaillons am Fuße ziemlich handwerksmäßig graviert sind.

Die Cuppa ist ganz glatt, hat eine obere Weite von 9,8 Centim. bei 6 Centim. Höhe, zeichnet sich aber durch die stramme Linie, in der sie aufsteigt, aus, und die sich am obersten Rande um eine leise Andeutung nach außen biegt. Die Form des ganzen Kelches ist bei aller Einfachheit sehr edel und nachahmenswerth. Sie verbindet Eleganz und strengen Ernst auf so schöne Weise, daß der Kelch als Muster für ähnliche neue Kirchengeräthe bezeichnet werden kann.

Die Sammlung von Reliquienbehältern des Museums enthält neben manchem Schönen ein nicht uninteressantes Stück, dem wir eine nähere Betrachtung widmen möchten. Bekanntlich sind die Formen der Reliquienbehälter so verschiedenartig, daß man gerade hier kaum erstaunt sein wird, eine neue Form zu finden. Das Gefäß, welches in Fig. 2 abgebildet ist, stammt aus der Jacobskirche zu Nürnberg. Es ist eine hölzerne, unten etwas abgeplattete Kugel, von etwas über 1 Decimet. Durchmesser, die ungefähr die Form eines Schädels hat, so daß sie stets als eine falsche Reliquie, nämlich als ein aus Holz gefertigter Schädel galt. Die Kugel ist mit einem alten Seidenstoffe überzogen, der an der Vorderseite durch eine längliche, schlitzartige Oeffnung, die mit Goldborten gesäumt ist, das hier mit weißem Lacke überzogene Holz zum Vorschein kommen läßt. Das weißlackierte Holz hat das Ansehen eines stark gebleichten Schädels, ist jedoch von vielem Küssen nicht nur sehr beschmutzt, sondern der Lack ist auch in der Mitte fast bis auf das Holz durchgeküßt. Jedenfalls schien der Betrug ein ziemlich plumper, indem die Verehrenden doch einen Knochen von lackiertem Holze unterscheiden mußten; auch ist ja ein Schädel nicht absolut kugelrund.

Der Stoff, womit die Kugel überzogen ist, erschien als so interessant, daß es wünschenswerth war, ihn, um das Muster vollständig zeichnen zu können, vom Holze abzulösen, da große Theile durch Falten verdeckt wurden. Dies wurde unlängst vorgenommen, und es zeigte sich nicht nur der Stoff, der hier abgebildet ist, in seinem schönen Muster, sondern auch, daß die daran geknüpfte Voraussetzung unrichtig war, und daß man, wenigstens bei Anfertigung des Gefäßes, dasselbe nicht als falschen Schädel anbringen wollte. Es fand sich, daß das Gefäß hohl gedreht ist und oben eine runde, durch einen passenden Deckel geschlossene Oeffnung hat. Das Innere ist nicht vollständig glatt, sondern zeigt die vom Ausdrehen entstandenen Ringe. An all diesen Ringen hafteten Spuren eines gelblichen, sandartigen Gegenstandes. Es zeigte sich auch, daß die Kapsel schon früher geöffnet war; denn der genau schließende Deckel war durch Ansetzen eines scharfen Instrumentes behufs, der Oeffnung etwas verletzt worden. Es dürfte also die Annahme gerechtfertigt sein, daß das Gefäß ehemals Erde von heiliger Stelle in sich barg, entweder aus dem heiligen Lande, oder von der Stätte, wo ein Märtyrer gelitten; möglich auch, daß sie auf den heiligen Jacobus Bezug hatte, in dessen Kirche die Kapsel, der, wie der Augenschein zeigt, viele Verehrung erwiesen worden war, sich befand.

Für die Zeitbestimmung der Entstehung fand sich an der hölzernen Kapsel, an der übrigens nur die vordere Oeffnung gefärbt ist, nichts vor; auch die unmittelbar darüber gespannte glatte, grobe Leinwand, welche das rohe Holz bedeckt, gab keinen Anhaltspunkt dafür. Nur der Stoff, womit die Kapsel überzogen ist, könnte einen solchen bieten; allein es läßt sich nicht nachweisen, daß er unmittelbar nach seiner Anfertigung und nicht erst später auf die Kapsel gezogen wurde. Wir müssen denselben also für sich betrachten.

Vergleichen wir ihn mit einer Anzahl von Stoffmustern, wie sie Bock veröffentlicht hat, so zeigt sich, daß derselbe wol im Stil am meisten Aehnlichkeit mit einigen italienischen Mustern hat (Gesch. d. liturg. Gewänder, I. Taf., XIV. Musterzeichner des Mittelalters, Taf. I und VI, Fig. 10 u. 11). Der Grund ist rosa, das Muster darauf gelblichgrün, die Blumen sind weiß. Eine Beschreibung des Musters ist durch die Abbildung erspart. Bock setzt diese Muster in’s 13.-14. Jahrh. Wir wollen einer solchen Autorität in diesem Fache gegenüber unsere Meinung nur schüchtern dahin aussprechen, daß der Naturalismus, die Schärfe und Energie der Zeichnung uns nur auf das 14. Jahrh. leiten würde. Es scheint uns indessen der Vergleich der von Bock publicierten Muster allein nicht ausreichend, um spanische, maurische, sicilianische und norditalienische Fabrikate streng von einander zu unterscheiden. Wir dürfen deshalb nicht geradezu die Frage nach dem Ursprunge dieses Stoffes dadurch als erledigt betrachten.

+Nürnberg.+ A. +Essenwein+.

Ein unbekanntes Werk Sebastian Franck’s.

+Ein Beitrag oder Zusatz zur Geschichte seines Lebens und Wirkens.+