Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1866) Neue Folge. Dreizehnter Band.
v. Hefner-Alteneck, hat im Verein mit Baurath Petri unter dem Titel
„/Ornamentik für Kunst und Gewerbe/“ begonnen, die ornamentalen Kupferstiche des 15. und 16. Jahrh. aus dem königl. Kupferstichkabinet in trefflichen Photographieen zu veröffentlichen.
Bereits liegt das erste Heft vor, das 6 Blätter umfaſst, die nach Stichen von Heinrich Aldegrever (+ 1562), Peter Flötner (+ 1546), Israel von Mekenen (1480-1500), der Maître au dé (1512-1570), Joh. Theod. de Bry, (+ 1623), Augustino Venetiano de Musi (geb. 1490) aufgenommen sind und die spätere Gothik, sowie die Renaissance repräsentieren. Die Auswahl ist so getroffen, daſs den mannigfachsten Bedürfnissen Rechnung getragen ist; die Ausführung der Photographieen so vortrefflich, daſs sie für das Studium die Originalblätter vollkommen ersetzen. Wir hoffen, bald durch die Herausgabe des zweiten Heftes erfreut zu werden.
E.
Aufsätze in Zeitschriften.
/Das Ausland:/ Nr. 18. Neue Aufschlüsse über die Bronzezeit Mittel- und Nordeuropas.
/Das illustr. Buch der Welt:/ Nr. 7, S. 193. Freiburg im Uechtland. -- S. 194. Bilder aus Tyrol. 1. Landeck.
/Daheim:/ Nr. 34. Das Koller König Gustav Adolph’s im Zeughause zu Wien. (Georg Hiltl.)
/Erheiterungen am häusl. Herd:/ 5. Heft, S. 187. Die Prinzessin von Ahlden. -- S. 191. Schultheiſs Wengi von Solothurn und die Glaubensspaltung. -- S. 192. Die Kirche im ehemaligen Kloster Lorch und die Hohenstaufen-Gräber. -- S. 199. Die heiligen drei Könige im Elsaſs.
/Europa:/ Nr. 21. Böhmische Getreidesagen.
/Familien-Journal:/ Nr. 22 (652). Die Fürstengrüfte in München.
/Grenzboten:/ Nr. 22. Deutsche Studenten in alter Zeit: 3. Der fahrende Schüler. Der Hosen- und Saufteufel. Der älteste Trinkcomment.
/Hausblätter:/ 10. Heft, S. 315 u. 11. H., S. 390. Holzlandsagen. VIII-XII. (Kurt Greſs.)
/Hausfreund:/ Nr. 30. Spielkarten und Spiele. -- Die Kathedrale zu Freiburg.
/Korrespondent/ v. u. f. D.: Nr. 248. 250. Bayerische Städtebilder. Dinkelsbühl. - Nr. 252. Regesten der fränkischen Bisthümer.
/Magazin für d. Literatur des Ausl.:/ Nr. 19. Das čechische Puppenspiel von Dr. Faust. (Dr. Richard Andree.)
/Schles. Provinzialblätter:/ April. Geschichte der Breslauer bürgerlichen Schieſsplätze. (Jul. Neugebauer.)
/Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg:/ Nr. 20. 21. Bilder aus Lauenburg.
/Allgem. Zeitung:/ Beil. Nr. 147. Die Ulfilas-Fragmente zu Turin. (Const. Tischendorf.)
/Bayer. Zeitung:/ Morgenbl. Nr. 136ff. Aventin. Ein Vortrag. (A. Kluckhohn.) -- Nr. 141 ff. Die Plackerei, in einem Zeitbilde aus dem Anfang des XIV. Jahrhunderts. -- Nr. 145. Der todte oder steinerne Mann. Eine Volkssage. -- Nr. 152 f. Heinrich von Schwaben. Eine deutsche Kaisersage. (Wilh. Hertz.) -- Stiefel, Sporn und Schwert vertrunken (1448). -- Nr. 154 ff. Stephaning.
Vermischte Nachrichten.
56) In der Sitzung der philosophisch-historischen Classe der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien vom 11. April wurde u. a. vorgelegt: von Dr. Franz Stark eine /Abhandlung über die Kosenamen der Germanen/, und zwar die erste Abtheilung derselben: die verkürzten Namen. In dieser Abhandlung ist zum ersten Male die Sonderung der mannigfaltigen Formen, in welchen die germanischen Kosenamen auftreten, durchgeführt, auf Grund eines vieljährigen Sammelns von Eigennamen aus vielen Tausenden von Urkunden und zahlreichen andern Geschichtsquellen, insbesondere einer gleichfalls zum ersten Male unternommenen Zusammenstellung jener Kosenamen, denen die vollen zweigliedrigen Formen, auf historischem Wege gefunden, mit Sicherheit gegenübergestellt werden können. Zum ersten Male wird hier auch der verschiedene Bildungsprozeſs, dem die germanischen Kosenamen den Formenreichthum verdanken, auf der bemerkten sichern Grundlage auch sicher nachgewiesen. -- In derselben Sitzung legte Dr. Beda Dudík eine Abhandlung „/Handschriften der fürstlich Dietrichstein’schen Bibliothek zu Nikolsburg/ in Mähren“ vor, worin er zuerst eine generelle Uebersicht der Handschriften nach Sprachen gibt und sodann 101 Codices umständlich beschreibt. Von diesen gehören 18 der böhmischen, 34 der lateinischen und 49 der deutschen Sprache an. Aus der Classe der böhmischen Handschriften haben einen hohen linguistischen Werth die Bibeltexte des 15. Jahrhunderts, einen dogmatisch-historischen Hussens und seiner Anhänger Schriften. Aus den lateinischen Handschriften sind besonders jene hervorzuheben, welche die Synodalbeschlüsse der Prager und Olmützer Kirche betreffen und zum Theil bis jetzt unbekannt gewesen sind. Unter den deutschen Handschriften haben für den Philologen und Literaturhistoriker die verschiedenen Sammlungen deutscher Gedichte des 13. u. 14. Jahrhunderts hohen Werth, für den Juristen die verschiedenen Exemplare des Schwabenspiegels und des sächsischen Rechtes, und für den Historiker die Gesandtschafts-Relationen vom Jahre 1595, die Chroniken, namentlich über Maximilian’s I. Zeiten, amtliche Gutachten und Institutionen des 16. Jahrhunderts u. s. w.
57) Graf Clemens von Schönborn-Wiesentheid hat den /Verkauf der Gemäldegallerie zu Pommersfelden/ bei Bamberg nunmehr der Montmorillon’schen Kunsthandlung und Auctionsanstalt in München übertragen. Die Gallerie, deren Verkauf en bloc bis Ende Juni vorbehalten wird, soll im September zu Pommersfelden zur öffentlichen Versteigerung im Einzelnen gebracht werden. Der Tag der Versteigerung selbst wird mit der Ausgabe des Catalogs bekannt gegeben, welcher letztere, in deutscher und französischer Sprache abgefaſst, auch die Auctionsbedingungen enthält.
58) Vom /Heidelberger/ Magistrat ist kürzlich, um die /Gründung eines städtischen Kunst- und Alterthumsmuseums/ zu erleichtern, die Aufforderung ergangen, pfälzische Kunstgegenstände der Stadt zum Verkauf zu übermitteln oder geschenkweise zuzuführen. Der Freskomaler Götzenberg entsprach bereits dem Rufe seiner Vaterstadt, indem er ihr nebst anderen Kunstsachen 30 Cartons seiner Wandgemälde schenkte.
(Europa.)
59) Professor Höfler in Prag hat in einer Privatbibliothek eine beträchtliche Anzahl von /Originalbriefen österreichischer Generale aus Wallensteins Zeit entdeckt/, welche interessante Aufschlüsse über die Vorgänge vor der Katastrophe in Eger geben.
(Augsb. Postztg.)
60) Im /Zwickauer Rathsarchiv/ ist /ein Buch von alten Wachstafeln gefunden/ worden, die noch bis zum Jahre 1470 im Gebrauch gewesen zu sein scheinen. Die Schrift besagt nur Oertliches und Unbedeutendes.
(Ill. Ztg.)
61) In einem Garten zu /Marburg in Steiermark/ wurden in einem irdenen Topfe 3000 Stück /Brakteaten gefunden/, welche dem 12. Jahrhundert angehören dürften. Die meisten derselben stammen aus Chur (Steinbock) und Aquileja. Von Buchstaben sind fast nur R und V zu bemerken.
(Dies.)
62) Der durch seine ethnographischen Werke bekannte Schriftsteller Kanitz in Wien hat vor Kurzem in /Serbien neue archäologische Entdeckungen/ gemacht. Er hatte sich nämlich nach der ehemaligen römischen Hauptstadt Ober-Mösiens, Viminacium -- das heutige Kosteletz am Einfluſs der Mlava in die Donau -- begeben, wo er nicht nur ein im Grundriſs ganz wohlerhaltenes Castell und Forum, sondern auch die Grundmauern einer Stadt von so groſser Ausdehnung wie fast nirgends an der Donau vorfand. In seiner Anwesenheit wurde ein riesiger Sarkophag ausgegraben; ein zweiter zeigte einen Skulpturenschmuck von solcher Schönheit, daſs er jedem berühmten Alterthumsmuseum zur Zierde gereichen würde. Auſserdem hat F. Kanitz dort Copien verschiedener Basreliefs, Figuren, Inschriften und gestempelter Ziegelplatten angefertigt. Letztere tragen die Signatur der Legio septima Claudia, deren Standquartier Viminacium unter Nero und Trajan war.
(Dies.)
63) Bei /Brüx/ in Böhmen sind in der jüngsten Zeit einige interessante /Funde aus der Steinzeit/ gemacht worden. Schon im Sommer des Jahres 1864 fand man bei der Grundgrabung für ein Maschinenhaus auf einem der Felder am östlichen Ende der Stadt in einer Tiefe von 3 Ellen mehrere Todtenurnen, bei denen sich auch ein menschliches Gerippe von ungewöhnlicher Gröſse befunden haben soll. Leider sind die Gefäſse sämmtlich zerschlagen worden, und auch von dem Skelett kam nichts zur Ansicht; dagegen wurden unversehrt abgeliefert ein Steinhammer und ein Steinkeil. Ersterer war von der Gröſse und Gestalt, wie sie gegenwärtig die Maurer führen. In der Mitte ist der Hammer durchbohrt zur Einführung des Stiels; das Gestein ist Serpentin. Auch der Steinkeil ist von demselben Material und ganz gut erhalten. Beide Gegenstände kommen in die Sammlung des Grafen Czernin. In diesem Jahre, ganz vor Kurzem, entdeckten Arbeiter beim Schachten zu einem Hopfengarten in der Tiefe von 3 Fuſs am südlichen Ende der Stadt einen Kranz von weiſsen Kieselsteinen, die bei einem Durchmesser von 3 Fuſs im Kreise herumgeschichtet waren. In der Mitte dieses Kreises lag ein Häuflein kleiner Steine mit anderer Erde als in der Umgebung und darunter eine Steinaxt nebst Knochenresten, welche sogleich zerfielen. Diese Axt besteht aus Grünstein und ist bedeutend gröſser als der Steinhammer, 22 Centimeter lang, 9 Centimeter breit, an dem einen Ende stumpf, am andern keilartig zugeschärft; die Schärfe steht mit der Richtung des Stils in einer Linie wie bei unsern Hacken. Die Oeffnung für den Stiel ist nicht genau in der Mitte und miſst 2,_{8} Centimeter. Der Eigenthümer des Grundes, auf welchem der Fund gemacht wurde, hat letzteren der Realschule in Brüx zum Geschenk übergeben. Bei Gelegenheit dieser Ausgrabungen wird darauf hingewiesen, daſs die dortige Umgegend wol viele Pfahlbauten bergen könne, da der alte Kummernersee, der seit 1854 trocken gelegt ist, sich bis unter Brüx nach Rudelsdorf erstreckte und die ganze Gegend überhaupt sehr wasserreich ist.
(Dies.)
64) In der Gegend von /Plaben/ an der Maltsch, Bezirk Budweis, wurden mehrere /heidnische Gräber entdeckt/ und durch sogleich eingeleitete Nachgrabungen bereits einige Urnen und Opferschalen zu Tage gefördert. Die Ausgrabungsarbeiten werden fortgesetzt und dürften ein bedeutendes Ergebniſs liefern, da sich gegen 35 solcher Grabhügel in dortiger Gegend befinden.
(Dies.)
65) Im Garten des /Laibacher Bürgerspitals/ ist man bei Anlegung von Baumpflanzungen auf /römische Grabstätten/ gestoſsen. Es fanden sich mehrere Särge aus groſsen römischen Ziegeln vor, die leider von den Arbeitern zerstört worden sind, ferner Grablampen, Aschenurnen, Thränengefäſse aus Thon und eine erzene Münze. Man schlieſst in Folge dieser neuen Fundstätte auf eine sehr weite Ausdehnung des Begräbniſsplatzes der alten Emona.
(Dies.)
66) Zu /Andernach/, Regierungsbezirk Koblenz, ist beim Ausgraben von Bimsstein auf dem St. Martinsberge in einem aus einem Steinblock gearbeiteten Sarge das vollständige /Gerippe eines aus der Römerzeit stammenden Körpers/ von 6 Fuſs Länge gefunden worden.
(Dies.)
67) An dem /südlichen Thurme der Domkirche zu Lübeck/ werden /Restaurationsarbeiten/ vorgenommen. Derselbe neigt sich bekanntlich, gleich dem schiefen Thurme zu Pisa, bedeutend nach der einen Seite, und es soll dem Kolosse seine aufrechte Stellung wiedergegeben werden. Am 8. Mai ist es bereits gelungen, von der über 400 Fuſs hohen Spitze des Thurmes den aus Kupfer getriebenen Hahn nebst Kugel herabzunehmen.
(Dies.)
68) In /Konstanz/ soll an der Stelle, wo seit einigen Jahren ein einfacher Denkstein den Ort bezeichnet, an welchem /Huſs/ den Feuertod erlitt, zu seinem Andenken ein groſses /Monument/ erstehen.
(Dies.)
Inserate und Bekanntmachungen.
14) Der Gefertigte hat wiederholte Studien über die Kunstdenkmale der ehemaligen Krönungsstadt des Königreiches Polen gemacht. Einige derselben wurden da und dort in Zeitschriften veröffentlicht. Das ganze reiche Material seiner Studien hat er jedoch in einem Buche niedergelegt, das den Titel führt: /Die mittelalterlichen Kunstdenkmale der Stadt Krakau/.
Das Buch enthält 30 Druckbogen Text mit 106 Holzschnitten, 80 Tafeln in Kupferstich und Lithographie. Es wird vorläufig nicht in den Buchhandel kommen, doch können Bibliotheken sowie Kunstfreunde, die sich dafür interessieren, dasselbe gegen direkte Bestellung beim Verfasser per Post zugesendet erhalten. Der Preis wird mit 16 Thaler pr. C. berechnet.
Das Werk enthält neben einer kurzen Uebersicht über die Geschichte Krakau’s zunächst eine Abhandlung über die ehemalige Gesammtphysiognomie der Stadt und ihre Befestigung, dann über sämmtliche noch bestehende und bereits zerstörte Kirchen der Stadt, woran sich eine Abhandlung über die der Stadt eigentümliche Kirchenbauschule und ihr Verhältniſs zu anderen gleichzeitigen Kirchenbauten knüpft. Die in den Kirchen noch vorhandenen Altäre, Taufsteine, Weihwasserbehälter, Grabmäler u. A. werden ebenso wie die Glasgemälde in dieser Abtheilung betrachtet. Die folgende Abtheilung enthält die bürgerliche Baukunst, wo zunächst das Königsschloſs, sodann das Rathhaus, die Tuchhalle und das noch wohl erhaltene mittelalterliche Universitätsgebäude betrachtet werden. Daran schlieſst sich eine Abhandlung über die reichen Schätze aus dem Gebiete der Goldschmiedekunst und Paramentik, die Krakau noch bietet, sowie über die Objekte der Kleinkunst überhaupt.
Eine Anzahl Beilagen enthält die Namen der Könige von Polen, der Bischöfe von Krakau, Handwerkerordnungen, Urkunden über Verleihungen des Stadtrechtes, das Cermoniel der Königskrönung, sodann Abhandlungen über die Anfänge der Buchdruckerkunst in Krakau, über das polnische Münzwesen u. s. w.
Die Tafeln bieten neben dem kunsthistorischen Material eine reiche Fundgrube echt künstlerischer Motive sowohl für Architekten als auch für verschiedene Kunstgewerbe, wie auch der Text die technische Seite neben der künstlerischen berücksichtigt.
Die Haupttendenz der ganzen Studie geht dahin, das Verhältniſs der Krakauer Kunst zu der Kunst der übrigen Länder, vorzugsweise Deutschlands, darzulegen, die Einflüsse zu untersuchen, unter denen diese Kunst sich entwickelt hat, und nachzuweisen, daſs auch hier die Kunst das getreue Spiegelbild der Kulturzustände ist.
/Nürnberg/, Mai 1866.
A. /Essenwein/, I. Vorstand des german. Museums.
Inhalt des vierten Heftes der zwölf Serien „Photographieen aus dem germanischen Museum“.
Serie I.
1) Emaillierter Speisekelch. 14. Jhdt. In den fürstl. Wallerstein’schen Sammlungen zu Maihingen.
2) Pokal von getriebenem Silber; 16. Jhdt. Im Besitz der Schützengesellschaft in Nürnberg.
3) Derselbe Pokal. (Andere Ansicht.)
Serie II.
1) Geschnitztes Kästchen. 16. Jhdt.
2) Kleiner Schrank mit geschnitzten Thüren. 16. Jhdt.
3) Geschnitzte Stubenthür. 16. Jhdt.
Serie III.
1) Futteral mit gothisch ornamentiertem Lederüberzug. 15. Jhdt.
2) Uhr mit Verzierungen in Vergoldung und durchbrochenem Maſswerk. 16. Jhdt.
3) Waschgefäſs von Messing, in Gestalt einer Eichel. 16. Jhdt.
Serie IV.
1) Romanischer Leuchter von Bronze. In den fürstl. Wallerstein’schen Sammlungen zu Maihingen.
2) Durchbrochener Thürbeschlag von Eisen. 15. Jhdt.
3) Gothisch verzierter Thürklopfer. In München.
Serie V.
1) Verzierter Krug von Steingut. 16. Jhdt. (2 Ansichten.)
2) Reichverzierter Glaspokal mit dem Löffelholz’schen Wappen über dem Deckel. 17. Jhdt. Im Besitz des Frhrn. von Löffelholz zu Wallerstein.
3) Der Deckel desselben Pokals, in vergröſserter Aufnahme.
Serie VI.
1) Handtuch mit eingewirkten blauen Ornamenten. 14. Jhdt.
2) Dasselbe Handtuch (andere Hälfte).
3) Stickerei mit dem Alliancewappen der Haller und Baumgärtner. 17. Jhdt.
Serie VII.
1) Bucheinband von gepreſstem Leder mit dem Wappen der Löffelholz. 15. Jhdt. Im Besitz des Frhrn. von Löffelholz zu Wallerstein.
2) Rückseite desselben Einbandes.
3) Rückseite des Futterals aus Serie III.
Serie VIII.
1) Fünf romanische Kapitäle von der Wartburg.
2) Die Geburt Christi und die Anbetung der heil. drei Könige, Elfenbeinreliefs vom 14. Jhdt. Originalgröſse.
3) Zweikampf des Albrecht Dürer mit Lazarus Spengler in Beisein Kaiser Maximilians I.; Relief aus Schiefer, 1522. Zu München.
Serie IX.
1) Wappen der Nützel in Renaissanceeinfassung; Pergamentmalerei.
2) Bleirelief mit Verzierungen in Form eines Frieses. 16. Jhdt.
3) Verschiedene Ornamente von gebranntem Thon. 16.-17. Jhdt.
Serie X.
1) Goldnes Kleinod Friedrich’s von der Pfalz; Pathenpfennig für Joh. Paul Poigele von 1604; Medaille von 1547 auf die Schlacht bei Mühlberg mit den Brustbildern Karl’s V. und Ferdinand’s I.; Schauthaler Kr. Ferdinand’s I. von 1541.
2) Medaillen auf Georg Hermann von 1529, auf Julius Echter von Mespelbrunn, Bischof von Würzburg, auf Georg Friedrich, Markgrafen von Brandenburg, 16. Jhdt., und Wappen der Familie Stark (Rückseite einer Medaille auf Jacob Stark) von 1614.
3) Münzsiegel König Friedrich’s III. 15. Jhdt.
Serie XI.
1) Miniaturmalerei von Johannes Giltlinger, 1487.
2) Bruchstück einer Kreuzabnahme, Federzeichnung aus der Schule der van Eyck.
3) Zwei männliche Kostümfiguren, Tuschzeichnung in der Weise Hans Holbein’s d. J.
Serie XII.
1) Fuſs eines emaillierten Ciboriums. 14. Jhdt. In den fürstl. Wallerstein’schen Sammlungen zu Maihingen.
2) Erstürmung einer Minneburg, Spiegelkapsel von Elfenbein. 14. Jhdt.; ebendas.
3) Schachfiguren von Hirschhorn. 14. Jhdt. In den fürstl. Wallerstein’schen Sammlungen in Maihingen.
Die geehrten Herren Pfleger des german. Museums
werden ersucht, soviel in ihren Kräften steht, zur Verbreitung des photographischen Unternehmens, dessen erste Folge mit dem oben verzeichneten vierten Hefte geschlossen ist, beizutragen. Das Museum hat deshalb eine Zusammenstellung aller einzelnen Blätter, nach den Materien geordnet, veranstaltet und darin bemerkt, daſs jedes Blatt auch einzeln zu haben ist. Dieses Verzeichniſs wird in den nächsten Tagen zur Versendung kommen; doch werden gerne denjenigen Herren Pflegern, welche glauben, durch Vorzeigung dieser Photographieen für das Unternehmen wirken zu können, auf Bestellung einzelne Blätter zur Ansicht und Vorzeigung zugesendet.
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. /Sebald/’sche Buchdruckerei.
ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
Neue Folge. Dreizehnter Jahrgang.
/Nürnberg./ Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_ incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuſs oder 2 Thlr. preuſs.
Für _Frankreich_ abonniert man in Straſsburg bei C. F. Schmidt, in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11. rue de Lille, oder bei dem Postamt in Karlsruhe; für _England_ bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für _Nordamerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.
Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, F. A. /Brockhaus/ in Leipzig, befördert.
Inserate, welche mit den Zwecken des Anzeigers und dessen wissenschaftlichem Gebiete in Verbindung stehen, werden aufgenommen und der Raum einer Columnenzeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
1866. Nº 7. Juli.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
von
F.-K. Fürsten zu /Hohenlohe Waldenburg/.
C. P. Lepsius hatte angefangen in den „neuen Mittheilungen des Thüringisch-Sächsischen Vereins“ für 1842[A] unter dieser Aufschrift eine Reihe von Abbildungen merkwürdiger Siegel mit erklärendem Text mitzutheilen, um, wie er sagte, „auf das vielseitige Interesse der Siegel für die Kunstgeschichte, sowie für die Alterthumskunde im Allgemeinen durch einzelne Beispiele aufmerksam zu machen.“
Mit Recht warf er in der Einleitung die Frage auf: „Wie mag es kommen, daſs bei dem so allgemeinen Interesse unserer Zeit an geschichtlichen und antiquarischen Forschungen, sowie an den Denkmalen mittelalterlicher Kunst und Lebensweise von allen dahin abzweckenden Studien gerade eins der anziehendsten und fruchtbarsten, die Siegelkunde, so sehr vernachlässigt worden ist, daſs wir uns nach einem, dem Standpunkte wissenschaftlicher Kunstbildung unserer Zeit entsprechenden, das Ganze der Sphragistik umfassenden Werke vergebens umsehen?“
Ganz treffend bezeichnet er sodann den vielseitigen Werth der Sphragistik mit den Worten: „Die Siegelkunde darf nicht blos als historisch-diplomatische Hülfswissenschaft aufgefaſst werden. Wenigstens ebensoviel gewährt dieselbe in kunstgeschichtlicher, sowie in vielfachen antiquarischen Beziehungen. Besondern Werth für die Kunstgeschichte gewinnen die Siegel dadurch, daſs sie, in synchronistischer Zusammenstellung und chronologischer Folge, uns den Gang und die Richtung der Kunst- und Geschmacksbildung in allen ihren Stadien und Uebergängen bezeichnen und gleichsam beurkunden.[B]...
Nicht geringere Belehrung gewähren die Siegel über den Wechsel der /Zustände/ und /Formen/ des /öffentlichen/ und /Privatlebens/, sowie im /Costüm/ der verschiedenen Stände, im Ornat der Könige, Fürsten und höheren Geistlichen, in /Rüstungen/ und /Waffen/ aller Art etc. Selbst für das Studium der mittelalterlichen /Bauarten/ ist aus den, auf den Siegeln vorkommenden Darstellungen von Kirchen, Portalen, Baldachinen, Tabernakeln und architektonischen Verzierungen Manches zu entnehmen, sowie auch von manchen längst untergegangenen Bauwerken, von denen sich sonst keine Abbildungen erhalten haben, deren ehemalige Gestaltung und Bauart aus alten Siegeln zu erkennen und nachzuweisen ist....
Nicht minder ergiebig erweisen sich die Siegel zur Bereicherung und Erläuterung der christlichen /Kunstsymbolik/ und /Ikonographie/, insonderheit in den häufigen Darstellungen der Heiligen in den Siegeln der Stifter und Klöster, sowie überhaupt die Siegel mit der /Legende/ und /Sage/ vielfach in Berührung treten. Am meisten wird durch die Siegel die Geschichte des /Wappenwesens/ aufgehellt; es gibt keine älteren Ueberreste von wirklichen (heraldischen) Geschlechtswappen... Um den Wechsel der /Schriftzeichen/ auf Denkmalen (Künstlerschrift, abweichend von der Urkunden- und Bücherschrift) chronologisch und landschaftlich vergleichend zu verfolgen, gewähren ebenfalls die Siegel die sicherste Anleitung, weil wir hier nicht, wie bei andern Schriftdenkmalen der Vorzeit, über den Zeitpunkt der Verfertigung in Ungewiſsheit sind.“
Obgleich seitdem wieder ein Vierteljahrhundert verflossen ist, obgleich der Werth der Siegelkunde mehr und mehr zur Geltung gelangt, und dieselbe den ihr gebührenden Platz unter den historischen Hülfswissenschaften bereits eingenommen hat, obgleich die Zahl ihrer Verehrer stets im Zunehmen begriffen ist,[C] und in der neueren Zeit sehr schätzbare Arbeiten auf diesem Gebiete geliefert worden sind, so haben wir doch auch heute noch den Mangel eines „/das Ganze der Sphragistik umfassenden Werkes/“ mit Lepsius zu beklagen.
Ein solches Werk ist aber, nach den Anforderungen, welche die wissenschaftliche Kritik bei dem gegenwärtigen Stande der historischen Forschungen im Allgemeinen an dasselbe zu stellen berechtigt ist, auch noch kaum zu erwarten. Denn, wie Melly -- der die Siegel die /Regulatoren/ und /Stützpunkte/ der /Kunstgeschichte/ nennt -- bemerkt, „muſs die Siegelkunde, damit sie fruchtbringend werde, vorerst in ihrem Material ergänzt und es müssen die einzelnen Siegel-Gattungen erst allseitig erforscht werden“[D].
Vorerst handelt es sich daher immer noch hauptsächlich um sphragistische Monographieen, wobei die Ansicht Melly’s möglichst festzuhalten ist, daſs dieselben „im Einverständniſs mit allen Gleichgesinnten“ zu bearbeiten sind, damit durch Vertheilung der Arbeit und Gleichmäſsigkeit der Methode der wissenschaftliche Gesammtbau /schneller/, /sicherer/ und /harmonischer/ hergestellt werden könne.
Hiezu ist aber vor Allem die Aufstellung eines sphragistischen Systems -- sowohl zur /Eintheilung/ der Siegel, als wie zu deren sicherer Bezeichnung -- durchaus nothwendig.
Der Mangel eines solchen und einer bestimmten sphragistischen Terminologie ist längst von vielen Seiten beklagt worden.
In Ermangelung eines andern brauchbaren, umfassenden und bereits allgemein angenommenen, erlauben wir uns, das von uns aufgestellte und seit zehn Jahren[E] erprobte sphragistische System allen Freunden der /Siegelkunde/ hier aufs neue vorzulegen und zu empfehlen. Von dessen allgemeiner Annahme verspricht sich auch u. A. unser gelehrter Freund, Freiherr von Schreckenstein, in seiner trefflichen Abhandlung: „Wie soll man Urkunden ediren?“ -- namentlich wegen seiner /Bündigkeit/ und /Kürze/, -- einen nicht unbedeutenden Nutzen.
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: VI. Band, 3. Heft, S. 84-115.]
[Fußnote B: Hier verweist Lepsius auf die bekannten Werke von Kugler und ihren sphragistischen Theil.]
[Fußnote C: Es kommt glücklicher Weise jetzt doch selten mehr vor, daſs die Begriffe Siegel und Siegel-Stempel, Siegel und Wappen, Siegel-Bild und Wappen-Bild, Siegel-Feld und Wappen-Feld -- selbst von Männern vom Fache -- miteinander verwechselt werden. Bezeichnete doch Tucelius sogar das kleine /Reichsbanner/ (parvum vexillum nach Ducange) Fig. 7 des Titelblattes seiner Electa jur. publ. cur. als: „/Sigillum Ulrici comit. Würtenberg./“
Viele, wenn sie sich auch die Mühe geben, diese /ganz verschiedenen/ Begriffe gehörig zu trennen, sind aber heute noch der Meinung, ein Siegel /ohne/ Wappen hätte eigentlich gar keinen besonderen Werth, und manche Gelehrte halten es immer noch unter ihrer Würde, den Siegeln eine besondere Beachtung zu schenken, und betrachten die Sphragistik beinahe wie eine Art von Spielerei. Eine immer noch /sehr/ empfindliche Folge der früheren Miſsachtung der Siegel ist die Schwierigkeit der Auffindung derselben in gröſseren Archiven; ein Verzeichniſs der Siegel findet sich bis jetzt, leider! beinahe in keinem derselben. Möchte doch allenthalben darauf Bedacht genommen werden!]
[Fußnote D: S. dessen Beiträge zur Siegelkunde des Mittelalters. Wien, 1846.]
[Fußnote E: S. Correspondenzblatt von 1857, Nr. 11, S. 109-111.]
Sphragistisches System
/zur Eintheilung und Bezeichnung der Siegel nach ihren Bildern/.
I. { A. mit /einzelnen/ Schriftzeichen, (Chiffres Schrift-Siegel: { mit und ohne Kronen.) { B. mit /ganzer/ Schrift.
II. { A. /ohne/ Namen des Inhabers, (Phantasie- Bild-Siegel[A]: { Siegel.) { B. /mit/ Namen des Inhabers.
{ { 1. Kopf, Brustbild oder { { Kniestück. { { { a. stehend. { A. /ohne/ Wappen, { 2. ganze Figur, { b. sitzend. { { { c. knieend. III. { { 3. zu Pferd. Porträt-Siegel: { { { 1. Kopf, Brustbild oder { { Kniestück. { { { a. stehend. { A. /mit/ Wappen, { 2. ganze Figur, { b. sitzend. { { { c. knieend. { { 3. zu Pferd.
{ A. nur mit Wappen- { 1. im Siegelfelde. { /Bildern/ { 2. in einem Schilde. IV. { B. nur mit Wappen-/Helmen/ { 1. im Siegelfelde. Wappen-Siegel: { oder /Helmschmuck/ { 2. in einem Schilde. { C. mit /vollständigen/ Wappen (d. h. { Schild mit Helm oder Krone).
Ein solches System muſs /umfassend/ und doch dabei /möglichst einfach/ sein. Beiden Anforderungen entspricht unser sphragistisches System.
Dasselbe umfaſst alle nur erdenkbaren Gattungen von Siegeln, und alle lassen sich, meist mit Leichtigkeit[B], nach demselben eintheilen und bestimmen.
Der Reihenfolge der vier /Haupt-Gattungen/ ist so ziemlich die chronologische Ordnung der Einführung der verschiedenen Siegelgattungen zu Grunde gelegt. Die Schrift-Siegel und die Bild-Siegel waren die ältesten Gattungen[C]; dann kamen die Porträt-Siegel[D] und zuletzt erst die Wappen-Siegel[E].
Es ist bekanntlich in mehrfacher Hinsicht höchst wichtig, wird aber leider nur zu oft versäumt, -- Exempla sunt odiosa! -- die Siegel mittelalterlicher Urkunden diplomatisch genau abzubilden und richtig zu beschreiben. Wenn aber auch Abbildungen davon mitgetheilt werden, was, wo möglich, (wenn auch nur in leichten Conturen) geschehen sollte, ist es doch wünschenswerth, auch über /Stoff/ und /Farbe/ der Siegel und ihre /Befestigungsart/ Nachricht zu erhalten.
Viele der bisher gebrauchten Bezeichnungen der Siegel sind nun aber nicht nur /unlogisch/ und /unrichtig/; sondern auch viel zu /unbestimmt/, und somit die Ursache häufiger Miſsverständnisse.
Es ist doch gewiſs /unlogisch/, die Siegel das eine Mal nach ihrer /äuſseren Form/ (Herz-, Schild-, Spitz-Siegel etc.), oder sogar nach der /Fassung/ der Stempel (Ring-Siegel), oder nach ihrem /Bilde/ (Helm-Siegel) zu benennen, das andere Mal nach ihren /Inhabern/, und zwar in den verschiedensten Beziehungen zu deren Geschlecht und Stand (Damen-, geistliche, Majestäts-Siegel), zu der Art ihrer Darstellung (Reiter-, Fuſs- und Thron-Siegel), und sogar zu der dem Siegel-Bilde zu Grunde liegenden Absicht (Votiv-Siegel).
/Unrichtig/ sind doch gewiſs die Bezeichnungen Majestäts- und Thron-Siegel, wenn sie, wie so häufig, von /solchen/ gebraucht werden, wo von einer Majestät des Inhabers und einem Thron im Entferntesten nicht die Rede ist.
Wie kann man von einem Votiv-Siegel sprechen!
Ganz /unbestimmt/ sind die Bezeichnungen Herz-, Schild- und Spitz-Siegel, da sie für ganz verschiedene Formen gebraucht werden. „Herz-Siegel“ sollte man doch nur diejenigen nennen, welche die im Leben gebräuchliche Herzform haben, während diese Bezeichnung auch von denjenigen dreieckigen Siegeln gebraucht wird, deren beide obere Ecken abgerundet sind.
Die Benennung „Spitz-Siegel“, welche man häufig den dreieckigen Siegeln gibt, könnte man eben so gut auf die parabolischen Siegel anwenden, die man zuweilen „zweispitzige“ nennt.
Was soll man unter „Schild-Siegel“ für eine Form verstehen, da es Schilde von so verschiedenen Formen gegeben hat?
Man versteht gewöhnlich unter „Reiter-Siegeln“ alle diejenigen, auf welchen ein /Ritter zu Pferd/ dargestellt ist. Diese Bezeichnung ist aber gleichfalls unrichtig, da sie Gleichartiges trennt und Verschiedenartiges zusammenwirft.
Denn das „Porträt-Siegel“ einer Dame zu Pferd kann man doch nicht wohl als „Reiter-Siegel“ bezeichnen, obgleich es doch auch unter die „Porträt-Siegel“ (/ohne/ oder /mit/ Wappen) zu Pferd gehört.
Auch wird man das Siegel IV, A, 2 der Herzogin Elisabeth von Bayern aus dem Ende des 14. Jahrh., mit der Legende: S. elisabet. von. cleve. vnd. von. der. marchk. phalantzgrevyn. vnd. hertzogin. in. baieren. nicht als /Reiter-Siegel/ bezeichnen wollen, weil ihr Gemahl in Turnierrüstung zu Pferd darauf abgebildet ist[F].
Eben so wenig kann man von „Reiter-Siegeln“ der Städte sprechen, auf welchen -- wie z. B. auf den Siegeln von Schwerin, Gieſsen, Wolfhagen, Marburg, Grevenstein u. A., -- der Lehensherr zu Pferd abgebildet ist (was auf dem Schweriner Siegel durch die Legende: ✠ dux. henricus. et. sigillum. civitatis. zwerin. noch ausdrücklich angegeben wird). Diese Art von Städte-Siegeln gehört nun unter die „/Bild-Siegel/“ und sicher /nicht/ unter die Porträt-Siegel.
So lieſsen sich noch viele Beispiele unrichtiger Bezeichnung der Siegel anführen.
Daſs die äuſsere Form (die Contur) der Siegel oder gar die Fassung der Stempel viel zu untergeordnete Momente sind, als daſs darauf eine Classifikation derselben gebaut werden könnte, versteht sich von selbst.
Aber auch eine Eintheilung der Siegel nach /ihren Inhabern/ -- welche häufig angewendet wird -- ist bei Aufstellung eines /allgemeinen sphragistischen Systems/ nicht zu empfehlen. Denn hier handelt es sich hauptsächlich um die /Siegel als solche/, und weniger um ihre Inhaber.
Eine /systematische Eintheilung der Siegel nach ihren Bildern/, wenn dieselbe den an sie zu stellenden Anforderungen vollkommen entspricht, d. h. wenn sie /einfach/, /umfassend/ und /logisch/ geordnet ist, wird aber auch für jede andere Eintheilung der Siegel die sicherste Grundlage bilden.
„/Der Zweck des Sammlers wird immer den Hauptgrund der Eintheilung/ (einer Siegel-Sammlung) bilden“, sagt Melly (a. a. O.).
Je /allgemeiner/ daher der Zweck ist, um so /allgemeiner/ muſs auch das System gehalten sein.
Bezeichnet man dagegen die zu beschreibenden Siegel mit den wenigen (römischen und arabischen) Ziffern und den paar (groſsen und kleinen) Buchstaben unseres Systems, mit Angabe ihrer äuſseren Form, z. B.:
und fügt nur einige Worte über Farbe, Stoff und Befestigungsart hinzu -- wobei man die weitaus zahlreichsten mittelalterlichen Siegel, die von /runder/ Form, von /ungefärbtem/ Wachs und mittelst /Pergamentstreifen angehängten/, als die Regel annimmt, und /diese/ Eigenschaften ein für alle Mal (als selbstverständlich) mit Stillschweigen übergeht[H] -- so sind die Siegel auf eine /ganz einfache/ und /leichte/ Weise -- so zu sagen stenographisch -- und gewiſs /deutlicher/ und /bestimmter/ bezeichnet, als wie durch die weitläufigsten Beschreibungen nach der bisherigen unklaren und unbestimmten Terminologie.
Wenn z. B. bei sechs Siegeln durch nachstehende kurze Bezeichnungen:
Nr. 1. [Illustration] Siegel I. A. von Blei an hänfenen Schnüren.
Nr. 2. [Illustration] Siegel II. B. an ledernen Riemen.
Nr. 3. Siegel III. A. 2. b. impress.
Nr. 4. [Illustration] Siegel III. B. 2 a von rother Malta an grünseidenen Bändern.
Nr. 5. [Illustration] Siegel IV. B. 1 grün.
Nr. 6. [Illustration] Siegel IV. C. roth, an grünseidenen Fäden.
ganz sicher angegeben ist, daſs Nr. 1 eine viereckige, mit hänfenen Schnüren angehängte Blei-Bulle ist, auf welcher sich nur einzelne Buchstaben befinden; Nr. 2 ein dreieckiges, an ledernen Riemchen hängendes Bild-Siegel von ungefärbtem Wachs, mit dem Namen des Sieglers; Nr. 3 ein rundes, der Urkunde aufgedrücktes Siegel von ungefärbtem Wachs, mit dem /Porträt/ des Sieglers in ganzer Figur, sitzend und /ohne/ Wappen; Nr. 4 ein parabolisches Siegel von rother Malta, an grünseidenen Bändern hängend, mit dem Porträt seines Inhabers in ganzer Figur, stehend und /mit/ dem Wappen; Nr. 5 ein herzförmiges Siegel, von grauem Wachs an Pergamentstreifen hängend, mit dem Wappenhelme im Siegelfelde; endlich Nr. 6 ein fünfeckiges Siegel, von rothem Wachs, an grünseidenen Fäden, mit dem vollständigen Wappen des Sieglers, so wird man doch gewiſs zugeben müssen, daſs unsere Methode vor der bisherigen Bezeichnung der Siegel -- als kürzer und bestimmter zugleich -- den Vorzug verdient.
Jeder Forscher wird sofort daraus erkennen, ob ein Siegel für /seinen/ speciellen Zweck einen besonderen Werth hat; in welchem Falle er doch jedenfalls, /um sicher zu gehen/, das Original selbst, oder wenigstens einen guten Gypsabguſs davon einsehen muſs.
Unter dem Titel: „Sphragistische Aphorismen“ beabsichtigen wir in diesen Blättern eine Reihe von /Abbildungen/, besonders interessanter mittelalterlicher Siegelstempel und Siegel[I] (unter fortlaufenden Nummern) mit kurzen Bemerkungen mitzutheilen nebst verschiedenen /Notizen/[J] aus dem Gebiete mittelalterlicher /Siegelkunde/.
Wir hoffen, damit manchen Lesern einen Dienst zu erweisen und sie dadurch zu veranlassen, an die gegebenen Beispiele anknüpfend, auch /ihre/ Erfahrungen zu veröffentlichen.
So manche noch bestehende sphragistische, heraldische und andere Zweifel könnten auf diese Weise ihre endliche Aufklärung finden.
Den zu besprechenden Siegeln werden wir ihre Bezeichnung nach unserem sphragistischen System beisetzen, in der Hoffnung, demselben, wenn es sich praktisch erweisen sollte, nach und nach allgemeinere Geltung zu verschaffen. Endlich erlauben wir uns, an alle Freunde der mittelalterlichen Siegelkunde, die dringende Bitte zu richten, unser System ihrer Kritik zu unterwerfen, und zu dessen Vervollkommung -- welcher es sicher bedürftig, aber gewiss auch fähig ist -- beizutragen.
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Unter die Bild-Siegel gehören alle jene, welche weder das Porträt noch das Wappen ihres Inhabers enthalten; also namentlich alle Siegel mit Heiligen- und mit symbolischen Bildern, mit architektonischen, historischen und anderen Darstellungen, und mit Devisen.]
[Fußnote B: Bei älteren Siegeln erheischt es allerdings zuweilen gründliche Forschungen, um mit Sicherheit bestimmen zu können, ob ein /Siegel-Bild/ nicht ein wirkliches „Wappen-Bild“ war, da so viele Wappen gar nicht mehr bekannt, und manche verändert oder wenigstens bis zur Unkenntlichkeit travestiert worden sind.
Auch bei mittelalterlichen /Städte-Siegeln/ hält es mitunter ziemlich schwer, zu bestimmen, ob ein auf denselben vorkommendes Wappen das eigentliche Stadtwappen ist, wenn dasselbe nicht gerade, was aber häufig der Fall, ein /redendes/ ist.
Auf dem Siegel IV, A, 1 der Reichsstadt Dinkelsbühl von 1448 steht der Reichsadler auf drei mit Dinkel bewachsenen Hügeln. Die Reichsstadt Biberach führt auf ihrem Siegel IV; A, 2 mit der Jahreszahl 1533 rechts den Reichsadler links einen gekrönten Biber.
Die ursprünglichen /Herrschafts-Wappen/ wurden zuweilen später eigentliche /Stadt-Wappen/. So behielt z. B. die Stadt Bräunlingen den habsburgischen Löwen von 1317 auch unter fürstenbergischer und später unter badischer Oberhoheit in ihrem Siegel bei; wogegen die Stadt Geisingen seit 1489 neben dem Löwen ihrer früheren Herren, der Dynasten von Wartenberg, auch noch das fürstenbergische Wappen im Siegel führte.]
[Fußnote C: Erst in neuerer Zeit wurden wieder in Pompeji Siegelstempel ausgegraben, welche nur den Namen ihres Inhabers tragen.
/Bild-Siegel/ kommen zwar gleichfalls schon in den ältesten Zeiten vor; allein, da die /Schrift-Siegel/ auch zugleich die einfachsten sind, so haben wir mit /diesen/ den Anfang gemacht. --]
[Fußnote D: Das wichtigste Bild auf einem Siegel ist das Porträt /seines Inhabers/. Sobald daher /dieses/ darauf erscheint, gleichviel ob /mit/ oder /ohne Wappen/ oder andern Gegenständen, so gehört dasselbe unter die „Porträt-Siegel“.
Auf den „Porträt-Siegeln“ sollte aber immer der Name des Inhabers ausdrücklich angegeben sein, um den Charakter des Bildes als „Porträt des Sieglers selbst“ ganz sicher festzustellen. Wenn der Stempel eines „Porträt-Siegels“ nach dem Tode seines ursprünglichen Besitzers von einem Dritten wieder zum Siegeln gebraucht wird, so sind die damit gefertigten Siegel keine „Porträt-Siegel“ mehr, sondern „Wappen-“, oder bloſse „/Bild-Siegel/“, jenachdem sie das /Wappen/ des neuen Sieglers enthalten, oder nicht.]
[Fußnote E: Nach dem Porträt des Inhabers steht an Bedeutung zunächst dessen Wappen. Wo also Ersteres fehlt, bestimmt das Letztere die Gattung des Siegels, wenn dasselbe auch, neben allen möglichen anderen Darstellungen, zuweilen anscheinend nur einen untergeordneten Platz einnimmt.]
[Fußnote F: Wir theilen nicht die Ansicht des Fragestellers im Correspondenzblatt von 1865, Nr. 5, S. 34, daſs man es hier mit dem /Porträt/ der Sieglerin zu thun habe.]
[Fußnote G: Wozu die Zeichen für den Druck in der entsprechenden Gröſse leicht gegossen werden können.]
[Fußnote H: Also, wenn es z. B. heiſst: Siegel II. B; Siegel III. B. 3; Siegel IV. A. 1, so ist -- neben der übrigen Bezeichnung dieser Siegel -- zugleich auch angezeigt, daſs alle drei Siegel von /runder/ Form, in /ungefärbtem/ Wachs und mittelst /Pergamentstreifen/ an die Urkunde /angehängt/ sind.]
[Fußnote I: Vorzügliche Gypsabgabgüsse derselben sind durch Herrn Hofmaler Roſshirt in Oehringen billigst zu beziehen.]
[Fußnote J: Auch diese /unter sich/ -- zur leichteren Bezeichnung -- mit fortlaufenden Nummern.]
Ausgrabungen bei Rochsfeld.
Von Dr. A. von Eye.
Vom Fuſse des Schloſsberges, an der nordwestlichen Grenze der Oberpfalz, erstreckt sich ein ziemlich umfangreiches Plateau nach Süden, welches nach geringer Senkung jenseits des Dorfes Rochsfeld von mäſsigen Höhenzügen wieder aufgenommen wird, aber bei der geradlinigen Richtung der letzteren sowie des davor liegenden Thales eine weite Rundsicht gewährt und in seiner Bestimmung als eine der gröſsten in Süddeutschland bekannten heidnischen Begräbniſsstätten wohl nicht auſser Zusammenhang mit seiner hervorragenden Lage steht.
Der gröſste Theil des Plateau ist gegenwärtig zu Ackerland verwendet; die darauf befindlichen Grabstätten sind geebnet und geben nur noch durch einzelne Ueberreste ihren ehemaligen Bestand zu erkennen. Ein anderer Theil ist von einem niedrigen Tannenwäldchen besetzt, das unversehrte, aber schwer zu untersuchende Grabhügel birgt. Das interessanteste Stück des Feldes war bis dahin von einer Eichenpflanzung eingenommen, aus welcher zwei noch übrige Stämme von 10 bis 12 Fuſs Umfang das lange Ungestörtsein des Platzes bezeugen. An der östlichen Seite desselben flieſst ein eisenhaltiger Quell, der, jetzt zum Zweck der Viehtränke in einen Brunnentrog aufgefangen, früher einen kleinen Teich gebildet hat. Den Quell noch umfassend, liegt ebendaselbst eine Umwallung von unregelmäſsiger dreieckiger Form und 212 Schritt Umfang, allem Anschein nach ein ehemaliger Lagerplatz. Den übrigen Raum nehmen in ziemlich weiten, aber unregelmäſsigen Abständen neun Grabhügel von etwa 80 Schritt Umfang und fünf bis sechs Fuſs Höhe ein.
Früher gemachte zufällige Funde lieſsen vermuthen, daſs das Innere dieser beträchtlichen Aufwürfe noch manches interessante Zeugniſs ihrer Entstehungszeit beschlieſse, und im April dieses Jahres benützte das germanische Museum die Gelegenheit, systematische Nachgrabungen anzustellen. -- Ein sofort in den gröſsten Hügel angebrachter Querschnitt von 11 Schritt Länge zeigte an, daſs die hier beigesetzten Urnen auf einen ziemlich engen Raum der Mitte beschränkt waren, weshalb diese bei den andern Hügeln sogleich von oben herab aufgesucht werden konnten. Unmittelbar unter der Rasendecke zeigten sich einige Topfscherben vom 16. Jahrhundert, welche bei Anpflanzung der Eichen hineingelangt sein mochten. Bei zunehmender Tiefe mehrten sich die vorkommenden Kohlen. Etwa 5 Fuſs unter der Hügelhöhe, in gleicher Linie mit dem ebenen Boden trat das Urnenlager zu Tage. Das deckende Erdreich aber, ein nasser, äuſserst schwer zu bewältigender Lehm, durch welchen die stecken gebliebenen Wurzeln einer ausgerodeten Eiche sich wie lange Gallertfäden zogen, hatte das Lager zu einer kaum 5 Zoll dicken Aschenschicht zusammengedrückt, in welcher Urnenscherben und Deckplatten dicht durcheinander lagen. Das von oben durchsickernde Wasser hatte in dieser Schicht sich gehalten und seine auflösende Kraft der Art walten lassen, daſs auch nicht der geringste Rest metallener Mitgaben verschont geblieben. Nur die feuchte und zähe Masse der Asche zeigte hie und da die rostfarbenen Bilder zergangener Eisengeräthe aus ziemlich vorgeschrittener Kulturepoche. Die Scherben waren so durchweicht, daſs sie beim Auffinden leicht mit dem Messer geschnitten werden konnten, übrigens von feiner, schwärzlich gebrannter Masse, mit geringem Zusatz von Kieselerde. Ein Theil zeigte, bisweilen an der inneren und äuſseren Seite, bisweilen nur an der letzteren, eine Decke von so schöner, rother Farbe und so gleichmäſsiger Dicke des Auftrags, daſs ersichtlich darin nicht allein die Wirkung des Feuers, sondern auch das Vorhandensein eines Ueberzuges, wahrscheinlich von Eisenerde, zu erkennen war. Die Urnen, nach den vorhandenen Bruchstücken zu schlieſsen, von ausgezeichneter Form, waren auf der Scheibe gedreht, doch ohne weiteren Zierrath. Die Deckplatten bestanden aus flachgespaltenen Steinen oder gelblichen, wahrscheinlich nur an der Sonne getrockneten Thonscheiben.
Das Einzige, was von Metallsachen aus diesem Hügel kam, war eine oberhalb der Urnen gelegene, vermuthlich beim Aufwerfen verloren gegangene, bronzene Messerschale mit abgerosteter Eisenklinge. Sie ist klein und zierlich, wie alle Metallgeräthe jener Periode, in Form den unsrigen verwandt, scharf profiliert und mit Querstreifen und eingeritzten Winkellinien verziert. Bemerkenswerth war das häufige Vorkommen von rohem Eisenerz in diesem Hügel, das, in gröſseren oder kleineren Stücken den Urnen beigefügt, offenbar gleichzeitig mit diesen und ohne Zweifel als Kostbarkeit niedergelegt war.
In einem südlicher gelegenen Hügel fehlten die Deckplatten auf den Urnen; doch kamen Holztafeln vor, deren Verwitterungsgrad die gröſste Aehnlichkeit mit dem der bei Oberflacht in Schwaben ausgegrabenen Todtenbäume zeigte. Der Gröſse nach zu urtheilen, stammen sie nicht von hölzernen Geräthen, sondern von Umfassungswänden her, oder hatten die Stelle der deckenden Steine zu vertreten. In einem dritten, schon früher beim Pflügen bloſsgelegten Aufwurfe war eine Umfassungsmauer von lose aneinander gereihten, ziemlich groſsen Feldsteinen aufgedeckt worden, deren Mangel an anderen Stellen darzuthun scheint, daſs wir uns bei der Bestattungsart jener Zeit keinen allgemein und ausschlieſslich in Anwendung gebrachten Gebrauch zu denken haben, sondern, daſs bei aller herrschenden Sitte dem einzelnen Belieben noch Manches überlassen war. -- In allen Fällen übrigens waren, wie bemerkt, die Urnen auf den unberührten Boden niedergesetzt und darüber die Hügel aufgeschüttet worden.
Auch eine vierte zur Untersuchung gezogene Grabstätte bewies, daſs hier die gleiche Bodenbeschaffenheit überall dieselbe Wirkung hervorgebracht, und daſs auf eine Bereicherung der Sammlungen durch interessante Fundstücke nicht zu rechnen sei. Selbst Bronzegeräthe hatten in der Aschenschicht soweit sich aufgelöst, daſs nur eine Spur von Grünspan geblieben war. Ein einziges, kleines, aus freier Hand geformtes Thongefäſs ward unversehrt zu Tage gefördert. Da aber die bis dahin vorgenommenen Nachgrabungen zur allgemeinen Charakterisierung der Begräbniſsstelle genugsam schienen, wurde bei der auſserordentlichen Schwierigkeit der Arbeit auf weitere Nachsuchungen verzichtet.
Zur Geschichte der Entdeckung und Erkennung der Pfahlbauten.[A]
Nunquam sera veritas.
Zu Anfang der vierziger Jahre wurde der Unterzeichnete, bei Gelegenheit einer Nachgrabung auf der sogen. Kaninchen-Insel im Bieler See, benachrichtigt, man habe in diesem See, in der Bucht von Mörigen (Mörigen-Eggen), an einer Stelle, wo viele Pfähle im Seegrunde steckten, ein Thongefäſs herausgefischt. Als Referent im J. 1843 sich an Ort und Stelle begab, erblickte er zu seinem groſsen Erstaunen eine Menge uralter, aus dem Seegrunde hervorragender, jedoch tief unter dem Wasserspiegel stehender Pfähle, und erhob daselbst vermittelst eines Fischergarns fünf massive Ringe von schlecht gebranntem Thon, welche in ihrer Höhlung mit Kohlen und Thonscherbchen angefüllt waren und vom Referenten sofort als keltische Töpferarbeit erkannt wurden. Mehrere Jahre hindurch fortgesetzte Untersuchungen von Seiten des nun verstorbenen, in Nidau am Bieler See wohnhaft gewesenen Herrn Amtsnotar Emanuel Müller, welchen Referent im J. 1847 auf die so merkwürdige Lokalität aufmerksam gemacht hatte, förderten nach und nach eine Masse keltischer, meist fragmentarischer Töpferwaare, zum Theil von sehr groſsen Dimensionen, mehrere Thonringe erwähnter Art, aber auch metallene Gegenstände, wie halb geschlossene, reich ciselierte Bronzeringe und ein damasciertes, eisernes Schwert, an das Tageslicht, von welchen Fundstücken Hr. Müller Proben mit Angabe des Fundortes an die antiquarische Gesellschaft in Zürich einsandte. (S. V. Bericht über die Verrichtungen dieser Gesellschaft, vom 1. Juli 1848 bis 1. Juli 1849, S. 4.). Während aber Hr. Müller über den Ursprung und die Bedeutung dieses Pfahlwerks im Unklaren war, hatte Referent dasselbe von Anfang an als keltische Pfahlbauansiedlung erkannt, und er ermangelte nicht, diese Ansicht in seiner 1850 erschienenen antiquarisch-topographischen Beschreibung des Cantons Bern mit den Worten zu präcisieren (S. 33): „In der Bucht des Bieler Sees zwischen Gerolfingen und Mörigen, im sogenannten Mörigen-Eggen, steht, eine gute Strecke auſserhalb des Seeufers bei letzterm Dorfe, /ein uraltes Pfahlwerk von der Substruction einer bedeutenden Ansiedlung/ aus einer Zeit, wo der Wasserspiegel des Sees noch nicht die jetzige normale Höhe erreicht hatte.“ Zugleich wurde die dort vorfindliche Töpferwaare als keltische bezeichnet. Damit war der erste keltische Pfahlbau im Bieler See und in den Schweizer Seen überhaupt, wiewohl tief unter dem Wasserspiegel stehend, seinem Ursprung und seiner Bedeutung nach constatiert, wie denn auch Referent die Uebereinstimmung des im J. 1856 entdeckten Pfahlbaus am untern Ende des tiefer gelegten Moosseedorf-Sees mit dem Mörigen-Pfahlbau sofort herausfand. (Siehe noch über die Priorität der Entdeckung des Mörigen-Pfahlbaues „Chronik des Cantons Bern“, S. 568, und „Pfahlbau-Alterthümer von Moosseedorf“, S. 9, sowie über den oben berührten Umstand des erhöhten Wasserspiegels ebendas., S. 36, und Dr. Keller’s I. Bericht über die keltischen Pfahlbauten in den Schweizerseen, S. 87.)
Nach Feststellung dieser ersten keltischen Wasseransiedlung konnte die wahre Natur eines zweiten, bei Nidau im Bieler See befindlichen, unter dem Namen des Nidau-Steinberges längst bekannten, aber irrigerweise wegen des dortigen Vorkommens von römischen Ziegeln für römisch gehaltenen Pfahlwerks nicht mehr lange verborgen bleiben, wiewohl selbst noch Referent mit Hrn. Em. Müller jenen Irrthum theilte. Je zuverlässiger aber, selbst nach der falschen Ursprungs- und Zweckbestimmung dieses Pfahlwerks, dasselbe als Unterlage eines Baues galt, der zu einer Zeit, wo der Wasserspiegel niedriger gestanden, errichtet worden sei (s. Canton Bern, S. 35), desto fester muſste es nach Maſsgabe der Funde stehen: das Pfahlwerk bei Mörigen habe, unter gleichen Verhältnissen des Seestandes, schon in keltischer Zeit Wohnungen getragen. Auch war es der richtige Rückschluſs von diesem Punkte auf den Nidau-Steinberg, der die Erkenntniſs seiner wahren Natur zur Folge hatte.
Das Verdienst der diesfälligen Entdeckung kommt Herrn Oberst Friedrich Schwab in Biel zu, welcher, durch die bei Mörigen erhobenen keltischen Fundstücke aufmerksam gemacht, im J. 1852 mit den Nachforschungen im Nidau-Steinberg begann und damit diese Schatzkammer keltischer Alterthümer eröffnete. Vergl. Blösch „Geschichte der Stadt Biel“ 1. Thl., Anmerk. zu S. 8, wo Hr. Oberst Schwab den keltischen Ursprung des Nidau-Steinberg-Pfahlbaus aus der Uebereinstimmung der gemachten Funde mit den bei Mörigen entdeckten Alterthümern herleitet, und in demselben Werke die Erklärungen zum Situationsplan Nr. 34 und 40.
Es erfolgte sodann im J. 1854 Seitens des Herrn Dr. Ferdinand Keller, Präsidenten der antiquarischen Gesellschaft in Zürich, die Entdeckung des trocken gelegten Pfahlbaus bei Meilen am Züricher See, deren Ergebnisse sammt denen der verwandten frühern Forschungen der Genannte in seinem I. Pfahlbauten-Bericht mit groſser Umsicht verwerthet, und dadurch einen mächtigen Impuls zu allen den in der Schweiz und nachgerade auch im Ausland angestellten Untersuchungen über diese merkwürdigen Reste vorhistorischer Kultur Europas gegeben hat.
So viel mit Bezug auf diesen /Anzeiger/, Jahrg. 1866, Nr. 2, Sp. 50 ff.; vergl. übrigens den „Bund“ Jahrg. 1865, Nr. 342 u. 343.
/Bern/, 9. Juni 1866.
/Dr. Albert Jahn./
FUSSNOTE:
[Fußnote A: Wir sind besonders veranlaſst worden, auch diesen Artikel im Anzeiger abdrucken zu lassen. /D. Red./]
Eine Bemerkung zu dem bekannten Wappenschilde des Landgrafen Conrad von Thüringen (+ 1241) in der St. Elisabethen-Kirche zu Marburg.
Vom Fürsten F.-K. zu /Hohenlohe-Waldenburg/.
J. H. von Hefner-Alteneck bemerkt in seinen „Trachten des christlichen Mittelalters“ I, S. 100, zu diesem auf Taf. 80 abgebildeten Schilde: „Da das kleine Schildchen des Deutschherrenordens unten rund ist, kann man annehmen, daſs es wohl erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts darauf gemalt wurde.“
A. L. J. Michelsen in seiner Abhandlung über „die ältesten Wappenschilde der Landgrafen von Thüringen“ widerspricht dieser Ansicht und glaubt, den einzigen Grund für diese Form darin zu finden, daſs es an Raum gefehlt habe, indem „das Nebenschildchen, ganz zugespitzt, in den Rand des Wappenschildes hineingereicht hätte“. Er beruft sich dabei auf C. v. Mayer’s herald. A.B.C.-Buch, S. 73, jedoch mit Unrecht, da auch in diesem Werke, S. 89, die Ansicht v. Hefner-Alteneck’s, daſs diese Schildform erst aus dem Ende des 14. Jahrhunderts stamme, ausdrücklich getheilt wird.
Dagegen erlaube ich mir, auf ein Siegel Emichs von Hohenlohe-Brauneck, Canonicus und Archidiacons zu Würzburg (1293-1340), an einer Urkunde von 1311, aufmerksam zu machen, abgebildet bei J. Albrecht „die hohenlohischen Siegel des Mittelalters“, Taf. VII, Nr. 102. Dieses Siegel liefert den urkundlichen Beweis, daſs jeden Falls schon zu Anfang des 14. Jahrhunderts die unten abgerundeten Schilde in Gebrauch waren[A]. Vielleicht werden sich auch noch Beispiele aus dem 13. Jahrhundert finden lassen.
Sollte etwa diese Form zuerst bei Wappen /geistlicher/ Personen und Corporationen gebraucht worden sein, als /heraldischer/ Schild im Gegensatz zu dem wirklichen (Kampf-)Schilde?
FUSSNOTE:
[Fußnote A: Ein neuer Beweis, daſs man sich vor all zu engen Zeitbestimmungen für Kunstformen jeder Art hüten muſs.]
Anweisung zum Pulvermachen aus dem 14. Jahrhundert.
Mitgetheilt von Dr. /Kerler/, Universitätsbibliothekar, in Erlangen.
Auf dem ersten Blatt eines Cod. membr. saec. XIV. des Archivs der Stadt Rothenburg a. d. T. -- mit der Signatur „Burger- und Meister-Roll“ -- findet sich folgendes höchst merkwürdige, den Schriftzügen nach zu schlieſsen etwa in den siebenziger oder achtziger Jahren des 14. Jahrhunderts aufgezeichnete Rezept zur Bereitung von Schieſspulver:
Man sol salpeter nemen und sol in legen in einen eysnein loͤffel und sol in setzen uber ein feur und sol in brennen und sol in alz heiz machen daz er glwͤe alz ein eysen. und sol auch huͤten, daz kain gluͤwender Kol dor in kum und sol ye in ein phunt salpeterz ye ein klein vierdung schwefelz werfen und sol in denne uz giezzen in ein beckin und sol dez selben salpeterz ein phunt nemen und sol nemen ein vierduog eins phundez lindein kolen und sol nemen zwey lot schwefelz und sol daz ein wenig feuhten und sol ez under einander stozzen alz klein daz man den swefel niht gesehen moge sunder. und sol ez danne derren und sol daz pulver denne tun in ein stein buͤhschen daz sy drey vinger ler ste und daz ez hert in der buͤhsen vff ein ander gestozzen sey und sol dann nemen einen buͤchein klocz der hert sey dreyer zwerh vinger lang und sol den hert schlahen für daz pulver und nem denn ein wenig gruͦmatz und den stein do für in di bühsen legen und sol den zwicken mitten in di buͤhsen mit keideln umb und umb daz er sich niht geruͤren möge.
Verzeichniſs der Ausgaben für den Bau einer Kapelle im Stifte Reun in Steiermark, aus dem Jahre 1409.
Das Stift Reun wurde vom Markgrafen Leopold dem Starken von Steiermark gegründet und mit Mönchen aus dem Kloster Ebrach in Franken besetzt, 1129. Es ist gegenwärtig dieses Stift das älteste des ganzen Cisterzienser-Ordens. -- Was die Gebäude betrifft, so zeigen dieselben einen ziemlich einheitlichen Charakter aus den zwei letzten Jahrhunderten, bis auf einige Spuren aus älteren Bauperioden, und bilden mit Einschluſs des Oekonomiegebäudes zwei groſse, abgeschlossene Theile. In seiner früheren Anlage jedoch, wie aus den noch vorhandenen schriftlichen Aufzeichnungen zu ersehen ist, bestand das Stift, auſser der alten, romanischen Kirche und dem Conventgebäude, noch aus mehreren für sich bestehenden Gebäuden, mit eigenen Kapellen, theils romanischen, theils gothischen Styles, die in der Folgezeit entweder umgebaut und ihrem ursprünglichen Zwecke entfremdet, oder auch gänzlich abgebrochen wurden.
So ist von der Capella St. Crucis in domo abbatis, die unter Abt Angelus[A], am St. Markustage 1406 begonnen und zu Simon und Juda 1409 vollendet und geweiht worden war, nichts mehr zu sehen. Die Chronik des Stiftes enthält jedoch ein interessantes Verzeichniſs der beim Baue dieser Kapelle und ihrer inneren Ausstattung verwendeten Ausgaben, welches in diesem Blatte Raum finden möge.
_______________________ [*Pfund] ß ₰ Primo. Lapicidis, muratoribus et eorum famulis || 122 | 5 | 9 Item, frangentibus lapides et pro magnis || | | lapidibus || 30 | -- | 4 Item. Carpentariis diversis || 14½ | -- | 50 Item. Magistro Johanni Greis Carpentarie de || | | capella et aliis laboribus || 9 | 5 | -- It. Wenzeslao horologiste, de Cruce, stellis, || | | et litere M[B] in campanili || 5 | -- | 60 It. Eidem de Cancello, de feris et diversis || | | laboraliis, quia per totum annum || 15 | -- | 60 It. Martino Seratori, de tecto plumbeo || 3 | 3 | 29 It. Diversis aliis fabris || 1 | 3 | 7 It. Friderico organiste (werck maister) de || | | aliquibus tabulis fusis ad tectum || 1 | -- | -- It. Pro ferro empto, et diversis ferramentis || | | et pro clavis || 21 | 7 | 23 It. de sedilibus, pulpitis, manstranciis || | | ligneis || 4 | 7 | 10 It. Nicolao pictori de imaginibus sculptis || 9 | -- | -- It. pro duabus campanis || 12 | 4 | -- et pro nolis || -- | -- | 80 It. pro vitro ad fenestras || 15 | -- | 66 It. pro ferro ad retia fenestrarum || 6 | -- | 33 It. pro plumbo ad campanile, ad fenestras seu || | | vitra, ad organum || 13 | 3 | 8 It. pro stanno ad eadem || 3 | 4 | 20 It. pictori Johanni pro precio de vitris || 20 | -- | -- et famulis ejus pro bibalibus || 1 | -- | -- It. pro necessariis ad picturas, porro pro auro|| | | foliato ad tabulas altarium, ad capitalia, || | | sedilia, et campanile et organum || 12 | -- | 44 It. Pro coloribus, bitumine, vernisio, crida || | | (creta) || 4 | 4 | 70 It. Johanni pictori, de tabulis altarium pro || | | precio || 6 | 4 | -- It. de testudine, slosstain, capitellis, || | | sedilibus, pulpitis, pro precio || 9 | 6 | 20 It. Eidem de Cruce, litera, stellis || | | deauratisin campanile || -- | 17 | -- It. de pictura organorum || -- | 9 | 10 It. Illuminatori de imagine B. Virg. et tabula|| | | scripta || -- | 5 | 15 Item pro ornatibus, et oruamentis et pallis ad || | | Capellam || | | Primo. pro zendal serico, gulden porten et || | | filo serico || 19 | 6 | 12 pro humeralibus et stolis || 5 | -- | 30 pro lineo panno colorato, rubeo, blanco, || | | et nigro || 8 | 3 | 16 pro panno lineo albo || 9 | -- | 7 et pro palla || -- | 5 | -- pro twino albo et colorato || 1 | -- | 20 Sartori Ruedil pro laboribus ornamentorum || | | et pallarum || 4 | -- | -- Aurifabro töldel pro duabus ampullis || | | argenteis incluso argento || 14 | -- | 48 Ekhardo Zingieſser pro candelabris, || | | ampullis scutellis staneis || -- | 14 | 12 Item. Pro necessariis ad organa, bitumine, || | | pellibus et ferramentis || -- | 17 | -- Item. Magistro Friderico organiste || 16 | -- | -- Item. Henrico socio ejus, pro bibalibus, et || | | eciam de libris ligandis || 1 | -- | -- Nebstdem erhielt Friedrich, Bischof von Seckau,|| | | der die Kapelle consecrierte, und seine || | | Begleitung zusammen circa 44 fl. || | | ----------------------- Es beträgt somit die Summe aller Ausgaben: || fl. |Schl.| iiij C [*Pfund] Liiij [*Pfund] v ß = || 454 | 5 | --
/Graz./ _P._ /Ulr. Greiner./
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Angelus (Manse), aus Meiſsen gebürtig, der 20. Abt von Reun, wurde 1399 am 7. Juni in Gegenwart von Petrus, Abt von Ebrach, und Konrad, Abt von Morimond, gewählt. -- 1415 begab er sich im Auftrage des Herzogs Ernst des Eisernen zum allgemeinen Concilium zu Constanz, wirkte darauf als Visitator zur Hebung der Ordenszucht in vielen Klöstern Oesterreichs und der angrenzenden Provinzen, verfaſste mehrere Schriften, wie das Nekrologium mit einem Verzeichniſs der Aebte und der bis dahin gestifteten Anniversarien u. dgl., und starb nach einem vielseitig thätigen Leben im Jahre 1424.]
[Fußnote B: Der Buchstabe _M_ in gothischer Majuskelschrift mit den eingeschriebenen Buchstaben _aria_ (Maria) bildete seit dem Ende des 14. Jahrh. das Conventwappen, nebst dem Bildnisse der heil. Jungfrau.]
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. Sebald’sche Buchdruckerei.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1866. Nº 7. Juli.
Chronik des germanischen Museums.
/Nürnberg/, den 15. Juli 1866.
Inter arma silent Musae. So hat auch der traurige Bruderkrieg, der Deutschlands Fluren zerstampft und seine Söhne mordet, nicht spurlos an unserer Anstalt vorübergehen können. Gesammtdeutschland gewidmet, Eigenthum des ganzen deutschen Volkes und somit Repräsentant seiner Einheit, fühlt unser Institut jeden Sieg, auf welcher Seite er auch erfochten werde, als eine Niederlage, und nur die Hoffnung kann uns Trost geben, daſs ein fester, dauernder Friede wohl bald wieder das deutsche Volk vereinige, daſs der Krieg den Patriotismus wecke und läutere. Der traurige Bruderkrieg muſs ein Ende nehmen; dann wird das Museum, das weder Parlament noch Bundestag, weder Zoll- noch National-Verein, sondern der /einmüthige/, /freie/ Wille des deutschen Volkes und sämmtlicher Fürsten geschaffen, wieder aufs neue Zeugniſs geben, daſs /ein/ Vaterland alle Stämme umfaſst. Sein Wahlspruch ist und soll ewig bleiben: /Durch Einheit stark./ Ueber jeder Partei stehend, rechnet das Museum darauf, daſs jeder Deutsche soviel in seinen Kräften steht thun werde, um ihm über die Schwierigkeiten hinwegzuhelfen, die in den Zeitereignissen begründet sind, um es ihm zu ermöglichen, für bessere Tage sich zu erhalten. Möge doch wenigstens Ein und der Andere im Donner der Kanonen auch an das deutsche Nationalinstitut denken! -- Wir sagen „möge“; und doch ist’s nicht blos /unser/ Wunsch -- nein, mit Freude und Stolz, soweit die trübe Zeit dies zuläſst, können wir sagen, daſs dies Viele mit uns fühlen, daſs uns in der letzten Zeit manche Zuschrift zugegangen ist, die diesen Gedanken ausspricht, daſs Mancher aufs neue versprochen hat, im Leid wie in der Freude festzuhalten an unserer Nationalsache. Haben wir auch in diesem Monate nicht Vieles zu melden, so ist doch eine um so schwerer wiegende Thatsache zu verzeichnen, die beweist, daſs nicht Alle im Drange der Ereignisse uns vergessen haben. Herr Professor /von Scheurl/ in /Erlangen/, der Vertreter der altberühmten Nürnberger Patrizierfamilie, hat im Museum eine Stiftung seiner Familie errichtet, indem er nicht blos das gesammte, höchst interessante Familienarchiv unter Eigenthumsvorbehalt im Museum deponierte, sondern auch eine groſse Anzahl seltener Bücher, die in unserer Bibliothek ebenso eine gesonderte Reihe bilden werden, wie die deutsche Parlamentsbibliothek und die Wilhelmische Bibliothek. Das höchste Interesse aber erweckt eine davon getrennt zu haltende ganze Bibliothek aus der ersten Hälfte des 16. Jahrh.: die noch ganz intakt bewahrte Bibliothek des berühmten Nürnberger Rechtsgelehrten und Staatsmannes Dr. Christoph Scheurl († 1542), die nicht blos eine groſse Zahl höchst werthvoller, uns bis jetzt fehlender Incunabeln enthält, sondern auch noch ganz die alte, von der heutigen verschiedenen Aufstellungsweise einer Bibliothek zeigt. Es wird Veranstaltung getroffen werden, daſs diese Bibliothek so aufgestellt wird, daſs auch das Publikum den Genuſs hat, eine intakte Bibliothek des 16. Jahrh. zu sehen. Eine Anzahl sehr werthvoller Porträts und sonstiger Familienbilder aus dem 15.-17. Jahrh., Kupferstiche, Holzschnitte, Holzstöcke u. s. w. vervollständigen diese groſsartige Familienstiftung. Unter den Urkunden des Familienarchivs befinden sich eine ziemliche Anzahl älterer und selbst einige nicht unbedeutende Kaiserurkunden; unter den Akten aber Manches von höchstem Interesse; so eine Zahl eigenhändiger Briefe von Martin Luther, Melanchthon, Hieronymus Paumgärtner etc., dann der Briefwechsel des Dr. Chr. Scheurl mit Herzog Georg von Sachsen und Bischof Johann von Trient, eine Reihe von Briefen anderer fürstlicher Personen, der Städte Weiſsenburg, Passau etc. an Dr. Christoph Scheurl. Die Uebertragung in’s Museum hat eben begonnen; ein Ueberblick der reichen Stiftung läſst sich erst dann gewinnen, wenn das ganze Material geordnet im Museum liegt; allein so viel kann man schon jetzt sagen, daſs diese v. Scheurl’sche Familienstiftung mit zu den groſsartigsten Förderungen gehört, die das Museum seit Langem erhalten hat.
Möchte dies Beispiel gerade jetzt recht viele Nachahmung finden!
Eine andere sehr dankenswerthe Förderung ist von Seite des hiesigen Kaufmanns Herrn Ph. /Lobenhofer/ zu Theil geworden, der eine interessante, lebensgroſse, bemalte Marienstatue aus dem Beginn des 15. Jahrh., unter Eigenthumsvorbehalt, im Museum deponiert hat.
Wie das Museum seine Hauptaufgabe in der wissenschaftlichen Thätigkeit sucht, so muſs es sich auch freuen, wenn der Name seiner Beamten über ihre eigentliche amtliche Aufgabe hinaus Anerkennung findet. Mit Stolz blickt es daher auf eine Anzahl Gelehrte, die jetzt da und dort im weiten deutschen Vaterlande ehrenvolle Posten bekleiden, und die einst ihre Thätigkeit im german. Museum begonnen. So mischt sich auch jetzt ein gerechter Stolz in das Bedauern, abermals einen tüchtigen Beamten aus dem Museum scheiden zu sehen, indem unser Archivconservator, Herr Dr. C. /Will/ als fürstl. Thurn und Taxis’scher Archivar nach Regensburg berufen wurde. Auch in anderer Weise wurde bisher der Thätigkeit mancher Beamten des Museums Anerkennung gezollt. So wurden z. B. die Herren Gebrüder DDr. /Erbstein/ wiederholt ersucht, gröſsere numismatische Sammlungen zu ordnen und zu verzeichnen. Ein ähnliches Ersuchen wurde jüngst an diese Herren in Betreff der im Nachlasse des zu München verstorbenen, in numismatischen Kreisen allbekannten Herrn Obersten Ritter von /Schultheſs-Rechberg/ befindlichen Münzsammlung gestellt und ihnen von Seite des Museums der zur Vorbereitung dieser Arbeit, mit der namentlich die Fortführung und Vollendung des vom Verstorbenen herausgegebenen „Thalerkabinets“ verbunden sein wird, nöthige Urlaub gewährt, wozu sich das Museum um so mehr verpflichtet fühlte, als ihm ein Betrag von einhundert Gulden aus jenem Nachlasse zugewiesen worden. An sonstigen Beiträgen wurden im Laufe des Monats neu gezeichnet:
Aus =Vereinskassen=: Vom Gesangvereine zu /Lauf/ (Bayern): 3 fl. (einm.)
Von =Privaten=: /Basel/: Gymnasiallehrer Ludwig Sieber 2 fl. 20 kr. (statt früher 1 fl. 10 kr.); /Berchtesgaden/ (Bayern): Ignaz Frhr. v. Barth, kgl. Landrichter, 1 fl., Jos. Dietz, k. Rentbeamter, 1 fl., Baubeamter Haindl 1 fl., Kaufmann J. Kerschbaumer 1 fl., Privatier Michael Kirchmayr 1 fl. 45 kr., Dr. Kimmerle, prakt. Arzt, 1 fl., Hauptsalzamtskassier Ostler 1 fl., Apotheker Pirngruber 1 fl., Ludwig von Savoye, k. Notar, 1 fl. 45 kr., Oskar Scheidemandel, Aufschläger, 1 fl., Jakob Schwarzenbeck, Posthalters-Sohn, 1 fl., Hauptsalzamtscontroleur Weidmann 1 fl., Ritter von Weishaupt, k. Ober-Berg- und Salinenrath, 1 fl. 45 kr.; /Callenberg/ (Kgr. Sachsen): Pfarrer Anaker in Hohenstein 1 fl. 45 kr., Fabrikant Victor Falke in Hohenstein 1 fl. 45 kr., Kaufmann Ewald Frey in Hohenstein 1 fl. 45 kr. (einm.), Kaufmann Karl Heise in Hohenstein-Ernstthal 1 fl. 45 kr., Kaufmann Ferdinand Jacobi in Hohenstein 1 fl. 45 kr., Lic. Moriz Meurer, Pfarrer, 1 fl. 45 kr.; /Calw/ (Württemberg): Dr. med. Ad. Günzler in Liebenzell 30 kr., P. Haaga, Distriktsarzt in Herrenalb 30 kr., Dr. C. Müller, Oberamtsarzt, 1 fl.; /Eſslingen:/ Caroline Gräfin von Beroldingen, geb. Gräfin von Larisch-Mönich, Staatsministerin, Excellenz, in Stuttgart, 6 fl., Mathilde Freifräulein von Buttlar 1 fl., Max Freiherr von Soden, stud. jur., in München, 1 fl. 45 kr., Wilhelm Graf von Taubenheim, stud. jur., in Tübingen, 2 fl.; /Freiburg/ i. Br.: Professor Schreiber 10 fl. (einm.); /Furth/ a. W. (Bayern): Erhard Bauer, k. Hauptzollamtsverwalter, 1 fl., Stadtschreiber Raim, Bauer 1 fl., Bernhard Frhr. v. Hirschberg, Güterexpeditor, 1 fl., Dr. phil. Schlimmbach 1 fl.; /Gussenstadt/: Pfarrer G. Steinbeis 1 fl.; Lauf: Kaufmann J. G. Barth 1 fl. (einm.); /Nürnberg/: Dr. Heinrich Kleemann, Apotheker, 1 fl. 45 kr.; /Ostheim/ v. d. R. (Sachsen-Weimar): Diaconus Ackermann 1 fl., Rektor L. Andrä 1 fl., Justiz-Amtmann Karl Briegleb 1 fl., Dr. med. Glock 1 fl. 45 kr., Amtsphysikus Dr. Keſsler 1 fl., Amtsaktuar Ottomar Kind 1 fl.; /Staffelstein/ (Bayern): Kunstmühlenbesitzer A. Eichenmüller 1 fl. (einm.), Bezirksamtmann Falco 1 fl., Rechtspraktikant Finzel 1 fl. (einm.), Dr. Hepp, k. Bezirksarzt, 1 fl. (einm.), Künell, geistl. Rath, Dechant und Stadtpfarrer, 1 fl., Notar Maltz 1 fl. (einm.), Michael Reuder, k. Bez.-Amts-Assessor, 1 fl. (einm.), Apotheker Rigel 1 fl. (einm.) Rechtspraktikant, Schmitt 1 fl. (einm.), Gallus Silbermann, Fabrikbesitzer, in Hausen 2 fl. (einm.)
Während des letzten Monats giengen unsern Sammlungen auſserdem, wie wir hiemit dankend bestätigen, folgende Geschenke zu:
I. Für das Archiv.
=Beyschlag=, Pfarrer, in Freimersheim:
3347. Ein Trauerlied auf Elias Hainzelmann, sammt Begleitbrief aus dem Jahre 1695. Pap.
=C. J. Gabriel=, Buchhalter, in Winzingen:
3348. Pachtvertrag von 1815. Pap.
II. Für die Bibliothek.
=Dr. Friedr. Münscher=, Gymnasialdirektor, in Marburg:
19,455. Zilch, über Philodemus und Hyperides. 1866. 4. Prgr.
=K. rhein. Friedrich-Wilhelms-Universität= in Bonn:
19,456. Dies., index scholarum etc. 1865 u. 1865-66. 4.
19,457. Catalogi chirographorum in bibliotheca acad. Bonnensi servatorum fasc. VI, p. I. 1865. 4.
19,458. de Bruenneck, de auctoritatis qua Prussiae ordines sub ordinis Teutonici imperio utebantur initio et incremento. 1865. 8.
19,459. Hennes, de fide, quae Bonizonis libro ad amicum tribuenda sit. 1865. 8.
19,460. Hoelscher, de Irmini dei natura Germanorumque nominis origine. 1865. 8.
19,461. Krueger, Bonizonis liber ad amicum, num ea fide dignus sit, quam illi recentiores scriptores tribuere solent. 1865. 8.
19,462. Loening, de pace domestica. 1865. 8.
19,463. Varrentrapp, commentationis de Christiano archiepiscopo Moguntino spec. I. 1865. 8.
19,464-19,506. 43 weitere akadem. Schriften vermischten Inhalts. 1865. 4. u. 8.
=Dr. Georgens=, Direktor des Levanakindergartens in Nürnberg:
19,507. Luther, ain Sermon von dem neüwen Testament. 1520. 4.
19,508. Bodenstayn von Carolstat, Missiue von der allerhochsten tugent gelassenhait. 4.
19,509. Schopff, ein christl. Gottselige Predigt Von rechter heiligung des Sabbaths. 1593. 4.
19,510. Rab, christliche Revocation Predigt. 1601. 4.
=A. Essenwein=, I. Vorstand des german. Museums:
19,511. Ders., die mittelalterlichen Kunstdenkmale der Stadt Krakau. 1866. 4.
=Job. Phil. Raw=’sche Buchh. (C. A. Braun) in Nürnberg:
19,512. Detzer, evangel. Concordienbuch; 3. Aufl. 1847. 8.
19,513. v. Soden, Karl V. in Nürnberg. 1858. 8.
=Dr. J. K. Haſskarl= in Cleve:
19,514. Ders., die Familie der Commelinaceae. 8. Sonderabdr.
=Conrad Noever= in Gladbach:
19,515. Ders., zur Geschichte M.-Gladbachs. 1866. 8.
=Direktion der Maximilians-Heilungs-Anstalt für arme Augenkranke= in Nürnberg:
19,516. Dies., 52. Jahres-Bericht etc. 1866. 4.
=K. Universität Tübingen:=
19,517. Systematisch-alphabetischer Hauptkatalog der k. Universitätsbibliothek zu Tübingen; A., F., G., K. Nebst Zuwachsverzeichniſs 1850-53 u. I-VIII, XI u. XII. 1853-65. 4.
19,518. Tübinger Universitätsschriften a. d. J. 1865. 1866. 4.
19,519. Nädelin, d. erste Periode der Entwicklungsgeschichte der deutschen Centralgewalt. 1865. 8.
19,520-40. 21 Dissertationen vermischten Inhalts. 1865. 4. u. 8.
=Histor. Filial-Verein= in Neuburg a. D.:
19,541. Ders., Collektaneen-Blatt etc. 31. Jhrg. 1865. 1866. 8.
=J. Zitzlsperger=, Professor an der k. Landwirthschafts- u. Gewerbeschule in Amberg:
19,542. Ders., Beiträge zu einer Handwerks- und Gewerbsgeschichte Ambergs. (Schluſs.) 1865. 4. Progr.
=Ein Ungenannter= in Braunschweig:
19,543. Eines E. Raths der Stadt Braunschweig Fewer-Ordnung. 1647. 4.
19,544. Dero Stadt Braunschweig Kleider-Ordnung. 1650. 4.
19,545. Eines E. Rathes dero Stadt Braunschweig Edict, die an statt derer Hochzeiten, zugelassene Abend-Gastereyen nicht mehr des Sontags, sondern Montags zuhalten. 1661. 4.
19,546. Eines E. Rathes dero Stadt Braunschweig Kind-Tauff-Ordnung 1669. 4.
19,547. Auf Landes-Fürstl. gn. Befehl E. E. Raths der Stadt Braunschweig publicirte Kleider-Ordnung. 1705. 4.
19,548. Eines E. Rathes der Stadt Braunschweig Edict wegen Abschaffung der Bänder. 1662. 4.
=J. A. Stein’s= Buchhandl. (A. Köllner) in Nürnberg:
19,549. Solger, Klinschor; e. Gedicht. 1864. 8.
=J. Metzner=, Kaplan, in Nürnberg:
19,550. Volumen Justiniani solertissime reuolutum. 1527. 4.
=K. bayer. Akademie der Wissenschaften= in München:
19,551. Dies., Sitzungsberichte; 1866, I, II. 1 u. 2. 8.
=Dr. med. Hermann Hartmann= in Lintorf:
19,552. Norbert, Lebensbeschreibung Bischof Benno’s II., übersetzt von Hartmann. 1866. 8.
=J. F. G. Lodtmann=, Pastor, in Osnabrück:
19,553. Ders., Genealogie der Möser’schen Familie. 1866. 8.
=August Recknagel=, Buchhandlung, in Nürnberg:
19,554. Supremae pietatis monumenta divis manibus domini Josephi etc. consecrata. 1711. 2.
19,555. Ausführliche Nachricht von dem Röm.-Catholischen Jubel-Jahr. 1725. 8.
19,556. Das merckwürdige Wienn; Jan.--Martius. 1727. 4.
19,557. Schulzius, historia medicinae etc. 1728. 4.
19,558. Vera delineatio atque descriptio globi imperialis. 1730. 2.
19,559. Zweyte Zusammenkunfft von der kurtzen doch zulänglichen Nachricht von dem Saltzburgischen Emigrations-Geschäffte. 1732. 8.
19,560. Duellius, Fridericus pulcher Austriacus. 1733. 4.
19,561. Ders., lucubratio epistolaris etc. 1733. 4.
19,562. Ders., epistola ad Dom. Coelestinum L’Orefice etc. 2.
19,563. Recensio tomi prodromi chronici Gotwicensis. 4.
19,564. Ausführliche Nachricht von d. prächtigen Leich-Begängniſs Eugenii von Savoyen. 1736. 2.
19,565. Spitz, jura viduarum clericorum et professorum. 1737. 4.
19,566. Bellaminte, mémoire de Frid. Henri comte de Seckendorff. 1739. 8.
19,567. Ungrund der von der Reichs-Stadt Nürnberg über Bislohe sich angemaſsten landesherrlichen Obrigkeit. 2.
19,568. Link, commentatio de concepto renovatae ordinationis cameralis. 1754. 4.
19,569. Prioralo, Lebensgeschichte Albrechts von Waldstein. 1769. 8.
19,570. Ratzenberger’s geheime Geschichte von den Chur- und Sächsischen Höfen etc. 1774. 8.
19,571. Pfeiffer, der Reichscavalier auf seinem reichsohnmittelbaren Gebiete. 1787. 8.
19,572. de Peschwitz, de jure et privilegiis nobilium. 1740. 8.
19,573. Darstellung des Nürnberg. unbestreitbaren Eigenthums- und Besitzes der in d. Bayern-Landshutischen Erbfolgekrieg acquirirten Ländereien. 1791. 4.
19,574. Kurze Ausführung des den Herrn Grafen Joh. Ludw. Vollrath und Friedr. Ludw. v. Löwenstein-Wertheim zuständigen Erbrechts. 1791. 2.
19,575-19,585. 11 weitere Schriften vermischten Inhalts. 1730-1796. 2. 4. u. 8.
=Verwaltungsrath der Wedekind’schen Preisstiftung= in Göttingen:
19,586. Henricus de Hervordia, liber de rebus memoriabilioribus, ed. Potthast. 1859. 4.
=Bernh. Tauchnitz=, Verlagshandlung, in Leipzig:
19,587. Rudelbach, Reformation, Lutherthum und Union. 1839. 8.
19,588. Friedberg, d. Recht d. Eheschlieſsung. 1865. 8.
19,589. v. Weber, Anna, Churfürstin zu Sachsen. 1865. 8.
=Georg Widter=, k. k. Postdirektor, in Vicenza:
19,590. Ders., Materialien zur Geschichte und Beschreibung der Provinz Vicenza. 1866. 2. Hs.
=Historischer Verein= in St. Gallen:
19,591. Ders., Mittheilungen zur vaterländischen Geschichte; V u. VI. 1866. 8.
19,592. Keſslerus, Joachimi Vadiani vita. 1865. 4.
=Dr. Herm. Wartmann= in St. Gallen:
19,593. Ders., Urkundenbuch der Abtei St. Gallen; II. Thl. 1866. 4.
=Gelehrte estnische Gesellschaft= in Dorpat:
19,594. Dies., Sitzungsberichte; 1865. 8.
19,595. Schirren, der Codex Zamoscianus. 1865. 4.
=Hermann Böhlau=, Verlagsbuchhandl., in Weimar:
19,596. Zeitschrift f. Rechtsgeschichte; Bd. V, 2. 1866. 8.
=J. C. Hinrichs=’sche Buchhandlung in Leipzig:
19,597. Hinrichs’ fünfjähriger Bücher-Catalog; III. Bd. 1861-65. 1866. 8.
=Bernhard Schlicke=, Verlagshandl., in Leipzig:
19,598. Strack, Missionsgeschichte der Deutschen. 1860. 8.
19,599. Bogdanowitsch, Geschichte des Krieges 1814 in Frankreich; aus dem Russ. v. Baumgarten. I. Bd. 1866. 8.
=A. Essenwein=, I. Vorstand des german. Museums:
19,600. Ders., über d. Prinzip der Fortbildung auf dem Gebiete des Gewerbes. 4. Sonderabdr.
=Dr. Martius=, prakt. Arzt, in Nürnberg:
19,601. Beschreibung derer Thaler des gräflich. und fürstlichen Hauses Mansfeld. 1758. 4.
19,602. Hentze, Versuch über die ältere Geschichte des fränk. Kreises; 1. Stck. 1788. 8.
19,603. Palm, Versuch einer Handbibliothek der ökonomischen Litteratur. 1790. 8.
19,604. Blank, Musiv-Gemählde oder mosaische Kunstarbeiten in d. hochfürstl. Kunst-Cabinette zu Würzburg. 1796. 8.
19,605. v. Spaun’s politisches Testament; hg. v. Eisenmann. 1831. 8.
=Naturwissenschaftlicher Verein= in Carlsruhe:
19,606. Ders., Verhandlungen; 1. u. 2. Heft. 1864 u. 66. 4.
=J. F. G. Lodtmann=, Pastor, in Osnabrück:
19,607. Norbert, Lebensbeschreibung Bischof Benno’s II. zu Osnabrück; übers. v. Hartmann. 1866. 8.
=Louis de Baecker= in Bergues (Frankreich):
19,608. Ders., observations sur le traité des écritures cunéiformes de Mr. le comte de Gobineau. 1866. 8.
=Dr. Wilhelm Wackernagel=, Universitäts-Professor, in Basel:
19,609. Ders., sechs Bruchstücke einer Nibelungenhandschrift aus der mittelalterlichen Sammlung zu Basel. 1866. 4.
=J. Ludwig Schmid’s= Verlagshandlung in Nürnberg:
19,610. Hutzelmann, Tabelle der bayerischen u. deutschen Geschichte. 1866. 8.
19,611. Hopf, bayerische Geschichte in Zeittafeln. 1865. 8.
=A. D. Geisler=, Verlagsbuchhandl., in Bremen:
19,612. Schäfer, Grundriſs der Geschichte der deutschen Literatur; 10. Aufl. 1866. 8.
=Ferdinand Enke=, Verlagsbuchhandlung, in Erlangen:
19,613. Strauch, über Ursprung und Natur der Regalien. 1865. 8.
=Direktion der groſsen Stadtschule= zu Rostock:
19,614. Mahnius, elementorum artis historicae partic. I. 1833. 4.
19,615. Mahn, Beiträge zur Geschichte des alten wendischen Rostocks. 1854. 4.
19,616. Bachmann, kleine Beiträge zur Geschichte der Rostocker Stadtschule. 1865. 4.
19,617-19,652. 36 weitere Programme der groſsen Stadtschule zu Rostock. 1829-66. 4.
=K. bayr. Akademie der Wissenschaften= in München:
19,653. Dies., Abhandlungen der philol.-philos. Classe; X, 3. u. XI, 1. 1866. 4.
19,654. Schlagintweit, die Gottesurtheile der Indier. 1866. 4.
=Friesch Genootschap van Geschied-, Oudheid- en Taalkunde= in Leeuwarden:
19,655. Dies., de vrije Fries; XI. Deel, n. R. V, 2. 1865. 8.
=Altmärkischer Verein für vaterländ. Geschichte u. Industrie= in Salzwedel:
19,656. Ders., 15. Jahresbericht. 1865. 8.
=César Daly=, Architekt, in Paris:
19,657. Révue générale de l’architecture; 23. vol., no. 9-10. 1866. 4.
=C. H. Beck=’sche Verlagsbuchhandlung in Nördlingen:
19,658. Kluckhohn, Ludwig d. Reiche, Herzog v. Bayern. 1865. 8.
19,659. Schletterer, übersichtl. Darstellung d. Geschichte der kirchl. Dichtung. 1866. 8.
=Buchner=’sche Buchhandlung in Bamberg:
19,660. Heinisch u. Ludwig, kurze Geschichte d. deutschen Literatur; I. u. II. Thl. 1857. 8.
=Ferd. Dümmler’s= Verlagsbuchhandlung in Berlin:
19,661. Richter, d. weströmische Reich. 1865. 8.
=Heinrichshofen=’sche Buchhandlung in Magdeburg:
19,662. Möller, Paul Gerhardt’s Ehrengedächtniſs in Grafenhaynichen. 1844. 8.
19,663. Müller, Deutschlands Wiedergeburt. 1865. 8.
=J. C. Hinrichs=’sche Buchhandlung in Leipzig:
19,664. Handbuch der Geographie und Statistik; Bd. II, 1. Nachtr. u. Bd. III, 9. Lief. 1866. 8.
=Hinstorff=’sche Hofbuchhandlung in Wismar:
19,665. Reuter, sämmtliche Werke; 1. 2. 7-10. Bd. 1865-66. 8.
=Heinr. Carl Huch’s= Buchhandlung in Quedlinburg:
19,666. Zwei Hexenprozesse a. d. J. 1688. 1863. 8.
=Otto Janke’s= Verlagsbuchhandlung in Berlin:
19,667. Hesekiel, Lux et Umbra; 3 Bde. 1861. 8.
19,668. v. Stifft, Culturstudien; 2 Bde. 1865. 8.
19,669. v. Maltitz, altadelige Haus- u. Familiengeschichten; I. Abth., 1-4. Bd., II. Abth. 1-4. Bd. 1865-66. 8.
=G. C. E. Meyer sen.= Verlagsbuchhandl. in Braunschweig:
19,670. Beste, Luther’s Kinderzucht. 1846. 8.
=Constantin Niese=, Verlagsbuchhandlung, in Saalfeld:
19,671. Wagner’s Chronik der Stadt Saalfeld, fortgesezt v. Grobe; 9. Heft. 1866. 8.
=G. Reichardt’s= Verlagshandlung in Eisleben:
19,672. Scharfe, d. Regierungsbezirk Merseburg. 1841. 8.
19,673. Läncher, Geschichte der gräfl. Häuser und der Grafschaften Wernigerode, Stolberg, Roſsla, Hohenstein. 1844. 8.
19,674. Cunz, Dr. Luther’s Denkmal in seinen Liedern. 1846. 8.
=J. Ricker=’sche Buchhandlung in Gieſsen:
19,675. Schmitthenner’s kurzes deutsches Wörterbuch; 3. Auflage, 9. Lief. 1866. 8.
=Heinrich Schindler=, Verlagshandlung, in Berlin:
19,676. Die Himmelsstürmer oder die St. Georgsbrüder. 1858. 8.
19,677. Reusch, die nordischen Göttersagen. 1865. 8.
=Schmorl & von Seefeld=, Verlagsbuchhandl., in Hannover:
19,678. Riefkohl, die Insel Norderney. 1861. 8.
19,679. v. Warnstedt, die Oldenburger und Brandenburger Erbansprüche auf die Herzogtümer Schleswig-Holstein. 1865. 8.
=J. Schorner=’sche Buchhandlung in Straubing:
19,680. Dobler, nenia, manibus Tillii dicata. 1845. 8.
19,681. Mörtl, Lieder u. Sagen. 1846. 8.
19,682. Gistel, die südwestbayerische Schweiz. 1857. 8.
19,683. Dobler, über den Einfluſs des Genius der alten Literatur auf d. Entwicklungsgang d. deutschen Literatur. 1864. 8.
=Fr. Steudel=, Verlagsbuchhandlung, in Stade:
19,684. Schlüter, Sammlung sämmtlicher in d. Herzogth. Bremen u. Verden in Beziehung auf d. Meierrecht erlassenen Gesetze etc. 1861. 8.
=Eduard Trewendt=, Verlagshandlung, in Breslau:
19,685. Groſs-Hoffinger, die Donau vom Ursprung bis in das schwarze Meer. 1846. 8.
19,686. Eberhard, die religiösen Ideen nach ihrer geschichtlichen Entwickelung in der Bibel. 1846. 8.
19,687. Versuch einer Geschichte des vormaligen frstl. Cisterzienser-Stiftes Heinrichau. 1846. 8.
19,688. Wattenbach, die slawische Liturgie in Böhmen und die altruſsische Legende v. heil. Wenzel. 1857. 8. Sonderabdr.
19,689. Röpell, über die Verbreitung des Magdeburger Stadtrechts im Gebiete des alten polnischen Reichs. 1857. 8. Sonderabdr.
19,690. Uschner, der Froschmäusekrieg. 1860. 8.
19,691. v. Holtei, schlesische Gedichte. 1861. 8.
19,692. Krug, Geschichte der preuſs. Staatsschulden. 1861. 8.
=Velhagen und Klasing=, Verlagshandl., in Bielefeld:
19,693. Niemeyer, deutsche Dichtungen zur deutschen Geschichte. 1844. 8.
19,694. Catechismus Romanus, ed. Buse; tom. I. u. II. 1859. 8.
19,695. Concilii Tridentini canones et decreta, ed. Smets. 1859. 8.
19,696. Lange, verm. Schriften; n. Folge, 1-3. Bd. 1860-64. 8.
=Weidmann=’sche Verlagsbuchhandlung in Leipzig:
19,697. Bertran von Marseille, la vie de Ste. Enimie, hg. v. Sachs. 1857. 8.
19,698. Martin, Grammatik und Glossar zu der Nibelunge Not. 1865. 8.
=J. Gabriel=, Buchhalter, in Winzingen:
19,699. Müller, Blicke in das Labyrinth der Zukunft. 1848. 8.
19,700. Leyser, zum sechsten Mai. 1 Bl. 4.
=Friedr. Hektor Graf von Hundt=, k. Ministerialrath, in München:
19,701. Ders., Fund römischer Denare bei Niederaschau. 1866. 8. Sonderabdr.
=Anton Kutschera= in Weitz:
19,702. Ders., Geschichte der Vorzeit aus Denkmalen; IV. 8.
=A. Emmerling=, Verlagsbuchhandlung, in Heidelberg:
19,703. Alphabetisches Ortsverzeichniſs des Groſsherzogth. Baden. 1866. 4.
=Aug. Hildebrand=, Verlagshandlung, in Schwerin:
19,704. Resultate aus G. v. Lehestens: Der Adel Mecklenburgs seit 1755. 1864. 8.
=J. J. Lentner=’sche Buchhandlung in München:
19,705. Schlett, d. Römer in München. 1830. 8.
19,706. Schmeller, über d. Studium der altdeutschen Sprache und ihrer Denkmäler. 1827. 8.
19,707. v. Wendt, Abhandlungen u. Rechtsfälle zur Erläuterung des gem. bayer. u. sächs. Civilrechts u. Civilprozesses. 1836. 8.
19,708. Fick, Lehrbuch d. allgem. Geschichte; 3 Bde. 1843 u. 44. 8.
19,709. v. Chantal, Leben und Wirken des heil. Franz v. Sales, 1842. 8.
19,710. Von der Reinhaltung u. Reinigung der heil. Geräthe u. Gewänder. 1860. 8.
19,711. Lechner, Leben der Heiligen aus d. Orden der Kapuziner; 3 Bde. 1863-65. 8.
19,712. Sattler, Geschichte der Marianischen Congregationen in Bayern. 1864. 8.
=W. J. Peiser=, Verlagsbuchhandl., in Berlin:
19,713. Pierson, Leitfaden der preuſs. Geschichte. 1865. 8.
=Alvin Prausnitz=, Verlagsbuchhandl., in Berlin:
19,714. Ritter, Philipp Melanchthon. 1860. 8.
19,715. Neomarchicus, ut’n Hangbuttenstrukh. 1862. 8.
=A. Sacco’s= Nachfolger, Verlagshandlung, in Berlin:
19,716. Döring, poet. Sagenkreis auf histor. Grunde. 1846. 8.
=Schlesinger=’sche Buchhandlung in Berlin:
19,717. Wörterbuch der in der Instrumental- und Vokal-Musik vorkommenden Ausdrücke. 8.
=A. W. Unzer=, Verlagshandlung, in Königsberg:
19,718. Rosenkranz, d. Verdienst d. Deutschen um die Philosophie der Geschichte. 1835. 8.
=Eduard Zernin=, Verlagshandlung, in Darmstadt:
19,719. Bopp, Beiträge zum Verständnisse der vier mittelrhein. Landrechte; 2. Thl. 1857. 8.
=A. Blanchet= in Lausanne:
19,720. Ders., notices sur quelques monnaies inédites de l’évêché de Sion. 1864. 4.
=G. v. Bülow= in Lausanne:
19,721. Blanchet, Lausanne dès les temps anciens. 1864. 8.
=Louis Pröbster=, Kaufmann, in Nürnberg:
19,722. de Pufendorf, de rebus a Carolo Gustavo Sueciae rege gestis commentariorum libri VII. 1729. 2.
=Dr. H. Wuttke=, Universitäts-Professor, in Leipzig:
19,723. Ders., die deutschen Zeitschriften und die Entstehung der öffentl. Meinung. 1866. 8.
19,724. Brevis introductio in historiam rerum Germanicarum literariam. 1727. 4.
19,725. v. Kamper, Geschichte der Niederlande; I. Bd. 1831. 8.
19,726. Eichstadius, de praecipuis quibusdam Ernestinae prosapiae in Saxonia principibus. I. 1844. 4.
19,727. Eichstadius, memorabilia academiae Jenensis; IV. 1848. 4.
19,728-19,741. 15 weitere Schriften vermischten Inhalts a. d. J. 1815-64. 4. u. 8.
=Alfred Oehmigke=, Verlagshandlung, in Neu-Ruppin:
19,742. Smidt, Heinrich van Zütphen. 8.
=Hammer=, Oekonom, in Heroldsberg:
19,743. Vogt, catalogus hist.-crit. librorum rariorum. 1793. 8.
=Geschichts- u. alterthumsforschende Gesellschaft des Osterlandes= in Altenburg:
19,744. Dies., Mittheilungen; Bd. VI, 3. u. 4. Heft. 1865. 8.
=Fr. Wagner=’sche Buchhandlung in Freiburg i. Br:
19,745. Buſs, die Methodologie des Kirchenrechts. 1842. 8.
19,746. Söltl, Attila, Trauerspiel. 1865. 8.
=Universität= zu Straſsburg:
19,747. Collection générale des dissertations de la faculté de médecine de Strasbourg; année 1865, tome 36-38. 1866. 4.
=Redaktion der Heidelberger Jahrbücher= in Heidelberg:
19,748. Heidelberger Jahrbücher der Literatur; Jhg. 56, 4; 57, 3 u. 59, 4. 1863, 64, 66. 8.
=Herder=’sche Verlagshandlung in Freiburg i. Br.:
19,749. Sammlung historischer Bildnisse; I-IV. 1857-64. 8.
19,750. Floſs, Leonis P. VIII. privilegium de investituris Ottoni I. imp. concessum. 1858. 8.
19,751. Scharpff, die Entstehung des Kirchenstaates. 1860. 8.
19,752. v. Wänker, aus der deutschen Geschichte der zwei letzten hundert Jahre. 1861. 8.
19,753. Schwäbische Volkslieder. 1864. 8.
19,754. Rieſs, d. selige Petrus Canisius aus der Gesellschaft Jesu. 1865. 8.
=Ph. Krüll=’sche Universitäts-Buchhandlung in Landshut:
19,755. Permaneder, Handbuch des gemeingiltigen katholischen Kirchenrechtes; 3. Aufl. 1856. 8.
19,756. Kirnberger, Handbuch für den röm. Choralgesang. 1858. 8.
=Dr. Joh. v. Hoffinger=, k. k. Ministerialsekretär, in Wien:
19,757. Derselbe, das fürstl. u. gräfl. Haus Dietrichstein. 1866. 8. Sonderabdr.
=Dr. J. K. Haſskarl= in Cleve:
19,758. Ders., über die Commelinaceen. 8. Sonderabdr.
=Dr. C. B. A. Fickler=, Professor, in Mannheim:
19,759. Ders., Beiträge zur Geschichte der ehemaligen Benedictiner-Abtei Alpirsbach. 1866. 8.
19,760. Tunner, Album von Maria-Zell. 2.
=Oudheidskundige Kring van het Land van Waes= in St. Nikolaas:
19,761. Ders., buitengewone Uitgaven; Nr. 4. 1866. 8.
=Steiermärkischer Verein zur Förderung der Kunst-Industrie= in Graz:
19,762. Ders., Katalog der zweiten Ausstellung kunstgewerblicher Erzeugnisse. (1866.) 8.
=Gesellschaft zur Beförderung des Guten und Gemeinnützigen= in Basel:
19,763. Dies., Geschichte; 89. Jahr, 1865. 1866. 8.
III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.
=Götz=, Administrator, in Regensburg:
5110. Männl. und weibl. Kopf, Oelgemälde vom 18. Jhdt. aus dem Schottenkloster zu Regensburg.
=G. von Bülow= in Lausanne:
5111. Plan der Stadt Lausanne, Steindruck.
=Fr. Baader=, Conditor, in Krumbach:
5112. Verschiedene Reste von irdenen und bronzenen Geschirren und Eisengeräthen aus einem Grabfunde bei Krumbach.
=Anton Peter=, Schriftsetzer, in Nürnberg:
5113. Silbermünze des Grafen Sigismund von Tirol.
=Chr. Heſs=, Maschinenmeister, in Nürnberg:
5114. Böhm. Silbermünze von 1660.
=A. Jungfer= in Berlin:
5115. Sammlung von 310 Falschmünzerprodukten u. a. Münzen.
=Arn. Geiger= in Isny:
5116. Siegelstock der Weber zu Isny, 1603.
=K. Ehemann=, Rothgerbermeister, in Nürnberg:
5117. Flasche von weiſsem Glase mit eingebrannten gemalten Wappen, 17. Jhdt.
5118. 2 Krüge mit Zinndeckeln, 18. Jhdt.
5119. Schildpattdose mit gepreſstem Deckel, 17. Jhdt.
=Bürgermeisteramt= zu Oggersheim:
5120. Lackabdruck des älteren Stadtsiegels von Oggersheim.
=Dr. C. B. A. Fickler=, Professor, in Mannheim:
5121. 6 photograph. Aufnahmen von und aus dem Kloster Alpirsbach.
=L. Pröbster=, Kaufmann, in Nürnberg:
5122. 142 Darstellungen aus Puffendorfs Geschichte Carl Gustavs, Königs von Schweden, in Kupferstich von P. Lombart u. A.
5123. 14 Abbildungen aus anderen älteren Druckwerken.
=J. Höfler=, Vikar, in Eschenfelden:
5124. Eiserner Kirchenschlüssel mit anhangender Kette, 14. Jhdt.
5125. 2 bei Breitenstein ausgegrabene Bronzesicheln.
=H. Dworzak=, Gutsbesitzer, in Aistersheim:
5126. 8 Blätter älterer Papierproben mit Wasserzeichen.
=Fr. Knapp=, Kaufmann, in Nürnberg:
5127. Nürnberger Fünfkreuzerstück von 1611 und Tiroler Dreier von 1642.
=E. Schnell=, fstl. hohenzoller’scher Archivar, in Sigmaringen:
5128. 6 Abdrücke der älteren Stadtsiegel von Sigmaringen.
=A. Gibsone=, Privatier, in Nürnberg:
5129. Die Passion von Th. Galle nach J. Stradamus.
5130. 5 Blätter Kupferstiche und Radierungen vom 16. und 17. Jhdt.
=Port=, Kaufmann, in Nürnberg:
5131. Steyermärk. halber Batzen von 1626.
=E. P. Thieſs=, Kaufmann, in Nürnberg:
5132. Zweikreuzerstück Ludwig’s VIII. von Hessen-Darmstadt.
=A. Schabet=, fstl. Waldenburg. Archivar, in Wurzach:
5133. 300 ältere und neuere Lackabdrücke von Siegeln.
Chronik der historischen Vereine.
/Abhandlungen der philosophisch-philologischen Classe der königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften./ Zehnten Bandes dritte Abtheilung. In der Reihe der Denkschriften der XXXIX. Band. München, 1866. Verlag der k. Akademie, in Kommission bei G. Franz. 4.
Eilften Bandes erste Abtheilung. In der Reihe der Denkschriften der XLII. Band.
Zur Erkenntniſslehre von Ibn Sina und Albertus Magnus. Von B. Haneberg. (Die übrigen Abhandlungen haben zur deutschen Vorzeit keine Beziehung.)
/Sitzungsberichte der königl. bayer. Akademie der Wissenschaften zu München./ 1866. I. Heft. III. München. 1866. 8.
/Zeitschrift des Vereins zur Ausbildung der Gewerke in München./ Sechzehnter Jahrgang. -- Erstes und zweites Heft. 1866. 2.
Die Originalentwürfe deutscher Meister für die Prachtrüstungen der Könige von Frankreich. -- Der Ceremonienhammer des Papstes Julius III. -- Was heiſst Kunst? Aus den Entretiens sur l’architecture von Viollet-Le-Duc. Uebersetzt von A. Mecklenburg.
/Kirchenschmuck. Ein Archiv für kirchliche Kunstschöpfungen und christliche Alterthumskunde./ Herausgegeben unter der Leitung des /christlichen Kunstvereins der Diöcese Rottenburg/. Redigirt von Pfarrer Laib und Dekan Dr. Schwarz. XIX. Band, zweite Hälfte. Zehnter Jahrgang. 1866. Zweites Vierteljahrsheft. Stuttgart. 8.
Kunst und Handwerk. (Friedr. Schneider.) -- Ein Gang durch 80 Kirchen. II. -- Alte Reliefstickereien aus der Kuratiekirche von Neuseſs bei Mergentheim. -- Die Kirchenthüren des Mittelalters. -- Kirchliche Alterthümer im Norden. -- Die Thierfabeln in liturgischen Büchern. -- Restauration der Klosterkirche St. Zeno bei Reichenhall. -- Zweischiffige Kirchen. -- Die altehrwürdige Abteikirche zu Solesme. -- Kirche zu Marienhafe.
/Fünfzehnter Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte und Industrie./ Abtheilung für Geschichte. Herausgegeben von Th. Fr. Zechlin. Salzwedel, 1865. 8.
Die Geschlechter v. Metzdorf und v. Ballenstedt in der Altmark, von G. A. von Mülverstedt. -- Altmärkische Sagen. (Krüger.) -- Geschichtliche Nachrichten über die königliche Burg zu Salzwedel. (Danneil.) -- Beitrag zur Geschichte des altmärkischen Consistoriums der Reformationszeit. (Bartsch.) -- Die Dorfkirchen romanischen Stiles in der Altmark, vorzugsweise des Verden’schen Theils. (Schmidt.) -- Die Grabsteine in und bei der Klosterkirche zu Neuendorf, Kr. Gardelegen. (Ad. M. Hildebrandt.) -- Jedem das Seine (betr. die erste Aufstellung gesonderter Stein-, Bronze- und Eisenperioden). (Danneil.) -- Die in der Altmark vorzeiten gewesenen Amtshauptmannschaften und ihre Inhaber, vom Archivrath G. A. v. Mülverstedt. -- Verfolgung von Raubmördern, 1615. (Ders.) -- Vereinsangelegenheiten.
/Geschichte der Gesellschaft zur Beförderung des Guten und Gemeinnützigen in Basel./ Neunundachtzigstes Jahr. 1865. Basel. Schweighauser’sche Buchdruckerei. 1866. 8. 272 Stn.
/L’Investigateur. Journal de l’Institut historique/ de France. Trente-troisième année. Tome VI. IV. Série. 376. Livr. Mars 1866. 377. Livraison, Avril 1866. Paris, 1866. 8.
/Bulletin monumental ou collection de mémoires sur les monuments historiques de France/, publié sous les auspices de la /Société française d’archéologie pour la conservation et la description des monuments nationaux/, et dirigé par M. de Caumont. 4. Série, Tome 2. 32. Vol. de la Collection. Nr. 4. Paris et Caen, 1866. 8.
Note sur la mitre épiscopale, par M. l’abbé Barraud. (Suite.) St. Vincent-de-Pertignas, département de la Gironde; étude historique et archéologique par M. Léo Drouyn. -- Rapport sur des découvertes récentes faites dans le département de Maine-et-Loire, par M. Godard-Faultrier. -- Mélanges d’archéologie. -- Chronique.
/Buitengewoone Uitgaven van den Oudheikundigen Kring van het Land van Waas./ Nr. 4.
Het Land van Waas, door Adolf Siret. Eerste Aflevering. St. Nikolaas, 1866. 8.
/De Vrije Fries./ Mengelingen, nitgegeven door het /Friesch Genootschap van Geschied-, Oudheid- en Taalkunde/. Elfde Deel. Nieuwe Reeks Vijfde Deel. Tweede Stuk. Te Leeuwarden bij G. T. N. Suringar. 1865. 8.
De Friesche Kerk te Rome, door Dr. J. H. Halbertsma. -- Mededeeling omtrent den oorsprong en de beteekenis van de benaming het Moordjaar, voor het 63e levensjaar, door Mr. W. W. Buma. -- De Statuten en Privilegien van het Schuttersgild te Franeker; door Mr. J. Telting. -- Hoe een Fries, in het jaar 1564, om de hand van Koningin Elisabeth van Engeland vrijt, door Mr. J. Dirks. -- Noch iets over de Grafzerk te Rinsumageest van 1341, door Dr. L. J. F. Janssen.
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
15) /Die mittelalterlichen Kunstdenkmale der Stadt Krakau/ von A. /Essenwein/. Nürnberg, 1866. Im Selbstverlage des Verfassers, gr. 4. 186 u. XLIII Stn. Mit 80 Tafeln Abbildungen und vielen in den Text gedruckten Holzschnitten.
Längst war es bekannt, daſs die alte polnische Königsstadt Krakau reiche und wesentliche Ergänzungen für die deutsche historische Kunst in sich berge. Die Entlegenheit des Ortes, sowie die geringe Kenntniſs der dort herrschenden Sprache bei uns, welche einerseits dem Forscher selten gestatten, die Denkmäler selbst in Augenschein zu nehmen, andrerseits, sie aus den zahlreichen Veröffentlichungen der einheimischen Gelehrten näher kennen zu lernen, verhinderten, daſs die Kunstgeschichte Krakau’s mehr als bruchstückweise bei uns bekannt wurde. Das Einzelne, was darüber zu uns gelangte, war aber stets geeignet, unser Interesse in hohem Grade wach zu rufen und das Bedürfniſs einer zusammenhängenden Kenntniſs zu verstärken. Durch wiederholten Aufenthalt in der Stadt unterstützt, gab der Verfasser bereits früher im „Organ für christliche Kunst“, in der „Gewerbehalle“ und der französischen Zeitschrift „L’Illustration“ eingehendere Mittheilungen; im vorliegenden Werke erhalten wir aber ein so umfassendes und abgerundetes Bild des Ganzen, daſs die groſse Bedeutung dieses vorgeschobenen Postens für die Kunstgeschichte, so weit sie in der That diese und nicht blos lokales Interesse betrifft, als erschöpft und für uns vollständig gewonnen betrachtet werden kann. -- In der Einleitung wird zunächst das Verhältniſs des Buches zu den bisherigen, vorzugsweise den heimischen Bearbeitungen desselben Stoffes, namentlich dem rein geschichtlichen oder einseitig patriotischen Standpunkte gegenüber, die streng wissenschaftliche Behandlung und der allgemein kunstgeschichtliche Gesichtspunkt festgestellt, sowie eine kurze Uebersicht und Würdigung der vorzugsweise benützten Literatur gegeben. Ein gemessener Abriſs der Geschichte Krakaus sondiert den Boden vor Allem in Bezug auf Entwicklung kulturgeschichtlicher Verhältnisse und die Bedingungen, welche eine Entfaltung der Kunst begleiten muſsten. Eine vom Plan der Stadt und Wiedergabe mehrerer älterer Abbildungen unterstützte Darstellung der allgemeinen Ansicht Krakau’s in früherer Zeit, sowie der Anlage und Befestigung der Stadt, des Schloſsberges Wawel und der Vorstadt Casimir bildet den Uebergang zum speciell kunsthistorischen Theil, in welchem die Besprechung der Kirchen und unter diesen wieder die des alten Krönungsdomes auf der Burg den ersten Platz einnimmt. Die Domkirche, das Nationalheiligthum Polens und bezeichnend vom Verfasser das Spiegelbild des polnischen Königthums und seiner Geschichte genannt, reicht im Unterbau noch seines heutigen Bestandes bis in den Ausgang des elften oder den Anfang des zwölften Jahrhunderts zurück, zeigt aber in seiner Hauptmasse die Formen des entwickelten gothischen Stiles, die freilich durch zahlreiche spätere Zuthaten und den Thurmaufsatz aus der Renaissance- und selbst Zopfzeit für den Gesammteindruck sehr alteriert werden. Die ausgesprochene Anlage einer Krönungskirche jedoch, sowie die zahlreichen, in der inneren Ausstattung enthaltenen Kunstdenkmälmr ersetzen für das Interesse des Forschers, was dem Bauwerke an einheitlichem Stile abgeht; eine gründliche Erörterung seiner Einzelheiten entschädigt in der Beschreibung für den Abbruch des Eindruckes, den die Wirklichkeit vorzugsweise durch die Ungunst geschichtlicher Ereignisse erlitten hat. Die nach Verhältniſs mehr oder weniger eingehende Besprechung von 64 anderen Kirchen nebst der alten Synagoge auf dem Casimir gewährt einen Gesammteindruck, welcher der historischen Bedeutung der Stadt vollkommen entsprechend ist und dem in einer eigenen Abtheilung des Werkes, einer allgemeinen Uebersicht des Charakters der Kirchenbaukunst Krakau’s, die wissenschaftliche Seite abgewonnen wird. Die bürgerliche Baukunst und an der Spitze derselben der königliche Palast auf der Burg, die Rathhäuser der Stadt und selbständigen Vorstädte, die Universität und viele andere Bauten, selbst Straſsen, Wege, Brücken, Wasserleitungen und Brunnen nicht ausgenommen, bilden eine entsprechende Parallele. Der fünfte Haupttheil des Werkes, die Kleinkünste, wie Goldschmiedearbeiten, Paramente, Handschriften u. s. w. betreffend, hat trotz der mannigfaltigen Verheerungen, welche über die Stadt und ihre groſsen wie kleineren Denkmale ergangen sind, doch noch ein reiches Material zu behandeln, dessen allseitige Erörterung wiederum des Belehrenden viel bietet. Eine Reihenfolge von 21, gröſstentheils urkundlichen Beilagen gewährt manchen Beitrag, der zur Aufklärung älterer Kunst- und Kulturzustände überhaupt, namentlich auch in Bezug auf Deutschland von groſsem Belang ist. Dahin gehört vornehmlich ein Verzeichniſs der ältesten Buchdrucker und Verleger Krakau’s, die Statute der Maurer, Goldschmiede, Maler und ihrer Zunftverwandten, das Ceremoniale der Königskrönung u. a.
Besonders hervorgehoben zu werden verdienen die Abbildungen, welche auch ohne die zahlreichen, in den Text eingestreuten Holzschnitte mehr als ein Drittheil im Umfange des ganzen Werkes einnehmen. Groſsentheils von der kundigen Hand des Verfassers selbst gezeichnet, sind sie, dem jedesmal dargestellten Gegenstand angepaſst, in Stahlstich oder Steindruck, und zwar letzterer in Ueberdruck, Kreidemanier oder Gravierung ausgeführt. In umfangreicheren Holzschnitten gegeben sind die malerischen Ansichten des Domes und der Marienkirche auf dem Ringe; ebenso ausgeführt mannigfache architektonische und ornamentale Einzelnheiten, namentlich die unter der Rubrik der Kleinkünste zur Abbildung gebrachten Gegenstände: mehrere reichverzierte Kelche, Reliquienbehälter u. dgl. Die Tafeln geben vorzugsweise Grund- und Aufrisse, Construktionen und Details der technischen Anlagen, aber auch die erwähnten älteren wie neueren Prospekte, unter denen eine Reihe nebeneinander gestellter, mannigfaltig construierter Mauerthürme ein besonderes Interesse gewährt. Auch plastische Denkmäler sind in dieser Abtheilnng vorgeführt; eine wahre Musterarbeit ist die wiedergegebene Mittelgruppe des Hochaltares der Marienkirche von Veit Stoſs. Durch alle Mannigfaltigkeit der zur Besprechung gebrachten Gegenstände und die Vielseitigkeit ihrer Behandlung zieht sich ungeschwächt der Eindruck, daſs wir uns auf heimischem Gebiete der Forschung befinden und in den Denkmalen Krakau’s in der That auch ein bedeutendes Stück deutscher Kunst betrachten. In überraschender Weise wird uns vor Augen geführt, mit welcher Intensivität schon im Mittelalter das germanische Element jene slavischen Grenzbezirke durchdrungen hatte, und indem wir sehen, welche Eroberungen in durchaus friedlicher Weise auf dem Gebiete der Kultur längst gemacht waren, bevor die politische Geschichte nachfolgte, wird über das erschreckende Bild, das diese in ihrem Vorgehen zur Ausführung gebracht, wenigstens ein Hauch der Versöhnung verbreitet.
Aufsätze in Zeitschriften.
/Das Ausland/: Nr. 27. Alter und Erfinder der Feuerspritzen.
/Oberlausitzer Dorfzeitung/: Nr. 19-21. Beiträge zur Geschichte der Weberei in der südlichen Oberlausitz. (G. Korschelt.)
/Erheiterungen am häusl. Herd/: 6. Heft, S. 235. Das wilde Heer oder Nachtgejaid.
/Illustr. Familien-Journal/: Nr. 25 (655). Ein Stück deutscher Geschichte (die Ruinen der Ebernburg).
/Grenzboten/: Nr. 24, S. 417. Deutsche Studenten in alter Zeit. 4. Das akademische Leben nach dem dreiſsigjährigen Kriege. (Mor. Busch.)
/Hausblätter/: 12. Heft, S. 458; 13. H., S. 58. Holzland-Sagen. XIII-XV. (Kurt Greſs.)
/Allgemeine Kirchenzeitung/: Nr. 37-44. Der Uebertritt des Erbprinzen Friedrich, nachmal. Landgrafen Friedrich II. von Hessen aus der evangelischen zur römisch-katholischen Kirche. -- Die Gemeinde zu Gablonz, ihre seitherige Geschichte und jetzige Noth.
/Korrespondent v. u. f. D./: Nr. 295. Bayerische Städtebilder: Passau.
/Deutsche Kunstzeitung/ (Dioskuren): Nr. 23 ff. Die Holbeinische Madonna und ihre Ausleger. Ein Beitrag zur Kritik der heutigen Kunstforschung und ihrer patentirten Vertreter. -- Nr. 26 ff. Die Gothik und ihre Bedeutung für die Wiedergewinnung eines nationalen Baustils.
/Protest. Monatsblätter f. innere Zeitgesch./: Apr. Die Stillen im Lande. Zur inneren Geschichte des religiösen Lebens seit dem Reformations-Zeitalter. 1. Thomas a Kempis u. Gerh. Tersteegen.
/Deutsches Museum/: Nr. 25. Zur Geschichte des Elsaſs. (Dr. J. Duborc.) -- Nr. 26. Die Epochen der Handelsgeschichte. (Herm. Bischof.) -- Der Plan zur Sammlung eines Quellenschatzes german. Volkssage und Volkssitte. (Hans Prutz.)
/Revue des deux mondes/: 1. Juin, 3. Livr. p. 537. La Thuringe. Voyage à travers l’Allemagne du passé et du présent. (Henri Blaze de Bury.)
/Sonntagsblatt/, hrsg. von Spielhagen: Nr. 22. Zur Geschichte der Frauenkleidung und Frauentoilette. 1. Der Reifrock. (W. Angerstein.)
/Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg/: Nr. 27. Der heilige Vincenz von Paula.
/Bayer. Zeitung/: Mgbl. Nr. 162. Aus dem oberfränkischen Sagenkreise. Die weiſse Frau und Kloster Himmelkron. -- Nr. 165 ff. Zur Geschichte der Universität Ingolgtadt am Ausgang des 15. Jahrhunderts. (Aug. Kluckhohn.) -- Nr. 170 f. Zwei Beiträge zur Familiengeschichte der Freiherren Schertel von Burtenbach. (C. W. Neumann.) -- Nr. 172 ff. Wie man im pfalz-neuburgischen Hause Lauingen Hochzeit hielt. Culturgeschichtliches Bild. (Dr. A. Birlinger.) -- Nr. 180 und 181. Georg Wilhelm von Brandenburg und eine Kartenschlägerin. -- Nr. 187 und 188. Redensart: Auf ihn, er ist von Ulm! (Dr. Birlinger.) -- Nr. 193. Eine Kepler-Anekdote.
/Leipziger Zeitung/: Wissensch.-Beilage. Nr. 43 ff. Zur Geschichte der nordfranzös. Dichtkunst im 12. Jahrh. -- Nr. 49. und 50. Die Faustsage.
Vermischte Nachrichten.
69) In der Sitzung der philosophisch-historischen Classe der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien vom 13. Juni wurden von Dr. Beda Dudik „/Statuten der Prager Metropolitankirche/ vom Jahre 1350“ vorgelegt. Diese bis jetzt unbekannt gebliebenen Statuten sind von nicht geringer Wichtigkeit, was schon daraus hervorleuchtet, daſs sie einen wesentlichen Beitrag liefern zur Geschichte der Erhöhung des Prager Bisthums zu einem Erzbisthum. Genommen wurden sie aus der einzigen bis jetzt bekannten Pergamenthandschrift vom Jahre 1403, welche in Nikolsburg liegt. -- In der Sitzung vom 20. Juni wurde der Jahresbericht über die Thätigkeit der Commission zur /Herausgabe österreichischer Weisthümer/ erstattet. Auch im abgelaufenen Jahre hatte das Unternehmen einer lebhaften Theilnahme und Unterstützung sich zu erfreuen. Die Zahl der Orte Niederösterreichs, von welchen bereits Urkunden vorlagen, ist um 60 vermehrt worden. Auch Oberösterreich hat verschiedene Beiträge geliefert, namentlich der Verwaltungsausschuss des Museum Francisco-Carolinum in Linz Anzeige von den dort aufbewahrten Schätzen gemacht. Vornehmlich hiedurch ist das Vorhandensein von Taidingen aus 28 Orten zur Kenntniſs der Commission gekommen. In Salzburg waren es vorzüglich die Sendungen des Landesauschusses, ferner die von Pfeiffer im S. Petersarchiv und in der Centralregistratur vorgenommene Nachlese, endlich die begonnene Ausbeute des im k. k. geheimen Haus-, Hof- und Staatsarchiv verwahrten salzburgischen Kammerbuches Nr. 4, wodurch die schon vorhandenen Taidinge einen Zuwachs aus 19 Orten erhalten haben. Von der Ausbeute aus Tirol und Voralberg, welche fast ausschlieſslich den Bemühungen Pfeiffer’s zu verdanken ist, war schon in einer früheren Mittheilung die Rede. Auch von andern Seiten fehlte es an tirolischen Beiträgen nicht, so daſs die Commission binnen kurzer Zeit in den Besitz einer Sammlung von Taidingen aus 39 Orten gelangte. Auſserdem hat Prof. Zingerle, mit der planmäſsigen Durchforschung der Archive und Gemeindetruhen beauftragt, bereits Taidinge aus nicht weniger als 24 Orten in sichere Aussicht gestellt. Für Steiermark hat die Ausbeute des Joanneum-Archivs in Gräz bis jetzt Taidinge von zwei Orten ergeben.
70) Der Graf von Mayencourt, ehemaliger Pair von Frankreich, gedenkt verschiedene /Korrespondenzen und Dokumente herauszugeben/, die er in den Archiven Stockholms, Wiens und Venedigs gefunden hat und die sich sämmtlich auf den /30jährigen Krieg/, sowie /den westphälischen Frieden/ beziehen. Nach einer Schilderung der Lage Deutschlands und der nordischen Mächte seit dem 16. Jhdt. folgen Briefschaften und sonstige Manuscripte von Wallenstein, Gustav Adolf, Oxenstjerne, Grotius, Trautmannsdorf, Contarini u. A. Die meisten dieser Urkunden sind bisher unediert.
(Europa.)
71) In mantuanischen Archiven sind durch den französischen Schriftsteller Armand Bachet /Briefe von Peter Paul Rubens/, sowie Dokumente in Bezug auf denselben gefunden worden, welche über seinen italienischen Aufenthalt beim Herzoge Gonzaga und über seine spanische Reise, in des Genannten Auftrag unternommen, ein helles Licht verbreiten und auch allgemein die damaligen Zustände illustrieren.
(Dies.)
72) Der Alterthumsverein zu Mannheim hat eine interessante Erwerbung in einem /Steinbilde/ gemacht, das zu /Ladenburg/, dem alten Lupodunum, ausgegraben worden ist und somit eines der ersten Denkmale der Römerherrschaft auf dem rechten Ufer des Mittelrheins gewesen sein dürfte. Es ist ein ungefähr 2 Meter langes und eben so hohes Standbild, aus buntem Sandstein ziemlich roh gearbeitet, das einen Reiter in Imperatorentracht, mit kurzer Tunica, bloſsen Beinen und Kriegerhalbstiefeln darstellt, der über einen am Boden liegenden Mann hinsprengt, dessen Hände und Füſse in Flossen ausgehen. Der Reiter ist oben einigermaſsen verstümmelt. Das Bild mag wol über einem Gelübdenstein angebracht gewesen sein. Aehnliche Darstellungen befinden sich im Antiquarium in Mannheim und zu Speier, deren Zusammengehörigkeit sich nicht in Abrede stellen läſst. Mit Berücksichtigung einer von Eckhel veröffentlichten Münze ist anzunehmen, daſs das Steinbild den Kaiser Domitian darstellt, wie er im Kriege mit den Chatten den Rhein überschreitet, als „Rhenidomitor“, wie Martial ihn nennt.
(Ill. Ztg.)
73) Die in kunsthistorischer Beziehung höchst interessante byzantinische /Kirche zu Heimersheim/ im Aarthal (Regier.-Bez. Coblenz) hat eine neue Zierde durch zwei groſse /gemalte Fenster/ erhalten, welche der Domglasmaler Peter Graſs in Köln auf Anordnung des Regierungs-Präsidenten Grafen von Waldbott-Bassenheim in stilistischer Uebereinstimmung mit den noch vorhandenen, der Zerstörung durch Turenne im 17. Jahrhundert entgangenen alten Resten angefertigt hat, wodurch dem Gotteshause ein ebenso gediegener, als künstlerisch gelungener Schmuck verliehen ward. Der Bau prangt wieder in ursprünglicher Schönheit und Reinheit der Formen, nachdem er nach den Plänen des verstorbenen Bauraths Zwirner unter Leitung des Bauraths Stüler und des Baumeisters Uhrich stilgetreu hergestellt und ausgeschmückt worden ist.
(Dies.)
74) Unter die Arbeiten für /die innere Ausstattung des Kölner Doms/, die kürzlich in Angriff genommen worden sind, gehört auch die Errichtung eines neuen Altars an der Ostseite des südlichen Querschiffes. Daselbst wird ein reicher Altarschrein, der früher in der Kirche St. Maria zu den Staffeln in Köln stand, seinen Platz finden. Das Innere desselben, ein Schnitzwerk mit vielen vergoldeten und gefärbten Figuren, wird von Doppelflügeln umschlossen, welche in Gemälden Darstellungen aus dem Leben der h. Maria, sowie aus den Legenden des h. Agilolphus, des 23. Bischofs von Köln, und des h. Anno enthalten. Der Meister ist wahrscheinlich ein Zeitgenosse des Barthal de Bruge und einer der Letzten, welche der eigentlich kölnischen Schultradition folgten.
(Dies.)
75) Die altehrwürdige /Reinoldus-Kirche zu Dortmund/ mit ihrem mächtigen Chor war der /Restauration/ sehr bedürftig. Am Aeuſsern waren die feinern Theile ihrer Streben, das Blattwerk, die Baldachine, die Gesimse und die Gliederungen theilweise bis zur Unkenntlichkeit vom Wetter verwüstet worden. Die Herstellung hat kürzlich begonnen, und es soll ein beträchtliches Kapital für diesen Zweck flüssig gemacht worden sein. Falls der Gröſse desselben die architektonische künstlerische Behandlung entspricht, wird die Reinolduskirche wieder einen prächtigen Anblick gewähren.
(Dies.)
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ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
1866. Nº 8. August.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
Sphragistische Aphorismen.
Von F.-K. Fürsten zu /Hohenlohe Waldenburg/.
I.
Von diesem in /mehrfacher/ Beziehung höchst interessanten Siegelstempel (III, B, 3) ist bis jetzt kein Originalabguſs bekannt. Es befinden sich aber zwei Exemplare desselben in dem fürstlich Hohenlohe-Neuenstein’schen Kunst- und Raritäten-Cabinet, zur Zeit in Kirchberg a. d. J., das eine in Kupfer, das andere in Silber; beide ½ Centimètre dick und hinten glatt. Beide Stempel sind ganz gleich, nur scheint ersterer etwas schärfer gestochen zu sein.
Ueber die Literatur dieses Siegelstempels siehe J. Albrecht, die hohenlohischen Siegel des Mittelalters, Nr. 6.
Was diesem /Siegelstempel/ ein ganz besonderes Interesse verleiht, ist die darauf angebrachte Jahreszahl, schon an und für sich und noch ganz besonders wegen der /arabischen/ Ziffern.
Andere /Siegel/ mit Jahreszahlen aus dem 13. Jahrh. sind bis jetzt keine bekannt. Erst einige sechzig Jahre später finden wir ein Siegel des Klosters Hornbach in der Pfalz mit der Jahreszahl 1300, aber mit /römischen/ Ziffern (gothische Majuskel). Das zweite mit /arabischen/ Ziffern ist das Siegel der Stadt Trostberg von 1320[A].
Es wäre höchst interessant, wenn noch andere derartige Siegel, namentlich aus der Zeit vor 1400, beigebracht werden könnten.
Was die arabischen Ziffern betrifft, so glaubt Mauch[B] „den Grund, aus welchem dieses historisch wie technisch interessante Siegel allen anderen in Deutschland vorgekommenen bezüglich der darauf befindlichen arabischen Ziffern um ein volles Jahrhundert voraus ist, und insofern hier vereinzelt dasteht, nur in dem Umstande suchen zu müssen, daſs sich Gottfried von Hohenlohe mehrentheils am kaiserlichen Hoflager und mit demselben viel in /Italien/ aufhielt, wo mit dem in den Verkehrsverhältnissen mehr und mehr fühlbar gewordenen Bedürfniſs der Erweiterung der Rechenkunst die arabischen Ziffern bereits mit dem 13. Jahrh., ungefähr um dieselbe Zeit allgemeinere Verbreitung gefunden haben, um welche Gottfried von Hohenlohe mit der Würde eines „comes romaniole“ beliehen worden ist. Auf diesen Vorgang deutet namentlich die Jahreszahl 1235.“
Nach dem neuen Lehrgebäude der Diplomatik sind die arabischen Ziffern in Europa seit der ersten Hälfte des 13. Jahrh. in Gebrauch. Die dort angeführten ältesten Beispiele sind von 1233 aus England, von 1245 aus Italien[C] und von 1268 aus Deutschland. „Wälschland fieng eher als Deutschland an, sich dieser Zahlzeichen zu bedienen.“ (S. II. Buch, 4. Hauptst., §. 115.) Auf einem Grabstein eines Grafen von Katzenellenbogen, im Schloſsgarten zu Bieberich, soll sich nach v. Hefner-Alteneck (Trachten des christl. Mittelalt., I. Taf. 27) die Jahreszahl 1299 in arabischen Ziffern eingehauen befinden. Ob aber dieselbe gleichzeitig ist, wird schwer nachzuweisen sein.
Was aber die /letzte/ Ziffer auf unserem Siegel betrifft, so bemerkt Mauch, daſs dieses die einzige Ziffer 5 sei, die ihm von dieser Form bekannt geworden; sie habe „das Ansehen eines, statt nach rechts, nach links stehenden Dreiers.“
Wir halten letzteres Zahlzeichen wirklich für einen Dreier, welchen der Siegelschneider aus Versehen /verkehrt/ geschnitten hat[D]. Gerade weil die arabischen Ziffern damals noch so selten gebraucht wurden, ist dieser Verstoſs um so leichter erklärlich[E].
Gottfried kommt bis jetzt /vor/ 1235 als Graf von Romaniola urkundlich nicht vor; allein sein Bruder Conrad erscheint schon 1230 in einer Urkunde als comes Romaniole (s. v. Stälin, wirt. Gesch, II, 556). Es ist aber doch wohl anzunehmen, daſs beide Brüder zu gleicher Zeit mit dieser Grafschaft belehnt wurden.
Diese Annahme wird durch unsere Erklärung der Jahreszahl auf dem vorliegenden Siegelstempel bestärkt.
Es sind früher hie und da Zweifel gegen die Echtheit dieses Siegel/stempels/ erhoben worden, weil bis jetzt kein älterer Abdruck desselben bekannt ist, weil das Wort Sigillum in der Legende fehlt und namentlich auch wegen der Jahreszahl. Die ersteren beiden Einwände sind ohne Bedeutung. Daſs wir kein Originalsiegel kennen, kann Zufall sein. Die Bezeichnung „Sigillum“ kommt schon zu Ende des 12. Jahrh. auf einzelnen Siegeln vor, während sie auf anderen zuweilen noch bis in die Mitte des 14. Jahrh. fehlt. Was aber die Jahreszahl betrifft, so glauben wir, daſs gerade diese -- nach obiger Erklärung -- einen Beweis /für/ die Echtheit des Stempels liefert. Bei einer Fälschung würde man gewiſs um so mehr Sorgfalt auf diese, damals noch so wenig gebräuchliche Zeitbestimmung verwendet, sicher keine ganz /unbekannten/ Ziffern gebraucht, verkehrt stehende nicht geduldet und auch für Anbringung der Jahreszahl keinen ganz ungewöhnlichen Platz[F] gewählt haben.
Mittelalterliche Siegelstempel, namentlich aus dem 13. und 14. Jahrh., sind sehr selten; denn nur wenige sind ihrer vorschriftsmäſsigen Zerstörung nach dem Tode ihres Inhabers entgangen. Sie sind daher schon an und für sich für die Alterthumskunde sehr werthvoll. Wir theilen deshalb hier gleich noch einen zweiten mit.
II.
Der gütigen Mittheilung des Herrn Pastors B. Ragotzky in Triglitz verdanken wir einen Abdruck dieses höchst interessanten Siegelstempels III, B, 2, a. (Abbild, s. nächste Spalte.)
Derselbe befindet sich in der Sammlung der Antiquitäts-Akademie zu Stockholm nebst mehreren anderen, wahrscheinlich auch aus Süddeutschland stammenden Stempeln. Er besteht aus einer dünnen, mit einer kleinen Oese versehenen Metallplatte. Das Wappen auf diesem Siegel ist /sehr/ merkwürdig. Um die Mitte des 13. Jahrh. ist uns dieser sog. „/Eisenhut-Schnitt/“ noch nie vorgekommen. Nach unserer Theorie von dem heraldischen Pelzwerk müssen wir diesen Schild auch als einen Schild von Kürsch blasonnieren; er ist aber, statt quer -- wie gewöhnlich -- der Länge nach getheilt.
Ueber die Person seines ursprünglichen Inhabers theilt uns Herr Reichsarchivsrath J. G. Brand zu München folgende Notizen gefälligst mit.
In Mon. Boic. VIII, p. 504 kommt aus einem Schäftlarner Cod. trad. ein D(ominus) Wernherus Chrezelin vor, welcher der Schlichtung eines Streites als Zeuge beiwohnte, welche stattfand „anno 1253 in castro Landeshutte in capite Jeiunii fra. VI.“ und „in conspectu Ludewici Ducis“ confirmiert wurde.
In einer Kl. Fürstenfelder Urkunde vom 16. März 1273 (M. B., IX, 102), in welcher Lodwicus D. g. Comes Palatinus Rheni, dux Bawarie, seinen Consens dazu gibt, daſs Ulricus Holermus einen Hof in Holenpach und einen andern in Gallenbach an das Kloster Fürstenfeld resigniert, erscheinen unter den Zeugen ... Wernherus et Eberhardus dicti Graetzel.. Albertus dictus Chrezil.... Auſser diesen zwei Fällen ist sonst, bis jetzt, kein /Wernher Krätzel/ bekannt[G]; es handelt sich wol in beiden von ein und derselben Person.
In der Nähe des Herzogs Ludwig hat sich demnach Wernher Krätzel wiederholt befunden. Daſs derselbe aber herzoglicher Marschall war, ist bis jetzt unbekannt gewesen; in dem Verzeichnisse der Marschälle der bayerischen Herzoge von 1204-1292, im fünften Bande der „Quellen und Erörterungen zur bayerischen und deutschen Geschichte“, ist er nicht aufgeführt. Unser Siegel liefert aber wol den urkundlichen Beweis, daſs unser Wernher dieses Amt, wenn auch vielleicht nur ganz kurze Zeit, bekleidete.
/Porträt-Siegel/ kommen im 13. u. 14. Jahrh. bei weltlichen Herren vom /niedern/ Adel nie vor, auſser von Ministerialen[H]. Bei den Frauen ist es zweifelhaft. Wir lassen hier einen weiteren, höchst interessanten Beitrag zu dieser Gattung von Siegeln folgen.
III.
Dieses interessante Siegel III, B, 2, a des Ritters Friedrich von Mekevise hängt an zwei Urkunden von 1259 und 1261[I] im groſsherzogl. Staatsarchive zu Darmstadt.
In der Urkunde nennt er sich Fridericus Miles dictus Mekevise frater censualis[J] domus hospitalis beati Johannis Baptiste hierosolomital: in Masmach (sollte heiſsen Mosbach).
Geheimerath Baur schreibt uns über die Familie des Sieglers: „Die von Winden und von Meckfisch (sonach wäre das Wappen ein redendes) gehören nach einer Urkunde von 1346 unbezweifelt zu /einer/ Familie, zu der Familie Meckfisch von Winden. Ein Ort dieses Namens liegt zwischen Berg- und Rheinzabern, südlich von Landau, und dies möchte das rechte sein.“
Ob Wurdtwein Meyenfisch, welcher im J. 1453 einen Bauhof an Pfalzgraf Friedrich I. verkaufte[K], derselben Familie angehörte, ist uns nicht bekannt.
Die Legende konnte bisher nicht entziffert werden.
Auf dem jüngeren Siegel fehlt sie leider ganz und auch auf dem älteren ist sie, wie unsere Abbildung zeigt, nur noch stellenweise erhalten. Die Buchstaben scheinen zum Theil (?) verkehrt zu stehen.
Unser gelehrter Freund Lisch ist mit uns der Ansicht, daſs die Legende aus zwei verschiedenen getrennten, aber vielleicht gleichlautenden Theilen besteht. Wir finden beide den Beweis darin, daſs zu Häupten und zu Füſsen des Ritters das gleiche Kreuz steht, und nach demselben beide Male die Buchstaben CT (das T stünde allerdings oben verkehrt).
Vielleicht löst ein glücklicher Fund eines noch ganz erhaltenen Exemplars dieses Räthsel später noch auf.
Für die Kostümkunde ist auch dieses Siegel, wie das vorhergehende, sehr interessant, gerade durch die groſse Verschiedenheit beider.
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Weitere Siegel mit Jahreszahlen aus dem 14. und 15. Jahrh. sind im Anzeiger für 1859, Nr. 7 u. 10, und 1860, Nr. 1 angegeben.]
[Fußnote B: „Ueber den Gebrauch arabischer Ziffern und die Veränderungen derselben,“ im Anzeiger für 1861, Nr. 2-7. S. auch H. Otte, Kurzer Abriſs einer kirchlichen Kunst-Archäologie des Mittelalters, in den neuen Mittheilungen des thüringisch-sächsischen Vereins, Bd. VI, Heft 4, S. 3 und Taf. III.]
[Fußnote C: Viele privatrechtliche Urkunden der sicilianischen Archive aus dem 13. Jahrh. sollen ganz in arabischer Sprache abgefaſst sein.]
[Fußnote D: Solche Fälle kommen auf mittelalterlichen Siegeln nicht selten vor. Z. B. auf dem ältesten hohenlohischen [*Illustration] Siegel IV, A, 1 Conrad’s von 1207, abgebildet bei J. Albrecht, Taf. I, 1; auf dem [*Illustration] Siegel IV, A, 1 Walter’s von Vatz von 1216; auf den beiden [*Illustration] Siegeln IV, A, 1, Heinrich Flans’ von Orlamünde von 1311 -- mit dem monogrammatisch zusammengezogenen Wappen der Grafen von Orlamünde (s. v. Ledebur, Archiv f. deutsche Adels-Gesch., II, S. 220) und Friedrich’s von Krusenburg (wol auch aus dem 14. Jahrh.); wahrscheinlich eben so auf unserer folgenden Nr. 3; endlich auf dem Siegel IV, C der Kaiserin Eleonore, Gemahlin Friedrich’s III., von 1460, zu welchem Sava bemerkt, daſs bei der Composition und Ausführung dieses prachtvollen Siegels, welche von bedeutender Kunststufe zeugen, die /verkehrten/ S noch um so auffallender seien. (Die Siegel der österreichischen Fürstinnen im Mittelaller, I,_{I, 30,} und unsere mittelalterl. Frauen-Siegel, Nr. 58). Auch auf Münzen begegnen wir solchen fehlerhaften Umschriften; siehe in Dr. H. A. Erbstein’s Münzfund von Trebitz die Münze des Landgrafen Hermann von Thüringen (1192-1215), Nr. 86, wo S. 67 in Betreff der „auf Mittelalter-Münzen so oft erscheinenden incorrecten oder oft ganz entstellten Umschriften“ auf Grote’s Münzstudien IV, I, 559 verwiesen ist.]
[Fußnote E: Man würde bei Alterthums-Forschungen sicher der Wahrheit öfter näher kommen, wenn man -- bis zum urkundlichen Beweise des Gegentheils -- der /einfachsten/ Auslegung den Vorzug einräumen wollte. Denn Schreib- und Druckfehler, im weitesten Sinne des Worts, sind vor Jahrhunderten gerade so gut vorgekommen, wie heut zu Tage.]
[Fußnote F: Gewöhnlich wurde die Jahreszahl am Schlusse der Legende angebracht.]
[Fußnote G: Nach Brand kommen die Krätzel in der Gegend am Inn schon seit 1190 als Zeugen in den Urkunden der Klöster Attel, Altenhohenau, Rott und Seeon vor.
Auch auf ihren übrigen Siegeln seit 1361 führen sie dasselbe Wappen, wie der Marschall Wernher.]
[Fußnote H: S. K. v. Sava: /Die Siegel der Landes-Erbämter des Erzherzogthums Oesterreich unter der Enns./ Wien, 1861, und Dr. L. Freiherr v. Ledebur: Archiv für deutsche Adels-Gesch., II, Berlin, 1865, „/Reitersiegel des niedern Adels/“, S. 154 ff. Ferner gehören hieher: zwei verschiedene Siegel III, A, 3 des Reichsmarschalls Anselm von Justingen von 1216 und 1223; zwei verschiedene Siegel III, B, 3 Conrads von Ehrenfels, Marschalls des Hochstifts Regensburg, und die Siegel III, B, 3 des Marschalls Conrad von Sunchingen von 1266 und des Schultheiſsen Hermann von Mainz von 1272. Das Siegel III, B, 3 Friedrichs Tunb (Thumb) von Neuenburg von 1294 gehört wol auch hieher. Die Thumben rangierten im Mittelalter mit den /höheren/ Ministerialen und im 15. Jahrh. hielt man sie für gleichen Stammes mit den Schenken von Winterstetten. Die Verschiedenheit des Wappens wäre durchaus kein Hinderniſs. Bekanntlich werden sie 1507 zu herzogl. württemb. Erbmarschällen ernannt. Sollte sich diese Ernennung etwa auch auf ein früheres Verhältniſs beziehen? --]
[Fußnote I: S. Scriba Regest. I, 41 u. 42.]
[Fußnote J: „Frater censualis“ bezeichnet /hier/ wol den mit der Verwaltung des Census (der Steuern und Abgaben) betrauten Ordensbruder. Daſs derselbe ein Ministeriale war, geht aus diesem Porträt-Siegel hervor. Nach Ducange wurden im Mittelalter auch diejenigen „censuales“ genannt, welche in Kirchen oder Klöstern, indem sie ihr Haupt auf den Altar legten, dem Heiligen oder Patron der Kirche sich zu irgend einer Leistung freiwillig erboten.]
[Fußnote K: Widder, Geogr.-histor. Beschreibung der churf. Pfalz am Rhein, Th. II, S. 279.]
Notizen.
1) An einer Urkunde Arnold’s, Domprobsts zu Trier und Probsts zu St. Marien in Erfurt, vom J. 1241, hat derselbe /zwei/ Siegel angehängt, und zwar das Siegel II, A der Probstei Erfurt mit der Mutter Gottes und dem Jesuskinde auf dem Schooſse und der Legende: Ego mater pulchre dilectionis, und das [*Illustration] Siegel III, A, 2, a mit der Legende: ✠ ARNOLDVS · D~E~I · ~G~RACIA · ~M~AIOR · TR~E~V~E~R~E~NSIS · PR~E~POSITVS · ~E~T · ARC~H~ID · (iaconus).
Gewiſs ein /äuſserst/ seltener Fall!
2) Im Mittelalter wurde nicht selten, wenn aus irgend einer Ursache ein neuer Siegelstempel nöthig war, blos in den alten irgend eine Figur hineingraviert, welche wir nach Analogie der /heraldischen/, aber im Gegensatz zu denselben, sphragistische Beizeichen nennen. Ein solches sphragistisches Beizeichen in Form eines Kleeblatts (aber mit spitzigen Blättern) sehen wir auf dem Siegel II, B, mit Thor und Thürmen, der Stadt Cassel, und mit der Legende sigillum · burgensivm · de · cassele · aus dem 13. oder 14. Jahrh., während Originalsiegel desselben Stempels ohne dieses Beizeichen bekannt sind.
3) Die Angabe (s. Lippische Regesten, I, S. 238 zu Nr. 370): „Daſs zu den Farben der Siegelschnüre früher /vorzugsweise/ Roth und Gelb gebraucht wurde,“ ist, sowie die Berufung auf Heineccius, nicht richtig. „Coloris porro non minor fuit varietas in sericeis appendiculis“, sagt Letzterer.
4) Die Angabe W. v. Hodenberg’s[L], daſs die Wappen-Siegel IV, C mit Schild und Helm erst seit der Mitte des 14. Jahrh. und nur in /runder/ Form und mit /schräg/ gestelltem Schilde vorkommen, ist falsch. Wir finden solche bereits seit den 40er Jahren des 13. Jahrhunderts und auch von dreieckiger Form und mit gerad gestellten Schilden.
5) Das interessante /Doppel-Siegel/, Avers III, B, 3, Revers IV, C, des Grafen Albert von Orlamünde an der Stiftungsurkunde des Klosters Reinbeck von 1224 prid. id. Norb. in Kopenhagen ist leider so defect, daſs man weder die Legende, noch die ganz eigentümliche Zusammenstellung des /Schildes/, /Helmes/, /Banners/ und /Schwertes/ (?) auf dem Revers deutlich erkennen kann. Sollte sich irgendwo noch ein anderes, besser erhaltenes, oder wenigstens das von 1224 ergänzendes Exemplar vorfinden, so würden wir für dessen Mittheilung äuſserst dankbar sein. Im Falle andere Siegel mit ähnlichen heraldischen Zusammenstellungen bekannt wären, bitten wir gleichfalls um Nachricht.
6) Sind keine /gekrönten/ Helme auf Siegeln (auſser denen der Herzoge von Oesterreich, welche den gekrönten Helm, als Königssöhne, bekanntlich seit 1286 führten) /vor/ dem Jahre 1353 bekannt?
7) Gab es Siegel von Bürgern /vor/ dem Jahre 1290?
[Fußnote L: Calenberg. Urkunden-Buch V. Mariensee, S. 10, Note 11.]
Beiträge zur schweizerischen Kunstgeschichte.
Mitgetheilt durch Ed. /His-Heuſsler/, Mitglied der Direction der Kunstsammlung zu Basel.
I.
Contract, betreffend die Ausführung eines Altarwerkes, zwischen dem Magdalenen-Kloster an den Steinen zu Basel und dem Maler Hans Herbst. (Klosterarchiv Mar. Magd. Nr. 795.)
Anno xv^{c} achtzechen jor vff fritag noch sant Annentag der groſsmutter cristi hand wir priorin suppriorin und schaffnerin zu sant marien magdalenen an den steinen prediger ordens verdingt ze fassen die taffel vff sant marien magdalenen altar in vnser kilchen dem bescheidenen meister Hans Herbst in mossen hie noch stodt dem ist also:
Item des ersten sol Meister Hans Herbst dz werck vff dz best vn̄ kostlichest fassen nämlich den tabernackel gantz vergulden brunieren vnd von dem besten gold, vnd sollen die holkölen bluw sin, desglichen die bild im tabernackel mit ir kleidung alle verguldet, och die pfiler, vnd söllent die holkelen bluw sin.
Item in der tafel wz von kleidung ist sol als vergult sin vnd sant marien magdalenen tuch mit bruniertem gold, dz lib farw sin sol mit lib farw, dz ander verguldet.
Item die gespreng alle verguldet und bruniert, item die landschafft in der tafel verguldet oder versilbret vnd glasiert, dornoch es sich den̄ erhöischt.
Item die neben siten inwendig der tafel vnd der bogen inwendig verguldet vnd listen alle verguldet.
Item die vj stuck flach geschnitten sol alle husung vergult vnd versilbret sin vnd die feldung versilbret vnd bruniert wie man dz wil haben.
Item was hor ist matt mit dem besten gold, item die listen an den flüglen gulden und die kelen blow, item dz paviment versilbret, mit farben Rot, blow oder grün.
Item vff die zwey flügel vſswendig söllent dise fier stück nemlich als maria magdn^a gon marsilien gefaren vnd in die wüsti gangen ist die andren zwey stück figuren der mirackel als die so by dem verding gewesen sind angeben worden vff dz allercöstlichest und artlichest gemolt werden, desglichen zwey helgen vff die zwey blind flügel und dieselb feld mus mit hymel vnd landschafft vnd die listen vßwendig der tafel aber verguldet.
Item an dem brett so vnden für den fuſs wirt gestossen vnsers lieben heren begrebnis mit vnser lieben frowen sant marien magdalenen und andren parsonen dorzu gehörent artlich vnd vff dz hüpschest gemolt werden.
Item dis werek ist verdingt worden vm nüntzig gulden nemlich für jeden gulden ein pfhund fünff schilling vnd sol man dem meister ein erlich trinckgelt geben, doch dz sölich trinckgelt fünff gulden nit vbertreffen sy.
Item der meister sol och kein gelt empfachen bis die tafel halber gemolt ist, dann sol man im geben achtzechen oder zwentzig gulden vnd dornoch je ein gulden zwey dry oder fier noch dem man haben mag bis dz werck bezalt wirt.
och ist beret dz der gedocht meister vns priorin obgemelt mit der bezalung nit vberylen sol und diß alles ist beret vnd vffgeschriben worden in der besten form im bywesen der Erwirdigen geistlichen vatter bernhardus rentz leßmeister der helgen geschrifft vnser lieber getrüwer bichtvatter, her Casper vnd her Jheronimo brulinger gebrüder bed capplanen der hochen stifft basel vnser lieben heren vnd gut göner des alles zu worem vrkund sind diser zedlen zwey glich an den wortten vnd mit disem ziechen abgerissen vnd jedem teil einer geben vff tag vnd jor wie vorstadt.
Folgen die Empfangsbescheinigungen für die a conto Zahlungen, und auf einem besondern Blatt befindet sich die Generalquittung im Betrag von 95 fl.
Der Maler Hans Herbst war von Straſsburg gebürtig, wurde 1492 in die Malerzunft zu Basel aufgenommen, machte 1512 den Feldzug nach Pavia mit und soll nach der Reformation den Pinsel niedergelegt haben, um nicht ferner „dem Götzendienst behülflich zu sein.“ -- Dies muſs sich indeſs nur auf das Malen von Kirchenbildern bezogen haben, denn man begegnet seinem Namen in den Rathsrechnungen bis in die vierziger Jahre des 16. Jhdts.; meistens sind es Arbeiten decorativer Art. Daſs er mit Holbein befreundet gewesen, beweist der Umstand, daſs dieser bald nach seiner Ankunft in Basel 1516 sein Bild malte, welches, mit dieser Jahreszahl versehen, noch jetzt in England vorhanden ist. Bilder von ihm sind nicht auf unsere Zeit gekommen, oder, wenn dies der Fall, nicht unter seinem Namen. Sein Sohn war der berühmte Baseler Typograph Oporinus.
Eine Darstellung des Erzvaters Adam.
~Beitrag zur Ikonographie des Mittelalters.~
Die Ikonographie des Mittelalters im Abendlande stimmt mit der des Morgenlandes fast vollkommen überein. Es liegt darin der Beweis, daſs die Ursprünge derselben in’s hohe Alterthum hinaufgehen, wo noch die Kirche ihre Einheit bewahrt hatte. Es liegt aber auch -- unserer Meinung nach -- der Beweis darin, daſs wir uns die Kultur des Abendlandes und des Morgenlandes nicht so isoliert denken dürfen, als dies gewöhnlich geschieht. Wir behalten uns vor, auf diesen Punkt demnächst im Anzeiger zurückzukommen und die „/byzantinische Frage/“ zu besprechen. Jetzt haben wir nur zu sagen, daſs bei der Gleichmäſsigkeit des Bildercyklus sich sehr häufig eine unerklärte, seltene Darstellung der abendländisch-christlichen Kunst aus byzantinischen Parallelen erklären läſst. Der gleiche Fall ist umgekehrt.
So befindet sich auch auf der Dalmatica St. Leonis III. im Schatze der Peterskirche zu Rom, die bei den Kaiserkrönungen in Anwendung kam, auf der Vorderseite eine Darstellung der Majestas Domini, d. h. des Herrn in seiner Herrlichkeit, umgeben von den himmlischen Heerschaaren. Das Gewand ist byzantinischen Ursprunges. Die Darstellung ist fast identisch wiederholt auf einem byzantinischen Tafelgemälde im christlichen Museum des Vatikans. Auf beiden Darstellungen ist die ganze himmlische Hierarchie in ihren verschiedenen Chören der Engel und Heiligen von einem Kreise umschlossen. In beiden Ecken unterhalb des Kreises befinden sich zwei zur Darstellung in Bezug stehende Figuren. Einerseits ist der Erzvater Abraham sitzend angebracht, wie er die Seelen der Seligen im Schooſse hält. Auf dem Tafelgemälde des Vatikans ist der Name beigeschrieben. Dieselbe Darstellung ist im Abendlande auch vom 12.-14. Jahrh. häufig vorgekommen und würde also auch erklärlich sein, wenn die Inschrift nicht dabei stünde. Die Figur auf der andern Seite ist weniger leicht zu erklären. Es ist ein bärtiger, nackter Mann mit einem Lendenschurze, der ein Kreuz trägt. Da hier eine Inschrift nicht gegeben ist, die Darstellung auch zu den seltneren zu gehören scheint, so glaubte Dr. F. Bock in seiner Abhandlung über das fragliche Gewand auf S. 95-110 seines Prachtwerkes: „/Die Kleinodien des heiligen römischen Reiches deutscher Nation/“ zwei Erklärungen dieser Figur zulassen zu sollen. Er erklärte sie einerseits als den Erzvater Adam, den die Legende in direkte Beziehung zum Kreuze Christi stellte, und der sonach mit Recht das Kreuz tragen konnte. Andererseits, meinte er, könne der reuige Schächer gemeint sein, dem der Herr am Kreuze zurief: „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.“ Es schien uns unwahrscheinlich, daſs diese letztere Figur in direkte Parallele mit Abraham gesetzt worden, und wir haben daher beim Entwurfe der Ausstattung der Kirche Groſs-St. Martin in Köln, der wir eine ähnliche Darstellung zu geben hatten, diese Figur als Adam angenommen[A]. Wenn wir damals nicht auf A. Dürer’s groſse Passion hingewiesen haben, wo auf dem Blatte, das Christum darstellt, wie er die Höllenpforte sprengt und die Gerechten des alten Bundes befreit, Adam gleichfalls mit dem Kreuze erscheint, so liegt der Grund darin, daſs uns Dürer als eine zu späte Quelle erschien, um daraus eine byzantinische Figur des 12.-13. Jahrh. erklären zu können.
Wir haben jedoch seit dem in der Sammlung von Miniaturen des Freiherrn v. Bibra dahier eine Initiale gefunden, die dem Schlusse des 13. oder der ersten Hälfte des 14. Jahrh. angehört. In derselben ist gleichfalls die Erlösung der Gerechten des alten Bundes aus der Gewalt der Hölle dargestellt. Da erscheint in erster Linie Adam mit dem Kreuze genau in derselben Weise wie auf den beiden byzantinischen Darstellungen. Wir glauben somit vollständig berechtigt zu sein, in den Figuren nur ausschlieſslich Adam zu erkennen und die Annahme, als könne der reuige Schächer damit gemeint sein, zurückzuweisen.
/Nürnberg./ /A. Essenwein./
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Vgl. unser Schriftchen: Die innere Ausstattung der Kirche Groſs-St. Martin in Köln (Köln, 1866. Verlag des Kirchenvorstandes), Seite 29.]
Herzog Wilhelm von Bayern sucht Reliquien für die St. Michaelskirche zu München.
Als Herzog Wilhelm der Fromme seine groſsartigen Bauten zu München und Schleiſsheim ausführen lieſs, suchte er nach Reliquien von Heiligen, um sie in den von ihm erbauten Kirchen und Kapellen aufzubewahren. Der gelehrte und geschichtskundige Stiftsdekan von Spalt, Wolfgang Agricola (Bäuerlein) schickte ihm deren mehrere. Er hatte sie in den säcularisierten brandenburgischen und nürnbergischen Klöstern und Kirchen aufgefunden. Auch zeigte er dem Herzog an, daſs im deutschen Haus zu Nürnberg noch sehr kostbare Reliquien verwahrt werden, die im J. 1552 vor dem Markgrafen Albrecht von Brandenburg und seinen mordbrennerischen Schaaren aus dem von Kaiser Ludwig dem Bayern gestifteten Frauenkloster Pillenreuth[A] dorthin geflüchtet worden. Auf diese Nachricht wendete sich der Herzog an seinen Vetter, den erwählten König von Polen und Administrator des Deutschordens, Erzherzog Maximilian, den er ersuchte, ihm jene Pillenreuther Reliquien für die Michaelskirche zu München zu überlassen. Er schrieb demselben folgenden Brief:
„Freundtlicher lieber Herr vnd Vetter! Eur Königlich Wirde khan Ich aus sonnderm zu derselben hohen Vertrauen zuberichten nit vnderlassen, das Ich vor ettlich Jaren ein Kirchen zu Lob vnd Ehr des Allerhöchsten, auch dem heiligen Ertzenngl Michaeli als Patrono, daneben auch ein Capellen, so zu diser Kirchen gehörig, angefanngen zepawen, welche mit der Hilff Gottes sollen bald zu guetem Ennd khomen. So hab Ich auch vergannges Jar in mein Haus, so Ich mir zu meiner intention zunegst bey St. Michels Kirchen gepawt, auch zwo Capellen gericht, vnd bin Willens, noch diß Jar, wills Gott, ein annders cleins Kirchlein auf einem schlechten Guetl vnd Mayrhoff[B] aufzerichten. Der Allmechtig welle sein Segen darzue geben. Dieweil aber dergleichen geistliche Gepew, wie Eür Königlich Wirde wol wissen, vor allem auch mit dem Schatz der lieben Heyligen reliquien sollen versehen vnd geziert werden, vnd zu obbemelter Anzal der Kirchen vnd Capelln nit weniger gehörn vnd vonnöten. Ich aber mit dergleichen zu Geniegen nit versehen, vnd aber daneben in glaubwürdige Erfahrung khomen, wie das zu Nürmberg in Eür Königlichen Wirde vnd des löblichen ordens Teutschen Haus ettliche reliquien, so vil Jar daselbs verlegen vnd in einem Gewelb vnd Zimer verspert sein, vnd also niemanndt zu Nutzen khomen, vnd das auch Eur Königlichen Wirde Lanndcomenthur der Palley Frannckhen vnd Comenthur zu Ellingen darumb wissen, wie auch die Schlissl darzue haben solle, also ist an Eur Königlich Wirde mein ganntz diennstlichs vnd hochvleissigs Bitten, Sy wellen den lieben Heyligen zu Ehrn, fürnemblich aber Gott selbs zu Lob, vnd mir alls derselben getreuen vnd diennstwilligen Vettern zu sonndern grossen Gonnsten, mir solliche reliquien, plos on alle zier, neben gebürlichen Testimonien guetwülig zuesteen vnd volgen lassen, vnd die gemelte Gottesheuser damit Königlich begaben vnd haussteurn. Die will Ich alsdann nit allein Eur Königlichen Würde zu Ehrn vnd Rhuemb nach meinem Vermuegen vnd zu meinem vorhabenden intent ziern, sonnder solches nach meinem bessten Vermügen verdienen, innsonnderheit aber die Sachen dahin richten, damit Eur Königlichen Würde vnd der Irigen yeder Zeit bey disen Gottsheusern mit schuldigem Gebett vnd Fürbitt zu Derselben Wolfahrt vnd Aufnemen kheins Wegs vergessen, sonnder Derselben tanquam benefactores zum treulichisten gedacht werde. Bitte derhalben Eur Königlich Würde nochmals, Sy wellen gemelten Iren Commenthur deshalben eheist gnedigisten Bevelch zuekhomen lassen, vnd thue mich Derselben zu angenemen wol gefelligen gegendiennste ganntz diennstlich vnd vleissig beuelhen. Datum Dachaw den xiij (13.) February Anno &c. 1595.
Eur Königlichen /Würde/ ganntz getreuer vnd dienstwilligister Vetter /Wilhelm/.“
Maximilian gab Befehl, dem Herzog Wilhelm die gewünschten Reliquien auszuliefern. Agricola besorgte ihre Ablieferung nach München. Die deutschorden’schen Beamten wurden von dem Herzog mit seinem Bildniſs und andern Verehrungen bedacht, und Agricola zur Kirchweihe und andern Festlichkeiten wiederholt nach München eingeladen[C].
/Nürnberg/. /J. Baader/.
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Dieses Kloster wurde damals vom Markgrafen eingeäschert und zerstört. Die Klosterfrauen fanden im Klarakloster zu Nürnberg Aufnahme und Verpflegung. Hier blieben sie bis zu ihrem Tode. Die letzte Pillenreuther Conventualin, Elisabetha Netzenhöferin, starb am 29. September 1596. Ein Jahr vor ihrem Tode schickte sie dem Herzog eine werthvolle Reliquie vom heil. Andreas. Uebrigens hatte derselbe auch schon im Jahre 1585 mehrere Reliquien, und darunter ein Stück von der Säule, an der Christus gegeiselt worden, die Kaiser Ludwig dem von ihm gegründeten Kloster Pillenreuth geschenkt, aus den Händen der Pillenreuther Conventualinnen erhalten.]
[Fußnote B: Schleiſsheim.]
[Fußnote C: Einmal erhielt Agricola für übersendete Reliquien 200 Goldgulden. Schon der Groſsmutter des Herzogs, der Wittwe Wilhelms des Standhaften, hatte Agricola im Jahre 1572 mehrere Reliquien übersendet. Dieselbe dankte ihm unterm 24. October. Indem sie ihrem Briefe 4 Ducaten „nit zu ainer verglaichung (Bezahlung), sondern allein zu ainem angedencken“ beilegte, versprach sie „berürt heylthumb (Reliquien) die zeit vnnsers lebens in billichen Eeren zuhalten vnd zubehalten.“]
Alte Dramen.
So viel auch Gottsched und Gödeke zur literarischen Sammlung des Theaters bis Ende des siebzehnten Jahrhunderts gethan, so war doch noch genug übrig, um mir zu gestatten, allein bis zum Jahre 1600 dem durch jene Männer gesammelten Vorrath noch 37 fernere Stücke hinzuzufügen (s. Annalen, II, S. 246-51, 289-91) und weitere Kunde von mancher Piece der folgenden Zeit zu geben. Indeſs ist die Kenntniſs von der Literatur jener Epoche noch nicht erschöpft: während eines einzigen Jahres wurden mir 20, den Literatoren völlig unbekannte Dramen aus wenig benutzten Bibliotheken bekannt, wovon drei aus dem 16. Jahrh. Sie mögen in chronologischer Reihe hier folgen:
1. Ein newe Comedia, auß dem achtzehenden Cap. Matthei, vom König, der von seynen knechten rechenschafft haben wolt. Gemachet durch /Adam Prellen/ von der Weysenstad.
o. O. u. J. (c. 1550). 8. -- Bibl. der Maatschappij van Nederlandsche Letterkunde te Leiden, II, p. 329.
2. Ein Teutsch spil von dem edlen Ritter Ponto, wie er mit dem Haydnischen Ritter vmb Gottes wort gekempfft vnd den sieg erhalten hat, schon, lustig vnnd lieblich zu lesen. Zugericht durch /Heinrich Hoffott/ Rechenmayster und burger zu Nürnberg. Gedruck (_so!_) zu Nürnberg durch Valentin Neuber. Am Ende: Gedrückt zu Nürnberg durch Valentin Neuber.
o. J. (1551). 6⅜ Bog. 8. mit 2 Holzschn. Widmung an Joh. Derrer, Rechenmeister zu Nürnberg, dat. 26. Febr. 1551. Zehn Akte und 20 redende Personen. -- In Nürnberg (Stadtbibl.)
3. Ein Dialogus oder Gespreche von dem absterben Friderici Staphyli, Spielweiſs gemacht, zu ehren Herren D. Rudolff Clencken, darin̄ sein gedruckter bericht von Staphyli abschied nach notturfft widerleget wirdt, Durch Sophoniam Peregrinatorem de Quiete, Schulmeistern zu Haslach. Lustig und kurtzweillig zu lesen. M.D.LXIIII. Am Ende: Gedruckt zu Rotstock, bey Gabriel Danner von Znaim in der praiten Gassen.
5⅞ Bog. 8. m. Titelholzschn. Der Herold der Titelrückseite auf letztem Blatte wiederholt. Redende Personen: Frid. Staphilus. Die Clerisey zu Ingolstad. D. Rudolff Clenck. Eines Lutherischen Christliche Seel. Der gute Engel. Ein böser Geyst. Lucifer. Der falsche Engel. 8 Akte. Prosa. Verfasser und Drucker natürlich fingiert. -- In Nürnberg (Stadtbibl.), wo 2 Exempl.
4. Ein kurzweilig Spiel von dem zu Nürnberg im Prediger Closter gefangenen Crocodill. 1604.
o. O. Nürnberg. 8. -- Nürnberger Auktionskatalog (v. Hagens) vom 14. Juni 1786. Nr. 3638.
Abschrift in Nürnberg (Stadtbibl.).
5. /Saurius/, Abraham, Ein erschröckliche Tragödie von erbärmlichem Vndergang vnnd Verderben Sodomae und übriger vmbliegender Stätt. Vlm 1612.
8. -- Stargardt, Cat. 68, S. 27.
6. Lutherus Augustus, drama. Der Hocherleuchtende Augspurgische Luther, und sein Augspurgischer Reichs Tag,.. in Reinteutsche Alexandrinische Reim Art vnd ernstes Schaw Spiel gesetzet, vnd auff instehendes Evangelisches Jubel Jahr gerichtet, vnd zugerichtet von /M. Mart. Rinckart/, in Patr. Ileb. Archidiacono. Leipzig, 1630. 4.[A].
7. Bethulia oder veste Burg der vnüberwindlichen Kirchen Gottes, bedrenget vnd betrübet von Holoferne, Endtlich aber durch Gottes sonderbare Gnade befreyet von der großmächtigen Heldin vnd Frawen Judith, in ein Drama Comico-tragicum nach jetzt gewöhnlicher vngebundener Teutscher Art verfasset, vnd im Gräfflichen Mansfeldischen Gymnasio zu Eißleben agiret. Leipzig, Gottfried Groſs. 1633. 8.
8. Eine sehr lustige vnd anmuhtige Hirten Comoedia, so Myrtilla genant, von der gelehrten Italianischen Comoediantin, Frawen Isabella Andreini in jhrer Sprache beschrieben, an jetzo verteutscht. 1634. 8.
9. Friede Erlangtes Teutschland In einem Schauspiel auffgeführet vnd beschrieben Von /Johan Henrich Hadewig/. Hannover, Gedruckt durch Georg Friederich Grimm, In Verlegung Johan Jansons von Br. M DC Lj.
9 Bogen. 8. Widmung des Verfassers, Pastors in Lübekke, an Königin Christine von Schweden, dat. Lübekke am 13. Sept. anno 1650. Elf Aufzüge mit 39 Personen. Das Stück beginnt erst auf 30. Seite, vorher Jamben, Sonnette, Alexandriner u. s. w. -- In Nürnberg (Kirchenbibl.)
10. Hoch-Fürstliche Sommer-Lust, Von dem.. Herrn FRANTZ ERDTMANN, Hertzoge zu Sachsen, Engern und Westphalen, etc. In gegenwart etlicher Hoch-Fürstlichen Persohnen, Vermittelst eines Ballets und Feurwercks, zu Grünaw den 24. Augusti dieses 1664sten Jahres, Erfreulich vollenzogen. In der Fürstl. Niedersachschen Druckerey zu Grünaw, Druckts Paul Hunholtz.
o. J. (1664). 5 Bog. 4. -- In Nürnberg (Stadtbibl.).
11. Schau-Platz der Eitelkeit, worauff der geehrt-, gelährt-, bethört-, beschwert- und bekehrte Salomo auß Heiliger Schrifft, der heutigen Welt Hoch nützlich vorgestellt wird. 1667.
o. O. 8. -- Krauſser’s in Nürnberg 103. Antiquariats-Verzeichniſs, Nr. 689.
12. Kurtzer Entwurff, Eines anmuthigen Kinder-Ballets, Welches Durch LX. Junge Knaben Theils mit Multer-Pferden, ihres Alters von IV. biß in X. auch XII. Jahren. In Der Freyen Käyserl. Reichs-Stadt Nürnberg, repraesentirt und vorgestellet wird. Sampt Einem kurtzen Schäfer-Gespräch Und andern lustigen Musicalischen Kurtzweiln angeordnet, Von Einem Des Durchleuchtigst. Ertzhauses Oesterreich Weyl. zehenjährigen Bedienten. J. M. L. Anno MC.LXIIX. (_so!_) Am Ende: Nürnberg, zu finden bey /Jacob Lang/, /Musico/.
Titelblatt, Querfoliokupferblatt, 22 gez. S. 4. Prosa und Gedicht. -- In Nürnberg (Stadtbibl.).
13. Liebes-Triumph Ballet, Bey höchst-erfreulicher Heimführung, Der Durchlauchtigsten Fürstin Frauen AVGVSTA MARIA, Margräfin zu Baden. In der Hochfürstlichen Residentz Carolsburg durch Anwesende Hochfürstlich. Gräffl. und Adeliche Personen vorgestellt. Durlach, Gedruckt bey Johann Salomon Haken, An. 1670.
10 Bl. 4. -- In Stuttgart.
14. Der Ehr- und Tugendliebende Philaret.. in einem Mischspiele auff öffentlicher Schaubühn zu Jena vorgestellet, Jena, Joh. Ludwig Neuenhahn. 1673. 8.
15. /Weißenbach/, Joh. Casp., Der Vnsterbliche GOTT in dem sterblichen Leib eines schwachen Menschen und dann die sterbliche Menschheit mit der unsterbligkeit Gottes vereinet und clarificiert. Beyde auff offentlicher Trawr- und Frewdiger Schaw-Püny vorgestellt in Zug Anno 1678. Gedruckt bei C. Rooſs.
o. J. (Zug, 1678). 4. -- In Aarau.
16. /Weißenbach/, Joh. Casp., Newe Lieder auß der Tragödie intitulirt: Der vnsterbliche GOTT in dem sterblichen Leib eines schwachen Menschen.. Baden im Ergew, Baldinger 1678.
4. -- In Aarau.
17. Tragico-Comoedia oder: das beneidete, doch unverhinderte Ehren-Glück Des frommen und lieben Jacobs-Sohns JOSEPHS.. von Georg Scheurern, Inspectore der Agenten. und /Joachim Müllner/, Inventore & Autore Materiae. wie auch /Johann Fischer/, Hochfürstl. Brandenb. Onolzbachischen Hof-Musico, als Componisten der Musicalischen Sing-Arien. Nürnberg, gedruckt bey Christian Sigm. Froberg. 1685.
24 gez. S. 8. Drei Handlungen mit 50 redenden Personen. -- In Nürnberg (Stadtbibl.).
18. Musicalisches Lustspiel, am 45. Geburtstage Fridericae Amaliae, Herzoginn zu Holstein-Gottorf, oder dem 11. April 1693 vorgestellet. Schleswig, 1693.
4. Verfaſst und componirt von /Joh. Philipp Förtsch/. -- Schröder, Lexikon d. hamburg. Schriftsteller, II, S. 332.
19. Neu-angestellte Herbst-Freude, wegen der glücklichen Wiederkunfft der Hertzogin Marien Elisabeth in Römhild. 1696.
4. -- Bibl. Bachov. 1. Goth. 1737. p. 316.
20. Die Unglückliche Liebe Des Tapfern JASONS, In einem Sing-Spiel, Auf dem Hoch-Fürstl. Würtembergischen Schau-Platz vorgestellet. 1698.
o. O. 8 Bl. u. 85 gez. S. 8. -- In Stuttgart.
/Nürnberg./ /E. Weller./
FUSSNOTE:
[Fußnote A: Die ohne Quellenangabe genannten Schriften sind den alten Meſskatalogen entnommen.]
Altdeutscher Spruch.
Ain junger Ritter aun muͦt -- ain alter jud aun guͦt ain pfaff aun kunst -- ain acker aun dunst ain jung wîb aun lieb -- ain jarmarkt aun dieb ain schûr aun mûs -- ain alter böltz aun lûs ain bock aun ain bart -- das ist wider naturlich art.
(Aus einem Bamberger Codex als Schluſs einer Ars memorandi.)
/München./
/Birlinger./
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. Sebald’sche Buchdruckerei.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1866. Nº 8. August.
Chronik des germanischen Museums.
/Nürnberg/, 15. August 1866.
Die politischen Ereignisse der jüngst verflossenen Zeiten, deren wir schon in voriger Chronik gedachten, haben zur Besetzung Nürnbergs durch eine preuſsische Armee unter Oberbefehl Sr. königl. Hoheit des Groſsherzogs /Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin/ geführt. Die nationale Bedeutung unserer Anstalt und die allgemeine Theilnahme aller deutschen Bruderstämme hat sich auch bei diesem Anlasse auf’s glänzendste bewährt. Se. königl. Hoheit, schon seit Jahren wohlwollender Förderer der Anstalt, geruhten, dieselbe aufs eingehendste zu besichtigen und verweilten nebst Gefolge 2½ Stunden in den Räumen der Karthause, um sich von dem Fortgang und der weitern Entwicklung der Anstalt zu überzeugen; und wir können es mit Stolz herausheben, daſs Se. königl. Hoheit in Folge dieses Besuches die erfreuliche Mittheilung dem I. Vorstande zu machen geruhten, daſs Höchstihr Jahresbeitrag, der bisher stets nur auf eine Reihe von Jahren zugesichert war, nunmehr als ständiger, immerwährender zu betrachten sei. Nicht leicht hätte irgend eine Zusage dem Museum erfreulicher sein können, da gerade die Befestigung der Anstalt von der Befestigung der gröſseren, sicher eingehenden Beiträge direkt abhängig ist.
Die hohe Freude, welche das Museum über diese werthvolle und wichtige Zusage empfindet, wird noch gesteigert durch das weitere Versprechen Sr. königl. Hoheit, die Kupferstichsammlung des Museums durch die Doubletten der groſsh. Kupferstichsammlung bereichern zu wollen. Wie das hohe Beispiel des Höchstkommandierenden der Occupationsarmee anregend auf die Offiziere und die Mannschaft gewirkt hat, so hatte sich das Museum auch eines sehr bedeutenden Besuches von Offizieren und Soldaten zu erfreuen, so daſs die lebhafte Bewegung in unsern Hallen einen angenehmen Contrast bildete zu dem in der Zeit vorher fast auf Null gesunkenen Fremdenbesuche. Mancher langjährige auswärtige Freund und Förderer des Museums wurde so durch den Gang des Krieges in’s Museum geführt, mancher neue Freund gewonnen.
Die in Folge des Waffenstillstandes wiederhergestellte Verbindung mit allen Theilen Deutschlands hat auch die eine kurze Zeit in Stocken gerathene Correspondenz wieder belebt.
Auch die leider in der Expedition des Anzeigers eingetretenen Störungen können nun ausgeglichen werden; ebenso wird unser 12. Jahresbericht für 1865 demnächst zur Versendung gelangen.
An neuen Beiträgen wurden im Laufe des Monates folgende gezeichnet:
Aus =Vereinskassen=: Vom Landkapitel Haigerloch 4 fl.
Von =Privaten=: /Berlin/: Univ.-Professor Dr. Ferd. Piper 7 fl. (einm.); /Darmstadt/: Ferdinand Bender, stud. phil. 1 fl.; /Sigmaringen/: Religionslehrer Bantle, z. Z. Kaplan in Langensenlingen, 1 fl., Adlerwirth Götz in Langensenlingen 1 fl.; /Stuttgart/: Finanzrath Blessing 1 fl.
Während des letzten Monats giengen unsern Sammlungen auſserdem, wie wir hiemit dankend bestätigen, folgende Geschenke zu:
I. Für das Archiv.
=Prof. A. Flegler=, Archivvorstand des german. Museums:
3349. Kaufbrief des Lienhardt Purckholtzer, Metzgers und Bürgers zu München, für Michael Stertz ebendas. über ein halb Pfund Pfennige Ewiggelds. 1496. Pgm.
=Dr. Herzog= in Zwickau:
3350. Stiftung von 4 rhein. Guld. Zinsen von fl. 100 Kapital an das Karthäuserkloster zu Nürnberg durch den Zwickauer Meſspriester Heinrich von Grumbach. 1513. Pgm.
II. Für die Bibliothek.
=Société des bibliothèques communales du Haut-Rhin= in Colmar:
19,764. Dies., III. année, 3. séance; 1866. 8.
=Stiller=’sche Hofbuchhandlung in Schwerin:
19,765. Lübker, d. Fall des Heidenthums. 1856. 8.
19,766. Kliefoth, über das Verhältniſs der Landesherren als Inhaber der Kirchgenwalt zu ihren Kirchenbehörden. 1861. 8.
19,767. Neander’s deutsche Sprichwörter, hsg. v. Latendorf. 1864. 8.
19,768. Hobein, Buch der Hymnen. 1864. 8.
=P. Liehner=’sche Buchhandlung in Sigmaringen:
19,769. Staiger, d. schwäb. Donauthal mit d. Molkenkuranstalt Beuron. 2. Ausg. 1866. 8.
=Carl Heymann’s= Verlag (A. E. Wagner) in Berlin:
19,770. Förster, statist.-topogr.-histor. Uebersicht d. preuſs. Staats. 8.
19,771. Dürer, einiger Unterricht v. d. Befestigung d. Städte, Schlösser und Flecken. 8.
19,772. Wagener, Jahr- und Tagebuch der wichtigsten Entdeckungen, Erfindungen und Stiftungen u. d. denkwürdigsten Weltbegebenheiten seit Christus; Th. I. u. II, 1. 2. 1824-28. 8.
19,773. Fischer u. Streit, histor. u. geogr. Atlas von Europa; 2. Aufl., Bd. I u. II, 1. 2. mit 82 Karten. 1836 u. 37. 8.
19,774. Kugler, Beschreibung der Kunst-Schätze von Berlin und Potsdam; 1. u. 2. Thl. 1838. 8.
19,775. Bielitz, Darstellung der Rechte des preuſs. Fiskus. 1839. 8.
19,776. Ders., Darstellung der Rechtsverhältnisse des Adels in Preuſsen. 1840. 8.
19,777. Schröter, Lehrbuch d. allgemeinen Landrechts; 3 Bde. 1840-43. 8.
19,778. Genealog.-diplomat. Jahrbuch für den preuſs. Staat; I. II, 1841 u. 43. 8.
19,779. Riesel, Ausflüge und Ferienreisen in d. märkische Heimath; I-V. 1865. 8.
=Fr. Vieweg & Sohn=, Verlagsbuchh., in Braunschweig:
19,780. Sell, d. Recuperatio der Römer. 1837. 8.
19,781. Jahrbücher für histor. und dogmatische Bearbeitung des röm. Rechts, hsg. v. K. u. W. Sell. 3 Bde. 1841-44. 8.
19,782. Hermes, d. Entdeckung von America durch die Isländer im 10. u. 11. Jhdt. 1844. 8.
19,783. v. d. Pfordten, Votum über die Erbfolge in Schleswig-Holstein; 2. Aufl. 1865. 8.
=G. B. Leopold=, Universitätsbuchh., in Rostock:
19,784. Türk, geschichtl. Studien; I, 1. u. 2. 1841-43. 8.
19,785. Hanmann, Warnemünde, dessen Seebad etc. 1843. 8.
19,786. v. Both, urkundl. Nachrichten über die in Mecklenburg vorhandenen Stipendien. 1842. 4.
=Anton Emmert= in Riva:
19,787. Legge del 5 Marzo 1862 sull’ ordinamento degli affari comunali etc. 1866. 8.
19,788. Legge comunale pel Tirolo etc. 8.
=K. b. Akademie der Wissenschaften= in München:
19,789. Dies., Sitzungsberichte etc. 1866, I, H. 3. 1866. 8.
=G. Braun=’sche Hofbuchhandlung in Karlsruhe:
19,790. Zeitschrift f. d. Geschichte des Oberrheins, hg. v. Mone; Bd. 19, 3. H. 1866. 8.
=Job. Jak. Dietzel=, Pfarrer, in Nürnberg:
19,791. Das Wolffgesang. 4.
19,792. Klieber, ein schön rayen lied der 118. Psalm, etc. kl. 8.
19,793. Der lxiij. Psalm etc. Der. x. Psalm etc. kl. 8.
19,794. Heyden, der Lxxx. Psalm zu singen und zu betten etc. 8.
19,795. Ders., die einsetzung vnd brauch des heyligen Abentmals etc. 1544. 8.
19,796. Ders., ein Lobgesang von der Aufferstehung Christi. 8.
19,797. Ders., der XCI. Psalm gesangs weis. 8.
19,798. Frisch, ein Schnee-Predigt. 1661. 8.
19,799. Schwartz, christl. Betraurung... Herrn Jobst Ludw. von Steinberg auf Boden etc. 1678. 4.
19,800. Schwarz, Casp. Neumanni delectus precum etc. 1746. 8.
19,801. Abschrifft eines Briefes, den Gott selbst geschrieben etc. 1720. 1 Bl. 2.
19,802. Strauſs, ein new wūderbarlich Beychtpuchlin etc. 1523. 4.
19,803. Heshusius, von Eheuerlöbnissen, und verbotenen Gradibus. 1583. 4.
19,804. (Stör), der Ehelich standt von Got mit gebenedeyung auffgesetzt. 4. (Defect.)
=Herder=’sche Verlagshandlung in Freiburg:
19,805. Janssen, Frankfurts Reichscorrespondenz; Bd. II, 1. 1866. 8.
=August Demmin= in Paris:
19,806. Ders., catalogue de la collection céramique de M. Aug. Demmin. 1866. 8.
=A. Bube=, Archivrath, in Gotha:
19,807. Ders., Romanzen und Balladen. 3. Aufl. 1866. 8.
=J. G. Cotta=’sche Verlagshandlung in Stuttgart:
19,808. Deutsche Vierteljahrs-Schrift; 29. Jhrg., Juli-Sept. 1866. Nr. 115. 8.
=Groſsherzogl. herzogl. sächs. Universität= in Jena:
19,809. Dies., index scholarum hib. 1866-67. 4.
19,810. Dies., Vorlesungen, 1866-67. 8.
19,811. Kay, über den Antagonismus zwischen Opium und Belladonna. 1866. 8.
19,812. Lothholz, über Aetiologie des Heotyphus. 1866. 8.
19,813. Sikora, Beobachtungen über Stimmbandlähmung. 1866. 8.
19,814. Vidal, de abscessibus per congestum. 1866. 8.
=P. Liehner=’sche Buchhandlung in Sigmaringen:
19,815. Sammlung der Gesetze und Verordnungen f. d. Hohenzollern’schen Lande; n. F., Bd. I, 2. 1866. 8.
=Eugen Schnell=, Archivar, in Sigmaringen:
19,816. Ders., geschichtliche Bilder und Erzälungen. 1866. 8.
=v. Olfers=, k. pr. geh. Rath und Generaldirektor der k. Museen, Exc., zu Berlin:
19,817. Das Model eines athenischen Fünfreihenschiffs, Pentere, aus der Zeit Alexanders d. Gr. im k. Museum zu Berlin. 1866. 2.
=Dr. Ferdin. Piper=, Universitätsprofessor, in Berlin:
19,818. Ders., vergleichender Kalender f. d. J. 1862, 1863, 1864. 11.-13. Jahrg. 8.
=Königl. Akademie= in Münster:
19,819. Atorf, de Marco Aurel. Probo Romanor. imp. 1866. 8.
19,820. Becker, imperator L. Domitius Aurelianus restitutor orbis. 1866. 8.
19,821. Deuſsen, de Polycrate Samiorum tyranno. 1866. 8.
19,822. Krichel, de Ulrici Hutteni studiis politicis. 1866. 8.
19,823. Scharfe, de Evagorae Salaminorum reguli vita ac rebus gestis. 1866. 8.
19,824. Schluenkes, de Tacito Tiberii rerum auctore. 1866. 8.
19,825. Schoenborn, de causa et lite decumana inter Thuringos et archiepiscopos Moguntinos. 1866. 8.
=A. Klindworth=’s Verlagsbuchhandlung in Hannover:
19,826. Klopp, Leibniz’ Vorschlag einer französ. Expedition nach Aegypten. 1864. 8.
=Königl. Universität= in Greifswald:
19,827. Dies., index scholarum, 1866-67. 4.
19,828. Dies., Verzeichniſs der Vorlesungen, 1866-67. 4.
=G. Schönfeld=’s Buchhandlung (C. A. Werner) in Dresden:
19,829. Neuer Anzeiger f. Bibliographie etc.; Jhrg. 1866, 1-6. H. 8.
=J. N. Enders=, Buchhandlung, in Neutitschein:
19,830. Die Biene; 16. Jhrg., 1866, Nr. 1-18. 4.
=Redaktion der kathol. Blätter aus Tirol= in Innsbruck:
19,831. Katholische Blätter aus Tirol; 1866, Nr. 1-18. 8.
=Comité Flamand de France= in Dünkirchen:
19,832. Dass., bulletin; tom. IV. nr. 1 et 2., Janv.-Juin. 1866. 8.
=Société Française d’archéologie= in Paris:
19,833. Dies., bulletin monumental; 32. vol., nr. 1-4. 1866. 8.
=Alwin Rudel= in Dresden:
19,834. Central-Blatt für deutsche Papier-Fabrikation; 1866, Nr. 1-12. 4.
=Stahel=’sche Buch- und Kunsthandlung in Würzburg:
19,835. Chilianeum; 8. Bd., 1-12. Heft. 1866. 8.
=Dr. Hermann Stolp= in Berlin:
19,836. Deutsche Gemeinde-Zeitung, hg. v. Stolp; 1866, Nr. 1-25. 4.
=J. Engelhorn=, Verlagshandlung, in Stuttgart:
19,837. Gewerbehalle etc.; Jhg. 1866, Lief. 1-6. 4.
=Redaktion des literar. Handweisers= in Münster:
19,838. Literarischer Handweiser etc.; Jhg. 1866, Nr. 41-46. 8.
=Wallishauser=’sche Buchhandlung (Jos. Klemm) in Wien:
19,839. Jagd-Zeitung; 9. Jhg,, Nr. 1-12. 1866. 8.
=Redaktion der Heidelberger Jahrbücher= in Heidelberg:
19,840. Heidelberger Jahrbücher der Literatur; Jhg. 1866, Januar-April. 8.
=Verlag der Frauenzeitung= in Stuttgart:
19,841. Kirchenschmuck etc.; XIX. Bd., 2. Hlfte. 1866. 8.
=Institut historique= in Paris:
19,842. Dass., l’investigateur; 33 année, Janv.-Juin. 1866. 8.
=Redaktion der allgemein. Literatur-Zeitung= in Wien:
19,843. Allgem. Literatur-Zeitung; Jahrg. 1866, Nr. 1-20. 4.
=K. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale= in Wien:
19,844. Dies., Mittheilungen; 11. Jahrg., Jan.-April. 1866. 4.
=Redaktion der altpreuſs. Monatsschrift= in Königsberg:
19,845. Altpreuſsische Monatsschrift; 3 Jhg., 1. u. 2. Heft. 1866. 8.
=Du Mont-Schauberg=’sche Buchhandlung in Köln:
19,846. Organ für christl. Kunst; 16. Jhg., 1866, Nr. 1-12. 4.
=Th. Oelsner= in Breslau:
19,847. Schlesische Provinzialblätter, hg. v. Oelsner, neue Folge, 5. Jhrg., Jan.-April. 1866. 8.
=H. Laupp=’sche Buchhandlung in Tübingen:
19,848. Theologische Quartalschrift, hg. von v. Kühn etc.; 48. Jhg., 1. u. 2. Quartalheft. 1866. 8.
=Müller von der Werra= in Leipzig:
19,849. Die neue Sängerhalle, hg. v. Müller v. d. Werra; 5. Jhg., 1866, Nr. 1-26. 4.
=Dr. L. Lang= in München:
19,850. Münchener Sonntagsblatt; Jhg. 1866, Nr. 1-15. 4.
=Verein zur Ausbildung der Gewerke= in München:
19,851. Ders., Zeitschrift; 16. Jhrg., 1. bis 3. Heft. 1866. 2.
=Redaktion des Volksblattes für Stadt und Land= in Quedlinburg:
19,852. Volksblatt etc., Jhg. 1866, Nr. 1-52. 4.
=Redaktion des Wochenblattes der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg= in Berlin:
19,853. Wochenblatt etc., Jhg. 1866, Nr. 1-32. 4.
=Polytechnischer Verein= in Würzburg:
19,854. Ders., Wochenschrift; Jhg. 1866, Nr. 1-18. 8.
=Redaktion der Zeitschrift f. preuſs. Geschichte u. Landeskunde= in Berlin:
19,855. Zeitschrift f. preuſs. Geschichte u. Landeskunde; 3. Jhg., 1.-5. Heft. 1866. 8.
=Allgem. deutsche Verlags-Anstalt (Sigism. Wolff)= in Berlin:
19,856. Romberg’s Zeitschrift für prakt. Baukunst; Jhg. 1866, Heft 1-3. 2.
=Ign. Franz Keiblinger=, Stiftskapitular, in Melk:
19,857. Heller, hat Karl V. wortbrüchig an dem Landgrafen Philipp v. Hessen gehandelt, als er ihn zu Halle gefangen nahm? 1866. 4. Progr.
=K. Studienrektorat= in Erlangen:
19,858. Soergel, de Tiberio et Gaio Gracchis commentationis particula III. 1856 (corrig. 1866.) 4. Progr.
=Dr. Petersen=, Realitätenbesitzer, in Berum:
19,859. Wenckebach, jus Theelachticum redivivum. 1759. 4.
=G. P. Aderholz’= Buchhandl. (G. Porsch) in Breslau:
19,860. Krawutzky, Zählung und Ordnung der heil. Sacramente der kathol. Kirche. 1865. 8.
19,861. Marks, Geschichte des kathol. Schullehrer-Seminars zu Breslau. 1865. 8.
=Gebr. Carl u. Nikolaus Benziger=, Buchh., zu Einsiedeln:
19,862. Register oder Verzeichnisse zu Bd. I bis und mit XX des Geschichtsfreundes. 1865. 8.
=Buchhandlung des Waisenhauses= in Halle:
19,863. Lambert, die Entwicklung der deutschen Städte-Verfassungen im Mittelalter; 2 Bde. 1865. 8.
19,864. Lucä, über Schiller’s Wilhelm Tell. 1865. 8.
19,865. Opel, Wallenstein im Stift Halberstadt, 1625-26. 1866. 8.
19,866. Schade, altdeutsches Wörterbuch. 1866. 8.
19,867. Tschischwitz, Nachklänge germanischer Mythe in den Werken Shakspeare’s. 1865. 8.
=Kgl. Geh. Ober-Hofbuchdruckerei (R. v. Decker)= in Berlin:
19,868. Bäſsler, Auswahl altchristl. Lieder v. 2. bis 15. Jahrh. 1858. 8.
19,869. Carlyle, Geschichte Friedrich’s von Preuſsen, deutsch von Neuburg; 4 Bde. 1858-66. 8.
19,870. Cassel, der Grâl und sein Name. 1865. 8.
19,871. Fürstenthal, d. allgemeine Gerichtsordnung für die preuſs. Staaten. 1857. 8.
19,872. Hahn, Hans Joachim von Zieten; 3. Aufl. 1858. 8.
19,873. v. Strampff, Dr. Martin Luther: Ueber die Ehe. 1857. 8.
19,874. Preuſsens altes Recht an Schleswig-Holstein. 1865. 8.
19,875. Witzleben, Prinz Friedrich Josias von Coburg-Saalfeld etc. 3 Theile. 1859. 8. Mit Karten und Plänen, gr. 2.
=N. G. Elwert=’sche Universitäts-Buchhandlung in Marburg:
19,876. Dietrich, Frau und Dame. Ein sprachgeschichtl. Vortrag. 1864. 8.
19,877. Dietrich, de cruce Ruthwellensi. 1865. 4.
19,878. Wagner, Geschichte der Stadt Allendorf an der Werra und der Saline Sooden. 1865. 8.
=Verlag von Ernst & Korn= (Gropius’sche Buch- und Kunsthandlung) in Berlin:
19,879. Ahlburg, die Klosterkirche zu Riddagshausen. 1857. 2.
19,880. v. Quast, Denkmale der Baukunst in Preuſsen; 3. u. 4. Heft, gr. 2.
19,881. Biographieen berühmter Baumeister und Bildhauer; I. Bd. 2. Ausg. 1862. 8.
=Ferdin. Förstemann’s= Verlagshandl. in Nordhausen:
19,882. Förstemann, d. gräfl. Stolbergische Bibliothek zu Wernigerode. 1866. 8.
19,883. Rüstow, Geschichte der Infanterie; 2 Bde., 2. Ausg. 1864. 8.
19,884. Walther, d. Literatur des gemeinen, ordentlichen Civil-Processes und seine Bearbeiter. 1865. 8.
=Theobald Grieben=, Verlagsbuchh., in Berlin:
19,885. Löffler, das Pferd. Zucht, Pflege, Veredelung u. Geschichte. 4 Bde. 1866. 8.
=Hahn=’sche Hofbuchhandlung in Hannover:
19,886. Kohlrausch, d. deutsche Geschichte; 15. Aufl. 1866. 8.
19,887. Leunis, Nomenclator zoologicus. 1866. 8.
19,888. Meiſsner u. Shepard, Untersuchungen über das Entstehen der Hippursäure im thierischen Organismus. 1866. 8.
=J. G. Heuser=’sche Buchhandlung in Neuwied:
19,889. Harder, die Entstehung und Ausbreitung des Christenthums in den ersten drei Jahrhunderten; 2 Thle. 1865-66. 8.
19,890. Kühn, Entwicklungsgeschichte der Freimaurerei. 1864. 8.
19,891. Ullersperger, d. Herz-Bräune; historisch, pathologisch und therapeutisch. 1865. 8.
19,892. Ders., der Hirnnervenschlag. 1864. 8.
=C. Hingst=, Verlagsbuchhandl., in Stralsund:
19,893. Brix, Skizzen aus dem nördl. Eismeere. 1866. 8.
=G. W. Körner=, Verlagshandl., in Erfurt:
19,894. Zwingli’s Lehrbüchlein, wie man die Knaben christlich unterweisen und erziehen soll; hg. v. Fulda. 1844. 8.
19,895. Körner, die Stadt Erfurt. 1848. 8.
19,896. Davin, die Sprache der Deutschen nach ihrer Geschichte etc. 1864. 8.
=W. Langewiesche’s= Verlagshandl. in Barmen:
19,897. Sauer, die Wupper in Liedern und Sagen. 1866. 8.
19,898. Müller, das Duell im Lichte christlich-germanischer Bildung. 1858. 8.
=Heinr. Müller=, Verlagshandl., in Berlin:
19,899. Brunnemann, Michel Servetus. 1865. 4.
=Constantin Niese=, Buchhandl., in Saalfeld:
19,900. Wagner’s Chronik der Stadt Saalfeld, fortges. von Grobe; 10. Heft. 1866. 8.
=C. W. Offenhauer=, Verlagshandl., in Eilenburg:
19,901. Vörckel, Martin Rinkart, ein evangel. Lebensbild. 1857. 8.
=G. Rahn=, Verlagshandl., in Berlin:
19,902. Rahn, die Berliner Königsstadt u. deren vier Kirchen. 2. Aufl. 1857. 8.
=Fr. Regensberg=, Verlagshandl., in Münster:
19,903. Hüppe, Lieder u. Sprüche der Minnesinger. 1844. 8.
19,904. Winiewski, systemat. Verzeichniſs der in den Programmen der preuſs. Gymnasien und Progymnasien 1825-41 enthaltenen Abhandlungen etc. 1844. 4.
19,905. Perger, annalium Iburgensium fragmenta. 1857. 8.
19,906. Deycks, carminum epicorum germanicorum Nederlandicorum saec. XIII et XIV fragmenta. 1859. 4.
=J. Riecker=’sche Buchhandl. in Gieſsen:
19,907. Follen, Tristans Eltern. 1857. 8.
19,908. Sandhaas, fränkisches eheliches Güterrecht. 1866. 8.
=Carl Rümpler=, Verlagshandlung, in Hannover:
19,909. Scheler, Aufzeichnungen eines Amsterdamer Bürgers über Swedenborg. 1858. 8.
19,910. Delius, Boto, Graf von Stolberg, Ahnherr der Fürsten Europas. 1860. 8.
19,911. Merkel, die ostfriesische Insel Borhum. 1860. 8.
19,912. Crestien von Troies, li romans dou chevalier au lyon; hg. v. Holland. 1862. 8.
19,913. Baudissin, Philippine Welser, histor. Roman; 3 Bde. 1864. 8.
19,914. Gödeke, Every-man, Homulus und Hekastus. 1865. 8.
19,915. Polko, alte Herren, die Vorläufer Bach’s. 1865. 8.
19,916. Möller, Geschichte Schleswig-Holsteins; 2 Bde. 1865. 8.
=Joh. Jac. Scheel=, Verlagshandl., in Kassel:
19,917. Klemme, das Leben Johann Calvin’s. 1864. 8.
=Gustav Schlawitz=, Verlagsbuchhandl., in Berlin:
19,918. Hengstenberg, das Duell und die christl. Kirche. 1856. 8.
19,919. Büchsel, Erinnerungen an den Markgrafen Johann von Küstrin. 1856. 8.
19,920. Rocholl, Beiträge zu einer Geschichte deutscher Theosophie. 1856. 8.
19,921. Lämmer, die vortridentinisch-katholische Theologie des Reformations-Zeitalters. 1858. 8.
19,922. Dreher, Leben, Lieder und Liederpflege der Augusta Maria, Markgräfin von Baden-Durlach. 1858. 8.
19,923. Rocholl, das Leben Philipp Nicolai’s. 1860. 8.
19,924. Becker, das edle sächsische Fürsten-Kleeblatt. 1860. 8.
19,925. Becker, Dr. Martin Luther, der deutsche Mann. 1861. 8.
19,926. Preuſs, das Concil von Trident. 1862. 8.
=Schulze=’sche Buchhandlung in Oldenburg:
19927. Strackerjan, Geschichte der Buchdruckerei im Herzogthum Oldenburg und der Herrschaft Jever. 1840. 8.
19,928. Runde, deutsches eheliches Güterrecht. 1841. 8.
19,929. Archiv für die Praxis des gesammten im Groſsherzogthum Oldenburg geltenden Rechts, hg. v. Groſskopff, Ruhstrat und v. Steun: 5 Bde. 1843-55. 8.
19,930. Kohli, Handbuch einer histor.-geogr.-statist. Beschreibung dea Herzogth. Oldenburg etc. Th. I u. II, 1. 2. 1844. 8.
III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.
=Weiſs=, Archivar, in Klagenfurt:
5134. 73 Lackabdrücke von älteren und neueren Siegelstöcken.
=Adolf Bube=, Archivrath, in Gotha:
5135. Porträt des Herrn Geschenkgebers, Stahlstich von Weger.
=A. Demmin= in Paris:
5136. 2 Photographieen von Majoliken nach v. d. Meer.
=A. Neuhauser=, Besitzer der Glasmalerei zu Innsbruck:
5137. 26 Blätter Photographieen zu dem Werke: Les vitreaux Bourges etc.
=Ein Ungenannter= in Nürnberg:
5138. Groschen der Herzoge Friedrich, Albert und Johann von Sachsen.
=Dr. E. Freiherr von Bibra= in Nürnberg:
5139. Bruchstück eines römischen Glases mit eingesprengten Batzen und zwei Brandpfeile aus dem 15. Jahrh.
=Chr. Flinzberg=, Seifensieder, in Coburg:
5140. Karte des Rückzugs der fränk. Rhein- und Mosel-Armee unter Moreau; nebst Text.
=Ferd. Bender=, stud. philol., in Darmstadt:
5141. 15 Lack- und Papierabdrücke von älteren u. neueren Siegeln.
Chronik der historischen Vereine.
/Bulletin monumental ou collection de mémoires sur les monuments historiques de France/, publié sous les auspices de la /Société française d’archéologie pour la conservation et la description des monuments nationaux/, et dirigé par M. de Caumont. 4. Série, Tome 2. 32. Vol. de la Collection. Nr. 5. Paris et Caen, 1866. 8.
Mémoire sur des découvertes d’antiquités romaines faites à Valentine (Haute-Garonne); par M. Morel. -- Notice sur le camp de Cinais (Indre-et-Loire); par M. de Cougny. -- Essai sur les origines et le développements du Christianisme dans les Gaules, par M. Tailliar.
/Bulletin du Comité Flamand de France./ Tome IV. Nr. 2. Avril, Mai et Juin 1866. Lille et Dunkerque, 1866. 8.
Extrait des procès-verbaux. -- Transmission de la châtellerie de Bourbourg, par le marquis de Godefroy Ménilglaise. -- Note sur la communication précédente, par E. de Coussemaker. -- Etablissement des jésuites anglais à St-Omer et à Watten, par le R. P. Possez.
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
16) /Die Prämonstratenser des zwölften Jahrhunderts und ihre Bedeutung für das nordöstliche Deutschland./ Ein Beitrag zur Geschichte der Christianisirung und Germanisirung des Wendenlandes. Von /Franz Winter/, Prediger zu Schönebeck a. d. E. Berlin, 1865. E. Schweigger’sche Hofbuchhandlung. 8. 386 Stn.
Der scheinbar weitabliegende Gegenstand, den vorliegendes Werk behandelt, gewinnt ein näheres Interesse dadurch, daſs die erzählte Geschichte um eine hervorragende Persönlichkeit wie um einen Mittelpunkt sich bewegt und darin zwei der bedeutendsten Factoren im Bildungsprozesse des Mittelalters, niedersächsische Nüchternheit und fränkische Erregtheit, in der Nähe zu einer dauernden Schöpfung zusammentreten, wie sie die letztere allein in der Ferne vergeblich zu verwirklichen suchte. Statt mit den übrigen Heeren des westlichen Europas jenseits des Meeres nach dem Morgenlande zu ziehen, hielten die sächsischen Fürsten es für gleich verdienstlich, einen Kreuzzug gegen die östlich von der Elbe wohnenden Slaven zu unternehmen, ihr Land mit dem Reiche zu vereinigen und so einen neuen Boden für Verbreitung des Christenthums herzustellen. Diese Aufgabe war der materiellen Seite nach gerade hinreichend gefördert, als ein günstiges Geschick im heil. Norbert, dem Erzbischofe von Magdeburg und Stifter des Prämonstratenserordens, einem wahren Charakterkopfe des zwölften Jahrhunderts, den Mann auf den Platz stellte, der vollkommen im Stande war, den geistigen Theil der Arbeit zu übernehmen. Der Orden, dem er in jenen Ländern eine eigentliche Heimat bereitet hat, und in welchem sein Sinn wie in ungeschwächter Verkörperung ein Jahrhundert lang fortlebte, führte das Werk zu Ende. In anziehendem, einheitlichem Bilde bringt der Verfasser uns diese inhaltreiche Geschichte vor Augen, indem er nach historischem Rückblicke den Ordensstifter, die Ordensschüler und deren Gönner, die dreizehn Klöster, sowie endlich die Organisation und den Verfall des Ordens bespricht. Umfangreiche angehängte Excurse erläutern die Thatsachen näher; eine dritte Abtheilung behandelt die Quellen.
E.
17) /Aus der musikalischen Vergangenheit bayrischer Städte. Musikgeschichte der Stadt Regensburg./ Aus Archivalien und sonstigen Quellen bearbeitet von Dr. /Dom. Mettenleiter/. Regensburg, Verlag von J. Georg Bössenecker. 1866. 8. 287 Stn.
Der Verfasser des vorliegenden Buches wurde, wie das Vorwort bemerkt, vor mehreren Jahren von hoher Seite beauftragt, die Bearbeitung einer Musikgeschichte Bayerns zu unternehmen. Die groſse Zersplitterung des historischen Stoffes stellte die Nothwendigkeit heraus, die Zusammenstellung des Ganzen durch eine möglichst ausführliche Spezialgeschichte der einzelnen gröſseren Städte einzuleiten. Die Musikgeschichte der Stadt Regensburg liegt als erster Erfolg der bezüglichen Arbeiten vor und bietet sogleich so reiche Ergebnisse der Forschung, daſs, wir möchten sagen, damit für die Musikgeschichte Deutschlands noch mehr gethan ist, als für die Bayerns. Denn während die letztere örtliche Zufälligkeiten, die in jedem Orte von neuem aufzusuchen sind, nie ganz wird übergehen können, müſste es für die erstere vorzugsweise von Werth sein, das Gemeinsame in den endlos sich wiederholenden ähnlichen Erscheinungen an das Licht zu stellen. Dieses wird aber in der reichen Musikgeschichte der Stadt Regensburg grade für die älteste Zeit und für die spätere wenigstens von einer Seite gleichsam typisch vorgebildet. Mit Besprechung der musikalischen Schriften des Priors Wilhelm zu St. Emmeram, des Regensburger Mönches Otker, des Bischofs Albertus Magnus u. a. kann der Verfasser bis in das elfte, zwölfte und dreizehnte Jahrhundert zurückgehen. Was Aventin und Keppler für die Theorie der Musik geleistet, knüpft sich ebenfalls an Regensburg. Manche andere bedeutende Namen auf diesem oder praktischem Gebiete werden uns im Zusammenhange vorgeführt: was in der Kirche, Schule und im bürgerlichen Leben zur Pflege der genannten Kunst geschehen, erfahren wir mit ausführlichen Belegen. Die Schrift zeugt überall von vollständiger Sachkenntniſs und gewissenhaftestem Fleiſse. Nicht unbemerkt können wir lassen, daſs an einer Stelle uns die befremdende Klage begegnet, daſs dem Forscher das betreffende urkundliche Material vorenthalten worden. -- Eine Musikgeschichte der Stadt Amberg und der oberpfälzischen Klöster ist in nächste Aussicht gestellt.
18) /Das graue Alterthum. Eine Einleitung in das Studium der Vorzeit/ von A. /Morlot/. Aus dem Französischen übersetzt von Dr. F. Bärensprung. Schwerin, 1865. Druck und Verlag der Bärensprung’schen Hofbuchdruckerei. 8. 52 Stn.
Die erste Ausgabe der vorliegenden Abhandlung erschien in französischer Sprache bereits 1861, die zweite im folgenden Jahre. Eine italienische Uebersetzung trat 1863 an’s Licht und gleich darauf zwei englische zu Washington und London. Die gegenwärtige deutsche ist nach der dritten Bearbeitung des Originals unternommen und vom Verfasser selbst durchgesehen. Mit Recht bezeichnet der Uebersetzer die Schrift als so reichhaltig und anziehend, daſs sie verdient, auch bei uns weiteren Kreisen zugeführt zu werden. Sie enthält nicht, was man aus der Fassung des Titels zu schlieſsen versucht sein könnte, eine Uebersicht der bisherigen Ergebnisse dieses weitschichtigen Vorspieles unserer Alterthumskunde, sondern stellt, an der Hand der Entwicklung des Studiums selbst, die groſsen Fragen des letzteren fest und umschreibt mit weiten Zügen das zu behandelnde Gebiet, um sogleich zur genaueren Betrachtung eines bestimmten Punktes überzugehen, die vom Verfasser selbst durchgeführte, für die Bestimmung der Perioden der Vorzeit so auſserordentlich wichtige Untersuchung über den Durchstich des Schuttkegels der Tiniere, eines bei Villeneuve in den Genfersee sich ergieſsenden Wildbaches. Die aus dieser Untersuchung gewonnenen, mit eben so groſsem Scharfsinn wie musterhafter Unparteilichkeit entwickelten Anschauungen müssen wir dem wiſsbegierigen Leser aus dem kleinen Werke selbst zu entnehmen überlassen. Wir bemerken nur noch, daſs der Uebersetzer dasselbe mit mancher schätzbaren Anmerkung bereichert hat.
19) /Geschichte des ehemaligen Klosters Lorsch an der Bergstraſse./ Von /Val. Al. Franz Falk/. Mainz, Verlag von J. A. Giani. 1866. 8. VIII u. 218 Stn.
Die Geschichte des berühmten Klosters Lorsch ist trotz des reichhaltig angehäuften Materials bis jetzt nur sehr unvollständig behandelt worden. Georg Helwich’s schon im Jahre 1631 erschienene Antiquitates Laurishaimenses und Vogel’s Brevis et compendiosa relatio de fundatione, consecratione, incremento et decremento coenobii Laurissensis, welche in die Sammlung von Freher-Struve im Jahre 1717 aufgenommen wurde, konnten dem wissenschaftlichen Standpunkte der Gegenwart nicht mehr genügen, und Konrad Dahls historisch-topographisch-statistische Beschreibung des Fürstenthums Lorsch u. s. w., 1812, ein übrigens sehr dankenswerthes Werk, behält mehr nur die Erläuterung der Gebietsverhältnisse und der kirchlichen Einrichtungen des Oberrheingaus im Auge. Es war daher ein verdienstliches Unternehmen des Herrn Falk, die Geschichte des Klosters Lorsch, seine äuſseren Schicksale, wie seine innere Entwickelung, in gegenseitigem und fortlaufendem Zusammenhang darzustellen.
Der Ort, an welchem das spätere Lorsch gegründet wurde, war ohne Zweifel schon den Römern bekannt, und selbst Förstemann wagt nicht den Namen Laurissa mit Bestimmtheit auf eine deutsche Wurzel zurückzuführen. Auch haben gottesdienstliche Einrichtungen, wie aus der Stiftungsurkunde selbst hervorzugehen scheint, ohne Zweifel schon vor der Gründung des eigentlichen Klosters daselbst bestanden. Diese setzt der Verfasser in das Jahr 764 und bleibt damit der seit Jahrhunderten herkömmlichen Annahme getreu. Gleichwohl scheint diese unrichtig zu sein, insofern der in der Stiftungsurkunde angenommene 12. Juli (sub die IIII Id. Julii) des zwölften Jahres der Regierung Pipin’s als Tag der Gründung festgehalten werden soll. Da sich nämlich aus Heinr. Hahn’s gediegenen Forschungen in seinen Jahrbüchern des fränkischen Reichs herausstellt, daſs die Thronbesteigung Pipin’s zwischen den 23. September 751 und 23. Sept. 752 zu setzen ist und allem Vermuthen nach im Jänner des letzteren Jahres stattgefunden hat, so muſs das zwölfte Regierungsjahr Pipin’s von 763-764, und kann nicht von 764 auf 765 laufen. Nur wenn Pipin erst nach dem 12. Juli 752 die königliche Weihe erhalten haben sollte, was die geringere Wahrscheinlichkeit für sich hat, könnte der 12. Juli des zwölften Jahres in das Jahr 764 fallen. Wir würden daher immerhin die Feststellung Tolner’s vorziehen, welcher den 12. Juli 763 annimmt, obschon die Berechnung, auf welche er sich stützt, nicht genau ist. Wie bei den Chronisten des Mittelalters aus der einfachen Zusammenfügung der Zahlen 752 und 12 das Jahr 764 hervorgehen konnte, würde sich leicht klar machen lassen, wenn der Raum es gestattete.
Der Verfasser erzählt die Versetzung der Gebeine des heiligen Nazarius nach Lorsch, die Wirksamkeit der ersten Aebte, und den hohen Aufschwung, welchen das Kloster unter den Karolingern nahm. Er erörtert die wissenschaftliche Thätigkeit der Lorscher Mönche, die, wenn sie auch derjenigen von Fulda und St. Gallen nicht gleichkam, doch immerhin sehr Bedeutendes geleistet hat. Die Wichtigkeit, welche Lorsch auf diese Weise erlangt hatte, dauerte auch unter den Ottonen fort; mehrere Glieder der sächsischen Kaiserfamilie nahmen dort vorübergehend ihren Aufenthalt; Bruno, Bruder Otto’s des Groſsen und später Erzbischof von Köln, war eine Zeit lang Abt des Klosters. Die Vermehrung des Vermögens durch liegende Gründe und ansehnliche Gebiete mit ihren Höfen und Dorfschaften gab den Aebten von Lorsch zugleich die Stellung weltlicher Fürsten; sie hatten eine verhältniſsmäſsige Kriegsmacht auszurüsten, die namentlich in den Zeiten der salischen Kaiser mehrfach genannt wird. In diese Periode fällt offenbar auch die höchste Blüthe des Klosters, die sich bis in die Zeit der Kreuzzüge erhielt. Diese beförderten zwar das klösterliche Leben, indem sie viele neue Bildungen von thatkräftigerem und heftigerem Charakter in das Leben riefen, erschütterten aber gerade dadurch die alten Congregationen, wo diese nicht im Stande waren, durch strenge Zucht und geordnete Verwaltung dem einreiſsenden Verderben Widerstand zu leisten. Dieses letztere Loos traf auch das Kloster Lorsch. Unter Konrad, dem letzten Abte aus dem Orden der Benediktiner (von 1214-1226), nahmen die Unordnungen dermaſsen überhand, daſs derselbe abgesetzt, das Kloster selber aber dem Erzbischof von Mainz zuerst zur Reform, später aber zu vollem Eigenthum übergeben wurde. Anfänglich suchten die Cistercienser sich in Lorsch anzusiedeln, konnten sich aber eben so wenig als die alten Benediktiner daselbst behaupten. Nach langem inneren Hader räumte der Erzbischof Siegfried III. unter vorausgegangener Gutheiſsung des Papstes Innocenz IV. das Kloster im Jahre 1248 dem Orden der Prämonstratenser ein, wogegen dieser auf den Besitz des weltlichen Fürstenthums und aller damit verbundenen Rechte verzichten muſste. Als späterhin der Erzbischof Dietrich II. von Mainz ein Bündniſs mit dem Kurfürsten Friedrich dem Siegreichen eingieng und demselben zur Deckung der Kriegskosten mehrere Gebiete als Pfandschaft übergab, kam Lorsch sammt dem gröſseren Theile der Bergstraſse unter pfälzische Herrschaft. Es befand sich noch immer unausgelöst in dieser Lage, als Friedrich III. nach dem Religionsgespräche von 1560 die Reformation, und zwar in calvinistischer Form, in allen seinen Landen ernstlich und folgerichtig durchzuführen begann. Das Kloster Lorsch, schon vorher in Ausübung seiner Befugnisse übermäſsig beschränkt, wurde aufgehoben. Die Städte der Bergstraſse blieben in dem Besitze der Pfalz und zugleich in der calvinistischen Lehre, bis im Anfange des dreiſsigjährigen Krieges und nach den ersten Siegen Tilly’s im südlichen Deutschland das Erzbisthum Mainz an die Wiedererwerbung der schon halb verlorenen Landschaften dachte. Im Jahre 1623 wurde Lorsch sammt den verpfändeten Orten der Bergstraſse mit Hülfe spanischer Truppen von Mainz in Besitz genommen und zugleich die römisch-katholische Lehre unter den dortigen Einwohnern von neuem eingeführt. Erst durch den Reichsreceſs von 1803 kam Lorsch an den Landgrafen oder späteren Groſsherzog von Hessen.
Dies ist der Inhalt der vorliegenden Schrift. An die Erzählung schlieſsen sich mehrere aus einem Würzburger und Frankfurter Codex herausgegebene Anecdota, die Aufzählung der Lorscher Aebte und Pröbste, das Verzeichniſs der von dem Verfasser benutzten Literatur, und endlich eine lange Reihe von 162 Anmerkungen, welche die vorausgeschickte Darstellung der Thatsachen vielfach erläutern und beglaubigen.
A. F.
20) /Das weströmische Reich, besonders unter den Kaisern Gratian, Valentinian II. und Maximus/ (375-388), von Dr. /Heinrich Richter/. Berlin, Ferd. Dümmler’s Verlagsbuchhandlung. 1865. 8. VIII, 697 Stn.
Alle Diejenigen, welche sich mit dem Studium der imperatorischen Zeit beschäftigt haben oder beschäftigen, wissen zur Genüge, daſs der in dem Titel bezeichnete Zeitabschnitt zu den wichtigsten und folgereichsten der römischen und beziehungsweise europäischen Geschichte gehört. Das Heidenthum ist äuſserlich besiegt, aber innerlich noch keineswegs überwunden; die christliche Kirche ist zum Glaubensbekenntnisse des Staates geworden, befindet sich aber mit der arianischen Partei und anderen religiösen Sekten noch im heftigsten Kampfe; die Kaiser selbst werden vielfach in diese Streitigkeiten verwickelt. Alle Kräfte des Reiches sind übermäſsig angespannt; die gesammte Staatsmaschine, das Militärsystem, das Beamtenthum haben keine nationalen Wurzeln mehr und werden den Gefühlen der Masse zusehends entfremdet. Auf diesem, von Parteileidenschaften, amtlichen Willkürstreichen, gesetzlichen und ungesetzlichen Plackereien erschütterten Boden erscheinen plötzlich die Germanen in geschlossener Volkskraft, werfen die römischen Heere siegreich vor sich nieder und beginnen nun auf römischem Boden selbst den Kampf mit dem Kaiserthum, bis dieses ihren nachhaltigen Angriffen erliegt. Wir stehen an der Schwelle der Völkerwanderung, welche die Elemente neuer Staatsordnungen ausstreut und in langer Gährung die Bildungen des Mittelalters vorbereitet.
Lange Zeit begnügte man sich, die Thatsachen, welche sich in den Jahren 375 bis 388 zusammendrängen, aus den nächsten Ursachen und den unmittelbarsten Beweggründen zu erklären. Selbst Tillemonts groſses Werk, das durch die Reichhaltigkeit des gesammelten Stoffes und die Gewissenhaftigkeit der Forschung ganz unentbehrlich geblieben ist, reichte nicht sehr weit über diesen Gesichtspunkt hinaus, und erst Montesquieu und Gibbon haben durch tieferes Eindringen auf die von Langem her angebahnten Wirkungen und auf den Zusammenhang der verborgenen Fäden in der Entwickelung aufmerksam gemacht. Gleichwohl blieb noch Vieles zu thun übrig. Man fieng allmählich an einzusehen, daſs das römische Reich nicht sowohl an der physischen Abschwächung und grundverdorbenen Jämmerlichkeit der Menschen zu Grunde gieng, wie man gewöhnlich anzunehmen pflegte, als vielmehr an einer sittlichen Erhebung der Volksmassen, die von innen heraus erfolgte, und an welcher das unhaltbar gewordene bureaukratische System des Cäsarismus vollständig scheiterte. In den früheren kirchengeschichtlichen Werken war die Geschichte der Dogmen und religiösen Gemeinschaften, losgerissen aus aller staatlichen Entwickelung, behandelt und zusammengestellt: und so bewegte man sich durch ein verworrenes Feld scheinbar öder und unwirthbarer Begriffe. Die fortschreitende Erweiterung unserer geschichtlichen Anschauungen hat uns indessen zur Einsicht gelangen lassen, daſs das Verständniſs vieler kirchlichen Dogmen die Kenntniſs der Kämpfe zwischen den kirchlichen Parteien und religiösen Sekten voraussetzt, und daſs diese selbst wieder mit allen Zuständen der Gesellschaft auf das engste zusammenhangen. Endlich wurde die Zernichtung des römischen Reiches durch die Germanen meist als ein lediglich durch äuſseren Anstoſs und mit äuſserlichen Mitteln herbeigeführtes Ereigniſs dargestellt, während ein gründliches Eindringen in die Organisation desselben uns die verschiedenen Stufen nachweist, auf welchen der Geist der germanischen Volksstämme sich heranbildete, um zuerst zu entscheidendem Einflusse und endlich zur wirklichen Herrschaft zu gelangen.
Aus der sorgsamen Erwägung aller dieser Momente ist die Eintheilung und Gestaltung des vorliegenden Buches hervorgegangen. Der Verfasser hat seinen Stoff in drei Bücher zerlegt, von denen das erste von der christlichen Kirche und den Germanen im römischen Reiche, das zweite von Kaiser Gratian insbesondere, das dritte von den Kaisern Valentinian II. und Maximus handelt. Er führt uns in dem ersten Buche zunächst in die Zeiten Diokletians, erläutert in anziehender Weise aus der Persönlichkeit und militärischen Bildung dieses Kaisers dessen Stellung zu Staat und Kirche und bahnt sich so den Weg zu den groſsen politischen und geistigen Kämpfen der constantinischen Periode. Hieran schlieſst sich eine Schilderung des kirchlichen Lebens, das Eingreifen der donatistischen und arianischen Streitigkeiten. Aus den persönlichen und kirchlich-reaktionären Cabalen, die sich an den Höfen der drei Söhne Constantin’s des Groſsen entspannen, entwickelten sich Julian’s vergebliche Reformversuche. Ehe der Verfasser von diesen zu den Thaten des kräftigen Kaisers Valentinianus übergeht, behandelt er noch in einzelnen vortrefflichen Abschnitten die Entwickelung des Mönchthums, die wachsenden Feindseligkeiten der Germanen, den römischen Kolonat, die Colonisation der Germanen auf römischen Boden und die damit zusammenhängenden Militärdienste. Mit psychologischer Feinheit hat er in dem zweiten Buch, welches den eigentlichen Kern seines Vorwurfes bildet, das Auftreten Gratian’s aus dem Zusammentreffen seiner Anlagen und ihrer Ausbildung mit den allgemeinen Verhältnissen der Zeit erläutert. Die übermäſsige Strenge der kirchlichen Gesetze führte zu dem heftigen Aufruhre der afrikanischen Donatisten und Circumcellionen, welche zwar gebändigt, aber nicht zernichtet werden konnten, während sich in Italien selber still und geräuschlos die ersten Ansätze des römischen Primates bildeten. Bei dieser Gelegenheit erweist der Verfasser in geschickter Weise aus den Verwickelungen und staatlichen Zuständen der Zeit die leichte und natürliche Verbindung weltlicher Gerichtsbarkeit und Verwaltung mit der Immunität der Bischöfe. Mit Ausführlichkeit werden sodann die Schicksale des älteren Theodosius, die Stellung des Kaisers Valens in Constantinopel, die Aufnahme der Westgothen auf römischem Gebiete, Gratian’s Kämpfe mit den Alamanen, die Schlacht von Hadrianopel und das Auftreten des neuen Mitkaisers Theodosius bis zum gewaltsamen Tode Gratian’s geschildert. Das dritte Buch führt die in dem bisherigen Verlaufe der Begebenheiten angeknüpften Fäden bis zu dem Tode des Maximus fort und rundet den Gesammtinhalt zu einem harmonischen Ganzen ab.
Die Verflechtung der kirchlichen Ereignisse und gesellschaftlichen Zustände in den Gang der allgemeinen Geschichte und die richtige Würdigung des germanischen Einflusses im Innern des römischen Staates bilden den eigenthümlichen Vorzug des Buches. Denkweise, Sitten und innere Triebfedern werden uns nahe gelegt; wir fühlen uns mitten in das Getreibe einer sonst fremdartigen Zeit versetzt. Bei gründlicher Behandlung ist die Darstellung flieſsend, anregend und belebt. Die erläuternden Anmerkungen sind, nach Büchern abgetheilt, dem Schlusse des Werkes beigefügt.
A. F.
Aufsätze in Zeitschriften.
/Das Ausland/: Nr. 29. Ein Spaziergang nach den Pfahlbauten bei Robenhausen.
/Das illustr. Buch d. Welt/: Nr. 8, S. 225. Schloſs Rheinsberg. Histor. Skizze. (Thaddäus Lau.)
/Der Katholik/: Juni. Nachrichten über die berühmteren Theologen von 1620-30. -- Ob und inwieweit es in der mittelalterlichen Scholastik ideales, begriffliches und causales Erkennen gibt.
/Allgemeine Kirchenzeitung/: Nr. 45 ff. Zur Geschichte und Charakteristik der evangel. Kirche in Rheinland und Westfalen. (Schluſs.)
/Evang. Kirchen-Zeitung/: Juni. Die Liturgien der alten Kirche.
/Korrespondent v. u. f. D./: Nr. 396. Ueber die Faustsage. (Dr. Gräſse im Dr. J., nach Dr. Kühne in Zerbst.) -- Nr. 409. Das burggräfliche Schloſs zu Nürnberg.
/Illustr. deutsche Monatshefte/: Nr. 22, S. 387. Unsere Urväter. (M. J. Schleiden.) -- S. 443. Dietrich von Bern an der Basilika San Zeno zu Verona. (W. v. Metzerich.)
/Deutsche Vierteljahrs-Schrift/: Nr. 115. Glauben und Wissen in der Geschichte. (Dr. Faber.) -- Die Geschichtschreibung der Civilisation. (Dr. Dühring.)
/Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg/: Nr. 31. Schloſs Gitschin in Böhmen. (Geisheim.)
/Allgem. Zeitung/: Beil. 216. 217. Ein deutscher Reformator im zwölften Jahrhundert. (Dr. Jos. Bach.)
/Bayer. Zeitung/: Mgbl. Nr. 194. Kleine Beiträge zur Wittelsbachischen Hausgeschichte. Pfalzgraf Otto VI. von Wittelsbach bei der Veroneser Klause 1155. (C. Th. Heigel.) -- Nr. 197 f. Zur Lebensgeschichte des Bildschnitzers Veit Stoſs. -- Nr. 203 f. Christian von Schweden in Paris, 1656. -- Nr. 207 ff. Das Friedensmahl und andere Festlichkeiten bei dem Friedens-Executions-Congreſs in Nürnberg im Jahre 1649 und 1650. -- Nr. 211. Aus alten Chroniken (ein Kirchendieb; über das Vortanzen). -- Nr. 217 ff. Ueber Schmuck und Kleiderluxus der Deutschen. Kulturgeschichtliche Skizze. (Venanz Müller.) -- Nr. 218 f. Der letzte Hafner zu Marbach.
Vermischte Nachrichten.
76) Unter dem in nächster Zeit in Nürnberg zur Versteigerung kommenden Nachlasse des bekannten Architekten C. A. /von Heideloff/ befindet sich ein merkwürdiges Stammbuch, auf das Liebhaber und Autographensammler gewiſs mit Recht schon im Voraus aufmerksam gemacht werden dürfen. Dasselbe ist vom Jahr 1605 an bis über die Mitte des Jahrhunderts hinaus geführt, besteht aus einem Queroctavbande von 339 Blättern und ward von einem Andreas Setzinger angelegt, der, wie aus dem Buche selbst hervorgeht, in Regensburg seine Studien begann und in Straſsburg vollendete, dann, wahrscheinlich einer Gesandtschaft beigefügt, sich längere Zeit in den Niederlanden aufhielt, Frankreich und England bereiste, und überall eifrig bemüht war, aus seiner vornehmen Umgebung Namen in sein Buch eintragen zu lassen. Deutsche Fürsten jener Zeit finden sich nicht selten eingeschrieben, so /Ludwig Friedrich Herzog zu Württemberg/, /Adolf Friedrich/ und /Johann Albrecht/, /Herzoge zu Mecklenburg/, /Johann Christian Herzog zu Schlesien/, die /Markgrafen Christian/ und /Albrecht von Brandenburg/, /Friedrich Ulrich Herzog zu Braunschweig/, u. a. Die interessanteste Handschrift ohne Zweifel rührt vom Befreier der Niederlande, Prinzen /Moriz von Oranien/, der im Jahre 1608 mit dem Zusatze: „/Je maintiendray/“ sich eingezeichnet hat. Auch sein nicht minder berühmter Bruder und Nachfolger /Heinrich/ und /Louise von Colligny/, verwittwete /Fürstin von Oranien/, haben ihre Namen und Denkverse eingeschrieben. Vom Jahre 1608 auch ist der Eintrag /Roberts/, des letzten /Grafen von Essex/, der nicht weniger bezeichnend seinem Namen den Spruch: „/Virtutis comes invidia/“ beigefügt hat. Diesem schlieſsen sich die Lords /Spencer/, /Winwood/ u. a. an. Sehr zahlreich ist der deutsche hohe, zum Theil reichsständische Adel vertreten. Die bedeutendsten Namen aus der österreichischen Gegenreformation, wie die /Khevenhüller/, /Räcknitz/, /Herberstein/, /Dietrichstein/, /Stubenberg/, /Gäller/, /Praunfalk/ u. s. w., kehren fast sämmtlich mehrmals wieder. Von andern sind hervorzuheben die Grafen von /Stollberg-Werningerode/, /Isenburg-Büdingen/, /Löwenstein-Wertheim/ und manche mehr. Der gewöhnliche Zierrath solcher Stammbücher: gemalte Wappen, Costüme, Darstellungen aus dem Studentenleben, Allegorieen u. dgl. ist auch hier in reichem Maſse vorhanden.
77) Die /Versteigerung der Drugulin’schen Sammlung von Kupferstichen und Radierungen in London/, welche vom 11. bis 22. Juni dauerte, war in Folge der eingetretenen Kriegsereignisse fast ohne alle Betheiligung von festländischer Seite geblieben, was besonders bei den Werken der niederländischen Radierer einen bedeutenden Ausfall verursachte. Trotzdem wurden u. a. folgende Preise erzielt: St. Georg, von einem unbekannten Meister um 1450, 50 Pfd. St. 10 Sh.; St. Christoph, von einem andern Stecher aus gleicher Zeit, 18 Pfd. 18 Sh.; von den Dürer’schen Stichen: Adam und Eva 15 Pfd. 10 Sh., die Passionsfolge 17 Pfd., Maria mit dem Affen 9 Pfd., Eustachius 33 Pfd., die Melancholie 9 Pfd., der Spaziergang 8 Pfd., Ritter, Tod und Teufel 30 Pfd., das Wappen mit dem Todtenkopfe 10 Pfd. 2 Sh. 6 P. Die Stiche nach A. v. Dyk blieben trotz ihrer Schönheit weit hinter den gewohnten Preisen zurück. Die Blätter von dem Meister E. S. von 1466 brachten: die Madonna unter dem Baldachin 41 Pfd., St. Michael 10 Pfd., St. Marcus 5 Pfd. 17 Sh. 6 P., der Buchstabe r 15 Pfd. 5 Sh.; das reiche Hollarwerk erzielte circa 320 Pfd.; die Preise der neuen Blätter des Israel von Mecken variierten zwischen 5 Pfd. 5 Sh. und 9 Pfd. Den ganzen achten Tag nahm das treffliche Rembrandtwerk in Anspruch und erreichte ungeachtet der niedrigen Preise 607 Pfd. Der Gesammterlös betrug 3652 Pfd.
(Ill. Z.)
78) In /Unter-Lunkhofen/, einem aargauischen Dorfe am rechten Ufer der Reuſs, ist durch die historische Gesellschaft des Kantons Aargau der /gröſste/ von 46 gezählten /Grabhügeln/, die im dortigen Bergwalde Bärhau liegen, im Laufe des Monats Juli /abgedeckt/ worden. Derselbe miſst in seinem mittlern Durchmesser 60 Fuſs, in seinem untersten 90 Fuſs, ist von zweierlei Umfangs- und Strebemauern, übereinander liegend und jede gegen 6 Fuſs breit, eingewandet und in seinem Centrum auf 15 Fuſs Tiefe mit einer Grundlage von ähnlichen wilden Steinklötzen und Geschiebmassen ausgerüstet. Unter diesen erst beginnt der natürliche Waldboden, alles Uebrige ist künstlich aufgetragen. Auf 10 Fuſs Tiefe wurden zehnerlei verschiedene Flächen sowohl der Leichenverbrennung als auch der Leichenbeerdigung durchstochen oder abgedeckt. Daraus ergibt sich unwiderleglich, daſs hier die Beerdigung und die Verbrennung gleichzeitig und nebeneinander im Brauche gewesen sind. Das hier bestattete Volk ist ein vorrömisches, zu welchem trotz seiner mannigfachen, durch den Handel bezogenen Luxusartikel noch nicht eine einzige römische Münze gekommen war. Die metallenen Schmuckgegenstände sind, auſser wenigem Eisen, Bronze von theilweise auſserordentlich feiner Guſshaut und sehr edler Form. Ein feines, roth und grün gewürfeltes Gewandstück einer vornehmen Frauenleiche hat sich durch die Oxydation des dabei gelegenen Erzes ganz unversehrt erhalten. An zierlichem Haarschmuck, an Arm- oder Gelenkringen aus Erz, Ohrgehängen, Bronzeperlen und Gewandnadeln wurden werthvolle Fundstücke erhoben. Fingerringe von Bernstein, rothes, sechsfach facettiertes Glas setzen nicht minder in Verwunderung, als die Früchte von wilden und veredelten Birnen, Kirschen u. s. w., die durch die luftdicht schlieſsende Schutterde des Hügels sich noch in verhältniſsmäſsiger Frische vorfanden, obschon sie zum Theil in einer Tiefe von acht und mehr Schuh lagen. Die osteologische Beschaffenheit der Schädel und Gerippe, sowie ihre verschiedenartige Bestattungsweise deutet auf eine zweifache Rasse von Unterjochten und Herrschenden. Die noch dieses Jahr erscheinende „Argovia“, das Jahrbuch der historischen Gesellschaft, wird umfassenden Bericht hierüber erstatten und die Situationspläne mittheilen.
(Dies.)
79) Der fürstlich fürstenbergische Hofbibliothekar Dr. Barack in Donaueschingen hat ein /Bruchstück der verloren gegangenen deutschen Originalchronik des Chronisten Wigand von Marburg/ in der dortigen Bibliothek /aufgefunden/. Diese Chronik war bisher nur in einer lateinischen Uebersetzung bekannt, welche auch in den „Scriptores rerum Prussicarum“, herausgegeben von Theodor Hirsch, Max Töppen und Ernst Strehlke, eine gediegene Bearbeitung gefunden hat. Das Bruchstück umfaſst zwei Pergamentblätter in Quart, die zum Einband eines älteren Buches verwendet waren, im Ganzen 134 Verse, deren Inhalt in den Kapiteln 34, 35, 36 (Anfang) und 38 der in den Scriptores abgedruckten lateinischen Uebersetzung der Chronik wiedergegeben ist. Dr. Barack wird seinen Fund veröffentlichen.
(Ill. Ztg.)
Inserate und Bekanntmachungen.
Jahresconferenz des germanischen Museums.
Die diesjährige ~Conferenz des Gelehrten- und des Verwaltungsausschusses, wie auch der Pfleger des germanischen Museums~ wird dahier
=am 1. October d. J.=
und an den nächstfolgenden Tagen abgehalten werden.
/Nürnberg/, 15. August 1866. =Der Vorstand des germanischen Museums.=
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. /Sebald/’sche Buchdruckerei.
ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
Neue Folge. Dreizehnter Jahrgang.
/Nürnberg./ Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_ incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuſs oder 2 Thlr. preuſs.
Für _Frankreich_ abonniert man in Straſsburg bei C. F. Schmidt, in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11. rue de Lille, oder bei dem Postamt in Karlsruhe; für _England_ bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für _Nordamerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.
Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, F. A. /Brockhaus/ in Leipzig, befördert.
Inserate, welche mit den Zwecken des Anzeigers und dessen wissenschaftlichem Gebiete in Verbindung stehen, werden aufgenommen und der Raum einer Columnenzeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
1866. Nº 9. September.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
Ordnung des Dompropsts Kilian von Bibra, des Dechants Mertein von der Kere und des Domkapitels zu Würzburg für die Stadt Karlstadt.
Mitgetheilt von Dr. C. /Will/.
Wir Kilian von Bibra in geistlichen rechten Doctor, Thumprobst Mertein von der kere Techant vnd das Capitel des Thumestiffts zu Wirtzpurg. Als in kurtz vergangener Zeit, etweuil Irsals geprechen vnd Zwittrecht In vnser Stat karelstat zwischen vnsern lieben, getrewen, dem Rathe vnd gemeyns mannen doselbst erwachssen vnd auferstanden sind derhalben vnnsere vorfarn vnd auch wir vmb guter dinge, frids eynigkeit vnd gemeyns nutzs, willen vermelter vnser Stat zum offtern male gehandelt ordenunge vnd satzung des Regiments zwischen Rate vnd gemeynde gemacht vnd letzst bey dem Erwirdigen Herrn Ludwigen vom Weyers seiligen vnnserm Thumtechant, vmb gemeynes nutze vnd eynigkeit willen gemeiner vnser Stat zwen Rethe einen Innern vnd einen eussern Rathe mitsampt einer ordenunge wie sie regiren vnd sich gein einander halten solten nach laut vnd Inhalt zweier besigilter brif die wir denselben zweyen Rethen vnter vnnserm des Capitels anhangenden Insigele gleichs lauts geben gehabt die in Irem besluſs vnter anderm In sich gehalten haben, das vns vnd vnsern nachkomen am Capitel als Iren rechten herren darInn vorbehalten gewesen dieselben ordenunge vnd satzung zu meren zu myndern zu bessern gantz ab zuthun vnd newe zu machen etc. Wan aber solich vnser vnd vnser vorfarn ordenunge vnd satzung auch schrifftlich, vnd müntlich gutlich vnterrichtung zwischen den vnnsern obgemelt, noch biſshere nicht vast fruchtbar gewesen oder zu gemeynem nutze vermelter vnser Stat fride vnd enigkeit gedynet hat, Sunder dieselben zwen Rethe sind ye mere, vnd mere zu widderwillen komen Also das Ir clage zu mermalen fur vns In ein Capitel erschollen ist vnnd gelanget hat, die vns dermassen zu hertzen gangen bewegt vnd vrsache gegeben handt, das wir derhalben die Erwirdigen vnd wirdigen Herrn Mertein Thumtechant, vnd Balthasar von der kere geuettern Heinrichen vom Lichtenstein vnd Jorgen von Seckendorff Rinhofen genant vnnsere mittumherrn zu Ine gein karelstat gefertiget vnd geschickt haben, dieselben zwen Rethe In Iren geprechen vnd hendeln geineinander nach aller notturft zuuerhoren. vnd die stucke aufzuzeichen vnd wie sie dieselben durch gute mittel nicht vertragen möchten an ein Capitel zubringen vnd gelangen zu lassen. vnd nachdem aber die obgemelten gesanten vnserer herrn vnd frunde beyde Rethe in bey wesen vnser Amptleuthe zu karelstat gnugksamlich geineinander verhört auch Ire geprechen, clage vnd antwort schrifftlichen verzeichent, vnd der mittel dodurch sie In Irem Regiment nach laut vorgemelter verschreibung vnd annder vntterrichtung Ine von vns vnd den vnnsern gescheen In fride vnd eynigkeit zu pleiben nicht finden möchten wan sie von beyden Rethen denselben geschickten vnseren herrn vnd frunden souil zuerkennen geben haben, das Ir Regiment bey einander nicht besteen Auch für die Herschafft vnd gemeyner Stat, die lenge nicht nutze oder fruchtpar sey vnd daruff bitlichen begert das wir sie beiderseit Irer pflicht von Rats wegen getan ledig sagen vnd ein newerung des Rats ordnen vnd machen wollen das aber die vergemelten vnser herre der Techandt vnd andere vnnsere mittumherrn nit haben annemen wollen, Sonder solich Ire geprechen vnd zwittrecht mitsampt Irer bethe das mañ sie vrlauben vnd des Rats pflicht ledig sagen solle an ein Capitel zubringen Als sie vns dañ in einem mechtigen Capitel gnugsamliche relacion dauon getan haben. Wan wir aber in semlichen gebrechen zwittrechten vnd fürbringen beider Rethe nicht brufen oder befinden, das einicher teyle noch zur zeit sich vergriffen oder in eyniche weis gehandelt habe das Ime zu verweisen stee oder in vneren nachredlichen sey Sonder allein das ein argkwenigkeit haſs vnd widerwille zwischen dem Innern vnd ewssern Rathe swebe vnd entsprungen sey der sich wo der nicht verkomen würde, von tage zu tage eüffen meren vnd in einen mercklichen schaden vnd vnrathe der Herschafft vnd gemelter Stat komen vnd wachssen mochte. Nu wir aber auſs gantzem vnnserm gemute vnd willen So ferre wir konnen vnd mogen geneigt vnd geflissen sind fride Süne vnd einigkeit zu machen vnd wes den vnnsern zu nutze vnd fromen komen vnd an Irem zunemen eren vnd guts erspriſslichen sein solte zu furderen wider willen vnfride vnd argkwenigkeit zustillen vnd abzuschneiden. Vnd demnach domit die vnsern zu karelstat derselben Irer zwittrecht vnd vneynigkeit icht zu grosserm vnrathe oder verdurplickeit Irer narunge fallen Sunder gemeinen nütze vnser vnd der Stat auch Ir selbst dester statlicher gesuchen vnd gefurdern mogen. vnd zu gutem gedeihen pracht werden, vnd das wir vnd vnnser nachkomen vns hinfure gegetrewer dinsthilff vnd beistands so es die notturfft erfordert dester vollkomener zu Ine versehen vnd vertrosten Auch wir sie wider vmb dester fruchtbarlicher mit gnaden versehen schutzen schirmen vnd verteydigen mogen das alles vnd mere dapffer sachen die vns darzu bewegen angesehen Bekennen wir mit diser schrifft fur vns vnd alle vnnsere nachkomen am Cappitel vnd thun kunt allermeniglich das wir mit guter vorbetrachtung vnd zeitlichem vorrathe den wir hirInn gehabt Im aller besten vf das die gemelt vnnser Stat zu besser ordenung vnd regirunge auch gemeiner Stat vnd Inwoner Ere lobe vnd nutze dester groſslicher geprufet vnd gesucht werden moge. Vnd sunderlich merern vnwillen schaden vnd vnrathe So vns vnseren nachkomen vnd der gemelten vnser Stat auſs obgedachtem Irem wider willen erwachssen sein mochte zu verkomen vns vnd den mergedachten vnsern Bürgern vnd vnterthanen zu karlstat Rathe vnd Gemeinde zu nutze vnd zugute haben wir die vorgemelten ordenunge vnd satzunge bey dem vom Weyers gemacht, vnd gegeben getodt, vnd abe gethan Totten vnd thun die wissentlichen abe In crafft dits brifs vnd vnnser oberkeit die wir do haben vnd geben Ine diese hienachgeschriebene newe ordenunge satzung vnd regirunge die wir auch also vestiglich gestrengklichen vnd vnuerprochenlichen von einem igklichen vnnsern burgern vnd Inwonern zu karelstat er sey Im Rathe oder in der gemeinde gehalten haben wollen vnd der bey seinen pflichten vns verwant getrewlichen volge zuthun.
Item vnd nemlichen zum ersten also Setzen ordenen vnd wollen wir das Nu hinfuro doselbst zu karelstat nicht merer dann ein einiger Rathe von zwölf personen sein soll, die wir auch itzunt vff Ir bethlichs vnd gesynnen als sie wie vorgemelt ist vrlaub gefordert han yedoch nit vmb miſshandelung Auch nymant zu smehe oder zu vneren von newem darein gewelet gesetzt, vnd genomen Nemlichen Wolff Plessen Cuntz durren Endres Grünnigk, Contzen Altman Gilgen hoffstetter Clausen Greiffen Peter Schonhart, Hansen Hiltprant, Peter krugk Clausen Ecken Hannsen Scheffer vnd Peter Schrautenbach die alle vnd Ir igklicher besunder einen Rathe von newen globt vnd geswörn haben.
Item vnd ob es sich hinfuro begebe das einer oder merer auſs den genanten zwolffern von tods wegen oder sunst vmb mercklicher vrsache willen auſs dem Rathe abgingen wie das geschicht das got beuolhen sey So sollen vns vnd vnnsern nachkomen am Capitel die andern Im Rathe vier oder sechs tugliche persone auſs der gemeynde verzeichent schicken als von alter herkomen ist auſs den selben, oder andern wir vns vorbehalten die abgegangen personen Im Rathe wider zuerfollen die dann auch globen vnd sweren sollen In massen die andern Im Rathe gethan haben.
Item dieselben zwolff Im Rathe sollen also Jerlich vnd ein ydes Jare besunder allewegen vf des heiligen Creutzs tage Exaltacionis genant, In beywesen vnnsers Schultheissen den wir ye zu zeitten do haben werden, Zwen auſs Ine zu Burgermeistern welen vnd machen vnd dieselben die also Jerlich zu Burgermeistern gesetzt gewelet vnd gemacht werden Auch ein igklicher der In den Rath genomen Wirdet Sollen vnnserm Schultheissen den wir do haben an vnser Stat vnd von gemeiner Stat wegen nach Inhalt des eyds daruber begriffen globen vnd sweren der herschafft vnd Statsachen Ingemein vnd besunder nach Irem besten vermogen vnd verstentniſs zu Rathen zu handeln vnd auſszurichten.
Item auch die Burgermeistere vmb alles vnd igklichs Ir einnemen vnd auſsgeben gros vnd klein nicht auſsgenomen getrewlichen rechnunge thun vnd so Ir Jarzeit vergeet, vf obgemelten des heiligen Creutzstag mit derselben Irer rechnung geschickt sein yedoch das sie vns das zeitlichen vor verkünden mit Irem brife oder kuntlichen boten ob wir vf vermelten Tage die vnsern auch zu Irer rechnung schicken wolten, Wo wir aber ander vnser anligenden sachenhalb vf genanten tage zu solcher rechnunge nicht geschicken mochten, das sie dann Irre rechnunge verzihen auch Irs Ampts nicht ledig sein sollen, biſs vf einen andern tage den wir Ine ernennen vnd die vnsern dobej gehaben mogen von Irem einnemen vnd auſsgeben rechnunge zu horen zu der sie also geschickt sein das sie derselben Irer rechnunge drew Register gleichs lauts machen lassen sollen vns der eins dem Rathe von gemeiner Stat wegen das annder vberantwurtten vnd das drit fur sich behalten.
Item wir setzen ordnen vnd wollen auch das nü hinfure In gemelter vnnser Stat karelstat auſs der gemeynde vier virteillmaister gesetzt, gemacht, vnd sein sollen Als wir die dann auch itzunt gesetzt gemacht, vnd furgenomen haben mit namen Betzen Mergentheim Im Höenecker virteil Hannsen Eisengart Im Rotensteiger virteil Wilhelmen Schmidt Im Multhurner virteil vnd Clausen Renckner Im Rotenhurner virteil, die Itzgemelten vnd andere Ire nachkommen sollen hinfure mitsampt vnnserm Schultheissen den wir itzunt oder hinfure do habenn werden zu allen vnd igklichen rechnungen aller Amptleuthe der Burgermeistere Bethsetzer Gotshauſsmeister Pruderschafft Maister Spitalvberseher etc. Auch zu andern grossen vnd dapffern sachen die Herschafft vnd gemeiner Stat betreffendt als einen Hernzugk einen kostlichen Bawe der Stat, Oder so einer mit gedinge In die bethe doselbst komen oder eindingen oder so der herschafft vnd gemeiner Stat vehde zustunde ein ordenunge der were zu machen, oder die letze zu bestellen Oder so man ein Summ gelts fur die Stat aufbringen solte, das doch anders nit dann wie hernachgeschrieben steet sein soll Oder der gleichen sachen Ratslagen solle allewegen von einem Rate darzu gefordert werden vnd dabey sein vnd wes solcher hendel, notturfft ist an ein gemeinde zu pringen oder gelangen zu lassen das sollen die virteil Maister vf beuelhe vnnsers Schultheissen vnd eins Rats mit einer gemeinde ein yder nach seinem beuelhe an sein virteil darInn er gesessen ist getreulichen anpringen werben vnd Ir meynunge empfahen vnd dann wider In einem Rathe In bey wesen vnnsers Schultheissen eroffnen vnd dann dieselben Sache mitsampt Schultheiſsen vnd einem Rathe nach dem besten helffen Ratstagen nach nütze vnd notturfft der herschafft vnd gemeiner Stat helffen handeln. Aber sunst on beuelhe vnnsers Schultheissen vnd eins Rats kein Gemeinde zu Sammen verpotten in keineweiſs ongeuerde.
Item wir setzen ordenen vnd wollen auch das hinfure weder Rathe oder virteilmeister In gemein oder besunder kein ewige gelt leipgedinge, oder auch sünsten kein Summ gelts weder vil oder wenig bei Iren eyden vnd pflichten vns verwant, fur die gemelten vnser Stat, verkauffen entlehen, oder auſspringen sollen on sunderlichen vnnsern des Capitels küntlichen willen wissen vnd erleubung Sunder ob Ine einiche Summ gelts oder leipgeding die Sie itzunt von Gemeiner Stat wegen Jars zugeben schuldig sind abstürbe vns das bey denselben Iren pflichten zuuerkunden vnd nit zu verhalten.
Item Es sollen auch weder vnser Schultheis oder die Im Rathe In die bethe nymant lassen eindingen oder auch kein Summ gelts von nymandt entlehen darumb sie ymandt dester gleicher der beth halb wolten sitzen lassen on sunderliches wissen vnd willen der virteilmeistere in keinerweise ongeuerde.
Item Wir setzen ordenen vnd wollen auch das hinfure weder die Burgermeistere oder ein Rathe on besonder laube wissen vnd willen vnnsers Schultheissen keinen Rathe halten oder machen sollen Es wer dann das er nicht verhanden oder nit anheim vnd die sache so dapffer were die herschafft oder die Stat betreffe, das es die notturfft eruordert So sollen sie vnnsern Amptman zu karelburg, oder vnnsern kellner zu karelstat wu der einer verbanden were dorzu vordem.
Item Sie sollen auch nymant der vnsren weder in Stat noch auſs vnserm Ampte karelburg oder auch sunst nymant allein auſsgenomen der Stat dienere als thorwartten thurn leuthe wechter Schroter etc. weder zustraffe oder zu gefengknus annemen weder heymlich noch offenlich on willen vnd wissen vnnsers Schultheissen oder ander vnnser Amptleüth Sunder wie vnd welcher maſsen sich ymandt verhandelt der zu Straffe gefengknus oder verhefftigung angenomen werden soll Es sey zugestrengem oder fruntlichem Rechten oder sunst vmb straffe willen das sol alles mit laübe vnd wissen vnnsers Schultheiſsen, oder ander vnnser Amptleuthe doselbst gescheen, die dann an vnnser Stat aller vnd igklicher gefengknus oder beheltnus In der Stat vnd vff dem Slos karelburg mechtig sein sollen rechts vnd gerichts zu verhelffen, darzu Ine auch die gesworn Statbuttel, So sie darumb angesücht wurden bey Iren eyden vnd pflichten beholffen sein sollen Es were dann das der vermelten vnnser Schultheis oder der andern vnnser Amptleuth keiner verhanden vnd der Handel also gestalt were das es die notturfft eruordert. So haben die Burgermeistere vnd ein Rathe gut macht einen igklichen Inüerhefftüng vnd gefengknus an zunemen biſs an vnnser Amptleuth ongeuerde.
Item Wir setzen ordnen vnd wollen auch das ein Rathe hinfure in beywesen vnnsers Schultheissen die andern Ampt als bethsetzer Gotshauſsmaister Bruderschaftmeister Spitalvberseher also ordnen vnd bestellen sollen, das allewegen vnd ein ydes Jare besonder einer auſs dem Rathe, vnd darzu einer auſs der Gemeinde, oder von den virteilmeistern zu der Ampt einem genomen werden sollen, vnd welche also auſs dem Rathe des ersten zu den Ampten gewelet werden, der sol yder zwey Jare vf das male daran pleiben vnd die die auſs der Gemeynde oder von den virteilmeistern darzu gegeben werden sollen yder das erstmale Ein Jare daran sein, Aber hernach welche zu gemelten Ampten gewelet werden Es sey Im Rathe oder auſs der gemeinde der sol yder ye zwey Jare an der Ampte einem sein vnd pleiben, vnd darnach einander an sein Stat genomen, Auſsgenomen die bethsetzer sollen Jerlich veranndert werden Vnd dieselben Amptleuthe alle sollen mit Irer rechenschafft vf obgemelten tag, gleich wie die Burgermeistere geschickt sein dieselben Ire rechnung vor den die wir von Capitels wegen darzuschicken ob sie dobey sein wollen vor dem Schultheissen Rathe vnd virteil Maistern zu thun Vnd so dann solche rechenschafft der Burger Maistere Bethsetzer Gotshauſsmaister alle vnd igkliche wie vorgemelt ist gethan vnd gescheen vnd die gegen Register vberantwort sind, Alsdann wollen wir verfügen, das zwen von Rats wegen vnd zwen virteilmeistere daruber gegeben werden solich rechenschafft In einem monat dem nesten nach yder rechnunge getrewlichen mit allem vleis zu vbersehen deſsgleichen wir vns zuthun auch vorbehalten werden dann die Rechnung alle vnd yde besundere recht vnd aufrichtig funden So soll mann einer yden rechnunge des also Ireñ Receſss mit verzaichnus der namen die die rechnung besehen haben schreiben wurden aber etliche Artikel es were Im einnemen oder auſsgeben dor Inn gemerckt daran die besichtiger zweifel hetten vnd nit gnügig weren, die sollen aufgezeichent werden, von denselben besichtigern, vnd dieselben Amptleuthe die es betrifft vor den die wir daruber schicken vnd ordenen Auch vor dem Schultheissen Rathe vnd virteill Maistern, zurede setzen mogen sie dann dieselben Artikel genugksamlich verantwortten wol vnd gut So sol man In Iren Recesſs schreiben wie vorgeschrieben steet. Mogen sie aber der nicht verantwurten, oder gnügklich vnterrichtung thun, So wollen wir vns furter darInn auch vorbehalten haben gegen denselben die es betrifft nach einem billichen zu handeln.
Item wir setzen ordnen vnd wollen auch nachdem hievor das vngelt zu karelstat, einzubringen den Burgermeistern beuolhen ist etc. dasselbig vngelt sol nü hinfure abermals Jerlich den Burgermeistern dermassen wie vor beuolhen vnd deſshalben sunderlich In Iren eydt gepünden werden dasselbig vngelt mitsampt einem igklichen vnserm kellner getreulich, einzuuordern ein zunemen vnd damit getrewlichen vnd ongeuerlich vmb zugeen Auch vnnsern halben teyle dauon an allen abbruche vnd abgangk vnnserm kellner zu karelstat zubehendigen vnd vberantwurtten an alles geuerde.
Item wir setzen ordnen vnd wollen auch das hinfure also gehalten haben welche persone Sie sind auſs dem Rate oder auſs der Gemeinde In der Stat sachen vnd hendeln zu botschafft geschickt werden Sind sie zu pferde So sollen die Bürgermeistere Ir ydem zu tag vnd zur nacht vf ein pferdt ein ort eins guldin Sind sie aber zu fuſs ye einen tag vnd nacht dreissigk pfenning vnd auch nit mere zu zerung geben.
Item Es sol auch Ein Rathe mitsampt vnnserm Schultheissen hinfure alle cleyne Ampte der Stat als visirer thorwarttern Thurenleuthe wachter kornmesser Schrotter vnterkauffer Statputel etc. vnd dergleichen nach Irem besten gut bedüncken der Herschafft vnd der gemeinen Statnütze vnd fromen darInn brufen vnd ansehen bestellen Setzen vnd entsetzen vnuerhindert der virteilmeister vnd gemeinde doch also das dieselben Amptleuth alle vnd Ir yder besunder vnnserm Schultheissen an vnnser Stat als offt es notturfft ist globen vnd sweren sollen vnnsern vnd der Stat schaden zu warnen Fromen vnd bestes zu werben Auch vns oder vnsern Amptleuthen an vnnser Stat, vnd dem Rathe gehorsam zu sein vnnser Herschafft vnd oberkeit noch Irem besten vermögen hellfen zu hanthaben ongeuerde.
Item Wir setzen ordenen vnd wollen auch Als die vnnsern zu karelstat durch vnterrichtigunge der wirdigen vnnser lieben herrn vnd mittumherrn herrn Johannsen Grewssings vnd herrn Jorgen von Gichs mit den Bethsetzern einen anfangk furgenomen haben das man Jerlich die bethsetzer einen auſs dem Rathe vnd einen auſs der Gemeinde welen vnd machen sol alsdann hieuor auch dauon gemelt ist vnd die bethe vf vier zile Im Jare einzupringen vnd zu bezalen derselbig anfangk als wir von den vnnsern selbs bericht werden für gemeyne Statnutze vnd gut sey dobey sol es auch hinfure vnuerruckt pleiben. Aber mit der bethe vnd die bethe einzupringen vf das nu hinfure alle lessigkeit vnd versewmnus die hinterstelligen bethe auch die zukunfftigen bethe eins yden Jars einzupringen der Stat schaden verkomen vnd durch die Bethemeistere die bethe ein zuuordern auch durch einen yden die zu geben dester meher vnd besser vleis angekert werde sol es also gehalten werden. Das hinfure die gesworn vnterkauffere vber den wein gesatzt bey gesworn eyden den bethemeistern zu versteen vnd verzeichnet geben sollen wieuil weins ein igklicher verkaufft vnd wie er den verkaufft hab, So sollen die Schroter auch bey Iren gesworn eyden nymant kein verkaufften wein auſschroten, er habe Ine dann zu uoran ein zeichen von den Bethmeistern bracht So sollen die Bethmeistere keinem kein zeichen geben Er hab Ine dann zuuor anglobt sich mit Ine vmb die beth zuuertragen vnd von dem geloſsten gelt auszurichten. Deſsgleichen sol auch keiner keinen wein zu zapffen auſs schencken er hab den das ein zeichen vnd dem Bethmeistere globt, wie obgemelt ist vnd also ein yder er sei Reiche oder Arme verpflicht vnd geschickt sein Sein Stewre vnd bethe vf die vier zile die als obsteet furgenomen sind, an alles verzihen auſszurichten vnd zubezalen. So sollen die Bethmeister die Ihenen die also sewmigk sein wurden mit vleis vmb bezalung der bethe ersuchen lassen vnd auch alsdann an vnser Stat vnd von vnnsern wegen macht haben den oder dieselben die dorüber aber sewmigk wurden die Stat zu verbieten vnd sie auſs zutreiben die auch also von stundan auſsgeen vnd nicht wider einkomen sollen. Sie haben dann zuuoran Ir stewr vnd bethe bezaltt vnd welcher oder welche aber den also die Stat verpoten were wider zu Karelstat ein geen würden Ehr vnd sie die Bethe vnd Stewr bezalt hetten den oder dieselben Sol vnser Schultheis vnd die Burgermeistere zu hefften vnd gefengknus nemen vnd also gefengklichen halten biſs vf vnser vnd vnser nachkommen ferner gescheffte vnd die Burgermeistere sollen sich auch den Bethmeistern In Ir Ampt nicht slahen, Ine darein nicht tragen noch ymands frist geben.
Item vnd domit auch die Bethmeistere dester mere fleis furwenden die bethe einzupringen Setzen vnd wollen wir wue sich vff ein oder mere zile erfunde das einer oder mere Ir Stewr nicht bezalt hetten, vnd die Bethmeister bey brechten das sie gein dem oder denselben den obgedachten vleis die Stewr von denselben einzufordern vnd einzubringen nit angekeret vnd dieselben auſsgetrieben, das die Bethmeister dieselben Beth selbst bezalen sollen.
Item Wir behalten auch hirInnen vns vnd allen vnnsern Nachkomen am Capitel vor dise vnsere satzung vnd ordenunge zu meren zu myndern gantz auffzuheben vnd ein newe zu machen als offt vnd dicke das die notturfft eruordert, vnd vns gut sein bedüncken wirdet. Geben vnd versigilt vnter vnnserm des Cappitels anhangendem Insiegel Am dinstage nach der heiligen dreier konige tag Nach cristi vnnsers lieben herren gepurt Tausent vierhundert vnd In dem zweyvndachtzigisten Jaren.
* * * * *
Die vorstehende Ordnung habe ich einer gleichzeitigen wohlerhaltenen Copie entnommen. Dieselbe ist auf Pergament geschrieben und füllt 8½ Seiten in folio. Auf der ersten Seite, welche als Umschlag dient, steht von offenbar neuerer, die ältren Schriftzüge nachahmender Hand: XXVII Kilian von Bibra 1482. Das letzte Blatt ist unbeschrieben; das Ganze mit rothseidner Cordel geheftet.
Die Handschrift befindet sich gegenwärtig im Besitze des Freiherrn Ernst von Bibra in Nürnberg.
Vorläufer der Lokomotive im 17. Jahrhunderte.
Wenn wir unsere neuesten groſsen Erfindungen in’s Auge fassen, so finden wir für viele derselben die Vorstufen lange vorbereitet. So auch für das Eisenbahnwesen. Eines der wesentlichsten Elemente desselben, der Wagen, der die Triebkraft in sich selbst führt, ist eine Erfindung des 17. Jahrh., wenn auch damals nichts anderes als eine mechanische Spielerei damit bezweckt war. Der groſsartigste derartige Wagen war der von Johann Kautsch (geb. 1595) anno 1649 zu Nürnberg gebaute[A] der auf 4 Rädern fuhr. Auf den rückwärtigen ruhte ein groſser Kasten, in dem sich ein Räderwerk befand, das durch einige, gleichfalls in diesem Kasten befindliche und somit den Blicken verborgene Menschen getrieben wurde. Oben saſs der Erfinder und leitete den Wagen, dessen vorderes Ende in einen Drachen auslief, der die Augen verdrehte, und, wenn das Volk den Weg versperrte, Wasser ausspie. Ein Paar am Wagen angebrachter Engel hatten bewegliche Arme und bliesen die Posaune. 1650 kaufte Karl Gustav von Schweden diesen Wagen um 500 Thlr. und sendete ihn nach Stockholm. Später verfertigte derselbe Künstler einen ähnlichen Wagen als Triumphwagen für den König von Dänemark, nachdem er schon vorher Stühle für Podagristen in gröſserer Zahl gefertigt hatte, worin sitzend sich dieselben durch Kraft der Arme im Zimmer hin- und herbewegen konnten.
Aehnlich diesen Stühlen fertigte der gelähmte Uhrmacher Stephan Farfler[B] zu Nürnberg (geb. 1633, † 1689) Kunstwägen mit 3 und 4 Rädern, die durch Kurbeln getrieben wurden, welche ein in einem Kasten vor dem Fahrenden befindliches Räderwerk bewegten, das das eine oder die beiden Vorderräder trieb. Es ist fast genau dasselbe Fuhrwerk, wie die Draisine, die bei Eisenbahnen gebraucht wird. Nur ist, da es sich hier darum handelte, auf gewöhnlichem Boden zu fahren, der ganze Apparat nichts anderes, als eine Verlegung der eigent-Thätigkeit der Beine in die Arme. Die Arme müssen den Körper fortbewegen, müssen aber nicht blos die beim Gehen aufwendete Kraft zur Fortbewegung des Körpers allein, sondern auch noch zur Fortbewegung des Wagens liefern, müssen auſserdem noch all die Kraft aufwenden, die durch Reibung und Widerstand des Räderwerks in der Maschine erfordert wird. Uebrigens bleibt der Bau solcher Wägen stets eine interessante mechanische Spielerei, ähnlich andern, die in der ihrer Erfindungsgabe und Kunstfertigkeit wegen berühmten Stadt Nürnberg damals gefertigt wurden[C].
Fertigte man in der Stadt des Witzes mechanische Spielelereien, so wird es natürlich erscheinen, daſs man in Holland, dem Lande der Windmühlen und der Segelschiffe, darauf ausgieng, den Wind als bewegende Kraft zu benützen, also die thierische Triebkraft durch eine Naturkraft zu ersetzen. Man baute daselbst die Windwägen, von denen der alte Merian[D] bei Betrachtung von /Scheveningen/ schreibt: Scheveringen, ein Dorff nahend dem Haag gelegen, allda die Wind-Wägen gewisen werden, deren sich Printz Moritz von Oranien biſsweilen gebraucht hat, wann er neben deſs Meers Gestade spatzieren fahren wolte. Und haben in einem solcher Wägen 28 Männer sitzen, und innerhalb zwo Stunden vierzehen Holländische Meilen, nemlich von Scheveringen, bis nach Pettem, mit solcher Geschwindigkeit fahren können, daſs die vorüber raisende sie nicht haben kennen, oder ein Pferd ihnen lang gleich lauffen können. Der Erfinder dieser Wägen ist der vornehme und berühmte Mathematicus Simon Steevinus gewesen.
Ob ein derartiger Wagen sich erhalten hat, konnten wir nicht in Erfahrung bringen, auch waren uns bis jetzt keine Abbildungen zu Gesicht gekommen. Im Nachlasse des bekannten Heideloff fand sich jedoch ein interessantes Stammbuch eines Andreas Setzinger, in das eine groſse Zahl hervorragender Personen, darunter auch Moriz von Oranien, ihre Namen eingezeichnet haben, und das mit dem Besitzer groſse Reisen machte und so mit ihm auch Holland sah[E]. Wie alle diese Stammbücher durch Malereien ausgestattet sind, so finden sich auch in diesem viele für die Kulturgeschichte, speciell für die Kostümgeschichte jener Zeit wichtige Malereien. Darunter kommt auch auf einem Blatte die Abbildung eines solchen, wie ein Schiff mit Segeln versehenen Windwagens vor, den wir seines Interesses wegen nachstehend in Gröſse des Originals abgebildet haben. Zwar sind auf denselben nicht 28, sondern (mit dem Steuermann) nur 6 Figuren gezeichnet. Ein offner Kasten mit hoher Rückwand, um die dem Windanfalle ausgesetzte Oberfläche zu mehren, ruht auf vier Rädern mit sehr breiten Felgen (um nicht in den Dünensand einzuschneiden). In der Mitte erhebt sich ein Mastbaum, an dem eine Raa angebracht ist, die ein groſses geschwelltes Segel trägt. Vorn ist ein Bugspriet, das gleichfalls mit einem Segel versehen ist. Eine Vorrichtung zum Lenken des Wagens muſste am vorderen Ende angebracht sein. Die Zeichnung zeigt nur eine der Handhaben, ähnlich der des Steuerruders, in der Hand des Lenkers. Wohl um die Schnelligkeit anzuzeigen, ist ein Windspiel in vollem Lauf hinter dem Wagen angebracht.
/Nürnberg./ /A. Essenwein./
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Doppelmayr’s Historische Nachricht von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern etc. Nürnberg, 1730, S. 300, mit Abbildung.]
[Fußnote B: Daselbst, S. 302, mit Abbildung zweier solcher Wägen, von denen der vierrädrige noch im Original in der Stadtbibliothek zu Nürnberg erhalten ist.]
[Fußnote C: Hautsch, dessen Sohn und Andere fertigten mancherlei groſse Schaustücke mit vielen beweglichen Figuren, ähnlich den an den groſsen Uhren des späteren Mittelalters vorkommenden beweglichen Figuren, s. Doppelmayr an verschiedenen Orten.]
[Fußnote D: M. Zeiller’s Topographia Germaniae Inferioris daſs ist Beschreibung und Abbildung der Vornehmsten Stätten Vöstungen und Öhrter so wohl in grund als in Prospect, in den XVII Niederländischen Provintien liegend etc. Frankfurt bei Caspar Merian. Ausgabe von 1659, S. 150.]
[Fußnote E: Vgl. die Beilage zur vorigen Nummer des Anzeigers, vermischte Nachrichten, Nr. 76.]
Zur Literatur des Seelentrostes.
Eine eingehende Kenntniſs dieses anziehenden Erbauungsbuches des ausgehenden Mittelalters verdankt die vaterländische Wissenschaft zunächst Franz Pfeiffer, der in den 3 ersten Bänden der Frommann’schen Mundarten reichhaltige Auszüge aus demselben veröffentlicht und durch ein nachfolgendes Wörterverzeichniſs erläutert hat. Diese Publication ist Eduard Bodemann unbekannt oder unzugänglich gewesen, der neuerdings in dem Prachtwerk „Xylographische und Typographische Incunabeln der königlichen öffentlichen Bibliothek zu Hannover. Hannover, 1866,“ Nr. 88, S. 68, 69 über den Seelentrost gehandelt hat.
Ich gestatte mir demnach seine Darstellung aus Pfeiffer’s Worten a. a. O. und anderem mir zugänglich gewordenen Materiale theils zu ergänzen, theils zu berichtigen, unter der ausdrücklichen Voraussetzung, daſs Kenner und Freunde der einschlagenden Literatur gegen die Mängel und Lücken meiner Darstellung dieselbe kritische Pflicht erfüllen werden.
I. An /Handschriften/ des Seelentrostes verzeichnet Bodemann, zum Theil nach Geffcken’s Bilderkatechismus:
a) hochdeutsche: 1. die Gieſsener vom Jahre 1460. Cod. Nr. 850.
Hinzuzufügen ist 2. die /Hamburger/, welche Geffcken S. 45 für die älteste der ihm bekannt gewordenen Hss. ansieht.
b) niederdeutsche:
1. die Oldenburger vom Jahre 1407,
2. eine Hamburger niederdeutsche (da Geffcken eine solche Hs. nicht erwähnt, so vermuthe ich bis zum näheren Nachweis eine Verwechslung mit der unter a. verzeichneten hd. Hamburger Hsch.),
3. und 4. zwei Wolfenbüttler Hsch., deren eine cod. Helmstad. 418 die 10 Gebote, die andere cod. Helmstad. 255 die 7 Sacramente behandelt (unsre Zweifel gegen die letzte Angabe s. unter III),
5. eine Hs. vom Jahre 1473 auf der Königl. Bibliothek zu Hannover.
Als 6. füge man das Bruchstück einer Wolfenb. Hs. hinzu, nach der Bruns zum Schluſs seiner rom. Gedd. 1798 die Erzählung von Alexander dem Groſsen abgedruckt hat. Der Abschnitt bildet das Ende des /groſsen/ Seelentrostes.
c) Die von Pfeiffer in d. Mundarten I, 174 erwähnten 3 cölnischen oder niederrheinischen Hsch. sind auch bei Geffcken S. 111 verzeichnet, dessen Nachträge Bodemann wird übersehen haben. Wenn aber Geffcken für die ehemalige Tuchersche Hs. die Vermuthung äuſsert „jetzt wohl in Neuburg“, so diene zur Widerlegung derselben die Notiz im Anzeiger 1833, S. 107 „nun Eigenthum der Gesellschaft zur Erhaltung deutscher Denkmäler zu Nürnberg.“ Die jetzige Redaction des Anzeigers hat vielleicht die Güte, die frühere Angabe auch für die Gegenwart zu bestätigen.
II. Ueber die Drucke äuſsert Bodemann: „Das Buch ist in verschiedenen Dialekten, in denselben Jahren, an verschiedenen Orten: Augsburg, Utrecht, Haarlem, Zwoll, Cöln etc. 1478-1489 gedruckt.“
Diese Zeitbestimmung ist nach beiden Seiten zu eng. Vor 1478 erschien eine Ausg. /Colon. I. Coilhoff 1474/. 4. Das einzige bekannte Exemplar derselben befindet sich im britt. Museum und ist aus dem Antiquariat von Asher in Berlin erworben, s. Asher catal. de livres rares et curieux LVIII, S. 211, Nr. 3306. Die Ausgabe umfaſst den /groſsen und kleinen/ Seelentrost. Der Katalog nennt weiter mit besonderer Auszeichnung „das gulden ave Maria“. Damit vgl. man die Beschreibung des 2., nun als Coilhoff’sche Ausgabe bekannten Hannover’schen Exemplars von 1489 bei Bodemann.
Nach 1489 kann ich noch 2 Drucke nennen:
Zwoll. P. van Os. 1491 Fol. (ein Exemplar in Oldenburg laut briefl. Mittheilung des Herrn Dr. Merzdorf, s. Ebert, bibliogr. Lexic. Nr. 23133).
Cöln. S. Kruffter 1523 oder 1529. Die erste Zahl bei Geffcken, S. 48, die zweite ib. S. 110.
III. Von besonderer Wichtigkeit ist die Frage, welche von den Hss., welche von den Drucken den groſsen Seelentrost, d. h. die Erläuterung der 10 Gebote allein, welche den kleinen Seelentrost zugleich mitumfaſst.
/Schwerin./ /Latendorf./
Beiträge zur schweizerischen Kunstgeschichte.
Mitgetheilt von /Ed. His-Heusler/, Mitglied der Direction der Kunstsammlung zu Basel.
II.
In der Morizkapelle zu Nürnberg befinden sich unter Nr. 121 und 138 zwei Gemälde: Mariä Tempelgang und Vermählung, welche im Kataloge irrthümlicher Weise dem Hans Burgkmair zugeschrieben sind, während sich dieselben sogleich als zu einer Folge aus dem Leben der Maria gehörend zu erkennen geben, wovon sechs Darstellungen in der Gallerie zu Basel aufbewahrt werden, welche, wie jetzt mit Sicherheit festgestellt ist, von dem Maler /Hans Fries/ aus Freiburg in der Schweiz herrühren. Nicht nur stimmen Gröſse, Format, Styl, Colorit und andere untrügliche Merkmale auf das Unzweifelhafteste überein, sondern auch die architektonische Einfassung der Darstellungen ist genau dieselbe. Auf dem Bilde der Geburt Mariä in der Baseler Folge findet sich das vollständige Monogramm des Künstlers, und ein dabei liegender Bernerbatzen weist auf das schweizerische Vaterland desselben. Auf den beiden Gemälden in Nürnberg fand ich dagegen H B und die Jahreszahl 1512, entdeckte aber mit geringer Mühe, daſs das B aus einem früheren F umgestaltet war, und zwar auf eine Weise, die nichts weniger als täuschend ist. -- Es ist um so unbegreiflicher, wie man Bilder, welche mit den deutlichen Buchstaben H F bezeichnet waren, so ohne Umstände als Burgkmair taufen konnte, als doch auch die Malerei mit derjenigen dieses Künstlers gar keine Verwandschaft zeigt[A]. -- Daſs man ihnen den rechten Namen nicht geben konnte, hat freilich darin seinen Grund, daſs derselbe Jahrhunderte lang verschollen war; mir ist es gelungen, den Namen Hans Fries vor vier Jahren wieder für die Nachwelt zu retten. Was ich über diesen Maler damals in Erfahrung bringen konnte, findet sich im IV. Bande von Nagler’s Monogrammisten unter Nr. 148. Seither entdeckte ich in Freiburg noch vier andere Gemälde von ihm, welche theilweise mit seinem ausgeschriebenen Namen bezeichnet sind, wie auch das im Aufsatz erwähnte Gemälde im Franziskanerkloster daselbst. Die willkürliche Bemerkung Nagler’s, daſs Fries zu den Malern gehöre, die aus Bescheidenheit ihre Bilder nicht mit Namenszeichen versahen, ist also ganz unrichtig, so wie sich dieser fleiſsige Kunstlexikograph auch sonst noch manche Verstümmlungen meiner ihm anvertrauten Notizen zu Schulden kommen lieſs. Auch in Colmar fanden sich Spuren von der Thätigkeit des Freiburger Malers, indem der frühere Archivar Hugot im Archiv des Capitels von St. Martin die Bestellung einer Altartafel aufgefunden hatte, welche dasselbe dem Maler Hans Fries zu malen auftrug. Als ich mir das betreffende Dokument wollte mittheilen lassen, war Hugot bereits krank und starb bald darauf. Sein Nachfolger, dem ich die Mittheilung verdankte, konnte es seither nicht wieder auffinden.
FUSSNOTE:
[Fußnote A: Wer den Gang der Nürnberger Kunstkennerschaft vom Beginn dieses Jahrhunderts genauer in Erfahrung gebracht, wird sich über solches Unternehmen nicht wundern. Der Katalog der Morizkapelle stammt aus einer Zeit, in welcher das Selbstbewuſstsein die Stirn sehr hoch trug, das Urtheil aber noch in den Windeln lag. Trotz aller Berichtigungen, die von Waagen’s Schriften bis zu diesem Aufsatze dafür gegeben worden, behält er die alte Form bei -- etwa weil der Prunk berühmter Namen vortheilhafter erscheint, als innere Wahrheit und wissenschaftlicher Gehalt? /Anm. d. Red./]
Zur Legende und Sage.
Von Dr. A. /Birlinger/ in München.
1) Das Verdorren oder Grünen und Aufleben menschlicher Glieder am lebenden, wie am todten Körper betonen die Legenden gern. Ich erinnere an die frische Zunge des hl. Johannes Nepomucenus. Sogar Kleidungsstücke der betreffenden, Gutes vollbracht habenden Hand, des Fuſses bleiben unversehrt, wenn das Glied längst vermodert. Als die Schweden das Grab des Marchthalischen wohlthätigen Abtes Jacob Heſs der Plünderung wegen aufdeckten, war der Handschuh der rechten Hand vollkommen frisch und unversehrt, als ob er erst von gestern, während alles Andere verwest schien. Ein Zeichen, daſs die rechte Hand die war, welche den Armen so viel gab. Siehe mein Volksth. I, S. 432.
In der schwäbischen kurzen Oswaldlegende, Münchener cgm. 257 f. 77a, Sp. 2, steht: „dô kuſst der biscof sîn rechte hand und sprach: gesegnet sei die hand; die sol nimêr erfûlen. -- Dâ dieselb recht hand belaib alsô /frysch/ und noch /huͤut des tages ist behalten/.“
Daſs Hände und Füſse des Frevlers an „/Hailtümern/“ u. s. w. festgebannt werden, ist ein alle deutschen Lande durchziehender Sagenzug. Schon im alten Testament: „dô begund Oza sein hand zu kleben und /verdarp/ py der archen, als Got das über jn gepot“ cgm. 206 f. 152b.
2) Der Zauberer Simon büſste für seinen Frevel: er fiel von der Luft herab und wurde augenblicklich zu /Asche/, „dâ wurden zehant vier stain hingesezt zuͦ wortzaichen, daz die apostel hetten gesigen.“ cgm. 257 f. 61a, Sp. 2.
3) Lügen in heiligen Sachen straft die heil. Sage streng. In der St. Barbaralegende, cgm. 257 f. 5a, heiſst es: „Der vatter zôch ûſs zorn ain Schwert und wolt sy ertoͤten, dô ruͦft sie zuͦ got: zuͦ hande taet sich uff ain staine und emphieng sy. dô sie kam an ainen berg; der vatter ylt jr nâch und verschet ainen hirten. dô sprach er, er wiste ir nit. ein ander hirt der zaiget sy mit ainem vinger; desselben hirten schauffe wurden ze hant /hoͤwschrecken/, die noch huͤt dis tags fliegent by dem grab Sant Barbaren.“ In heute noch umlaufenden Volksüberlieferungen werden böse Hirten, so andern die Früchte abhüteten, damit gestraft, daſs ihre Schafe Raben, Bienen etc. werden, die immer am Orte des Frevels schwirren. „Eine halbe meil von Racheln grab ist ain veld, und dâ Christus daselb ging, da säet ein paur /zisern/. dâ sprach Christus zuͦ ihm: son, was säest du dâ? sprach der paur lugenhäftiglîch: hêrr, ich säe stain. dâ sprach Christus: sô sein auch stain. zuͦ stund was der sam verchert in stainein /zisern/: der vint man noch heut zu tage vil in demselben acker.“ cgm. 335 f. 56a. Sagen und Märchen von diesem Inhalte gibt es ebenfalls unzählige, wo freilich anstatt Christus, des alten Gottes-Stellvertreters, gewöhnliche Persönlichkeiten auftreten.
4) Das Entspringen von Brunnen auf des Heiligen Wort oder Stoſs mit dem Stabe u. s. w. ist ein beliebter Zug der Legende. Doch habe ich von keinem heiligen Manne oder Weibe mehr Ueberlieferungen gefunden, als von /St. Ulrich/. Der /St. Uorlisbrunnen/ ist im alten Augsburger Bisthum kein Ende. Vgl. mein schwäb. Augsb. Wb., S. 468. Im Volksthüml. I, S. 408 habe ich eine groſse Zahl Beispiele beigebracht. Am östlichen Stadtwalde von Mindelheim ist das /Ulrichswasser/. Vgl. A. /Runge/, Quellcult, S. 7. Der cgm. 257 f. 10b hat zwei Beispiele: „dô kam im zuͦ herzôg Haymo; dô litten sie groſsen durst. dô stieſs St. /Joſs/ sînen stecken in die erden und batt got; dâ floſs ûſs ain groſser brunn. dâ hûwet och sant /Joſs/ zway bethûser und fuͦr gen Rome.“ Ferner f. 13b, Sp. 2, steht von /St. Thomas/: „dô hieſs der küng ysiniu blecher glüwen und in doruff gân mit blôſsen füeſsen. zuͦ hand ersprang ein brunn under sînen füeſsen und verlaſst die ysniu blecher.“
(Schluſs folgt.)
Die Wachstafeln von Schwäbisch-Hall.
Meine Mittheilung über diesen Gegenstand im Anzeiger 1866, Nr. 3, Sp. 95 f. hat mir eine freundliche Zuschrift des Herrn Prof. J. Zahn, Archivars am Joanneum zu Graz, eingetragen, wonach von den zwei noch vor zwei Jahren in Schwäbisch-Hall befindlichen Exemplaren das eine in seinen Besitz gekommen ist. Es scheint das von Hanſselmann beschriebene zu sein, da es auf der vordern leeren Seite die Jahreszahl 1744 trägt; auſserdem ist noch die Jahreszahl 1799 leichthin eingeritzt. Auch hier werden die Blätter durch Eisenbuckeln auseinander gehalten. Drei Seiten sind ausgeschabt, zwei theilweise ausgebrochen, fünf vollkommen mit den Namen u. s. w. erhalten. Beigegeben ist, was diesem Exemplar einen besonderen Werth verleiht, das Markenbuch der Eigenthümer.
/Heidelberg. W. Wattenbach./
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. Sebald’sche Buchdruckerei.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1866. Nº 9. September.
Chronik des germanischen Museums.
/Nürnberg/, 15. September 1866.
In der Chronik des vorigen Monats hatten wir Gelegenheit, der thätigen Förderung Sr. königl. Hoheit des Groſsherzogs /Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin/ Erwähnung zu thun, und unsere heutige Chronik haben wir abermals mit der Nachricht zu eröffnen, daſs Se. kgl. Hoheit, um Höchstsein Interesse an unserer Anstalt zu bezeugen, bei seiner Rückkunft von einem Ausfluge in die Heimat dem Museum werthvolle Geschenke persönlich mitgebracht hat, die unten, bei den neuen Zugängen der Bibliothek und Kunstsammlung sich verzeichnet finden.
Der Krieg hat nun allenthalben ein Ende gefunden, und wir dürfen uns wol der frohen Hoffnung hingeben, daſs der Friede ein dauernder sei. Nachdem die politischen Bande gesprengt sind, welche die Glieder des alten deutschen Reiches bisher noch zusammenhielten, hat das germanische Museum eine erhöhte nationale Bedeutung erhalten: nach Vertheilung des Bundeseigenthums ist es das einzige Eigenthum des gesammten deutschen Volkes.
Es ist aber auch ein geistiges Einheitsband, das Alle freiwillig und selbsthätig um sich geknüpft haben; es ist ein Institut deutscher Wissenschaft, ein Band, das durch keine äuſsere Gewalt gesprengt werden kann.
Mögen darum Alle sich fest und enge an dasselbe anschlieſsen. Mögen insbesondere die jetzt politisch ganz von Deutschland getrennten Stämme daran festhalten. Der I. Vorstand kann es sich in dieser Rücksicht nicht versagen, eine Stelle eines aus Oesterreich an ihn gelangten Briefes hervorzuheben, worin ein alter Freund des Museums sein treues Festhalten an demselben versichert, indem er sagt: „Die Kultur Oesterreichs ist wesentlich eine deutsche Kultur. Diese gilt es weiter zu entwickeln; und wenn wir auch politisch aus Deutschland geschieden sind, so müssen wir jedes Band um so fester halten, das uns geistig in Wissenschaft und Kunst an Deutschland fesselt. Eine Isolierung auf dem Gebiete der Wissenschaft bedeutete das Ende der deutschen Kultur und damit das Ende der Kultur in Oesterreich überhaupt.“
Wir freuen uns solcher Gesinnung, die recht bald für das Museum ihre Früchte bringen muſs, und wünschen, daſs jetzt allenthalben der Sinn für dies nationale Band sich recht lebhaft entwickeln möge; denn jetzt gilt es, manche Wunde zu heilen, die der Krieg dem Institute geschlagen. Man sorgt allenthalben für Kriegsbeschädigte und Verwundete; mögen Patrioten auch für das kriegsbeschädigte Nationalinstitut eintreten!
Möge der Patriotismus, der nun kein anderes greifbares Objekt mehr hat, desto eifriger sich unserer Sache annehmen! Das Museum pflegt die Geschichte des deutschen Volkes und der deutschen Kultur. Nur der Blick in die Geschichte, der Blick in die Vergangenheit kann Vieles erklären, was scheinbar befremdend in der Gegenwart sich kundgibt; nur er kann uns lehren, wirksam an der Gestaltung der Zukunft mitzuarbeiten.
Möge die deutsche Tagespresse insbesondere jetzt nach Kräften dahin wirken, daſs Zweck und Bedeutung des germanischen Museums dem Volke stets mehr und mehr nahe gelegt werden.
Unser Gelehrtenauschuſs hat durch den Tod des geh. Hofrathes und Professors /Dr. L. A. Warnkönig/ zu Stuttgart, sowie des kais. russ. Staatsrathes und Professors Dr. F. K. H. /Kruse/ in Leipzig zwei langjährige Mitglieder verloren.
Unter den Förderungen, die das Museum in jüngster Zeit erfahren, steht die Deponierung eines prachtvollen geschnitzten Altarschreines obenan, der künftig die Stelle des Hochaltars in der zur Kunsthalle eingerichteten Karthäuserkirche einnehmen soll. Derselbe, Eigenthum der protestantischen Kirche zu Hersbruck, gehört zu den schönsten und kostbarsten Schnitzwerken des Mittelalters und wird daher in diesen Blättern noch eine eingehendere Besprechung erfahren.
Soeben, bei Schluſs des Blattes, geht uns noch die erfreuliche Nachricht zu, daſs die Oberamtscorporation des Saulgaues (Württemberg) ihren seither geleisteten Jahresbeitrag von 25 fl. auf weitere drei Jahre zugesichert hat.
Den Buchhandlungen, die unsere Bibliothek durch Ueberlassung von Freiexemplaren ihrer einschlägigen Verlagsartikel unterstützen, ist neuerdings beigetreten:
597. /Goltermann u. Pincus/, Kunst-, Musik- und Papierhandlung, in Schwerin.
An neuen Beiträgen wurden während der letzten vier Wochen folgende gezeichnet:
Aus =Vereinskassen=: Vom Gesangverein in /Weiſskirchen/ (Mähren) 1 fl. 10 kr. (einm.).
Von =Privaten=: /Büdingen/: Leopold von Deines, Domänenpächter, in Salinenhof 1 fl., Ulrich, fürstlicher Forstmeister, 1 fl.; /Buxtehude/ (Hannover): Pastor Rakenius 1 fl. 45 kr.; /Darkemen/ (Preuſsen): Auguste Käswurm, geb. Ammon, 52½ kr. (einm.); /Cöln/: Appell.-Ger.-Rath von Hagens 1 fl. 45 kr. (einm.); /Frankfurt a. M./: Dr. Gustav Schneider 5 fl. 30 kr. (einm.); /Grevesmühlen/ (Mecklenburg-Schwerin): Dr. med. Dreyer 1 fl. 45 kr.; /Höchstadt a. A./: Bezirksamts-Assessor Hauer 1 fl., kgl. Rentbeamter Heſs 1 fl., Jakob Keſsler, k. Gerichtsschreiber, 1 fl. (einm.), Dechant u. Stadtpfarrer Schneyer 1 fl., Franz Paul Tettenhammer, k. Bezirksamtmann, 1 fl., Apotheker F. Voigt 1 fl., Otto Ziegler, k. Notar, 2 fl.; /Lausanne/: Pastor Häuser in Vevey 4 fl. 40 kr. (einm.), Roller 2 fl. 20 kr. (einm.), Dr. Schickedantz in Vevey 4 fl. 40 kr. (einm.), Direktor Sillig in Vevey 9 fl. 20 kr. (einm.), Graf Vitzthum in Vevey 4 fl. 40 kr. (einm.); /Ludwigsburg/: Freiherr von Hornstein, Major, 3 fl. 30 kr.; München: Studienlehrer Dr. Lang 2 fl. 30 kr. (einm.); /Nürnberg/: Ludwig Adalbert von Hornthal, k. Stadtgerichtsassessor, 4 fl., Kaufmann Louis Pröbster 1 fl.; /Pommelsbrunn/ (Bayern): Johann Bernhard Ulherr, Hopfenhändler, Oekonom u. Landrath, in Altensittenbach 1 fl., Veit Wild, Hopfenhändler u. Oekonom, in Altensittenbach 1 fl.; /Schwerin/: Generalarzt Dr. Störzel 1 fl. 45 kr.; /Staffelstein/ (Bayern): Friedrich Freiherr von Dungern in Oberau 5 fl., Ernst Albert Eisfeld, Rittergutsbesitzer in Obbach und Vierzehnheiligen 2 fl., Forst- u. Domänenverwalter Hofmann in Banz 1 fl. (einm.); /Weiſskirchen/ (Mähren): Johann Prohal, k. k. Notar, 1 fl. 10 kr. (einm.), Max Wolf, Fabrikgesellschafter, 1 fl. 10 kr. (einm.); /Zeitz/: Zimmermeister G. Schulze 1 fl. 45 kr.
Auſserdem giengen unsern Sammlungen während des letzten Monats, wie wir hiemit dankend bestätigen, folgende Geschenke zu:
I. Für das Archiv.
=Biel=, Partikulier, in Norden:
3351. Consens der fürstl. ostfries. Oberrent-Cammer zur Veräuſserung von Gütern. 1734. Pap. Orig.
=Back=, Geh. Regier.-Rath, in Altenburg:
3352. Receſs der herzl. Sächs. Regierung zwischen den alten und neuen Müllern an der Rauda im Amt Eisenberg wegen Veränderung der Mühlgänge. 1613. Pap. Abschr.
3353. Zeugniſs der Gerichtsschöffen Caspar Harding zu Wettin für Georg Gehricke. 1712. Perg.
II. Für die Bibliothek.
=Schulze=’sche Buchhandlung in Celle:
19,931. Heimbürger, Ernst der Bekenner, Herzog von Braunschweig und Lüneburg. 1839. 8.
19,932. v. Hammerstein, Aristipp in Hamburg u. Altona. 1840. 8.
19,933. Hof- und Staatshandbuch für d. Königr. Hannover auf d. J. 1853. 8.
19,934. Heimbürger, Wilhelm d. Jüngere, Herzog von Braunschweig-Lüneburg. 1857. 8.
19,935. Schulze, Sammlung der Wasserbaugesetze f. d. Königr. Hannover. 1859. 8.
19,936. Armbrust u. Oetting, Adreſs- u. Handbuch der Stadt Celle. 1861. 8.
19,937. Diestelmann, d. Katechismus-Angelegenheit in d. evang.-luther. Landeskirche Hannovers. 3. Aufl. 1862. 8.
19,938. Diestelmann, offenes Sendschreiben an Herrn Pastor Dr. Münkel etc. 1862. 8.
19,939. Augustanus, d. Synodal-Verfassung der Hannover’schen Landeskirche. 1863. 8.
19,940. Actenstücke, betreffend die Wahl des Candidaten Habenicht etc. 1863. 8.
19,941. Hannoverscher Biercomment. 1864. 8.
19,942. Ueber den ersten Theil des Göthe’schen Faust. 1864. 8.
19,943. Mensching, d. deutsche Handelsrecht; 2. Aufl. 1864. 8.
19,944. Marcard, Beiträge zur Gefängniſskunde. 1864. 8.
19,945. Martin, d. Umfang des landesrichterl. Prüfungsrechts hinsichtlich d. Entstehens gültiger Gesetze etc. 1865. 8.
19,946. Schwarz, d. Criminalproceſs Franz Müller. 1865. 8.
19,947. Leipziger Biercomment. 1865. 8.
19,948. Firmen-Buch f. d. Königr. Hannover. 1865. 8.
19,949. Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Freih. Friedr. v. d. Trenck. 1866. 8.
19,950. Lebensbeschreibung des Pandurenoberst Freih. Franz v. d. Trenck. 1866. 8.
19,951. Meyersburg, Gutachten über den Entwurf erster Lesung einer allgemein. deutschen Civilproceſsordnung. 1866. 8.
19,952. Allgem. Geschäfts-Anzeiger zum Adreſs- u. Handbuch der Stadt Celle. 1866. 8.
=Stahel=’sche Buch- u. Kunsthandlung in Würzburg:
19,953. Himmelstein, Reihenfolge der Bischöfe von Würzburg. 1843. 8.
19,954. Stöckl, d. speculative Lehre vom Menschen u. ihre Geschichte; 2 Bde. 1858 u. 1859. 8.
19,955. Kehrein, älterneuhochdeutsches Wörterbuch. 1865. 8.
=Carl Schünemann’s= Verlag in Bremen:
19,956. Schäfer, histor. Bericht v. d. Buchdruckerkunst. 1840. 8.
19,957. Handels- und Schifffahrts-Verträge der freien Hansestädte. 1842. 4.
19,958. Schäfer, Handbuch der Geschichte der deutschen Literatur; 2 Theile. 1842-44. 8.
19,959. Gildemeister, Beiträge zu dem Bremischen Magazin. 1842. 8.
19,960. Kottmeier, die Darstellung des Heiligen durch die Kunst. 1857. 8.
=Stiller=’sche Hofbuchhandlung (Herm. Schmidt) in Rostock:
19,961. Babst, allerhand schnaksche Saken tum Tiedverdriew. 1843. 8.
19,962. Buchka, de pignore nominis. 1843. 8.
19,963. Buchka, d. Lehre vom Einfluſs des Processes auf das materielle Rechtsverhältniſs; 2 Thle. 1846 u. 47. 8.
19,964. Wilbrandt, Hildibraht u. Hadhubraht. 1846. 8.
19,965. Roth, mecklenburgisches Lehenrecht. 1858. 8.
19,966. Weinholtz, Entwurf d. Bibliothekswirthschaftslehre. 1862. 8.
=C. Tappen=, Verlagshandlung, in Sigmaringen:
19,967. Egler, d. Curort Imnau u. d. Stadt Haigerloch. 8.
=Friedrich Tempsky=, Verlagshandlung, in Prag:
19,968. Šafařík, über den Ursprung u. die Heimath des Glagolitismus. 1858. 4.
19,969. Max Büdinger und die Königinhofer Geschwister. 1859. 8.
19,970. v. Helfert, die österreichische Volksschule; I. und III. Bd. 1860 u. 61. 8.
19,971. Tomek, Geschichte des Österreich. Kaiserstaates, übers. von Kraus; 2. Aufl. 1860. 8.
19,972. Frind, d. Kirchengeschichte Böhmens; 2 Bde. 1864-66. 8.
19,973. Thurnwald, Lehrbuch der mittelhochd. Sprache. 1864. 8.
19,974. Šafařík’s Geschichte des serbischen Schriftthums, hg. v. Jireček. 1865. 8.
=C. Troschel=, Verlagshandlung, in Trier:
19,975. Bärsch, einige Nachrichten über den Steinring bei Otzenhausen etc. 1839. 8.
19,976. Neumann, Stimmen der alten Dichter Ausonius u. Venantius Fortunatus v. d. Mosel. 1846. 8.
=Friedr. Wagner=, Verlagshandlung, in Braunschweig:
19,977. Berkhan, Beiträge zur Geschichte der Psychiatrie; 1. Heft. 1863. 8.
=Christian Winter=, Verlagsbuchhandlung, in Frankfurt a/M.:
19,978. Simrock, d. deutsche Räthsel-Buch; 2. Aufl. 8.
19,979. Simon, d. Geschichte des reichsständischen Hauses Ysenburg u. Büdingen; 2. u. 3. Bd. 1865. 8.
=Friedrich Franz Groſsherzog von Mecklenburg-Schwerin=, Königliche Hoheit:
19,980. Stüler, Prosch und Willebrand, das Schloſs zu Schwerin; I. Abth. 1866. Imp. 2.
19,981. Die Schloſs-Kirche zu Schwerin u. ihre Einweihung. 1855. 2.
19,982. Lisch, Peter Vischer’s Epitaphium auf die Herzogin Helena von Meklenburg im Dome zu Schwerin. 1862. 8.
=J. C. Hinrichs=’sche Buchhandlung in Leipzig:
19,983. Hinrichs’ fünfjähriger Bücher-Catalog; III. Bd., 3. Lieferung. 1866. 8.
=Meyer=’sche Hofbuchhandlung in Lemgo:
19,984. Lutheri colloquia, meditationes, consolationes etc; ed. Bindseil, tom. III. 1866. 8.
=F. W. Neumann-Hartmann=’sche Buchhandlung in Elbing:
19,985. Die Ereignisse in Schleswig-Holstein; 2. Aufl. 8.
19,986. Härtel, Gespräch in der Familie Schwerduth über die Entstehung des Schaltjahrs. 1863. 8.
19,987. Wernik, Elbinger Wanderbuch. 8.
19,988. Kreyſsig, über d. sittliche u. volksthüml. Berechtigung des Shakespeare-Cultus. 1864. 8.
19,989. Beiträge zum Verständniſs der Mennoniten-Frage. 1864. 8.
=L. Schwann=’sche Verlagsbuchhandlung in Neuſs:
19,990. Geschichte der Familie Schenk von Nydeggen. 1860. 8.
19,991. Becker, Geschichte der Stadt Rade vorm Wald. 1864. 8.
=J. Wiesike=, Verlagshandlung, in Brandenburg a/H.
19,992. Täglichsbeck, Beiträge zur Geschichte des Turnwesens. 1845. 4.
19,993. Jansen, d. Idee des Fortschrittes in der Universalgeschichte. 1863. 8.
19,994. Krummacher, Calvin’s Beziehungen zu Deutschland. 1864. 8.
19,995. Lieder des deutschen Adels. 1865. 8.
=Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg=, Durchlaucht, in Kupferzell:
19,996. Ders., sphragistisches Album; II. Heft. qu. 2.
=Dr. E. A. Th. Laspeyres=, Ober-Appellations-Rath, in Halle:
19,997. Ders., chronicon Slavicum, quod vulgo dicitur parochi Suselensis. 1866. 8.
=Dr. A. Namur=, Professor u. Bibliothekar, in Luxemburg:
19,998. Ders., catalogue descriptif et explicatif des éditions incunables de la bibliothèque de l’athénée grandducal de Luxembourg. 1863. 8.
=Zoologische Gesellschaft= in Frankfurt a/M.:
19,999. Dies., d. zoologische Garten; VII. Jhg., 1866, Nr. 1-6. 8.
=Universität= zu Kiel:
20,000. Dies., Schriften a. d. J. 1865. Bd. XII. 1866. 4.
=Königl. Studienrektorat= zu Münnerstadt:
20,001. Dass., Jahresbericht etc. 1865-66. 4.
=Schleswig-Holstein-Lauenburgische Gesellschaft f. vaterländ. Geschichte= in Kiel:
20,002. Dies., Jahrbucher etc.: Bd. IX, Heft 1. 1866. 8.
=Kais. Akademie der Wissenschaften= in Wien:
20,003. Dies., Sitzungsberichte; philos.-histor. Cl., Bd. 49, 3. 50, 1-4. 51, 1 u. Reg. zu Bd. 41-50. 1865-66. 8.
20,004. Denkschriften; philos.-histor. Cl., 14. Bd. 1865. 4.
20,005. Archiv für Österreich. Geschichte; Bd. 34, 1 und 2. 35, 1. 1865. 8.
20,006. Fontes rerum Austriacarum; II. Abth. 24. Bd. 1865. 8.
20,007. Almanach; 15. Jahrgang. 1865. 8.
=K. sächs. Verein für Erforschung und Erhaltung vaterländischer Geschichts- u. Kunst-Denkmale= in Dresden:
20,008. Ders., Mittheilungen; 15. u. 16. Heft. 1866. 8.
=Histor. Verein für das Groſsherzogthum Hessen= in Darmstadt:
20,009. Ders., Archiv etc.; Bd. XI, 2. Heft. 1866. 8. 2 Ex.
20,010. Wagner, die Wüstungen im Groſsherz. Hessen; Prov. Rheinhessen. 1865. 8. 2 Ex.
=Goltermann & Pincus=, Kunst- u. Musikhandl., in Schwerin:
20,011-23. 13 neuere musikal. Verlagswerke. 2.
=J. Franck=, Subrektor, in Annweiler:
20,024. Jahresbericht über die k. latein. Schule etc. zu Annweiler. 1865-66. 4.
=Dr. Otto Franklin=, Univers.-Professor, in Greifswald:
20,025. Ders., Albrecht Achilles und die Nürnberger, 1449-1453. 1866. 8.
=Karl Umlauff=, k. k. Kreisgerichtsrath, in Weiſskirchen:
20,026. Ders., Dichtungen. 1865. 8.
20,027. Mittheilungen des Neutitscheiner landwirthschaftl. Vereines; 1865. 8.
20,028. Füger von Rechtborn, Beiträge zur Reform des gerichtl. Verfahrens in dem österreich. Kaiserstaate. 1859. 8.
=Dr. K. Back=, geh. Regierungsrath, in Altenburg:
20,029. Ders., fliegende Blätter; XV. 8.
=G. W. Niemeyer=, Verlagshandl. in Hamburg:
20,030. Neuester Führer durch Hamburg, Altona etc. 2. Aufl. 8.
III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.
=Dr. Herzog= in Zwickau:
5142. Original-Wachssiegel der Stadt Zwickau von 1300.
=Magistrat der Stadt Nürnberg:=
5143. Leidender Christus, von Heiligen und Stiftern verehrt, Steinsculplur von 1476.
=Fr. Grobe=, Kaufmann, in Schonungen:
5144. 2 Cassenbillets des Kurfürstenthums Sachsen von 1772.
=F. Bender=, stud. phil., in Darmstadt:
5145. 18 Lack- und Papierabdrücke von älteren und neueren Siegeln.
=Büttner=, Direktor, in Halle:
5146. Groſse schwedische Kupfermünze von K. Gustav Adolf.
5147. Ahnenprobe der Frau Juliane Florine von Veitheim, † 1724. Kupferst. Neuer Abdruck.
=Friedrich Franz Groſsherzog von Mecklenburg-Schwerin=, Königliche Hoheit:
5148. Photograph. Abbildung der ehernen Denktafel auf die Herzogin Helena, Gemahlin Heinrich’s d. Friedf. von Mecklenburg, von Peter Vischer; im Dome zu Schwerin.
5149. „Stammtafel des groſsherzogl. Hauses Mecklenburg-Schwerin, mit Angabe der Begrabniſsstätten und der Bilder der hochf. Personen.“ Verfaſst von Dr. G. C. F. Lisch. Druck.
=Goltermann & Pincus=, Kunst- und Musikalien-Handlung, in Schwerin:
5150. Porträt des Componisten Fr. von Flotow, Steindruck.
Chronik der historischen Vereine.
/Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften./ Philosophisch-historische Classe. XLIX. Band, Heft III -- L. Band, Heft IV. Wien, 1865. 8.
Die höchste Gerichtsbarkeit des deutschen Königs und Reiches im XV. Jahrhundert. (Tomaschek.) -- Die groſse Synode von Tribur, dargestellt mit Benützung von Wiener, Münchener und Salzburger Handschriften. (Phillips.) -- Bericht über die Thätigkeit der Commission für Herausgabe der lat. Kirchenväter. (Vahlen.) -- Darlegung mehrerer bisherigen Systeme für Anordnung von Sammlungen mittelalterlicher und moderner Münzen und Medaillen und Begründung eines wissenschaftlichen Systems von Kaiser Karl dem Groſsen bis auf unsere Tage. (Bergmann.) -- Bericht der Weisthümer-Commission. (Siegel.) -- Verzeichniſs der älteren Handschriften lateinischer Kirchenväter in den Bibliotheken der Schweiz. (Halm.) -- Beiträge zur Geschichte des Magdeburgerrechtes. (Bischoff.) -- Eine Geographie aus dem dreizehnten Jahrhundert. (Zingerle.) -- Zu Pleier’s Garel. (Ders.) -- Angelegenheiten der Akademie.
/Register/ zu den Bänden 41 bis 50 der Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. V. Wien, 1866, 8.
/Sitzungsberichte./ LI. Band, Heft I. Jahrgang 1865. -- October: Die Gefahr vor Gericht und im Rechtsgang. (Siegel.)
/Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen./ Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten /Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften/. Vierunddreiſsigster Band. Erste und zweite Hälfte. Wien, 1865. 8.
Die Stellung der Erzbischöfe und des Erzstiftes von Salzburg zu Kirche und Reich unter Kaiser Friedrich I. bis zum Frieden von Venedig (1177). Nach den Quellen dargestellt von Wilh. Schmidt. -- Die Finanzlage in den deutschen österreichischen Erbländern im Jahre 1761. Nach handschriftlichen Quellen von Karl Oberleitner. -- Deutsche Geschichts- und Rechtsquellen aus Oberungarn, von Dr. Franz Xaver Krones. -- Römerdenkmale zu Töplitz bei Warasdin in Croatien, von Dr. Karlmann Tangl. -- Lehenverzeichnisse des Benedictinerstiftes St. Paul in Kärnten aus dem XV. Jahrhunderte. Mitgetheilt von Beda Schroll. -- Die Correspondenz der Stadt Breslau mit Karl IV. in den Jahren 1347-1355. Mitgetheilt von Dr. C. Grünhagen. -- Berichtigungen und Ergänzungen zu dem in den Fontes Rerum Austriacarum: Diplomata et Acta, Vol. XXI abgedruckten Necrologium des ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stiftes St. Pölten, von Dr. Franz Stark.
Fünfunddreiſsigster Band. Erste Hälfte: Geschichte der Wiener Marktordnungen. Vom sechzehnten Jahrhundert an bis zu Ende des achtzehnten. Aus Urkunden entwickelt von Alexander Gigl.
/Fontes rerum Austriacarum./ Oesterreichische Geschichts-Quellen. Herausgegeben von der /historischen Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien/. Zweite Abtheilung. Diplomataria et acta. XXIV. Band. Diplomatarium Portusnaonense. Series documentorum ad historiam Portusnaonis spectantium quo tempore (1276-1514) domus Austriacae imperio paruit hinc inde lectorum cura et opera Josephi Valentinelli. Quaedam praemittuntur annorum 1029-1274. Wien, 1865. 8. VIII u. 482 Stn.
/Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften./ Philosophisch-historische Classe. Vierzehnter Band. Wien, 1865. 4.
Die Bildung der Ortsnamen aus Personennamen im Slavischen. (Miklosich.) -- Ueber Raoul de Houdenc und insbesondere seinen Roman Meraugis de Portlesguez. (Ferd. Wolf.) -- Die Verba impersonalia im Slavischen. (Miklosich.) -- Darlegung mehrerer bisheriger Systeme für Anordnung von Sammlungen mittelalterlicher und moderner Münzen und Medaillen und Begründung eines wissenschaftlichen Systems von Kaiser Karl dem Groſsen bis auf unsere Tage. (Bergmann.)
/Almanach/ der k. k. Akademie der Wissenschaften. Fünfzehnter Jahrgang. Wien, 1865. 8. 296 Stn.
/Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte/, herausgegeben von dem /historischen Vereine von und für Oberbayern/. Sechsundzwanzigster Band. Zweites und drittes Heft. München, 1865-1866. 8.
Einige Beiträge zur Geschichte des Pfarrdorfes Bogenhausen bei München, gesammelt von dem dermaligen Pfarrer M. Lampart. -- Geschichte des königlich bayerischen Landgerichtes Traunstein und seiner weltlichen wie kirchlichen Bestandteile. Gesammelt von J. Jos. Wagner. -- Rechnungsbuch des oberen Vicedomamtes Herzog Ludwig’s des Strengen, 1291-1294. Mitgetheilt von Freiherrn Edmund Oefele. -- Medaillen auf ausgezeichnete und berühmte Bayern, mit biographisch-historischen Notizen von J. Beierlein. Fünfte Lieferung. Mit einer Tafel Abbildungen. -- Zur Lebensgeschichte des Grafen Rasso von Andechs. Von Dr. Friedr. Kunstmann.
Siebenundzwanzigster /Jahresbericht/ desselben Vereines. Für das Jahr 1864. Erstattet in der Plenarversammlung am 1. Juli 1865 durch den ersten Vorstand Friedrich Hektor Grafen Hundt. München, 1865. 8.
/Zeitschrift des Vereins zur Ausbildung der Gewerke in München./ Sechzehnter Jahrgang. -- Drittes Heft. 1866. 2.
Was heiſst Styl? Aus den Entretiens sur l’architecture von Viollet-Le-Duc. Uebersetzt von A. Mecklenburg. -- Aus dem germanischen Museum zu Nürnberg.
/Archiv für Hessische Geschichte und Alterthumskunde./ Herausgegeben aus den Schriften des /historischen Vereins für das Groſsherzogthum Hessen/ von Dr. Walther. Eilfter Band. Zweites Heft. (Mit 9 Tafeln.) Darmstadt, 1866. 8.
Die Gränzen der Grafschaft Malstatt. (Assenheim.) Von Assessor a. D. Emmerich. -- Miscellen zur Geschichte von Rodheim v. d. H. Von dems. -- Beiträge zur Wappenkunde des rheinhessischen Land- und Stadtadels im 13., 14. und 15. Jahrhundert. Von Hofgerichtsadv. W. Franck. (Mit 155 Abbildungen auf 9 Tafeln.) -- Die kirchlichen Reunionsversuche des Bischofs Christoph Rojas von Spinola an den protestantischen Höfen Deutschlands und die Landgräfin Elisabethe Dorothea von Hessen. Von Garnisonsmitprediger Dr. Krätzinger. -- Landgraf Philipp von Hessen genannt „der Dritte“, oder auch von „Butzbach“. Von Dr. Walther. -- Fürstliche Besuche in Friedberg. Von Archivdir. Dr. Baur. -- Eine eigentümliche Stiftung. Von Rentamtmann Fabricius. -- Ein Vertrag wegen der Herstellung der Brücken, Heegen, Landwehren und Schlägen, auf den Verkehrswegen in der oberen Wetterau, vom Jahr 1476. Von dems. -- Eroberung des Schlosses Otzberg, 1647. Von Dr. Baur. -- Der „todte Mann“ bei Auerbach. Von dems. -- Bibliothek eines Geistlichen im 16. Jahrhundert. Von dems. -- Culturgeschichtliche Notizen über Osthofen. Von W. Franck. -- Beschreibung verschiedener, in der Gemarkung von Nierstein kürzlich ausgegrabener alterthümlicher Gegenstände. Von Districtseinn. Heſs. -- Das Recht der Gemeinde Altkelsterbach im Walde der freien Stadt Frankfurt und die hiermit zusammenhängenden Gebräuche. Von Gerichtsacc. Eberh. Schödler. -- Ausgrabungen in der Nähe von Gieſsen. Von Dr. Walther. -- Zur Geschichte der Stadtgeistlichen in Darmstadt. Von dems.
/Mittheilungen des Königlich Sächsischen Vereins für Erforschung und Erhaltung vaterländischer Geschichts- und Kunst-Denkmale./ Dresden, 1866. 8.
Fünfzehntes Heft: Geschichte der Bergstadt Geyer. Nach archivalischen Quellen dargestellt von Dr. Johannes Falke.
Sechzehntes Heft: Vereinsangelegenheiten. -- Bericht über die Versammlung des Gesammtvereins zu Halberstadt vom 17. bis 22. Sept. 1865, von Dr. Johannes Falke. -- Das älteste uns bekannte Schloſs in Dresden. Von Hofmarschall H. Freiherrn von Friesen. -- Christoph Bernhard, kurfürstl. sächs. Kapellmeister und Präceptor der Prinzen Johann Georg (IV.) und Friedrich August (I.) von Sachsen. Von M. Fürstenau. -- Ueber die Bilder Albrecht Dürer’s auf der königl. Gemäldegalerie zu Dresden. Von Prof. Dr. I. Hübner. -- Beitrag zur sächsischen Münzgeschichte. 1444-1461. Von Dr. Johannes Falke. -- Geschichtliche Mittheilungen aus Gersdorf’s Codex diplomaticus Saxoniae Regiae. Von Gymnasialrector a. D. Dr. Karl August Rüdiger. -- Beschreibung der beigegebenen Abbildungen (Flügelaltar aus der Kirche zu Groſsschirma, 15. Jahrh., und die Hälfte eines Antipendiums, 13. Jahrh.), deren Originale sich im Museum des Vereins befinden. Von Inspector G. Büttner.
/Jahrbücher für die Landeskunde der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg/, herausgegeben von der /S. H. L. Gesellschaft für vaterländiche Geschichte/. Band IX.; Heft 1. Kiel, 1866. 8.
Kiel im dreizehnten Jahrhundert. Von Prof. Wilh. Junghans. -- Beitrag zur Kunde von Kiel im XV. und XVI. Jahrhundert. Von Prof. Dr. K. Weinhold. -- Die Personennamen des Kieler Stadtbuchs von 1264-1288. Von dems. -- Beitrag zu den Ditmarscher Volksliedern auf die Schlacht bei Hemmingstedt, von Dr. L. Weiland. -- Kleine Mitteilungen (Volksthümliches) von Dr. Handelmann. -- Kleine Notizen aus diplomatischen Aktenstücken, von dems. -- Miscellen: 1. Sigmunds von Herberstein Reise durch Holstein und Schleswig. 2. J. M. Lappenberg. 3. Ein alter Trinkkrug. -- Literatur.
/Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande./ Heft XXXVII. Mit 8 lithographirten Tafeln und mehreren in den Text eingedruckten Holzschnitten. Bonn, A. Marcus. 1864. 8.
Die römischen Flotten bei Bonn und Boulogne, die Pfahlbrücken des Julius Cäsar bei Bonn und Neuwied, von Prof. Ritter. -- Ueber den Wohnsitz der Veleda, von Prof. Fiedler. -- Heisterbach, von Dr. Harleſs. -- Burg Rosenau, von dems. -- Schallgefäſse. Mittheilung der Hrn. Prof. Wieseler, Major v. Cohausen und Baumeister Peters. -- Zur Topographie der Stadt Cöln in der Römerzeit, von Geh. Archivrath Lacomblet und Stadtbaumeister Raschdorff. -- Die römische Niederlassung bei Neuwied und ihre Denkmäler. Von den Proff. Ritschl, Wieseler und Overbeck. -- Minervenstatuette von Wels, von Prof. Overbeck. -- Die Aemter auf der Ara Fulviana, von Prof. Henzen. -- Inschriften aus Trier und Umgebung, von Prof. Hübner. -- Eine noch unbekannte Silbermünze aus der Zeit der Bürgerkriege Roms, von Ed. Rapp. -- Krone und Kronbehälter -- wahrscheinlich der beiden ersten lateinischen Kaiser flandrischen Hauses -- im Dome zu Namur, von Prof aus’m Weerth. -- Litteratur. -- Miscellen.
Heft XXXVIII. Mit 2 lithographirten Tafeln und mehreren in den Text eingedruckten Holzschnitten. 1865. Der Tuffstein, als Baumaterial der Römer am Rhein. Von Geh. Rath Dr. v. Dechen. -- Die älteren Bischofskataloge von Trier, Von Dr. F. X. Kraus in Trier. -- Der Fund von Pyrmont. Von Director Rud. Ludwig in Darmstadt. -- Die römische Niederlassung bei Neuwied und ihre Denkmäler: Reste eines Cohortenzeichens. Von den Proff. C. S. Grotefend und K. B. Stark. -- Neue Altarinschrift des Jupiter und des Hercules Saxanus aus dem Brohlthal nebst Nachträgen zu dem Bonner Winckelmannsprogramm von 1862. Von Prof. Freudenberg. -- Abkürzungen auf rheinischen Inschriften. Von Prof. J. Becker. -- Die Reliquien Albert’s des Grossen in der St. Andreaskirche in Köln. Von J. J. Merlo. -- Die Legende „Dein eyn“ an dem Karlshorne zu Aachen. Von P. St. Käntzeler. -- Litteratur. -- Miscellen. -- Chronik des Vereins.
Doppelheft XXXIX und XL. Mit 8 Tafeln und mehreren in den Text eingedruckten Holzschnitten. 1866. Zu den römischen Alterthümern von Trier. Von Prof. E. Hübner. -- Die römische Niederlassung bei Neuwied und ihre Denkmäler: Zur Geschichte der Römerstätte bei Niederbiber. Von Prof. J. Becker. -- Das Römerlager auf der linken und rechten Rheinseite im Thale von Neuwied. Von Prof. Ritter. -- Decimus Brutus und die Camilli von Aventicum. Von Prof. J. Zündel. -- Oppidum Batavorum? Von Prof. Herm. Müller. -- Das Capitol, die Marienkirche und der alte Dom zu Köln. Von Prof. Düntzer. -- Das Labarum und der Sonnencultus. Von Dr. E. Rapp. -- Mithrasbild im K. Museum vaterländischer Alterthümer zu Bonn. Von Dr. W. Brambach. -- Neue antiquarische Mittheilungen aus dem Regierungsbezirke Düsseldorf. Von Prof. J. Schneider. -- Neue epigraphische Analekten. Von Prof. Dr. Freudenberg. -- Neue Inschriften aus dem Jülicher Lande. Von Dr. Jos. Kamp. -- Noch einmal das Cohortenzeichen von Neuwied. Von Archivrath Dr. Grotefend. -- Ausgrabung der Ueberreste eines römischen Gebäudes bei Zatzenhausen, in der Nähe von Canstatt in Württemberg, im Herbst 1862. Von Architekt Eduard Paulus. -- Die Grafschaft Hülchrath in ihren Beziehungen zur Vogtei der Domkirche und des Domstifts in Cöln, von v. Haeften. -- Römische Villa bei Manderscheid in der Eifel. Von Prof. E. aus’m Weerth. -- Carl des Grossen ehemals und jetzt in Aachen befindliche Reliquien und Reliquiare. Von dems. -- Litteratur. -- Miscellen. -- Chronik des Vereins.
/Register oder Verzeichnisse/ zu Band I. bis und mit XX. des /Geschichtsfreundes/. Bearbeitet von Joseph Leopold Brandstetter, Arzt in Beromünster. (Herausgegeben vom /historischen Vereine der fünf Orte/.) Einsiedeln, New-York und Cincinnati, 1865. Druck und Verlag von Gebr. Karl und Nicolaus Benziger 8.
/L’Investigateur. Journal de l’Institut historique de France./ Trente-troisième Année. Tome VI. IV. Série. 378. Livraison. -- Mai 1866. 379. Livraison. -- Juin 1866. Paris, 1866. 8.
Cours et arrêts d’amours, mémoire de M. J. Barbier.
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
21) /Deutsches Heldenbuch./ Zweiter Theil. Alpharts Tod, Dietrichs Flucht, Rabenschlacht, herausgegeben von /Ernst Martin/. Berlin, Weidmann’sche Buchhandlung. 1866. 8. LX u. 338 Stn.
Das Bedürfniſs einer /kritischen/ Ausgabe des Heldenbuchs werden wol auch die treuesten Anhänger v. d. Hagens gefühlt haben, und wir glauben, der Anfang dazu hätte kaum besser gemacht werden können, als mit den von E. Martin in dem vorliegenden zweiten Theile (der erste soll später erscheinen und „Biterolf und Dietleib“ von Jänicke, „Laurin und Waleram“ aus den Vorarbeiten des Dr. Fr. Roth enthalten) herausgegebenen Stücken, bei denen die Kritik noch so viel, ja fast alles zu thun hatte. Wenn auch einzelnes bei fortgesetzter Forschung sich anders gestalten wird: im Groſsen und Ganzen aber werden die Resultate sich behaupten, zu denen Herr Martin durch seine in der Einleitung geführten umfassenden Untersuchungen gelangt ist.
Was nun „Alpharts Tod“ betrifft, so weisen die Spracheigenthümlichkeiten der einzigen, nun auch nicht mehr zugänglichen Handschrift auf die Gegend des Mittelrheins, etwa zwischen Straſsburg und Mainz (S. X); doch kann das Gedicht nicht dort, sondern wahrscheinlich in Franken (XXVII) um’s Jahr 1200 (XXV) entstanden sein, und zwar auf dieselbe Weise wie der Nibelunge Noth und die Kudrun (XXII). Von den erhaltenen ersten 305 Strophen werden vom Herausgeber nicht weniger als 152 als spätere Interpolationen bezeichnet und die Gründe für die Ausscheidung jeder dieser Strophen in der Einleitung angegeben. Der Cäsurreim bildet unter den Kriterien der Unechtheit eine groſse Rolle, und auf’s neue wird bestätigt, daſs er nur einer späteren, schlechtern Periode der Volkspoesie angehört, da die Interpolationen ihrem Inhalte nach zu den Gedichten der späteren Zeit, ganz besonders zum Rosengarten, stimmen (XXIX). Das gleiche ist der Fall mit der Fortsetzung von Alpharts Tod (Str. 306-467), nur daſs diese von einem andern Verfasser herzurühren scheint, als die Zusätze (XXII).
Zu andern Resultaten führte die Untersuchung über die zwei in vier Handschriften immer zusammen überlieferten Gedichten Dietrichs Flucht und Rabenschlacht. Beide rühren wol von demselben Dichter her, der sich D. Fl. 8000 selbst als Heinrich der Vogelaere nennt. Für einen Theil der Rabenschlacht muſs er schon eine Grundlage, wol ein im gleichen Metrum gedichtetes Lied, vorgefunden haben, das er aber nicht nur gröſstentheils umarbeitete, sondern auch durch eigene, an Zahl gewiſs weit überwiegende Strophen vermehrte (XLIV). Nicht so verhält es sich aber mit dem Haupttheile von Dietrichs Flucht: da läſst sich keineswegs ein älteres Gedicht als Grundlage nachweisen, vielmehr schöpfte der Dichter wol nur aus der Volkssage, die gerade über die Flucht Dietrich’s ziemlich ausführlich gewesen zu sein scheint (XLIX). Auch die Zeit, in welcher die Flucht gedichtet wurde, ist nun genauer, als bisher geschehen war, bestimmt worden, nämlich 1285-90 (LII ff.). -- Die beigegebenen Anmerkungen hätten vielleicht etwas reichhaltiger ausfallen dürfen; doch darüber wollen wir nicht rechten. Lieber keine Anmerkungen, als solche (wie wir ihnen heutzutage gar oft begegnen), die das Selbstverständliche erklären und das Dunkle ruhig bei Seite liegen lassen. Mit einem ausführlichen Namensverzeichnisse schlieſst das Buch, dem die Weidmann’sche Buchhandlung eine recht schöne Ausstattung gegeben hat. L.
22) /Lebensbeschreibung Bischof Benno’s II. zu Osnabrück vom Abt Norbert zu Iburg und eine von Domprobst Wiho, nachherigem Bischofe zu Osnabrück, im Interesse der kaiserlichen Partei gegen den Papst Gregor VII. gerichtete Flugschrift/, aus dem Lateinischen übersetzt und mit einer Vorrede und Anmerkungen versehen von /Hermann Hartmann/, Dr. med. zu Lintorf. Osnabrück, Druck und Verlag von J. G. Kisling. 1866. 8. 119 Stn.
Gewiſs hätte ländliche Muſse nicht besser verwendet werden können, als in Zurückführung eines Lebensbildes, dessen fast gleichzeitige Beschreibung als wichtiges historisches Zeugniſs längst anerkannt ist, das zugleich durch die hervorragende Stellung und den ausgezeichneten Charakter seines Trägers Anspruch auf das Interesse weitester Kreise besitzt. -- Bischof Benno II. stand bekanntlich in dem groſsen Streite zwischen Papst und Kaiser am Ausgange des 11. Jahrhunderts auf Seite des letzteren. Man könnte sagen, daſs er, weniger klug oder ehrlicher als die meisten seiner Zeit- und Standesgenossen, die nächsten Erfordernisse jener Epoche nicht verstanden habe. Aber der Grund, auf den er seine Ueberzeugung pflanzt, und die von auſsen wie von innen genommenen Hebel, durch welche er jener Vorschub leistet, geben über den geistig-sittlichen Gehalt der Zeit, auch wo er dieser selbst nicht zum Bewuſstsein gekommen, so bedeutungsvolle Aufschlüsse, daſs die Geschichte des einen Mannes zum Spiegelbilde des ganzen Geschichtsabschnittes wird. Einen besondern Reiz erhält die Erzählung unter der Hand des genannten Biographen, der, ein Schüler und Freund des Bischofs, sodann zweiter Abt des von Benno zu Iburg gestifteten Benedictinerklosters, obwohl Parteigenosse und hoher Verehrer seines Patrons, doch keineswegs blind für dessen Schwächen ist, aber in den Gesichtspunkten, aus welchen er sie zu entschuldigen sucht, wieder höchst charakteristische Merkmale für seine Zeit bietet. Der Uebersetzer leitet durch einen geschichtlichen Ueberblick das Verständniſs auch des Laien ein und unterstützt dasselbe durch fortgesetzte Anmerkungen. -- Die angehängte Streitschrift des gelehrten Propstes Wiho hängt mit dem Leben Benno’s aufs engste zusammen, ist sogar durch diesen und den Erzbischof Liemar von Bremen veranlaſst. Ihre historische Bedeutung als die einer Quellenschrift ist ebenfalls schon früher gewürdigt. Die mit vollem Recht hier angefügte Uebersetzung darf ein Interesse auch auſserhalb des Bereiches der Wissenschaft beanspruchen, indem sie zeigt, nach welchem Maſsstabe man in jener frühen Zeit Polemik trieb.
23) /Ueber Arbalo und das Winterlager des Tiberius am Flusse Julia./ Vom /Freiherrn/ H. v. Z. Paderborn, Ferdinand Schöningh, 1865. 8. 48 Stn.
Die Oertlichkeiten, auf welche die Versuche der Römer, vom Nordwesten her in die deutschen Gaue einzudringen, und mehr noch die dabei erlittenen Niederlagen spielten, sind so häufig zum Gegenstande monographischer Untersuchung gemacht, daſs eine ziemlich umfangreiche Literatur daraus erwachsen ist. Interessanter fast, als die topographischen und historischen Ergebnisse, ist die Art und Weise, wie diese Untersuchungen von den /Monumentis Paderborn./ aus dem Ende des 17. Jahrh. bis zu /Essellen/, /von Ledebur/, /Giefers/ und anderen Forschern unserer Zeit sich von einem phantastischen Localpatriotismus bis zur wirklichen wissenschaftlichen Kritik erheben. Auf dem Standpunkt der letzteren hält auch die oben genannte kleine Schrift sich und zwar mehr vermöge der Einfachheit, als der Künstlichkeit ihrer Schluſsfolgerungen, die in den meisten früheren Werken eher unseren Verdacht, als unsere Bewunderung erregt. Der Verfasser versetzt den Ort Arbalo an den Einfluſs der Erpe in die Diemel, das Winterlager des Tiberius an die Stelle der alten Eresburg. Die Gründe, worauf er diese Ansichten stützt, sowie die Folgerungen, die er daraus ableitet, überlassen wir dem Leser im Buche selber nachzusehen. Eine willkommene Zugabe würde eine übersichtliche Karte gewesen sein.
Aufsätze in Zeitschriften.
/Das Ausland/: Nr. 31. Die Taubstummeninstitute und ihre Geschichte. -- Sammlerwuth in alter und neuer Zeit. (Louis Lungershausen.) -- Die Artillerie bis zum siebenjährigen Kriege (Franz Maurer. Mit Benutzung einer Arbeit des Generals von Tempelhof vom Jahre 1797.) -- Zur Geschichte der farbigen Edelsteine. (Aus den Times.) -- Nr. 32 f. Sir John Lubbock über den gegenwärtigen Stand der Archäologie. -- Nr. 35. Heer (in Zürich) über die Pflanzenwelt der Pfahlbauten.
/Das illustr. Buch d. Welt/: Nr. 10, S. 311. Die Alraunwurzel. (Hugo Schramm.)
/Chilianeum/: 11. Heft, S. 422. Die Deutschhauskirche in Würzburg.
/Illustr. Familien-Journal/: Nr. 34 (664) f. Die Kleidertrachten. (Wilhelm Andreä.) -- Marburg. -- Nr. 36 (666). Deutsche Inschriften an Haus und Geräth. -- Nr. 37 (667) ff. Die Marienburg.
/Hausblätter/: 16. Heft. Volkssagen. 10-13. (Fr. Schultheis.)
/Allgemeine Kirchenzeitung/: Nr. 58. Die Prädestinationslehre Husens und der Husiten. (L. Krummel.)
/Korrespondent v. u. f. D./: Nr. 457 ff. Die Weiſse Frau. -- Nr. 466 u. 468. Fürstliche Geselligkeit in älterer Zeit.
/Magazin für die Liter. d. Ausl./: Nr. 33. Johann Agricola. Ein literarisches Säculargedächtniſs. (Friedr. Hasenow.) -- Nr. 34.
Historische Volkslieder der Deutschen. -- Nr. 35. Die statistische Bedeutung der Volkssprache, als Kennzeichen der Nationalität. (Richard Böckh.)
/Illustr. deutsche Monatshefte/: Nr. 24 (120). Das Wappen der niederländischen Schuhflicker. (Hans Weininger.) -- Spottpoesie und Caricatur im Mittelalter. (Wilh. Krühne.)
/Deutsches Museum/: Nr. 33. Ein deutsches Schlummerlied aus dem 10. Jahrhundert. (Alb. Richter.) -- Nr. 34 f. Die historischen Volkslieder der Deutschen. (Hans Prutz.)
/Schles. Provinzialblätter/: Juni, S. 358. Hünengräber bei Groſs-Strehlitz. (Th. Oelsner.) -- Juli, S. 409. Zwei schlesische Christkindelspiele. (Dr. Rud. Drescher.) -- S. 427. Das Grabmal des letzten Herzogs von Oppeln. (F. R. Hoffmann.) -- S. 428. Schlesische Sprüchwörter, Redensarten und Ausdrücke. (H. Strusche.)
/Hallisches Tageblatt/: Nr. 169. Ein altes Hallorenlied. (Opel.)
/Volksblatt f. Stadt und Land/: Nr. 59 f. Beiträge zum Conservativismus in der deutschen Sprache.
/Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg/: Nr. 35 f. Georg von Behr (geb. 1591).
/Zeitschrift für bild. Kunst/: Nr. 18, S. 198. Holbein und Quentin Messys in Longford Castle. (Alfr. Weltmann.)
/Zeitschrift f. prakt. Baukunst/: Hft. 4-6, Sp. 99. Worin besteht das Eigenthümliche im Bau des Ordenshauses Marienburg in Preuſsen? (Max Rosenheyn.) -- Sp. 139. Die Basiliken am Harz. -- Sp. 151. Der Dom von Marienwerder. -- Sp. 157. Bauliche Erinnerungen an Münster, Paderhorn und Soest.
/Allgem. Zeitung/: Beil. Nr. 241 ff. Die Ausstellung historischer Porträte in London. Sommer 1866. (Gottfr. Kinkel.)
/Bayer. Zeitung/: Morgbl. Nr. 229. Eine historische Ohrfeige. -- Nr. 231 ff. Das Lauinger Passionsspiel. (A. Birlinger.) -- Schreiberwitze und Schreibervolk (nach alten Handschriften.) -- Nr. 236. Historische Miscellen (ein Duell im 15. Jahrh.; Herzog Wilhelm’s V. Projekt, in München den Sitz eines Bisthums zu errichten; Friedrich III. als Kinderfreund zu Nürnberg). -- Nr. 238. Die Verbindung des Rheins und der Donau, beabsichtigt im J. 1656. (J. Baader.) -- Nr. 241. Das Kloster Lorch und das Erbbegräbniſs der Hohenstaufen.
/Leipz. Zeitung/: Wissenschaftl. Beil. Nr. 65. Zur Geschichte der Glasmalerei.
Vermischte Nachrichten.
80) Ueber die /am Dome zu Köln/ stattgefundenen /Nachgrabungen nach römischen Ueberresten/ ertheilt ein eingehender Artikel von H. Düntzer Auskunft. Das älteste römische Gebäude, von welchem sich Spuren finden, ist jedenfalls durch Feuer zerstört worden. Mehrere noch im Boden stehende Pfeilerstücke sind nahe an demselben abgebrochen und zeugen von der Wirkung des Feuers. Man hat in diesen Räumen auch ein tiefgehendes, rundes Loch entdeckt, das einer Cisterne angehört zu haben scheint; daselbst wurden manche Reste des römischen Alterthums, z. B. ein Theil einer Marmorbekleidung, gefunden. Nach der Zerstörung dieser ältern Anlage hat man über den Schutt derselben einen ganz neuen Boden gelegt, worauf dann das zu Tag liegende Bassin, das nur ein frigidarium gewesen sein kann, gesetzt wird. Diese zweite Anlage zeigt gleichfalls römisches Material und römische Bauart; es kann jedoch nicht entschieden behauptet werden, daſs sie nicht schon in die älteste fränkische Zeit hineinreiche. Die im Schutte gefundenen römischen Münzen gehen bis auf Kaiser Valens herab. Auch sonst wurden mancherlei Antiquitäten, als: Nadeln, Ringe, Sonden, Griffel u. s. w., ausgegraben. Das Allerwichtigste ist jedoch ein in der Nähe des Bassins gefundener Stein mit einer Inschrift, die nach den unzweifelhaft sich ergebenden Ergänzungen also lautet: „(Mer)curio August(ales) imperatoris Titi Caesari(s Augusti) templum a fundament(is et mace)riem in circumitu et aedificiis.“ Der Schluſs, der den Bau des Tempels aus eigenen Mitteln bezeichnet haben mag, fehlt. Die Inschrift scheint auf Pfeilern, wol über dem Eingang des Tempels, gestanden zu haben. Ganz in der Nähe fand man das Reliefbild eines Gottes, vielleicht des Merkur, das gleichfalls am Eingang angebracht gewesen sein mag. Mit fast unzweifelhafter Gewiſsheit hat sich hieraus die Thatsache ergeben, daſs unter Kaiser Titus in dieser Gegend ein von den Augustales, einer halb priesterlichen Behörde, geweihter Tempel des Merkur mit Nebengebäuden und einer anschlieſsenden Mauer gestanden. Die weitere Verfolgung der Grundmauern des mittelalterlichen Gebäudes hat das merkwürdige Ergebniſs geliefert, daſs dieselben sich bis unter den Domchor hinziehen. Auch der in diesem Frühjahre entdeckte römische Thurm, in welchen im Jahre 1247 eine Thür gebrochen ward, ist nun untersucht und bis zum Boden ausgeleert worden, der sich etwa 6 Fuſs unter der Sohle der Trankgasse fand, wogegen der kürzlich aufgefundene nächstgelegene Römerthurm der Sohle ziemlich gleich liegt. Jener Thurm ergibt sich als Halbthurm. In dem ganz mit Bauschutt ausgefüllten untern Theile fanden sich auch mehrere Thierreste, eine Menge römischer Thonscherben, einige kleinere Krüge und eine Münze Hadrians.
(Ill. Ztg.)
81) Bei einer Restauration der Dominikaner-Klosterkirche zu /Aarhuus/ stieſs man kürzlich unter dem Fuſsboden auf einen Grundstein von 3½ Ellen Länge, welcher, nachdem er herausgenommen worden war, eine /Runeninschrift/ zeigte. Die Alterthumskundigen sind mit der Deutung der Schrift beschäftigt.
(Korr.)
82) Der /Rathhausumbau in Danzig/ hat dieser alten Seestadt ein prächtiges Denkmal bester gothischer Baukunst zurückgegeben, das in seiner jetzigen Vollendung dem Kunst- und Bauverständigen einen angenehmen An- und Einblick gewahrt. Diese Verschönerung hat die Stadt dem Eifer des Oberbürgermeisters v. Winter zu danken, der bei seinem Amtsantritt das Bauwerk in einem verwahrlosten Zustande, durch planlose Bedürfniſsbauten vielfach entstellt, vorfand. Nun treten überall die ursprünglichen Verhältnisse und Formen rein und schön hervor; eine nicht geringe Anzahl trefflicher Kunstwerke, namentlich Holzschnitzereien, seither in der Stadt zerstreut, haben in den Räumen des Rathhauses zweckmäſsige Verwendung in würdiger Umgebung gefunden, und Decken und Wandgemälde strahlen wieder in neuer Frische.
(Ill. Ztg.)
83) Die beiden /Thürme/ des /Regensburger Domes/ wurden diesen Sommer, unaufgehalten vom Kriege, bis zu den Helmen vollendet. Am Ludwigstage fanden die üblichen Hammerschläge auf die ersten Steine des südlichen Thurmhelmes statt, und das ganze Werk dürfte im Jahre 1868 bis zu den Kreuzblumen gediehen sein.
(Morgenbl. z. bayr. Z.)
84) Zwanzig der schönsten /Rembrandt’schen Radierungen/ aus dem Kupferstichkabinet des britischen Museums in London werden von Bell und Daldy daselbst /photographisch aufgenommen/ und vervielfältigt und sind hierauf von Cundall und Fleming, gleichfalls in London, zu beziehen. Es befinden sich sehr berühmte Blätter darunter, als: die drei Bäume, Ephraim Bonus, ein St. Hieronymus, die Auferweckung des Lazarus, die Kreuzesabnahme, die Erscheinung der Engel vor Schafhirten, das Hundertguldenstück u. s. w. Ein beschreibender und erläuternder Text wird beigegeben.
(Ill. Ztg.)
85) Unter einer vom Buchhändler /Stargardt/ in Berlin vor Kurzem erworbenen Autographensammlung befinden sich einzelne, die im Handel höchst selten vorkommen; z. B. ein eigenhändiger Brief von /Georg Rüxner/, gen. Hierosalem Ewalde, Reichsherold im 16. Jahrh., dem berühmten Herausgeber des Turnierbuches, „von wegen meines svagers Hannsen Cyseus von Schönaich“; ein eigenhändiges, sehr wichtiges Schreiben von /Joachim Friedrich/, Markgrafen zu Brandenburg, an den Fürsten zu Anhalt, betreffend den theologischen Streit über die Concordienfrage; eigenhändige Briefe der Theologen /Grynaeus/, /Zwingli/ (Bruchstück), /Heshusius/ (von Samland), /Melanchthon/, /Ochsenfort/, der Kriegshelden /Aldringer/, /Leslie/, /Dietr. v. Werder/, /Kosciuszko/ etc.
86) Nach einer gütigen Miltheilung des Herrn Dr. E. /Schlüter/, Obergerichtsrathes a. D., zu Stade befinden sich unter den actis archivalibus der kgl. Landdrostei daselbst folgende /Manuscripte deutschgeschichtlichen Inhalts/:
1. Vita et obitus beati Willehadi, Archiepiscopi Bremensis; item vita Sct. Gregorii, Episcopi Trajectensis.
2. J. Ottonis catalogus omnium Episcoporum et Archiepiscoporum Bremensium 1580, contin. a Kelpio usque ad A. 1648.
3. Die s. g. bremische Anscharius-Chronik, T. I. (enthält die Chronik von Herbert Schene und Gerd Rynersberch de A. 782-1547).
Tom. II: eine Chronik von 1547-1563 die /Hardenberg’schen Streitigkeiten/ enthaltend (incerti auctoris). /Pratje/, die Herzogthümer Bremen und Verden, Bd. VI, S. 23 ff., meint, daſs /Simon Bock/ der Verfasser sei, während der Autor des 1779 zu Bremen erschienenen Buchs: „Dr. Hardenberg’s im Dom zu Bremen geführten Lehramts“ dies bestreitet und den /Bürgermeister Kenkel/ als Verfasser bezeichnet.
4. J. Renner, Bremische Chronik, Th. I, von 782-1547; desgl. Th. II, von 1511-1583.
5. Protocollbuch des Provincialcapitels des Benedictiner-Ordens (Bursfelder Union) für die Diöcesen Magdeburg, Bremen und Kamin, 1467-1526.
6. Das s. g. rothe Buch der bremischen Unterstifter St. Anscharii et Wilhadi.
7. Jo. Rhodii registrum jurium ecclesiae Bremensis und ejusdem registrum bonorum castri Vorde, citra et ultra Ostam.
8. J. Renner, Leben des Erzbischofs Johann Rhode etc.
9. Des Rectors Roth Sammlungen zur Geschichte der Markgrafschaft Stade und zur Geschichte der Herzogthümer Bremen und Verden, Th. 1 u. 2; item fernere Collectaneen desselben.
10. (Kelp) Varia historiam Bremensem et Verdensem illustrantia.
11. Breviarium rerum Bremae, Hamburgi et Rostochii gestarum (ad T. II. operum Krantzii).
12. Chronica ecclesiae Rosenfeldensis seu Hasselfeldensis et Catalogus Abbatum et Archiabbatum Hasselfeldensium.
13. Dieselbe Chronica mit späteren Zusätzen.
14. Ein altes Manuscript über die älteren Bischöfe zu Verden (776-1558).
15. Chronicon Verdense (776-1551).
16. Verden’sche Chronik (776-1623).
17. Excerptum Chronici Verdensis (a Pastore Rabe).
18. Elardi v. d. Hude Chronicon Episcoporum Verdensium contin. a Kelpio usque ad A. 1648.
19. Heinonis a Mandelsloh und Andreas de Mandelsloh, Memoriale ecclesiae Verdensis.
20. Eine geschriebene alte Chronik von Hamburg (800-1552). (Nebst einem Gedichte vom Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen, 1568.)
21. /Tratziger’s/ Hamburgische Chronik.
22. Bericht, wie weit das Land Wursten vor der Eroberung dem Erzstifte und wie weit es hernach demselben incorporirt worden; (geht bis A. 1663).
23. De Castro Delmenhorst ao. 1220 ab Archiepiscopo Bremensi aedificato.
24. /Kelp/, Collectanea von der Grafschaft Hoya.
25. Auszug einiger Nachrichten von der Grafschaft Hoya, Auctore J. K(elp).
26. Hadelographia, Beschreibung der Landschaft Hadeln von H. /Sittmann/, 1680; angebunden Wittmunder und Esensche Chronika sive Genealogia Frisica Hyeronimi Grestii.
27. Nachrichten und Urkunden über das ehemals zur bischöflich Verdenschen Kirche gehörige Kloster Scharmbeck (zuerst Steinbeck, dann Marienbeck genannt).
Inserate und Bekanntmachungen.
Die Herren Pränumeranten und Gratisempfänger des Anzeigers werden hiemit ergebenst benachrichtigt, daſs von nun an nur die direkt bei der Post bestellten Exemplare per Post, alle übrigen aber auf /Buchhändlerweg/ expediert werden.
/Nürnberg/, 1. September 1866. =Das germanische Museum.=
* * * * *
15) Zu kaufen oder auf kurze Zeit zu leihen gesucht wird von dem Werke: Lepage, les communes de la Meurthe der 2. Theil des ersten Bandes, S. 352 ff. Gefällige Offerten an die Redaktion des Anzeigers.
16) Ich würde mich auſserordentlich verpflichtet fühlen, wollte mir Jemand etwas Authentisches über das /Lützelburg/’sche Freiherren-Diplom zukommen lassen, -- wie ich überhaupt alle auf meine Familie bezüglichen Urkunden etc., welche mir, wenn auch lediglich zur Einsichtnahme, dargeboten werden, stets in hohem Grade willkommen heiſse.
/Eichstätt/, im September 1866.
/Wilhelm Freiherr v. Lützelburg./
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. /Sebald/’sche Buchdruckerei.
ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
Neue Folge. Dreizehnter Jahrgang.
/Nürnberg./ Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_ incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuſs oder 2 Thlr. preuſs.
Für _Frankreich_ abonniert man in Straſsburg bei C. F. Schmidt, in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11. rue de Lille, oder bei dem Postamt in Karlsruhe; für _England_ bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für _Nordamerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.
Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, F. A. /Brockhaus/ in Leipzig, befördert.
Inserate, welche mit den Zwecken des Anzeigers und dessen wissenschaftlichem Gebiete in Verbindung stehen, werden aufgenommen und der Raum einer Columnenzeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
1866. Nº 10. October.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
Kaiser Albrecht I. und Herzog Friedrich der Schöne von Oesterreich belagern die Veste Fürstenberg in der Baar.
Vergleich zwischen dem Grafen Heinrich von Fürstenberg, seinen Brüdern und Vettern einerseits und K. Albrecht I. und seinen Söhnen anderseits, die Städte Bräunlingen und Löffingen und die Burg Kürnberg betreffend.
/1305, Mai 30, vor Fürstenberg./
Allen den, die disen gegenwirtigen brief ansehent oder hoͤrent, kvͤnde ich graue Hainrich von Fürstenberg, daz dvͤ mishelli, dvͤ entzwischent | minem herren Albrehte von gotez gnaden dem Roͤmschen künge, ainem mêrer dez riches, vnd herzogen Fridrice sinem svne ainhalb vnd mir andert | halben gewesen ist, verslihtet vnd gerihtet ist, als hie nach geschriben stât. Von erst han ich graue Hainrich, für mich vnd mine bruͦdere, minem herren | herzogen Fridriche, an siner vnd siner bruͦder stat, gegeben allez daz reht, daz wir haben in der stat ze Brülingen, ez si an luͤten oder an guͦte ald an gerihten, vnd sont svͤ mir vnd minen bruͦdern darvmbe geben drithalbhvndert march loͤtiges silbers Schafhuser gewihtez, die svͤ mir vergwisset habent ze gebenne ze vsgender naͤsten phingstwͦchen. Ich hab ovch, für mich vnd mine bruͦdere, minem herren dem Roͤmschen kvͤnge vnd herzogen Fridrich sinem svne ze besserunge vfgeben, vnser grâschaft vnd die burg ze Kvͤrenburg vnd die stat ze Loͤffingen, vnd han daz ze lehen enphangen von dem vorgenanden herzogen Fridriche vnd sinen bruͦdern. Ich verzihe mich ovch, für mich vnd mine bruͦdere, allez dez schaden, So mir vnd minen bruͦdern geschehen ist, von minem herren dem kvͤnge vnd von herzogen Fridriche sinem svne, oder von iren dienern. Sich verzihet ovch graue Cuͦnrat von Fürstenberg min veter, korherre ze Kostenze, allez dez schaden, so ime geschehen ist, an der stat ze Loͤffingen ald anderswa, von denen von Stofeln oder von anderen dez kvͤngez oder dez herzogen dienern. Dar nach, vmbe mine vnd miner veteren lüte, grauen Cuͦnratz vnd grauen Gebhartz sinez bruͦders, die ze Brülingen burger worden sint, die wir herbraht haben, svͤ sin aigen- oder lehen- oder vogtlüte, ist also gered, went svͤ ze Brülingen bliben vnd da sitzen, dez enson wir vnd vͤnsere veterren, die vorgenanden, in niht enweren vnd sont svͤ dar vmbe niht beswêren, wer aber, daz svͤ da niht beliben vnd sitzen woltin, so son wir vnd vͤnsere vetern, die vorgeschribene, die selben lvͤte haben vnd besitzen, als ovch vor. Wer och daz ieman miner oder miner veterren, der vorgenanden grafen, lüte oder vͤnserre dienere lüte ze Brülingen bliben vnt sitzen woltin, svͤ sin fri oder vogtlüte, so ensol mich vnd mine bruͦdere vnd mine veterren, die vorgenanden, der vorgeschriben herzog Fridrich vnd sine bruͦdere niht enirren an dien guͤtern so dieselben lüte hant; wir mugen svͤ niessen reht vnd redelich in allem dem rehte, avn alle geuerde, als ovch vͤnsere vordem dvͤ selben guͤter hant genossen. Ez ist ovch also gered, daz der vorgenande vͤnser herre der kvͤnig vnd herzog Fridrich vnd sine bruͦdere hinnanhin enhainen man, der der min vnd miner bruͦdere, oder miner vetern, aigen ist, enphahen son ze burger ze Brülingen; wer aber, daz dehaine vͤnser vogtman oder fri ist burger wrde ze Brülingen, die mugent der vorgenande herzog Fridrich vnd sine bruͦder wol enphahen, also ob svͤ da sezhaft went sin vnd da beliben. Vnd dieselben gnade, die mir vnd minen bruͦdern vnd minen vetern hat getan vͤnser herre der kvͤnig vnd der herzog Fridrich und sine bruͦdere, vmbe die aigen lüte oder die frien all die vogtlvͤte, die haut svͤ ovch getan dien von Bluͦmenberg, dien von Blvͦmenegge, dien von Kvͤrnegge, dien von Almshouen, Huge von Riffenberg, hern Fresselin, dien von Aitlingen, Hainriche dem Schulthaissen von Vilingen, Cuͦnrat von Hvͤfingen, Johanse von Gepzenstayn, vnd dien die vf dem berge sitzent ze Fürstenberg. Aber vmbe die edeln lvͤte ist also gered, went svͤ oder ir dehainer burger werden ze Brülingen, dez ensol ich vnd mine bruͦdere oder mine vetern in niht enweren, ovch ensol in der kvͤng oder der herzog Fridrich niht enweren, ob svͤ dannan varn woltin. Vnd daz diz, allez daz da vorgeschriben stât, war si und staͤte blibe, so hab ich, für mich vnd mine bruͦdere, disen brief besigelt mit minem vnd minez vetern grauen Cuͦnratz yngesigeln. Ich graue Cuͦnrat von Fürstenberg, korherre ze Kostenze, vergihe an dem gegenwͥrtigen briefe, daz allez daz da vorgeschriben stât geschenhen ist mit miner vnd minez bruͦders grauen Gebhartz, des vorgenanden, wissende, gunst vnd willen, vnd verzih mich allez dez schaden, so mir geschehen ist an der stat ze Loͤffingen ald anderswa, als da vorgeschriben stat. Vnd ze ainem vrkünde derselben dinge, so henk ich min yngesigel an disen brief zvᵒ minez vetern ynsigel, dez vorgenanden grauen Hainrichs. Diz beschach vnd dirre brief wart gegeben in dem gesesse vor Fürstenberg, do man zalte von gotez gebvͤrte drüzehenhvndert jar vnd darnach in dem fvͤnften jare an dem svnnentage nach der hailigen vffart vͤnsers herren.
Das Siegel des Grafen Heinrich nur als Fragment erhalten. Doch ist deutlich ersichtlich, daſs es das gleiche Siegel, welches in des Fürsten Friedrich Karl zu Hohenlohe Sphrag. Album des deutsch. hohen Adels, Beil. C zu Fürstenberg Nr. 4, abgebildet ist, ein s. g. Reitersiegel (nach dem Hohenlohe’schen Systeme III, B, 3). Von der Umschrift ist noch lesbar.. ~DE .. STENB’G~. Das Wappen auf dem Schilde und der Pferdedecke ist deutlich zu erkennen. Das Siegel des Grafen Conrad ist ziemlich gut erhalten. In einem dreieckigen Schilde das bekannte Wappen (nach dem Hohenlohe’schen Systeme, IV, A, 2). Umschrift: ✠ ~S’. a. CON. DE. FIVRSTENB’G. CAN. CONSTANT.~
Die vorstehende Urkunde scheint mir in mehr als nur in einer Hinsicht der Veröffentlichung würdig zu sein. Daſs Herzog Friedrich der Schöne die Stadt Bräunlingen am 30. Mai 1305 vom Grafen Heinrich von Fürstenberg um 250 M. S. käuflich erwarb, wissen wir aus (Kreutter) Geschichte der k. k. vorderösterr. Staaten, 2, 43 und, hieraus, aus Stälin, Wirt. Gesch., 3, 109. Dagegen war es, meines Wissens, bisher noch nicht bekannt, daſs die Veräuſserung Bräunlingens die Folge einer Fehde und eines, von K. Albrecht und seinem genannten Sohne Friedrich persönlich unternommenen Kriegszugs gewesen ist. Die Urkunde gewährt aber auch ein rechtsgeschichtliches Interesse als Beitrag zur Kenntniſsnahme einer die Landherren des 13. und 14. Jahrh. gar sehr berührenden Frage, nämlich des Anschlusses ihrer Unterthanen in die Städte, und des hiermit engverbundenen Ausbürger- und Pfahlbürgerthums (cives non residentes). Das Original der Urkunde befindet sich im Generallandesarchive zu Carlsruhe und wurde mir von dort, zum Behufe meiner Studien zur fürstenbergischen Hausgeschichte, in freundlicher Bereitwilligkeit mitgetheilt. Der hier gegebene Abdruck ist ganz genau. Schwankungen in der Schreibart wurden beibehalten. Die wenigen, niemals zweifelhaften Abkürzungen sind aufgelöst[A].
Ich hege keinen Zweifel darüber, daſs diese „in dem gesesse vor Fürstenberg“, also bei der Belagerung (vergl. Ziemann s. v. Gesesze) ausgestellte Urkunde in Gegenwart K. Albrecht’s und wol auch seines Sohnes Friedrich ausgefertigt worden ist, und glaube sogar jene kleine, zierliche Schrift, welche den Sekretär K. Albrecht’s auszeichnet, und das in Albrecht’s Kanzlei übliche, feine Pergament zu erkennen. Bei Mone, Zeitschrift 14, 174 ist ein ähnliches Beispiel vom 9. Aug. 1303 gegeben, daſs nämlich eine Urkunde, welche die Herren Conrad und Engelhart von Weinsberg dem Könige ausstellten, von dessen Sekretär geschrieben wurde. Fernerhin paſst die Urkunde in K. Albrecht’s Itinerar, soweit wir dasselbe kennen. Derselbe war am 17. und 19. Mai in Eſslingen, am 22. Mai in Rotweil und am 31. Mai in der Nahe von (apud), oder in Schaffhausen. Die Nachweisungen in Böhmer’s Regg. Imp. Nr 505, 507 u. 633. Veste Fürstenberg ist höchstens 6 Stunden von Schaffhausen entfernt. Was den Herzog Friedrich betrifft, so war derselbe am 29. Juni 1305 in Ulm (Böhmer, Add., II, S. 501). Weitere Urkunden Friedrich’s aus dem Jahre 1305 sind nicht bekannt. Graf Heinrich (II.) von Fürstenberg ist ein Sohn des Grafen Friedrich und der Adelheid von Wolfach. Seine in der Urkunde erwähnten, aber nicht namentlich angeführten Brüder sind: Conrad, in der Folge Domdekan zu Straſsburg, † 1346, und Friedrich, Johanniter in Villingen. Der Chorherr zu Constanz, Graf Conrad zu Fürstenberg, und dessen Bruder Graf Gebhart sind Oheime des Grafen Heinrich II., Brüder seines Vaters Friedrich. Beide gehörten dem geistlichen Stande an. Conrad war zugleich auch Pfarrherr (Rector ecclesiae) in Villingen und urkundet als solcher schon im J. 1303 (Origg. mit Siegeln im F. Fürstenb. Arch.); Gebhart war Chorherr zu Constanz und, nach dem Tode Conrads († 1314), ebenfalls Pfarrherr zu Villingen. Welche Gerechtsame diesen beiden Grafen in Löffingen zustanden, ist nicht näher ermittelt. Die Burg Kürnburg oder Kürnberg -- jetzt der Kürnberger Hof -- lag nahe bei Löffingen, unweit der Straſse von Donaueschingen nach Freiburg i. Br. Die Linie Fürstenberg-Haslach, welche bis zum J. 1326 die Stadt Villingen besaſs, war bei diesem Streite mit K. Albrecht nicht betheiligt. Die Gerechtsame des Hauses Fürstenberg in Bräunlingen dürften auf Zäringen’schen Ursprung zurückführbar sein. Bräunlingen blieb, einige Verpfändungen abgerechnet, bis zur Auflösung des deutschen Reiches eine vorderösterreichische Stadt und führte als solche auch den habsburgischen Löwen im Wappen.
Wahrscheinlich wollte Graf Heinrich von Fürstenberg eine ernstliche Fehde mit dem Reichsoberhaupte vermeiden. Doch scheint auſser Zweifel zu sein, daſs K. Albrecht und Herzog Friedrich sich vor Fürstenberg gelagert hatten, und daſs hier, im Lager, ein Vergleich zu Stande kam. Fürstenberg war indessen zu jener Zeit nicht nur eine Burg, sondern auch ein befestigtes Städtchen, dessen bereits in der bekannten Urkunde K. Rudolf’s, aus dem Lager zu Marchegg, 1278 Aug. 19, Böhmer, Reg. Rud. 458, Erwähnung geschieht.
/Donaueschingen/, im August 1866.
/Dr. Freih. Roth v. Schreckenstein/, F. F. Archivar.
FUSSNOTE:
[Fußnote A: In Ermangelung entsprechender Typen haben wir bei diesem, sonst getreu an das vorliegende Manuscript sich anschlieſsenden Abdrucke die Buchstaben v und u mit übergeschriebenen i (vͥ, uͥ) durch vͤ und ü, ebenso a und o mit darüberstehendem v durch av, ov wiedergeben müssen. /Die Redaktion./]
Die Sprichwörtersammlung des Friedrich Peters.
Von Subrektor J. /Franck/ zu Annweiler.
Eine der werthvollsten und zugleich wenigst bekannten Sprichwörtersammlungen, deren Niederschrift noch in das 16. Jahrh. fällt, ist diejenige des Friedrich Peters. Ich gebe in Nachstehendem eine eingehende Beschreibung derselben nach einem vollständigen Exemplare, das sich in der Bibliothek des Zweibrückener Gymnasiums[A] befindet.
Der Teutschen | (_Schmale Zierleiste_) | /=W=Eiſsheit// | Das ist: | /Auſserlesene kurtze/ sinnreiche/ | lehrhaffte vnd sittige Spruͤche vnd Sprich-/ | woͤrter in schoͤnen Reimen oder schlecht ohne Reim/ | von allerley Geistlichem vnd Weltlichem Wesen | vnd Handel des gantzen Menschlichen Lebens/ wie | man sie im gemeinen Brauch hat/ oder in | gelehrter Leut Buͤchern | findet. | Lustig und nuͤtzlich zu lesen. /Allen Weisen vnd Teutschen/ | zu Ehren in Druck gegeben. | Durch | /M. Fridericum Petri Seniorem vnd/ Pastorem zu Braunschweich. | Hamburg/ | /Gedruckt bey/ /Philipp von Ohr/ | Im Jahr Christi./ | M.D.C.V.
8. -- Drei Theile mit Haupttitel für ersten und zweiten Theil, aber alle Theile durchlaufender Signatur. Rückseite des ersten Titels leer, letzte Seite bedruckt. 16 Bl. Vorstücke, Titelbl. mitgezählt, 509 Bl. Text, dazu 3 weiſse Bl. Alle Blätter unbeziffert. Signatur: (?)ij -- (?)~v~,):(--):(~v~, ~A-Zv~, ~Aa-Zzv~, ~Aaa~-Sss 5. Die volle Seite, Ueberschriften und Custoden ungerechnet, zählt 37, seltener 36 Zeilen (z. B. Bl. ~Dd~^a und ~Gggv~iij^a). Gesperrte Zeilen, auch das Druckjahr roth. Der erste Buchstabe der zweiten Zeile in schwarzer, der zweite in rother Zeichnung. Titel, mit Ausnahme des Namens des Verfassers und seines Amtes, durchaus in deutschen Lettern. Ohne Randglossen. Bl. (?)ij^a-(?)viij^b: Vorrede (Dedication) „Den Gestren- | gen/... Junckhern/ Cord vnd Hildbrand | Gebruͤdern von Salder/ Gluͤck | vnnd Heil“, unterzeichnet „M. Friderich Peters“. (Vign.) Bl.):(^a --):(^b: „Vorrede“ (Citate aus Luther’s Schriften, dem Sylvula sententiarum und Matthesius vita Luth.), am Schluſs: Vignette. Bl.):(ij^a-):(~v~iij^b: „Vorrede“ (Dedication) DEn Edlen/ |... Fraw- | en/ Frawen Ilsen/ Fritzen von der Schulen- | burg... gebornen von Salder etc. meinen ... Gefat- | terinnen“, datiert: „Dreſsden den 3. Sept. | Anno 1604. || Polycarpus Leiser D.“ (Druckerzeichen). Bl. ~A^a~-~H~iij^b: „Der Teutschen Weiſsheit | Das Erste Theil/ | Von | /Gott// /Christo// | Glauben/ Gebet/ Ketzerei/ | Trost vnd Hoffnung im Creutz/ | Suͤnd/ Todt/ Leben und Selig- | keit/ etc.“ Schluſs: „Ende deſs Ersten Theils. | Dem Vater der Barmherzigkeit/ | Sey Lob vnd Preiſs in Ewigkeit. || Das“ (als Custos). Bl. ~H~iiij^a: Das ander Theil/ | Von /=G=uten Wer/- | cken/ Laster vnd Vn- | tugend/ Lohn vnd Straffe/ auch | von allerley handeln und faͤllen deſs | gantzen Menschlichen Le- | bens. | (_Vignette_). Gedruckt zu Hamburg/ durch | Philip von Ohr/ Im Jahr | 1604.
Bl. ~H~iiij^b-~Pppv~iij^b: Text. Bl. Qqq^a-Qqqiij^b: „Bericht/ wo man in einem je- | den Mond seiner Gesundtheit | pflegen sol“. Bl. Qqqiiij^a|_{b}: „Ein Teutscher Calender/ oder Cisio janus/ | da eine jede Silbe einen Tag be- | deutet“. Bl. Qqq~v~^a-Rrr2^b: „Folgt der rechte gantze stetswerende | Calender/ Auch die Guͤlden Zahl den | newen Mon zu finden“. Bl. Rrr3^a-~Rrr~iiij^a: „Ein ander Teutscher Calender/ da ein | jedes /Wort/ einen Tag be- | deutet“. Schluſs des zweiten Theils: „Steffen/ Johan haben Thomam Bischoff gemacht. || Das“ (als Custos). Bl. ~Rrr~iiij^b: /Das dritte Theil/. | Ist des alten Adams Sprach/ nemlich der | Tyrannen/ Hurer/ Diebe/ Tellerlecker/ Seuffer/ | Geitziger/ Spoͤtter/ Spieler/ Epicureer/ Trieger/ Kar- | ger/ Filtze/ Faulentzer vnd dergleichen vnebene Rede/ | damit Christlicher Stende vnd /Personen/ gespottet/ | Suͤnd vnd Schand bementelt/ auch Tu- | gend vnd Erbarkeit ver- | lacht wird“. Bl. ~Rrr~iiij^b-Sss4^a: Text. Bl. Sss^b (unter einer Zierleiste) -- bis Sss5^a: „APPENDIX“. (Vign. des Bl. (?)~v~iij^b). Bl. Sss5^b-Sss6^a: „ERRATA“. (Vign.). Schluſsschrift (Bl. Sss6^b): (_Zierleiste_) | /Hãmburg// | Gedruckt durch Philipp von | Ohr/ Im Jahr/ | 1605. | (_Druckerzeichen._)
Als Columnen-Ueberschriften stehen: Bl. (?)ij^b-):(~v~iij^b beiderseits: „Vorrede“ (mit Ausnahme von Bl. (?)ij^a und Bl.):(ij^a, wo sie fehlen); Bl. ~A^b~ bis ~H~iij^a: „Der Teutschen Weiſsheit... Das Erste Theil“ (mit Ausnahme von Bl. ~A^a~, wo sie fehlt und Bl. ~H~iij^b, wo blos steht: Der Teutschen Weiſsheit); Bl. ~H~iiij^b-~Rrr~iiij^a: „Der Teutschen Weiſsheit... Das Ander Theil“; Bl. ~Rrr~iiij^b-S~ſſ~4^a: „Der Teutschen Weiſsheit ... Das dritte Theil“; Bl. S~ſſ~4^b-Sss5^a: „APPENDIX“. und Bl. Sss5^b-Sss6^a: „ERRATA“. Irrthümlich ist im zweiten Theile gesetzt (Bl. Jiij^a) „Das Erste Theil“. Die drei Signaturen Rrr, Rrr2 und Rrr3 sind römische und ~Rrr~iiij ungewöhnlich groſs gedruckt. Auf Bl. ~S~iiij^a steht im Texte unrichtig als Ueberschrift „~D~“.
In der Vorrede erklärt sich Peters u. A. sehr verständig über den /Unterschied/ zwischen Sprüchen und Sprichwörtern, indem er sagt (Bl. (?)ij^b-(?)iij^a): „Es ist aber vnter Spruͤchen und Sprichwoͤrtern ein solcher vnterschied/ das die Spruͤche nur also zu verstehen sind/ wie der klare deutliche Buchstab lautet/ vnnd kein ferner nachdencken geben: Als wenn man sagt:
Alte Freunde sind die besten. Auff hoͤren sagen gar nicht baw/ Auff blosse wort mit nichten traw.
Die Sprichwoͤrter aber/ die man eigentlich also nennet/ haben eine solche art/ das sie erstlich nach dem buchstab recht vnd war sind/ vnd darnach verbluͤmbter weise weiter auſssehen/ Vrsach und Anleitung geben schaͤrffer nachzusinnen auff etwas mehr/ das darunter verstanden vnd damit gemeinet wird: Als wenn man spricht:
Alte Hunde sind boͤſs bendig zumachen/ Wenn fleucht die Taub zu weit ins Feld/ Zuletzt der Habicht sie behelt.
Denn das ist war/ wie die Wort lauten/ vnd deutet aber vber dz verdeckter weise auff ein anders/ welchs damit wird zuverstehen gegeben/ nemlich/ daſs man alte Schelcke nicht wol koͤnne from machen/ Item/ das eine Jungfraw/ die sich viel auſsgehens befleisset/ oder sich zu weit verthut/ koͤnne leicht vmb jhr Ehre gebracht werden/ oder sonst in Schaden gerahten“.
/Wiederholungen/ von Sprichwörtern rechtfertigt der Verfasser in folgender Ausführung (Bl. (?)iiij^a|_{b}): „Vnd ob wol aller muͤglicheit nach ein jedes nur ein mal gesetzt/ vnd nicht anderswo widerholet wird/ so find sichs doch/ das zuweilen ein Spruch oder Sprichwort in vngleichen Worten jetzt so/ denn anders lautet/ vnd daher offt einen andern Verstand gewinnet/ oder das eine mal ohne Reim/ das ander mal artig in Reims weiſs auſsgesprochen wird/ welches auch macht/ das wol zu zeiten etwas hernach gesetzt ist/ da jemand meinen moͤcht/ es were solchs bereit zuvor gesagt: Wer aber acht darauff gibt/ vnd eins gegen das ander helt/ der sihet leichtlich/ das es entweder mehrerley vngleiche Spruͤche sind/ oder Beides die schlechte Rede vnd der Reim lustig zu lesen vnd lehrhafftig ist/ vnd demnach nicht vnbillich ein jedes an seinem Ort gesetzt ist: Als wenn man spricht:
Trinck Wein/ beschert dir Gott Wein. Item Trinck Wein/ so beschert dir Gott Wein.
Da lest sichs wol ansehen/ als wens nur einerley Rede sey/ weil es fast einerley Wort vnd Buchstaben sind/ vnd gleichwol wenn mans recht erwiegt/ so findt sichs/ das es zweyerley vnterschaiden Spruͤche seyen/ vnd zweyerley Meinung geben...“
Was endlich die /Eintheilung/ seiner Sammlung anbelangt, so spricht er sich hierüber folgendermaſsen aus (Bl. (?)~v~^b-(?)~vj~^b): „Es sind aber die Spruͤche in drey hauffen vnterscheiden vnd abgetheilet. Im ersten Theil sind die verzeichnet/ welche von rechter warer Gottseligkeit/ von Gott vnd seinem Wort/ von Christo/ vom Glauben/ Gebet/ Ketzerey/ Creutz/ Trost vnd Hoffnung in Truͤbsal/ Suͤnd/ Todt/ leben vnd ewiger Seligkeit berichten vnd lehren.
Im andern Theil sind auffgeschrieben aller Stende Lection/ Tugend vnd gute Wercke/ Laster vnd Vntugend/ Sold vnd Lohn/ einem jeden zur Lehr/ Bericht/ Erinnerung/ Vermanung vnd Besserung/ auch allen from̄en auffrichtigen Biderleuten Mans vnd Frawspersonen zu lob vnd ehren... Auch find man daselbst vielfeltige Erinnerung von allerley Weltlichem Wesen/ Handeln vnd Fellen des gantzen Menschlichen Lebens/ auch zu weilen gemeine Naturkuͤndige Spruͤche/ oder sonst schlechte einfeltige Rede/ darin man doch auch sihet/ eine feine Weiſsheit vnser lieben Teutschen/ vnd sittige Lehr/ oder je gemeinen Bericht von der Welt Lauff vnd Wandel...
Das dritte Theil ist des alten Adams sprach/ nemlich solche Rede/ da man Christlicher ehrlicher Stende vnd Personen spottet/ oder sie lestert/ Suͤnd vnd Boſsheit bementelt/ oder schertz damit treibt/ vnd dagegen Tugend vnd Erbarkeit verlachet: von welchen nur etliche wenige sind hieher gesetzt/ auff das man der Jugend das Gottlose wesen der argen boͤsen Welt etwas fuͤrbilde vnd verhasset mache/ vnd sie dafuͤr verwarne/ vnd dagegen zur Tugend vnd Gottseligkeit anhalte: wie gleichfalls die Propheten/ Item Salomon in seinen Spruͤchen vnd S. Paulus in seinen Episteln auch zuweilen vnebene Spruͤche vnd Spottwort der Weltkinder einfuͤhren“. --
Die vorliegende Sammlung gehört zu den werthvollsten und reichhaltigsten der ganzen Literatur. Sie enthält nicht nur die meisten in jener Zeit umlaufenden prosaischen und gereimten Sprichwörter, sondern auch eine überraschend groſse Zahl seltener, sonst nicht gelesener Mittheilungen aus älteren, zum Theil unbekannten Quellen. Darunter finden sich alte und uralte echte Sprichwörter in hoch- und niederdeutscher Mundart, sprichwörtliche Reime, ungewöhnliche Bauern- und Wetterregeln, Vergleichungen, Spottreime, Scherz- und Schimpfworte, Weid- und Wahlsprüche etc. und ganz besonders eine hübsche Anzahl Priameln, die bekanntlich jeder Sammlung zur Zierde, einer älteren aber, wie diese, zu doppeltem Lobe gereichen. Das Werk ist aber auch unter allen, welche bis zum J. 1863, wo /Wander/ seine umfassende Sammlung zu edieren begann, gedruckt worden sind, das reichhaltigste Sprichwörterbuch. Während die zwei Collectionen /Agricola’s/[B] (1529-1592) nur 1249, die /Klugreden/ (1548 ff.) 1320, die Sammlung /Franck’s/ (1541) c. 7000, die /Zincgref-Weidner’sche/ (1624-1655) 7721, die von /Körte/ (2. Ausg.) 9020, von /Eiselein/ (1840) 12,000, von /Simrock/ (1846) 12,396 Sprichwörter verzeichnen und endlich die /Lehman’sche/ (1640-62) -- unter allen diesen die, jedoch nur vermittelst einer überwuchernden Zahl lateinischer Moralsätze, geschichtlicher Anekdoten und gedehnter Aussprüche über Gegenstände der Religion und des Staates, copioseste: 22,922 Sprichwörter und /sprichwörtliche Redensarten/ zählt[C] -- umfaſst die unserige /ohne/ diese letzteren, welche Peters verschmähte, auf Grund einer sorgfältigen Zählung (welche mich -- sit venia dicto -- eine Woche in Anspruch nahm) in Summa 21,643 Sprichwörter (/Gödeke/ im Gr. I, 113 schätzte ihre Zahl ziemlich richtig auf 20,000). Von diesen fallen auf den ersten Theil 2,216, auf den zweiten 19,120 und auf den dritten 307. Die Sammlung würde aber noch weit reicher geworden sein und wol um die Hälfte sich vermehrt haben, hätte sich der Verfasser entschlieſsen können, auch die sprichwörtlichen Redensarten, die „Metaphoricae Phrases oder verbluͤmte Wort“ in die eigentlichen Sprüche und Sprichwörter aufzunehmen. Er spricht sich hierüber (Vorrede, Bl. (?)iij^a|_{b}) in folgenden Worten aus:
„Weil denn hie volstendige gemeine Lehrspruͤche vnnd Sprichwoͤrter verzeichnet/ als sind auſs derselbigen Vrsach nicht mit hinan gehengt solche Rede/ die keinen volkommen Sinn oder Verstand geben/ oder die nur auff ein eintzeln Person gehen/ vnd nicht in gemein hin auff alle oder auf viele geredt werden: als wenn man sagt: /Aus der Lungen reden: das muſs versaltzen: Den Baum auff beiden Achseln tragen: hinter dem Berge halten: Mit halber Ehr darvon kommen: Vnter einer vngekehrten Bank finden:/ Vnd dergleichen vnzehlig viel mehr. Auch nit folgender Art reden/ da man spricht; /Das Fewr gehet jhm aus: das Liecht brent jhm auff die Finger: Er ersoffe nicht/ das Wasser gienge jhm denn vber den Galgen: Er hat einen Hasen im Busem... Er ist kleinlaut/ die Pferde sind jhm genommen: Er muſs braten/ solt er auch den ledigen Spieſs braten: Er schleifft/ aber nicht ohne Wasser: Er wil sehen/ was da fleucht/ nicht was da kreucht: Man muſs jhn beym Rocke halten/ nicht bey den Worten.../ Item: /Er bestehet/ wie Butter an der Sonnen: Er gehet drumb her/ wie die Katze vmb einen heissen Brei: Er helt/ wie ein zubrochen Armbrust: Er stehet auff seinen Worten/ wie der Peltz auff seinen Ermeln: Er stehet/ wie der Hahn bey den Paucken.../ etc. Denn diese vnd dergleichen alle sind nur Metaphoricae Phrases oder verbluͤmte Wort/ nicht gemeine volstendige morales oder proverbiales sententiae/ oder lehrhaffte Spruͤche/ sind auch derwegen hie gar ausgelassen/ wie sie denn auch vnter die Spruͤche oder Sprichwoͤrter nicht moͤgen gezehlet werden“.
(Schluſs folgt.)
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Die Bibliothek zu Zweibrücken zeichnet sich eben so sehr durch den Reichthum an seltenen Druckwerken aus, als durch ihre musterhafte Ordnung und die Liberalität ihrer Verwaltung (z. Z. Gymnasial-Professor /Fr. Butters/), welche es ermöglicht, von ihren Schätzen den ausgedehntesten und dankenswerthesten Gebrauch zu machen. Der Werth und Nutzen dieser von Herzog Johann I. († 1604) gegründeten, von seinen Nachfolgern mit Liebe gepflegten und von Karl I. durch die birkenfeldische (1762) vermehrten Büchersammlung beruht nicht sowohl in einer übergroſsen Bändezahl (c. 8000), als in den zahlreichen und wichtigen Quellenschriften älterer Zeit und ganz besonders in denen aus allen Theilen der Literatur des Reformations-Zeitalters, welche, trotz der vielfachen Verluste in Kriegszeiten, in dieser Anzahl nur in wenigen, gröſseren Bibliotheken sich vereinigt finden möchten. Es finden sich hier /Luther’s/ sämmtliche Werke in drei verschiedenen Ausgaben: Jena, Wittenberg und Altenburg (dabei ein Pracht-Exemplar und wahrscheinlich churfürstlich-sächsisches Geschenk der zweibändigen Bibel von 1543 mit 128 Bildern in Gold und Farben von L. Cranach, aus dem Besitze des „Carolus Comes Pal. Rheni 1584“), die meisten Dichter (H. Sachs), die Satiriker (Fischart) und Pasquillisten (Hutten) des 16. und 17. Jahrh., die Exegesen und Postillen (Mathesius) der damaligen Zeit, ebenso die bedeutendsten Geschichtswerke (Seb. Franck) u. s. w. Ein groſser Theil dieser Werke, in gleichzeitigen, noch jetzt prächtigen Einbänden, war meist Privateigenthum der zweibrückischen Herzoge, gieng allmählich durch Donation an die Gymnasial-Bibliothek über, und in nicht wenigen findet sich deren Namen eigenhändig eingezeichnet. Nach einer gefälligen Mittheilung des dermaligen Bibliothekars wurde der gröſste und werthvollste Theil der Bücherschätze zweimal durch die Nachbarn, welche sich rühmen „de marcher à la tête de la civilisation“ ruiniert oder geraubt: zuerst 1677, wo sie fast die ganze Sammlung nach Rheims schafften (der dortige Erzbischof war Louvois’ Bruder) und zum zweiten Mal in den Revolutionskriegen 1795-96.]
[Fußnote B: Ich benutze diese Gelegenheit, um dem verehrten Verfasser des Aufsatzes: „Die Ausgabe der Sprichwörter Agricola’s vom J. 1548“ (Nr. 6, Sp. 207-210 des laufenden Jahrg. d. Anz.) Herrn /Fr. Latendorf/ zu Schwerin, dem rüstigen Vorarbeiter auf dem Felde des deutschen Sprichworts und scharfsinnigen Commentator Agricola’s, zwei Worte zu senden. Meine Annahme einer /doppelten/ und verschiedenen Ausgabe der 500 Sprichwörter Agricola’s (vergl. Anzeiger, 1865, Sp. 388 ff.) war eine irrige, wie mich seitdem, zugleich veranlaſst durch eine briefliche Nachricht /Ottow’s/ zu Landeshut, nochmalige Untersuchung und Prüfung des fraglichen Druckes überzeugend gelehrt haben. Indem ich mich zu dem Irrthum gern bekenne (/Cic./ Phil. XII, 2), bringe ich dieses Ergebniſs, das in allen Theilen mit Latendorf’s kritischer Schluſsfolge übereinstimmt, hiermit (nach Wunsch) zu seiner wie aller derer offenen Kenntniſs, denen gleich ihm die Sprichwörterkunde, dieser eben so wichtige wie interessante Zweig der deutschen Philologie, nicht gleichgültig ist. -- Eine anderweitige, schon früher von Latendorf (Anzeiger 1856, Sp. 322) zweifelnd aufgeworfene -- und bei diesem Anlaſs zu erledigende Frage -- betreffs eines schon vor 1541 erschienenen Druckes der Sprichwörter des /Seb. Franck/, beantwortet sich verneinend durch den Nachweis, daſs das von /Tappius/ in seinen Centuriae septem 1539 (Bl. 136a) citierte Sprichwort Franck’s: „Demütiger Mönch | Hoffertiger Abt“ schon in des letzteren „Paradoxa“, Ulm, 1533. 4. (Bl. 86a) und genau in derselben Fassung gedruckt ist. Dagegen kann ich der bis jetzt bekannten schweizerischen Ausgabe von 1545 noch drei weitere Züricher hinzufügen: 1550, 1559 und 1575. 8.]
[Fußnote C: Es ist allerdings noch ein anderes Werk vorhanden, das sogar die Lehman’sche Sammlung an Reichhaltigkeit übertrifft: Der /Thesaurus des Georg Henisch/ von 1616. Allein es gibt sich nicht als Sammlung und erwirbt seinen Vorrang lediglich, gleich dem Lehman’schen, durch die groſse Zahl von Redensarten und anderem sprichwörtlichen Beiwerk. Ueber /Henisch/ in einer der nächsten Nummern.]
Funde in Hügelgräbern in Böhmen.
In dem gräflich Czernin’schen Waldrevier Rudolfi nächst dem Dorfe Chotieschau in Böhmen wurden im Laufe des Sommers sechs Grabhügel aufgefunden und aufgedeckt. Selbe lagen am Fuſse der langgestreckten Wolfsbergkuppe, auf einer gegen Westen abfallenden Abdachung, hatten 30 Wiener Klafter Umfang bei einer Klafter Höhe. Sämmtliche Hügel waren aus mächtigen Granit- und Hornsteinblöcken aufgeschichtet und mit noch mächtigeren Blöcken umstellt. Drei davon erwiesen sich als Hügel mit /Leichenbrand/; sie enthielten gröſsere Mengen Asche, Kohle, Gefäſsfragmente, der eine auch in einer noch ziemlich wohl erhaltenen Urne ein Stück bearbeiteten Feuersteins, jedoch keine Metallgegenstände. In den übrigen Grabhügeln waren die Leichen unverbrannt beigesetzt worden; sie lagen immer in einer aus flachen Steinblöcken zusammengestellten Kiste, die freilich meist eingedrückt, jedoch in einem später zu erwähnenden Falle noch unversehrt gefunden wurde. In zweien dieser letzteren Grabhügel fand sich je ein Bronzemeiſsel (von der Form der Paalstäbe) und je eine Dolchklinge von Bronze, auſserdem Knochenstücke und Urnentrümmer. Den interessantesten Fund jedoch ergab der sechste, durch seine Dimensionen schon ausgezeichnete Hügel. In der Mitte desselben fanden sich in einer eingestürzten Steinkiste 4 kleine Muscheln von Bronze, durchbohrt, um an einen Faden gereiht werden zu können, 36 Bernsteinkugeln von verschiedener Gröſse, ebenfalls durchbohrt, 2 kleine ovale durchbohrte Bronzekügelchen (all diese Gegenstände Theile eines Halsbandes), eine in drei Stücke zerbrochene Bronzenadel und zwei spiralförmige, aus je 10 Windungen bestehende bronzene Armbänder. In einem der letzteren fanden sich noch Ueberreste des Armknochens. Die merkwürdigsten Objekte des Funds jedoch waren 2 Gewinde von reinstem Golde, je ungefähr zwei Dukaten schwer, aus je 10 Windungen Golddrahtes bestehend. Der Durchmesser dieser Ringe ist so gering, daſs nicht einmal ein siebenjähriges Mädchen selbe am Finger tragen konnte; sie wurden wahrscheinlich als Haarschmuck verwendet. Wenige Tage später entdeckte ein Förster, eine Stunde entfernt von dem eben beschriebenen Fundplatze, in der zu Rudolfi gehörigen Waldflur Kněžchaj (deutsch Fürstenhag) ein Hügelgrab von ähnlichen Dimensionen und ähnlicher Bauart. Schon nach zweistündigem Vordringen in das Innere des Hügels kamen, nachdem die äuſsere Steinumsetzung entfernt war, ein Bronzeröhrchen und Spuren einer Steinwölbung zum Vorschein. Das Gewölbe wurde beseitigt, darunter lagen auf einem, aus Sandsteinplatten zusammengelegten Pflaster, Knochen eines menschlichen Skelettes. In der Nähe des Vorderarmknochens fanden sich sieben Bronzeröhrchen, die, an einen Faden gereiht, als Armband getragen wurden; in der Nähe der Hüfte lag eine Bronzenadel, 2½ Zoll lang, vom Roste sehr stark zerfressen. In der Gegend der Oberschenkel stand ein kleiner Topf, angefüllt mit Erde und Knochenstückchen, darüber ein zugeschliffener, dreieckiger Stein. In der Nähe des rechten Armes fanden sich Theile eines Skelettes eines kleinen Nagethieres und in der Nähe des Schädels, zum Theil unter demselben liegend, zwei kleine gewundene Bronzeringe, der Form und Gröſse nach ganz übereinstimmend mit den Rudolfer Goldringen, sowie mehrere Stücke Bernstein. Noch keiner der vielen Hügel der Bronzeperiode, die ich in meiner Heimat aufdeckte, gab mir einen so deutlichen Einblick in die Art und Weise der Bestattung, wie dieser im „Fürstenhag“; jedenfalls verdankt das Skelett seine Erhaltung nur dem trockenen Materiale, aus dem dieser Grabhügel bestand, und der besonderen Sorgfalt, mit der die Steinkiste aufgeführt war.
/Petersburg/ in Böhmen, September 1866. Dr. /Jul. Ernst Födisch/.
Die Landrichter zu Sulzbach im 14. und 15. Jahrhundert.
Mitgetheilt von /Leonh. Platzer/, k. Landrichter, zu Sulzbach.
In dem städtischen Archive zu Sulzbach befindet sich eine 732 Seiten starke Papierhandschrift in 4. aus dem 17. Jahrhundert, mit dem Titel „Nortgauisches Chronicum, darin insonderheit der fürstl. Pfalzgrävischen Residenz Stat /Sulzbach/ und des fürnehmen Closters Castel Beschreibung von ihrer Uralten erbauung und Stifftungen, auch von den alten graven von Sulzbach, Wie auch den Herzogen in Bayern, König in Böhmen und Pfalzgraven bey Rhein ihrer Regierung Handlungen zu Kriegs und Friedenszeiten, neben andern verlauffen geschichten, von änderung der Religion und darauf erfolgter persecution zu finden, Biſs auf unsere Zeit continuirt, über die 600 Jahr und mit besonderer müh zusamb getragen durch /Johannem Braun/[A], pastorem und superintendenten zu Bayreuth, seinen lieben Vatterland und der lieben posterität zu ehren Anno 1648“[B].
Wir theilen hier als Probe dieser noch ungedruckten ausführlichen Chronik (S. 320 ff.) nachstehenden Abschnitt mit[C].
/Von den Landrichtern zu Sulzbach./
Eſs ist droben Weitleuffig erzehlet worden, Wie Sulzbach ie andere und andere Oberherren gehabt, anfänglich die Graffen von Sulzhach, darnach die Herzogen von Beyern, drittens die Künig in Böhmen, zum 4. die Pfalzgrafen, hat also mancherley Verenderungen mit grosser gefahr unterworffen sein müſsen. Es ist aber zu wissen, das Sulzbach von der beyerischen Regierung an biſs auf Herzog Ottheinrichen Pfalzgraffen mehreren Theil durch Vizdom oder Landrichter ist gubernirt worden, derer Catalogum, wie ichs von Hr. Juglero[1] empfangen, also will ich ihn der lieben posterität zum besten hieher sezen, und ist hierbey zu wissen, daſs de anno 1322 bis ufs Jahr 1504 die Landrichter zu Sulzbach auch Lauf und Herspruck zu guberniren gehabt, (so damalen zur pfalz gehörig, und die Nürnberger erst im beyerischen Krig an sich gebracht haben) und haben daselbst aljährlich Ihr Landtricht gehalten, laut etlicher Brieff, so zu Sulzbach auf den Rathhaus verwahrt werden, und ist solches alle quatember wechselweis zu Sulzbach, Lauf, und Herspruck geschehen, unter offenen himmel und haben die Landrichter in vollen Küris das gericht besitzen müssen.
1. Der erste beyerische Haubtman oder Landtrichter zu Sulzbach, so in den Archivis zu finden, ist gewesen /Heinrich Trucses/ von Holenstein circa annum 1322.
Der 2. /Conrad Kemmather/ vicedom und Landrichter, dieses geschlechts sind noch etliche übrig, wie denn die Kemmather auch ein theil an Rosenberg gehabt haben, er hat regiert ums Jahr 1339.
3. /Ulrich v. Henfenfeld/, beyerischer vicedom 1361.
4. /Volkholt/[2] /von Tann/ Caroli 4 Königs in Böhmen vicedom zu Sulzbach 1364.
5. /Otto Senft/, 1374[3].
6. /Hermann Rude/ 1377.
7. /Dietrich Stauffer/ hat zum Richter am Hoffgericht gehabt Dietrich von Steinling. Diese Stauffer sind ein uralt geschlecht, so im ersten thurnier zu Magdeburg nach erhaltener victori wider die Hunnen gehalten, namhaft gemacht worden anno 938. So finde ich, daſs dieser Dietrich Stauffer von Ehrenfels und Beroltshausen vicedom zu Sulzbach eques auratus dem Turnier zu Regenspurg beigewohnt anno 1396. Er hat einen Sohn gehabt, auch Dietrich genannt. Seine nepotes haben hernach von den von Laber den markflecken Pererzhausen[4] keuflich an sich gebracht 1432 laut des Kaufbrifs zu Sünching. Hernach zur zeit Keyser Friderici 3 ist Hans von Stauffen und Ehrenfels zu einen Freiherren gemacht worden, 1480[5]. Herr Bernhardin der Jünger so ein gräffin Schlickin zum gemahl gehabt, Freyherr zum Ehrenfels stirbt 1542 ligt zu Bererzhausen begraben. Hernach aõ 1567 verkauft Herr Hans Bernhard von Stauffen die Herrschaft Ehrenfels den Stendten des Herzogthums Neuburg mit vorbehalt der Lehenherrschaft. Diese Reichsherrschaft Ehrenfels hat hernach aõ 1574 ein löbl. Landtschafft des Fürstenthums Neuburg Ihren Jungen Landesfürsten Pfalzgraff Phillipps Ludwigen auf sein fürstl. Beylager unterthänig geschenkt und verehret. Auf diesen Herrn Bernharden[6] ist der ganze Stamm der von Stauffen gestanden[7].
8. /Johann Herr von Abensperg/ Haubtmann und Landrichter zu Sulzbach 1384[8], Dieses Geschlecht Kombt her von dem berümten beyerischen Graffen Babo von Abensperg, welcher S. Kunigundis Keyser Henrici 2. gemahl Hofmeister gewesen ist, wie Aventinus lib. 5 hist. bezeuget. Er hat mit 2 gemahlinen 40 Kinder gezeuget; 32 Söhne und 8 Töchter, die Söhne hat Er alle adelich herausgebuzt mit ein pferdt und reisigen Knecht, ein jeden innsonderheit, und hernach dieselben Keyser henrico auf einen Reichstag zu Regenspurg präsentirt und verehret mit höchster Lust und Wohlgefallen des Keysers, der sie all an seinen Hoff genomen und sie hernach mit Reichslehen gnädigst bedacht. Dieser Babo ist, wie Aventin schreibt, gestorben 1020 den 3. Martii, ligt zu Regenspurg bei Sct. Emmeram begraben[9]. Dieses Babonis Söhn einer ist ein Vatter der graffen von Pogen nehmlich /Hartwich/ von Abensperg. /Erkambrecht/ ist ein Vater des Stams der Graffen von Biburg und Stein, so hernach Hilpoltstein ist genannt worden, von Hilpolt, den Letzten dises Stams von Stein, welcher † 1385[10].
(Schluſs folgt.)
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: /Johannes Braun/ war (nach Jöcher’s Gelehrten-Lexicon) am 29. April 1581 zu Sulzbach geboren, wo er 1612 Diaconus und 1617 bei Errichtung des Gymnasiums Professor der griechischen Sprache wurde, zuletzt aber, nach mancherlei trüben Schicksalen (1637) Superintendent zu Baireuth, wo er im J. 1652 starb. D. Red.]
[Fußnote B: Auch die Bibliothek des german. Museums besitzt ein Exemplar dieser handschriftlichen Chronik (Pap. -Hs. Nr. 7172, 507 Seiten in Folio, 18. Jahrh.), welches genau obigen Titel, doch nur bis zu den Worten „und darauf erfolgter persecution zu finden“ (also ohne des Autors Namen) an der Spitze trägt und mit der hier gegebenen Probe des Sulzbacher Exemplars, welches Braun’s Originalmanuscript zu sein scheint, im Wesentlichen übereinstimmt, doch manche Erweiterungen erfahren hat. Wir geben die Zusätze desselben mit „_G. M._“ in den Anmerkungen. D. Red.]
[Fußnote C: Dr. Georg Christoph Gack, derzeit noch protestantischer Dekan zu Sulzbach, hat im J. 1847 bei T. O. Weigel in Leipzig eine „Geschichte des Herzogthums Sulzbach nach seinen Staats- und Religionsverhältnissen, als wesentlicher Beitrag zur bayer. Geschichte“ (XVI u. 408 Stn. gr. 8) im Druck erscheinen lassen und darin häufig Braun’s Chronik als Quelle angeführt.]
[Fußnote 1: Joh. Jugler, geb. zu Sulzbach 1539, wurde 1567 Diaconus, 1580 Superintendent daselbst, in welchem Amte er am 18. Februar 1613 starb. Vgl. Jöcher, a. a. O. D. Red.]
[Fußnote 2: Volckhart. _G. M._]
[Fußnote 3: circa annum 1374. _G. M._]
[Fußnote 4: Beretshausen. _G. M._ unten: Berezhausen.]
[Fußnote 5: circa annum 1480. _G. M._]
[Fußnote 6: Hannſs Bernharden. _G. M._]
[Fußnote 7: Er hat sich nach Regensburg begeben. _Zusatz bei G. M._]
[Fußnote 8: circa annum 1384. _G. M._]
[Fußnote 9: Seine Söhn haben sich weit ausgebreitet, und sind von ihnen viel adeliche Geschlechter herkommen. _Zusatz bei G. M._]
[Fußnote 10: Wie aber Stein an die Graven von Abensberg kommen sey, davon finde ich diese Nachricht, daſs A. 1238 Vlrich von Stein der letzte dieses Grävlichen Geschlechts sey in Italia umkommen, daher die Herrschafft Stein auf seinen Schwager Altmann von Abensberg, so seine leibliche Schwester zur Ehe gehabt, erblich gefallen, welcher auch A. 1242, oder, wie Aventinus schreibt, 1260, ohne Erben verstorben und also Stein auf seinen Vettern Mainhard Graven von Roteneck so mit ihm Geschwistrigt Kind war, geerbet. Dieses Mainhart’s einiger Sohn war ein Bischof zu Regensburg, starb A. 1296, Henricus genannt. -- _G. M. (vielleicht auch im Sulzb. Msc. enthalten?)_
Zur Legende und Sage.
Von Dr. A. /Birlinger/ in München.
(Schluſs.)
5) Eng anschlieſsend an das zuletzt Gesagte ist das Grünen des dürren Holzes u. s. w. in Legenden, wie in den eschatologischen Sagen vom Walserfelder Birnbaum. Am weitverbreitetsten ist der Zug in der St. Christophorus-Legende und in der Tannhäuser-Sage. „Und des zu ainem verkünd: so stôſs die Stangen in die erden, bis morgens gît sie frucht!“ Christoph in cgm. 257, f. 74b. In einem Pilgerbuche (nach Jerusalem) von Petrus, Pfarrer zu Suchen, geschrieben 1350, Druck von 1477 (Aulendorf), steht: „Bei /Baldach/ (Bagdad) auf 4 Tagreisen ist eine andere Stadt, die vor zeiten Susis geheiſsen hat, in der Assuerus der Künig geregieret hat, die heiſset jezt Taurus. In dieser stat ist /ein dirrer baum/, von dem sagt man, daſs /der römisch Keiser seinen Schilt daran henken soll/.“
6) Die vielverbreitete Legende von der Gestalt der Seele als /weiſse Taube/ gibt auch cgm. 257, f. 32a.: „Darnâch nit lang, dô Sant Benedict in dem closter was nach mettin zît und er kam in sîne zelle, dô huͦb er uff sein ougen gen den hymmel und sahe seiner Schwester sêle ûfgân in ainer /tûben/ wîse mit clarheit.“
7) Von der vielseitigen Schutzpatronschaft der hl. Dorothea sind die 3 Momente auch volksthümlich, welche cgm. 257 f. 36 aufzählt:
a) Alsô mit dem schamlîchen /uffhenken/, hât sie erworben iren dienern, in welchem hûse sie gebildet ist und man sie täglîch êret, welcher diep in dem hûse stilt, der muſs /gehenkt werden/, oder das guͦt widergeben.“
b) „Und och umb daz ir libe zerzert ward und ungestalt, damit hât sie verdienet, in welchem hûse sie gebildet ist und welche frow sie anruͦft in ir geburt, der komet sie ze hilfe; dâ wird /kein bresthaft kind geborn/, weder lam noch blind“..
c) „Und umb daz sie gebrannt wart an irem verserten libe; daz hûse, dâ sie inngebildet ist oder ir nam ist, daz mag nit /verbrennen weder von wetterfûre/ oder /von anderm fûre/, ist es aber, daz es enbrinnet, so verlischet es doch.“
8) Die alte Volksüberlieferung, daſs der Drache die Luft verpeste und einen allgemeinen „Sterbet“ verursache, führt cgm. 257, f. 36a ebenfalls an. „Und daſs daſs waſser Tyfer oder Tyber in latîn als groſs ward, daſs es uber die mûren înflôſs und uſswarf einen greulichen vergifften draken mit vil schlangen, davon der /luft vergifft/ ward und verunrayniget, daſs davon den lüten kam ein gebresten, der hieſs ungwinaria, da die menschen des gæhen todes von sturben, daſs die luͤte alsô niederfielen in der stat.“
(Legende von St. Gregor.) In einem cgm des 14. Jhdts. heiſst es: „/derselb/ track, der ertöt auch zwên richter und darzuͦ, sô macht er mit seinem /atem vil und vil leut siech/, alsô daſs sie nâhend tôd wâren.“
Magister Johannes Klenkok.
Zu den von Homeyer gesammelten Nachrichten über diesen fanatischen Gegner des Sachsenspiegels hat O. Stobbe, Gesch. der deutschen Rechtsquellen 1, 372 einen kleinen Nachtrag gegeben. Nicht bemerkt wurde aber bis jetzt, so viel mir bekannt, daſs derselbe auch der Verfolger des Prager Reformators Militsch von Kremsier war, wie Palacky berichtet; denn /Jan Klonkot/ ist doch offenbar nur eine Entstellung seines Namens. Die Quelle ist Vita Milicii in Balbins Miscell. lib. IV, p. 2, pag. 44-64, welche mir hier nicht zugänglich ist.
/Heidelberg/, 6. Aug. 1866.
W. /Wattenbach/
Räthsel.
Es ist ain ding das nit vast strebt und ist in allem dem, daz da lebt, es ist darzuͦ in dem gestain und was die sonn ye überschain da ist es inn zuͦ aller stund, es ist och in des meres grund und in dem daz darinn ist och in vnserm herrn Jesu Christ, in dem himel und in der hell kainerlai sach ich davon stell es ist darinn zuͦ aller Zeit der tüfel ist sin och nit queitt
/München./ /Anton Birlinger./
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. Sebald’sche Buchdruckerei.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1866. Nº 10. October.
Chronik des germanischen Museums.
/Nürnberg/, 15. October 1866.
Am 1. und 2. October hat der Verwaltungsausschuss des germanischen Museums seine regelmäſsige Jahresconferenz abgehalten. An derselben nahmen auſser dem I. und II. Vorstande und den Herren Rechtsconsulenten und Fondsadministrator folgende Herren Theil: /Dr. Adam/ aus Ulm, Freiherr v. /Aufseſs/, /Dr. Baierlacher/, /Dr. Beckh/, Hofrath /Dr. Dietz/ aus Nürnberg, Prof. Dr. /Fickler/ aus Mannheim, Professor Dr. /Gengler/ aus Erlangen, Archivrath Dr. /Grotefend/ aus Hannover, Oberstudienrath Dr. /Haſsler/ aus Ulm, /Dr. Hauck/ aus Nürnberg, Direktor /Dr. Lindenschmit/ aus Mainz, Freih. v. /Löffelholz/ aus Wallerstein, Professor /Dr. Maſsmann/ aus Berlin, Prof. Dr. v. /Raumer/ aus Erlangen, Direktor /Rehm/, /Dr. Zehler/ und Fabrikbesitzer /Zeltner/ aus Nürnberg.
Nachdem sich gezeigt hatte, daſs die Hoffnung aufgegeben werden müsse, in nahe bevorstehender Zeit die durch Ankauf der freih. v. Aufseſs’schen Sammlungen, sowie die durch die nothwendigen Ausgaben der ersten Jahre entstandenen Schulden gänzlich durch eigens dazu gespendete freiwillige Beiträge zu decken, muſste vor Allem daran gedacht werden, einen Plan zu entwerfen, sie aus den laufenden Einnahmen nach und nach abzutragen. Zugleich hatte der Mangel eines Reservefonds sich schon so häufig fühlbar gemacht, daſs auch auf die Bildung eines solchen hinzuwirken für nothwendig erachtet ward. Es wurde daher beschlossen, in sämmtlichen Ausgaben eine Reduction auf’s Aeuſserste zu erstreben, den Etat so niedrig als möglich zu stellen und sodann zu bestimmen, daſs die Einnahmsüberschüsse über diese etatsmäſsigen Ausgaben in drei Theile getheilt werden; davon soll ein Drittel zur Tilgung der erwähnten Schulden, ein Drittel zur Bildung eines Reservefonds und ein Drittel zur weitern Ausbildung des Museums verwendet werden. Diese Bestimmung gab Veranlassung, das Beamtenpersonal zu vermindern; es werden deshalb in nächster Zeit einige Beamte aus dem Kreise des Museums ausscheiden.
Da das Verwaltungsjahr des Museums bisher mit dem Kalenderjahr zusammentraf, das Rechnungsjahr aber vom 1. Juli bis 31. Juni jedes Jahres lief, so konnte dadurch eine genaue Uebersicht der Kosten und der ihnen entsprechenden Leistungen des Museums nicht erzielt werden; auch kamen deshalb in der Leistung der Beiträge verschiedene Differenzen vor. Daher wurde beschlossen, das Rechnungsjahr mit dem Verwaltungsjahr übereinstimmen zu lassen und beide am 1. Januar zu beginnen. Zum Ausgleiche soll zunächst eine 18 monatliche Rechnungsperiode eingefügt werden, die vom 1. Juli 1866 bis 31. December 1867 geht. Die vorgeschlagenen Finanzmaſsregeln machen eine eingehendere Controle nöthig; es wurde daher auf Antrag des I. Vorstandes beschlossen, die Stelle des Fondsadministrators in die eines Kassa-Controleurs umzugestalten und denselben vollkommen selbständig und vom I. Vorstande unabhängig zu bestellen, auch die Anstellung desselben künftig nicht durch den Vorstand, sondern durch den Ausschuſs selbst vorzunehmen. Der Auſschuss wählte einstimmig den seitherigen Fondsadministrator A. /Herzer/ für diese Controlstelle.
Die Versendung des „Anzeigers“ in der bisherigen Weise hatte zu grosse Kosten verursacht und das Personal zu sehr in Anspruch genommen. Es wurde daher bestimmt, daſs vom 1. Januar 1867 an den Pflegern keine Zusendungen durch das Museum mehr gemacht, sondern daſs diese fortan ermächtigt werden sollen, aus Pflegschaftsmitteln bei der Post oder einer Buchhandlung auf den Anzeiger zu abonnieren. Die Herren Mitglieder des Gelehrtenausschusses sollen ersucht werden, eine Buchhandlung zu bezeichnen, an welche der Anzeiger auf ihre Kosten im Wege des Buchhandels abgesendet werden kann.
Eine Veränderung in Bezug auf die Abdruckung der eingegangenen Geschenke wird den Lesern vom neuen Jahre an selbst bemerklich werden. Auch soll in der Anzeigerbeilage nach und nach, systematisch geordnet, das Material bekannt gegeben werden, welches das Museum über einzelne Zweige der von ihm zu pflegenden Wissenschaften besitzt, um so dasselbe zur Kenntniſs des Publikums zu bringen.
Der Gelehrtenausschuss wurde um einige Mitglieder verstärkt, deren Namen bekannt zu geben sind, sobald die Herren die Annahme der Wahl erklärt haben werden.
Die gemachten Fortschritte des Museums, sowie der befriedigende Zustand im Allgemeinen, worüber die, dem Organismus gemäſs dazu besonders niedergesetzten Commissionen berichteten, wurden vom Ausschusse freudig anerkannt. Die Vertreter des Museums nahmen die befriedigende Ueberzeugung mit, daſs unsere Anstalt den Stürmen der Zeit schon jetzt trotzen könne und daſs sie sich der Theilnahme des Publikums in stets höherem Maſse erfreue.
Neue Beiträge wurden während der letzten vier Wochen folgende gezeichnet:
Von =Privaten=: /Baden/ (Oesterr.): Privatier Karl Dittrich 1 fl. 10 kr., Michael Hallmayer, akademischer Maler, 1 fl. 10 kr., Privatier Ludwig Müller 2 fl. 20 kr., Michael Nagler 1 fl. 16 kr. (einm.), Forstkassier Franz Zwerina 1 fl. 10 kr.; /Cadolzburg/: Bihler, kgl. Assessor, 1 fl. 12 kr.; /Cilli/: Johann Castelliz, k. k. Gerichtsadjunkt, 1 fl. 10 kr; /Eichstätt/: Wilhelm Freiherr von Lützelburg, Staatsanwalts-Vertreter, 1 fl., Dr. Ludwig Schmied, kgl. Stadt- u. Landrichter, 1 fl.; /Frankenberg/: Bürgermeister Karl Meltzer 1 fl. 10 kr. (einm.); /Furth/ a. W.: Eduard Bogner, k. Obercontroleur, 1 fl., Gasthofbesitzer Michael Datzl 1 fl., Karl Eberhard, k. Oberzollinpektor, 1 fl., Friedrich Kirchmeier, Bahnhofrestaurateur, 1 fl., Ed. Krafft, k. Hauptzollamtsassistent, 1 fl., Ludwig Schmid, k. Hauptzollamtscontroleur, 1 fl., Julius Freiherr von Thüngen-Burgsinn 2 fl.; /Hannover/: Schulinspektor Dr. Nöldecke 1 fl. 45 kr. (statt früher 1 fl. 10 kr.), Weinhändler Karl Schultz 1 fl. 45 kr.; /Marktscheinfeld/: Bezirksamtmann von Schütz 1 fl.; /Nürnberg/: Kaufmann Gustav Birkner 3 fl., Rechtsconcipient Harth 1 fl. 10 kr., Georg von Imhof, k. k. Hauptmann, 2 fl., Leonhard Martin, Lehrer an der Handelsschule, 1 fl. 45 kr., J. Pillhofer 1 fl., Dr. Zehler, prakt. Arzt, 3 fl. 30 kr. (einm.); /Obersteinbach/: Pfarrer Albrecht 1 fl., Verwalter Mayer 1 fl.; /Pleinfeld/: Kaplan Ferdinand Knödel 1 fl.; /Sonneberg/: Cand. theol. Schöppach 1 fl. 12 kr., Physikus Dr. Wehner 1 fl. 12 kr.; /Waldenburg/: Carl Georg Eckardt, Pfarrer in Schlagwitz, 1 fl. 10 kr.; /Windsheim/: Subrektor A. Hopf 1 fl.
Während des letzten Monats giengen unsern Sammlungen auſserdem, wie wir hiemit dankend bestätigen, folgende Geschenke zu:
I. Für das Archiv.
=Gieſsing=, Lampenfabrikant, in Nürnberg:
3354. Sprüche, Gewohnheiten und Gebräuche der Drechsler zu Nürnberg und Ellwangen. 1589 u. 18. Jahrh. Papier. 2 Stück.
=Rudolph Freih. von Reitzenstein= in Bayreuth:
3355. Lehenbrief des Kön. Rudolf für den Burggrafen Friedrich von Nürnberg über Burg und Berg Kulm. 1282. Pgm. Copie.
3356. Lehenbrief desselben für den Burggrafen Friedrich v. Nürnberg über die Dörfer Lenkersheim, Erlbach u. Brück. 1282. Pgm. Cop.
3357. Schreiben des Kais. Friedrich an das Domkapitel zu Bamberg in Betreff der St. Jakobs-Kirche in Villach. 1475. Pap. Orig.
II. Für die Bibliothek.
/Rudolf Temple/ in Pest:
20,031. Ders., die Huculen, ein Gebirgsvolk im Osten der österreichischen Monarchie. 1866. 8. Sonderabdruck.
20,032. Ders., Untersuchungen über die ältesten Bewohner und Ansiedlungen auf der nördl. Karpathen-Terrasse. 1866. 8. Sonderabdruck.
=A. Pockwitz=, Buchhandl., in Stade:
20,033. Wiedemann, Geschichte des Herzogthums Bremen; II. Bd. 1866. 8.
=Karl Prochaska=, Verlagshandl., in Teschen:
20,034. Album aus Anlaſs der 1050 jährigen Feier der Gründung der Stadt Teschen. 1860. 8.
=C. F. Schmidt=, Verlagshandl., in Straſsburg:
20,035. Strobel, der Münster in Straſsburg; 7. Aufl. 1866. 8.
=A. Stuber’s= Verlagsbuchhandl. in Würzburg:
20,036. Braunschweiger, Geschichte der Juden und ihrer Literatur in den roman. Staaten zur Zeit des Mittelalters. 1865. 8.
20,037. Dahn, die Könige der Germanen; 3. u. 4. Abth. 1866. 8.
=Historische Commission bei der k. Akademie der Wissenschaften= in München:
20,038. v. Liliencron, die historischen Volkslieder der Deutschen; II. Bd. 1866. 8.
=Promperger=’sche Buchhandl. in Bozen:
20,039. Album mittelalterlicher Kunstwerke aus Tirol; 1. Heft. 2.
=Gewerbe-Verein, naturforschende Gesellschaft= etc. in Altenburg:
20,040. Dies., Mittheilungen aus dem Osterlande; XVII. Bd., 3. u. 4. Heft. 1866. 8.
=Kunst-Verein= in Halberstadt:
20,041. Ders., Nachrichten etc.; 11.-14. Heft; 1856-63. 8.
=Verein von Alterthumsfreunden im Rheinlande= zu Bonn:
20,042. Ders., Jahrbücher etc., Heft 37-40. 1864-66. 8.
=Architecten- und Ingenieur-Verein für das Königreich Hannover= in Hannover:
20,043. Ders., Zeitschrift etc.; Bd. XII, H. 1-3. 1866. 4.
20,044. Ders., d. mittelalterl. Baudenkmäler Niedersachsens; 9. u. 10. Heft. 1865. 4.
20,045. Ders., Beiträge zur Förderung der Kunst in den Gewerken; Bd. I., H. 7. 1866. 4.
=Histor. Verein des Kantons Thurgau= in Frauenfeld:
20,046. Ders., thurgauische Beiträge etc.; 7. Heft. 1866. 8.
=Kgl. böhmisches Museum (archäol. Section)= in Prag:
20,047. Dass., Památky archaeologické a místopisné; d. V, 8. u. d. VI, 1-4. 1863-64. 4.
=G. W. Niemeyer=, Verlagshandl. in Hamburg:
20,048. Neuester Führer durch Hamburg, Altona etc. 3. Aufl. 8.
=Friesch Genootschap= etc. in Leeuwarden:
20,049. De lex Frisionum, uitgeg. door K. v. Richthofen. 1866. 8.
20,050. Herinneringen uit 1815. 1866. 8.
=Dr. L. Lang= in München:
20,051. Münchener Sonntagsblatt; Jhg. 1860-63. 4.
=Badischer Frauen-Verein= in Karlsruhe:
20,052. Ders., Berichte an den badischen Frauenverein etc. 1866. 8.
20,053. Ders., 6. Rechenschafts-Bericht f. 1864-65. 4. mit 3 Beil.
=Freiherr Edmund Öfele=, Rechtscandidat, in München:
20,054. Ders., Rechnungsbuch des oberen Vicedomamtes Herzog Ludwigs des Strengen, 1291-1294. 1865. 8. Sonderabdr.
=J. N. Enders=, Verlagshandl., in Neutitschein:
20,055. Millian, der Molkencurort Rožnau in der mähr. Wallachei. 1853. 8.
20,056. Bowitsch, Marien-Sagen. 1858. 8.
20,057. Tyll Eulenspiegel. 1865. 8.
20,058-20,083. 26 weitere kleinere Schriften vermischten Inhalts. 1854-66. 4. u. 8.
=E. D. M. Kirchner=, Superintendent etc., in Walchow:
20,084. Ders., die Churfürstinnen und Königinnen auf dem Throne der Hohenzollern; I. Th. 1866. 8.
=J. Höfler=, evangel. Pfarrvikar, in Eschenfelden:
20,085. Luther, eynn Sermon von dreyerley guttem leben das gewissen zu vndterrichten. 1521. 4.
=E. A. Traitteur= in München:
20,086. Ders., erstes lärbuch der verkürzten und ganz gleichheitlichen, allgemeinen deutschen Sprachschreibung. 1864. 8.
=Académie royale de Belgique= in Brüssel:
20,087. Dies., bulletins; 34. et 35. année, 2. sér., t. XX et XXI. 1865-66. 8.
20,088. Dies., annuaire; 32. année, 1866. 8.
20,089. Dies., compte rendu des séances de la commission royale d’histoire; 3. sér., t. VII, 3 et VIII, 1-3. 1865-66. 8.
20,090. van Bruyssel, table générale du recueil de bulletins de la commission royale d’histoire (2. sér., t. I-XII). 1865. 8.
=Histor. Verein von und für Oberbayern= in München:
20,091. Ders., Archiv; 26. Bd., 2. u. 3. Heft. 1865-66. 8.
20,092. Ders., 27. Jahresbericht f. d. J. 1864. 1865. 8.
=Dr. M. B. Kittel=, k. Lycealprofessor, in Aschaffenburg:
20,093. Ders., die Ornamente aller Jahrhunderte an Gebäuden der k. b. Stadt Aschaffenburg; 16. Liefer. 1866. 4. Progr.
=B. Röſsler=, Magister der Pharmacie, in Garding (Schleswig):
20,094. Notwendiger Unterricht vom Goldmachen. 1684. 8.
=Universität Rostock:=
20,095-20,102. 69 akadem. Schriften (Dissertationen, Diplome etc.). 1865-66. 4. u. 8.
=Direktion des evangel. Gymnasiums= in Schäſsburg:
20,103. Haltrich, negative Idiotismen der siebenb.-sächs. Volkssprache. 1866. 8. Progr.
=Aug. Recknagel=, Verlagsbuchhandl., in Nürnberg:
20,104. Wagenseilii de civitate Norimbergensi commentatio etc. 1697. 4.
20,105. Hübnerus, Nic. Marescalci Thurii Mons stellarum etc. 1730. 4.
20,106. Nigrinus, Verzeichnus der Republic Nürnberg Regenten, Beamten und Bedienten: 2. Aufl. 1732. 8.
20,107. Falkenstein, codex diplomaticus antiquitatum Nordgaviensium. 1733. 2.
20,108. Pregitzer, wirttembergischer Cedern-Baum; 6 Theile. 2. Aufl. 1734. 2.
20,109. Preuenhueber, annales Styrenses. 1740. 2.
20,110. Merckwürdiges Leben und trauriger Fall des russ. Staats-Ministers Andreä Grafen v. Ostermann. 1743. 8.
20,111. Erlabeck, de juribus aedificiorum. 1760. 4.
20,112. Strobel, Nachricht von dem Leben und den Schriften Veit Dietrichs. 1772. 8.
20,113. Ders., Nachricht von Ph. Melanchthon’s Verdiensten um die heilige Schrift. 1773. 8.
20,114. Zapf, Muthmaſsungen über den Ursprung und das Alterthum des Heil. Röm. Reichs Stadt Aalen. 1773. 8.
20,115. Spieſs, von Reuter-Siegeln. 1784. 4.
20,116. Stobel, Nachricht von dem Leben Joh. Sebast. Pfausers. 1785. 8.
20,117. Steinbrück, vom Gözzendienst in Pommern u. Rügen. 1792. 4.
20,118. Will, erneuertes Gedächtniſs des Nürnbergischen Wildbades. 1792. 8.
20,119. Strobel, Versuch einer Nachricht v. d. evang. Gemeine und ihren bisherigen Predigern in Venedig. 1793. 8.
20,120. Ders., von Melanchthons Ruf nach Frankreich etc. 1794. 8.
20,121. Wahrer Ueberblick der Geschichte d. bayer. Nation. 1800. 8.
20,122. Rothenburgische Religions- und Kirchengeschichte. 1817. 8.
=G. Braun=’sche Hofbuchhandlung in Karlsruhe:
20,123. Mone, Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins; Bd. XIX, 4. 1866. 8.
=F. A. Voſsberg=, Kanzleirath, in Berlin:
20,124. Ders., Wappenbuch der Städte des Groſsherzogthums Posen. 1866. 4.
=Bernhard Mayer=, Stadtschreiber, in Lauingen:
20,125. Ders., Geschichte der Stadt Lauingen. 1866. 8.
=Verein für Heimathskunde Münchebergs und seiner Umgegend= in Müncheberg:
20,126. Ders., Chronik; 1. Jahrg. 1866. 8. 3 Expl.
=Dr. C. L. Grotefend=, Archivrath, in Hannover:
20,127. Das Staatsbudget und das Bedürfniſs für Kunst und Wissenschaft im Königr. Hannover. 1866. 4.
=Dr. Heinrich Heppe= in Marburg:
20,128. Ders., Denkschrift über den Untergang des kurhessischen Staates. 1866. 8.
=Dr. Ludwig Rockinger= in München:
20,129. Ders., zur äuſseren Geschichte der älteren bayerischen Landfrieden. 1866. 4. Sonderabdr.
=J. Rudolf Rahn= in Dresden:
20,130. Ders., über den Ursprung und die Entwicklung des christl. Central- und Kuppelbaus. 1866. 8.
=Société pour la conservation des monuments historiques d’Alsace= in Straſsburg:
20,131. Dies., Bulletin; II. sér., t. IV, I. livr. 1866. 8.
=Karl Meyer= in Basel:
20,132. Ders., Untersuchungen über das Leben Reinmars von Zweter und Bruder Wernhers. 1866. 8
=Rudolph u. Hermann Freiherren von Reitzenstein= in Bayreuth:
20,133. Dies., Geschichte der Veste Reuth. 1865. 8.
=Dr. H. Schläger=, Senator, in Hannover:
20,134. Das neue Ministerium und die hannoversche Verfassung. 3. Abdr. 1863. 8.
20,135. Offener Brief an den hannover’schen Bauernstand. 8.
20,136. Domänen-Ausscheidung u. Steuererhöhung. 8.
20,137. Welfisch oder deutsch? 1866. 8.
20,138. Preuſsen und Hannover. 1866. 8.
20,139. Hannover unter eignen Königen. 1866. 8.
=A. Jugler=, Stadtsekretär, in Hannover:
20,140. Schnell, Verhandlungen des ersten Hannover’schen Städtetages zu Hannover, 12. u. 13. Mai 1866. 4.
20,141. Haushaltsplan der k. Residenzstadt Hannover f. d. J. 1866. 4.
20,142. Vollständige Listen der Todten und Verwundeten der hannov. Armee in der Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866. 8.
=Historischer Verein für Niedersachsen= in Hannover:
20,143. Ders., Zeitschrift; Jahrg. 1865. 1866. 8.
=Dr. Hans Freiherr von u. zu Aufseſs= in Kreisbrunn:
20,144. Ders., merkw. Schicksale des Felsenschlosses Freienfels an der Wiesent. 1866. 8. Sonderabdr.
=Dr. Friedr. Latendorf=, Gymnasiallehrer, in Schwerin:
20,145. Büchner, annotationum critic. ad M. T. Ciceronis orationem pro L. Corn. Balbo habitam part. II. 1866. 4. Progr.
=Tob. Löffler’s= Buchhandlung (R. Segnitz) in Mannheim:
20,146. Crollius, de illustri olim bibliotheca ducali Bipontina commentatio. 1764. 4.
20,147. de Caus, hortus Palatinus, a Friderico, rege Boemiae, electore Palat., Heidelbergae exstructus. 1795. 8. (Defect.)
20,148. Republikanischer Katechismus. 16.
20,149. Positiones de vocatione ministrorum ecclesiae. 1729. 8.
20,150. Brevis deductio juris, quod seren. domui Palatino-Neoburgicae contra seren. domum electoralem Brandenburgicum in ditionibus Juliacensibus, Clivensibus etc. competit. 1732. 4.
20,151. Joannis, de singulari Ritterorum familiae felicitate epistola. 1734. 4.
20,152. Crollius, histor.-rechtl. Gedanken v. dem Ursprung des Pfältzischen Münzregals. 1760. 4.
20,153. Crollius, verbesserte Probe einer vollständigern und richtigern Pfälzischen Geschichte etc. 1762. 4.
20,154. Patrick, clef chronologique et diplomatique etc. 1778. 4.
20,155. Colini, précis de l’histoire du Palatinat du Rhin. 1763. 8.
20,156. Atlas historicus novus. 1763. 2.
20,157. Colini, éloge de Charles-Théodore, électeur Palatin. 1764. 4.
20,158. Erörterung des Entscheidungsrechtes in zweispaltigen Walen geistlicher Reichsfürsten. 1766. 4.
20,159. Mueller, oratio de Anvilla etc. 1767, 4.
20,160. Bachmann, zwölf Urkunden zur Erläuterung der Geschichte der Gefangennehmung Philipp des Groſsmüthigen. 1768. 8.
20,161. Mainburg, Geschichte von dem Verfalle des röm. Reiches nach Karl dem Gr.; 2 Thle. 1768. 4.
20,162. Elsasser, nützl. u. angenehmes Calender-Gespräch. 1774. 8.
20,163. de Caux, ode sur la convalescence de Charles-Theodore. 1775. 4.
20,164. Vorlegung der fideicommissarischen Rechte des Kur- und Fürstl. Hauses Pfalz etc. 1778. 4.
20,165. Sartori, auserlesene Beyträge zu reichsstädtischen Sachen. 1777. 4.
20,166. Mezger, tabulae aberrationis et nutationis in ascensionem rectam et declinationem insigniorum CCCLII stellarum. 1778. 8.
20,167. Mayer, gründliche Verteidigung neuer Beobachtungen von Fixsterntrabanten. 1778. 8.
20,168. Pfeiffer, Versuch eines ausführlichen Staats-Rechts der ohnmittelbaren freien Reichsritterschaft; 2 Thle. 1778-80. 8.
20,169. Bericht von dem, was in der geh. Rathsversammlung abgehandelt worden, die Papst Pius VI. 1778 in d. vatikanischen Hauptkirche zu Rom halten lies. 1779. 4.
20,170. Hochheimer, Joh. Jos. Schmidlin’s, k. preuſs. Hofraths etc., Lebensgeschichte. 1780. 8.
20,171. Voltaire’s Leben etc. 1. Bdchn. 1780. 8.
20,172. v. Lamezan, Skizze über d. Gesetzgebung. 1781. 8.
20,173. Pfeiffer, d. Ruhm der Deutschen in d. 18. Jahrhunderte: Joseph und Friedrich. 1781. 8.
20,174. Etwas zur Spekulation für den Staatsmann etc. 1781. 8.
20,175. v. Günter, Etwas von dem Verhältnisse des Adels im Kraichgau gegen die Kurpfalz. 1782. 8.
20,176. Wernher, Abhandlung über die Vertheilung gemeinschaftlicher Aemter oder Herrschaften. 1782. 2.
20,177. Wund, von Otto V. d. Gr., Pfalzgrafen von Wittelsbach. Jung, Rede etc. 1779. 4.
20,178. Mayer, princeps philosophus; oratio etc. 1780. 4.
20,179. Weis, quaestio, an gabellae emigrationis, vulgo die Nachsteuer, ratione dotis aut donationis propter nuptias fisco solutae aut solvendae a liberis extra territorium elocatis ad massam baereditatis parentum sint conferendae. 1781. 4.
20,180. Weis, dissertatio de pactis successoriis ac dotalibus. 1783. 4.
20,181. Schuler, neuausgerechnetes und sehr nuzliches Frucht-Büchlein. 1785. 8.
20,182. Peter, Entwurf fon Gedanken auf di Nótwendigkeit einer sistématischen Ferbesserung des Handlungs-Stands. 1785. 8.
20,183. Jung, Jubelrede über den Geist der Staatswirthschaft. 1787. 8.
20,184. Heerkens, aves Frisicae. 1788. 8.
20,185. Pfeiffer, d. teutsche Freiheit. 1787. 8.
20,186. Pfeiffer, d. teutsche Reichsverwirrung. 1787. 8.
20,187. Pfeiffer, d. teutsche Gleichgewicht. 1788. 8.
20,188. Gegenbeleuchtung der vorläufigen Beleuchtung des an Se. Kurf. Gnaden zu Mainz in Betreff der Embser Punkte von Sr. Fürstl. Gnaden zu Speier erlassenen Antwortschreibens. 1788. 8.
20,189. Die Zeremonien der Kirchweihe. 1788. 8.
20,190. Topogr. pfälzische Bibliothek; 2. Stück. 1789. 8.
20,191. Traiteur, über d. Gröſse u. Bevölkerung der rhein. Pfalz. 1789. 8.
20,192. Kuhlmann, Geschichte der Zerstörung der Reichsstadt Speyer. 1789. 8.
20,193. Schlichting, Briefe aus d. Wiener Generalseminarium. 1789. 8.
20,194. Anleitung zur Kenntniſs der Rechte. 1789. 8.
20,195. Suckow, Geschichte der öffentlichen Sammlungen der chur-pfälzischen Staatswirthschafts Hohen Schule in Heidelberg. 1789. 8.
20,196. v. Böcklin, Beyträge zur Geschichte der Musik. 1790. 8.
20,197. Andreä, können die öffentl. Fruchtmärkte auch einem Staate schädlich seyn? 1790. 4.
20,198. Lettres sur les Allemands. 1790. 8.
20,199. v. Blum, crit. Untersuchung der mitternächtlichen Elsasser-Gränze; I. Th. 1791. 8.
20,200. List, Jubelpredigt, als der Durchl. Fürst und Herr, Herr Karl Theodor Kurfürst zu Pfalz etc. das 50. Jahr Seiner v. Gott gesegneten Regierung in der Kurpfalz zurücklegte. 1792. 8.
20,201. Gatterer, Abhandlung von dem Handelsrange der osmanischen Türken; 1.-3. Abth. 1792. 8.
20,202. Kurzer Auszug der pfälzischen Geschichte; 9. Aufl. 1793. 8.
20,203. Wiebeking, Beiträge zur churpfälz. Staatengeschichte vom J. 1742-92. 1793. 4.
20,204. Gatterer, Abhandlung vom Pelzhandel. 1794. 8.
20,205. Description de ce qu’il y a d’intéressant et de curieux dans la résidence de Mannheim etc. 1794. 8.
20,206. Semer, Beitrag zur näheren Bestimmung des Begrifes der eigentl. Staatswirthschaft. 1794. 8.
20,207. Wundt, Carl Theodor’s Verdienste um die Berichtigung und Erweiterung der rheinpfälz. Landesgeschichte. 1794. 8.
20,208. Der Staar-Stecher. 1798. 8.
20,209. v. Klein, Leben und Bildnisse der groſsen Deutschen; 4. Bd. 1798. 8.
20,210. La neutralité du Palatinat du Rhin. 1798. 8.
20,211. Ueber die Ansprüche der deutschen weltl. Fürsten auf Entschädigungen; I. 1798. 8.
20,212. Riem, Finanz-Gegenstände; Nr. I u. II. 1799. 8.
20,213. Riem, Tagebuch der merkwürdigsten Weltbegebenheiten; 2 Bde. 1799. 8.
20,214. Sörgel, das Haus Oestreich; 1. Th. 1802. 8.
20,215. v. Drais, warum Kaiser Napoleon der Justiz so hohen Rang unter den Departements der Staats-Verwaltung angewiesen haben mag? 1806. 8.
20,216. Semer, über d. Bürgeraufnahme in Städten und Flecken. 1809. 8.
20,217. Semer, über die Polizeiverwallung in Städten. 1809. 8.
20,218. Kritik des natürlichen Kirchenrechts etc. 1812. 8.
20,219. Franz Anton May der Arzt als Priesterfreund. 1814. 8.
20,220. Ueber die künftige Grenze zwischen Frankreich u. Deutschland. 1815. 4.
20,221. Heller, Albrecht v. Wallensteins Leben u. Thaten. 1816. 8.
20,222. Seltzam, momenta quaedam de vero jurisscientiae cum philosophia nexu. 1819. 8.
20,223. Courtin, Carl Ludw. Sand’s letzte Lebenstage und Hinrichtung. 1821. 8.
20,224. Rieger, histor.-topogr.-statist. Beschreibung von Mannheim. 1824. 8.
20,225. van der Wyck, der Mittel-Rhein u. Mannheim in hydrotechnischer Hinsicht. 1825. 8.
20,226. Gehres, kleine Chronik von Durlach; 2. Th. 1827. 8.
20,227. Pauli, medicinische Statistik der Stadt und Bundesfestung Landau. 1831. 8.
20,228. Geib, Theorie der Dichtungsarten. 1846. 8.
20,229. Mühling, vier Reden über den gegenwärtigen Kirchenconflict in den oberrhein. Kirchenprovinzen. 1857. 8.
20,230. Schellenberg, Johann Calvin. 1864. 8.
III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.
=Magistrat der Stadt Brieg:=
5151. 12 Lackabdrücke älterer und neuerer Brieger Amtssiegel.
=Ritter von Franck= in Graz:
5152. 4 Porträte in Schwarzkunst von M. Fennitzer und Kupferstich von G. C. Eimmart, P. Decker u. a.
=Solger=, Baurath, in Nürnberg:
5153. 7 Aufnahmen von Nürnberger Stadt- und Mauerthürmen, in Aquarellmalerei.
=H. Förster=, Pfarrer, in Auenheim:
5154. 5 Kupfermünzen des Kaisers Probus u. a.
=K. Meltzer=, Bürgermeister, zu Frankenberg in Sachsen:
5155. 9 Brakteaten aus dem Seifersbacher Funde nebst einem Bruchstück des denselben umschlieſsenden Gefäſses.
5156. 9 Münzen verschiedenen Gepräges vom 17. u. 18. Jhdt.
=J. Höfler=, Pfarrvikar, in Eschenfelden:
5157. Silbermünze des Herzogs Christian von Schlesien, 1670.
=Nic. Stark=, Magistratsrath, in Abensberg:
5158. Silberne Gedächtniſsmünze der Stadt Ulm auf das Jahr 1617.
=A. Recknagel’s= Buchhandlung in Nürnberg:
5159. 10 Exemplare der Karte des Nordgaues aus Falkensteins Nordg. Alterthümern, nebst 3 allegor. Titelblättern.
=Fr. W. Riefenstahl=, Kaufmann, in Nürnberg:
5160. Photogr. Aufnahme eines alten Holzhauses mit geschnitzten Balken und Wandflächen zu Werningerode.
=Max Feurer=, Hilfslehrer, in Nürnberg:
5161. 43 Porträts in Holzschnitt, Kupferstich und Schwarzkunst.
5162. 18 Landkarten und Prospekte vom 17. u. 18. Jhdt.
5163. Originalsiegel des Hans Oelhafen, 16. Jhdt.
=Protest. Kirchengemeinde der Stadt Hersbruck:=
5164. Palmesel mit der Figur Christi, Holzschnitzwerk, 15. Jhdt.
=Dr. K. Haſsler=, Oberstudienrath, in Ulm:
5165. Bruchstücke von Renthiergeweihen, Feuersteinsplitter und Gestein aus dem Funde von Schuſsenried (vgl. unten: Vermischte Nachrichten, Nr. 87).
=J. Zeltner=, Fabrikbesitzer, in Nürnberg:
5166. Zusammenstellung des Reichs- und der beiden Nürnberger Wappen, Thonrelief von G. Leigebe, 1621.
=Dr. C. B. A. Fickler=, Professor, in Mannheim:
5167. Viertelthaler Friedrichs von der Pfalz als Königs von Böhmen.
5168. Zwölfkreuzerstück des Grafen Johann Ludwig von Leiningen.
=Jugler=, Oberbergrath a. D., in Hannover:
5169. 6 Harzer Spielmarken von Silber.
5170. Ein bei Anwesenheit des Königs Ernst August im Harz 1839 geprägter Pfennig.
=A. Jugler=, Stadtssekretär, in Hannover:
5171. 6 Achtzehn-, Zwölf- und Sechs-Mariengroschenstücke verschiedenen Gepräges, 17. und 18. Jhdt.
5172. 3 Kupfermünzen, desgl.
=K. Eckardt=, Pfarrer, in Schlagwitz bei Waldenburg:
5173. 2 Bruchstücke aus A. Dürer’s Ehrenpforte in altem Abdruck, nebst 14 Holzschnitten aus einem Druckwerke des 16. Jhdts.
5174. 491 Porträte in Holzschnitt, Kupferstich und Steindruck.
Chronik der historischen Vereine.
/Mittheilungen aus dem Osterlande./ Gemeinschaftlich herausgegeben vom /Gewerbe-Vereine/, von der /Naturforschenden Gesellschaft/ und dem /Bienenwirthschaftlichen Vereine zu Altenburg/. Siebenzehnter Band. Drittes und viertes Heft, ausgegeben im Juni 1866. Auf Kosten der drei Gesellschaften. Altenburg, 1866. 8.
/Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen./ Herausgegeben unter Leitung des Vereins-Ausschusses Jahrgang 1865. Mit 2 Stammtafeln. Hannover, 1866. 8.
Die Pflanzenwelt Niedersachsens in ihren Beziehungen zur Götterlehre und dem Aberglauben der Vorfahren. Vom Pastor Rudolf Brockhausen. -- Zur Genealogie und Geschichte des Billungischen Herzogshauses. Vom Prof. Dr. O. v. Heinemann. -- Schloſs Thedinghausen und sein Gebiet. Vom Geh. Regierungsrath von Ompteda. -- Historische Nachrichten über die Glocken im Dome zu Hildesheim. Von Dr. J. M. Kratz. -- Inhaltsangabe der dem historischen Vereine für Niedersachsen überlieferten Beschreibungen vaterländischer Kirchen nebst Zubehör. XI-XIII. Lutherische, reformirte und mennonitische Kirchen im Fürstenthum Ostfriesland. Zusammengestellt von weil. Oberlandbaumeister Vogell. -- Miscellen: Vorchristliche Alterthümer. Von J. H. Müller. -- Kleine Anmerkungen zu einigen neueren Urkundenbüchern etc. Vom Reichsfreiherrn Julius Grote-Schauen. -- Agnes von Lusignan, Aebtissin von Wunstorf. Von v. Reitzenstein. -- Zur Genealogie der Herren von Holte. Von J. Graf v. Oeynhausen. -- Das älteste Archiv der Herzöge von Braunschweig in der Kirche zu St. Blasius. Vom Archivrath G. C. F. Lisch. -- Der Verfertiger des Obentrautschen Denkmals bei Seelze. Mitgetheilt vom Baurath Mithoff. -- Epigramm auf die Vermählung Josephs I. mit Wilhelmine Amalie von Braunschweig. -- Vaterländische Literatur des Jahres 1865. Gesammelt von H. Guthe, Dr. -- Historische Preisaufgabe der königl. dänischen Gesellschaft der Wissenschaften.
/Neunundzwanzigste Nachricht/ über den historischen Verein für Niedersachsen. Hannover. 1866. 8.
/Zeitschrift des Architecten- und Ingenieur-Vereins für das Königreich Hannover./ Redigirt von dem Vorstande des Vereins. Band XII. Heft 1, 2 und 3. (Jahrgang 1866.) Hannover. Schmorl u. von Seefeld. 1866. 2.
/Beiträge zur Förderung der Kunst in den Gewerken./ Herausgegeben von dem Architecten- und Ingenieur-Verein für das Königreich Hannover. Band I. Heft 7. Hannover. Schmorl und von Seefeld. 1866. 2.
/Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte./ Herausgegeben vom /historischen Vereine des Kantons Thurgau/. Siebentes Heft. Thurgauische Kriegsgeschichte oder Geschichte des thurgauischen Wehrwesens und der im Thurgau vorgefallenen Kriegsereignisse. Frauenfeld. 1866. 8.
/Bulletin monumental ou collection de mémoires sur les monuments historiques de France/, publié sous les auspices de la /Société française d’archéologie pour la conservation et la description des monuments nationaux/, et dirigé par M. de Caumont. 4. Série, Tome 2., 32. Vol. de la Collection. Nr. 6. Paris et Caen, 1866. 8.
Deux excursions archéologiques dans le canton de Mézidon; par M. de Caumont. -- Épigraphie albigeoise ou recueil des inscriptions de l’arrondissement d’Albi (Tarn); par M. le baron de Rivières. -- Rapport sur une fouille faite à Jublains en 1865; par M. le baron de Sarcus. -- Le choeur de St.-Serge, à Angers; par M. Godard-Faultrier. -- Mémoire sur les sépultures gallo-romaines découvertes à Lisieux; par M. Pannier.
/Bulletin de la Société pour la Conservation des Monuments historiques d’Alsace./ II. Série. T. IV. 1. livraison. Paris et Strasbourg. 1866. gr. 8.
Procès-verbaux des séances. -- Mémoires: Objets d’antiquité provenant de l’abbaye de Moutier-Grand-Val, par M. A. Quiquerez. -- Notice sur une idole sans nom, scellée dans les murs de l’ancienne église de Gebolsheim, par M. Jér. Ans. Siffer. -- Une ligue contre l’évêque Guillaume de Diest, par W. Spach. -- Chapelle de Saint-Jacques, à l’église de Saint-George de Haguenau, par M. V. Guerber. -- Murbach et Guebwiller, histoire d’une abbaye et d’une commune rurale d’Alsace, par M. X. Mossmann. -- Moriment (Haut-Rhin, près d’Oberlarg), par M. A. Quiquerez.
/Bulletins de l’Académie Royale des sciences, des lettres et des beaux-arts de Belgique./ Trente-quatrième Année. -- 2me Série, T. XX. Bruxelles, 1865. 8.
Rapports de MM. Thonissen, Defacqz et Ch. Faider sur un mémoire de M. Edm. Poullet, relatif aux juridictions et à la propriété foncière au XVe siècle dans le quartier de Louvain. -- Notice sur des rédactions inédites des chroniques de Froissart, par M. le baron Kervyn de Lettenhove. -- Les artistes belges à l’étranger: Berthollet Flémalle, par M. Éd. Fétis; Adrien de Weert. par le même; note sur Jacques Obrecht, le plus grand musicien du XVe siècle, par M. F.-Z. Fétis; un malcontent: Guillaume de Hornes, seigneur de Hèze, par M. Th. Juste. -- Le psautier de saint Louis, conservé dans la bibliothèque de l’université de Leyde, par M. le baron Kervyn de Lettenhove. -- Des alliances de la commune de Gand avec Richard II., roi d’Angleterre, par le même. -- Les relations d’Édouard III. avec la Belgique, d’après les documents anglais, par le même. -- De la constitution des Académies Belges depuis leur origine jusqu’à nos jours, par M. L. Alvin. -- Notes sur quelques manuscrits des bibliothèques d’Angleterre (1re partie), par M. le baron Kervyn de Lettenhove. -- Rapports de MM. de Busscher, van Hasselt et le Chevalier de Burbure, sur les manuscrits relatifs à l’histoire des tapisserie d’Audenarde légués à l’Académie par M. D.-J. Van der Meersch.
T. XXI. 1866. Notes sur quelques manuscrits de bibliothèques d’Angleterre, par M. le baron Kervyn de Lettenhove, 2me et 3e partie. -- Lecture par M. Éd. Fétis d’une notice sur le triptique de Quentin Metsys, conservé à l’église de Saint-Pierre, à Louvain. -- Rapports de MM. Kervyn de Lettenhove, de Smet et Snellaert sur les mémoires en réponse à la première question du programme de concours de la classe des lettres de 1866, relative aux colonies saxonnes. -- Rapports de MM. Gachard et Thonissen sur le mémoire en réponse à la deuxième question de ce concours relative aux relations politiques de la Belgique avec le comté de Bourgogne. -- Les trois frères Wierix, par M. L. Alvin. -- Annonce de la découverte de sculptures anciennes, à Anvers, par M. le Chevalier de Burbure.
/Annuaire/ de l’Académie Royale des sciences, des lettres et des beaux-arts de Belgique. 1866. Trente-deuxième Année. Bruxelles, MDCCCLXVI. 8.
(Académie Royale de Belgique.) /Comte rendu des séances de la commission royale d’histoire/, ou recueil de ses bulletins. Troisième Série. Tome septième. -- IIIme Bulletin. Bruxelles, 1865. 8.
Note sur les descendants de la mère de la duchesse Marguerite de Parme. Par M. de Ram. -- Notice sur un cartulaire de Guillaume I., comte de Hainaut, de Hollande, de Zélande et seigneur de Frise. Par M. Léopold Devillers. -- Recherches sur les noms des mois et les grandes fêtes chrétiennes. Par feu M. Émile Gachet.
Tome huitième. -- Ier et IIme Bulletin. 1865. Table de documents relatifs à l’histoire des villes, communes, abbayes, etc., de Belgique, qui existent à la Bibliothèque royale, section des manuscrits: ancien Fonds Van Hulthem, nr. 568-766. Par M. Ernest van Bruyssel. -- Requête présentée à Jean sans Peur, duc de Bourgogne, par les abbés, barons et autres seigneurs du pays d’Alosi, contre les empiétements du bailli et des échevins de cette ville. Communiqué par M. de Smet.
IIIme Bulletin. 1866. Table de documents relatifs à l’histoire des villes etc., nr. 805-971. Par M. E. Van Bruyssel. -- Liste des documents manuscrits relatifs à l’histoire de Belgique qui sont conservés au British Museum. (Par le même.)
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
24) /Ueber den Zug der Kelten nach Italien und zum hercynischen Walde./ Von J. E. Wocel. Prag, Druck von Dr. Ed. Grégr. Selbstverlag des Verfassers. 1865. 8. 24 Stn.
Bekanntlich hat Niebuhr in seiner römischen Geschichte die Erzählung des Livius von einer doppelten, um mehrere Jahrhunderte auseinander liegenden Einwanderung der Kelten nach Italien als unstichhaltig verworfen und die Erstürmung Roms durch Brennus als Fortsetzung und Ergebniſs einer einzigen und unmittelbar zusammenhängenden Völkerbewegung betrachtet. Gegen diese Ansicht ist das Schriftchen des durch seine archäologischen und kunstgeschichtlichen Werke bekannten Verfassers gerichtet. Er durchgeht und prüft die von Niebuhr für seine Behauptung angerufenen Stellen aus Herodot, Appian, Plutarch, Dionysius von Halicarnassus, Diodor, Trogus Pompejus und Polybius und zeigt den gewaltsamen Zwang, den der berühmte Geschichtschreiber bei Auslegung derselben angewendet habe. Am besten ist ihm dieses bei Polybius gelungen, der doch offenbar von einer doppelten Einwanderung der Kelten spricht, so daſs selbst Mommsen, sonst ein skeptischer Beurtheiler aller Nachrichten des Livius, sich zu dem Zugeständnisse veranlaſst sieht, daſs einzelne Einfälle und Einwanderungen sehr frühe stattgefunden haben möchten. Aus allen diesen Gründen glaubt sich Wocel berechtigt, eine sehr frühe, mit dem ersten Einbruche der Kelten in Italien zusammentreffende Auswanderung der Bojer nach dem hercynischen Walde und Böhmen annehmen zu dürfen, und diese Meinung wird durch die Ergebnisse archäologischer Untersuchungen bestätigt, indem die Fundstätten der Bronzeobjekte älterer Legierung so weit als die geschichtlich nachgewiesenen Sitze der Kelten in Mitteleuropa reichen. Dazu kommen noch die in Böhmen und Bayern so häufig gefundenen Regenbogenschüsselchen. Diese miteinander verbundenen Thatsachen führen den Verfasser zu dem Resultate, daſs die Bojer ohngefähr um das Jahr 600 in Böhmen einwanderten und dieses Land mehr als fünfhundert Jahre innegehabt hatten, als sie es bald nach dem kimbrischen Einfalle wieder verlieſsen, daſs dasselbe aber zur Zeit Julius Cäsars beinahe vollständig von ihnen aufgegeben war.
A. F.
Aufsätze in Zeitschriften.
/Das Ausland/: Nr. 39. Thiernamen. 1. Der Esel.
/Die Biene/: Nr. 21. Drachengeschichten und Lindwurmsagen. (Rud. Temple.) -- Beil. Nr. 21 ff. Mährens hervorragende Persönlichkeiten des geistlichen Standes aus der Vergangenheit und Gegenwart. -- Nr. 25. Zwei Lieder in der Mundart des Kuhländchens. -- Beil. Nr. 27 ff. Thurmknopf-Dokumente (aus Neutitschein).
/Das illustr. Buch d. Welt/: Nr. 11, S. 324. Bilder aus Tirol: H. Hainzenberg und die Gerlaswand.
/Hausblätter/: 19. Heft, S. 65. Holzland-Sagen. XVI-XIX. (Kurt Greſs.)
/Jagdzeitung/: Nr. 14 u. 15. Zur Jagdgeschichte des deutschen Kaisers Maximilian I.
/Korrespondent v. u. f. D./: Nr. 481. Die vormalige kurpfälzische Gemäldesammlung in Düsseldorf. -- Nr. 485. Die älteste menschliche Niederlassung in Württemberg.
/Deutsche Kunstzeitung/: Nr. 33. Die Restauration der Burg Karlstein in Böhmen. (Aus d. Wiener Ztg.)
/Illustr. deutsche Monatshefte/: Nr. 25 (121), S. 26. Johannes Augusta, der Brüderbischof. (Siegfried Kapper.)
/Deutsches Museum/: Nr. 38. Der deutsche Meistergesang. (Rud. Rost.)
/Die Natur/: Nr. 37 ff. Geschichte der Töpferkunst. (Otto Ule.)
/Nordsee-Zeitung/: Nr. 159 ff. Erntesitten und Ernteaberglauben in Niedersachsen. (Dr. H. Pfannenschmid.)
/Novellen-Zeitung/: Nr. 39 f. Historische Bilder: I. Fanatische Blutzüge des Mittelalters.
/Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg/: Nr. 40 f. Die Gründung der Mark Brandenburg. (W. Schwartz.) -- Christensitte und Väterweisheit. Auszüge aus ältern Testamenten. (Hesekiel.)
/Allgem. Zeitung/: Beil. Nr. 260. Zur Geschichte der Postverträge. -- Nr. 263. Zur deutschen Kunstgeschichte. (E. Förster.)
/Illustr. Zeitung/: Nr. 1211. Das Volksfest des Stralauer Fischzugs. -- Die Burg Hohenzollern. -- Nr. 1214. Beil. Deutschlands Wappensagen.
Vermischte Nachrichten.
87) Eine halbe Stunde von der ehemaligen Reichsabtei /Schussenried/ (Oberschwaben) sind vor kurzem Oberstudienrath /Haſsler/ und Professor /Fraas/ damit beschäftigt gewesen, eine ~interessante Entdeckung~ weiter zu verfolgen, auf welche man bei Tieferlegung des Schussenursprungs zu Kulturzwecken gekommen ist. Zwanzig Fuſs unter dem Boden des jetzt dort trocken gelegten Weihers, unter einer vier Fuſs mächtigen Torflage und einer durch den Kalksinter der Kieselwand während unmeſsbarer Zeit gebildeten Tuflage im Letten, der zu unterst mit Humus vermischt, hier noch mit Rennthiermoos überzogen, eine wahre Kulturschichte bildet, findet sich eine Menge von Geweihen, Knochen, Zähnen, Feuersteinen, zu Instrumenten geformt und als solche gebraucht, andere bearbeitete Steine und hie und da auch Stücke aus Eichenholz. Die Geweihe sind alle vom Renthier, meist bearbeitet, die Sprossen und Zinken an- und abgesägt und zu mancherlei Instrumenten des Stechens u. s. f., zum Theil mit runden Oeffnungen geformt, freilich das alles im primitivsten Kulturstadium, was sich besonders auch an den Quarzen und Gneisen beurkundet, die, durch den Feuerstein zu Schlägeln oder Keulen von der Form der Hackmesser der Metzger in den verschiedensten Dimensionen bearbeitet, noch ungleich roher erscheinen, als die rohesten Producte der ältesten Pfahlbauten. Neben dem Renthier erscheint sein steter feindseliger Begleiter, der fiälfras (gulo borealis), ein riesiger Bär, ein Wolf, Pferd und Ochs, diese kleiner als die unsrigen, dazu noch mancherlei Vierfüſser, Fische und Vögel, aber wol meist einer andern Fauna als unserer jetzigen, einem rauhern Klima als dem unsrigen angehörig. Doch neben jener und in diesem lebte auch schon der Mensch; und ist zwar noch kein Schädel zu Tage gekommen, der die Race kennzeichnete, so ist doch an der Thatsache durchaus nicht zu zweifeln. Dies beweist unwidersprechlich (bei vollständiger Abwesenheit alles Metalls) die Bearbeitung des Feuersteins und durch und mit ihm der übrigen Steine, der Geweihe, Knochen, Hölzer. Ja, trotz aller Urzuständlichkeit scheint dieser Mensch schon Luxusbedürfnisse gehabt zu haben. Denn was sind diese pastenartigen, braun und hellroth färbenden, gleich einer butterhaltigen Salbe anzufühlenden Kügelchen inmitten einiger Lehmklumpen? Sind es blos zufällig hier sich findende Drusen von Bohnerz, oder haben gleich andern rohen Naturvölkern die menschlichen Zeitgenossen dieser untergegangenen Renthierwelt mit diesen Eisenoxyden den Leib bemalt?
(Allg. Ztg.)
Einige Proben vorgenannter Ausgrabungs-Gegenstände sind durch die Güte des Herrn Oberstudienraths /Haſsler/ den Sammlungen des german. Museums überlassen worden und noch weitere in Aussicht gestellt. (S. oben: Geschenke, Nr. 5165.)
D. Redact.
88) Das kostbare /Mosaik/ zu /Nennig/ bei Saarburg wurde jüngst durch die Hand des Bildhauers Heinrich Schäffer, früher zu Stuttgart, bleibend /renoviert/, besonders das groſse Bild „der Wasserorgelspieler“ ganz hergestellt, so daſs es jetzt wieder prangt in der alten Zeichnung und der antiken Pracht. Die Regierung hat dem Genannten die Leitung der Ausgrabungen des interessanten Palastes übertragen. Jüngst wurde daselbst ein merkwürdiges Büchschen von Silber gefunden, welches etwas Asche, ein Knöchelchen und eine kleine Münze von Theodora II., Gemahlin Constantius I, enthielt.
(D. Kunstztg.)
89) Von Dr. A. /Lübben/ in Oldenburg, Verfasser eines „Wörterbuchs zu der Nibelunge nôt“, befindet sich (bei Stalling daselbst) eine /neue Ausgabe des Reineke Vos/ unter der Presse, welche einen kritisch berichtigten Text liefern soll, der auf einer genauen und sorgfältigen Vergleichung des ältesten Druckes (1485, Lübeck) beruht. Zugleich wird die neue Ausgabe die prosaische Auslegung, die s. g. katholische Glosse, enthalten, die seit 1711 in den Ausgaben fehlt. Der Text wird in Anmerkungen sachlich und sprachlich erläutert; daran schlieſst sich ein Wörterbuch, das den gesammten Sprachschatz des Reineke wiedergibt und erklärt. In der Einleitung sollen die bei der neuen Ausgabe zur Anwendung gebrachten kritischen Grundsätze dargelegt werden.
90) Herr Prof. /Wattenbach/ in Heidelberg benutzte im Frühlinge d. Js. einen Aufenthalt in London, um das Verzeichniſs der seit Juli 1861 neu erworbenen Handschriften des britischen Museums durchzusehen und die für Deutschland und mittelalterliche Geschichte bemerkenswerthen zu verzeichnen. Diese finden sich in der nachfolgenden Liste, welche wir der Güte des genannten Herrn verdanken, angegeben.
1861.
24,273. Relation of the Massacre of the Protestants in Valtellina 1620 (at Puttick’s).
24,279. Joh. Chr. Stollii Ravenspurgensis Album Amicorum 1612-1621. 12. (ib.)
24,280. Hwg von Trimberg, Der Renner, saec. XV. ch. fol. (ib.)
24,315. Albertani sive Andreae Cappellani Tractatus de Amore, germ. vers. per Doctorem Joh. Hartlieb. Valerii Maximi de Dictis et Factis mem. libri germ. saec. XV. ch. fol. (Purch. of Messrs. Boone).
1862.
24,345. Ordinance of John Bugenhagen for the management of the Schools at Hamburg 1529. Other Ordinances 1606 and 1582. germ. saec. XVIII. qu. (Received from the Dep. of Printed Books).
24,637. Liber censuum ecclesiae S. Severi Erford. 1351-1358. membr. fol. (von H. Troſs gekauft).
24,639. Die Reformacion zu Arnsberg ussgangen der haimlichen beschlossen Ächt der kais. Freigericht etc. saec. XV. qu. (ebendaher).
24,643-46. Regensburger Chronik bis 1683, saec. XVIII. fol. (gekauft von Edw. Peacock).
24,653-56. Bayrisch Stammenbuch etc. durch Wiguleum Hund. Ingolst., 1586. 1598. 2 Vols. (printed) with a third volume in 2 parts, MS. (Purcbased of B. Quaritch.)
24,922. Rotulus mortuarius Abbatiae S. Vitalis Savigniacensis, copié par Léchaudé d’Anisy, saec. XIX (of Messrs. Boone).
24,923. Visitationes Odonis archiep. Rotomagensis, 1248-1269 (von demselben copiert).
24,929. Letters to Jac. Gu. Imhoff of Norimberg, from E. Ashmole, St. George Ashe etc. 1687-1710 (ebenso).
24,946. Alte Deutsche Gedichte, ch. saec. XV. fol. (Libri).
24,975. Johannis Nider Formicarius. Eiusdem Tractatus de reformatione Status coenobitici, saec. XV. ch. qu. (of H. Dashwood).
1863.
25,043. Necrologue de l’Abbaye de N. D. de Port Royal des Champs, s. XVIII. qu. (von Boone).
25,052. Historia coenobii S. Jacobi de Coudenberga, Brux. saec. XIX. oct. (desgl.).
25,053. Liber chronicorum Villariensium, qu. saec. XVII. (desgl.).
25,054. Chartularium Abbatiae S. Trudonis, saec. XIV. XV. mb. qu. (desgl.).
25,055. Catalogus Abbatum et Canonicorum Monasterii B. Mariae Floreff. saec. XVII. vell. roll (desgl.).
25,056. Chartularium Monasterii Carthusiensis apud Herinnes dioc. Camerac. saec. XV. vell. fol. (desgl.).
25,057. Chartularium Abbatiae B. M. V. Munsteriensis in civitate Luxenb. saec. XVII. qu. (desgl.).
25,059. Annales Ducum Brabantiae 615-1467. saec. XVIII. und noch Einiges der Art aus neuerer Zeit. (desgl.).
25,105. Martini Poloni Chron. bis 1266, fortgesetzt bis 1311. saec. XV. mb. fol. (von Boone).
25,113. Eckhersches Stammbuch, saec. XVIII. fol. (gekauft von F. Moleni).
25,434. Les Prophéties de Merlin, saec. XIV. mb. fol. (von N. Henry Troſs of Paris).
25,435. Loosbuch, germ. saec. XIII (sic). mb. qu. (desgl.)
25,436. Bundbuch or Register of Acts relating to the Swabian League 1486-1495. mb. fol. (desgl.)
25,437. Official copies of Papers relating to Friburg and Berne 1403-1468. ch. fol. (desgl.)
25,438. Vita b. Gregorii papae per Johannem levitam, mb. saec. XIII. (von Boone).
25,439. Magistri Petri de Vineis Summa de gestis Frederici imperatoris, saec. XIV. mb. fol. (Boone). Ist die bekannte Briefsammlung in 6 Büchern. Auf dem letzten Blatt ist ein Brief von K. /Adolf/. Comiti de Salmis: Grata est in conspectu etc. Der Graf soll gegen den König Philipp von Frankreich seine civitates, castra und sein Land rüsten, und keine Unterstützung durch seine Unterthanen zulassen, keine Pferde verkaufen. D. Nuremberg vij Id. Sept. regni a. 3. (7. Sept. 1294.)
25,440. Alberti Aquensis Historia Expeditionis Hierosol. saec. XIV. ch. qu. (Boone).
25,441. Vincentii Bellovac. Spec. hist. Pars 3. saec. XIV. fol. (Boone).
1864.
25,492. Charters etc. relating to Wesel and the Dukes of Cleves 1277-1489 in Flemish (unvollst.) c. 1500. fol. (von H. Troſs).
25,600. Vitae et Passiones Sanctorum scr. a. 919. mb. fol. (Boone).
25,694. Regiments- u. Geschlechterbuch der Stadt Zürich, saec. XVII (von Mrs. Maxwell).
26,765. Annals of Halle in Saxony 981-1615 (unvollst.) germ. qu. (gekauft von S. Palmer).
26,788. Vita et Miracula S. Heriberti, mb. saec. XI. qu. (Troſs).
26,802. Steph. Infessurae Diaria Rerum Rom. 1378-1494. Cop. von Vat. 6839. (Presented by John Payne Esq.).
26,803-7. Joannis Burcardi Diaria 1483-1506. saec. XVII. fol. (von dems. wie auch die folgenden).
26,808. 9. Blassii Martinelli Diaria 1518-1538.
26,810. Cornelii Firmani Diaria 1565-1573.
26,811. 12. Francisci Mucantii Diaria 1572-1585.
Das Verzeichniſs reichte bis 27,235.
Inserate und Bekanntmachungen.
17) ~Bei Wiegandt & Grieben in Berlin~ ist soeben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:
=Die Churfürstinnen und Königinnen auf dem Throne der Hohenzollern=, im Zusammenhange mit ihren Familien und Zeitverhältnissen; aus den Quellen bearbeitet von Kirchner, Superintendent etc. 1. Mit sechs Porträts. Preis 1 Thlr. 25 Sgr.
18) Nachträge und Berichtigungen.
Das Sp. 22 f. des diesjährigen Anzeigers erwähnte Werk des /Wilhelm von Boldensele/ ist schon von Canisius herausgegeben, neuerdings aber von C. L. Grotefend in der Zeitschrift des hist. Vereins für Niedersachsen, 1852, S. 209-286.
Ueber den ebendas. Sp. 80 von Prof. Haase gesuchten /Ludolf von Hildesheim/ ist Rockinger in den Quellen zur bayer. und deutschen Geschichte, IX, 1, 349-358 zu vergleichen.
Sp. 89 f. ist von einer Abgabe geredet, welche die /Juden zu Naumburg/ unter dem Titel „de stola“ zu zahlen gehabt hätten. Um den ohnehin schon schwer genug belasteten Juden des Mittelalters nicht eine neue Last bleibend aufladen zu lassen, bemerke ich, daſs ohne Zweifel „/de scola/“ zu lesen und ein Zins von der Judenschule gemeint ist.
/Heidelberg. Wattenbach./
19) =Nachricht= auf die Anfrage in Nr. 4 des Anzeigers, Sp. 159.
In der königl. öffentl. Bibliothek zu Hannover befindet sich: /Froissart/, /Chronique de France/ etc. Part. III et IV. Pergamenthandschrift des 15. Jahrhunderts, 2 Bände in Folio von 222 und 204 Bll., mit fein gemalten und mit Gold ausgelegten Initialen, die Titelblätter mit vortrefflicher Arabesken-Malerei; in P. IV, Bl. 1a ein gröſseres Bild.
P. III. incipit: „Cy commence la tierce partie des croniques Sire Jehan Froissart qui contient les nouvelles guerres de France, Dangleterre, despagne et dytalie. Et parle premierement comment Sire Jehan Froissart se partit de France pour aller pardentue le conte de Foix et la maniere de son voyage“ etc.
Explicit Bl. 217a mit dem Capitel: „Comment certains deputes et sages hommes pout parlerent et prendrent vues treues a durer trois ans entre les françois et les anglois“ etc.
Bl. 219a-222b: „La table des rubriques“.
P. IV. incipit: „Cy commence le quart livre de maistre Jehan Froissart qui parle des guerres et nobles fais d’armes et advenues de france dangleterre et Des pays dentour les comm.’s et adherens Depuis lan de nostre seigneur mil ccc. iiii^{xx} et neuf. Et premierement de la noble feste qui fut faite a paris a lentre et venue de la reyne Ysabel de france femme au Roy Charles le bien ayme“ etc.
Explicit Bl. 200a mit dem Capitel: „De la mort du Roy Richard d’Angleterre. Et comment les treues furent ralonguees entre france et angleterre. Et aussi de la deposicion du pape benedic“.
Bl. 201b-202: „Sensuit une addicion et correccion faictes sur le dernier chapitre du volume, touchant la morte du tres noble et puissant prince le Roy Richard“ etc.
Bl. 202b-204b: „Table“.
/Hannover./ /Bodemann./
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. /Sebald/’sche Buchdruckerei.
ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
Neue Folge. Dreizehnter Jahrgang.
/Nürnberg./ Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_ incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuſs oder 2 Thlr. preuſs.
Für _Frankreich_ abonniert man in Straſsburg bei C. F. Schmidt, in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11. rue de Lille, oder bei dem Postamt in Karlsruhe; für _England_ bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für _Nordamerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.
Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, F. A. /Brockhaus/ in Leipzig, befördert.
Inserate, welche mit den Zwecken des Anzeigers und dessen wissenschaftlichem Gebiete in Verbindung stehen, werden aufgenommen und der Raum einer Columnenzeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
1866. Nº 11. November.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
=Historia Neminis.=
Von Professor /Dr. W. Wattenbach/ in Heidelberg.
Auf Sp. 179 des diesjährigen Anzeigers ist die Behauptung aufgestellt, daſs der /Niemand/ oft in Reim und Versen, aber nie in Prosa verherrlicht sei. Es gibt jedoch lateinische Legenden vom /h. Nemo/, der freilich eine etwas andere Figur ist, wie jener Niemand. Da die Kirche diesen Heiligen niemals anerkannt hat, auch kein bestimmter Tag ihm gewidmet ist, dürfen wir seine Legende nicht in den Actis Sanctorum suchen; handschriftlich findet sie sich aber an verschiedenen Orten. Die /Vita sanctissimi et gloriosissimi Neminis/ im /Cod. Vat. 2040/ beginnt: „Beatus igitur Nemo iste contemporaneus dei patris“, also wie die unten folgende nach dem Eingang (Pertz, Archiv V, 67). Ueber zwei Exemplare in Wien und Raygern (ib. X, 483. 691) fehlen mir genauere Angaben. Ein viertes in der Heidelberger Handschrift Pal. germ. 314, aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, auf fol. 100 von wenig späterer Hand eingetragen, beginnt gleich mit der Notiz, daſs dieselbe Geschichte sich „in flavo codice tenui Cyrilli in appolog. K. 138“ in anderer Fassung befinde. Dann folgt die Legende, welche ich hier als Probe mittelalterlichen Witzes mittheile, obwohl sie etwas gedehnt und nicht eben allzu geistreich ist. Die Citate sind meistens zu späterer Ausfüllung leer gelassen; die profanen aus Cicero’s Verrinen zweimal erst am Rande nachgetragen und vermuthlich alle erst neuerer Zusatz. Durchweg ist die Predigt eines Klosterbruders zur Verherrlichung des Schutzheiligen parodiert:
„Multifarie multisque modis, karissimi, loquebatur olim deus per prophetas, qui velud in enigmate et quasi sub nebulosa voce unigenitum dei filium pro redimendis laborantibus in tenebris et in umbra mortis sedentibus preconisarunt venturum. Novissimis autem diebus per suam sacram scripturam palam loquitur, et gloriosum beatissimumque Neminem ut sibi conparem ante secula genitum penes illud prophete: Dies formabuntur et Nemo in eis, scil. prius erat, ps. 138 ipsius David prophete; humano tamen generi hactenus peccatis exigentibus incognitum fore predicat, enucleat et testatur. Sed et ipsemet salvator noster et dominus, cui semper proprium est misereri et qui suos nunquam deserit inadiutos, suo saguine proprio redempti populi misertus est, et ab oculis nostris remota penitus vetusta caligine thesaurum huius gloriosissimi Neminis tam celebrem dignatus est nobis apperire, ut ipsum usque nunc damnifere nobis absconditum intueri deinceps oculata fide salubrius valeamus.
Beatus igitur Nemo iste contemporaneus dei patris et in essentia precipue consimilis filio, velud nec creatus nec procedens, sed genitus in sacra pagina reperitur.... et ubi supra ps. 138. Cui postea merito tanta crevit autoritas, ut ac si terrena respuens ad celorum culmina volatu mirabili pervolavit, sicut legitur in evangelio: Nemo ascendit in celum..... Unde Johannes sexto in persona dei dicit: Nemo venit ad me, unde dum celum ascenderat, deitatem puram et integram et insimul sanctam et individuam trinitatem vidit ibidem, ut inquit Damascenus, et Johannis primo dicitur: Deum Nemo vidit unquam, id est aliquo tempore. Et quod filium viderit, testatur evangelium Math. 11. Mar. 10: Nemo novit filium. Et alibi.. ... Nemo loquens in spiritu sancto; quia enim viderat ipsum cum patre et filio, securius loquebatur, nam qui vidit testimonium perhibuit. Deinde rediens iste virtuosus et potentissimus Nemo tanta audacia et securitate claruit et illuxit, ita quod dum Judei maledicti Jhesum capere venientes non essent ausi invadere, solus iste Nemo audacissimus, qui cum eis aderat, cepit eum ut dicitur Johannis septimo et octavo: Nemo misit in eum manus. Similiter flagiciosissimus Verres, qui predonibus captis vita reservatis cives Romanos securi percussit, quemquam neque timebat adversarium nullumque habuit excepto Nemine, ut Tullius in oratione contra Verrem testatur, dicens ad Verrem: Inimicum habebas Neminem. Princeps etiam Judeorum Nicodemus nomine potentiam istius gloriosissimi Neminis reserans ait ad Jhesum: Nemo facit hec signa que tu facis. Probatur et potentior aliis per scripturam, quod solus Nemo deo contrariari polest, unde..... Deus claudit et Nemo aperit, deus aperit et Nemo claudit. Hoc attestatur Job deum alloquens Job 30: Cum sit Nemo qui de potestate tua possit eruere. Et quod nulli concessum est, videlicet servire duobus dominis, huic Nemini concessum fuit, ut in evangelio.... dicitur: Nemo potest duobus dominis servire. Et poeta....: Utiliter servit Nemo duobus heris. Et ipsemet Christus de potentia illius Neminis alloquens discipulos suos inquit.....: Gaudium vestrum Nemo tollet a vobis. Neque mirentur discipuli de hoc, cum et Christus de se ipso dicat Jo. decimo: Nemo tollit animam meam a me. Sed quid? si tanta virtute consistat iste sanctissimus Nemo, non est mirum cum ipse incarnari et nasci voluit in hoc mundo velud Christus, et ex illustri prosapia generari, sicut legitur ecclesiastici quinto: Nemo enim ex regibus aliud habet nativitatis inicium. Est eciam de genere Jhesu Christi et Marie, que fuit de stirpe regia, nam cum de nomine Johannis baptiste quereretur, responsum est Luce primo: Nemo est de congregacione tua qui vocetur hoc nomine. Fuit eciam valens miles et strenuus, unde apostolus .....: Nemo militat propriis stipendiis. Securus eciam fuit propier eius probitatem, ut dicitur....: Nemo securus. Merito quidem securus dicitur, cum naturam superet in virtute, ut hic....: Quod natura negat, Nemo feliciter audet. Et iterum de eodem poeta....: Quod natura dedit, tollere Nemo potest. Sua vero milicia ut moderni milites non est usus, qui ad modum allecium recentium, pro quibus habendis a venditoribus prius solvitur precium, sunt venales et non pro honore, ymo verius, quod verecundor dicere, precio plerunque letiferis pestibus se exponunt. Sed isti Nemini gloriose militi placuit penitus et nunc placet ob ipsius grandes divicias et reditus, quibus precellit viventes ceteros, militare officium sumptibus propriis exercere, sicut legitur ad Cor. nono: Nemo tenetur propriis stipendiis militare. Verum quia potentes dudum strenui et sublimes in litterali dogmate erudiri pre ceteris anhelabant: iccirco beatus iste Nemo miles, a genere quo processit nolens modis aliquibus deviare aut declinare, litteras didicit et sapientissimus proinde factus est; propheta namque extitit in patria sua, ut dicitur Luce quarto: Nemo est acceptus propheta in patria. Propheciam autem suam et suum dogma generale, quod multis vigiliis acquisivit, ut moderni clerici non consumpsit, qui ob aliud non curant discere, nisi solum ut cumulent peccuniam et peccunia et piguibus ditentur prebendis, et ob hoc omissis liberalibus scienciis facultates solummodo petunt lucrativas, sed prorsus quibuslibet spretis contagiis solus iste Nemo celestia contemplatus est et vitam innocentem a crimine duxit, sicut legitur......: Nemo sine crimine vivit. Et alibi....: Nemo ex omni parte beatus. Unde tanta patientia ab adversariis mala sustinendo fuit, usque se ipsos emendarent, unde Cor. 7: Capite nos. Neminem lesimus, Neminem corrumpimus, Neminem circumvenimus. (Et Tullius in Verrem: A principio ita sim versatus, ut defenderem multos, leserim Neminem, subito hunc mutata voluntate descenderim.) Et iterum dicitur....: Maiorem caritatem Nemo habet. Et quod maiorem caritatem Nemo habeat, clamat sancta mater ecclesia ubi dicit ....: Ecce quomodo moritur iustus etc. et Nemo percipit corde. Et iterum....: Viri iusti tolluntur, et Nemo considerat. Nunc autem videre potestis, karissimi, conpassionem istius gloriosissimi Neminis, qualiter conpassus est Christo morienti, ubi supra dicitur: Ecce quomodo moritur iustus etc. Et sanctis eius beatis, ubi dicitur: Viri iusti tolluntur etc. ubi supra. Qui etiam misertus est pauperis illius, ad cuius preces aliquis obsessa et (_sic!_) potente Nemine extitit liberata, sicut scriptum est....: Et Nemo recordatus est pauperis illius. Insuper habetis quod iste sanctissimus Nemo solus absque vera confessione et iniuncta sine sibi penitencia salutari in tremendo dei iudicio salvus erit, prout in sacra pagina clarius declaratur, dicendo....: Nemo absque vera confessione et sine penitencia salvabitur. Summus etiam inter omnes possessores possessor fuit iste ditissimus Nemo et est, nam ipsum deum aliquando possidet, et amittit hunc eundem, quandocunque sibi placet, ut in quadam auctoritate dicit beatus Augustinus.....: Nemo amittit te deus, nisi qui te dimittit. Item iste stabilissimus Nemo solus est qui ista terrena potest diligere et ipsemet firmus esse, ut in quadam auctoritate dicit beatus Gregorius.....: Nemo valet ista mobilia diligere et ipse immobilis stare. Item iste doctissimus Nemo tanta sciencia preclaret, ita quod per sui discretionem scit illud quod homo vivens nequit scire, ut in ecclesiastico legitur quinto: Nemo scit utrum amore dei vel odio dignus sit. Et quod iste peritissimus. Nemo liberalibus scientiis sit edoctus, claret. Nam adeo sciebat arismeticam, ita quod turbam magnam quam Johannes viderat in apocalipsi..... solus iste Nemo potuit numerare, ut legitur: Et vidi turbam magnam quam dinumerare Nemo poterat. Et iterum ibidem apoc.... de eius dignitate dicitur: Et Nemo fuit dignus aperire librum et solvere signacula eius. De eo eciam lucide testatur Priscianus, quod ei fuit consimilis in grammatica et socius, cum dicit in maiori volumine: Neminem inveni michi socium. Fuit eciam astronomus, sicut legitur....: Nemo observat lunam. Quomodo eciam fuerit conpositor legum et magnus in musica, vide in alio Nemine in appollogis Cyrilli. (Et ideo Tullius ipsum Neminem maiorem se fatetur, cum in principio oracionis in Verrem inquit: Et in hac causa profecto Neminem preponendum michi esse actorem putabit.)
Nunc modo videre potestis, karissimi, quantis fulget meritis Nemo iste sanctissimus, quanta sit eius scientia, et inde quanto prosequi debeat ab omnibus laude et gloria, puris affectibus et honore. Cum ipse cui omnia vivunt et quem laudant archangeli, istum sanctum Neminem benedictum per secula adeo puro dilexit amore, ita quod dum suos per mundum misisset apostolos, precepit eis ut cum Nemini beatissimo obviarent, ipsum salutarent, sicut dicitur in evangelio....: Neminem per viam salutaveritis. Et insuper precepit dominus, ut eidem visiones et secreta eius tanquam suo secretario fiducialiter aperirent, sicut scriptum est Luce quarto: Nemini dixeritis visionem hanc. A Christo curato de lepra, inquit ad eum Christus.....: Vade, Nemini dixeris. Quid plura? Non solum per suos discipulos dominus istum sanctum Neminem venerari voluit, sed ipsemet personaliter eum venerari dignatus est. Nam dum Judei in verbis dominum capere cuperent, et mulierem in adulterio deprehensam coram eo adducerent, Jo. octavo, ipse Christus cui nichil absconditum est, discretionem, scientiam et valorem dilecti sui Neminis agnoscens plenarie, in beati Neminis reverentia et honore dictam mulierem accusatam per eum rennuit iudicare, dicens: Mulier, ubi sunt qui te accusant? Nemo te condemnavit? Que respondit: Nemo, domine. Audiens hoc dominus, nolens falcem mittere in messem alienam, dictam mulierem remisit ad S. Neminem, dicens: Nec ego te condemnabo. Considerabat enim dominus eius statui et persone esse deferendum, et voluit tunc suo deferre maystro. Nam alibi dicitur de eius maysterio: Nemo propheta et doctor...... Cum autem Christus loqueretur ad Samaritanam cum fonte, Jo. 8, et alii discipuli non essent ausi ei dicere verbum, Nemo velud mayster bonus Jhesum reprehendit dicens ibidem: Nemo tamen dixit: Quid queris aut quid loqueris cum ea? Item nolens Nemo quod Johannes per viam erraret, interrogabat eum quo esset iturus, sicut legitur......: Nemo tamen dixit: Quo vadis? Item cum dominus manifestaret se discipulis suis Joh. 21, Nemo audebat eum interrogare quis esset, cum alii discipuli non essent ausi; Nemo tamen dixit: Tu quis es? De maysterio vero istius Neminis planius habetur in parte evangelii Joh. septimo, ubi de lege contendebat cum Judeis, dicens: Nonne Moyses dedit vobis legem, et Nemo ex vobis facit legem? Insuper tanta fulsit patientia et humilitate, quod iuxta verbum apostolicum.....: Qui non laborat, non manducet, et alibi in ps.....: Labores manuum tuarum quia manducabis etc. voluit propriis manibus laborare, et non solum in secularibus satagebat ut Martha, sed etiam in divinis habuit curam ut Magdalena. Unde de primo dicitur de Martha:....: Nemo mittens manum ad aratrum etc. Et tanquam contemplarius et orthodoxus surgebat quantum ad secundum scilicet de Magdalena, ad matutinas, et nocte dieque sacriste ac cantoris officium humiliter faciebat. Sacriste officium ut hic: Nemo accendit lucernam,...... Cantoris officium ut hic: Nemo poterat dicere canticum,......
(Magnus orator et reorum defensor erat, unde Tullius oracione tercia de Verre inquit: Ne quem Nemo actione defendere ausus esset, eum ego bis accusare non possem.) Tanti vero cordis et animi fuit iste fortissimus Nemo, quod non solum toto conamine laborabat, sed etiam ociosos una secum conducere et laborare volebat, ut in evangelio.... dicitur ociosis: Cur hic statis tola die ociosi? Responsum est ab eisdem: Quia Nemo nos conduxit. Verbum autem domini dicentis.....: Frange esurienti panem tuum, non oblitus, elemosinas faciebat. Unde cum pauper Lazarus elemosinam peteret et saturari cupieus de micis que cadebant de mensa divitis, solus iste Nemo sanctissimus conpassionis intuitu erogabat eidem, ut ibidem.... habetur: Et Nemo illi dabat.
Per predicta igitur, karissimi, in parte plane videre potestis formationem, essentiam, potentiam, audaciam, incarnationem, nobilitatem, milicie probitatem, securitatem, doctrinam, scientiam, dignitatem, conpassionem, firmitatem, immobilitatem, patientiam, obedientiam, honorem, reverentiam, dilectionem, sanctitatem, felicitatem, gloriam, verecundiam, immutabilitatem, constantiam, fidem, spem et caritatem istius gloriosissimi Neminis, iuxta quod in sacra pagina scriptum est de eodem. Que omnia summi pontifices amore dei nostri, cuius vicarii sunt in terris, modernis temporibus ponderantes, istum sanctum Neminem cum deo perpetualiter regnaturum et domino potentissimo coeternum, sicut scriptum est.....: Nemo semper regnaturus, et alibi:....: Nemo est qui semper vivat, eundem Neminem quem omnipotens deus in celis beari voluit, in terris dotari cum magnis favoribus decreverunt, unde in utroque iure decretum est, quod ei conceditur quod absque bigamie nota possit matrimonium contrahere libere, sicut legitur.....: Nemini permittitur binas habere uxores. Potest etiam sanctus iste corpora sanctorum alienare et vendere, sicut legitur.....: Nemo martires distrahat, et alibi.....: Nemo mercetur. Potest etiam iura ecclesiastica dirimere, sicut legitur....: Nemo contemnat ecclesiastica iudicia. Preterea vos habetis, quod inter diversos religiosos tam intra quam extra claustra solus iste Nemo potentissimus post completorium loquendi liberam habeat potestatem, prout in b. Benedicti et aliorum diversorum regula continetur, dicendo sic.....: Post conpletorium Nemo loquatur. Et ultra manifeste habetis, quod in omnibus privilegiis et concessionibus summorum pontificum voluntas gloriosissimi et beatissimi Neminis semper excipitur, prout in fine litterarum suarum planius annotatur, ubi dicitur: Presentis autem nostre concessionis paginam Nemini liceat infringere. Reges autem et principes quoscunque in suis consiliis recipiunt, iurare et promittere faciunt sub hac forma supradicta; inter alia vero que ad iuramentum fidelitatis pertinent, additur sic: Tu iurabis secreta et consilia domini mei firmiter tenere et Nemini revelare. Absit ergo ab humanis creaturis, potenciam, laudem et gloriam patroni nostri beatissimi et gloriosissimi Neminis in aliquo per biligues denigrari. Qui superne dei ire resistere potest et factus est similis creatori, sicut legitur Job 9: Deus cuius ire resistere Nemo potest. Et ilerum Job 12: Si destruxerit deus, Nemo est qui edificat, et Sapiencie 15: Nemo poterit se similem deo fingere. Et ecclesiastici... dicitur: Nemo vincit deum. Et iterum Job 18: Ipse solus factus est deus, et Nemo eum corrigere potest. Et Mathei 13: Nemo enim potestatem habet facere et agere omne, quidem et movere castra[A]. Nonne etiam Marcus qui ore dominico loquebatur, ait ....: Occurit e monumento homo in spiritu inmundo, neque cathenis iam quisquam potuit eum ligare, et Nemo poterat eum domare. Quid plura? certe nec penna nec calamus cum ambabus manibus illius scribe velociter scribentis, de quo loquitur citharista, ad laudem et gloriam patroni nostri gloriosissimi Neminis non conpeteret lucidandam. Cum de eius inmutabilitate et constancia dicat Job 15: Nemo inmutabilis, nee celi sunt mundi in conspectu eius. Fugiat ergo omnis hostis iniquus beatissimi et gloriosissimi Neminis patroni nostri constanciam, et deleatur eciam de libro vivencium et cum iustis non scribatur, nec sit ulterius eius memoria super terram, qui gloriose operi nostro recalcitrare nititur, et corda fidelium nostrorum suis falsis suggestionibus autumat subornare. Quod autem fugere debeant infideles beatissimi Neminis patroni nostri potenciam et audaciam, sic probatur, Levitici sexto: Fugietis Nemine sequente. Et iterum in eodem capitulo: Inimicis audebat Nemo resistere. De hoc etiam scriptum est clarius in proverbiis 28: Fugit impius Nemine persequente.
Estote igitur viri fortes in agone velud doctor noster Nemo, et robusti. Et certamen illius qui nullis falsis probacionibus nec scripturis subsistit, non recusetis subire. Reservemus etiam in nostri pectoris scrinio ad laudem et gloriam patroni nostri beatissimi Neminis et suorum tot et tantas autoritates, tam divinas canonicasve quam civiles, cum infinitis sanctorum sanctionibus patrum, philosophicis insuper et naturalibus argumentis. Infinitis autem virtutibus posset et laudibus sanctissimus Nemo iste preconizari, quas ne vos tedeat audire, et quod absit, alicuius vestrum prolixitatis materia animum torqueat, et que pia mente de isto sanctissimo Nemine patrono nostro in nostro presenti sermone cepistis, inutili volatu non transeant, sed ut in muro lapis vestris in domino cordibus perpetuo maneant commendata, ad presens sub silencio decrevimus pertransire. Ad cuius beatitudinem et gloriam qui sine fine bibit et restat, nos vosque pervenire concedat per omnia pocula poculorum.“
(Schluſs folgt.)
FUSSNOTE:
[Fußnote A: Matth. 13 steht nichts der Art; gemeint scheint I. Machab. 10, 35, aber der Wortlaut stimmt auch nicht.]
Zwei Mitglieder der Zopfgesellschaft.
(Mit einer Abbildung.)
Auf Spalte 177 ff. in Nr. 5 des diesjährigen Anzeigers haben wir ein Glasgemälde zu St. Erhard in der Breitenau in Steiermark besprochen, das den Herzog Albrecht III. von Oesterreich in der Ordenstracht der Zopfritter darstellt. Wir haben daselbst versprochen, noch ein weiteres Glasgemälde aus Steiermark nebst einer noch vorhandenen Zopfkapsel zu veröffentlichen. Letzteres ist vorläufig nicht möglich. Dagegen bilden wir auf der beiliegenden Tafel eine von den zwei ritterlichen Figuren ab, die sich auf einem Fenster in der Kirche St. Maria am Wasen bei Leoben befinden. Das Fenster ist dreitheilig, durch Eisensprossen, wie gewöhnlich, in eine Anzahl Felder getheilt, von denen jedes eine eigene, abgeschlossene Darstellung enthält, so daſs im dreitheiligen Fenster 27 solcher Darstellungen vorhanden sind. Wir haben über diese Eigenthümlichkeit der steiermärkischen Fenster a. a. O. gesprochen, gehen also hier nicht näher darauf ein, daſs das Fenster aus diesem Grunde auf den ersten Blick den Charakter des 13. Jahrh. zeigt, während es in der That dem Beginn des 15. Jahrh. angehören dürfte. Die Technik ist ganz der des Fensters zu St. Erhard und anderer steiermärkischen Fenster, so der zu Straſsengel, ähnlich, hier jedoch mehr als handwerksmäſsig roh.
Auf den 27 Feldern befinden sich vorzugsweise einzelne Figuren unter einfachen architektonischen Rahmen, darunter zwei männliche und zwei weibliche Donatoren, die /einer/ Familie angehören. Im zweiten Felde von unten (heraldisch) links kniet der eine Ritter, „Herr Pernger[A] tumerstarffer“; ihm gegenüber (heraldisch rechts) seine Frau „Margaretha wolfsawerin“. Der Ritter kniet hinter seinem Wappenschilde, der eine gezinnte Theilung von Blau und Gelb zeigt. Auf dem Wappenschilde stehen zwei Helme, von denen der zur Rechten ein Paar Büffelhörner im Hermelin mit gelben Pinnen (Kämmen), der zweite einen Flug mit der Tinktur des Schildes als Helmzier trägt. Die Tracht des Ritters zeigt die Beine bereits total in Eisenschalen, ohne die Kettenpanzer irgendwo erscheinen zu lassen. Ebenso die Arme; der Lendner ist, nach der heraldischen Tinktur des Schildes Blau in Gelb zinnenförmig getheilt, aus Leder, so daſs seine Nähte sichtbar sind. Eine Halsberge könnte etwa durch die Zeichnung des Musters ein Kettengeflecht andeuten sollen; jedenfalls ist sie von Eisen; der Helm zeigt ein aufgeschlagenes Visier, das sich um einen durch eine Rosette gezierten Stift an der Stirne dreht und so ganz am oberen Ende befestigt ist. Hinter dem Rücken erscheint ein gelber, verzierter Streifen, vollkommen der Kapsel des Albertus ähnlich. Er zeigt horizontale Linien als Verzierung und läuft unten in ein Ornament aus. Die Gesichtszüge sind so hart, die Darstellung so roh, daſs wir das Gesicht nicht als Porträt betrachten möchten, obwohl der eine Zahn, welcher sichtbar ist, das andeuten dürfte. Der Grund des Glasgemäldes ist roth. In den gefalteten Händen trägt der Ritter ein Spruchband mit der Inschrift: miserere mey deus secundum. Seine ihm gegenüber knieende Hausfrau hat einen von Blau und Weiſs getheilten Schild in umgekehrten Farben gerändert, als Helmzier einen weiſsen Schwan, der in eine weiſse Helmdecke mit blauem Futter übergeht. Der Grund der Darstellung ist grün, und in dem grünen Grund sind Flügel des Schwans durch schwarze Zeichnung angedeutet. Im 7. Felde von unten rechts ist ein zweiter Ritter Herr „Jorg tumerstarfer“. Er kniet hinter demselben Wappen, das auch Bernhard hat, so daſs er als dessen Bruder zu betrachten sein dürfte. Sein Kostüm ist jedoch reicher, als das des vorigen. Die Halsberge hat die Gestalt eines groſsen Kragens und dürfte als ledern zu betrachten sein; sie ist mit Fransen eingesäumt und trägt zwei Wappen, von denen das rechts ein Kreuz, das links eine Wiederholung des Hauptwappenschildes enthält. Der Zopfbehälter trägt hier eine Einfassung von Perlen und ist mit Schuppen geziert, die groſse Geflechte andeuten. Als Wehrgehänge hat er um den Leib einen zweiten Zopf gelegt, der einen verschlungenen Knoten zeigt und in langer Schleife herabfällt; der letztere Umstand läſst uns allerdings sehen, daſs unsere frühere Meinung, die Zöpfe wären durchgehends in Metallkapseln gefaſst gewesen, unrichtig ist, und daſs die sichtbaren Hüllen der Zöpfe vielmehr aus Stoff, etwa Goldstoffen bestanden, die einen metallenen Endbeschlag hatten[B].
Für diese Anschauung sprechen auch die Wandgemälde in der Kirche zu Königsfelden in der Schweiz, von denen wir in einer der nächsten Nummern Abbildungen geben zu können hoffen. Diese zeigen die Zopfhüllen in denselben Farben, wie die Lendner und mit Metallspitze versehen. Ein Spruchband in den Händen des Ritters besagt: ora pro me sancta dey genitrix. Unmittelbar unter ihm kniet seine Frau, die „frow anna, Eberhart Paierhofer tochter“. In ähnlicher Weise, wie bei einer der Gemahlinnen Herzog Albrechts, ist auch bei ihr ein langer, geflochtener Zopf sichtbar. Ihr Wappenschild ist durch eine linke weiſse Spitze in Roth und Blau getheilt; die Helmdecke blau mit weiſsem Futter; die Helmzier ein Flug in den Tinkturen des Schildes.
Die Stellung der beiden Tafeln im Fenster zeigt deutlich, daſs dieselben nicht mehr am ursprünglichen Platze sich befinden. Wahrscheinlich nahmen ehemals die beiden Männer die untersten zwei Tafeln rechts, die beiden Frauen die untersten Tafeln links ein. Da sie jetzt versetzt sind, so möchten wir keineswegs definitiv die Frage abgeschnitten haben, ob die Ehepaare so zusammengehörten, wie wir sie zusammengestellt haben, überlassen diese Frage vielmehr den Genealogen. Unter den Heiligenfiguren des Fensters befinden sich Bernhard, Georg, Margaretha; eine heilige Anna befand sich wol in den jetzt durch sehr schlecht gemalte Scheiben erneuerten Theilen.
A. /Essenwein/.
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Wahrscheinlich Berinher oder Bernhard, da unter den Figuren des Fensters auch der heil. Bernhard vorkommt. Vgl. Förstemann’s altd. Namenbuch, I, 231 f.]
[Fußnote B: Wie die frühere Tafel zeigt, ist die Kapsel des Albertus nicht anders als metallen zu betrachten.]
Die Sprichwörtersammlung des Friedrich Peters.
Von Subrektor J. /Franck/ zu Annweiler.
(Fortsetzung.)
Als Quellen seines Buches dienten Peters theils früher erschienene Sammlungen, unter welchen er namentlich diejenige /Neander’s/ [1586] anführt, den er (Bl. (?) vj^b) „seinen lieben alten Praecptor, Rector der loͤblichen Schul zu Ilfeld“ nennt, theils die Schriften seiner Zeit- und theologischen Amtsgenossen des 16. Jahrh., bekanntlich die goldene Periode und fast unerschöpfliche Fundgrube deutscher Sprichwörter[CV], und unter diesen besonders diejenigen /Luthers/, sowie endlich der /Volksmund/ selbst, „die gemeine tegliche vnterredung in Collationen vnnd sonsten.“ Seine eigenen Worte in jeder dieser Beziehungen sind (Vorrede, Bl. (?) vj^b-(?)vij^b) folgende: „Das aber solche Spruͤche beyleufftig vnd nach langheit der zeit ohn muͤhe mit guter weile sind zusam̃en gelesen vnnd auffgezeichnet/ hat anfenglich der Achtbare/ wolgelehrter vnd weitruͤmbter mein lieber alter Praeceptor M. Michael Neander S. Rector der loͤblichen Schul zu Ilfeld verursacht damit das er in seinem Buͤchlein/ genant Ethice vetus/ gleiche Arbeit angewendet/ vnd etliche Teutsche Spruͤche vn̄ Sprichwoͤrter zu hauff gebracht hat mit einem solchen Titel/ Veterum sapientum Germanorum sapientia, das ist der alten weisen Teutschen Weiſsheit: Welcher auch vmb des willen bey diesem Buͤchlein behalten ist.
Darnach hat dieses noch viel mehr vrsach dazu gegeben/ das vnser lieber Vater der tewre hocherleuchte Man Gottes D. Martin Luther bey seiner grossen beschwerlichen Muͤhe vnd Arbeit/ auch gleichsfals der alt Herr M. Johannes Matthesius ein auſsbuͤndig trefflicher Prediger/ vnd ander mehr gelehrte Christen Leut jhnen solche Weltarbeit nicht haben lassen miſsfallen/ sondern... in jren Schrifften vielmals allerley runde sinnreiche Spruͤche vnd gemeine lehrhaffte Sprichwoͤrter gefuͤhret/ auch feine heilsame Erinnerung von guten Sitten vnd gemeinem Lauff der Welt in lustige schoͤne Reim gefasset/ wie solche Spruͤche/ so viel muͤglich gewesen/ aus jhren Buͤchern/ so wol als auch aus ander rechtlehrender Theologen vnd Weltweiser Leut Schrifften/ auch auſs der H. Bibel selbst auffgezeichnet/ vnd hieher in diſs Buͤchlein gebracht sind/ also/ das hie kein Spruch zufinden/ der nicht entweder in gemeiner sittiger Rede gebrauchet werde/ oder in guten Buͤchern bereit auffgeschrieben oder gedruckt gewesen. -- Da es nun vnsern fuͤrtrefflichen Theologis als auch weltweisen Leuten wol angestanden/ das sie in jhren Buͤchern nicht allein sinnreiche kurtze Lehrspruͤche/ sondern auch gemeine Sprichwoͤrter in schlechter Rede oder schoͤnen Reimen gefuͤhret vnnd zierlich gebraucht haben/ so wird auch diese geringschetzige Arbeit niemand billich koͤnnen miſsfallen/ das es ist im lesen auſs jhren Buͤchern auffgeschrieben/ oder _aus gemeyner teglicher vnterredung in Collationen vnnd sonsten_ auffgefasset/ vnd in ein Ordnung gebracht ... ut non dubitemus, quin libellus iste, quanquam nec doctus est nec elaboratus, tamen utilis futurus sit & lectu jucundus.“
Die Abfassung der Sammlung fällt noch in das 16. Jahrh., und zwar in die siebenziger und achtziger Jahre desselben; denn Pol. Leiser[B] in seiner Dedication erwähnt (Bl.):(5^a), daſs er „_mehr denn vor zehen Jahren_... gesehen/ das... Petri sein vielgeliebter Gefatter... diese Alte Teutsche Sprichwoͤrter vnd artige kurtze sinnreiche Spruͤche zusammen geschrieben/ vnd zu dem Drucke verfertiget hatte.“
Die Sammlung zerfällt, wie schon Eingangs erwähnt, in drei Theile, von welchen der erste (59 Bll.) von minderem Werthe ist, weil er etwa zur Hälfte nur versificierte oder umschriebene biblische Sentenzen liefert, der dritte (8⅔ Bll:) quantitativ die wenigsten Sprüche enthält und der zweite (428½ Bll.) das Hauptwerk bildet. Der Inhalt eines jeden Theiles folgt zwar dem Anscheine nach in alphabetischer Ordnung, diese ist aber in Wirklichkeit eine höchst oberflächliche und illusorische und verringert für den Forscher den Werth des Buches. Der Verfasser hat sich nämlich begnügt, sämmtliche Sprüche nur nach ihren /Anfangsworten/ zusammenzustellen, wodurch die meisten Artikel zu einer unübersehbaren Voluminosität angeschwollen sind. So umfassen die Anfangsworte „Der“ (I. Th.) 167 und (II. Th.) 824 Sprichwörter; „Die“ (I. Th.) 79 und (II. Th.) 709; „Das“ (I. Th.) 77 und (II. Th.) 378; „Es“ (I. Th.) 97, (II. Th.) 1368 und (III. Th.) 17; „Geld“ (II. Th.) 129; „Gott“ (I. Th.) 217, (II. Th.) 169 und (III. Th.) 6; „Im“ (In, Ins) (I. Th.) 46, (II. Th.) 173 und (III. Th.) 4; „Man“ (I. Th.) 18, (II. Th.) 93 und (III. Th.) 15; „Narren“ (II. Th.) 129; „Was“ (I. Th.) 74 und (II. Th.) 599; „Wenn“ (Wenns) (II. Th.) 796; „Wer“ (Wers) (I. Th.) 219, (II. Th.) 2102 und (III. Th.) 32 u. s. w. Aber auch diese Ordnung wird nicht consequent durchgeführt, da sie nicht selten durch ungehörige Einschiebsel unterbrochen ist; so müssen z. B. mitten in „Auff“ (II. Th. 79 Spr.) /Auffgeschoben/, /Auffrecht/, /Auffrichtigkeit/, in „Es“ /Esel/, /Essig/, /Esse ich/ etc., in „Den“ /Dencken/ aufgesucht werden. Der Schluſs des zweiten Theiles bringt auſserdem nach dem Worte „Zwo“ (Bl. ~Oooiij~^a-~Pppviij~^b) noch eine neue von ~A~-~Z~ reichende ähnlich geordnete Zusammenstellung. Durch diese höchst primitive Anordnung wird das Aufsuchen eines Spruches und dessen Vergleichung in anderen Sammlungen sehr erschwert und ist schlieſslich oft eine ganz vergebliche.
Der /erste/ Theil beginnt (Bl. ~A~^a) mit dem Spruche: „Abgoͤtterey ist Gottes gespey/ | Vnd bringet Jamer mancherley“, der letzte (Bl. ~Hiij~^b) lautet: „Zwey ding weiſs ich. Ein armer Suͤnder bin ich. | Gott ist Barmhertzig/ Das eine bekenne ich/ | Das ander glaub ich/ | Gott ist mir Suͤnder gnedig“. Die Sprüche des /zweiten/ Theiles beginnen sogleich auf der Titel-Rückseite (Bl. ~Hiiij~^b) mit dem ersten: „Abbruch der Muͤntze thut vns lehren/ | Wie sich die Welt hendel verkehren“ und schlieſsen (Bl. ~Pppviij~^b) mit: „Zween thun mehr denn einer/ wenn sie auch das Brot | bettlen solten“, denen sich noch (vergl. oben) die sanitätlichen und calendarischen Mittheilungen anschlieſsen, welche nichts Sprichwörtliches enthalten. Der erste Spruch des /dritten/ Theiles lautet (Bl. ~Rrriiij~^b): „Ade Tugend/ hab ich Geld/ so bin ich lieb“ und der letzte (Bl. Sss4^a): „Zween Finger auffheben ist leichter/ denn ein Spaden voll Erde“. Der „APPENDIX“ beginnt (Bl. Sss4^b): „Alte Leut gehen alle Tage auff Grabes Bort“ und schlieſst, und zugleich die ganze Sammlung, mit:
Hettstu geschwiegen vnd gedacht/ So hett man dich fuͤr witzig geacht.
Eine Erklärung der Sprichwörter findet nur selten (im Ganzen 85mal) und dann nur in wenigen Worten statt; z. B. (Bl.~ Qij~^a): „Die Deutschen trincken des Abends den Wein/ am Morgen die Hefen/ /Das ist der Brantewein/“, oder (Bl. ~Qiij~^a): „Die faulen ruͤche/ geben die gute schluͤche/ /Sprechen die Ferber/“, oder (Bl. ~Sv~^a): „Eilff und sieben/ | Wo ist mein Gut geblieben? /so klagen die Spieler/“ -- weil, wie der Verfasser glaubt (Bl. (?)~iiij~^a) „die Spruͤche vnd die Lehr aus denselbigen ohn Erklerung auch dem gemeinen Man bekant sind.“ Es mochte allerdings diese Regel und in den meisten Fällen für jene Zeiten ihre Gültigkeit haben; uns Epigonen aber ist, wie so manches Sprichwort der Altvordern, so auch das Verständniſs vieler, besonders sprichwörtlicher Redensarten[CX] abhanden gekommen und wir vermissen auch hier nicht selten und ungerne eine Erläuterung; vgl. „Anken hilfft dem Krancken nicht“ (Bl. ~Iiiij~^a); „Ein alter Man mauset gemainiglich einem andern einen Sperber fuͤr“ (Bl. ~Svj~^a); „Sie muͤgen zuͤrnen/ biſs die grawen Roͤcke vorgehen/ die ohn vrsach zuͤrnen“ (Bl. ~Ss~^a); „Von Seelen/ Engeln vnnd Fischen ist nicht gut predigen“ (Bl. ~Sssij~^a); „Gegen den Abend gehen die Fische“ (Bl. ~Eevj~^b); „Leufft Heintz so kompt Cuntz wider: Wen aber Heintz Cuntzen sagt/ wie es jhm gangen sey/ so bleibt Cuntz mit Heintzen aus“ (Bl. ~Mmvj~^a) „Sanct Linhart gibt sein Eisen niemand/ es steles jhm den ein Dieb“ (Bl. ~Rriiij~^b -- Bauernregel?); „Lieffland/ Blieffland“ (Bl. ~Mmvij~^b) u. a. m. Den Spruch (Bl. ~Sssij~^a): „Wachse Ertz/ wachse/ ob man schon nicht nasse Fluͤsse zusetzt“ erklärt Peters: „/Ist boͤser Bergleut Sprichwort/ vnd boͤser Brauch/“. Ein uralter Volksspruch steht auf Bl. ~Bbiij~^b: „Wenn der weisse Reuter helt fuͤrm Holtz/ so ist gewiss der Sommer fuͤrhanden/ /Ist der Dornbusch in seiner weissen Bluͤet/“. Lateinischer Sprüche bedient sich Peters äuſserst sparsam, und dann stehen sie in Verbindung mit einem deutschen zu dessen Illustrierung, wie: „Der kiefel ist der alten Schutz/ Viro seni maxillae baculus“ (Bl. ~Oiiij~^a). /Apologische/ Sprüche fehlen gänzlich, und es bleibt, ungeachtet seiner in der Vorrede ausgesprochenen Ansichten über Spruch und Sprichwort, zu verwundern, daſs Peters nicht einen einzigen dieser hübschen Sprüche, welche bekanntlich /Neander’s/, seines Lehrers, Sammlung so werthvoll und anziehend machen, in die seinige aufgenommen hat. Die Zahl der /niederdeutschen/ Sprichwörter beläuft sich auf 24; sie sind stets durch gröſseren Druck ausgezeichnet und gehören meistens zu den seltneren. Als Probe und Charakteristik mögen dieselben nebst der doppelten Anzahl hochdeutscher in nächster Nummer folgen.
(Schluſs folgt.)
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Von /theologischen/ Schriften des 16. Jahrh. und den ersten Jahren des 17. enthalten beispielsweise: /Geiler von Kaisersberg’s/ Werke gegen 2000 Sprichwörter, sprichw. Redensarten und Vergleiche (Predigten über d. Narrensch. 231); /Luther’s/ deutsche Werke (Jena, 1575. XI Voll. Fol.): Kirchenpost. 397, Hauspost. 234, Colloquia 831... in Summa 4158; /Matthesius/, Sarepta 468, Postilla 603, Syrach 1396; /Casp. Huberinus/, Erkler. des Jes. Syrach (1569) 739; die Postillen des Pauli (1572) 238, M. /Chemnitius/ 85, /Val. Herberger/ (Hertz Post.) 1487; das /Theatrum Diabolorum/ (1575) 676; /Dieterich/, Buch d. Weiſsheyt 706; H. /Leuchter/, Prediger Salomo (1603) 69; M. /Vischer/, Auſsleg, d. Catechismi (1573) 491; /Christoff. Fischer/, Ausleg, d. Psalters (1590) 684. -- Ich beschränke mich auf diese wenigen und lasse anderweitige Schriften jener Zeit und des 17. Jahrh. (Satiren, Facetien, Wörterbücher, Chroniken, Stammbücher, Praktiken und Kalender etc.), welche leider und zum gröſsten Theile den Sammlern deutscher Sprichwörter bislang eine völlige terra incognita geblieben, oder doch nur in sehr getrübten Quellen bekannt geworden sind, ungenannt. Aber es mag dies wol genügen, um anzudeuten, welche Schätze hier noch vergraben liegen, und um jeden Freund unserer Sprache, dem Beruf, Neigung oder Muſse gegeben ist, zu ermuntern, das Seinige zur Hebung dieser Schätze beizutragen und so den Aufbau eines erschöpfenden, auf /chronologischer/ Grundlage ruhenden nationalen Sprichwörter-Lexicons, eines Corpus Proverbiorum Germanicorum ermöglichen zu helfen.]
[Fußnote B: /Policarpus Leiser/ war 1588 Superintendent zu Braunschweig; geb. 1552, † 1610 als Oberhofprediger zu Dresden.]
[Fußnote C: Z. B.: Den Abt reiten lassen. -- Das sind böhmische Dörfer; (keineswegs aus oder nach den Religionskriegen; schon bei G. /Rollenhagen/, Froschmevseler. Magdeb., 1621. 8. Bl. ~N~^a. Erster Druck: 1595. 8.) -- Das geht über das Bohnenlied! (schon im 15. Jahrhundert. Vergl. /Adalb. v. Keller/, Fastnachtspiele. Stuttg., 1853. 8. II, 845). -- Auf einem fahlen Pferde ertappt werden. -- Der ie genante der ie genas. /Boner/ (Benecke) XVI, 28. G. Amur, 1985[?]. -- /Das hat geschellt bei Durlach!/ (Pfälz. Redensart.) -- Da liegt der Hund begraben! („Da ligt der Hund“ -- „vnd klopfft auff seine daschen.“ /Hans Sachs./ Nürnberg, 1579. V, CCCXCIX^1. „Da ligt der Hund begraben.“ G. /Rollenhagen/, a. a. O. Bl. ~Aaiij~^a; „Hie liegt der Poet begraben. Hic situs est vates.“ /Gürtleri/, Lexicon. Basil., 1731. 8. situs). -- Am Hungertuche nagen („neen am hungertuch Vnd müssen halben Sack zuͦbinden“). H. /Sachs/, Nürnb., 1558. I. Bl. 575^2; „das Hungertuch aufhengen“. /Val. Herberger/, Magn. Dei. Leipzig, 1605. I. 257. 267; „ins Hungerland ziehen“, id. Hertz Post., 1612, I, 305; „das Hungertuch, welches am Aschermittwoche gebraucht wurde, am Charfreitag zu Abend herablassen.“ W. /Linck/, Sermones. Altenb., 1523. 4. bei /Vulpius/, Curiosit. Weimar, 1811. 8. II, 477. „Velum jejunii“ schon im 13. Jahrh. cf. /Haltans/, gloss. (Leipzig, 1758) 981. -- Einen Korb erhalten (= „durch den Korb fallen“. /Tschudi/, chron. lib. IV, p. 188 ad ann. 1282.
„Doch wenn er meint am vesten steh/ Nemt sie ein andern zu der Eh/ Als denn so ist er vor jn allen Gantz spotweiſs durch den Korb gefallen/ Vnd thut jedermann von jm sagen/ Der buler hat die Weiſs geschlagen.“
H. /Sachs/, 1579. V. CCCXCVII^1. „Und ich durch den Korb gefallen bin“. /Jak. Ayrer/, Spieg. weibl. Zucht, um 1600, bei /Tieck/, deutsch. Theater I, 275. 290. Die Redensart bei H. Sachs stets vom männlichen Geschlechte; vom weiblichen dagegen: „Durch das Sieb fallen“, a. a. O. CCCXCVII^2.)]
Die Landrichter zu Sulzbach im 14. und 15. Jahrhundert.
Mitgetheilt von /Leonh. Platzer/, k. Landrichter, zu Sulzbach.
(Fortsetzung.)
Damit ich aber wider auf Hannsen von Abensperg Landrichtern zu Sulzbach komme, ist derselbe Hrn. Ulrichen 3. von Abensperg Sohn gewesen, hat 5 Brüder gehabt, unter welchen Dietrich Bischoff zu Regenspurg worden und Anno 1383 gestorben[11]; seine Mutter[12] ist eine von Gundelfingen gewesen. Anno 1369 war obgemelter Hr. Hanns von Abensperg Herzog Fridrichs in Niderbeyern Hoffmeister, in grossen ansehen, anno 1371 Ist Er pfleger von Vohburg worden, das folgende Jahr Haubtmann über den Landfriden in ober Beyern, aõ 1376 war er Vizedom in ober Beyern, und anno 1384 Landrichter und Statthalter zu Sulzbach, hats aber nur ein Jahr verwaltet. Anno 1392 hat er den Turnir...[13]. 1397 ligt zu Rohr in der Capellen, so Er gestifftet, begraben unter einen erhabenen Stein, darauf stehet, das Er 1400 gestorben sey. Seine Frau war Agnes von Lichtenstein aus Österreich, welches Geschlecht zu unseren Zeiten zum fürstlichen Stand erhoben worden. Die hat ihm geboren 5 Söhn, Jobst, Bernhard, Ulrich, Wilhelm, Gorgen und 4 Töchter. Jobst Zeuget Hannsen v. Abensperg[14]). Hanns zeuget Nicolaum den letzten dieses Geschlechts, welcher Anno 1485 von Herzog Christoph aus Beyern Jemmerlich ist erstochen worden. Nach seinem Tod ist die Herrschafft abensperg an Herzog Albertum in Beyern gefallen, der die nechsten freund mit einen Stück gelts von Abensperg hat genzlich abgewiesen.
9. Johanni von Abensperg succedirt in die Pfleg Sulzbach /Conrad Truchses/ von Holnstein[15].
10. /Heinrich Kemmather/ Pfleger zu Sulzbach 1390[16].
11. /Jacob Rammelsteiner/, 1394[17]. Die Ramelsteiner sind auch ein uralt adelich geschlecht, den im Tradition Buch zu Regenspurg bey St. Emmeram wird eines Rammelsteiners Rudiger gedacht, so gelebt ums Jahr 1070[18]. Es wird ihr auch im beyerschen Turnirbuch gedacht,
Es kamen auch mit guten Fug Die Rammelsteiner von den Lug[19].
Lug ist ein schlos, ligt ienhalt[20] der Laber in der Pfalz oder Nortgau[21].
12. Anno 1395 /Eberhart Schweppermann/ Landrichter zu Sulzbach, vielleicht ein nepos Seyfried Schweppermans so anno 1337 mit Dot abgangen[22].
13. /Hans von Wolfsstein/ eques auratus ums Jahr 1399[23]; dieſs Geschlecht sind hernach zur freiherrlichen dignität erhoben Worden, so noch heut unweit Neumark ihr residenz haben, schreiben sich Freiherrn von Birbaum u. Wolfstein.
14. Anno 1405 /Altmann Kemnather/.
15. /Wilhelm von Wolfstein/, 1417[24].
16. /Herman von Wolfstein/ Ritter 1432[25].
17. /Martin von Wiltenstein/[26] starb zu Nürnberg in der Charwochen 1466.
18. /Hartung Eggloffsteiner/ hat sich von Bernfels geschrieben ist Landtrichter zu Sulzbach worden, 1437[27].
19. Anno 1453 Herr /Hans von Stauffen/[28], sein Hausfrau ist gewesen Margaretha ein Schenkin von Geyern. Sie verkauffen sammt Wilhelm Schenken das oberschlos Truchtling sammt den halben Mark denen von Pappenheim[29]. Dieser Hans von Stauffen ist[30] 1469 Vicedom in Niderbeyern worden.
20. /Wilhelm Paulsdorffer/ ward Landrichter zu Sulzbach 1458. Dieses adelich geschlecht hat sich von Kührn und Tenasberg[31] geschriben. Kührn ist ein hochschlos nicht weit von Regenspurg welches die Paulsdorffer kauflich an sich gebracht circa 1394, und hat dieses Schloſs Kührn zu Regenspurg vil freyheiten gehabt, unter anderen das man ein iede edle Frau von Kührn alle 14 teg wen sie es begehret, in einem Kobel Wagen mit 4 pferdten zu Kirchen nach Regenspurg hat müssen holen. Das Messerschmidhandwerk zu Regenspurg empfahet durch den eltesten meister des Handwerkes das Lehen vom Inhaber des Schloses Kührn, und ist schuldig, das Er einen grossen Wezstein in seinen Laden muſs aufhengen und einen ieden in Paulsdorffers namen so es begert, sein Messer wezen umsonst[32]. Der Paulsdorfer Begräbniſs ist zu Regenspurg bei den baarfüssern in Capitelhaus, dessen gottes Haus sie Vogtherrn gewesen[33].
(Schluſs folgt.)
FUSSNOTEN:
[Fußnote 11: Hat wol gehauset und zu dem Stifft Stauf, Auting, Eglofsheim wieder gelöset. _G. M._]
[Fußnote 12: Elisabeth. _G. M._]
[Fußnote 13: mangelhaft! -- „den Tournier, zu Schaffhausen gehalten, besucht, ist verstorben A. 1397“ -- _so bei G. M._]
[Fußnote 14: Die folgenden 7 Worte von „Hans“ bis zu „Geschlechtes“ fehlen bei _G. M._]
[Fußnote 15: Ist vielleicht aus den Posteris Heinrich Truchseſs des ersten Bayerischen Pflegers zu Sulzbach gewesen, ich finde sonst von diesem Geschlechte nichts. _Zusatz bei G. M._]
[Fußnote 16: Ums Jahr Christi 1390. _G. M._]
[Fußnote 17: Ums Jahr Christi 1394. _G. M._]
[Fußnote 18: 1270. _G. M._]
[Fußnote 19: von der Lug. _G. M._]
[Fußnote 20: wol „jenhalb“ zu lesen; -- jenseit. _G. M._]
[Fußnote 21: Dieser Jacob von Rammelstein schrieb sich von Loch, einen Hofmeister, der ohn einen der Letzte dieses Geschlechts. Vid. Hund. -- Sebastian Rammelsteiner von Loch und Eichhofen A. 1566 von einem Burger von Regenspurg, Steyerer genannt, vor der Stadt erschossen, verlieſs einen Sohn Wolf Heinrich genannt. _G. M._]
[Fußnote 22: Ein erfahrner alter Kriegsmann, der seinen Herrn Ludovico Bavaro einen herrlich Sieg erhalten. Davon oben im ersten Theil. _G. M._]
[Fußnote 23: Ein Sohn Alberti so verstorben A. 1356, hat einen Bruder gehabt Ehrenfried von Wolfstein, welcher Engeltraut, Wolfgangi von Lichau Tochter gehabt. _G. M._]
[Fußnote 24: Ritter und Landrichter zu Sulzbach, ist Gottfried’s Sohn gewesen, hat den Tournier zu Schafhausen besuchet A. 1392, hatte zur Gemahlin eine Grävin von Weisenhorn gehabt, Ehrntraudt, hat einen Sohn gezeuget, Friderichen. Gubernirt ums Jahr 1417. _G. M._]
[Fußnote 25: circa annum 1420. _G. M._ -- Auf diesen Hermann von Wolfstein folgt bei _G. M._ unter Nr. 17: „Eberhard Mistelbeck, circa annum 1426“ und erst auf diesen als Nr. 18: Martin von Wildenstein, so daſs alle folgenden Nummern bei _G. M._ um eins höher stehen.]
[Fußnote 26: Dieser Wildenstein hat im Closter Gnadenstrich eine schöne Stifftung gethan, welche seine Söhne gebessert, deren 2 daselbst begraben liegen. _G. M._]
[Fußnote 27: Ist sonst ein uralt adelich Geschlecht, so noch zu unsern Zeiten in gutem Esse. _G. M._]
[Fußnote 28: Hanns (vel Hartung) von Stauffen. _G. M._]
[Fußnote 29: welches Schloſs und Herrschafft sie noch in Possession haben. _G. M._]
[Fußnote 30: bey den Herzogen in Bayern in gruſsem Ansehen gewesen und... _G. M._]
[Fußnote 31: Tennersberg. _G. M._]
[Fußnote 32: sein Messer umsonst wezzen lassen muſs. _G. M._]
[Fußnote 33: Hr. Friedrich von Paulsdorff, Wittwe (so! -- wol „Ritter“ zu lesen), ist auf dem ersten Turnier zu Magdeburg A. 936. Muſs demnach ein sehr alt Geschlecht gewesen seyn. A. 1334 starb Heinrich Paulsdorffer’s Gemahl, Beatrix genannt, Landgrav Vlrichen von Leuchtenberg Tochter. Dieses Wilhelmi Landrichters zu Sulzbach Vatter ist gewesen auch Wilhelm, Pfleger zu Floſs, A. 1423. Wilhelm der Sohn hat zum Weib gehabt Margaretham von Eck, welche gestorben 1495, liegt zu Regensburg begraben; er ist gestorben a. 1467. _G. M._]
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. Sebald’sche Buchdruckerei.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1866. Nº 11. November.
Chronik des germanischen Museums.
/Nürnberg/, 15. November 1866.
Wie wir im vorigen Monat in unserer Chronik ausschlieſslich der Conferenz des Gesammtverwaltungsausschusses gedacht, so haben wir diesmal fast nur von den Geschenken zu berichten, die theils eingelaufen, theils in Aussicht gestellt worden sind.
Als das wesentlichste und prinzipiell wichtigste bezeichnen wir eine in Folge Anordnung Sr. königl. Hoheit des Groſsherzogs von /Mecklenburg-Schwerin/, Höchstdessen unsere Chroniken wiederholt zu gedenken hatten, uns zugekommene Sendung von Doubletten mittelalterlicher Münzen aus dem groſsh. Münzkabinete in Schwerin. Wir geben uns der Hoffnung hin, daſs die Ablassung von Doubletten aus Staatssammlungen, auf die das Museum bei seiner Gründung gerechnet, und deren es schon manchmal erhalten hat, bald in gröſserem Umfange geschehen werde. Wir sehen darin eine eben so bedeutende Unterstützung, als uns damit auch eine Anerkennung unserer Strebungen und ein Sporn zum Fortschreiten gegeben ist.
Nicht minder freudig und dankbar haben wir ein kostbares Geschenk empfangen, das Se. kaiserl. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog /Wilhelm von Österreich/, Hoch- und Deutschmeister, dem Museum Namens des deutschen Ritterordens übergeben hat, nämlich ein Exemplar des im Auftrage Sr. kaiserl. Hoheit von B. Dudik herausgegebenen Prachtwerkes: „/Die Kleinodien des deutschen Ritterordens/“, welches in höchst gelungenen Photographieen die kostbaren Werke der Schatzkammer des Ordens zu Wien dem kunstsinnigen und gelehrten Publikum vorführt und in eingehender Weise erläutert.
Eine groſsartige Bereicherung der Sammlung und zugleich eine Verschönerung der Karthause ist uns durch den Wasserbaudirektor Herrn /Hennoch/, Ehrenbürger der Stadt Plauen, versprochen worden: -- ein Bleiabguſs des schönen Brunnens auf dem Marktplatze zu Braunschweig, welcher in dem vom kleinen Kreuzgange eingeschlossenen Höfchen aufgestellt werden soll. -- Herrn Banquier P. /Kahle/ in Berlin sind wir für Überlassung einer groſsen Anzahl kleiner Münzen aus neuerer Zeit Dank schuldig.
Durch die schon früher erwähnten Geldgeschenke des Herrn Landgerichtsassessors /v. Cuny/ in Cöln war das Museum in der Lage, auf der Auction des Heideloff’schen Nachlasses ein interessantes geschnitztes hölzernes Kästchen aus dem 15. Jhdt. zu erwerben; ebenso für die Kupferstichsammlung ein Blatt von Martin Schön -- das Rauchfaſs --, ferner einige interessante Kleinigkeiten. Jede derartige Erwerbung, zu welcher die schmalen Mittel des german. Museums so selten ausreichen, ist nicht blos ein einfacher Gewinn für Deutschland, dessen gemeinsames Eigenthum die Sache wird, -- es ist ein doppelter, da gerade Nürnberg in neuerer Zeit der Mittelpunkt des deutschen Alterthumshandels geworden ist, von wo aus noch immer alle kostbaren Stücke, die in der Regel ihres hohen Preises wegen nicht für Deutschland erhalten werden können, nach Frankreich, England oder Ruſsland wandern.
So gelang es erst jetzt wieder nur den vereinten Anstrengungen einiger Kunstfreunde, zwei werthvolle Kunstschätze für Deutschland zu erhalten, von denen wol in nächster Chronik ausführliche Meldung geschehen kann.
Wir muſsten in voriger Chronik erwähnen, daſs in Folge des Beschlusses des Verwaltungsausschusses aus finanziellen Rücksichten einige Beamte aus dem Museum ausscheiden würden. Wir haben nun den Rücktritt des I. Sekretärs, Herrn Dr. /J. R. Erbstein/, des Kassiers, Herrn /Keiner/, des Conservators der Kunstsammlung, Herrn Dr. /A. Erbstein/, des Kunstsammlungsgehülfen, Herrn /A. Rück/, des Archivgehülfen, Herrn /Chrn. Handschuch/, und des Bibliothekgehülfen, Herrn /J. Priem/, zu melden.
Noch immer machen sich auf finanziellem Gebiete die Nachwirkungen der Ereignisse des verflossenen Sommers in bedauerlicher Weise geltend, und wir stellen hiemit an unsere sämmtlichen verehrten Pfleger das Ersuchen, doch gefälligst bald an Einsendung der rückständigen Beiträge denken zu wollen, nachdem wir jetzt schon nur durch freundliches Eintreten des Mitgliedes unseres Verwaltungsausschusses, Herrn /Zeltner/, in der Lage waren, unsern Verpflichtungen nachzukommen.
Einer finanziellen Beihülfe, die wir sehr hoch anschlagen, haben wir noch mit besonderem Danke zu erwähnen. Herr Professor Dr. /Wattenbach/ in Heidelberg hat dem Museum 100 Exemplare seines Schriftchens „/Beiträge zur lateinischen Paläographie/“ (Heidelberg, 1866. 4.) mit der Bestimmung überlassen, das Exemplar zu 10 Sgr. zu Gunsten des Museums zu verkaufen. Wir verweisen hinsichtlich dieses gediegenen Schriftchens auf das Inserat am Schlusse des Blattes und eine demnächst folgende Besprechung desselben.
Neue Beiträge wurden während der letzten vier Wochen folgende gezeichnet:
Von =Privaten=: /Arnsberg/: Pastor Bertelsmann 1 fl. (einm.); /Hersbruck/: Dr. Ernst Degen, prakt. Arzt, 1 fl., Adalbert Steinlein, kgl. Notar, 1 fl.; /Michelstadt/: Landesgerichtsassessor Faustmann 1 fl., Gebrüder d’Orville jun. 1 fl., Realschule (/Direktor Berber/) 1 fl.; /Nordhausen/: Banquier Fränkel 1 fl. 45 kr.; /Nürnberg/: Kaufmann Th. Lammers 1 fl. 30 kr., Kaufmann Gottlieb Port 1 fl.; /Sulzkirchen/: Pfarrer Reichold 1 fl.; /Wien/: Joh. Klein, k. k. Prof. und Historienmaler, 5 fl., Professor Friedr. Schmidt, k. k. Oberbaurath und Dombaumeister, 10 fl.
Während des letzten Monats giengen unsern Sammlungen auſserdem, wie wir hiemit dankend bestätigen, folgende Geschenke zu:
I. Für das Archiv.
=v. Cuny=, Landgerichtsassessor, in Cöln:
3358. Bestätigungsbrief des K. Ferdinand II. über die Steinmetzenordnung zu Straſsburg, Frankfurt etc. 1621. Pgm.-Abschr.
3359. Abgangszeugniſs des Lucas Beekmann, Rektors der Universität Heidelberg, für Gg. Öberlin v. Spitz in Oesterreich. 1609. Pap.
=Frau Hütter= in Nürnberg:
3360. Dekret des Herzogs Karl August von Sachsen an die fürstl. Kammer zu Weimar. 1795. Pap.
=Pini=, Stadtrichter, in Braunschweig:
3361. Schreiben des Bisch. Heinrich v. Halberstadt an die Aebtissin zu Gandersheim. 1610. Pap.
3362. Mahnbrief des Herzogs Friedrich Ulrich v. Braunschweig an das Capitel zu Gandersheim. 1628. Pap.
3363. Schreiben der Aebtissin Auguste v. Gandersheim an den reg. Herzog v. Braunschweig. 1792. Pap.
3364. 55 Stück Autographen von braunschweigischen Herzogen und von Aebtissinnen zu Gandersheim. 17. u. 18. Jhdt. Pap.
=Dr. Hugo Lörsch=, Privatdocent der Rechte, in Bonn:
3365. Kaufbrief des Ulrich Gotz von Heymerſsheim und Consorten über eine Wiese zu Mauchenheim. 1417. Pgm.
3366. Ablaſsbrief des Papsts Martin V. bei Gelegenheit der Fronleichnamsfeier. 1429. Pgm.
3367. Tagfahrt des Hans von Sorgenloch, gen. Genſsefleyſs, Richters zu Mainz, für Andreas Undenheim wegen eines Hauses. 1503. Pgm.
3368. Eheberedung zwischen Ulrich Isenkremer und der Wittwe Kunigunde Kuch. 1505. Pgm.
3369. Kaufbrief des Convents des Klosters Dalheim für den Bierbrauer Christian Oehlig zu Mainz. 1660. Pgm.
=Dr. Ludw. Chrn. Matthias=, Direktor der Taubstummenanstalt in Friedberg:
3370. 22 Stück Autographen, gröſstentheils von Professoren der Universität Heidelberg, aus dem Anfang des 19. Jhdt. Pap.
II. Für die Bibliothek.
=Anton Emmert= in Riva:
20,231. Pinamonti, Trento, sue vicinanze, industria, commercio e costumi de’ Trentini. 1836. 8.
=Konrad Pasch=, Gymnasiallehrer, in Cilli:
20,232. Zolgar, de M. Tullio Cicerone proconsule in Cilicia. 1866. 4. Progr.
=Dr. Ludw. Chrn. Matthias=, Direktor der Taubstummenanstalt in Friedberg:
20,233. Augustinus, de civitate Dei. 1486. 4.
=Dr. Chr. Fr. Walther=, k. russ. Staatsrath u. Oberbibliothekar, in Petersburg:
20,234-20,245. Ders., 10 latein. u. 1 deutsches Gelegenheitsgedicht. 1851-65. 4. u. 8.
=Universität= zu Leipzig:
20,246. Wuttke, accessiones ad codicem diplomaticum qui continetur libro „Städtebuch des Landes Posen.“ 1866. 4. Progr.
20,247. Schmidt, symbolae ad vitam Gregorii Haloandri. 1866. 4. Progr.
=Julius Niedner=, Verlagshandl., in Wiesbaden:
20,248. Heppe, Entstehung, Kämpfe und Untergang evangel. Gemeinden in Deutschland; I. 1862. 8.
20,249. Althaus, achtzehn Vorlesungen über Reformationsgeschichte. 1863. 8.
20,250. Hundeshagen, Beiträge zur Kirchenverfassungsgeschichte u. Kirchenpolitik, insbesond. d. Protestantismus; I. Bd. 1864. 8.
=Dr. H. F. Maſsmann=, Univers.-Professor, in Berlin:
20,251. Kirchen-Gebeth in Böhmen. Pap.-Hs. v. 1756. 1 Bl. 4.
=F. Winckler=, Sanitäts-Chemiker, in Berlin:
20,252. Ders., dringliche Petition an den h. Landtag der preuſs. Monarchie etc. 1866. 8.
=Direktion der k. Hof- u. Staatsbibliothek= in München:
20,253. Catalogus codicum manu scriptorum bibliothecae regiae Monacensis; tom. V et VI (codicum germanicor. p. I et II). 1866. 8.
=Direktion des groſsherzogl. Gymnasiums= in Donaueschingen:
20,254. Programm etc. vom Jahre 1865-66. 8.
20,255. Kappes, zur Erklärung von Virgil’s Aeneide. 1866. 8.
=J. F. Rietsch=, Verlagshandlung, in Landshut:
20,256. Künſsberg-Thurnau, Kriegsgeschichten, Reisen u. Dichtungen aus den hinterlassenen Papieren des Freih. v. Hallberg-Broich. 1862. 8.
=Historischer Verein für Niederbayern= in Landshut:
20,257. Ders., Verhandlungen; XII. Bd. 1. H. 1866. 8.
=Universität Freiburg i. Br.=:
20,258-20,267. Zehn akadem. Schriften vermischten Inhalts a. d. J. 1865-66. 4. u. 8.
=Dr. F. Regelsberger=, Professor, in Zürich:
20,268. Neujahrsblätter der Stadtbibliothek in Zürich, Jhg. 1647-49, 1654, 1674-77, 1683, 1686-1711, 1716, 1719-27 u. 1759-1866. qu. 2. u. 4.
20,269. Neujahrsgeschenk ab dem Musiksaal an die Zürcher’sche Jugend; Jhg. 1778-1812. qu. 2. u. 4.
20,270. Neujahrsblätter d. Musikgesellschaft auf der deutschen Schule; 1713-1812. 4. u. qu. 4.
20,271. Neujahrsblätter der Gesellschaft der Gelehrten auf der Chorherrenstube; 1779-1812, 1814-18, 1820-36. 4.
20,272. Neujahrsblätter zum Besten des Waisenhauses in Zürich; 1837-65. 4.
20,273. Neujahrsblätter der Gesellschaft zum Schwarzen Garten in Zürich; 1786-98, 1804-8, 1810, 1812, 1813, 1815-32. 4.
20,274. Neujahrsblätter der naturforschenden Gesellschaft in Zürich; 1799-1866. 4.
20,275. Neujahrsblätter der zürcher. Hülfsgesellschaft; 1801-65. 4.
20,276. Neujahrsstücke der Künstlergesellschaft in Zürich; 1805-40, 1842, 1854, 1861. 4.
20,277. Neujabrsblätter der Feuerwerker-Gesellschaft in Zürich; 1806-49, 1852, 1858, 1860-65. 4.
20,278. Neujahrsgeschenke der allgem. Musik-Gesellschaft in Zürich; 1813-65. 4.
20,279. Thurgauische Neujahrblätter; 1828-36. 4.
20,280. Mittheilungen der zürcherischen Gesellschaft f. vaterländ. Alterthümer; I, II und XXIV. 1837, 38 und 65. 4.
20,281. Siegfried, die beiden Scheuchzer. 8. Sonderabdr.
20,282. Siegfried, die wichtigsten Momente aus der Geschichte der naturforschenden Gesellschaft in Zürich. 1846. 4.
20,283. Siegfried, Geschichte der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft. 1865. 4.
20,284. Verhandlungen der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft. 1864. 8.
=Verlag der Frauenzeitung= in Stuttgart:
20,285. Kirchenschmuck etc. Bd. XX, 1. 1866. 8.
=Anton Kutschera= in Weitz (Steiermark):
20,286. Ders., Geschichte der Vorzeit aus Denkmalen; V. 16.
=Dr. Jos. Bender=, Oberlehrer am Lyceum in Braunsberg:
20,287. Ders., de Henrico episcopo Warmiensi, qui fuit ante Anselmum, commentatio. 1866. 4.
III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.
=Dr. C. L. Grotefend=, Archivrath, in Hannover:
5175. Denar des Bisthums Osnabrück vom 13. Jhdt.
=A. Radefeld=, Diakonus, in Hildburghausen:
5176. Silbermünze von König Philipp II. von Spanien.
5177. Desgl. von Graf Philipp Ernst von Mansfeld, 1623.
=Dr. E. Freih. v. Bibra= in Nürnberg:
5178. Amulet aus einem in Silber gefaſsten Seeigel.
=Martin=, Landrath, in Obersteinbach:
5179. Altes Hufeisen und Sporn, gefunden bei Neustadt a. d. A. im Virnsberger Haag.
5180. Turnose von König Philipp II. von Frankreich und Prager Groschen vom 14. Jhdt.
=B. Röſsler= in Garding:
5181. 6 Lackabdrücke von Siegeln der Stadt Garding.
5182. 12 ältere Silber- und 8 Kupfermünzen verschied. Gepräges.
=Magistrat der Stadt Cilli= in Steiermark:
5183. 6 Lack- u. Papierabdrücke v. Siegeln d. k. k. Kreisstadt Cilli.
=J. Zeltner=, Fabrikbesitzer, in Nürnberg:
5184. Stammbaum der Freiherren von Künſsberg, Druck.
=von Cuny=, Landgerichtsassessor, in Cöln:
5185. 3 Miniaturen auf Pergament, 12.-13. Jhdt.
5186. Das Rauchfaſs, Kupferstich von Martin Schön.
5187. Geschnitztes Holzkästchen, mit reichem gothischen Maſswerk verziert.
5188. Pergamentstreifen mit Gegeneinanderstellung von mehr als 70 in Europa gebrauchten Längenmaſsen, 16. Jhdt.
5189. Die Gewinnung des Alrauns, color. Federzeichnung, 16. Jhdt.
5190. 2 Pergamentblätter mit Costümfiguren in feiner Gouachemalerei, 17. Jhdt.
5191. Christus, im Sturme schlafend, und der Tritonsbrunnen, Radirungen von J. Ossenbeck.
=Dr. H. F. Maſsmann=, Universitätsprofessor, in Berlin:
5192. Nachbildung einer mit Reliefs verzierten Zinnschüssel vom 16. Jhdt., Eisen.
=Kahle=, Banquier, in Berlin:
5193. Sammlung von 170 Silber- und 1464 Kupfermünzen, 2 Bleimedaillen, 14 Jetons und 2 Wallfahrtszeichen.
=A. Herzer=, Kassecontroleur des german. Museums:
5194. Silbermünze der Julia Mesa.
=Groſsherzogl. Münzkabinet= in Schwerin:
5195. 22 Silberpfennige der Stadt Rostock und 11 dergl. der Stadt Gnoien aus dem Münzfunde von Schwisow.
5196. 8 mecklenburg. Silberbrakteaten vom 13. Jhdt.
5197. 3 Wismarer, 1 Lübecker u. 1 Hamburger Wittenpfennig v. 1379.
5198. 2 Rostocker Hohlmünzen von Kupfer, 1566.
=A. Hahn=, Kaufmann, in Halberstadt:
5199. Photographie nach 34 zusammengestellten Ofenkacheln vom 15.-17. Jhdt.
=Frhr. v. Bruck= in Graz:
5200. 18 Photographieen nach Holzschnitten von A. Dürer, Radirungen von Rembrandt, Ostade, Waterloo u. a.
=Pini=, Stadtrichter, in Braunschweig:
5201. 455 gröſstentheils braunschweigische und hannover’sche Fürsten-, Amts- u. a. Siegel vom 17. bis 19. Jhdt.
5202. 5 mit Holzschnitten verzierte Umschläge für Spielkarten. 18. Jhdt.
=Platzer=, kgl. Landrichter, in Sulzbach:
5203. 10 Silbermünzen verschiedenen Gepräges und 2 Pathenpfennige vom 17. Jhdt.
=Angerer=, k. Revierförster, in Sulzbach:
5204. Gehänge von 5 groſsen, eiförmigen und 1 kleinerem, runden Bronzeringe; Brustspange von Bronze in Gestalt eines Schwanes; profilierte und gravierte Thonurne und Bruchstücke von anderen solchen, -- sämmtlich im Peutenthal bei Sulzbach ausgegraben.
=H. Würth= in Leipheim:
5205. Papierabdruck eines alten Stadtsiegels.
=A. Essenwein=, I. Vorstand des german. Museums:
5206. 2 Küchenmodel von glasiertem Thon, 16. Jhdt.
=C. H. Beck=, Buchhandlung, in Nördlingen:
5207. Lithogr. Nachbildung des die Geschichte der Judith darstellenden Wandgemäldes von H. Schäufelein im Rathhause zu Nördlingen.
=L. Dorn=, Bäckermeister, in Hersbruck:
5208. Bruchstück eines Zimmerdurchzugs mit rabbinischer (?) Inschrift, 1495.
=Dr. H. Becker= in Dortmund:
5209. 10 ältere Kupfermünzen, 2 messingene Spielmarken und 1 Elberfelder Brodzeichen von 1817.
Chronik der historischen Vereine.
/Table générale du recueil des bulletins/ de la commission royale d’histoire de Belgique; rédigée par M. Ernest van Bruyssel, chef du bureau paléographique. (2me Série, Tome I à XII.) Bruxelles, 1865. 8.
/De lex Frisionum/, uitgegeven en toegelicht door Dr. Karl Freiherr von Richthofen, naar Pertz’ Monumenta Germaniae, bezorgd door het /Friesch Genootschap van Geschied-, Oudheid- en Taalkunde/, gevolgd door eene verhandeling over de zamenstelling van de lex Frisionum van Dr. B. J. Lintelo de Geer, Hoogleeraar te Utrecht. Te Leeuwarden, bij G. T. N. Suringar. 1866. 8.
(Zweiter Titel:) Lex Frisionum, edente Karolo libero barone de Richthofen, J. U. et Ph. Dr., repetita curis Societatis Frisiacae. Accedit recensio V. Cl. Baronis B. J. Lintelo de Geer. Leovardiae, G. T. N. Suringar. 1866.
/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale./ Herausgegeben unter der Leitung Seiner Excellenz des Präsidenten der k. k. Central-Commission Joseph Alexander Freiherrn von Helfert. Redakteur: Anton Ritter v. Perger. XI. Jahrgang. Mai-Juni. Wien, 1866. 4.
Maler und Malereien des Mittelalters im Salzburger Lande. Von Dr. J. Sighart. (Mit 3 Holzschnitten.) -- Die Krypta der St. Marcuskirche in Venedig. Aufgenommen und beschrieben von Karl König und Rudolph Schwengberger. (Mit einer Tafel und zwölf Holzschnitten.) -- Die Pfarrkirche St. Jacob in Niederöls, Arnauer Bezirks in Böhmen. (Mit zwei Holzschnitten und einer Tafel.) -- Mittelalterliche Eisenarbeiten in der Steiermark. (Mit 5 Holzschnitten.) -- Tyroler Malereien in Freising. -- Die heidnischen Gräber von Kojetitz in Böhmen. -- Ein alter Grabstein zu Katharein von Troppau. (Mit 1 Holzschnitt.) -- Besprechungen. -- Correspondenz: Ueber die Restauration der altgothischen Decanalkirche in Eger. -- Notizen.
/Mittheilungen der kaiserlich-königlichen geographischen Gesellschaft./ VIII. Jahrgang, 1864. Heft II. Redigiert von Franz Fötterle. Wien, 1864. gr. 8.
Skizzen aus der Zillerthaler Gebirgsgruppe. Von Dr. Anton von Ruthner. -- Zur Topographie der Herzogthümer Auschwitz und Zator.
/Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen./ Herausgegeben vom /historischen Vereine für Steiermark/. 3. Jahrgang. Gratz, 1866. Verlag des historischen Vereines. 8.
Ueber die beiden ältesten Todtenbücher des Benediktinerstiftes St. Lambrecht. Von Pangerl. -- Reisebericht über steiermärkische Geschichtsmaterialien in kärtnerischen Archiven. Von Zahn. -- Studien zur Geschichte des Klosters St. Lambrecht. II. Ueber die Zeit der Gründung und die Ausstattung des Klosters St. Lambrecht. Von Pangerl. -- Steierische Excerpte aus bair. Nekrologien. Von Zahn. -- Nachträge und Ergänzungen zu den „Vorarbeiten zur Quellenkunde und Geschichte des mittelalterlichen Landtagswesens der Steiermark.“ Von Krones. -- Styriaca aus dem Pestarchive zu Innsbruck. Von Bidermann. -- Literatur. -- Register.
/Album mittelalterlicher Kunstwerke aus Tirol./ Den deutschen Kunstvereinen gewidmet vom /christlichen Kunstvereine in Bozen/. (Promperger’sche Buch- und Antiquar-Handlung in Bozen. 1865.) gr. 2.
Inhalt des ersten Heftes: Blatt I und II. Die gothische Monstranze der Pfarrkirche von Bozen. -- Blatt III. Ein Rauchfaſs aus der Kirche von Montan. -- Blatt IV. Ein Meſsgewand und eine Stola aus dem Kloster Mariaberg. -- Blatt V. Kruzifix mit den Statuen Maria und Johannes in der Kapelle des Schlosses Tirol.
/Verhandlungen des historischen Vereines für Niederbayern./ XII. Band. 1. Heft. Landshut, 1866. 8.
Vierzehnter Jahresbericht. -- Regesten aus dem magistratischen Archive zu Passau. Bearbeitet und mitgetheilt von Dr. Alexander Erhard. -- Beiträge zur bayerischen Rechtsgeschichte nach dem Stift und Saalbuch über die Hofmarch Ponbruck (Bezirksamts Vilsbiburg) von Peter von Deuring zu Mittelweyerburg, auf Ponbrugg, Comes Palatinus Caesareus, churfrtl. Drtl. in Bayern etc. Rath, Canzler und Lehenprobst zu Landshuet, auch Pfleger zu Mospurg.
/Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde./ Herausgegeben von dem k. /statistisch-topographischen Bureau./ Jahrgang 1864. Stuttgart. H. Lindemann. 1866. 8.
Chronik des Jahres 1864. -- Württembergische Literatur des Jahres 1864. Von v. Stälin. -- Zu den Annales Stuttgartienses. Von dems. -- Altwürttemberg im Spiegel fremder Beobachtung. Von Rümelin. -- Stephan Bowart und seine Schwester Maria Bowart, Sohn und Tochter des Claude Bowart, Seigneur de Gomignies, und der Johanna Gräfin von der Mark als Erben des Freiherrn Schweikhart von Gundelfingen. Von Dr. K. H. Freiherrn Roth von Schreckenstein. -- Zur Erklärung württembergischer Ortsnamen. Von Hugo Bazing. -- Die Topographie des württembergischen Weinlandes. Von Dornfeld. Forts. 2. Das mittlere Neckargebiet.
/Kirchenschmuck. Ein Archiv für kirchliche Kunstschöpfungen und christliche Alterthumskunde./ Herausgegeben unter der Leitung des /christlichen Kunstvereins der Diöcese Rottenburg/. Redigirt von Pfarrer Laib und Dekan Dr. Schwarz. XX. Band, erste Hälfte. Zehnter Jahrgang, 1866. Drittes Vierteljahrsheft. Stuttgart. 8.
Die Wandgemälde in der Kapelle des Schlosses Bruck, nächst Lienz in Tyrol. -- Ein Gang durch 80 Kirchen. III. -- Die gemusterten Flieſse aus dem Kloster Bebenhausen. -- Archäologische Notizen. 1. Tabernakel. 2. Katafalk. 3. Haarkämme. 4. Primicerius. -- Zur Sprache und Sitte der Kirche. 1. Der Hellegrâfe an Kirchen. 2. Erde als letzte Wegzehrung. 3. Das Glücksrad an Kirchen. -- Miscellen: Inschriften in einer Sakristei, u. A.
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
25) /Johann David Passavant./ Ein Lebensbild von /Dr. Adolph Cornill/. Erste und zweite Abtheilung. Mit dem Porträt Passavants und einer Abbildung der Burg Passavant. Frankfurt a. M. Im Selbst-Verlag des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde. 1864, 65. 4. 78 u. 112 Stn.
Die vorliegende umfängliche Biographie ist zunächst als Neujahrsblatt des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde in Frankfurt a. M. den Mitgliedern desselben bestimmt. Doch die Zahl derer, welchen die Verdienste des verewigten Kunsthistorikers fortgesetzt zu Genusse kommen, die sie um ihrer selbst willen ehren, oder denen die angemessene Darstellung eines gehaltvollen Lebenslaufes überhaupt etwas gilt, geht über den Bereich jenes Vereins weit hinaus; und so dürfte eine Anzeige des Buches in gröſserem Kreise ohne Zweifel passend sein.
Nach Mittheilungen aus dem Nachlasse Passavants erhalten wir zunächst interessante Nachweise über die Herkunft seiner Familie, die, bis in das 13. Jahrhundert zu verfolgen, von der ihren Namen tragenden Burg in der Franchecomté nach der Schweiz und Deutschland eingewandert ist. Auf den eigentlichen Gegenstand der Schrift dürfen wir hier nicht näher eingehen. Passavant’s Leben war wechselvoll, wie die Zeit, in welche seine Jugend fiel, und tiefbewegt, wie bei Allen, welche mit weitergehenden Interessen in die Jahrzehnde der folgenden Ernüchterung traten. Die Darstellung zeugt überall für genaue Sachkenntniſs, der unmittelbare Quellen zugänglich waren, und warmes Gefühl für die besprochene Person, dem es gelingt, die thatsächlichen Verdienste auf die inneren Eigenschaften zurückzuführen. Daſs aus einer Lebensbeschreibung, wie die in Rede stehende, wichtige Streiflichter auf die ganze darin begriffene Zeit fallen müssen, darf kaum hervorgehoben werden. Das Porträt, den späteren Jahren des Dargestellten entnommen, ist von groſser Aehnlichkeit; die Abbildung der Burg nach einer Aufnahme von Passavant selbst gefertigt.
26) /Die Städte der Provinz Pommern./ Abriſs ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Bearbeitet von /Dr. Gustav Kratz/, weiland zweitem Archivar am königl. Provinzial-Archive zu Stettin. Einleitung und Vorwort von /Dr. Robert Klempin/, königl. Provinzial-Archivar von Pommern. Berlin. In Commission bei A. Bath. 1865. 8. 564 Stn.
27) /Geschichte der Stadt Allendorf an der Werra und der Saline Sooden./ Von Dr. G. /Wagner/, vormals Landrichter bei den ehemaligen Landgerichten zu Schmalkalden und Marburg u. s. w. Marburg. Akademische Buchdruckerei. 1865. 8. 197 Stn. Mit lithogr. Ansicht.
28) /Geschichte der Stadt Lauingen./ Von /Bernhard Mayer/, Stadtschreiber in Lauingen. Im Selbstverlage des Verfassers. 1866. 8. 467 Stn. Mit lith. Ansicht und Abdruck zweier Kupferplatten vom 17. Jhdt.
Schon öfter nahmen wir Anlaſs, über das immer häufiger werdende Erscheinen deutscher Ortsgeschichten unsere Freude auszudrücken. Denn bei der eigenthümlichen Entfaltung unserer früheren Zustände, in welcher stets auf den besonderen Fall hingearbeitet und neben der Theorie der Empirie der weiteste Boden gestattet wurde, bildet die Geschichte der einzelnen Städte und selbst bäuerlicher Gemeinden den eigentlichen Aufbewahrungsort für das Material einer allgemeinen Kulturgeschichte. Befriedigung muſs es weiter gewähren, wenn wir bemerken, daſs die Arbeiten dieser Art an Gehalt und Form ein immer besseres Aussehen gewinnen. Die end- und athemlosen Untersuchungen über unerklärliche Ortsnamen, in welchen sonst am Eingange dieser monographischen Versuche der Dilettantismus sich genugzuthun pflegte, treten zurück, Urkunden kommen neben der mündlichen Überlieferung zu ihrem Rechte, alte Aufzeichnungen werden mit Kritik verwendet, die aufgestellten Gesichtspunkte mehren und erweitern sich. Müssen wir in den meisten Fällen auch eine Masse Materials in den Kauf nehmen, das über die Grenzen des beschriebenen Ortes hinaus keine Bedeutung hat, wie lange Raths- und Pfarrregister, so ist in Anschlag zu bringen, daſs diese grade die Anknüpfungspunkte sind, von welchen von entgegengesetzter Seite her das Publikum angezogen und historischer Sinn verbreitet wird. -- Die drei obengenannten Schriften liefern zu dem Gesagten, wenn auch in verschiedener Weise, anerkennenswerthe Belege. Das erste, in allen Stücken die Hand des geübten Fachmannes zeigend, gibt in der Einleitung eine sehr anschaulich und anziehend durchgeführte Übersicht der Entstehung und Entwickelung der pommer’schen Städte überhaupt und im Folgenden das gesichtete urkundliche Material für 73 Städte im Einzelnen. Jeder Abhandlung sind die geschichtliche Veränderung des Ortsnamens und die heraldische Beschreibung des Wappens vorausgesetzt, die Vermehrung der Einwohnerzahl seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts, eine Uebersicht der vorhandenen Kunstdenkmäler und ein Verzeichniſs der Bürgermeister angehängt. -- Die zweite Schrift wird vorzüglich interessant durch die ziemlich eingehende Geschichte des Salzwerkes Sooden, die, als Parallele auch für andere betrachtet, zum wichtigen Beitrag der deutschen Gewerbsgeschichte wird. -- Im dritten Buche ist eine groſse Menge Stoffes mit Fleiſs zusammengetragen, der vielfach in die allgemeine deutsche Geschichte hinüberspielt; reichere Ausbeute aber noch für Localgeschichte gewährt.
Aufsätze in Zeitschriften.
/Das Ausland/: Nr. 42. Ursprung der Thiernamen. 2. Das Pferd.
/Die Biene/: Nr. 30. Die goldenen Schwämme. Böhm. Volkssage.
/Blätter f. literar. Unterhaltung/: Nr. 34 f. Zur Geschichte des Abfalls der Niederlande und des dreiſsigjähr. Kriegs. (Adolf Stern.)
/Europa/: Nr. 44. Das deutsche Element in Ungarn.
/Illustr. Familien-Journal/: Nr. 44 (674.) Die Hohenzollern-Burg. -- Nr. 46. (676). Die Entstehung der Familiennamen. (Bernh. Becker.)
/Die Gartenlaube/: Nr. 44. Das Hexen-Maal. Ein naturwissenschaftlicher Beitrag zur Kulturgeschichte. (H. E. Richter.) -- Nr. 45. Die Vogelsprache. (Wilh. Hamm.)
/Deutsche Gemeinde-Zeitung/: Nr. 40. Die altdeutschen Gehöferschaften oder der frühere „Communismus“ im Grundbesitze.
/Grenzboten/: Nr. 41, S. 49. Die deutschen Mundarten und die moderne Sprachwissenschaft.
/Hausblätter/: 21. Heft, S. 227 ff. Zur Geschichte der Reclame. Eine kulturhistorische Skizze von Hugo Schramm.
/Evang. Kirchenzeitung/: Sept. Zur Entwickelungsgeschichte der deutschen Mystik.
/Korrespondent/ v. u. f. D.: Nr. 533. Das Kirchweihfest zu Kloster Heilsbronn.
/Altpreuſs. Monatsschrift/: 5. Heft, S. 385. Aberglaube aus Masuren. (Einleitung. -- 1. Die dämonischen Mächte.) (Dr. M. Töppen.)
/Illustr. deutsche Monatshefte/: Nr. 26 (122), S. 209. Heraldisches: Die Prager Messerschmiede; das Künstlerwappen. (Hans Weininger.) -- S. 210. Geschichte des Zinkmetalls. (Jak. Nöggerath.)
/Deutsches Museum/: Nr. 42. Über das ältere deutsche Kirchenlied. Aus dem Nachlaſs Wilhelm Arthur Passow’s. I. -- Die Zwerge und Riesen in den Sagen des Alterthums. (Karl Silberschlag.) -- Nr. 43. Der Frauenkultus des Mitlelalters. (Herm. Bischof.) -- Über das ältere deutsche Kirchenlied. II.
/Novellen-Zeitung/: Nr. 43. Zur Geschichte der Uhren.
/Schles. Provinzialblätter/: Sept., S. 513. Das schlesische Weinland. I. Allgemeine geschichtliche Vorbemerkungen. II. Geschichte des Grünberger Weinbaues insbesondere.
/Theolog. Quartalschrift/: 3. Quartalh., S. 315. Jakobus von Jüterbogk, ein deutscher Theologe des fünfzehnten Jahrhunderts. (Dr. Heinr. Keller.) -- S. 349. Praxeas und Callistus. (Reg. Reiser.) -- S. 405. Die Restitution der Colonna’s i. J. 1304. Zur Berichtigung und Erklärung eines stark corrumpirten Dekretes im corpus juris canonici. (Dr. Hefele.)
/Volksblatt f. Stadt und Land/: Nr. 78. Häuserinschriften.
/Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg/: Nr. 42. Christensitte und Väterweisheit. -- Auszüge aus älteren Testamenten. H. (Hesekiel.) -- Nr. 45 ff. Das Kloster Port-Royal. Bilder aus der Kirchengeschichte Frankreichs im Zeitalter Ludwigs XIV.
/Zeitschrift f. bild. Kunst/: 11. Heft, S. 257 ff. Ein Hauptwerk deutscher Kunst (der Issenheimer Altar) auf französischem Boden (in Kolmar).
/Allgem. Zeitung/: Beil. Nr. 284. Die Villa zu Nennig bei Trier. (Prof. Brambach.) Nr. 292. Die Münsterkirche zu Kloster-Heilsbronn. -- Nr. 312. Wolframs von Eschenbach Heimat.
/Bayer. Zeitung/: Mgbl. Nr. 291. Die Schlacht auf dem Lechfelde im Jahre 955. (v. Moor.) -- Nr. 292 u. 293. Die Hausthüre im Rechtsfrieden. -- Chronik von Giesing. -- Nr. 311 ff. Der Raubritter Hanns Thomas von Absberg und seine Thaten. (Nach archivalischen Quellen geschildert.)
/Illustr. Zeitung/: Nr. 1216. 1218. Deutschlands Wappensage. Ritter und Edle.
/Leipziger Zeitung/: Wissenschaftl. Beil. Nr. 81-84. Eine Hungersnoth im J. 1719 und 1720. Zur Geschichte der Theuerungspolitik.
Vermischte Nachrichten.
91) Am 14. October fand die /Wiedereinweihung der ehemaligen Klosterkirche zu Heilsbronn/ statt, nachdem die auf Anregung des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preuſsen von der k. bayer. Staatsregierung angeordneten Restaurationsarbeiten waren vollendet worden. Von dem etwas über 100 Schritte langen Kirchengebäude ist das Langhaus (dessen Haupt- und nördliches Seitenschiff mit ihrem von je 5 kräftigen Säulen getragenen Rundbogenbau, gleich dem Querschiff flachgedeckt, dem romanischen Baustil angehört, während das südliche, von zierlicheren Pfeilern getragene Doppelseitenschiff gothisch gewölbt ist) durch ein Gitter abgeschlossen und enthält die Grabmäler der hohenzollern’schen Ahnen u. s. w. Das Querschiff und der sich an dasselbe anschlieſsende Chor ist für den Gottesdienst der Gemeinde bestimmt. Nach dem Einweihungsakt verlas der k. preuſs. Abgeordnete, Graf v. Stillfried, die Urkunde, kraft welcher König Friedrich Wilhelm IV. von Preuſsen der Kirche eine Stiftung im Betrage von 12,000 Thlrn. zuwendet.
(Fr. Ztg.)
92) In der Bayengasse zu /Cöln/ ist im Hofe des Kaaf’schen Hauses beim Graben einer Latrinengrube in einer Tiefe von 9 Fuſs ein /römischer Sarg/ mit einem Skelet gefunden worden. Der Sarg war aus 6 Platten von grobkörnigem Sandstein zusammengesetzt; die Leiche lag mit dem Kopfe gegen Westen. Am Kopfe standen ein dickbauchiges Fläschchen und eine Schale von Glas, an den Füſsen zwei Fläschchen und eine zierliche gläserne Urne mit 3 Henkeln. Der Boden, worein der Sarg gesenkt worden, ist reiner Lehm, und es ist anzunehmen, daſs er sich aus Ablagerungen von früheren Rheininundationen gebildet hat. Nach unzweifelhaften Anzeichen hat zur Zeit der Römer ein Rheinarm westlich von der Fundstelle seinen Lauf gehabt, und es entsteht dadurch die Hypothese, daſs zu der Zeit, als der in Rede stehende Sarg eingesenkt wurde, sich an dieser Stelle eine Rheininsel befunden haben mag. Der Fund ist also für die Aufhellung der topographischen Verhältnisse der alten Colonia von Bedeutung.
(Ill. Ztg.)
93) Am 7. November wurde in /Salzburg/ ein /römischer Mosaikboden/ ausgegraben, der blos 1½ Schuh unter dem Erdboden lag. Der Fundort ist der Hofraum des im Caiviertel (Civitas Caji) befindlichen Residenzgebäudes der ehemaligen Fürstbischöfe vom Chiemsee. Die bis jetzt bloſsgelegten Fragmente bilden zum Theil concav eingedrückte Flächen mit einer aus geometrischen Figuren gebildeten, kleingewürfelten, mehrfarbigen Ornamentik. Bei vorgenommener Waschung einer dieser Flächen trat ein von einer Ornamentenzeichnung, in welcher namentlich ein schwarz ausgeführtes Herz auffällt, eingerahmtes schönes Mosaikbild hervor, welches die Entführung der Europa darstellt. Das ganze Bild dürfte 1½ Schuh in der Länge und 1 Schuh in der Höhe messen. Die Mosaiksteinchen scheinen in eine Art Mörtelsubstanz eingelegt, die unmittelbar auf dem Erdboden aufliegt.
(Allg. Ztg.)
94) Einen /Topf mit Silbermünzen/ aus dem 16. Jahrhundert fand eine Frau zu /Czarnikau/, Regierungsbezirk Bromberg, beim Anlegen einer Kartoffelgrube. Viele dieser Münzen haben die Gröſse eines Thalers, die meisten die von Viergroschenstücken; der ganze Fund wiegt 25 Pfund.
(Ill. Ztg.)
95) In /Lübeck/ stieſs man unlängst bei Grabung eines Brunnens auf eine alte Kloake, welche, wie urkundlich nachgewiesen ist, um 1340 für eine Kirchenschule angelegt wurde. In dem Moder fand sich, unter mancherlei andern Sachen, eine Reihe kleiner /Tafelbücher/, welche mit /schwarzem Wachs/ ausgelegt waren und allerlei Schülerschriften enthielten, die in der Schreibweise des 15. Jahrh. mit einem spitzen Griffel in das Wachs eingerissen waren.
C. J. /Milde/.
96) In den überaus reichen Sammlungen S. K. H. des Fürsten von Hohenzollern zu Sigmaringen befinden sich die /Originalstempel der Siegel von König Otaker und Rudolf von Habsburg/, in Italien angekauft.
W.
97) /Der Verein für die Geschichte Berlins/ veröffentlicht einen Aufruf, in welchem er zur Stiftung einer Centralstelle für die Urkunden, historischen Schriften und Gegenstände zur Geschichte Berlin’s diejenigen, welche sich im Besitze bezüglichen Materials befinden, auffordert, dem Verein unter Angabe ihrer Namen und Wohnung, sowie kurzer Beschreibung des Schriftwerks oder Gegenstandes Anzeige zu machen. Zur Entgegennahme solcher Anzeigen sind u. A. folgende in Berlin wohnhafte Vereinsmitglieder bereit: Der Vorsitzende Oberbürgermeister Seydel, der Stellvertreter Professor Adler, der Generalsekretär Assessor Levin, der Bibliothekar Archivar Fidicin, der Direktor der kgl. Kunstkammer Freiherr von Ledebur, der Direktor des kgl. Kupferstichkabinets Prof. Hotho, der Maler Prof. Ad. Menzel, der Redakteur der Dioskuren Dr. Schasler, der Redakteur der Voſs’schen Zeitung Dr. Kletke.
Inserate und Bekanntmachungen.
20) =Jahresbericht der historischen Commission bei der königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften.=
/München/, im November 1866. Da die Einberufung der auswärtigen Mitglieder der Commission unter den Verhältnissen des verflossenen Sommers Schwierigkeiten bot, hatte /Se. Maj. der König/ von einer Plenarversammlung in diesem Jahre Umgang zu nehmen befohlen, und an Stelle derselben den hiesigen Localausschuss die nothwendigen und durch frühere Beschlüsse bereits bedingten Geschäfte zu erledigen beauftragt. Diesen allerhöchsten Auftrag hat der Localausschuss in seinen Sitzungen am 12. und 27. Oktober in Ausführung gebracht. Professor /Cornelius/, Stiftspropst v. /Döllinger/, Bibliothekar /Föringer/, Staatsrath v. /Maurer/, Reichsarchivrath /Muffat/, General v. /Spruner/ und der Secretär der Commission Professor v. /Giesebrecht/ waren bei den Sitzungen anwesend, Reichsarchivsdirector v. /Löher/ durch dienstliche Geschäfte an der Theilnahme verhindert.
Ehe der Ausschuſs in die Berathung der vorliegenden Geschäfte eintrat, beschloſs er, seiner Theilnahme an dem 50jährigen Doctor-Jubiläum des Geheimen Rath /Pertz/ in Berlin, welcher seit Begründung der Commission eines ihrer thätigsten Mitglieder ist und sich auſserordentliche Verdienste um dieselbe erworben hat, in einer Adresse Ausdruck zu geben.
Ueber den Geschäftsgang des abgelaufenen Jahres erstattete der Secretär den statutenmäſsigen Bericht. Aus demselben ergab sich, daſs trotz der Ungunst der Verhältnisse die Arbeiten fast unbehindert ihren Fortgang gehabt haben. Von den durch die Commission herausgegebenen Schriften sind seit der vorjährigen Plenarsitzung in den Buchhandel gekommen:
1) K. /Hegel/, Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis in’s 16. Jahrhundert. Bd. IV.
2) Jahrbücher der deutschen Geschichte:
a. Anfänge des karolingischen Hauses von Ed. /Bonnell/;
b. Jahrbücher des fränkischen Reiches unter Karl dem Groſsen. Bd. I von Dr. Sig. /Abel/.
3) Forschungen zur deutschen Geschichte. Bd. VI.
4) Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Zweite Lieferung, enthaltend.
a. Geschichte der Landbau- und Forstwissenschaft von C. /Fraas/, und
b. Geschichte der Erdkunde von O. /Peschel/.
5) R. v. /Liliencron/, Historische Volkslieder der Deutschen. Bd. I und II.
Andere Werke sind im Drucke theils vollendet, theils weit vorgeschritten, so daſs auch sie in nächster Zeit dem Publikum zu übergeben sein werden.
Die Berichte, welche im Laufe der Verhandlungen über die einzelnen Unternehmungen vorgelegt wurden, zeigten, wie sie fast sämmtlich im raschen Fortschritt begriffen sind, und auch in diesem Jahre von den hiesigen und auswärtigen Behörden, wie von den Verwaltungen der Archive und Bibliotheken mit ausgezeichneter Liberalität und dankenswerthester Zuvorkommenheit unterstützt wurden.
Von der Geschichte der Wissenschaften sind zwei Bände im Druck vollendet, welche als die dritte Lieferung dieses groſsen Werkes jetzt in die Öffentlichkeit treten werden. Es sind die Geschichte der evangelischen Theologie von J. A. /Dorner/ und die Geschichte der katholischen Theologie von C. /Werner/. Da mehrere andere Abtheilungen der Vollendung nahe sind, läſst sich der regelmäſsige Fortgang dieses groſsen Unternehmens erwarten.
Von den deutschen Städte-Chroniken ist der fünfte Band unter der Presse. Er liefert die Fortsetzung der Augsburger Chroniken, namentlich das vollständige Werk des Burkard Zink, von den Professoren /Frensdorff/ und /Lexer/ bearbeitet. Mit einem neuen Bande der Nürnberger Chroniken ist Professor v. /Kern/, mit der Sammlung der Bamberger Geschichtsquellen Dr. /Knochenhauer/ beschäftigt gewesen; doch haben Beide ihre Arbeiten noch nicht zum Abschluſs bringen können. Von Dr. K. /Schröder/ ist die Bearbeitung des chronikalischen Stoffes für München, welche er auf längere Zeit zurücklegen muſste, neuerdings wieder in Angriff genommen. Professor /Hegel/, der Leiter des ganzen Unternehmens, hat inzwischen vorbereitende Schritte gethan, um auch die Chroniken der oberrheinischen Städte bald dem Werke einverleiben zu können. Die Edition der niederdeutschen Städte-Chroniken, welcher der verstorbene /Lappenberg/ sein Interesse zuwandte, ist gleichfalls im Auge behalten. Professor /Mantels/ setzt seine Arbeiten für die Lübecker Chroniken fort, und es haben sich Aussichten eröffnet, daſs man mit einer Ausgabe der wichtigen chronikalischen Aufzeichnungen für Braunschweig vielleicht schon in nächster Zeit wird hervortreten können, wegen welcher noch /Lappenberg/ mit dem dortigen Archivar Dr. /Hänselmann/ in Verbindung getreten war.
Von dem ersten Bande der deutschen Reichstagsacten, deren Herausgabe unter Oberleitung des Professors v. /Sybel/ durch Professor /Weizsäcker/ erfolgt, lag die bei weitem gröſsere Hälfte im Drucke vor; die Ausstattung entspricht durch Sorgsamkeit und Schönheit ganz dem monumentalen Charakter des Werks und gereicht der /Cotta/’schen Buchhandlung zu nicht geringer Ehre. Der erste Band wird nicht nach dem früheren Plane die ganze Regierungszeit K. Wenzels, sondern nur die Periode von 1376-1387 umfassen, während der zweite Band die Acten bis 1400 liefern, der dritte sich auf die Regierungsperiode K. Ruprechts erstrecken wird, und dann zwei Bände der Zeit K. Sigmunds gewidmet werden sollen. Alle Vorbereitungen sind soweit getroffen, daſs einem ununterbrochenen Fortschritt der Edition keine groſsen Schwierigkeiten mehr im Wege stehen. Sehr erfreuliche Ergebnisse haben die Nachforschungen des Bibliothekars Dr. /Kerler/ auf seinen Reisen durch Schwaben und Franken geliefert. Im hiesigen Reichsarchiv hat Dr. A. /Schäffler/ die Untersuchungen mit bestem Erfolge fortgesetzt, aus dem Stadtarchiv zu Köln der dortige Archivar Dr. /Ennen/ höchst schätzbare Beiträge geliefert.
Die Jahrbücher des deutschen Reichs sind um eine werthvolle Arbeit bereichert worden, die Geschichte Kaiser Heinrichs VI. von Dr. Th. /Töche/, welche im Druck bereits vollendet ist. Mit dem gröſsten Danke ist anzuerkennen, daſs die Buchhandlung von C. /Geibel/ in Leipzig, in deren Eigenthum kürzlich der Verlag der Jahrbücher übergegangen ist, sich nicht nur zum Ansatz eines mäſsigen Preises für die bevorstehenden Publicationen entschlossen hat, sondern auch für fast alle bereits erschienenen Abtheilungen eine bedeutende Preisherabsetzung hat eintreten lassen, um so die Anschaffung der ausgezeichneten Monographien, welche in den Jahrbüchern vereinigt sind, zu erleichtern.
Der Druck der historischen Volkslieder der Deutschen wird regelmäſsig fortgesetzt und läſst sich im Laufe des nächsten Jahres mit Sicherheit der dritte Band erwarten. Der Herausgeber Cabinetsrath Dr. v. /Liliencron/ hat sich durch seine Arbeit die allgemeinste Anerkennung erworben. Ob man mit dem vierten Bande abschlieſsen, oder noch einen fünften hinzufügen solle, blieb weiterer Beschluſsnahme vorbehalten.
Von der Sammlung der Weisthümer, welche unter Oberleitung des Staatsraths v. /Maurer/ Professor R. /Schröder/ nach J. /Grimms/ Tode fortführt, ist der fünfte Band im Druck vollendet. Der sechste Band, der auſser Zusätzen das unentbehrliche Sachregister enthalten wird, kann sogleich in Angriff genommen werden.
Ein besonderes Miſsgeschick hat bisher über der Herausgabe der Hansischen Recesse gewaltet. Das Unternehmen, welches /Lappenberg/ mit groſser Liebe durch eine Reihe von Jahren gepflegt und geleitet hatte, wurde in dem Zeitpunkte, wo der Druck bereits beginnen sollte, durch den Tod des Professors /Junghans/, des umsichtigen und fleiſsigen Gehülfen /Lappenbergs/, gehemmt; der Verlust dieser frischen Kraft war um so schmerzlicher, als /Lappenberg/ bald darauf selbst so schwer erkrankte, daſs er die Arbeit kaum fortzusetzen vermochte. Im Laufe des verflossenen Jahres schied leider auch /Lappenberg/ ab, und es wurde fraglich, ob man das groſse angesammelte Material überhaupt noch in der von ihm beabsichtigten Weise werde publiciren können. Zum Glück hat sich in Professor /Frensdorff/ in Göttingen ein Gelehrter gefunden, der geeignet und erbötig ist, das von /Lappenberg/ begonnene Unternehmen in seinem Sinne durchzuführen. Auf den Vorschlag des Professors /Waitz/ übertrug deshalb der Ausschuss die Herausgabe der Hansischen Recesse von 1354-1436 an Prof. /Frensdorff/. Man hofft, daſs der Druck des ersten Bandes sich noch im Laufe des nächsten Jahres wird beginnen lassen.
Die unter Redaction von Professor /Waitz/, Geh. Rath /Häusser/ und Oberstudienrath v. /Stälin/ erscheinende Zeitschrift: Forschungen zur deutschen Geschichte, wird ihren regelmäſsigen Fortgang in der bisherigen Weise behalten, da sie in mehrfacher Beziehung als ein Bedürfniſs erscheint. Für den siebenten Band liegt das Material theils druckfertig vor, theils ist es in nahe Aussicht gestellt.
Die Arbeiten für die Wittelsbach’sche Correspondenz im 16. und 17. Jahrhundert haben verhältniſsmäſsig die gröſsten Störungen erfahren, theils durch Krankheiten und militärische Verpflichtungen der Hilfsarbeiter, theils durch Hemmnisse des Druckes. So ist der erste Band der älteren pfälzischen Abtheilung, welchen Professor /Kluckhohn/ unter Oberleitung des Professors v. /Sybel/ bearbeitet, nicht im abgelaufenen Jahre vollendet, sondern nur etwa bis zur Hälfte gedruckt worden. Dieser Band wird die Correspondenz Churfürst Friedrichs III. von 1559-1567 umfassen und ihm sogleich der zweite Band folgen, mit welchem die Correspondenz Friedrichs III. abschlieſst. Das Material ist noch mehrfach, theils aus den jetzt erst verwendbaren Kasseler Archivalien, theils aus den Stuttgarter, Nürnberger und hiesigen Acten vervollständigt worden; mit einer nochmaligen sorgsamen Durchforschung des Dresdener Archives ist Prof. /Kluckhohn/ augenblicklich beschäftigt. Für die ältere bayerische Abtheilung, deren Herausgabe Reichsarchivsdirector v. /Löher/ übernommen hat, sind die Arbeiten von dem Hilfsarbeiter Dr. v. /Druffel/ fortgesetzt worden. Hauptsächlich aus den hiesigen Archiven und der Hof- und Staatsbibliothek wurde das Material vermehrt, aber auch durch werthvolle Beiträge aus dem Innsbrucker Statthaltereiarchiv und dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien ergänzt. Leider wurde Dr. v. /Druffel/ durch seine Militärverhältnisse die Arbeiten auf längere Zeit zu unterbrechen genöthigt. Für die jüngere pfälzische Abtheilung hat wenig geschehen können, da der Hilfsarbeiter Dr. /Ritter/, welchen der Herausgeber Professor /Cornelius/ für diese Abtheilung verwendet, fast während des ganzen Jahres durch Krankheit an der Fortsetzung seiner Arbeiten behindert war. Für die jüngere bayerische Abtheilung hat Professor /Cornelius/ selbst die Arbeiten theils hier, theils in Wien fortgesetzt; die Sammlung des Stoffs für den ersten Band, welcher die Jahre 1598 bis 1610 umfassen soll, ist jetzt im Wesentlichen vollendet, so daſs die baldige Publication desselben in Aussicht genommen werden kann.
Zur Veröffentlichung der Geschichte des Herzogthums Zweibrücken, welche auf Anregung des hochseligen Königs Maximilian II. entstanden und von der historischen Commission mehrfach unterstützt war, hatte die Plenarversammlung dem Pfarrer /Lehmann/ eine Subvention bewilligt. Da dieselbe zur Drucklegung des Werkes nicht ausreichte, beschloſs der Ausschuſs, eine neue Geldbewilligung zu beantragen.
In Betreff der Herausgabe der /Schmeller/’schen Nachträge zum Bayerischen Wörterbuch lagen eingehende Berichte des Professors W. /Wackernagel/ vor. Aus denselben ergab sich die erfreuliche Gewiſsheit, daſs sich die geeigneteste Persönlichkeit gefunden habe, um dieses Unternehmen, welches bisher alle Bemühungen der Commission wenig zu fördern vermochten, endlich in Ausführung zu bringen. Da inzwischen bekannt wurde, daſs die erste Auflage des Bayerischen Wörterbuchs fast vergriffen sei, traten Bedenken ein, ob eine besondere Veröffentlichung der Supplemente rathsam sein würde; denn die Verwendung derselben zu einer neuen Auflage würde nicht nur die Benutzung des Werks erleichtern, sondern auch der ursprünglichen Absicht /Schmeller/’s mehr entsprechen. J. /Grimm/, als er den besonderen Abdruck der Supplemente bei der Commission in Anregung brachte, that dies nur in der Voraussetzung, daſs eine zweite Auflage des Wörterbuchs nicht so bald zu ermöglichen sein dürfte. Die Vorzüge einer neuen Ausgabe, bei welcher die Nachträge gleich an Ort und Stelle eingefügt würden, erscheinen in der That so groſs, daſs der Ausschuſs auch einen gröſsern Kostenaufwand nicht scheuen zu dürfen glaubte, zumal es von Anfang an in der Absicht J. /Grimm/’s und der Commission gelegen hatte, dem groſsen bayerischen Sprachforscher durch die Publication seiner hinterlassenen Arbeiten ein würdiges Denkmal zu setzen. Da es noch mehrfacher Verhandlungen bedarf, um einen sicheren Plan für das Unternehmen in dieser veränderten Gestalt herzustellen, war eine endgültige Beschluſsnahme nicht möglich; der Ausschuſs beauftragte aber den Secretär, alle Einleitungen zu treffen, daſs in kürzester Frist bestimmte Vorlagen dem Ausschusse zur Entscheidung vorgelegt und dann sogleich das Werk in Angriff genommen werden könne.
Vielfach machte sich die Abwesenheit der auswärtigen Mitglieder im Laufe der Verhandlungen dem Ausschusse fühlbar. Die Arbeiten der Commission gelten dem gesammten deutschen Vaterlande und bedürfen der Mitwirkung aus allen Theilen desselben. Gerade in den politisch gelockerten Verhältnissen der Nation hat die Stiftung König Maximilians II., welcher die historische Wissenschaft so viel verdankt, für das deutsche Geistesleben noch eine erhöhte Bedeutung gewonnen. Möchte der nächste Herbst wieder alle Mitglieder der Commission in München vereinen, um das gemeinsam begonnene Werk gemeinsam fortzusetzen!
21) Im Verlage von _Friedr. Andr. Perthes_ in _Gotha_ erschien soeben:
~Hopf, Dr. Karl~, =historisch-genealogischer Atlas seit Christi Geburt bis auf unsere Zeit=. Abtheilung I. Deutschland. 2. Band. 3. 4. Lieferung. Fol. geh. 4 Thlr.
~Mücke, J. F. Alphons~, =Albrecht I. von Habsburg, Herzog von Oesterreich und römischer König=. Ein Beitrag zur deutschen Staaten- und Reichsgeschichte. Nach den Quellen. gr. 8. geh. 1 Thlr.
22) In Gräter’s Bragur 2, 450 ist nebst anderen seltenen Büchern zum Verkauf ausgeboten: Sermo de /Sancto Nemine/ per Pauperem Henricum ex sacris literis collectus, sine l. et a. Um Nachweisung dieser Schrift wird höflichst gebeten.
/Heidelberg./ /Wattenbach./
23) Im Selbstverlage des Verfassers ist soeben erschienen und auch in der literar.-artist. Anstalt des german. Museums (s. oben Chronik des Museums) zu haben:
=Beiträge zur lateinischen Paläographie.= Von W. /Wattenbach/. Heidelberg, 1866. 4. 41 lithographierte Stn. ⅔ Thlr.
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. /Sebald/’sche Buchdruckerei.
ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
Neue Folge. Dreizehnter Jahrgang.
/Nürnberg./ Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_ incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuſs oder 2 Thlr. preuſs.
Für _Frankreich_ abonniert man in Straſsburg bei C. F. Schmidt, in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11. rue de Lille, oder bei dem Postamt in Karlsruhe; für _England_ bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für _Nordamerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.
Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, F. A. /Brockhaus/ in Leipzig, befördert.
Inserate, welche mit den Zwecken des Anzeigers und dessen wissenschaftlichem Gebiete in Verbindung stehen, werden aufgenommen und der Raum einer Columnenzeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
1866. Nº 12. December.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
Historia Neminis.
Von Professor Dr. W. /Wattenbach/ in Heidelberg.
(Schluſs.)
In derselben Miscellanhandschrift, deren Inhalt Wilken in seiner Geschichte der Heidelbergischen Büchersammlungen, S. 405, angibt, findet sich auch auf Fol. 96 u. 97 nach einem 1443 in Augsburg geschriebenen Freidank eine Predigt gegen das Fasten eingetragen, welche ich des verwandten Inhalts wegen gleich folgen lasse; auch hier sind Zusätze von gleichzeitiger Hand, die ich eingeklammert habe.
„/Sermo sew Dictamen contra abstinentiam sew ieiunium./
(vide dictamen seu fabulam de nemone et Marcolfo in libro flavio apologorum Cyrilli a k. 138 et postea hic a k. 108[A] et in codice Summe Reimundi a k. 133.)
Si dimisero eos ieiunos, deficient in via. Morem laudabilem observando in huius sermonis exordio divinam gratiam impetrando, sine qua nec predicator fructificat nec auditores edificantur, devotis mentibus aspiremus in hac gracia consequenda, christiferam virginem et matrem domini archangelica salutatione devote salutemus, dicentes mente pia Ave Maria. Egregii domini mei multum graciosi! Thema vestris reverentiis propositum habetur Marci octavo capitulo, ex quo quidam ydiote et stulti homines, naturas rerum et commoda ignorantes, utilitatem ieiunii commendare presumunt. Idcirco ne dictorum error aliquos christifidelium seducat in heresim, philosophorum sententiis, qui de naturis rerum subtiliter perscrutantur, ipsius ieiunii ostendemus proprietates. Jeiunium enim tribus modis consideratur: primo secundum se, et sic nichil est formaliter, sed est quedam privatio cibi. Modo privatio nichil est, ut patet primo phisicorum, et sic ieiunium non est ens, et per consequens non est bonum, quia ens et bonum convertuntur, secundo metaphisice. Item illud non est bonum, in cuius contrario consistit summa felicitas hominis; sed in voluptate, que est contraria ieiunio, consistit summa felicitas hominis etc. Minor probatur, quia felicitas hominis consistit in illo quod est primum motivum appetitus. Modo voluptas est huiusmodi, quia in tantum movet voluptas appetitum, quod vix alia fiunt quam voluptuosa. Et in signum istius tam a sapientibus quam insipientibus appetitur ipsa voluptas. Pater per Aristotelem primo ethicorum: omnia voluptuose bonum appetunt. Item id quod inclinat se ad simpliciter malum, non est bonum nec laudabile, quod probatur; nam ieiunium inclinat se ad abstinentiam, sed illud quandoque est causa mortis, sed mors est simpliciter malum, quia omnium terribilium mors est terribilissimum, ut patet per Aristotelem 3^o ethicorum, quia in naturalibus desideriis pauci peccant.
Secundo ieiunium consideratur quantum ad ipsum ieiunantem, et ut sic quandoque communicat cum dampnatis et demonibus, qui perpetuo tempore ieiunant, et per consequens est vilis conditio. Item facit ipsum ieiunantem iracundum, ociosum, invidum et tristem. Nam ira generatur ex embolitione sagwinis circa cor, cum cor sit principalissimum membrum animalis. Item ex alio facit hominem ociosum, nam ex nimia aviditate, per quam implet ventrem suum, quod debite digerere non potest, et sic sequitur debilitatio membrorum et per consequens ociositas. Item facit hominem invidum, nam invidia fit ex prosperitate maioris boni proximi quam sibi. Sed non ieiunans maius bonum consequitur in comedendo sepe delectabilia et delicata quam ieiunans, et sic ieiunans erit invidus. Talem invidiam videntur habere Rustici erga presbiteros et nobiles, ut patet ex natura in tractatu Rusticorum capitulo Gracia plena, unde Boecius de consolatione philosophie: Natura dat unicuique quod suum est et quod appetit. Item ieiunium facit ieiunantem tristem, et illud est notorium quasi de omnibus, quia omnes ieiunantes ut frequenter dolent capita, quia tristicia causatur ex constrictione sagwinis circa cor, modo talis constrictio fit ieiunantibus, igitur etc. Item facit hominem avarum, nam ille qui consuevit parum expendere pro expensis, acquirit sibi habitum ad difficulter dandum, et sic erit illiberalis et avarus, cum consuetudo sit altera natura, secundo phisicorum etc. Item facit hominem infirmum, quia deficiente nutrimento naturali non habet calor aliquid in quo agat, unde possit fieri restauratio deperditi, et sic sequitur debilitatio membrorum et per consequens infirmitas. Etiam patet illud auctoritate philosophi de regimine sanitatis loquendo ad Allexandrum: O Allexander, cum appetis comedere, viriliter comede; alioquin stomachus tuus implebitur malis vaporibus, ratione quorum sequitur turbatio cerebri, igitur etc.
Tercio consideratur ieiunium quantum ad ipsum finem (scilicet virtutum adipiscendarum habitum acquirendum) cuius contrarium est verum, quia secundum philosophum secundo de animalibus, animalia sunt magis apta ad coitum ieiuna quam cibata, cuius ratio est, quia quando animalia sunt ieiuna, tunc meatus per quos transit humidum, sunt aperti et sic magis et aptius potest fluere humidum radicale in ieiunis quam cibatis, cum ibi sint meatus clausi, et in istius signum frequentius fiunt pollutiones quam alias, et illud non ordinatur in bonum finem, quod directe contrariatur nature: modo ieiunium directe contrariatur nature. Maior probatur, quia deus et natura nichil agunt frustra, ut patet tercio de anima. Sed minor probatur quia naturalis appetitus hominis inclinatur ad susceptionem cibi et potus propter deperditi restaurationem: modo ad oppositum eius inclinat ieiunium, et sic ieiunium probatur per auctoritates philosophorum esse vile et inutile.
Item probatur per auctoritates sacre scripture ieiunium esse vanum et inutile, primo Johannis sexto: Cum multa turba esset cum Jhesu, dixit ad Philippum: Unde ememus panes ut hii comedant? Non dixit: ut hii ieiunium servarent. Item ut sufficienter comederent et biberent attestante psalmista: Omnia subiecisti sub pedibus eius, oves et boves etc. Item Jacob dedit patri suo escas quibus libenter vescebatur, et ab hoc consecutus est beuedictionem patris. Item legitur in Daniele: Precepit angelus Abacuck ut faceret Danieli prandium in lacum leonum, ut comederet, non ut ieiunaret. (Et ecclesiastes tercio: Omnis enim homo qui comedit et bibit et videt bonum de labore suo, hoc donum dei est. Et ibidem quinto: Hoc itaque visum est michi, ut comedat quis et bibat et fruatur leticia ex labore suo. Et omni homini cui dedit deus divicias atque substantiam, potestatemque ei tribuit ut comedat ex eis et fruatur parte sua et letetur de labore suo, hoc est donum dei. Et infra sexto capitulo in principio: Est et aliud malum quod vidi sub sole et quidem frequens apud homines, vir cui dedit deus divicias et substantiam et honorem, et nichil deest anime sue ex omnibus que desiderat, nec tribuit ei potestatem deus ut comedat ex eo, sed homo extraneus vorabit illud; hoc vanitas et magna miseria est. Et ibidem octavo capitulo: Laudavi igitur leticiam quod non esset homini bonum sub sole, nisi quod comederet et biberet atque gauderet, et hoc solum secum aufferret de labore suo omnibus diebus vite sue, quos dedit ei deus sub sole. Et capitulo nono: Vade ergo et comede in leticia panem tuum, et bibe cum gaudio vinum tuum, quia deo placent opera tua.)
Si per aliquos inveniatur in sacra scriptura videlicet quod sanctus Petrus ceterique apostoli habeant vigilias in quibus est ieiunandum, respondetur: bene est, secundum antiquos et eius veram interpretationem vigilia dicitur a vigilando et non a ieiunando, et ergo in vigiliis vigilemus et comedamus, et si dicunt quod patres nostri ieiunarunt in deserto, dicitur: verum est, quia cibum habere non potuerunt, et sic omnes auctoritates sacre pagine intelliguntur, quando cibum habere non possumus nec appetitum comedendi habemus, quia tunc est vicium nature. Item ewangelium Mathei 15: Omne quod intrat os, non coinquinat hominem. Item si dicitur, an liceret nobis bibere, respondetur quod sic, ymmo fortissime, ut temperetur cibus ad fluendum ad singula membra, ut fiat digestio bona, unde Johannis secundo, cum dominus aquam convertit in vinum, dixit: Afferte architriclino ut gustaret etc. et loquebatur desuper habundantius, ne forte parcitas videatur his esse. Unde Salomon canticorum quinto: Comedite et bibite et inebriamini, karissimi, quia vinum letificat cor hominis. (Et ecclesiastes secundo: Nonne melius est comedere et bibere et ostendere anime sue bona de laboribus suis? et hoc de manu dei est. Quis ita devorabit et deliciis affluet ut ego? Jeremie 25. Hec dicit dominus: Bibite et inebriamini et vomite et cadite, et infra ibidem: Cumque noluerint accipere calicem de manu tua, ut bibant, dices ad eos: Hec dicit dominus exercituum: Bibentes bibetis.)
De quibus magister Jo. Egg ceterique causarum curie procuratores solenniter et expresse protestantur magnis haustis una cum Georgio Lederlin optimo potatore per diocesem Augustensem una cum aliis quam pluribus eorum sociis, quorum nomina iam latent sub vino ytalico. Cum igitur ieiunium nichil sit formaliter quantum ad primum, quia multa incommoda proveniunt ex eo, quantum ad secundum, et privat hominem suo fine naturali, quantum ad tercium, patet per se, quia manifestum et notorium, unde ecclesiastes: Nichil video sub sole observare nisi comedere et bibere et bonum tempus sibi habere, quod sanctus Marcus fideliter conservavit loco preallegato dicens: Si dimisero eos ieiunos etc. Ista sum vestris reverenciis propositurus fideliterque suadeo, ut nun ieiunetis, sed fortiter cum bono appetitu comedalis et bibatis“.
Es ist kaum zu bezweifeln, daſs diese Ermahnung viel sorgfältiger befolgt wurde, wie manche andere Predigt.
FUSSNOTE:
[Fußnote A: Obgleich deutlich k. geschrieben ist, scheint doch fol. 108 gemeint, wo nach alter Zählung die historia Neminis steht.]
Ausgrabung im Peuthenthale bei Sulzbach.
Während wir vor einiger Zeit über eine Untersuchung heidnischer Todtenhügel in der Oberpfalz Nachricht gaben, die in Bezug auf die allgemeinen dabei zu Tage tretenden Verhältnisse zwar interessant, doch arm an faſsbaren Ergebnissen war, haben wir gegenwärtig von einer solchen zu berichten, die rücksichtlich des letzten Punktes besondere Beachtung verdient. -- In nordwestlicher Richtung von der Stadt Sulzbach, eine Stunde entfernt, liegt die Staatswald-Abtheilung „Peuthenthal“. Zur Herstellung der Holzabfuhrwege wurde daselbst im Laufe dieses Herbstes ein Hügel abgetragen, der das nöthige Steinmaterial zu bieten schien. Dieser Hügel hatte eine kreisrunde Form. Seine Basis hatte bis zu 4 Fuſs Höhe einen Bestand von groſsen, unbehauenen, eisenhaltigen Kalksteinen, welche, ohne Mörtelverband, einfach eingelegt waren. Oberhalb des Steinlagers stieg der Hügel gewölbartig auf, während seine Spitze sich muldenförmig eingesunken zeigte. Gleichwohl stieg der Rücken des Hügels bis auf 9 Fuſs Höhe; sein Umfang betrug etwa ein Zwölftel eines Tagewerks.
Nachdem die Steine rings umher entfernt waren, wurde bis in die Mitte des Hügels vorgedrungen, wobei nur weiſser Flugsand, wie solcher die ganze, mit Föhren besetzte Waldfläche bedeckt, aber kein weiterer Stein zum Vorschein kam. In senkrechter Richtung unter der muldenartigen Einsenkung, in der tiefsten Lage des Hügels fanden sich indeſs Trümmer von verschiedenen irdenen Gefäſsen, sowie zwei Urnen, welche jedoch beim Ausgraben ebenfalls zerbrachen. Auſserdem kamen eine bronzene Brustnadel zu Tage, in deren Form man die Gestalt eines Schwans erblicken könnte, sowie ein äuſserst merkwürdiges Gehänge von fünf groſsen Bronzeringen, die bis auf einen auf der vorderen Seite mit eingravierten Strichverzierungen ausgestattet, eiförmig, am spitzen Ende geöffnet, in einander passen und von einem runden, geschlossenen und mit wiederkehrenden Profilierungen versehenen Ringe gehalten werden. Ein Häuflein Asche, das, mit Kohlen untermischt, dabei gefunden wurde, zeigte sich, wie gewöhnlich, anfangs als schwarze, fett anzufühlende Erde, offenbarte aber in getrocknetem Zustande bald den organischen Ursprung.
So weit der Bericht der Augenzeugen. Ueber die vorliegenden Gegenstände selbst, die wir hier in Abbildung geben, noch Einiges zu sagen, dürfte insofern gerechtfertigt erscheinen, als einerseits gerade bei Gegenständen aus diesem Bereiche des Alterthums oft die unmittelbare Handhabung derselben nöthig ist, um sich eine Vorstellung über ihre ursprüngliche Bedeutung zu machen, andrerseits ja nicht selten eine dargelegte Vermuthung durch erregten Widerspruch zur Einsicht führt. Was hier gesagt, gilt zwar nicht in Bezug auf die angeführte Urne und die Brustnadel. Formen, die, wie bei der letzteren, entfernt eine Thiergestalt nachahmen, kommen sehr häufig vor, und in Bezug auf die erstere lassen die scharfe, schöne Profilierung, sowie das einfache, doch charakteristische Ornament über ihre Verwandtschaft oder ihr Herkommen kaum in Zweifel. Wir bemerken hier nur noch, daſs die Urne aus blaſsroth gebranntem Thon besteht.
Schwieriger dürfte es sein, das aus den sechs Ringen zusammengesetzte Gehänge zu erklären. Dieselben wurden ohne Zweifel für die Ineinanderfügung, in welcher sie gefunden sind, gefertigt. Denn jeder einzelne Ring -- der gröſste derselben miſst im Längendurchmesser 8″ Par. Mſs. der kleinste 5″ Par. Mſs. -- konnte bei seiner ovalen, oben zugespitzten Form nicht die Bedeutung haben, die man sonst diesen Ringen und Reifen beilegt, den Kopf, Arm oder Bein zu schmücken und zu schützen. Wie aber wurden sie in ihrer Zusammenstellung getragen? -- Etwa platt auf der Brust, um so ein Stück eines Panzers zu bilden? -- Unglücklicher Weise liegen sie eben nicht platt; denn nicht nur hat der kleinere, die gröſseren zusammenfassende Ring fortwährend das Bemühen, die von den letzteren gebildete Ebene senkrecht zu durchschneiden, sondern auch diese sinken mit ihren oberen Enden neben einander und spreizen sich hängend entweder oben oder unten. In Verfolg einer Absicht, wie die oben berührte, würde man zweckmäſsiger zu Werke gegangen sein. -- Versucht man die Ringe auf den Kopf zu legen, um sie etwa hier als Schutz dienen zu lassen, so fügen sich zwar drei in passenden Abständen an; drei hängen und starren aber als unauflösliche Räthsel umher. Jede andere Auskunft, den Zweck dieser Ringe zu erklaren, stöſst auf Schwierigkeiten, die in ihrer Eigenthümlichkeit begründet liegen, so daſs man endlich auf den Gedanken geführt wird, ihnen jeden weiteren Zweck abzusprechen, den sie nicht auch in sich, d. h. in der Kostbarkeit, welche man ihnen für ihre Zeit zuerkennen muſs, beschlossen. Unseres Wissens ist das in den alten Dichtungen so auffallend hervortretende Moment, der Werth, der den Schätzen als solchen beigelegt wird, um deren bloſsen Besitz so manche Gefahr bestanden, so manche Mühe aufgewendet wurde, dahin der Führer und Hortbewahrer höchstens einen Griff that, um ausgezeichnete Verdienste zu belohnen, auf die Ausgrabungen und wirklich vorhandenen Schätze noch nicht angewendet worden. Wäre eine solche Erklärung nicht so auſserordentlich leicht, so dürfte sie bei manchen noch nicht enträthselten Stücken, wie bei dem Münchener goldenen Hute u. a., ebenso willkommen sein.
Unser Gehänge ist so eingerichtet, daſs jeder einzelne Ring vermöge seiner oben befindlichen Oeffnung durch leichten Ruck aus dem geschloſsenen und dem ganzen Verbände gelöst werden kann. Sollte nicht auch die Absicht dagewesen sein, sie für bestimmte Fälle daraus lösen zu lassen? -- Der besprochene Fund fällt zwar ohne Zweifel in eine Zeit, welche der des Nibelungenhortes vorangieng, doch sicher auch in eine spätere Epoche und in so entwickelte Verkehrsverhältnisse, worauf auch das abgebildete Gefäſs hinweiset, daſs die Sitte, theilbare Werthstücke mit sich zu führen, gewiſs mit einiger Wahrscheinlichkeit vorausgesetzt werden kann.
v. E.
Die Sprichwörtersammlung des Friedrich Peters.
Von Subrektor J. /Franck/ zu Annweiler.
(Schluſs.)
Morgenrodt/ Den auend an dem thune floth. (Bl. ~H~iiij^b.)
Olde Fleesch wil Woes hebben/ Das ist/ alte Leut woͤllen gern im nassen seyn vnd drincken. (Bl. ~I~ij^a.)
Buwen vnd Kyff/ Koͤste vnd schoͤn Wyff/ Nemen Penning vnde Lyff. (Bl. Kiij^a.)
Beer vnde Brot/ Maket mannigen Schalck groth. (Bl. ~L~ij^a).
Darup ick my vorleht/ De was de jene/ de my vorreth. (Bl. ~Lv~ij^a.)
Darna einer deyth/ Darna ydt em geyth. (Bl. ~Lv~ij^a.)
De lidet Pin vnd schmerte groth/ De gerne bleef/ vnd doch scheden moth. (Bl. ~Ov~^a).
De Schlieter auerwint den Bieter. (Bl. ~Ov~iij^b.)
De Dodt vnd ein Brut/ Voͤhren tho allen dohren uth. (Bl. ~P~ij^b.)
Ein Kock vnd ein Bock. Ein Hoer vnd ein Buͤckinck/ Stincken nicht ein luͤtting. (Bl. ~X~iiij^a.)
Ein othmoͤdig fahren ys bether/ als ein hochmoͤdig gahn. (Bl. ~Xv~iij^b.)
Ein Perd/ dat vp den Beinen ys styff/ Dartho ein wol bewandert Wyff. Ein Knecht/ de helft veel Heren gehat/ Darup heng nemand synen schadt. (Bl. ~Y~^a.)
Idt ys kein ampt so gut/ dar lopt ein Deef uth. (Bl. ~Aav~iij^a.)
Gedruncken Wyn mit mathe/ Deyth den Minschen grothen bathe. (Bl. ~Ff~iij^b.)
Hoff wil schlete hebben/ Das ist/ hauſshalten gehet ohn vurath vnnd vnkosten nicht ab. (Bl. ~Ii~ij^a.)
Coͤllen vnd Aken/ lethen sick vp einen Dach nicht maken. (Bl. ~Llv~iij^a.)
Laduͤncklin manchem schaden doth/ Dat he mit Reuling baden moth. (Bl. ~Mm~ij^b.)
Lecker kelen kosten vele. (Bl. ~Mmv~^b.)
Luͤtke Bate gute bate: Kleine huͤlffe gute huͤlffe. (Bl. ~Mmv~iij^b.)
Luͤtke gaue gute gaue. ibid.
Luͤtke M[u^]se hebben ock sterte. ibid.
Luͤtke Perde dichte Perde. ibid.
Luͤtk vnde vaken/ Bekleidet den nakeden. (Bl. ~Nn~^a.)
Luͤtk vnde wreed/ Maket manchem syn Huſs leed. ibid.
Scholde men de schelden alle vor bouen/ De Geldts vnde gudes wol behouen. So most man mannigen guden Gesellen/ Vnder de losen Bouen tellen. (Bl. ~Ssv~^a.) --
Die Heiligen fallen auch. (I. Bl. ~Bv~^a).
Es ist kein Haͤuſslin/ es hat sein Creutzlin. (I. Bl. ~C~ij^a.)
Je mehr Wort/ je arger Gebet. (I. Bl. ~Dv~^b.)
Ein alter Furman ist ein guter wegweiser. (II. Bl. ~Sv~^b.)
Ein alter Kornboden ohn Meuse/ Ein grindig Heubt ohn Leuse. Ein grosser Jahrmarckt ohn Diebe/ Ein junger Held ohn Liebe. Ein alter Wucherer ohn Geld/ Sind seltzam ding in der Welt. ibid.
Ein alter Pelse ist selten ohn Leuse. (Bl. ~Sv~j^a.)
Es sind nicht alle Huren/ die einem Mann zu willen sind. (Bl. ~Ccv~j^b.)
Es sind nicht alle Koͤche/ die gern Gruͤtz essen. ibid.
Luͤbeck ein Kauffhauſs/ Hamburg ein Brawhauſs. Braunschweig ein Ruͤsthauſs/ Luͤneburg ein Saltzhauſs. Halberstat ein Pfaffenhauſs. (Bl. ~Mmv~iij^a.)
Mit Nesteln fahet man an zu spielen. (Bl. ~Pp~iij^a.)
Nord Ost/ Ist der Luͤbschen Frawen trost. (Bl. ~Qqv~^b.)
Sanct Vlrich vnd seinen Cumpan/ Ruffen die volle Bawren an. (Bl. ~Rrv~^b.)
Sawr vnd solt/ macht oldt/ Das ist/ wer sawr vnd saltzig essen vertragen kan/ der lebt lange. (Bl. ~Rrv~j^a.)
Scham in der Noth/ ist boͤser Hauſsrat. (Bl. ~Ss~ij^b.)
Sorg felt nicht vmb. (Bl. ~Ssv~iij^a.)
Taffelrecht vnd Saltzinnigung sol man nit brechen. (Bl. ~Tt~iij^b.)
Vmbkehren ist das best am Tantz. (Bl. ~Vv~^a.)
Von einer Wurst kompt ein Hauſs voll rauchs. (Bl. ~Xxv~^b.)
Was du wilt/ das verschwiegen bleib/ Das soltu sagen einem Weib. Es bleibt in jhrem Mund verschlossen/ Als hettstu Wasser in ein Sieb gegossen. (Bl. ~Yy~iij^a.)
Was man nicht gibt dem HErren Christ/ Das frist doch die gemeine Kist. (Bl. ~Zz~^b.)
Weiber machen Menner. (Bl. ~Zzv~ij^a.)
Wenn das Korn gedyet auff dem Sande/ So ist Hunger im Lande. (Bl. ~Aaav~ij^a.)
Wenn die Muͤnch reisen/ so pfleg es gern zu regnen. (Bl. ~Bbbv~j^a.)
Wenn ein Westpheling auſs seinem Land reiset/ so scharret er den weg hinder jhm zu/ daſs er jhn nicht koͤnne wider finden. (Bl. ~Ccc~ij^b.)
Wenn man einen Fleming im Sack durch Welschland oder Franckreich truͤge/ so lernet er die Sprache. (Bl. ~Cccv~iij^a.)
Wer auff der Gassen deſs nachtes gehet/ Vnd auff der Lauten vnd Zitter schlegt. Vnd nur da fleiſs an wenden deit. Der ist ein Aff von Ripenscheit. (Bl. ~Eee~j^b.)
Wer einem Bawren den Hindern kratzt/ dem hofiert er zu lohn in die Hand. (Bl. ~Fff~^a.)
Wer hat ein frech Pferd jung und wacker/ Vnd einen harten steinichten Acker. Ein boͤsen Zaum vnd stumpffen Pflug/ Dem wird zuschaffen vbrig gnug. (Bl. ~Ggg~ij^a.)
Wer sahe den Wolff fuͤr dem Artzten ligen? (Bl. ~Iii~ij^b.)
Wer thut/ so viel er kan/ der thut so viel als der Bapst zu Rom. (Bl. ~Kkk~iiij^a.)
Wer wil mit geniessen/ Der muſs mit schiessen. (Bl. ~Lll~j^b.)
Wo ein Westfehling verderbt/ vnd ein Weide versort/ Da must sein gar ein schrager orth. (Bl. ~Mmmv~^a.)
Zehen Jahr Kindisch vnd klein/ Zwentzig Jahr ein Jungfrewlin, Dreissig Jahr ein Fraw Simon/ Virtzig ein herrin Matron. Fuͤnfftzig Jahr voller Religion. Sechtzig Jahr wol auſswarten kan. Siebentzig Jahr alt/ Vnd vngestalt/ Achttzig Jahr/ Vil heſslicher den vor. Neuntzig Jahr der Welt schabab. Hundert Jahr fuͤllet das Grab. (Bl. ~Nnnv~^b).
[Vgl. Anzeiger, 1832, 300; Gödeke, P. Gengenbach, 581 ff.]
Je naͤher dem Nappe/ je besser Kaͤſs/ Das ist/ Je frischer Kaͤſs/ je besser. (Bl. ~Ppp~^b.)
Wenn der Fisch ins dritte Wasser kompt/ so verursacht er den Todt/ das ist/ Wenn man nit Wein/ sondern Bier auſs Wasser gekocht drauff trinckt. (Bl. ~Pppv~^b).
Zum Muͤssiggang gehoͤren grosse Zinse oder hohe Galgen. (Bl. ~Pppv~iij^b.)
Das best gehoͤrt in Pfaffen. (III. Bl. ~Rrrv~^a.)
Die Morgenroͤte leugt nicht/ Ein dicker Bauch treugt nicht: Ists nicht Regen/ so ists Wind/ Ists kein Fett/ so ists ein Kind. (Bl. ~Rrrv~j^a.)
Es ist boͤſs zu heilen/ was der Wolff oder Pfaff beiſst. (Bl. ~Rrrv~ij^a.)
Im Sommer haben die Hanen rote Kemme. (Bl. ~Rrrv~iij^a.)
Keuff ein Vhr/ Nim ein Hur/ Schlag ein Pfaffen/ So kriegstu zu schaffen. (Bl. ~Rrrv~iij^b.)
Maler sind Swaler. (Bl. ~Rrrv~iij^b).
Narr vnd Doctor sind beide gleich bald genent. (Bl. ~Sss~^a.)
Studenten sind ohne Renten. (Bl. ~Sss~^b).
Wer viel geit/ Der wird viel queit. (Bl. ~Ss~iij^b.)
Wil mir Gott keinen Apostel geben/ so behalt er seine Maͤrterer auch. (Bl. ~Sss~iij^b.)
Zugabe.
Man kan nichts Fetters essen/ denn Speck in Butter gebraten. (III. Bl. ~Rrrv~iij^b.)
Man zeucht viel Lantzknecht auff mit einer Tonnen voll Buttermilch. (Bl. ~Sss~^a.)
Sol/ mir/ sind der Pfaffen noten; Ich/ sol/ gehort den Bawren an. (Bl. ~Sss~^b).
Trincks gar aus/ So wird ein voller Moͤnch daraus. (Bl. ~Ss~ij^a.)
Welcher Arzt kan seinen Hund von den Floͤhen erretten? (Bl. ~Sss~ij^b.)
Wer todt ist/ den begrebt man mit der Haut/ wie einen Bischoff. (Bl. ~Sssiij~^b.)
Ungeachtet ihrer Reichhaltigkeit und ihres unleugbar inneren Werthes, war die Kenntniſs dieser Sammlung von jeher[A] und, wie es scheint, schon in älterer Zeit (schon bei /Cleſsius/ fehlt sie) eine sehr beschränkte, auch erlebte sie nur diese einzige Auflage, und Exemplare sind nur mit Mühe zu beschaffen. Welche Ursachen es waren, die dem Buche dieses dunkle und unverdiente Loos bereitet haben, ist schwer, wo nicht unmöglich, zu sagen -- „habent sua fata libelli“. Bei alten Sammlern habe ich ihren Namen nicht gefunden, wenn es gleich nicht unwahrscheinlich ist, daſs diese, z. B. /Weidner/ und /Lehman/, einen Theil ihres Inhalts ganz nach Belieben und ohne kriegerischen Lärm „annectiert“ haben. /Zincgref/, welcher (Apophthegmen, Straſsburg, 1626. Bl. b2 a/b) Bebel, Agricola, Franck, Olorinus Variscus, Gruterus u. a. kennt und gebraucht, ist sie unbekannt; auch /Schottel/, in der Literatur der Sprichwörter nicht unbewandert, thut, obgleich er (Teutsche Haubt Sprache, 1663, S. 1111) die wichtigsten Sammler von Bebel bis Weidner aufführt, ihrer weder hier, noch in dem Tractate „Von Teutschlands und Teutschen Scribenten“ (ebend. S. 1150-1214) Erwähnung. Erst neuere Sammler, wie /Eiselein/ und vor Allen /Wander/, haben angefangen, dem Buche die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken, und namentlich ist der letztere bestrebt, den reichen Schatz, welchen diese Sammlung birgt, planmäſsig und mit Angabe der Quelle zu heben und ihn seinem groſsen und verdienstlichen Werke einzufügen.
/Friderich Peters/ (/so/ und nicht „Petri“ unterschreibt er sich selbst in deutschen Buchstaben am Schlusse der Vorrede), geb. 10. März 1549, besuchte die Schule zu Ilfeld, dann die Universität Wittenberg, wurde daselbst Magister und erhielt später das Conrektorat der Martinsschule zu Braunschweig. Im J. 1578 Prediger an der Andreaskirche daselbst, sowie 1594 Senior des Ministerii geworden, starb er zu Braunschweig 1617. Seine lateinischen und anderen deutschen Schriften sind bei Jöcher a. a. O. verzeichnet.
FUSSNOTEN:
[Fußnote A: Die meisten Literarhistoriker kennen sie nicht, oder halten sie der Nennung unwerth, so /Bouterweck/, /Menzel/, /Laube/, /Pischon/, /Wolff/, /Koberstein/, /Kurtz/ u. a. m.; selbst /Gervinus/ erwähnt sie nur vorübergehend (III, 67) mit dem Beisatze „1565“, ein Beweis, daſs sie auch ihm autoptisch fremd geblieben ist; der erste, der, so viel mir bekannt, ihren Werth richtig erkannte, war (auſser Nopitsch) /Gödeke/ in seinem Grundriſs I, 112-113, sowie /Hoffmann von Fallersleben/, der einzige, der, ohne aber in die Sammlung einzugehen, schon vorher in seinen „Spenden zur deutschen Literaturgesch.“ I, 11-20 einige Proben, jedoch nur Reimsprüche und in erneuerter Schreibweise, aus ihr mitgetheilt hatte. -- Jöcher im Gelehrten-Lexikon (III, 1441) betitelt sie, mit Bezug auf Rehtemeyer’s Braunschw. Kirchen-Historie „dicta selecta et proverbia“ und führt sie unter Peters’ lateinischen Schriften auf.]
Die Landrichter zu Sulzbach im 14. und 15. Jahrhundert.
Mitgetheilt von /Leonh. Platzer/, k. Landrichter, zu Sulzbach.
(Schluſs.)
Dieses Wilhelm Paulsdorfers Gemahl war Margaretha von Eck, gestorben 1495. Anno 1579 hat Stephan Paulsdorfer, der einzige Erb dieses uralten adelichen Stammes die pfründ zu Regenspurg verlassen, und ist zur Fortpflanzung des geschlechtes in Ehestand getreten mit Anna Maria, Bernhard Stingelhammers[34], pflegers zu Sulzbach, Tochter.
21. /Hartung von Eggloffstein/[35] 1473.
22. /Hans von Parsperg/, 1473[36]. Dises ist auch der alten edlen geschlecht eins in unsern Nortgau gewesen, hat den Namen vom Schloſs Parsperg am Wasser die Laber genand gelegen. Moriz von Parsperg hat den allereltesten Turnir zu Magdeburg aõ 936 beigewohnt. Aõ 1246 starb Fridrich von Parsperg Bischoff zu Aichstett. Dietrich von Parsperg verkaufft König Ludwigen den Beyern den 4. theil des Schlosses Neidstein in Nortgau gelegen aõ 1326. Herr Hans von Parsberg Ritter pfleger zu Hemau 1394 verlies 12 Kinder, 7 Söhn und 5 Töchter; diesem Hans von Parsperg verpfändet Pfalzgraff Johannes die Graffschaft Lupurg[37] 1395; sein eltester Sohn[38] ist Bischoff zu Regenspurg worden, 1437.
23. /Martin von Wildenstein/, 1478[39], eques auratus, † 1484[40].
24. Im ist in der Pfleg von Sulzbach gefolgt von Herzog Alberto aus Beyern dahin gesetzt Landtgraff /Fridrich von Leuchtenberg/, hat aber die pfleg nicht persöhnlich bezogen, sondern mit Bewilligung Alberti einen vicarium hingesetzt nehmlich Hannsen von Ramming[41]. Der Leuchtenberger Stammhaus ist Leuchtenberg nicht weit von der Nab, auf einen sehr hohen Berg, in alten briflichen Urkunden wirds Luickam berg genennt.
25. Friderico zum Leuchtenberg folget 1487 in dem Landrichteramt zu Sulzbach /Heinrich Nothaft/ von Werenberg Ritter, das ist auch ein uralt geschlecht[42]. Ein Heinrich Nothaft war 1408 Bürgermeister zu Regenspurg hernach[43] vicedom in Niderbeyern[44]. Herr Albrecht Nothaft war Stathalter zu Cham, dessen Sohn Heinrich Nothaft Pfleger zu Sulzbach ist gestorben 1508[45].
26. Im Jahr 1499[46] ward Landrichter in Sulzbach /Hans von Lichau/, so aber das folgend Jahr ist mit Dot abgangen[47]. Es finden sich auch im Marggraffthum Barreuth Lichauer haben ihren Rittersitz zu Dandorff[48].
27. Anno 1499 ward Landrichter zu Sulzbach /Albrecht von Murach/ zu Guteneck[49], ist gestorben zu Sulzbach aõ 1501. Seine Mutter ist eine Egelofsteinerin gewesen.
28. Im folget /Albrecht Stiber/[50] ein fränkischer von Adel[51], er hat sich im Schlos zu Rosenberg aufgehalten[52].
29. /Sigmund von Paulsdorf/ zu Kührn aõ 1503[53]. aõ 1498 war er Oberlichter zu Mönchen, ist 1519 gestorben[54].
30. Aõ 1504 ist /Sebald Stiber/, Landrichter zu Sulzbach und nach ihn aõ 1505 sein Bruder Sebastian, der letzte unter den beyerischen Landrichtern, denn nach dem beyerischen Krieg ist Sulzbach auf Pfalzgraffen Ruperti hinterlassene junge Erben, Ottheinrichen und Phillippen durch Mildigkeit Keysers Maximiliani gefallen[55].
FUSSNOTEN:
[Fußnote 34: Stingelhaimers. _G. M._]
[Fußnote 35: circa annum 1473; ist vielleicht der Egloffsteiner gewesen Nro. 19 und hat das andere mal die Pfleg zu Sulzbach angetretten. G. M.]
[Fußnote 36: circa a. Ch. 1477. _G. M._]
[Fußnote 37: Pipburg. _G. M._]
[Fußnote 38: Friderich. _G. M._]
[Fußnote 39: cc. A. C. 1478. _G. M._]
[Fußnote 40: Ist vielleicht des vorigen Wildensteiner’s Vatter oder Sohn gewesen. _G. M._]
[Fußnote 41: Bei _G. M._ ist an dieser Stelle folgender ausführlicher Excurs eingeschaltet: „Die Landgraven von Leuchtenberg haben einen Theil vom Nordgau inn gehabt. Ihr Stamm-Hauſs ist Leuchtenberg, nicht weit von der Naab, auf einen sehr hohen Berg, daſs man solch Schloſs auf viel Meilwegs sehen kan. In alten Brieflichen Urkunden wirds Luickenberg genannt; sind vorzeiten mächtige Fürsten gewesen, die aber hernach sehr abgenohmen vnd eine Herrschafft nach der andern verkaufft. A. 1281 verkaufft Landgrav Vlrich den Burggraven zu Nürnberg das Schloſs Rauhen Culm, welches auf einen hohen Berg im Nordgau gelegen, welcher Berg wegen seiner Höhe auf 5 oder 6 Meilen kan gesehen werden. Ist noch heutiges Tages, samt dem beyliegenden zerstörten Städlein, das Neustadt am Culm genannt, Marggrävisch, so sich Burggraven zu Nürnberg schreiben. Das Schloſs aber Rauhen Culm ist im Marggrävischen Krieg durch die Nürnberger zerstöret worden, und nichts mehr zu sehen, dann etliche rudera und Stein-Hauffen. Kayser Ludovicus Bavarus kauffte vom Landgraven Vlrichen, mag vielleicht des vorigen Sohn gewesen seyn, die Herrschafft Floſs und Parckstein um 1450 Mark Silbers geschehen A. 1316 wie solcher Kauff Brief zu Pfreimbd vorhanden. Dieser Landgrav Vlrich verkaufft auch Herzogen Heinrich, dem jüngern, in Bayern die Veste Falckenstein: an der Bezahlung gab ihm der Herzog Pfreimbd, A. 1332, welches Amt zuvor durch einen Bayerischen Pfleger ist verwaltet worden. A. 1366 theilten die 2 Brüder Vlrich und Johann, Söhne Vlrici, mit einander Pfreimbd, Leichtenberg, zum Stein, Stierberg, Pezenstein, Dürschenreuth, Pleystein, Reichenstein, Schönsee, Gravenwörth, Schwarzenburg, Rätz, Waldmünchen; A. 1405 verkaufft Landgrav Johann Creilſsheim den Burggraven zu Nürnberg. A. 1418 verkaufft Landgrav Johann, vorigen Johannis Sohn, Pleystein mit aller Zugehör im Nordgau Pfalzgrav Johanni um 12000 fl. A. 1449 ward Landgrav Luitpold Vicedom zu Amberg, starb im Jahr 1463. Luitpoldi Sohn war Landgrav Fridrich Sulzbachischer Vicedom; Seine Gemahlin war Dorothea, Grav Philipps von Scheineck Tochter. Von diesem Graven Philipp kommt Gravenfeld an die Landgraven. Dieser Landgrav Fridrich hat unter andern Kindern einen Sohn gehabt, Johann genannt, Vicedom zu Amberg, der Sulzbacher abgesagter Feind, so ihnen im Bayrischen Krieg viele Feindseligkeiten bewiesen, dann er diente Pfalzgraven Ruperto, darum ward er auch mit ihm vom Kayser Maximiliano in die Acht erkläret: ist gestorben 1531. Verlieſs 3 Söhne..... so nicht wohl bey Sinnen, Christoph einen wackern Kriegsmann zu Caroli V. Zeit, und Georgen, dessen Gemahlin eine Marggravin zu Brandenburg und ist im Marggrävischen Krieg sehr zu schaden kommen, er starb 1555, verlieſs einen Sohn Georg Ludwig, welcher offt zu Ott-Heinrichen nach Sulzbach kommen, Principum Mercurius, so seine meiste Zeit mit hin und wieder Reisen hat zugbracht, und ist endlich zu Wien gestorben. Hat einen unehlichen Sohn verlassen, in welchem nichts Fürstliches zu sehen war. Ist endlich von seinem Schwager Maximiliano, Herzogen in Bayern in ein Closter verschlossen worden. Factus ex desperatione Monachus, in dem doch nichts geistliches jemahls gewesen. Sein Sohn war Maximilianus Adam, der letzte seines Namens und Stammes, starb A. 1646.“. --]
[Fußnote 42: in vielen Historien berühmt. _G. M._]
[Fußnote 43: Cämmerer und Vicedom. _G. M._]
[Fußnote 44: in grosen Ansehen. Herr Haimerann Nothafft, Ritter, ward A. 1416 Pfleger zum Parckstein bei der Weiden. _G. M._]
[Fußnote 45: Dieses Geschlecht ist noch heut in gutem Esse. _G. M._]
[Fußnote 46: Bei _G. M._ wol richtiger: 1490.]
[Fußnote 47: Dieſs edle Geschlecht ist auch der alten Tournier-Geschlecht eines, so sich lange Zeit im Nordgau aufgehalten, wie dann zu meiner Zeit ein Lichauer zum Albershof gewohnet, so aber gar ins Abnehmen gerathen. _G. M._]
[Fußnote 48: Auf Hans von Lichau folgen bei _G. M._ unter Nr. 28 u. 29 nachstehende zwei Landpfleger:
28. /Wolf von Parsberg/, Eques auratus, A. C. 1492, Hannsen des Aeltern Sohn, und des jüngern Hannsen Vatter, ist lang Pfleger gewesen zu Neuburg an der Donau. Nach seines Vattern Todt hat er eine lange Zeit mit seiner Mutter gehaust, der hinterlassenen Güter halben. Sein Weib ist eine von Wildenstein gewesen, mit welcher er 2 Sohne gezeuget, Herrn Hannſs, davon hernach soll gesagt werden, und Gilgen.
29. /Georg Marchalck/ (_so!_) von Ostheim hat ihm succedirt, A. C. 1494. Die von Ostheim sind vornehme Fränckische vom Adel, haben ihren Ritter-Siz in der Gravschafft Henneberg.]
[Fußnote 49: Ist ein altes berühmtes Geschlecht, derer im Tournier-Buch offt Meldung geschicht. Albrecht Murach zu Guteneck, vielleicht dieses Anherr, ist Vicedom oder Statthalter zu Amberg gewesen cc. A. C. 1447. Dieser Albrecht, Landrichter zu Sulzbach, ist getorben A. 1501. Sein Weib ist eine Egloffsteinerin gewesen. _G. M._]
[Fußnote 50: A. 1502. _G. M._]
[Fußnote 51: Eines sehr alten fürtrefflichen Geschlechts. _G. M._]
[Fußnote 52: Er hat sich in der Belagerung der Stadt Sulzbach wieder die Böhmen ritterlich gehalten mit seinen beeden Söhnen Sebald Stieber und Sebastian, und groſses Lob davon getragen, wie droben in der Belagerung der Stadt Sulzbach mit mehrerem zu lesen ist. Der letzte Pancratius Stiber, vielleicht des Alberti Nepos, hat auch auf dem Schloſs zu Rosenberg gewohnet, ist erst A. 1542 gestorben. _G. M._]
[Fußnote 53: Vom Herzogen Albrechten in Bayern dahin verordnet a. C. 1503. Kann aber nicht lang dagewesen seyn, dann seiner in der Belagerung Sultzbach nicht gedacht wird. _G. M._]
[Fußnote 54: Liegt zu Regensburg begraben. Sein Sohn Sebastian von Paulsdorf ist zu hohem Alter kommen, dann er erst A. 1570 verstorben; liegt zu Regensburg bey S. Lazarus begraben. _G. M._]
[Fußnote 55: Die haben hernach die Pfleg Sulzbach nach ihrem Belieben bestellet. Diese Verzeichnüſs der Bayrischen Landrichter habe aus einem Manuscripto Herrn Jugleri genohmen. _G. M._
Es folgt nun ein besonderes Kapitel: „Von den Pfalzgrävischen Landrichtern zu Sulzbach“, deren 24 aufgezählt werden; nämlich:
1. Sebastian Wild von Wildenreuth, 1506.
2. Hans Pflug zu Perschen u. Königswart, 1509.
3. Hans Nothaft zu Weissenstein, 1512.
4. Hans Pappenberger, 1525.
5. Hans Sinzenhofer von Deiblitz (_G. M._ Dieblitz), 1526.
6. Haug von Parsperg, 1530.
7. Görg Ludwig von Sensheim zu Hohen-Kettenheim, 1543.
8. Hans Adam Wispeck v. Velburg (zu Wincklern, _G. M._), 1546.
9. Erasmus von Truppach u. Thierstein, 1549.
10. Konrad Pillenhöfer, 1552.
11. Hans Christoph von Freudenberg, 1557.
12. David Fuchs von Arnschwang und Schneeberg, 1560; starb am 2. Juni eodem anno.
13. Ulricus Sitzinger, berühmter juris consultus, + 1574 (1. August 1560; _G. M._)
14. Wilhelm Freyherr zu Heydeck, Hornstein u. Neustadt (an der Wald-Nab, _G. M._), 1565.
15. Hans Adam von Moroldingen auf Wolfseck und Hornbach, 1573.
16. Hans von Freudenberg zu Rupprechtstein und Neukirchen, 1582.
17. Hans Jakob von Pertachingen (Berlachingen, _G. M._), 1584.
18. Achatius von Guttenberg, 1592.
19. Georg Friedrich von Eyb, 1594.
20. Hans Fridrich Pelkover von Moſswang, 1595.
21. Friedrich von Schalley, ein Heſs v. Malsfeld u. Mönchshofen, 1606.
22. Adam Freyherr von u. zu Hebersdorf, Brauneck u. Lybach, aus der Steyermark bürtig, 1612.
23. Wolf Phillipp von Brand auf Kürmreuth, 1615.
24. Otto Pflug, ê nobillissima Pflugiorum familia, 1627.
Fast all diesen Namen sind biographische Bemerkungen beigefügt, und zwar in der Handschrift des german. Museums meist in weit ausgedehnterem Maſse, als in der des Sulzbacher Archivs. Dies gilt besonders von den Nummern 6, 8, 14, 21 und 22. D. Red.]
Das Schreier-Landauerische Grabmal zu Nürnberg.
So viel uns bewuſst, ist nachstehender Vertrag über das bekannte und nicht leicht von einem Besucher Nürnbergs unbeachtet gelassene Schreier-Landauerische Grabmal noch unbekannt; die Veröffentlichung desselben wird daher keiner Entschuldigung bedürfen. Er befindet sich in dem zum städtischen Archive von Nürnberg gehörenden Gerichtsbuch, Conservatorium genannt, Tom. O (8) fol. 186a.
Adam krafft confitetur, das Jm Sebolt Schreyer vnd Mathias Landawer angedingt haben, die figur des gemels, bey Iren Begrebnussen zu Sandt Sebolt, hindten am kor In stainwerck zubringen Nemlich das er erstlich auff das furderlichst guten gantzen und vnwettereſsigen stain zu Fach oder an andern enden, darzu bestellen vnd brechen lassen soll, Doch was derselb zu brechen cost, Das Schreyer und Landawer dasselb betzaln, vnd Im den mit furn herein bestellen sollen, an das ende da er den Arbeiten will, Er soll und wol auch darnach solich arbait auff das fürderlichst anfahen, Auch darob beleyben vnd die auff Ir angeben auſsmachen nach dem besten, Vnd die sosy auſsberait sey alsdann auff seins selbs wagknuſs und costen an dem gemelten ende auffmachen Vnd so die also an die statt gantz auſsberait. vnd auffgesatzt sey Soll und woll er sein vorderung für soliche arbeit tun, Doch das die vber hundert vnd lx fl.. So er yeczo geuordert hab nit treffe. Dagegen sollen Im Schreyer und Landawer auch ain Erber zimlich gebott tun, Vnd wo sy sich darauff der belonung nicht verainen möchten. Das dann er der krafft ainen oder zwen darzu solte nemen. Deſsgleichen Schreyer und Landawer auch tun sollen. Vnd was dieselben zwischen Inen würden auſssprechen Dabey solt es beleyben, Wo sy sich aber nit verainen und gespalten sein würden, So solten die zwen den dritten, oder die vier den fünfften zu Inen nemen, Vnd was also durch die Drey oder die fünff gesprochen würd des solten sy sich zu allen tailen benügen laſsen, Wer auch sach das er der krafft In mittler zeitdieweyl er an solicher arbait machet, gelts zu zerung In seinem hawse nottürfftig sein würd. Solten Im Schreyer und landawer die zimlicher weyse vnd bey aintzing geben Darvmb das er dester baſs ob solicher arbait beleyben möcht, Doch das die selb gab des zergelts vber l oder lx fl. Rh. nit träfe. Die vorgenanten Schreyer und Landawer haben auch alsbald bekant Das sy allem dem. So Ine, wie vorlawt zugepüre, Auch volg vnd volziehung tun wollen, Alles getrewlich und vngeuerlich. Testes Rogati, Martin haller vnd Endres von watt, Actum Sabato post Natiuitatis Marie. 90 (11. Sept. 1490).
Darunter in anderer Schrift:
Adam krafft hett Sebolden schreyer und Mathias Landawer. vnd hinwiderum haben sie bede In auch quitt ledig vnd lose gesagt. In lawt diſs vertrags Auch vmb die besserung vnd alle annder sache das werck antreffende nichtzit auſsgenomen noch hindangesetzt vt in forma meliori Testes Rogati Enndres Harsdorffer vnd Hans Haller Jorgen hallers seligen Sune actum 2^{a} post Johannis ante portam latinam lxxxxii (7. Mai 1492).
Daſs die beiden Namen Matthäus und Matthias von den Schreibern oft verwechselt worden sind, sieht man auch hier. Landauer hieſs Matthäus.
/Nürnberg./ /Lochner./
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. Sebald’sche Buchdruckerei.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
1866. Nº 12. December.
Chronik des germanischen Museums.
/Nürnberg/, den 15. Dec. 1866.
Wir haben an die Spitze der letzten Chronik dieses Jahres die höchst erfreuliche Mittheilung zu stellen, daſs Se. Majestät der /König Ludwig II. von Bayern/ während seines mehrtägigen Besuches in Nürnberg dem Museum, in Begleitung des Prinzen Otto, die Ehre eines längeren Besuches schenkte und nicht blos die Sammlungen besichtigte, sondern auch den Repertorienarbeiten seine Aufmerksamkeit zuwendete. Das eingehende Interesse, welches der König für das Museum und dessen Gedeihen an den Tag gelegt, läſst uns die frohe Hoffnung hegen, daſs Se. Majestät demselben ein wohlwollender Gönner sein werde. Unsere Nationalanstalt hat in Bayern eine Heimat, hat daselbst Grund und Boden gewonnen; wohlwollende Förderung von Seite der erlauchten Fürsten und der Regierung dieses Landes haben es möglich gemacht, daſs das Institut sich frei und unabhängig bewegen konnte, und daſs es demgemäſs die Resultate erreichte, die jetzt die Hoffnung auf eine schöne Zukunft gestatten. Es ist daher auch Pflicht unserer Anstalt, keine Gelegenheit vorübergehen zu lassen, um den Dank für den gütigen Schutz auszusprechen und um dessen Fortdauer zu bitten.
Aber auch der übrigen Fürsten Deutschlands und ihrer hohen Regierungen, die uns so reichliche materielle und geistige Förderung unserer Zwecke zu Theil werden lieſsen, haben wir in Dankbarkeit zu gedenken. Auch an sie richten wir die Bitte, in Zukunft eben so wohlwollende Gönner und Förderer der Nationalanstalt zu sein. Endlich haben wir am Schlusse des Jahres Dank zu sagen den Tausenden aus allen Klassen des deutschen Volkes, die das wissenschaftliche Nationalinstitut durch ihre Thätigkeit, durch Geschenke für die Sammlungen, wie durch Geldbeiträge förderten. Mögen auch sie stets eingedenk sein, daſs dieses Institut, auf dem Boden der Wissenschaft begründet, ein mächtiges geistiges Einheitsband ist!
Speciellen Dank haben wir abzustatten Sr. Majestät dem Könige von /Sachsen/, der seinen seitherigen Jahresbeitrag von 200 Thlr. auf drei weitere Jahre zugesagt hat. Aus /mittelfränkischen/ Kreisfonds wurde dem Museum ein Beitrag von 375 fl., aus /oberbayerischen/ von 250 fl., aus /oberpfälzischen/ von 50 fl. übermacht. Herr Banquier /Federer/ in Stuttgart, welcher eine 4% bayerische Obligation als Depositum für die Aktiengesellschaft gegeben hatte, hat auf diese verzichtet; sie wurde zur Minderung der v. Aufseſs’schen Schuld dem Herrn H. v. u. z. Aufseſs übergeben.
Das herzogl. /braunschweigische/ Staatsministerium hat einen Gipsabguſs des berühmten bronzenen Löwen auf dem Burgplatze zu Braunschweig, der heuer sein 700jähriges Jubiläum feierte, für die Kunsthalle des Museums durch Bildhauer Howaldt anfertigen lassen. Se. Durchlaucht Fürst /Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg/, der unsern Anzeiger häufig durch seine gediegenen Aufsätze erfreute, hat dem Museum 150 Exemplare seines Schriftchens: „Die deutschen Farben: Schwarz-Gold-Roth, und die historische Berechtigung der rothen Farbe im deutschen Banner“ zum Verkaufe überlassen (vgl. die Anzeige am Schlusse). Wir machen hier mit Genehmigung Sr. Durchlaucht die Bemerkung, daſs die fragliche Schrift schon im verflossenen Frühjahre gedruckt wurde, also schon ehe der letzte Krieg in Aussicht stand, und daſs sie keinerlei Bezug auf irgend welche politische Frage hat, sondern rein historischer Natur ist.
Der erste Vorstand des Museums hat im verflossenen Monat zwei kostbare Codices, ein Missale vom Schlusse des 13. Jahrh. mit sehr vielen Initialen und 23 groſsen Miniaturbildern, die zu den schönsten ihrer Zeit gehören und, wie ein Vergleich mit österreichischen Kunstwerken jener Zeit zeigt, österreichischen Ursprungs sind, sowie ein Gebetbuch vom Schlusse des 15. Jahrhunderts, das niederländischen Ursprungs ist und eine groſse Zahl äuſserst zarter und schöner Miniaturen aufweist, bei einem hiesigen Antiquar getroffen, der dieselben nach Frankreich gehen lassen wollte. Der Preis von 900 fl., welcher für beide Codices gefordert wurde, war für das Museum, das noch unter dem Eindrucke der Calamität dieses Jahres zu leiden hat, unerschwinglich. Um jedoch diese Schätze für Deutschland zu erhalten, hat sie der I. Vorstand auf eigene Rechnung mit der Absicht gekauft, durch eine Sammlung den Betrag dafür aufzubringen, und sodann die zwei Codices als gemeinsames Geschenk aller Beitragenden dem Museum zu übergeben. Mit Genehmigung des Hrn. Landgerichts-Assessors v. /Cuny/ in Cöln wurde ein von ihm stammendes Depositum von 157 fl. 20 kr. (als Rest seines früheren Geschenkes) dazu verwendet, und der genannte Herr spendete auſserdem noch 175 fl. dazu. Ferner trugen dazu bei: Hr. App.-Gerichtsrath A. /Reichensperger/ in Cöln 8 fl. 45 kr., Hr. k. Baurath /Statz/ in Cöln 5 fl. 15 kr., Hr. k. k. Oberbaurath und Dombaumeister Fried. /Schmidt/ in Wien 11 fl 40 kr.; Herr Prof. /Ferstel/, Architekt der Votivkirche in Wien 11 fl. 40 kr, Herr Architekt L. /Heinrich/, Lehrer an der polytechnischen Schule zu Karlsruhe 3 fl. 30 kr., der Minoritenordenspriester _P._ Alexander /Lener/ zu Padua 100 fl., der fürstl. hohenzollern’sche Hofrath und Bibliothekar /Dr. Lehner/ in Sigmaringen 5 fl., der I. Vorstand 40 fl. 30 kr. Nachdem zwar der Kaufpreis in Anbetracht des Zweckes von 900 fl. auf 800 fl. ermäſsigt worden, bleibt doch noch immer ein bedeutender Rest zu tilgen, und der I. Vorstand erlaubt sich daher Freunde der Kunst und des Museums zu Beiträgen für diesen werthvollen Erwerb einzuladen.
Neue Beitrage wurden während der letzten vier Wochen folgende gezeichnet:
Von =öffentlichen Kassen=: Stadtgemeinde /Guſsnitz/ 3 fl. 30 kr.
Von =Privaten=: /Aha/: Pfarrer Wucherer 10 fl. (einm.); /Alzei/: Dr. Kolbeck, prakt. Arzt, 1 fl; /Berlin/: Kapellmeister Ludwig Erk 7 fl. (einm.); /Donauwörth/: Magistratsrath J. N. Kremer 2 fl. (einm.); /Eichstätt/: Officiant Christian Burckhardt 1 fl., Buchhändler Heinrich Hugendubel 1 fl., Kaufmann Mayer Dachauer 1 fl., Franz Xaver Obel, k. Stiftungsadministrator, 1 fl., Georg Otto Wappenschmitt, k. Postassistent, 1 fl.; /Eisenach/: Fabrikant Sälzer 3 fl. 30 kr.; /Hanau/: Metropolit und Schulvorsteher Calaminus 1 fl. 12 kr. jährlich u. 15 kr. (einm.); /Nördlingen/: Pfarrvikar Wilhelm Rüdel 1 fl. 45 kr.; /Nürnberg/: Kunstschüler F. Kolbe 1 fl. 45 kr.; /Reutlingen:/ Assessor Kolb 1 fl. 10 kr.; /Schwerin:/ Revisor Fr. Faul 1 fl. 45 kr., Gymnasiallehrer Dr. Regel 1 fl. 45 kr.; /Staffelstein:/ Peter Batz, Gemeindevorsteher in Ebensfeld, 30 kr. (einm.), Kaufmann Karl Dinkel in Ebensfeld 30 kr. (einm.), Oskar Fritsche, Gutsbesitzer in Kutzenberg, 1 fl. (einm.), Dr. Balthasar Fuchs, prakt. Arzt, in Ebensfeld 1 fl., Pfarrer und Distriktsschulinspektor Raab in Rattelsdorf 1 fl. (einm.)
Während des letzten Monats giengen unsern Sammlungen auſserdem, wie wir hiemit dankend bestätigen, folgende Geschenke zu:
I. Für das Archiv.
=Dr. Freih. von Löffelholz=, fürstl. Oetting. Wallerstein. Domanial-Kanzleirath, in Wallerstein:
3371. 3 Stück Inventare und Theilzettel über den Nachlaſs des Wilh. Barthol. Peller in Nürnberg. 1645 bis 1670. Pap.
3372. Abschiede von Unterthanen und Dienstleuten etc. 17. u. 18. Jahrh. Pap.
3373. Reise- und Transportpässe aus dem 17 u. 18. Jahrh. Pap.
3374. Kaufbriefe, Schuldscheine u. dergl. aus dem 17. u. 18 Jahrh. Pap.
3375. Etliches aus Criminalakten. 17. u. 18. Jahrh. Pap.
=Dr. Barack=, fürstl. Hofbibliothekar, in Donaueschingen:
3376. Tauschvertrag König Karls des Dicken mit Bischof Liutward (v. Vercelli). 880. Nebst einem Confirmationsbrief des Königs Arnulf über genannten Tauschvertrag dd. 888. Perg. Cop.
3377. Schenkungsbrief des Königs Rudolf für den Bischof Remboto v. Eichstätt über den Wildbann im Stainberger Forst. 1286. Perg.
3378. Dispensation des päpstl. Legaten Petrus für Waller von Aw. 1414. Perg.
=Freiherr v. Lützelburg=, k. Staatsanwalts-Vertreter in Eichstätt:
3379. Legitimationsbrief für Catharina Beckin. 1716. Perg.
II. Für die Bibliothek.
=Vorarlberger Museums-Verein= in Bregenz:
20,288. Ders., 5., 7. und 8. Rechenschaftsbericht. 1862, 64, 65. 4.
=Naturhistor. Landesmuseum v. Kärnten= in Klagenfurt:
20,289. Dass., Jahrbuch; 7. Heft, 1864, 1865. 8.
=H. Laupp=’sche Buchh. in Tübingen:
20,290. Theol. Quartalschrift; Jahrg. 48, 3. H. 1866. 8.
=Pini=, Stadtrichter, in Braunschweig:
20,291. Zwei braunschw. Mandate v. 1605 u. 1744. 2. 4.
=Dr. Johann Ritter von Hoffinger=, k. k. Ministerial-Sekretär, in Wien:
20,292. Ders., österreichische Ehrenhalle; III, 1865. 1866. 8.
=Dr. Ferd. Walter=, k. pr. geh. Rath und Universitäts-Professor, in Bonn:
20,293. Ders., d. alte Erzstift und die Reichsstadt Cöln; 1. Buch. 1866. 8.
=Dr. Tr. Märcker=, geh. Archivrath und k. Hausarchivar, in Berlin:
20,294. Schneider, das Buch vom rothen Adler-Orden. 1863. 4.
20,295. Stillfried, Register zu Band II-VII der Monumenta Zollerana. 1866. 4.
=Gustav Schlawitz=, Verlagsbuchhandlung, in Berlin:
20,296. Büchsel, Erinnerung an den Markgrafen Johann v. Küstrin. 1856. 8.
20,297. Hengstenberg, d. Duell u. d. christl. Kirche. 1856. 8.
20,298. Rocholl, Beiträge zu einer Geschichte deutscher Theosophie. 1856. 8.
20,299. Dreher, Leben, Lieder und Liederpflege der Augusta Maria, Markgräfin von Baden-Durlach. 1858. 8.
20,300. Becker, Dr. M. Luther, der deutsche Mann. 1861. 8.
20,301. Preuſs, d. Concil v. Trident. 1862. 8.
=Ph. v. Nathusius= in Neinstedt bei Quedlinburg:
20,302. Volksblatt für Stadt und Land; Jhrg. 1860-62. 4. (zum Theil incompl.)
=Robert Lampel=, Buchhandl., in Pest:
20,303. v. Adelburg, Entgegnung auf die von Dr. Franz Liszt aufgestellte Behauptung: daſs es keine ungarische Nationalmusik, sondern bloſs eine Musik der Zigeuner gibt. 1859. 8.
=Meyer=’sche Hofbuchhandlung in Detmold:
20,304. Preuſs und Falkmann, lippische Regesten; 3. Bd. 1866. 8.
=Gustav Ed. Nolte=, Verlagshandl., in Hamburg:
20,305. Saintes, histoire critique du rationalisme en Allemagne. 2^{me} éd. 1843. 8.
20,306. Mönckeberg, die Gründung d. Erzbisthums Hamburg. 1865. 8.
20,307. Mönckeberg, Ansgar der Apostel des Nordens. 1865. 8.
20,308. Mönckeberg, Joachim Westphal u. Johannes Calvin. 1865. 8.
=Dr. W. Wattenbach=, Universitäts-Professor, in Heidelberg:
20,309. Ders., Beiträge zur latein. Paläographie. 1866. 4.
=Dr. J. G. Flügel=, Consul der vereinigten Staaten von Nordamerika, in Leipzig:
20,310. Flügel, practical dictionary of the English and German languages; 2 Bde. 1861. 8.
=Smithsonian Institution= in Washington:
20,311. Dass., annual report etc. for the year 1864. 1865. 8.
20,312. Wittlesey, ancient mining on the shores of Lake superior. 1863. 4.
=Surgeon general’s office= in Washington:
20,313. Dass., circular no. 6: reports on the extent and nature of the materials available for the preparation of a medical and surgical history of the rebellion. 1865. 4.
=U. S. Sanitary commission= in New-York:
20,314. Dies., bulletin, 1863-65; 3 voll. 1866. 8.
20,315. Dies., documents; 2. voll. 1866. 8.
=Wilh. Mantels=, Professor u. Stadtbibliothekar, in Lübeck:
20,316. Ders., aus dem Memorial oder Geheim-Buche des Lübecker Krämers Hinrich Dunkelgud von 1479 bis 1517. 1866. 4.
=Verein für Lübeckische Geschichte= in Lübeck:
20,317. Ders., Zeitschrift etc., Bd. II, Heft 2. 1865. 8.
20,318. Ders., Beiträge zur nordischen Alterthumskunde; I. Heft. 1844. 4.
20,319. Classen, über Chrn. Ludw. Liscow’s Leben und Schriften. 1846. 4.
20,320. Deecke, Marienwold. 1848. 4. Progr.
20,321. Mantels, über die beiden ältesten Lübeckischen Bürgermatrikeln. 1854. 4.
=Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur= in Breslau:
20,322. Dies., 43. Jahres-Bericht. 1866. 8.
20,323. Dies., Abhandlungen; Abth. f. Naturwissensch. und Medicin, 1865-66. 1866. 8.
20,324. Dies., Abhandlungen; philos.-histor. Abtheil., 1866. 1866. 8.
=Historisch Genootschap= in Utrecht:
20,325. Dies., Kronijk; 21. Jaarg., 1865, 5. Ser., 1 D. 1866. 8.
=K. k. geographische Gesellschaft= in Wien:
20,326. Dies., Mittheilungen; VIII. Jhg., 1864, II. Heft. 1864. 8.
=Verein für hessische Geschichte und Landeskunde= in Kassel:
20,327. Ders., Mittheilungen, Nr. 1-4 und 8-10. 1861-63. 8.
=J. G. Cotta=’sche Verlagsbhandlung in Stuttgart:
20,328. Deutsche Vierteljahrs-Schrift. 29. Jhg. Oct.-Dec. 1866. Nr. 116. 1. Abth. 8.
=Emil Weller= in Nürnberg:
20,329. Uriel Acosta’s Selbstbiographie. 2. Aufl. 1849. 8.
=Historischer Verein für Steiermark= in Graz:
20,330. Ders., Beiträge etc.; 3. Jhrg. 1866. 8.
=Commission impériale archéologique= in St. Petersburg:
20,331. Dies., Compte rendu etc. pour l’année 1864. 1865. 4. Nebst Atlas, gr. 2.
20,332. Dies., recueil d’antiquités de la Scythie; livr. I. 1866. 4. Nebst Atlas, gr. 2.
=Naturforschende Gesellschaft= in Emden:
20,333. Dies., 47. und 51. Jahresbericht; 1861. 1865. 8.
20,334. Dies., Festschrift etc. 1864. 4.
20,335. Prestel, die Regenverhältnisse des Königr. Hannover. 1864. 4.
=J. C. Hofrichter=, k. k. Notar, in Windischgraz:
20,336. Ansichten aus der Steiermark; 44. Heft. qu. 4.
20,337. Arabesken. Reise-, Zeit- und Lebensbilder aus Steiermark; II. Heft. 1866. 8.
=Dr. Ludw. Chrn. Matthias=, Direktor des Taubstummeninstituts in Friedberg:
20,338. Ders., zwei Briefe Luthers etc. 1847. 8.
20,339. Ders., die Feier der Einweihung des neuen Gebäudes der Taubstummen-Anstalt zu Friedberg. 1863. 8.
20,340. Opera sanctissimi martyris Cypriani Episcopi, cura Erasmi Roterodami. 1525. 2.
20,341. Divinae scripturae veteris ac novi testamenti omnia. 1545. 2.
20,342. Divinae scripturae ueteris noueque omnia; 3 Thle. 1526. 8.
20,343. Evsebii Rvffini, Socratis, Theodoriti etc. ecclesiastica historia, ed. Grynaeus. 1587. 2.
=J. N. V. Heckel= in Allersberg:
20,344. Baurenfeind, vollkommene Wieder-Herstellung der Schreib-Kunst. 1716. qu. 2.
=K. statistisch-topographisches Bureau= in Stuttgart:
20,345. Dass., württemberg. Jahrbücher; Jhg. 1864. 1866. 8.
20,346. Dass., Beschreibung d. Oberamts Marbach. 1866. 8.
=Grisebach=, Obergerichtsrath, in Hameln:
20,347. Statuten des histor. Lesevereins in Hameln. 8.
=Dr. H. Becker= in Dortmund:
20,348. Der Christlichsten Königin Recht auff Brabant etc. 1668. 8.
20,349. Schild des Staates und der Gerechtigkeit etc. 1668. 8.
=K. Akademie der Wissenschaften= in Wien:
20,350. Dies., Sitzungsberichte, philos.-histor. Classe, Bd. 51, H. 2 u. 3 u. Bd. 52, H. 1-4. 1865-66. 8.
20,351. Dies., Archiv etc., Bd. 35, 2. H. u. Bd. 36, 1. H. nebst Register zu Bd. 1-33. 1866. 8.
20,352. Dies., Fontes rer. Austr., I. Abth., Bd. 7, Th. 3. 1866. 8.
20,353. Dies., Register zu den Bänden I-XIV. der Denkschriften der philos.-histor. Cl. I. 1866. 4.
20,354. Dies., Almanach, 16. Jahrg. 1866. 8.
III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.
=Dr. E. Frhr. von Bibra= in Nürnberg:
5210. Liebespaar mit Glas und Blume, Handzeichnung von NB, 1568.
=G. Simon=, Dekan und Hofprediger, in Michelstadt:
5211. Römische Kupfermünze und bayerische Silbermünze von 1625.
=Julius Müller= in Stettin:
5212. 23 Lackabdrücke frstl. Wied’scher Siegel.
=von Gemmingen=, groſsherzoglich baden’scher Hofmarschall, in Karlsruhe:
5213. 6 Photographieen nach einem geschnitzten Holzkästchen vom 14. Jahrh.
=von Scharff-Scharffenstein= in Würzburg:
5214. Photographie nach einem Gemälde des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg.
=H. Wirth=, Dekan und I. Pfarrer, in Leipheim:
5215. 4 Gypsabgüsse mittelalterl. Siegel.
=Dr. W. Frhr. von Löffelholz=, frstl. Oetting.-Wallerst. Archivar u. Domanialkanzleirath, in Wallerstein:
5216. Bildniſs einer ungenannten Frau, Oelmalerei auf Blech, 1636.
5217. Photographie nach einer Wasser-Malerei in einem stift-eichstätt. Lehenbuche vom Ende des 15. Jahrh., gegenwärtig zu Augsburg.
5218. 102 Stück Papier-, Schrift- und Druckproben vom 15. und 16. Jahrh.
5219. 81 ältere Buchdrucker- und Buchhändlerzeichen.
=Heinr. Gerlach=, Buchdruckereibesitzer, in Freiberg:
5220. 3 photogr. Aufnahmen von geschnittenen Messinggrabplatten.
=Platzer=, kgl. Landrichter, in Sulzbach:
5221. Wolfsklinge vom Ende des 17. Jahrh.
5222. 17 ältere Silber- und 2 Kupfermünzen.
=Magistrat der Stadt Apolda:=
5223. 6 Lackabdrücke von älteren und neueren Amtssiegeln der Stadt Apolda.
=Heinzelmann=, Schultheiſs, in Alpirsbach:
5224. Federzeichnung nach dem roman. Thürklopfer und Beschlägen zu Kloster Alpirsbach.
=Lic. Meurer=, Pastor, in Callenberg:
5225. 25 Abdrücke von älteren und neueren Stadtsiegeln.
=Magistrat der Stadt Forchheim:=
5226. Hölzerne Feuerspritze von primitiver Form.
=Friedr. Fischbach=, Maler, in Wien:
5227. 12 Bl. in Farbendruck nachgebildete ältere Stoffmuster und 1 desgl. in Wassermalerei.
=A. Gibsone=, Privatier, in Nürnberg:
5228. Oesterr. Silbermünze von 1615 und Augsburg. Silbermünze von 1640.
=Dr. C. B. A. Fickler=, Professor, in Mannheim:
5229. Gipsabguſs des roman. Thürklopfers zu Kloster Alpirsbach.
=von Wickede=, groſshzgl. mecklenb.-schwerin. Oberforstmeister, in Dobberan:
5230. 43 Zinnabschläge niederländischer Jetons.
5231. 124 Abdrücke in Hausenblase von Münzen und Medaillen.
=Dr. C. L. Grotefend=, Archivrath, in Hannover:
5232. 43 mittelalt. und neuere Silbermünzen, Silbermedaille auf König Gustav Adolf und Messingmarke.
=Wagner=, Kaufmann, in Nürnberg:
5233. 3 Ansichten der Bastille in Paris in Kupferstich von J. F. Volckart.
=Dr. Zahn=, Archivar, in Graz:
5234. Ansicht von Graz a. d. J. 1565 nach einer Malerei zu Florenz. Steindr.
=Frhr. von Lützelburg=, Staatsanwalts-Vertreter, in Eichstätt:
5235. 7 Silbermünzen vom 14. Jahrh. und vergoldete Münze der Stadt Nördlingen, 1531.
Chronik der historischen Vereine.
/Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen./ IV. Jahrgang. Nr. IV -- VII. Redigirt von Dr. Jos. Virgil Grohmann. Prag. 1866. gr. 8.
Böhmen und die älteste Buchdruckerkunst. II. III. -- Böhmen vor der Einwanderung der Čechen bis zur Unterwerfung durch Karl den Groſsen. Von Dr. L. Schlesinger. -- Zur Geschichte des böhmischen Glashandels. Von J. A. Hegenbart. -- Historische Reflexionen. Von Dr. C. Höfler. -- Die Jungherren von Prag. Von B. Grueber. -- Skizzen aus dem Böhmerwalde. IV. Das Wolinkathal. -- Die Ferdinandeische Landesordnung. Von Dr. Joseph Winter. -- Böhmische Zigeuner. Von Dr. Julius Ernst Födisch. Miscellen: Zur Geschichte der Bergwerke in Böhmen. Sagen aus Petersburg und Umgegend. Volkspoesie in Prachatitz. Das Schildwachbüchlein. Wiedertäufer in Böhmen und Mähren. Aus den Sitten und Sagen des Egerlandes. Graslitz im J. 1821. Die Hochzeitsgebräuche der deutschen Bauern in der Iglauer Gegend. Der Streit um einen Kirchenstuhl, von Dr. Franz Kürschner.
V. Jahrgang. Nr. I. Die Deutschböhmen und die Regierung. Von Dr. Ludwig Schlesinger. - Die Herren von Rosenberg als Förderer der Künste. Von Bernh. Grueber. -- Das Stadtrecht von Luditz. Von Dr. Franz Kürschner. -- Alte Schlösser und Weinkeller. Von Dr. Jul. Ernst Födisch. -- Geschäftliche Mittheilungen.
/Beiträge zur Geschichte Böhmen’s./ Herausgegeben von demselben Verein. Abtheilung III. Band I. Geschichte von Trautenau. (Schluſs.) Prag, 1866. 8.
/Vierter Jahresbericht/ desselben Vereins. Vom 16. Mai 1865 bis 15. Mai 1866. Prag, 1866. 8.
/Sitzungberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften./ Philosophisch-historische Classe. LI. Band. II. u. III. Heft. Jahrg. 1865. -- November u. December. Wien, 1866. 8.
Reisebericht über die in Salzburg und Tirol angestellten Weisthümer-Forschungen. Von Prof. Dr. Pfeiffer. -- Zeugen- und Inquisitionsbeweis im deutschen Gerichtsverfahren karolingischer Zeit. Von Dr. Heinr. Brunner. -- Ueber eine italienische metrische Darstellung der Crescentiasage. Von Adolf Mussafia.
LII. Band. I-IV. Heft. Jahrg. 1866. Forschung und Kritik auf dem Gebiete des deutschen Alterthums. II. Von Dr. Franz Pfeiffer. I. Lorscher Bienensegen. (Mit einem Facsimile.) II. Regensburger Beichte und Gebet. III. Fuldaer Beichte. IV. Ueber das Wiener Schlummerlied. Eine Rettung. -- Beiträge zur ältern deutschen Sprache und Literatur. Von Joseph Diemer. Nr. XXII. Ezzo’s Lied von dem Anegenge aus dem J. 1065. Nr. XXIII. Anmerkungen zu diesem Liede. -- Die Kosenamen der Germanen. Von Dr. Franz Stark.
/Archiv für österreichische Geschichte./ Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Fünfunddreiſsigster Band. Zweite Hälfte. Wien. 1866. 8.
Eine wiederaufgefundene Urkunde Herzog Friedrich II. des Streitbaren von Oesterreich. Von Anton Rechenmacher. -- Johann von Böhmen in Italien 1330-1333. Ein Beitrag zur Geschichte des XIV. Jahrhunderts. Von Dr. Ludwig Pöppelmann. -- Berichtigung der „Berichtigungen“ des Herrn Dr. Fr. Stark in Band XXXIV. S. 371 des Archives. Von Dr. Theodor Wiedemann.
Sechsunddreiſsigster Band. Erste Hälfte. Die Grafen von Ortenburg in Kärnten. Zweite Abtheilung von 1256 bis 1343. Von Dr. Karlmann Tangl. -- Waldstein’s Correspondenz. Eine Nachlese aus dem k. k. Kriegsarchive in Wien zu dem Werke: Waldstein von seiner Enthebung bis zur abermaligen Uebernahme des Armee-Obercommando’s. Mitgelheilt von Dr. B. Dudik O. S. B. (Forts.)
/Register/ zu den Bänden I-XXXIII des Archivs und zu den Bänden I-IX (Jahrgang 1851-1859) des, eine Beilage des Archivs bildenden Notizenblattes. Von Fr. Ser. Scharler. Wien. 1866. 8.
/Fontes Rerum Austriacarum./ Oesterreichische Geschichts-Quellen. Herausgegeben von der historischen Commission der kais. Akademie. Erste Abtheilung. Scriptores. VII. Band. Geschichtschreiber der husitischen Bewegung in Böhmen. Herausgegeben von Dr. K. Höfler. Theil III. Wien. 1866. 8.
/Register/ zu den Bänden I-XIV der /Denkschriften/ der philosophisch-historischen Classe der kais. Akademie. I. Wien. 1866. 4.
/Almanach/ der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sechzehnter Jahrgang. 1866. Wien. 8.
Vortrag: Beziehungen Oesterreichs zu Ruſsland in den Jahren 1584-1598. Von Joseph Fiedler.
/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale./ Herausgegeben unter der Leitung Seiner Excellenz des Präsidenten der k. k. Central-Commission Joseph Alexander Freiherrn von Helfert. Redakteur: Anton Ritter v. Perger. XI. Jahrgang. -- Juli-August. Wien, 1866. 4.
Die Kirche des ehemaligen Nonnenstiftes Göſs in der Steiermark. Von Dr. Karl Lind. (Mit 11 Holzschnitten.) -- Die Kirche des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts am Karlshofe in Prag. Von Joh. Erasmus Wocel. -- Die doppelspindelige Wendeltreppe in der kaiserl. Burg zu Grätz. (Mit 2 Holzschnitten.) -- Reiseaufnahmen in Voitsberg, Vorau und Markt Tüffer. (Mit 7 Holzschnitten.) -- Archäologische Funde im Lande ob der Ens. -- Eine Denksäule bei Leoben. (Mit 1 Holzschnitt.) -- Die Kirche zu Hellefeld in Westphalen. (Mit 3 Holzschnitten.) -- Romanischer Leuchter im Museum des historischen Vereines für Krain zu Klagenfurt. (Mit 1 Holzschnitt.) -- Besprechungen.
/Mittheilungen der kaiserlich-königlichen geographischen Gesellschaft./ IX. Jahrg. 1865. Redigiert von Franz Fötterle, Wien, 1865. gr. 8.
Berichte über die Versammlungen der k. k. geogr. Gesellschaft. -- Pola und seine nächste Umgebung. Von A. Gareis. -- Darstellung der geographisch-statistischen Verhältnisse und Culturzustände Bosniens und der Herzegowina. Von Joh. Róskiewicz. -- Untersuchungen über die ältesten Bewohner und Ansiedlungen auf der nördlichen Karpathen-Terrasse. Von Rud. Temple. -- Die Lombardie. Von Karl Freih. v. Czörnig. -- Die Bevölkerung des Königreiches Böhmen. Von Dr. Ad. Ficker.
/Berichte und Mittheilungen des Alterthums-Vereines zu Wien./ Jahrgang 1864. Band VIII. Abtheilung II. Wien, in Commission der Buchhandlung Prandel u. Ewald. MDCCCLXVI. 4.
Auszüge aus den Kammeramts-Rechnungen der Stadt Wien vom Jahre 1683 (Forts. des Anhanges zu dem Aufsatz: Wien und seine Bewohner während der zweiten Türkenbelagerung, von Alb. Camesina).
Jahrgang 1865. Band IX. Schluſs.[A] Vereinsangelegenheiten. -- Die St. Georgskirche in der ehemaligen Burg zu Wiener-Neustadt, von Dr. Karl Lind (3 Tafeln, 10 Holzschnitte). -- Die Klosterneuburger Bruderschaften, ein Beitrag zur Sittengeschichte Oesterreichs, von Dr. Adalbert Horawitz. -- Erläuterungen zur Karte der mittelalterlichen Kunstdenkmale im Kreise Unter Wiener-Wald, von Dr. Eduard Freiherrn von Sacken (1 Karte, 16 Holzschnitte). -- Ein Harnisch Ferdinand des II. im k. k. Arsenale zu Wien, beschrieben von Anton Widter (3 Taf.) -- Zur Baugeschichte der Minoritenkirche in Wien, mitgetheilt von Dr. Lind. -- Die Pfarrkirche zu Steyer, beschrieben und aufgenommen von Herm. Riewel (4 Taf., 13 Holzschn.). -- Die Gottesleichnamscapelle in der ehemaligen Burg zu Wiener-Neustadt, von Wendelin Böheim (1 Tafel, 10 Holzschnitte). -- Feierlicher Einzug des Königs Mathias in Wien (1608), mitgetheilt von Albert Camesina (2 Tafeln). -- Ueber gothische Monstranzen in Nieder-Oesterreich, von Dr. Lind (8 Holzschnitte). -- Vindobona, eine archäologische Untersuchung über den Zustand Wiens während der Herrschaft der Römer, von Dr. Friedrich Kenner (1 Plan, 2 Holzschnitte) -- Ein mittelalterliches Rauchgefäſs im Stifte Seitenstetten, beschrieben von Dr. Lind (1 Tafel, 1 Holzschnitt). -- Orts-, Personen- und Sachregister.
/Verhandlungen und Mittheilungen der juristischen Gesellschaft in Laibach./ Redigirt vom ersten Secretär, Bürgermeister Dr. E. H. Cosla. III. Band. 1. Heft. Ausgegeben am 16. November 1866. Verlag der juristischen Gesellschaft. 8.
/Abhandlungen der historischen Classe der königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften./ Zehnten Bandes zweite Abtheilung. In der Reihe der Denkschriften der XXXVIII. Band. München, 1866. Verlag der k. Akademie. 4.
Beiträge zur Geschichte der Jakobäa von Bayern -- zweite Abtheilung 1426-1436 -- von Franz Löher. -- Beiträge zur Geschichte des Würmthales und seiner Umgebung, von Dr. Friedrich Kunstmann. -- Zur äuſseren Geschichte der älteren baierischen Landfrieden von Dr. Ludwig Rockinger.
/Sitzungsberichte der königl. bayer. Akademie der Wissenschaften zu München./ 1866. I. Heft. IV. II. Heft I. München. 1866. 8.
/Beschreibung des Oberamts Marbach./ Herausgegeben von dem /Königlichen statistisch-topographischen Bureau/. Mit drei Tabellen, einer Karte und zwei Ansichten. Stuttgart. H. Lindemann. 1866. VI u. 316 Stn.
/Mittheilungen des Freiberger Alterthumsvereins/ auf das 5. Vereinsjahr, 1865. Herausgegeben im Auftrage des Vereins von Buchdr. Heinrich Gerlach. 4. Heft. Mit Abbildungen. Freiberg. Gerlach’sche Buchdruckerei. 1866. 8.
Ein Beitrag zum 100jährigen Jubiläum der K. Sachs. Bergakademie zu Freiberg. Von H. Gerlach. Mit einem Kunstblatt. -- Ueber Aufgabe und Einrichtung localer Geschichts- und Alterthums-Vereine. Von Adv. Gautsch. -- Das Freiberger Raths-Archiv. Von H. Gerlach. -- Die Bevölkerung Freibergs in den letzten drei Jahrhunderten. Von Dr. Jul. Michaelis. -- Die Glocken- und Stückgieſserfamilie Hilliger. Von Jul. Schmidt. -- Georg Agricola. Ein culturgeschichtliches Lebensbild. Von Dr. E. Herzog. -- Die Altväter-Wasserleitung bei Freiberg. Von Moriz Brause. -- Die Oberberghauptleute und Bergmeister zu Freiberg. Von H. Gerlach -- Die mittelalterlichen gravirten messingenen Grabplatten, insbesondere in den Domen zu Meiſsen und Freiberg, und die Gewinnung von Original-Abdrucken. Von dems. -- Die Hersfeld’schen Lehne an der (östlichen) Mulde und Zschopau, im Meiſsnischen. Von Cantor Hingst. -- Vier Schreiben der Stadt Freiberg an Octavio Piccolomini aus dem Jahre 1643 und der Bescheid des Kaisers Ferdinand.
/Abhandlungen der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur./ Philosophisch-historische Abtheilung. 1866. (Abgeschlossen am 11. Juni 1866.) Breslau, 1866. Bei Josef Max und Komp. 8.
Der Böhmerwald in seiner geographischen Eigentümlichkeit und geschichtlichen Bedeutung, verglichen mit den Sudeten, besonders mit dem Riesengebirge. Von Dr. J. Kutzen. -- Ueber einen berühmten Brief Friedrich’s des Grossen am Tage der Schlacht von Kolin d. 18. Juni 1757. Von dems. -- Die Güterverschleuderungen in Südpreuſsen und das schwarze Register. Von Dir. C. E. Schück. -- Der Fall von Groſs-Nowgorod. Von A. Mosbach. -- Beiträge zur ältesten Topographie Breslau’s. Von Dr. C. Grünhagen.
Dreiundvierzigster /Jahres-Bericht/ der Schles. Gesellschaft. Enthält den Generalbericht über die Arbeiten und Veränderungen der Gesellschaft im Jahre 1865. Breslau, 1866. Bei Josef Max und Komp. 8.
/Baltische Studien./ Herausgegeben von der /Gesellschaft für Pommer’sche Geschichte und Alterthumskunde/. Einundzwanzigster Jahrgang. Erstes Heft. Stettin, 1866. 8.
Die Handschriften und Urkunden in der Bibliothek der Nicolaikirche zu Greifswald. Von Th. Pyl. (Schluſs.) -- Stralsunder Kleider- und Hochzeits-Ordnung vom Jahre 1570. Mitgetheilt von E. Zober. -- Schivelbeiner Alterthümer. Vom Prof. Rud. Virchow in Berlin. -- Ein Ausflug nach dem Saziger Kreise. Vom Oberl. Th. Schmidt. -- Vermischtes. -- Anhang: Der Fensterschmuck der Wallfahrtskirche zu Kentz. Von Karl v. Rosen.
Zweites Heft: Die Pfahlbauten. Von Hering. -- Abriſs der Geschichte der Stralsunder Stadtverfassung. Von O. Francke. -- Die ehemaligen Altäre der S. Marienkirche zu Stralsund. Von Franz Wessel. -- Briefe zur Geschichte des Paulus vom Rode. -- Herzog Barnims Bauerordnung. Von A. Höfer. -- Beiträge zur Geschichte des Stettiner Handels. III. Von Th. Schmidt. -- Vermischtes: I. Ein Münzfund auf der Insel Usedom. II. Aus der Umgegend von Dramburg.
/Die Gründung des Erzbisthums Hamburg./ Ein Vortrag, im /Verein für Hamburgische Geschichte/ am 27. Januar 1865 gehalten von C. Mönckeberg, Prediger zu St. Nicolai. Hamburg, 1865. Gustav Eduard Nolte. 8. 32 Stn.
/Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Alterthumskunde./ Band 2. Heft 2. Lübeck. Friedr. Asschenfeldt. 1865. 8.
Lübeck’s älteste Silbermünze, von H. C. Dittmer. -- Das Armen-Diakonat an den Kirchen der Stadt Lübeck, 1531-1861, von Dr. jur. Funk. -- Aus dem Tagebuche des Lübeckischen Bürgermeisters Henrich Brokes (Forts.), von Dr. Pauli. -- Briefe an Matthias Mulich, geschrieben im Jahre 1523, vom Staatsarch. Wehrmann. -- Paul Knufflock, Buchhändler zu Lübeck, von Dr. Wiechmann-Kadow. -- Ausgrabungen des Vereins für Lübeckische Geschichte und Alterthumskunde, vom Pastor K. Klug. -- Die ältesten Lübecker Pfennige, vom Pastor Masch. -- Kleine Mittheilungen, von Wehrmann. 1. Instruction für die Makler in Nowgorod. 2. Urkunde über die Anstellung eines Thurmbläsers auf dem Thurm der Marien-Kirche. -- 3. Wirthshaus-Scenen. -- 4. Anwesenheit der Herzoge von Mecklenburg in Lübeck.
/Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere die alte Erzdiöcese Köln./ Herausgegeben von dem wissenschaftlichen Ausschusse des Vereins: Dr. J. Mooren. Dr. Eckertz. Dr. Ennen. Fischbach. Prof. Dr. Hüffer. Siebenzehntes Heft. Köln, 1866. M. Du Mont-Schauberg’sche Buchhandlung. 8.
Aachener Chronik, mitgetheilt von Dr. Lörsch. -- Die Niederlassung der Jesuiten in Aachen, von P. St. Käntzeler. -- Die Absolutionskreuze in Gräbern des Mittelalters, von Prof. Dr. Fiedler. -- Was hat der Ausdruck: vinum hunicum, „Hundswein“, zu bedeuten? von Pfarrer Giersberg. -- Zur Geschichte der Wahl und Krönung Kaisers Karl VII., von Dr. Ennen. -- Die stadtkölnische Bauordnung, von dems. -- Joannes Wals Rechenschaff van Basel und Ulme, mitgeth. von Dr. G. Eckertz. -- Urkunden zur Geschichte Kaiser Friedrich’s III., mitg. von Dr. C. Will. -- Verschiedene Urkunden. -- Die Eschweiler Burg, von Richard Pick. -- Recensionen und Miscellen.
/Neunter Bericht/ desselben Vereins, für 1863, 1864 und 1865. Herausgegeben von dem Vorstande des Vereins. 8. 70 Stn.
/Antike Schleudergeschosse/ beschrieben und erklärt von /Wilhelm Vischer/. Einladungsschrift zu der Feier von Winkelmanns Geburtstag, welche die /antiquarische Gesellschaft/ zu Basel den 9. December 1865 zu begehen gedenkt. Mit einer lithographischen Tafel. Basel, Balmer u. Riehm. 1866. gr. 4. 16 Stn.
/Mittheilungen der Antiquarischen Gesellschaft/ (der Gesellschaft für vaterländische Alterthümer) in /Zürich/. XXIX. Ueber alte Oefen in der Schweiz, namentlich im Kanton Zürich. Zürich, 1865. 4. 44 Stn. u. 2 Taf.
/Zwanzigster Jahresbericht/ über die Verrichtungen der Antiquarischen Gesellschaft. Vom November 1863 bis December 1864. (Zürich, 1864.) 4. 8 Stn.
/Mittheilungen zur vaterländischen Geschichte./ Herausgegeben vom /historischen Verein in St. Gallen/. III. St. Gallen, Verlag von Scheitlin u. Zollikofer. 1866. 8.
Die Urkunden Ludwig des Frommen für Cur. Von Dr. Th. Sickel. -- Beiträge zur toggenburgischen evangelischen Kirchengeschichte. Von Pfr. H. G. Sulzberger. -- Die Pest im Kloster St. Gallen Anno 1629. Uebersetzt von Professor J. Hardegger. -- Zwei Ordnungen aus den Zeiten Abt Ulrichs VIII. Aus dem Stiftsarchiv mitgetheilt von W. E. von Gonzenbach. Bericht über die Ausgrabungen im Gute Malerva bei Sargans. -- Fünf Briefe Huldreich Zwingli’s an Joachim v. Watt. Aus dem Stadtarchive St. Gallen.
/L’Investigateur, Journal de l’Institut Historique de France./ Trente-troisième Année. Tome VI. -- IV. Série. 380. Livraison. -- Juillet 1866. 381. Livraison. -- Août 1866. Paris, 1866. 8.
Un Gascon du IV. siècle, par M. Cénac-Moncaut. -- Invasion du roi d’Angleterre en 1346, mémoire de M. Pongerville. -- Revue d’ouvrages etc.
/Bulletin monumental ou Collection de mémoires sur les monuments historiques de France/, publié sous les auspices de la /Société française d’archéologie pour la conservation et la description des monuments nationaux/, et dirigé par M. de Caumont. 4. Série, Tome 2., 32. Vol. de la Collection. Nr. 7. Paris, Derache, Didron. Caen, F. le Blanc-Hardel. 1866. 8.
Lettre à M. de Caumont sur quelques châteaux du XI. siècle des environs des Paris, par M. A. de Dion. -- Une excursion archéologique dans le Bigorre, par M. Anthyme Saint-Paul. -- Quelle idée symbolique doit-on reconnaître dans la représentation du sagittaire? par M. de Caumont. -- Que signifie l’ascia gravée sur les tombeaux paiëns? par le même. -- Démolition de l’église de Fonlabour (Tarn), par M. le baron de Rivières. -- Notes prises à Aix-la-Chapelle, entre deux trains du chemin de fer, par M. de Caumont. -- Découverte d’une construction gallo-romaine au hameau de la Cunaille, commune de Thoré (Loir-et-Cher), par M. le comte Achille de Rocheambeau. -- Chronique.
/Bulletin du Comité Flamand de France./ Tome IV. Nr. 3. Juillet, Août et Septembre 1866. Lille et Dunkerque, 1866. 8.
Extrait des procès-verbaux. -- Un combat judiciaire à Cassel en 1396, par E. de Coussemaker. -- Franche vérité rétablie dans la châtellenie de Bailleul en 1434, par le même. -- Octroi de 1532 en faveur de la ville d’Hazebrouck, communication de C. David. -- Hôpital Saint Jean à Bergues, par A. Bonvarlet. -- Destruction de la ville de Bergues en 1558, communication du même. -- Etat des juridictions ayant haute, moyenne et basse justice, dans la châtellenie de Bergues, communication de C. David.
/Kronijk van het Historisch Genootschap, gevestigd te Utrecht./ Een en twintigste Jaargang, 1865. Vijfde Serie. Eerste Deel. Utrecht, Kemink en Zoon. 1866. 8.
Gesellschaftsangelegenheiten. -- Abdruck der Handschrift: Waerachtich verhael van ’t gene voorgevallen en gepasseert is voor ende in de belegeringe der Stadt Zütphen, alsmede het overgaan van deselve aan Sijne Majt. van Vrankrijck. Opgestelt door orde van de Magistraet van glte stadt, tot wederlegginge van eenige valsche positien tegen dezelve uytgestroyt. (1672.) -- Stukken voor de geschiedenis van het jaar 1595. I-CLVIII. -- Het geslacht en huis Schuilenburg. -- Villa Eliste in loco Marithaime. -- Over de Hollandsche Maagd en den Bijbel op onze oude munt. -- Opmerkingen over historiographie. -- Thysius Leere en Order der Nederlandsche Gereformeerde Kerken. -- Drie brieven van Rombout Hoogerbeets, op Loevestein geschreven (1624). -- Brieven van Bruininck (1617, 1619, 1621). -- Testament van Floris Thin (1590). -- Rapport van Marnix van St. Aldegonde (1581). -- Bijdrage tot de geschiedenis der gewevene en andere behangseltapijten, vooral in Denemarken. -- Kronijk van Utrecht 1576-1591. Vervat in een op het stedelijk Archief van Utrecht berustend gelijktijdig handschrift.
/Compte-Rendu de la Commission Impériale Archéologique/ pour l’année 1864. Avec un Atlas (6 Bll. imp.-fol.). St. Pétersbourg, 1865. 2.
Rapport sur l’activité de la commission Impériale Archéologique en 1864. -- Supplément: Erklärung einiger im Jahre 1863 im südlichen Ruſsland gefundenen Gegenstände, von Ludolf Stephani. -- Register.
/Recueil d’Antiquités de la Scythie./ Avec un Atlas (23 Bll. imp.-fol.). Publié par la Commission Impériale Archéologique. Livraison I. St. Pétersbourg. 2.
FUSSNOTE:
[Fußnote A: Die vorhergehende Abtheilung ist bis jetzt nicht eingetroffen; doch wird der Inhalt des IX. Bandes aus dem der Schluſslieferung beigegebenen Verzeichniſs hier vollständig mitgetheilt. D. Red.]
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
29) /Untersuchungen über das Leben Reinmars von Zweter und Bruder Wernhers/ von /Karl Meyer/. Basel, H. Georg’s Verlags-Buchhandlung. 1866. 8. 120 Stn.
Die vorliegende Arbeit schlieſst sich den während der letzten Jahrzehnte gemachten Versuchen an, aus dem Material, welches die erhalten gebliebenen Lieder und Sprüche Walthers von der Vogelweide darbieten, eine Biographie des Dichters herzustellen. Versuche dieser Art geben Aussicht auf dreifachen Gewinn, indem sie nicht allein das Leben, sondern mehr noch die Erzeugnisse des Dichters und zugleich die Ereignisse seiner Zeit in helleres Licht zu setzen dienen können. Allein die thatsächliche Ausbeute ist gewöhnlich der Art, daſs man mehr den Scharfsinn des Forschers, als die Masse der gewonnenen Resultate zu bewundern Gelegenheit findet. Eine nackte Zusammenstellung der positiven Ergebnisse, welche seit dem glänzenden Vorgange Uhlands die Untersuchungen über das Leben des Vogelweiders zu Tage gefördert haben, würde erst ein sehr dürftiges Material liefern zu einer Lebensgeschichte des Dichters. Zumeist aus Muthmaſsungen, Combinationen, Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten baut sich etwas auf, was zwar zu interessieren geeignet, aber noch ziemlich weit entfernt ist, auf den Namen einer Lebensgeschichte Anspruch machen zu dürfen. So, und mehr noch als bei Walther, ist es bei Reinmar und Wernher der Fall, obwohl der unterrichtete Verfasser an Fleiſs und Scharfsinn es nicht hat ermangeln lassen. Am dürftigsten sind die Resultate bei Reinmar von Zweter ausgefallen, während die Sprüche des Bruders Wernher etwas mehr Anhaltspunkte boten. -- Der Verf. betrachtet gesondert Reinmars Minnepoesien, welche er in die Periode vor 1227 fallen läſst, und dessen politische Dichtungen, welche etwa die Zeit von 1227-57 umfassen. Voran gehen Bemerkungen über Heimat und Jugend des Zweters, und in einem dritten Abschnitt werden seine Verhältnisse zu andern Dichtern seiner Zeit in’s Auge gefaſst. In ähnlicher Weise wird das etwa von 1200 bis 1270 sich erstreckende Leben des Bruders Wernher aus seinen Sprüchen zu erschlieſsen und eine Charakteristik desselben aus einer Vergleichung mit Reinmar von Zweter zu veranschaulichen gesucht. Am Schlusse geht der Verfasser noch auf die in neuerer Zeit angeregte Frage ein, in wie weit der Dichter des Helmbrecht, Wernher der Gartenaere, mit dem Bruder Wernher ein und derselbe sein könnte, wobei er, ohne eine Entscheidung zu fällen, seine Hinneigung für die Annahme der Identität nicht verhehlt.
30) /Beiträge zur lateinischen Paläographie./ Von W. /Wattenbach/. Heidelberg, 1866. 4. 41 lithographierte Stn.
Mit Recht hat man in neuerer Zeit genaue archivalische Studien, und unter diesen insbesondere die Kenntniſs der Schriftarten zu einer der Grundlagen der Geschichtsforschung gemacht, da nur auf diesem Wege die richtige Würdigung der Urkunden verschiedener Jahrhunderte möglich ist. Das vorliegende Schriftchen bereichert daher einen der wichtigsten Gegenstände der historischen Vorschule, und der wohlbegründete Ruf des Verfassers bürgt uns zugleich dafür, daſs wir es hier mit einer auf eingehenden Studien und langer Erfahrung beruhenden Arbeit zu thun haben.
Die Behandlung ist eine äuſserst lichtvolle und zweckmäſsige. Nachdem der Verfasser in der Einleitung auf gedrängte Weise einen geschichtlichen Ueberblick der allgemeinen Schriftarten von der römischen Capitalschrift bis auf die merovingische und die sogenannte gothische Schrift des Mittelalters gegeben hat, geht er zur Behandlung der einzelnen Buchstaben nach der gewöhnlichen Reihenfolge des Alphabets von A bis Z über. Bei jedem derselben wird in sorgfältigen Nachbildungen sowohl die ursprüngliche Grundform, soweit dieselbe erkennbar ist, vorgeführt, als auch der allmähliche Uebergang derselben in neue Formen und Spielarten nachgewiesen. Zuweilen ist auch das Irische und Angelsächsische zur Vergleichung herangezogen, woraus wir ersehen, wie die diesen Idiomen eigentümlichen Schriftzeichen bald als Mittelglieder erscheinen, wie in K, bald sich selbständig entwickeln, wie in W. Wir erkennen bei den Vocalen, vorzüglich bei A, E und O die vorherrschende Neigung zu Veränderungen, die ihrer organischen Beschaffenheit entspricht und sich auch in den äuſseren Lautverhältnissen kundgibt. Der Buchstabe D erweist sich als ziemlich stabil; C und T aber zeigen eine besondere Anlage zu Verschlingungen, und für das auch mundartlich schwer bestimmbare G hat sich eine groſse Zahl von Formen ausgebildet. Daſs der Verfasser nicht alle Varianten angeben mochte, noch konnte, liegt in der Natur der Sache; allein er hat mit groſser Sachkenntniſs die durchschnittlichen Grundzüge gegeben, denen sich anderweitige Abweichungen auf passende Weise anfügen lassen.
In einem zweiten Theile des Werkchens behandelt Herr Wattenbach die Abkürzungen. Schon in den allgemeinen Bemerkungen über diesen Abschnitt macht derselbe die sicherlich auch mit der Erfahrung Anderer übereinstimmende Bemerkung, daſs es schwer halte, dieselben in ein System zu bringen, und daſs nur von dem neunten bis zum dreizehnten Jahrhunderte einigermaſsen feste Regeln darüber nachzuweisen seien. Daſs solche Gesetze vorhanden waren, ist unleugbar; doch gestatteten sie schon an sich ein gewiſses Maſs von Freiheit, in der man sich zurecht finden muſs, ohne dabei an zügellose Willkür denken zu dürfen. Nach diesen Voraussetzungen behandelt der Verfasser zuerst die allgemeinen Abkürzungszeichen, sodann die conventionellen Zeichen für einzelne Wörter, vorzüglich solche, welche von den tironischen Noten herzuleiten sind, die einzelnen Buchstaben, mit denen Abkürzungen angedeutet werden, und Abkürzungen durch Anfangsbuchstaben. Daran reihen sich übergeschriebene Buchstaben (literae columnatae), Auslassungen in der Mitte, Weglassung der Endung. Nach den Abkürzungen werden auch noch Worttrennung, Interpunktion, Zahlen und Ziffern in kurzen Umrissen besprochen. Der Raum gestattet nicht, hier in die Mittheilung von Einzelnheiten einzugehen; wir bemerken blos, daſs der Verfasser bei jedem Abschnitte das Allgemeine und Uebereinstimmende aufgesucht und bestimmt, aber auch die Abweichungen und Variationen durch treffende Beispiele erläutert hat.
A. Fl.
31) /W. Drugulins Bilderatlas./ Verzeichniſs einer Sammlung von Einzelblättern zur Cultur- und Staatengeschichte vom fünfzehnten bis in das neunzehnte Jahrhundert. Zweiter Theil. Chronik in Flugblättern. 1867. Leipziger Kunst-Comptoir. 500 und 24 Stn. 8.
Das Studium der Einzel-Bilder und Blätter älterer Zeit verschafft uns nicht allein Kenntniss von den Sitten, Gewohnheiten, Trachten, kurz von dem Wesen und Denken unserer weniger kultivirten Vorfahren, sondern lehrt uns auch zur Genüge die politische Kindlichkeit, welche noch heute in den ehemaligen Reichsländern ihre schwankenden Nachspröſslinge treibt, begreifen und erklären. Dieses Studium läſst uns ferner auch die Richtung der Gewerbsthätigkeit, den Betrieb specieller Branchen durch die alten Buchdrucker mit Sicherheit beurtheilen. Wir können in Folge dessen die Dauer ihrer gewerblichen Existenz ermessen, die Intelligenz der betreffenden Städte und Gegenden statistisch berechnen. Unter Anderm wird uns deutlich, wie die Bilderliebhaberei Nürnbergs die anderer Städte weit übertraf, da es den süddeutschen Markt mit solchen Erzeugnissen der Volks-Dichtung und Prosa überfluthete, um dem aus Bildern sprechenden Begriffsvermögen ihrer näheren und weiteren Umgebung Nahrung zuzutragen.
Die Ueberreste der Einzelblätter sind mit den Jahrhunderten immer seltener geworden, und Sammler haben heutzutage mit den gröſsten Schwierigkeiten zu ringen. Ein eigener Spürsinn gehört dazu, um so mächtige Schichten zu bilden, wie der uns vorliegende Band mit über 6200 Nummern des Herrn Drugulin. Der erste Theil verstattete uns Blicke in das allgemeine Kulturleben; im zweiten haben wir den Faden der Geschichtsentwicklung vor uns, und wir können Stück für Stück herausgreifen aus dem Leben der Vergangenheit. Herr Drugulin möchte am liebsten die Sammlung unzertrennt -- ein gewiſs schon durch das Interesse der Wissenschaft gerechtfertigter Wunsch -- verkaufen und wird erst, wenn sich Niemand dazu findet, nach dem 1. Januar 1867 Bestellungen effektuieren.
Aus der groſsen Masse Einzelnes anzuzeigen unterlassen wir Raumes halber; möge Jedermann selbst sich von dem Reichthum des „Bilderatlas“ überzeugen.
E. W.
32) /Die Pfahlbauten des Ueberlinger Sees in der Staatssammlung vaterländischer Alterthümer zu Stuttgart/, beschrieben und erläutert von Oberstudienrath Dr. K. D. /Haſsler/. Mit 6 Steindrucktafeln. Ulm, 1866. 4.
Die Sammlung des Stiftungsverwalters Ullersberger in Ueberlingen, entnommen den Pfahlbauten bei Maurach und Nuſsdorf, Unteruhldingen und Sipplingen, ist auf Anregung des Verfassers für die Staatssammlung vaterländischer Alterthümer zu Stuttgart angekauft worden. Diese, über 2000 Nummern umfassende Sammlung ist es, welche in der vorliegenden Schrift besprochen wird, und zwar auf die Weise, daſs die Hauptstücke der Sammlung nach ihren Fundstätten und ihrem Material aufgeführt und aus deren Beschreibung Resultate gezogen werden. Diese sind in Kürze: daſs die Pfahlbau-Stationen Maurach und Nuſsdorf der Steinperiode angehören, da in ihnen nicht die geringste Spur von Bronze oder gar von Eisen gefunden ist; daſs dieselben also schon vor dem Entstehen der reichlich Bronze- und Eisen-Geräthe liefernden Pfahlbau-Stationen Unteruhldingen und Sipplingen zu Grunde gegangen sein müssen.
Es würde zu weit führen, wollte ich mich hier auf Anführung von Einzelheiten aus der Beschreibung der wichtigen Sammlung einlassen; aber eine Bemerkung, die mir bei dem Durchlesen der interessanten Schrift aufgestoſsen ist, kann ich nicht unbesprochen lassen. Der Verfasser macht S. 7 auf die zahlreichen Stücke von Aexten, Beilen, Meiſseln und Keilen aus Nephrit aufmerksam, die sich in der Sammlung finden, und fügt hinzu: „Wenn es wahr ist, wie die Mineralogen mit aller Bestimmtheit behaupten, daſs dieser Stein in den Alpen, der Schweiz, ja überhaupt in Europa nicht vorkomme, so kann er nur aus seiner Heimat, aus Asien, eingeführt sein; und wenn schon das isolirte Vorkommen einiger weniger Exemplare, wie dies auch bei andern Pfahlbau-Stationen Statt hat, die verschiedensten Combinationen über uralten Völkerverkehr veranlassen muſs, wie viel mehr muſs dies hier der Fall sein, wo sich eine solche Menge von Exemplaren an einem und demselben Orte beisammen findet“ etc. Der Verfasser drückt sich, meiner Ansicht nach, in den obigen Worten nicht deutlich genug über die Art des Völkerverkehrs aus, der den Nephrit aus seiner Heimat, aus Asien, nach dem Bodensee hinübergebracht haben könnte. Ich erlaube mir, indem ich diesen Punkt hier gelegentlich zur Sprache bringe, einen Fingerzeig zu geben, der bei gehöriger Benutzung vielleicht von weitergehenden Folgen sein dürfte.
In einer eben erschienenen Schrift /Pallmann’s/: „Die Pfahlbauten und ihre Bewohner“ (Greifswald, 1866. 8.) finde ich S. 105 die ganz richtige Bemerkung: „Es ist unleugbar, daſs ein rohes Volk der Steinzeit kostbare Sachen auch durch den Handel zugeführt erhalten konnte. -- Es ist aber ebenso unleugbar, daſs ein rohes Volk dasjenige, was es für seinen Bedarf braucht und bearbeitet, aus seiner Umgebung, aus seiner nächsten Nähe nimmt, und es ist ganz unwahrscheinlich, daſs ein Steinvolk sich Material aus fremden Ländern viele Meilen weit kommen läſst, um es zu verarbeiten“. So richtig diese Bemerkung an sich ist, so fehlsam ist das von Pallmann daraus Geschlossene. Um die Auffindung solches Materials aus fremden Ländern in den Pfahlbauten der Schweizer Seen zu erklären, nimmt nämlich Pallmann dieselben für Wohnungen von Handelsleuten aus Südfrankreich, welche dasselbe mit sich brachten und es dort verarbeiteten. Mir scheint sich die erwähnte Erscheinung viel natürlicher erklären zu lassen. Abgesehen von den einzeln in den Pfahlbauten gefundenen Bernstein- und Gagat-Zierathen und ähnlichen Dingen, die ganz wohl durch Handel von Hand zu Hand erworben sein können, und von den häufig vorkommenden Feuersteinen, welche den Pfahlbauten-Bewohnern aus dem benachbarten Frankreich durch Handelsleute sehr wohl zugeführt sein können, sind es namentlich die mitunter in unverhältniſsmäſsig groſser Zahl vorgefundenen Steinwaffen aus Nephrit, welche ihres unbestritten asiatischen Ursprunges wegen Bedenken bei den Archäologen hervorgerufen zu haben scheinen. Daſs gerade diese durch den Handel aus dem fernen Asien zum Bodensee gebracht, daſs nicht auch andere Producte aus Asien mit diesen Steinwaffen importiert sein sollen, ist allerdings nicht zu erklären, ist kaum zu glauben. Wer zwingt uns denn aber dazu, einen solchen Handelsverkehr zwischen Asien und der Schweiz anzunehmen? Daſs die Bewohner Europas, auch die der Pfahlbauten in den Schweizer Seen, aus Asien eingewandert sind, steht fest; daſs die Pfahlbauten, wenigstens die älteren derselben, die aus der Steinperiode, zu den frühesten Wohnungen der Bewohner Deutschlands gehören, steht gleichfalls fest. Wer verbietet uns denn anzunehmen, daſs die Steinwaffen aus Nephrit, ja, daſs selbst in einzelnen Fällen der in den Pfahlbauten zu Waffen und Geräthen verarbeitete Nephrit von den Pfahlbauten-Bewohnern bei ihrer Wanderung nach Europa aus der alten Heimat in Asien mitgebracht worden? Eine gute Waffe von dauerhaftem Material erbte vom Vater auf den Sohn, vom Sohn auf den Enkel und fand schlieſslich in dem See ihr Lager, wo sie verborgen ruhte, bis die Forscher der neuesten Tage sie daraus hervorholten, und sie nun dazu dienen muſs, die alte Heimat der Pfahlbauten-Bewohner wissenschaftlich wieder zu gewinnen. Ist diese unsere Ansicht die richtige, so bedarf es nur einer genaueren Bestimmung der Heimat des in den Pfahlbauten gefundenen Nephrits, und wir kennen damit auch die ursprüngliche Heimat der Pfahlbauten-Bewohner in Asien. Das ist aber nicht der einzige Gewinn, der sich daraus ziehen läſst. Es scheint der Natur der Sache angemessen zu sein, daſs diejenigen Pfahlbau-Stationen, welche die meisten Nephrit-Waffen liefern, als die ältesten betrachtet werden, da bei ihren Bewohnern sich die meisten bei der Einwanderung mitgebrachten Waffen noch erhalten haben.
/Hannover./ /C. L. Grotefend./
33) /Die Sage von der Befreiung der Waldstädte/ nach ihrer allmäligen Ausbildung untersucht von Dr. /Wilhelm Fischer/. Nebst einer Beilage: /Das älteste Tellenschauspiel./ Leipzig, F. C. W. Vogel. 1867. 8. 201 Stn.
Nachdem die Untersuchung über die Frage, ob die durch mehrere Jahrhunderte sich fortziehende Tradition, die Befreiung der Waldstädte in Verbindung mit der Erzählung von Tell betreffend, mehr der Geschichte oder der Sage angehöre, als geschlossen betrachtet werden darf, ist dem Gegenstande ein lebhafteres Interesse kaum noch abzugewinnen, auſser etwa nach der mythologischen und der sagengeschichtlichen Seite hin. In der Deutung der mythischen Bestandtheile der Sage, soweit dergleichen überhaupt anzunehmen sein mögen, ist indeſs auch bereits so viel geschehen, daſs auf diesem unsichern Boden schwerlich noch Weiteres von Belang sich ergeben dürfte. Nur die Entstehung und Fortbildung der Sage hatte eine ausschlieſsliche und eingehendere Behandlung bisher noch nicht erfahren. Die Fragen jedoch: Wie und wann ist die Tellsage nach der Schweiz gewandert? War sie, als gemeinsames Eigenthum des germanischen Stammes, auch bei den Schweizern schon uralte Tradition? Wann und wie begann sie sich enger zu localisieren, politische Bedeutung zu gewinnen und zu der Sage von der Befreiung der Waldstädte in Beziehung zu treten? -- diese Fragen werden auf eine befriedigende Lösung wol vergebens harren müssen. Dagegen läſst eine sorgfältige Vergleichung der sämmtlichen, auf den Ursprung der Eidgenossenschaft bezüglichen Berichte und Erzählungen, von Johann von Victring, Justinger u. s. w. bis herab auf Johannes Müller, wenigstens noch das Ergebniſs hoffen, die ursprünglichen Bestandteile der Sage reiner, als bis jetzt der Fall war, aus der oft willkürlichen Einkleidung, aus den vielfachen Aenderungen, Erweiterungen und Zusätzen der Chronisten herausgeschält zu bekommen. Dieser Aufgabe ist die obige Schrift gewidmet. Des Verfassers Absicht geht nämlich dahin, die verschiedenen sagenhaften Berichte „in ihrem Verhältnisse zu einander zu prüfen, alle kunstmäſsigen Zuthaten auszuscheiden, und zu untersuchen, wie das, was als ächte Sage übrig bleibt, sich nach und nach hat ausbilden können, bis sich uns der Kern derselben in seiner möglichst ursprünglichen Gestalt darstellt.“ Den räthselhaften Sprung von den Vorgängern des weiſsen Buches zu diesem, worin die bisher kaum in allgemeinen Umrissen nur angedeutete Sage uns plötzlich in voller, funkelnder Rüstung entgegentritt, hat natürlich auch der Verfasser nicht aufzuklären vermocht; doch entscheidet er sich für die Ansicht, das die Erzählung des weiſsen Buches unmittelbar aus der lebendigen mündlichen Ueberlieferung geschöpft sei. Vom ersten Theil des Liedes „vom ursprung der eidgnoschaft“ (Strophe 1-9 der Handschrift von 1501) glaubt er annehmen zu dürfen, daſs derselbe aus der Zeit von 1474 datiere, und er zweifelt nicht, daſs eben dieses Lied es war, welches dem Chronisten Ruſs vorgelegen. Auch dieser soll übrigens, was er weiter von Tell erzählt, unmittelbar aus der Volkstradition geschöpft und nicht etwa aus dem weiſsen Buche entlehnt haben. Schlieſslich findet der Verfasser in der Erzählung des letzteren die Ineinanderfügung zweier unterschiedener Sagen, der vom Schützen Tell und einer andern vom Rütlibund. Hat jene mythischen Gehalt, so klingt diese mehr an die Geschichte an, wobei der Verfasser an das Breve Innocenz des IV. erinnert, der die Leute von Schwyz und von Sarnen des Aufruhrs gegen den Grafen von Habsburg zeiht. Ein historisches Element der Sage findet er auch noch in der Erzählung vom Stauffacher. -- Was aus der vergleichenden Untersuchung des Verfassers als sicheres Ergebniſs im Ganzen gewonnen wird, dürfte hiernach allerdings demjenigen, der dem bisherigen Gange der Tellforschung schon aufmerksam gefolgt ist, nicht eben als bedeutend erscheinen, obwohl der fleiſsigen Zusammenstellung und Gegeneinanderwägung der vielen von einander abweichenden Berichte ihr wissenschaftliches Verdienst gewiſs nicht abzusprechen ist. -- Dem beigegebenen Schauspiel ist ein Straſsburger Druck zu Grunde gelegt, und nur da, wo der Text entschieden verderbt erschien, wurden drei sonstige Ausgaben zu Hülfe gezogen. Die Beschreibung der benutzten vier Drucke geht dem Spiel als Einleitung voran, nebst Bemerkungen über die angewendete Orthographie und Interpunction. Den Text begleiten kurze Erläuterungen.
34) /Geschichte der liturgischen Gewänder/, von /Dr. Fr. Bock/. V. u. VI. Lieferung. (Schluſs.) Bonn, 1866. 8.
35) /Panoplia Altaris et Chori/, von /Dr. Fr. Bock/. Aachen. 1867. 8.
36) /Album mittelalterlicher Ornamentstickereien, zur Zierde für Kirche und Haus./ Von /Dr. Fr. Bock/. 1. Heft. Leipzig, T. O. Weigel. 8.
37) /Karls des Groſsen Pfalzkapelle und ihre Kunstschätze./ Von /Dr. Fr. Bock/. I. Band. 1. Theil. Aachen, Selbstverlag des Verfassers. 8.
Wer nur einen Blick auf die Serie der oben genannten Büchertitel wirft, würde es gewiſs nicht für eine bloſse Phrase halten, wenn wir die Besprechung mit den Worten einleiteten: der fleiſsige, unermüdliche Forscher, Dr. Fr. Bock etc. In der That wäre die Production dieses Schriftstellers auf archäologischem Gebiete unbegreiflich, wenn ihm nicht reiche Erfahrung, gründliche Studien und vor allem vieles Sehen auf „gröſseren Reisen“, wie sie der Verfasser zu benennen pflegt, eine solche Grundlage des Wissens böten, daſs diese Werke, so zu sagen, ohne Anstrengung entstehen.
Im erstgenannten Buche gibt der Verfasser den Schluſs der ersten /gröſseren/ Arbeit, mit der er vor die Oeffentlichkeit getreten ist. Vor mehr als zehn Jahren, als der Verfasser den Anfang bearbeitete, war es ein, wenigstens in der deutschen Literatur, vollkommen neues Feld, das er betrat; und wenn dasselbe jetzt auch von manchem Andern bebaut wird, so lassen sich doch auf ihn fast alle Anregungen in Deutschland zurückführen, um so mehr, als er auch lebhaft bemüht war und eifrig dafür agierte, auch die gewonnenen Resultate der Wissenschaft in’s Leben wieder einzuführen.
Nachdem der Verfasser im ersten Bande den geschichtlichen Entwickelungsgang der Seide- und Sammtfabrikation, hierauf den der kirchlichen Stickkunst gegeben und die Gewänder des alten Bundes, sowie die liturgischen Gewänder in den ersten Jahrhunderten des Christenthums betrachtet hat, wendet er sich im zweiten Bande den eigentlich mittelalterlichen zu und behandelt zunächst die Form und den Entwicklungsgang der bischöflichen Pontificalornate.
Er betrachtet die einzelnen Stücke der Reihe nach, wie sie angelegt werden, sonach zuerst die Pontificalstrümpfe, die Sandalen, sodann Schultertuch und Albe, Gürtel, Stola und Manipel, die Diakonatsgewänder (wobei die Frage zuerst erörtert wird, warum und seit wann der Bischof auch diese Gewänder in pontificalibus trägt); hierauf folgen das eigentliche Meſsgewand -- die Casula -- die Pontificalhandschuhe, die Insula (Mitra), das Rationale und die metallischen Insignien der Würde: der Ring, das Brustkreuz und der Stab.
Im folgenden Kapitel werden die priesterlichen Meſsornate und die Diakonengewänder besprochen, wobei nicht nur stets auf den Unterschied zwischen den bischöflichen gleichen Stücken, sowie zwischen den alten und modernen aufmerksam gemacht, sondern auch stets dem Gavantus und seinen Vorschriften besondere Abtheilungen gewidmet sind. Es werden hier das Schultergewand, Albe und Gürtel, Stola und Manipel, das Meſsgewand, die Bekleidung des Kelches, die Diakonengewänder, der Chor- oder Vespermantel abgehandelt.
In einem letzten Kapitel wird die geistliche Haustracht, sowie die Chorkleidung des Pfarr- und Stiftsklerus betrachtet. In allen diesen Abschnitten führt der Verfasser nicht nur fast alle noch vorhandenen einzelnen Stücke an und erläutert sie durch Abbildungen; er schöpft auch reiches Material aus den Wand- und Tafelgemälden, den Miniaturen, Glasgemälden, Skulpturen des Mittelalters, sowie aus den interessanten Schatzverzeichnissen älterer Kirchen, von denen ihm eine ungeheure Zahl bekannt ist.
Das zweite genannte Werk ist noch nicht erschienen. Es liegt blos der Prospect vor, der es als Nachtrag zu dem ersten bezeichnet und, ebenso wie für dieses, eine groſse Zahl von Abbildungen verspricht; es sollen darin die stofflichen, d. h. gewebten und gestickten Gebrauchstücke zur Austattung des Altars und Chores in eben solcher Weise behandelt werden, wie im ersten Buche die Gewandstücke.
Im ersten Werke ist der Verfasser jedoch nicht bei der Betrachtung des Mitteltalters allein stehen geblieben, er hat auch die Zeit des Verfalles nach demselben eingeschlossen und der Regeneration in neuester Zeit einige Worte gewidmet. Man mag im Allgemeinen über die Stilfrage für unsere Zeit denken wie man will, auf diesem Gebiete wird kaum Jemand bestreiten können, daſs die Renaissance, welche nur in der Frühzeit ihrer Blüthe einiges Bemerkenswerthe geleistet, eine Zeit des Verfalles ist, der sich noch bis in die neueste Zeit fortschreitend zeigte, bis endlich die priesterlichen Gewänder sowohl hinsichtlich der Form, als des Stoffes auf eine Stufe herabgesunken waren, daſs ein tieferer Verfall geradezu undenkbar war. Auf diesem Gebiete ist also jedes Zurückgreifen auf die Vorzeit als ein Fortschritt von Allen zu begrüſsen, und es wird sicher sehr dankbar anerkannt werden, daſs der gelehrte Verfasser auch den Neuschöpfungen seine Aufmerksamkeit zuwendet. Gerade in solchen Neuschöpfungen im Geiste des Alten ist der Maſsstab für die richtige Erkenntniſs des Alten gegeben; und da möchten wir behaupten, daſs überall da, wo nicht direkte Copieen gemacht worden sind, der Geist noch nicht vollständig erfaſst ist. Wir behaupten dies nicht blos von den Bock’schen Vorlagen im genannten dritten Werke, wir behaupten es auch von allen ähnlichen Versuchen, des Berichterstatters eigene mit inbegriffen, daſs sie eine vollständige Befriedigung nicht gewähren, und daſs sie zeigen, noch tieferes Eingehen in den Geist des Alten sei unsern Gelehrten und Künstlern anzurathen.
Im letzten der in der Ueberschrift genannten Werke behandelt der Verfasser den Dom zu Aachen und seine reichen Schätze. Der vorliegende erste Theil des ersten Bandes, mit 64 groſsen Holzschnitten geschmückt, gibt die Abbildung und Beschreibung der antiken, altchristlichen, byzantinischen urtd romanischen /metallischen/ Kunstwerke bis zur Mitte des 13. Jhdts. Der zweite Theil soll die metallischen Kunstwerke von der Mitte des 13. Jahrh. bis zum 16. Jahrh. behandeln. Der zweite Band wird der Architektur gewidmet sein und im ersten Theile das karolingische Octogon, im zweiten die romanischen und gothischen Anbauten betrachten. Mit gewohnter Sachkenntniſs behandelt der Verfasser im vorliegenden ersten Theile die interessanten Objekte, für die er nicht blos eine Würdigung der Form gibt, sondern auch deren kunstgeschichtliche Bedeutung betrachtet. Wir finden nur unser Gefühl etwas verletzt, daſs nicht der Architektur der erste Band gewidmet ist, da einmal bei einer Betrachtung der Pfalzkapelle doch diese selbst, und nicht die zufällig darin befindlichen beweglichen Stücke in erste Linie hätten gestellt werden sollen. Hätte der Verfasser nur die Bezeichnung der Bände verwechselt, so würden wir uns nichts daraus gemacht haben, daſs der zweite Band zuerst an’s Licht tritt.
/Essenwein./
Aufsätze in Zeitschriften.
/Art-Journal/: Nr. 59 (Nov.) Mediaeval illuminations.
/Das Ausland/: Nr. 45. Gesellschaftliche Zustände im Mittelalter. -- Rennthierreste am Bodensee.
/Daheim/: Nr. 8. Ostfriesische Lebensbilder. I. Das Wettspinnen. II. Das Klootschieſsen. (Herrn. Meier.)
/Illustr. Familien-Journal/: Nr. 50 (680). Ein deutscher Malermeister (Hans Holbein). -- Nr. 51 (681). Die Marienburg in Preuſsen.
/Grenzboten/: Nr. 46, S. 248. Ein (provenzalischer) Sittenroman des dreizehnten Jahrhunderts (Flamenca). (Adolf Tobler.)
/Deutsche Kunstzeitung/: Nr. 43 f. Die Domsakristei zu Köln.
/Mag. f. d. Literatur des Auslandes/: Nr. 47. Die hochdeutsche Sprache in Luxemburg. -- Der Sprachenstreit der Deutschen, Polen und Ruthenen.
/Illustr. deutsche Monatshefte/: Nr. 27 (123). Die ältesten deutschen Trinkgefäſse. (W. v. Waldbrühl.)
/Balt. Monatsschrift/: Sept. Das Ritterhaus in Riga. (Groſs.)
/Altpreuſs. Monatsschrift/: 6. Heft, S. 481. Aberglaube aus Masuren. 2. Die Zauberei und die Versegnungen. (Dr. M. Töppen.)
/Schles. Provinzialblätter/: October. Volksthümliche Ausdrucksweise. -- Volkstümliches, Sprichwörtliches, Sagenhaftes aus der Ottmachauer Gegend.
/Volksblatt f. Stadt und Land/: Nr. 88. Inschriften an und in der zweiten Dompfarre zu Halberstadt.
/Bayer. Zeitung/: Mgbl. Nr. 323. Der Maler Klaus Strigl aus Memmingen. (Dr. J. Sighart.) -- Nr. 326. Zum Begräbniſs Tilly’s in Altötting.
/Illustr. Zeitung/: Nr. 1219. Weilburg an der Lahn.
/Leipziger Zeitung/: Wissenschaftl. Beil. Nr. 89 u. 90. Zur Geschichte des deutschen Romans im 17. Jahrhundert.
Vermischte Nachrichten.
98) Wiederholt sind wir in diesen Blättern zurückgekommen auf das verdienstvolle Unternehmen des Vorstandes des Freiberger Alterthumsvereins, Herrn Buchdruckereibesitzers H. Gerlach, welcher die im /Freiberger Dom/ vorhandenen, in Messing gestochenen /Grabplatten sächsischer Fürsten/, 28 an der Zahl, sowie die schönsten der im Dome zu Meiſsen befindlichen ähnlichen Platten in genauen Abdrücken für die Oeffentlichkeit gewonnen hat. Wie wir mit Genugthuung erfahren, haben die bedeutendsten Museen des In- und Auslandes diese nicht nur für die Geschichte, sondern auch für die Kunst auſserordentlich wichtigen Plattenabdrücke als wesentliche Ergänzung ihrer Sammlungen sich zu eigen gemacht. Daſs dieselben bisher sich nicht weiter im Publikum verbreitet haben, rührt ohne Zweifel von dem auſserordentlichen Umfange des gröſsten Theiles, sowie von dem Uebelstande her, daſs vermöge des einzig mit Erfolg anzuwendenden Druckverfahrens die ganze Zeichnung in umgekehrter Lage hervortritt, was namentlich die Inschriften schwer leserlich macht, und, was auf den Totaleindruck noch störender wirkt, die Zeichnung selbst und die schraffierten Schattenpartieen weiſs, alle Lichtflächen dagegen schwarz erscheinen läſst. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, hat gegenwärtig der Verleger sein Unternehmen dahin erweitert, daſs er die Originalplatten nunmehr auch in verkleinerten Pholographieen, und zwar in zwei verschiedenen Ausgaben, veröffentlicht, von welchen die eine genau die Wirkung der Originalplatten, die andere die der genommenen Papierabdrücke wiedergibt. Die Photographieen sind, nach den vorliegenden Mustern zu schlieſsen, vortrefflich ausgeführt, zum Theil wahre Musterblätter. Der Preis des einzelnen Blattes beträgt ⅔ Thlr.; bei Abnahme einer gröſseren Anzahl wird besonderer Vortheil gewährt.
Eine Zugabe, für welche Kunst- und Alterthumsfreunde dem Herausgeber insbesondere dankbar sein werden, ist die photographische Nachbildung der berühmten /Emdner Grabplatte/ des 1507 verstorbenen Pfarrers Hermann Wessel, welche, wie im Original, so auch in der Nachbildung ein wahres Meisterstück genannt zu werden verdient. -- In einer mit Abbildung der Grabplatte Herzog Heinrichs des Frommen ausgestatteten kleinen Schrift hat der Herausgeber über die kunsthistorische Seite dieser interessanten Denkmäler, sowie über deren Nachbildung sich weitläufiger ausgelassen.
99) Ein sehr bemerkenswerthes und alterthümliches Baudenkmal ist die /Kapelle bei dem Kirchdorfe Wallenhorst/ in der Nähe von Osnabrück. Diese Kapelle, eines der ältesten christlichen Gotteshäuser Norddeutschlands, wird gegenwärtig auf Anregung des Wallenhorster Kaplans /restauriert/. Der Baumeister Hansen zu Osnabrück, welcher die Wiederherstellung des dortigen Doms leitet, übernimmt auch diese Arbeit. Sämmtliche Fenster der Kapelle sollen in Glasmalerei ausgeführt werden, die der in diesem Fache bekannte Künstler v. d. Forst zu Münster liefert.
(Ill. Ztg.)
100) Beim Flecken /Schleitheim/, welcher an der Schaffhausener Heerstrasse liegt, die durch den Schwarzwald nach Freiburg führt, hatte man schon vor 6 Jahren das Mauerwerk römischer, mit Cement- und Mosaikboden hübsch ausgestatteter Privatwohnungen aufgefunden. Als nun im December vorigen Jahres der Gottesacker der Gemeinde erweitert und das zunächst angrenzende Landstück, Im Hebsack genannt, dazu fundamentiert wurde, geriethen die Arbeiter auf ein zusammenhängendes /altes Leichenfeld/, dessen sorgfältige Ausgrabung vom historischen Verein zu Schaffhausen alsbald übernommen und im heurigen Sommer beendigt worden ist. Man hat im Ganzen 180 einzelne Gräber aufgedeckt, welche zweierlei Bau zeigen, obschon sie insgesammt dem Ostpunkte zu liegen und dem gleichen Volke angehören. Die eine Art besteht aus Furchengräbern. Diese liegen in geordneter Reihe, nahe und in geringer Tiefe aneinander, sind enge und haben durch den Pfluggang stark gelitten. Es ist, als ob man, wie auf unsern heutigen Kirchhöfen, mit dem Raum habe sparen müssen; es finden sich in einem Einzelgrabe einmal sogar vier Leichen beisammen, zwei nach Osten, zwei nach Westen blickend. Solider gebaut sind die im Osten der Feldstrecke liegenden Plattengräber, welche leider nicht alle abgedeckt oder vollständig untersucht werden konnten, da die Grundeigenthümer Schwierigkeiten machten. Sie bestehen in Decke und Wand aus behauenen und aus rohen Steintafeln, die durch Mörtel verbunden sind; ihre einzelne Mauer enthält Backsteine, Trümmer von Leistenziegeln und Rothgeschirr; dies und ein mit eingefügter Cementguſsboden zeigt deutlich, daſs man das Material zur Deckung und Einlassung aus den Ruinen der nächstgelegenen römischen Gebäude hieher geschafft hat. Der Anhaltspunkt, der damit für das Zeitalter, dem diese Gräber angehören, gegeben ist, wird besonders durch zwei in ihnen aufgefundene Münzen Konstantin’s unterstützt, der als Augustus von 305 bis 337 regierte; die Graber können also nicht älter sein als die ihnen beigegebenen Münzen. Zur Zeit Konstantin’s lebte in diesen Gegenden des Oberrheins kein anderes Volk als das alemannische und ein schwacher Rest der gallisch-römischen Bevölkerung. Die Gräberanlage weist auf eine friedliche Zeit hin, da Frauen und Kinder neben den Männern beerdigt liegen, und auf eine feste Niederlassung, wie bei jedem gröſsern und sorgfältig geordneten Leichenfeld vorausgesetzt werden muſs. Mithin werden die hier Bestatteten Alemannen sein, und zwar vorchristlicher Zeit, wie daraus zu schlieſsen ist, daſs ihnen nach römischer Sitte, die Mitgabe einer Todtenmünze (Obolus) nicht mangelt. Diese Beweisführung wird nun durch eine zahlreiche Reihe aller Art von Fundstücken und Grabmitgaben unterstützt. Auſser den groſsen Eisenmessern, die neben jeder Mannsleiche sich finden, erhob man ein paar Kurzschwerter mit einschneidiger Klinge und das groſse zweischneidige Schwert von 2½ Fuſs Länge und 2 Zoll Breite; das erstere ist die unter dem Namen Scramasax, die andere die als Spata bekannte, den Germanenstämmen eigenthümliche Waffe gewesen. Drei Eisensporen mit einem wenig aus dem Bügel vortretenden Stachel weisen auf das rossezüchtende Reitervolk. Um die Halswirbel liegen Bernsteinperlen und Korallen-Schnüre, letztere von farbigen Thonperlen und im einzelnen bis auf 50 Stück. Neben den Ohrringen aus Bronzedraht begegnet vergoldetes, eichelförmiges Ohrgehänge. Es gibt glatte und feingravierte Armringe, Fingerringe mit den Fassungsstellen des ausgefallenen Ringsteins, verzierte Hornkämme, Bronzescheiben mit Einlage von farbigem Glas und von Lapis Lazuli, silberplattierte Gürtelschnallen mit eingeschmolzenen Goldlinien und Email, eine Menge Erzeugnisse früher römischer Kunstübung, die durch Handel, Erbschaft oder Beute in die Hände dieses Volkes kamen. Auf dem Thorax einer Kinderleiche fand sich ein in der Mitte durchschnittenes, verschiebbares Bronzeglöckchen, an welchem ein Bronzekreuzchen herunterhängt. Sehr zahlreich sind die Schnallen und Besätze von Bändern und Riemenzeugen aus Bronze oder Eisen, zu jenen Strumpf- und Hosenbändern gehörend, mit denen der Reiter sein Beinkleid vom Knöchel bis zum Knie herauf festriemte. Die antiquarisch-historische Beschreibung dieses Fundes hat Dr. Wanner, Staatsschreiber von Schaffhausen, übernommen und wird sie mit mehreren beigegebenen Bildtafeln demnächst veröffentlichen; Dr. v. Mandach daselbst wird sie mit einer Abhandlung begleiten, in welcher er die physische Beschaffenheit der Gerippe und besonders deren Schädelbau, auf Einzelmessungen basiert, zur Untersuchung bringt.
(Ill. Ztg.)
101) Bei Gelegenheit einer baulichen Aenderung in dem Hause Jesuitengasse Lit. F. N. 404 zu /Augsburg/ gelangte man in einen niedrigen, abwärts führenden, engen und überwölbten Gang, an dessen Ende der mit gebrannten Platten gepflasterte Fuſsboden auffallend hohl klang. Nach Oeffnung des Bodens fand sich ein bedeutend groſser, 5′ breiter und 9½′ langer, hohler Raum, dessen Bedeckung aus zwei Quadratfuſs groſsen, 2 Zoll starken Backsteinplatten besteht, welche derart konstruiert sind, daſs unter jeder der 4 Ecken eine 3′ hohe und 8″ starke Säule ebenfalls aus gebrannten Steinen und in der Entfernung von je 1 Fuſs angebracht ist; an den Seiten dieses hohlen, unterirdischen Raumes lagern schief ansteigende Schuttmassen herein, in welchen sich bemalte Ueberreste eines römischen Wandverputzes vorfanden. In Folge einer Untersuchung durch Ausschussmitglieder des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg stellte sich der Fund als ein ziemlich gut erhaltenes /Hypocaustum/ heraus. Eine vorgenommene Nachgrabung führte auf römische Grundmauern, wobei man fand, daſs das Hypocaustum theilweise sogar unter der Grundmauer des jetzigen Wohnhauses sich forterstreckt, und bei Einlegung oder Zerstörung der Umfassungsmauern des ehemaligen römischen Bades die mit Fruchtbehängen und Linien auf rothem Grunde bemalten Verputzfragmente in den Schutt des Hypocaustums gerathen sein werden. Die untersuchte westliche und nördliche Seite desselben zeigt eine in römischer Weise aufgeführte Mauer, welche aus schief neben einander gestellten abgeplatteten Tuffstücken mit Mörtelverbindung bestand, die in /zwei/ Reihen in spitzem Winkel gegen einander gestellt sind und opus spicatum -- Aehren-, Häringsbau -- hieſsen.
(Augsb. Abdztg.)
102) Die von Professor Virchow angestellten Untersuchungen der /pommerschen Pfahlbauten/ haben für die alte Kulturgegeschichte dieser Gegenden nicht unerhebliche Resultate ergeben. Im Klappsee bei Woldenberg wurden Anlagen von geringem Umfange entdeckt, die wahrscheinlich in eine relativ späte Zeit reichen. Es fanden sich hier nicht nur zahlreiche Eisensachen, namentlich Theile von Waffen und Pferdegeräth, sondern auch die Thonscherben zeigten in der Zusammensetzung des Thons, der Form und Zeichnung weit ausgebildetere Kunstgegenstände als bei Daber und Persanzig. Manches erinnert an die in den obern Schichten des Bodens zu Lübtow am Plönesee ausgegrabenen Gegenstände. Bei Daber hat die bisherige Ablassung des Wassers nicht mehr Pfahlreihen bloſsgelegt, als bereits im April bei der ersten Untersuchung sichtbar waren. Bei den Nachgrabungen auf dem östlichen Ufer der Halbinsel fand sich ein gröſseres bloſsgelegtes Quartier von Pfählen in einer Tiefe von 3-4 Fuſs, eine Menge von eichenen und wenigen birkenen Rundhölzern in horizontaler Lage, die bunt durch- und übereinander lagen. Die Pfahlbauten im Persanzig-See, welche früher schon Major Krasiski besichtigt hat, sind von Virchow eingehender untersucht worden. Bei einer Vergleichung der Bauten im Daber- und im Persanzig-See ist gleichmäſsig hervorzuheben, daſs beide ausgedehnt und mit entschiedener Planmäſsigkeit angelegt sind. Sie stehen in einem bestimmten Verhältniſs zu den Eigenthümlichkeiten des Landes, welche im Persanzig-See als natürliche Inseln und Werder, im Daber-See wenigstens zum Theil als bedeutende Wall- und Hügelaufschüttungen künstlicher Art sich darstellen, so daſs man annehmen muſs, es habe sich hier neben der Anlage von Seewohnungen zugleich um die von Vertheidigungs- und Befestigungswerken gehandelt. Auf der südlichen und östlichen Seite des Persanzig-Sees finden sich zwischen den senkrechten Pfählen Massen von Scherben, Thongeräth und von zerschlagenen Knochen, sowie Haselnuſsschalen. Waffen aus Stein oder Metall sind bisher weder im Daber- noch im Persanzig-See entdeckt worden. Ueber die Zeit, welcher diese Bauten angehören, läſst sich noch nichts bestimmen. Steingeräth ist an keiner der Stellen gefunden, und ein vereinzeltes Bronzestück aus dem Persanzig-See, wie ein unbedeutendes Eisengeräth aus dem See von Daber gewähren keine sichere Anknüpfung.
(Ill. Ztg.)
103) Ein /Topf mit einer Menge kleiner Silbermünzen/ aus dem Ende des 12. Jahrhunderts ist bei /Wielun/ in Polen auf einem Kartoffelfelde gefunden worden. Die Geldstücke rühren aus der Zeit Boleslaw’s des Schiefmäuligen, Waldislaw’s II. und Boleslaw’s IV., ein kleiner Theil aus noch älterer Zeit her. Ausländische Münzen befanden sich nicht darunter, woraus zu schlieſsen ist, daſs zu jener Zeit nur polnisches Geld in Polen gangbar war, während bei anderm gefundenen Gelde, das noch um 150 Jahre älter war, fast nur ausländische Münze vorkam. Die Münzen sind so klein daſs 97 auf ein Loth gehen; es sind deren im Ganzen 8-9000 Stück.
(Ill. Ztg.)
104) In den Archiven des /Leipziger Rathhauses/ ist kürzlich ein Bruchstück des sogenannten „/Jüngeren Titurel/,“ eines altdeutschen Heldengedichtes von Albrecht von Scharffenberg (um 1270), aufgefunden worden. Die zwölf vortrefflich erhaltenen Pergamentblätter in Folio, die jetzt noch die Umschläge von 6 Aktenfaszikeln bilden, dürften ungefähr sechshundert siebenzeilige Strophen enthalten.
(Ill. Ztg.)
105) =Ueber die Haltung des Bischofsstabes bei Darstellungen von Bischöfen in mittelalterlichen Kunstwerken.=
Gelegentlich eines in England geführten gelehrten Streites über die Frage, in welche Hand der Künstler einem Bischof den Stab zu geben habe, wurde das germanische Museum um eine Erklärung darüber ersucht, wie sich diese Frage durch Betrachtung der Denkmäler der Vorzeit entscheide.
Die Durchsicht des Materials, welches die Kunstsammlung des germanischen Museums in Originalen, Gipsabgüssen und Abbildungen besitzt, ergab folgendes Resultat:
A. /Grabmäler/.
Gottfried de Pisenburg, Bischof zu Würzburg, im Dome zu Würzburg († 1190), hält den Stab in der Rechten.
Eckbert v. Andechs, Bischof zu Bamberg, im Dome zu Bamberg († 1237), hält den Stab in der Linken.
Unbekannter Bischof des 13. Jahrh. hält den Stab in der Rechten.
Burkhard v. Serken † 1307 } Bischöfe zu Lübeck, auf der } gemeinschaftlichen Grabplatte im Johann von Muͦl, † 1350 } Dome zu Lübeck, halten beide d. } Stäbe in der Linken.
Auf dieser Platte kommen in einer kleinen Reihe von Darstellungen fünf Bischöfe vor, die den Stab in der Linken halten, zwei die ihn in der Rechten halten.
St. Wolfgang auf seinem Grabmale aus dem 14. Jahrh. in Regensburg hält den Stab in der Linken.
St. Emmeran auf seinem Grabmale aus dem 14. Jahrh. in Regensburg hält den Stab in der Linken.
Peter von Aspelt, Erzbischof von Mainz, † 1320, auf seinem Grabmale im Dome zu Mainz hält den Stab in der Linken.
Gerlach von Nassau, Erzbischof von Mainz, † 1371, hält auf seinem Grabmale in der Kirche zu Eberbach den Stab in der Rechten.
Georg Ueberacker, Bischof von Seccau, † 1477, hält den Stab in der Rechten.
Johann IV. von Freising, 15. Jahrh., in der Frauenkirche zu München, hält den Stab in der Rechten.
Ein nicht näher bezeichneter Bischof von Brixen (15. Jahrh.) hält den Stab in der Linken.
Friedrich von Polen im Dome zu Krakau, † 1503 (Grabmal von 1510), hält den Stab in der Rechten.
Auf dem Grabmal kommt zweimal St. Stanislaus vor mit dem Stab in der Rechten, einmal St. Adalbert mit dem Stab in der Rechten.
B. /Sonstige Denkmale/.
Auf dem alten Mosaikgemälde im Aeuſsern der Vorhalle von St. Marcus in Venedig halten die zwei Träger der Reliquien die Stäbe in der Linken.
Auf der Kapuze des Pluviale aus St. Blasien, jetzt in St. Paul in Kärnthen, hält der heil. Blasius den Stab in der Linken.
In den Wandmalereien des Nonnenchors zu Gurk, 13. Jhdt., ist unter den Hauptdarstellungen ein Streifen von Medaillons angebracht, welche Heiligenbrustbilder enthalten. Der Streifen unter dem Einzug Christi zeigt zwei Bischöfe, die den Stab in der Linken haben, einen, der ihn in der Rechten hat.
Im Kreuzgange der Dominikanerkirche zu Krakau sind in Glasgemälden des 13. Jhdt. St. Augustinus und St. Stanislaus dargestellt, die beide den Stab in der Linken haben.
Im Brunnenhaus zum heil. Kreuz sind aus dem Schlusse des 13. Jahrh. die Bildnisse der Babenberger in Glasmalerei zu sehen; darunter Otto von Freising und Conrad, Erzbischof von Salzburg, die beide den Stab in der Linken halten.
Auf Glasgemälden im Besitze des Herrn v. Pichler in Graz, die dem Schlusse des 13. oder dem Anfange des 14. Jahrh. angehören, sind St. Benedict und St. Bernhard dargestellt; beide tragen die Stäbe in der Linken.
Leupold von Babenberg, Bischof zu Bamberg, † 1353, auf einem gleichzeitigen Wandgemälde im Dome zu Bamberg, trägt den Stab in der Linken.
St. Erhard auf einem Glasgemälde des Fensters zu St. Erhard in der Breitenau zu Steiermark trägt den Stab in der linken Hand. (Schluſs des 14. Jhdts.)
Eine Figur des heil. Nikolaus, ehemals im Besitze des Verfassers, jetzt im k. k. Museum für Kunst und Industrie in Wien (aus Trient stammend, 15. Jhdt.), trug den Stab in der Rechten. Eine ganz ähnliche Figur im german. Museum trägt den Stab gleichfalls in der Rechten.
Auf dem schönen Altar aus Hersbruck im german. Museum, welcher die heil. Jungfrau und die vier Kirchenväter darstellt, hat der eine Bischof den Stab in der Rechten, der andere in der Linken.
Auf einem Altar zu Bartfeld in Ungarn sind zwei Bischöfe (darunter ein St. Nicolaus) vom Schluſs des 15. Jhdts., die beide die Stäbe in der Linken halten.
Auf einem Teppiche des 15. Jhdts. im german. Museum halten zwei Bischöfe die Stäbe in der Rechten.
Auf einem Glasbilde, ehemals im Schlosse zu Mittersil, jetzt im Museum zu Salzburg, vom 16. Jahrh., hält St. Rupertus den Stab in der Rechten.
In Burgkmair’s österreichischen Heiligen findet sich ein Bischof mit dem Stab in der Linken, ein anderer mit dem Stab in der Rechten.
Im Dresdener Todtentanze halten zwei Bischöfe die Stäbe rechts.
Ein Vergleich der Tafelgemälde und ihrer Abbildungen, sowie vieler Bibliothekswerke, hatte dasselbe Resultat, d. h., wo die Bischöfe und Aebte segnend vorkommen, halten sie den Stab in der Linken, da die Rechte segnet; halten sie Bücher oder sonstige Attribute, so ist der Stab bald rechts, bald links, im 15. Jahrh. öfter in der rechten Hand als in der linken; doch dürfte sich kaum ein Prinzip daraus herleiten lassen.
A. /Essenwein/.
106) Einer freundlichen Mittheilung des Herrn Geh. Raths H. C. v. d. /Gabelentz/ auf Poschwitz zufolge ist derselbe im Besitze nachfolgender /Handschriften deutschgeschichtlichen Inhalts/:
1. /Normbergische Cronicka/, Darinnen Ist zu finden der Erste Anfang vnd Uhrsprung der Statt etc.
Papierhandschrift von 475 Bl. 2. Die Chronik geht bis zum J. 1623; die letzten 31 Bl. sind von einer späteren Hand nachgetragen.
2. /Cronica der Stadt Nürmberg/ etc.
Papierhandschrift von 326 Bl. 2. Die Vorrede ist vom 16. Oct. 1593 datiert, am Schluſs steht der 6. Nov. 1621.
3. /Geschichte der Bischöfe von Regensburg/ in lateinischer Sprache.
Papierhandschrift von 95 Bl. 2. Die Geschichte reicht bis zum J. 1539, die Handschrift selbst scheint aber dem 17. Jahrh. anzugehören.
4. Ein starkes Aktenfascikel, Auszüge aus Kämmereirechnungen, Statuten u. dgl. von /Naumburg/ und /Zeiz/ betr.
Von verschiedenen Händen im Laufe des 17. Jahrhunderts zusammengetragen.
5. /Nortgauisches Chronicum./ Darin insonderheit der fürstl. Pfalzgrävischen Residenz-Stadt Sulzbach und des fürnehmen Closters Castel Beschreibung etc. Biſs auf unsere Zeit continuirt über die 600 Jahr, und mit besonderer müh zusamgetragen durch Johannem Braun... Anno 1648.
Papierhandschrift von 264 Bl. in 2.
6. a. /Cronica Vber daſs hochlöbliche Stüfft vnd Churfürstenthum Halberstat/ etc. von den Anno 708... Biſs 1680.
b. /Chronica des hochlöblichsten Kayserlich. Ertz- vnd Primat Stift Magdeburg/ etc. von Anno 616 Bis Anno 1683.
c. /Chronicon Quedlinburgense./ „Ist genommen Erstlichen aus den Sächsischen, Halberstädtischen, Magdeburg- vnd Ballenstäd. Geschichten.“
Papierhandschrift von 93, 115 und 216 S. 2. durchgängig von /einer/ Hand geschrieben.
7. a. /Vnderthenigst bedencken Melchiorn von Ossa/ der Rechten Doctorn, Churfürſsten Augusto Hertzogens zu Sachsen etc. Hoffrichtern, Welcher gestallt ein Christliche Obrigkeit ... ein Gottselig... Justitien erhallten kan. Item von dem Regiment Gerichtbarkeit vnd Policey der löblichen Chur- vnd Fürſstenthumb Sachsen Düringen Meichsen etc. Hochermelltem Churfürſst. Zustendig, Auff begeren Sr. Churfl. G. geschrieben Mense Decembris Anno etc. 1555.
b. /Bedenckhen An die Römische Kay. Maytt. Herrn Lazarus von Schwendi/ 1574.
Papierhandschrift von 147 und 54 Bl. in 2.
8. a. /Isidorus de quatuor novissimis/ in deutscher Uebersetzung (niederrheinischer Dialekt), in fine: Expliciunt Quatuor nouissima Anno domini Millesisimo Quadringentesimo Sexagesimo Secundo die decima mensis Aprilis -- darauf: Hyr volget Isydorus nae vā veele inde manniche worde up eynen syn dragende ind sleissende. Isidorus van der werckyge des mynschen syns selfs Et cethera.
b. Eine am Anfang und Ende defecte Handschrift des /Freidank/, über welche vgl. die zweite Ausgabe des Freidank von Grimm, Vorr. S. 5.
c. /Eyne historia von der lantgynne elizabet/, am Ende defect.
d. /Hey begynt eyn Bouch die Juden zo verwynnen/ In yrme vngelouuen Den Sy hant van Messyas ind van Anderen vngelouuen ind Irryngen etc. in fine: Anno domini Millesimo Quadringentesimo Sexagesimo Secundo Mensis maij die duodecima. Per me Johēm de bullishem Cāpanā liblair.
Papierhandschrift von 59, 36, 33 und 57 Bl. in 2.
9. Ein /altes Wappenbuch/ aus dem Ende des 15. Jahrh. Die Umrisse der Wappen sind gröſstentheils Holzschnitt, die Zeichnung der Wappen mit der Feder ausgeführt und coloriert, am Schluſs Vieles nur mit Bleistift angedeutet, eine Anzahl Blätter auch mit den bloſsen Umrissen in Holzschnitt.
Papierhandschrift von 244 Bl. in gr. Fol.
10. /Eine Wachstafel/, Fragment des Heberegisters einer norddeutschen Stadt (Danzig?) aus dem 15. Jahrh.
11. Eine aus der ersten Hälfte des 15. Jahrh. stammende Papierhandschrift in 4., welche neben mehreren theologischen Schriften in lateinischer Sprache, wie Speculum Mariae, Concordantiae, quatuor Evangeliorum super passionem, aureum confessorium memoriale sacerdotum etc. auch /Statuta provincialis sedis Moguntinae/ und in deutscher Sprache /Origo conversionis Thuringiorum/ enthält.
Vgl. Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte und Alterthumskunde, Bd. VI, S. 237 ff.
12. /Halberstädtsche Cronica/ Johannis Winnigstedt, Anno 1637 Nachgeschrieben und Abermahls 1769.
Papierhandschrift von 90 Bl. in 4.
13. /Epitome Annalium Bambergensium/ etc. von... Joanne Cygnao... verfertigt. Anno Domini 1604.
Papierhandschrift von 150 Bl. in 4.
14. /Ordenliche Beschreibung der Uralten Bürger und Geschlechter In dieser Löblichen Reichs-Stadt Augspurg/, seither Anno 1368.
Papierhandschrift von 63 Bl. in Querquart von verschiedenen Händen im 16. (und 17.?) Jahrhundert geschrieben.
15. /Genealogische Geschichte der Steierischen Familie von Teuffenbach/, geschrieben 1647-49. 4.
16. /Kolerisch Stammenbuch/, zusammengetragen und beschrib. durch mich Christof Gabriel Kolern... im 1607 Jahr. Pap.-Hs. v. 22 Bl. in 4.
17. /Gründtliche Abschrifft/ der Newgeschribnen Kunst, So dem Edlen Herrn Marxen Welser, Stattpfleger zu Augspurg zu vndertheingen Ehren auch hertzlicher glückhwinschung zu dem hohen furtrefflichen Stattpfleger Ampt,... Ist verehrt und dedicirt worden. Am Schluſs steht die Jahrzahl 1601; als Verfasser nennt sich Thomas Trumer.
Zierliche Papierhandschrift von 16 Bl. in 4. mit gemalten Arabesken auf der ersten und letzten Seite.
18. /Ein Convolut Altenburgica/ von verschiedenen Händen im 17. Jahrhundert geschrieben.
19. /Georgen von Heringen/ Seeligen /Reisebüchlein/ als er mit dem wolgebornnen vnndt edlen graffen vnnd herrn, herrn Johanns Ludwig zu Gleichen Ihr gnaden in die Türkey getzogen. Anno Exuborantis Christi 1588.
Papierhandschrift von 166 Bl. 4.
Inserate und Bekanntmachungen.
24) =Des Wilhelm von Boldensele Pilgerfahrt in das gelobte Land.=[A]
In der ersten Nummer dieses Jahrganges gibt Sp. 22 f. der Archivar P. /Pius Schmieder/ Kunde von einer Handschrift des Klosters Lambach, in der eine ihm bisher unbekannt gebliebene Beschreibung einer Pilgerfahrt in das heilige Land aus dem 14. Jahrhundert enthalten ist. Er sagt am Schlusse mit Recht: „Sollte diese Schrift noch ganz unbekannt sein, so verdient selbe jedenfalls eine nähere Untersuchung.“ -- Diese Beschreibung ist jedoch schon mehrfach vollständig gedruckt worden, zuerst durch /Canisius/ in Antiquae lectionis T. V, 2. p. 95 ff., dann durch /Basnage/ in der zweiten Bearbeitung dieses Werkes Thes. Mon. eccles. et hist. T. IV, p. 331 ff. und neuerdings durch den Unterzeichneten, zumeist nach einer Wolfenbütteler, von Canisius und Basnage mehrfach abweichenden Handschrift, in der Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen 1852, S. 226 ff. Dort ist zugleich weitläufig über den Verfasser derselben, den Edeln Wilhelm von Boldensele, der eigentlich Otto von Nienhus hieſs, und über die verschiedenen Handschriften, welche von der Reisebeschreibung noch erhalten sind, gehandelt worden. Die Handschrift zu Lambach war mir damals eben so wenig bekannt, als eine Handschrift zu Breslau, über die /Wattenbach/ in dem Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde XI, S. 698 f. berichtet. -- Für denjenigen, der sich für die Person des Verfassers dieser Reisebeschreibung besonders interessiert, mag hier noch bemerkt werden, daſs Hr. Hauptmann /von Ledebur/ in Nr. 34 des Wochenblatts der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg 1861 die Ansicht aufgestellt hat, Otto von Nienhus, genannt Wilhelm von Boldensele, sei der letzte Sproſs des ums Jahr 1300 ausgestorbenen Geschlechtes der Grafen von Wölpe gewesen, wogegen Hr. Geh. Legationsrath /von Alten/ in der Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen, 1861, S. 219 ff. wichtige Bedenken geltend macht. Daſs /Potthast’s/ Wegweiser das wichtige Schriftchen nicht erwähnt, ist um so mehr zu tadeln, da dasselbe als vielgebrauchte Quelle der späteren Beschreibungen, namentlich des Ludolf von Suchem, anzusehen ist, wie ich in der Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft Bd. XVI, S. 710 f. gezeigt habe.
/Hannover/, den 1. December 1866.
C. L. /Grotefend/.
25) In der literar.-artist. Anstalt des german. Museums (vgl. oben die Chronik des Museums) ist zu haben:
=Die deutschen Farben: Schwarz, Gold, Roth=, und die historische Berechtigung der rothen Farbe im deutschen Banner, von _F.-K. Fürsten zu Hohenlohe-Waldenburg_. 1866. Stuttgart, Druck der k. Hof- und Canzlei-Buchdruckerei von Gebrüder Mäntler. 1 Bogen Text in 4. mit 3 Abbildungen. Preis 6 Sgr. oder 21 kr. rhein.
26) /Berichtigung/. Oben, Sp. 394, Z. 14 v. u. lies: Patet.
FUSSNOTE:
[Fußnote A: Vgl. Anzeiger, 1866, Nr. 10, Sp. 359, 18. Die Redaction.]
Da mit dieser Nummer der Jahrgang 1866 des Anzeigers geschlossen ist, so wird die gütige Bestellung der Fortsetzung desselben hiedurch in Erinnerung gebracht. Halbjähriges Abonnement wird nicht angenommen.
* * * * *
Verantwortliche Redaction: A. /Essenwein/. Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
U. E. /Sebald/’sche Buchdruckerei.
Alphabetisches Register zum dreizehnten Bande des Anzeigers für Kunde der deutschen Vorzeit.
Vorbemerkung: Mit =B= sind die Bekanntmachungen und Inserate bezeichnet.
I. Aufsätze und Notizen.
_Adam_, Erzvater: eine Darstellung dess. 274 f.
_Agricola_, s. Sprichwörter.
_Aufsätze_ in Zeitschriften: 34 ff., 75 f., 112 ff., 156 f., 195 f., 226 f., 261 f., 293 f., 324 f., 355 f., 385 f., 428.
_Ausgrabungen_ bei Rochsfeld. 241 ff.
_Ausgrabungen_ im Peuthenthale bei Sulzbach (m. Abbild.). 397 ff.
_Ausgrabungen_, Wizenicer, i. J. 1865. 55 f.
_Bau_ einer Kapelle im Stifte Reun in Steiermark: Verzeichniſs der Ausgaben für dens. 246 f.
_Bayern_, Wilhelm, Herzog: sucht Reliquien für die St. Michaelskirche zu München. 275 f.
_Bernclau_, decani eccl. cath. Ratisb., tabulae stemmatographicae et genealogicae Landsassiarum veteris et junioris Palatinatus: Nachfrage nach diesem Manuscript. B. 40.
_Bibra_, Kilian von, Dompropst, s. Ordnung.
_Böhmen_, s. Funde; s. Gräber.
_Boldensele_, Wilhelm von: dessen Pilgerfahrt in das gelobte Land. 22 f. B. 359. B. 435 f.
_Brunnen_, der schöne, zu Nürnberg, s. Spruch.
_Büchsenschützen_, die ersten, die an der Wange abschossen. 172 ff.
_Bundschuh_, s. Gengenbach.
_Burgoldensis_, Ph. Andr., discursus historici, s. Sprichwörter.
_Deutschland_, Albrecht I., Kaiser, s. Fürstenberg.
_Dramen_, alte. 277 ff.
_Elfenbeinschnitzwerke_: über einige mittelalterliche 201 ff.
_St. Erhard_, Kirche, in der Breitenau in Steiermark: Glasgemälde das., s. Oesterreich: Albertus mit dem Zopfe.
_Fabrikzeichen_: Verkauf eines solchen a. d. J. 1433 und 1478 (mit Abbild.). 49 f.
_Fischart-Literatur_: Beitrag zu ders. 62 f.
_Forschungen_, literarische. 92 ff.
_Franken_, s. Krieg.
_Frey_, Hanns: die Schwieger dess. 57 ff.
_Froissart_, Nachfrage nach einer Handschrift dess. B. 159. 359 f.
_Funde_ in Hügelgräbern in Böhmen. 339 f.
_Fürstenberg_ in der Baar, Veste: Belagerung ders. durch Kaiser Albrecht I. u. Herzog Friedrich den Schönen v. Oesterreich. 329 ff.
_Gedichte_, s. Schneider, Hans.
_Gengenbach’s_ Bundschuh: Beschreibung einer vierten Ausgabe. 24.
_Gesprächspiele._ 62.
_Glasgemälde_, s. Oesterreich: Albertus.
_Gsundttrunkh_, regenspurgischer. 215 f.
_Gräber_, heidnische, in Böhmen. 52 ff.
_Grabmal_, das Schreier-Landauerische, zu Nürnberg. 407 f.
_Historia_ Neminis. 361 ff., 393 ff.
_Holzschnitzwerk_, (Kreuzigung Christi und der beiden Schächer) in der Michaelskirche zu Zeitz. 182 ff.
_Hügelgräber_, s. Funde.
_Ikonographie_, mittelalterliche: Beitrag zu ders. 274 f.
_Inschrift_ auf einem Tische: Erklärung. B. 119.
_Juden_ zu Naumburg an der Saale. 87 ff., 126 ff., 169 ff., B. 359.
_Kapelle_, s. Bau.
_Karlstadt_, Stadt, s. Ordnung.
_Kere_, Mertein von der, Dechant, s. Ordnung.
_Klenkok_, Johannes, Magister. 344.
_Krieg_, der fränkische, 1 ff., 41 ff., 81 ff.
_Krönungsinsignien_ des Mittelalters. 121 ff., 161 ff.
_Kunstgeschichte_, schweizerische: Beiträge zu ders. 272 ff., 309 f.
_Kunstindustrie_, s. Museum, germanisches.
_Landauer_, Matthäus, s. Grabmal.
_Landrichter_ zu Sulzbach im 14. und 15. Jahrh. 340 ff., 404 ff.
_Lasterstein_ in Möſskirch. 63 f.
_Legende_, Beiträge zu ders. 311 f., 343 f.
_Lepage_, les communes de la Meurthe: Nachfrage nach diesem Werke. B. 327.
_Lokomotive_: Vorläufer derselben im 17. Jahrh. (m. Abbild.). 305 ff.
_Luckowe_, Ludolfus de: Nachfrage nach Beiträgen zur Lebensgeschichte dess. B. 79 f. 359.
_Lützelburg_, Familie: Nachfrage nach dem Freiherren-Diplom ders. B. 327 f.
_Marburg_: St. Elisabethen-Kirche, s. Wappenschild.
_Maria_, die schöne, s. Regensburg.
_Michel_, der deutsche. 92 ff., 94 f.
_Miniaturmalerei_ des 14. Jahrhunderts (m. Abbild.). 132 ff.
_Möſskirch_, s. Lasterstein.
_München_: St. Michaelskirche, s. Bayern, Wilhelm, Herzog.
_Münzauktion_, groſse, in Nürnberg: Ankündigung ders. B. 159 f.
_Museum_, german.: Chronik dess. 25 ff., 65 ff., 97 ff., 145 ff., 185 ff., 217 ff., 249 ff., 281 ff., 313 ff., 345 ff., 377 ff., 409 ff.
_Museum_, german.: Jahresconferenz dess. B. 295 f.
_Museum_, german.: dessen Nutzen für die kunstindustrielle Thätigkeit unserer Zeit. 199 f.
_Museum_, german., s. Photographieen.
_Nachrichten_, vermischte: 36 ff., 76 ff., 114 ff., 157 ff., 196 ff., 227 f., 262 ff., 294 ff., 325 ff., 356 ff., 386 ff., 428 ff.
_Nas_, Johannes. 21 f.
_Naumburg_ a. d. Saale, s. Juden.
_Nemo_, d. heilige, s. Historia.
_Niemand_, der. 179 ff., 361 ff.
_Nürnberg_, s. Grabmal; s. Münzauktion; s. Spruch.
_Ordnung_ des Dompropsts Kilian von Bibra, des Dechants Mertein von der Kere und des Domkapitels zu Würzburg für die Stadt Karlstadt. 297 ff.
_Oesterreich_: Albertus mit dem Zopfe, auf einem Glasgemälde zu St. Erhard in der Breitenau in Steiermark (m. Abbild.). 177 ff.
_Oesterreich_: Friedrich der Schöne, Herzog, s. Fürstenberg.
_Papst_ Johann XXII., s. Stamps.
_Peters_, Friedrich, s. Sprichwörtersammlung.
_Pfahlbauten_: zur Geschichte ihrer Entdeckung und Erkennung. 50 ff., 243 ff.
_Photographieen_ aus dem german. Museum: Inhaltsangabe des vierten Heftes ders. B. 231 f.
_Pilgerfahrt_ in das gelobte Land: Beschreibung einer Handschrift aus dem 14. Jahrh. 22 f. B. 359.
_Princessin_: Zeit der Einführung dieses Wortes in den deutschen Sprachgebrauch. 144.
_Pulvermachen_: Anweisung dazu aus dem 14. Jahrh. 246.
_Räthsel._ 344.
_Regensburg_: Wunderzeichen der schönen Maria das. 142 ff.
_Regensburg_, s. Gsundttrunckh.
_Reineke Vos_: zur Frage nach dem Verfasser dess. 56 f.
_Reliquien_, s. Bayern, Wilhelm, Herzog.
_Reun_, Cistercienser-Stift (in Steiermark): s. Bau: s. Spiegelgehäuse.
_Rochsfeld_, s. Ausgrabungen.
_Sage_: Beiträge zu ders. 311 f., 343 f.
_Schneider_, Hans: Sprüche u. Gedichte dess. 9 ff., 61 f.
_Schreier_, Sebald, s. Grabmal.
_Schwäbisch-Hall_, s. Wachstafeln.
_Schweiſs_, engl., des Jahres 1529: eine neue Flugschrift über dens. 210 ff.
_Schweiz_, s. Kunstgeschichte.
_Seelentrost_: Beitrag zur Literatur dess. 307 ff.
_Segensspruch_, s. Zauberspruch.
_Soldat_: Zeit der Einführung dieses Wortes in den deutschen Sprachgebrauch. 144.
_Sphragistik_: Beiträge (m. Abbildgn.). 233 ff., 265 ff.
_Spiegelgehäuse_, elfenbeinernes, im Cistercienser-Stifte Reun in Steiermark (m. Abbild.). 201 ff.
_Sprichwörter_ Agricola’s: über die Ausgabe ders. v. J. 1548. 207 ff.
_Sprichwörter_ Agricolas: die niederdeutsche Uebersetzung ders. 64.
_Sprichwörter_ aus Ph. Andr. Burgoldensis discursus historici. 92 ff., 137 ff.
_Sprichwörtersammlung_ des Friedrich Peters. 333 ff., 370 ff., 400 ff.
_Spruch_, alter. 184.
_Spruch_, altdeutscher. 280.
_Spruch_ vom schönen Brunnen zu Nürnberg. 181 f.
_Sprüche_, s. Schneider, Hans.
_Stamps_: Kloster St. Johann; Vollmacht des Papstes Johann XXII. für den Abt desselben zur Schlichtung von Streitigkeiten. 56.
_Sulzbach_, s. Ausgrabungen; s. Landrichter.
_Teppich_ mit Darstellungen aus der Geschichte Tristans und Isoldens (m. Abbild.). 14 ff.
_Thüringen_: Conrad, Landgraf, s. Wappenschild.
_Trinkspruch_, s. Gsundttrunkh.
_Tristan_ und Isolde: Darstellungen aus der Geschichte ders., s. Teppich.
_Unglückstage._ 216.
_Vereine_, historische: Chronik. 29 ff., 69 ff., 103 ff., 151 ff., 191 ff., 223 ff., 257 ff., 287 ff., 317 ff., 351 ff., 381 ff., 413 ff.
_Wachstafeln_ der Salzsieder zu Schwäbisch-Hall. 95 f. 312.
_Wappenschild_ des Landgrafen Conrad von Thüringen in der St. Elisabethen-Kirche zu Marburg. 245 f.
_Wizenic_ (in Böhmen), s. Ausgrabungen.
_Wunderzeichen_ der schönen Maria, s. Regensburg.
_Würzburg_, Domkapitel, s. Ordnung.
_Zauber- oder Segensspruch_, alter, 24. B. 119.
_Zeitz_: Michaelskirche, s. Holzschnitzwerk.
_Zopfgesellschaft_: zur Geschichte ders. (m. Abbild.). 177 ff.
_Zopfgesellschaft_: zwei Mitglieder ders. (m. Abbild.). 368 f.
II. Literatur-Anzeigen.
_Ackner_, Michael J. und Friedr. Müller, die römischen Inschriften in Dacien. 73 f.
_Aschbach_, Joseph, Geschichte der Wiener Universität im ersten Jahrhundert ihres Bestehens. 109 ff.
_Baur_, Ludwig, hessische Urkunden. 193.
_Bock_, Fr., Geschichte der liturgischen Gewänder. 426 ff.
„ „ Panoplia altaris et chori. 426 ff.
„ „ Album mittelalterlicher Ornamentstickereien. 426 ff.
„ „ Karls des Gr. Pfalzkapelle und ihre Kunstschätze. 426 ff.
_Bodemann_, Eduard, xylographische und typographische Incunabeln der königl. öffentl. Bibliothek zu Hannover. 225.
_Centralblatt_, literarisches, für Deutschland. Herausgegeben von Prof. Dr. Friedr. Zarncke. B. 39.
_Drugulin_, W., Bilderatlas. Verzeichniſs einer Sammlung von Einzelblättern etc. 422 f.
_Erbstein_, H. A., der Münzfund von Trebitz bei Wittenberg. B. 40.
_Essenwein_, A., die mittelalterlichen Kunstdenkmale der Stadt Krakau. B. 229 ff. 259 ff.
_Falk_, Val. Al. Franz, Geschichte des ehemal. Klosters Lorsch an der Bergstrasse. 289 ff.
_Fischer_, Wilh., die Sage von der Befreiung der Waldstädte. 425 f.
_Hartmann_, Hermann, s. Norbert.
_Haſsler_, K. D., die Pfahlbauten des Ueberlinger Sees in der Staatssammlung vaterländ. Alterthümer zu Stuttgart. 423 f.
_Hausbuch_, mittelalterliches. 110 ff.
_Hefner-Alteneck_, J. H. v., u. Friedr. Petri, Ornamentik für Kunst und Gewerbe nach Originalien im k. b. Kupferstich-Kabinet zu München. 226.
_Hirsch_, Karl, über Diptychen, Necrologien, Martyrologien und Verbrüderungsbücher im Mittelalter. 153 ff.
_Huber_, Alfons, Geschichte des Herzogs Rudolf IV. von Oesterreich. 74 f.
_Jahn_, Alb., Emmenthaler Alterthümer und Sagen. 110 ff.
_Kenner_, Friedr., s. Sacken, Ed. v.
_Kirchner_, die Churfürstinnen und Königinnen auf dem Throne der Hohenzollern. B. 359.
_Leitzmann_, Wegweiser auf dem Gebiete der deutschen Münzkunde. B. 39 f.
_Mannhardt_, Wilhelm, Roggenwolf und Roggenhund. 31 ff.
_Martin_, Ernst, deutsches Heldenbuch. 321 ff.
_Mettenleiter_, Dom., aus der musikalischen Vergangenheit bayrischer Städte. 288 f.
_Meyer_, K., Untersuchungen über das Leben Reinmars v. Zweter und Br. Wernhers. 419 ff.
_Monatsschrift_, die altpreuſsische. B. 120. 160.
_Morlot_, A., das graue Alterthum. 289.
_Müller_, Friedr., s. Ackner, Michael J.
_Norbert_, Lebensbeschreibung Bischof Benno’s II. zu Osnabrück; übers. von Herm. Hartmann. 323 f.
_Peter_, Anton, Volksthümliches aus Oesterreichisch-Schlesien. 194 f.
_Petri_, Friedrich, s. Hefner-Alteneck, J. H. v.
_Retberg_, R. v., kulturgeschichtliche Briefe. 110 ff.
_Richter_, Heinrich, das weströmische Reich, besonders unter den Kaisern Gratian, Valentinian II. u. Maximus (375-388). 291 ff.
_Sacken_, E. v., u. Friedr. Kenner, die Sammlungen des k. k. Münz- und Antiken-Kabinets. 155 f.
_Schumacher_, H. A., die Stedinger. 34.
_Ueber_ Arbalo und das Winterlager des Tiberius am Flusse Julia. Vom Freiherrn H. v. Z. 324.
_Wattenbach_, W., Beiträge zur lateinischen Paläographie. 421 f.
_Winter_, Franz, die Prämonstratenser des zwölften Jahrhunderts. 287 f.
_Wocel_, J. E., über den Zug der Kelten nach Italien und zum hercynischen Walde. 355.
_Zarncke_, Friedr., s. Centralblatt, literarisches.
_Zeitung_, numismatische. B. 40.