Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, Jahrgang 1901

Part 45

Chapter 453,575 wordsPublic domain

137) K., 336/7. [Bischof Marinus von Camin Ao. 1480] nachdem er wüste, das die Gotten und Wenden, so in den benhometen Landen gewonet, Rhom und Italien offt geplundert hetten und widder in diesse Lande gezogen weren, darum meinte er, sie müsten viele schone Bucher, die man zu diessen Zeiten missete, mit sich wegkgefhurt und in ire Land gepracht haben. Darum, wo er kham, ginck er allein in die Libreyen, sam wolte er studiren, und was er Guts fand, das nham er gantz wegk oder schneit es aus den Buchern und verbarg es unter dem Rock und stalls so wegk. Und nachdem man auff inen, als des Bapsts Legaten sollicher Dieberey keinen Argwohn hette, ist mans nicht ehe enwahr geworden, sonder do er wegk ist gewest.

[Sidenote: Praehistorie.]

138) K., 138. Von Begrebnus... [Es] lesst sich ansehen, das sie [die Pommern] vor dem Christentumb bereit geglewbt haben, das die Selen nicht ersturben. Dan wan einer gestorben ist, so haben sie yme ein herlich Grab gemacht, gemeinlich von newen grossen Veltsteinen, deren sechsse in einem Rinck wie ein Sarck in die Erde gesetzt und drey die allergrossisten uberher gelegt wurden, welcher Greber noch hin und widder im Lande auff dem Acker verhanden seint, und ein iglicher Stein so groß ist, das man sich verwundern moge, wie Menschen solliche Last haben handlen khonnen; dan ich halte, das sie eins Teils uber hundert oder anderthalb hundert Zentener haben. Und unter sollich Grab haben sie yne gegraben und allweg etwas mit yme hineingegraben, dazu er sein Lebenlanck die grossiste Lust gehapt: ist er ein Rewter gewest, so haben sie yme den Harnisch mit in die Grube gelegt; ist er ein Trencker gewest, haben sie yme ein Vas Bier mit eingegraben, und dergleichen mehr. Und ist darnach die Freuntschafft auff den dreitzigsten Tag und abermal auff den sechssigsten Tag und darnach auff den hundersten Tag stets bei dem Grab gegangen, haben da gegessen und getruncken, und wan sie sat weren, dem Totten sein Teill auch in das Grab unter die Steine gesetzt und darvon gegangen. So ists da des Morgens verzeret gewest, villeicht vom Teuffel; darumb haben sie gemeint, der Totte habe es auffgefressen.

139) K., 3/4. Herkunft der Wenden. K., 18/19. Herkunft der Langobarden. K., 418/9. Tuisko und die übrigen Stammväter.

[Sidenote: Rechtslehrer.]

140) K., 361. Ao. 1496. Berufung italienischer Rechtslehrer nach Greifswald.

[Sidenote: Naturwissenschaft.]

[Naturwissenschaft vergl. Nr. 76; 82.]

[Sidenote: Arzt.]

141) K., 339. [Herzog Bugslaff ist c. 1485 von einem Hirsch schwer verletzt]. Aber der Artzste hette ime aus Eile die Lunge mit in die Wunde geheilet, derhalben er dan bisweilen, wan er hoch steig, schwaren Athem hette, und dasselbig fand man auch nach seinem Tott, do man ine aushnam.

142) K., 355. [Ao. 1496.] Peter Podewils... khonte die Fliche [von einem auf der Jerusalemfahrt erhaltenen Schuße] on Schaden des Gesichts lange nicht ausschneiden oder ausbrechen lassen und muste sie also mit grossen Schmertzen tragen, bis sie die Lenge selbst ausgerottet ist; aber es hat ime durch Gottes Hulffe nichts am Gesichte geschadt.

143) K., 402/3. [c. 1530.] Das Awge, das er [Herzog Georg von Pommern † 1531] ausgestochen, was ime doch so widder geheilet, das mans ime nicht wol ansehen khonte, das er nichts mit sahe. Aber dennoch sahe er ein weinig grewlicher domit wan mit dem andern.

144) K., 312. [Dr. Georg Walther starb Ao. 1469 plötzlich] wie man achtet, das er einen welschen Pfeil empfangen hatte.

145) K., 400. Im Jar 1529 umb Pfingsten entstund im Land zu Pomern bey der Oder und umb das frische Haff eine seltzam Kranckheit: es kham den Lewten an, das sie bey irem Arbeite von Stund an on bewuste Ursach lam wurden an Henden und Fussen, und hetten sich nicht helffen khonnen, wan sie gleich sterben hetten sollen... Dieselbigen Lewte müste man warm zudecken und inen warm Bier mit Buttern zu trincken geben, und sie frassen auch sehr viel, und dan in den dritten oder vierten Tag wurden sie widder gesunt. Und ich achte es darvor, das das Wasser musse vergifftet sein gewest, aus der Ursach, das viele Merschwein in der Fasten zuvor bis vor Stettin khemen, da man sie ny gesehen hatte... und das man auch umb das frische Haff und bey dem Strande derselbigen viele tott fand.

Umb diesseselbe Zeit, do die Kranckheit so ginck, was es uberaus heis bis auff Sanct Johannis Geporttag. Do hub es an zu regen und zu slaggen und war den gantzen Somer so neblicht und kalt bis auff Bartholomei, das man zu der Zeit die Stuben einheissen müste, und verdurb also getreidig und Wein und alle Fruchte. Und umb Bartholomei wurt es so schwul und warm, doch unter dunckeler Lufft, das einer sich vor Schweis nicht retten khonte. Mit dem Wetter erhub sich im Niderland an dem Meer eine newe Kranckheit, die man den engelischen Schweis oder die Schweissucht hieß; dan da was sie hergekhomen. Von dar floch sie wie ein Plitz uber gantze teutzsche Land und wanderte von der einen Stat zur andern. Von Hamburgk kham sie auff Lubeck, von Lubeck auff Wismar, von dar auff Rostock, von Rostock aufn Sund und also vortdhan auf Gripswald, Ancklam und kham in vierzehen Tagen von Hamburgk gein Stettin; und es khonte so bald kein Geruchte von derselbigen Kranckheit worhin khomen, alsofort was die Kranckheit auch dar. Und was so gestalt: den Lewten kam Krywelnt an in Henden und Beynen und grosse Hitze, Schweis und Angst, und viele wurden darvon rasen. So muste man sie warm halten und bedecken, das sie die Lufft nicht anwehete. Darumb benehete man sie in den Petten, und musten 24 Stunden so legen oder sie sturben, wiewol sich hernach befunden hat, das es nicht von notten gewest, so lange zu legen. Diesse Kranckheit kham Dinstag nach decollationis Johannis zu Stettin, und fil der Fursten Kuchemeister Johan Alte ersten darin: der ginck des Abend gesunt zu Pette, umb Mitternacht kham es ime an, des Morgens umb funffen was er tot. Des andern Tages fillen die Furstin und viele vom Hofgesinde und Borgern darin und zu forderst alle Doctores und Licentiaten Medicine, und wusten nicht, was es vor eine Kranckheit war und was man darzu geprauchen solte, alleine das sie cordialia ordinereten. Und fillen so gut als in zwey Tagen etliche tawsent Lewte darin. So khemen zween Knechte dahin, dieselben weren von Hamburgk der Kranckheit nachgefolgt, das sie den Lewten lereten, wie sie sich halten solten. Dieselbigen hettens am Geruch des Schweisses, ob es der rechte Schweis war oder nicht. Dan viele, so nur schwitzten, legten sich aus Forchte auch kranck. So lereten die Knechte den Lewten, wie sie die Krancken benehen und warten solten, und wan inen alzu heis were, das man inen mehlich den Dawn aus den Oberpetten abzog, domit sie nicht erstickten. Nach denselbigen und nach den Predigern war des Nachts mit Lichten und Laternen sollich ein Lauffen und Rennen, das es Wunder was. Und was die Stat nicht anders, dan ob sie vul Totten were; dan des andern Tags was auch keine gasse, da zum weinigsten nicht zwu, drey oder mehr Leiche weren. Die folgenden Tag nham es aber ummer ab und verginck schyr in newn Tagen, das es nicht so heftig pleib. Viele wurden in den Petten verhitzt und erstickt und viel sturben sunst. Die aber genasen, die nham man nach 24 Stunden aus den Petten und wischete sie mit feinen reinen Tuchern aus dem Schweis und setzte sie vor ein Fewr in ein Gemach, dar es nicht wehete, und machete inen ein Eyersuplin. So wurden sie in einem Tag oder achten etwas widder gesunt, aber in langen Zeiten khonten sie die Sucht nicht recht verwinnen. Zur selbigen Zeit lag auch Soliman, der turckische Kaiser, in Hungern und kham vor Wyne und belagerte das; so kham der Schweis auch unter sein Kriegsfolck, das er widder zu rugge zihen moste; er hette aber Hungern und Ofen all gewunnen.

146) K., 314. Anm. 1. [c. 1470.] Bischoff Hennigk... hat gesagt, es were mit uns wie mit jennen, die in Peste legen: etlichen sluge es aus, etlichen plebe die Gifft inwendig; dens ausschluge, den were besser zu helffen wan den, den es inwendig plebe.

147) K., 391. [Ao. 1523.] Die Medici redeten ungeferlich unter sich, das es ime [Herzog Bugslaff] der fulle Man thun würde [= daß er mit Vollmond sterben würde]. [Vergl. Nr. 20; 41; 76; 78.]

LITERARISCHE NOTIZEN.

=Studien zur Reichs- und Kirchenpolitik des Würzburger Hochstifts in den Zeiten Kaiser Ludwigs des Bayern (1333-1347).= Von +Joseph Hetzenecker+. Würzburger Diss. +Augsburg.+ +Matth. Rieger+’sche Buchhandlung (A. Himmer.) 1901. 8. 88 Seiten.

Die Geschichte des erbitterten Ringens zwischen Kaiser und Papst in der ersten Hälfte des 14. Jahrhdts. erhält durch die fleißige Arbeit des Verfassers einen neuen erwünschten Beitrag. Hetzenecker schildert auf Grund größeren gedruckten Materials, in welcher Weise das Würzburger Hochstift in diese Kämpfe hineingezogen worden und wie Würzburg selbst mit Plan und That Anteil genommen. Die Schilderung des Streites über die Besetzung des Bischofstuhls nach dem Tode Wolframs v. Grumbach und der zwiespältigen Wahl im Jahre 1333 wird abgelöst von der lebendigen Zeichnung der Charakterbilder eines Hermann v. Lichtenberg, Ottos von Wolfskeel und Albrechts von Hohenlohe unter Darlegung der wechselvollen Politik jener Kirchenfürsten. Unter den Beilagen bietet die zweite: Bischof Ottos »Letze u. Gebote« (1341-43) für den Kultur- und Rechtshistoriker mancherlei von Interesse.

H. H.

=Geschichte Lothringens.= (Der tausendjährige Kampf um die Westmark.) Von +Hermann Derichsweiler+. Zwei Bände. +Wiesbaden.+ C. G. +Kunzes Nachfolger+ (W. Jacoby). 1901. 8. XIV, 538 und 649 Seiten.

Deutscher Seits hat Lothringens Geschichte bisher unverdient geringe Beachtung gefunden, selbst nach seiner Wiedergewinnung, während die Franzosen sich sehr feiner Bearbeitungen erfreuen konnten. Liegt es seit 1870 an sich nah, der wechselvollen Geschicke des Landes sich zu erinnern, so ist zudem zu bedenken, daß die lothringische Geschichte, weit über partikulare Bedeutung hinausgehend, auch die Geschichte Altdeutschlands, ja Europas, den Schauplatz und den Preis tausendjähriger Kämpfe zwischen Deutschland und Frankreich bedeutet. Der Verfasser, in die schöne Gegend zwischen Wasgau und Mosel versetzt, hat bald den Wunsch in sich gefühlt, mit der historischen Vergangenheit seiner neuen Heimat sich abzufinden und so aus der Fülle des französischen und deutschen Materials heraus nunmehr diese neue Geschichte Lothringens vollendet, die uns von »deutscher Warte« aus weite Ausblicke in die bunt bewegte Vergangenheit dieses Landes gewährt.

H. H.

=Der älteste deutsche Wohnbau und seine Einrichtung.= I. Band. =Der deutsche Wohnbau und seine Einrichtung von der Urzeit bis zum Ende der Merovingerherrschaft.= Von K. G. +Stephani+. Mit 209 Abb. +Leipzig+ 1902, +Baumgärtners+ Buchhandlung XII u. 448 S. 8.

Der Verfasser hat selbst in seinen einleitenden Ausführungen betont, daß es sich in dem vorliegenden Buche eigentlich mehr um eine Materialsammlung, als eine eigentliche Geschichte des ältesten Wohnbaus handele. Das ist schon durch die große Lückenhaftigkeit der literarischen Quellen und der Denkmale, die an sich gegen die ersteren für die behandelte Zeit mehr zurücktreten, bedingt. Zudem lassen beide nur in den wenigsten Fällen gesicherte Schlüsse zu. Vielleicht wäre es sogar besser gewesen, das mit größtem Fleiß gesammelte Material nur zu einem einleitenden Kapitel über den an die hier behandelten Perioden sich anschließenden mittelalterlichen Wohnbau zu verdichten, wie ursprünglich in der Absicht des Verfassers lag. Die angedeutete Sachlage hat dazu geführt, daß Stephani in der Mehrzahl der Fälle doch nur zu mehr oder minder hypothetischen Resultaten gelangte. Abgesehen von diesen Bedenken gegenüber der Behandlung des Stoffes muß aber mit Nachdruck hervorgehoben werden, daß die Gruppierung desselben eine recht glückliche ist. Die Schriftquellen sind mit bewunderungswürdigem Fleiße zusammengetragen und ihre Zusammenstellung allein verleiht dem Werke für die deutsche Kulturgeschichte einen dauernden Wert.

Der Verfasser beginnt mit dem gemeingermanischen Wohnbau als Ausgangspunkt für die späteren stammesverschiedenen Bauarten. Aus den sogenannten Hausurnen sucht er Entwicklung und Nebeneinanderbestehen der Grubenhütten, des Zelts und der Jurte zum eigentlichen Haus in prähistorischer Zeit darzulegen. Den Abschluß dieser Epoche bildet die vorchristlich-römische Zeit.

Daran schließt sich die Untersuchung des germanischen Wohnbaus nach Ost- und Westgermanen geschieden, vor und während der Völkerwanderungszeit im Stammland, und weiter auf fremder Erde während und nach der Völkerwanderungszeit. Dieselbe Einteilung ist für den entwickelten stammesverschiedenen Wohnbau auf heimatlichem und fremdem Boden nach der Völkerwanderungszeit gewählt. Es entspricht den Verhältnissen, daß die Quellen natürlich in den späteren historischen Zeiten weit reichlicher fließen, als in den früheren, insbesondere gilt dies auch von den Denkmalsquellen. Für den nordischen Wohnbau aber tritt insbesondere noch die Analogie mit den späteren Bauten, die die frühere Art treu bewahrten, hinzu, um eine verhältnismäßig zuverläßige Anschauung zu ermöglichen.

H. St.

=Das städtische Museum in Eger.= Mit 8 Illustrationen und 3 Plänen. Von +Alois John+. +Eger+ 1901. Verlag der Stadtgemeinde Eger.

Der unermüdliche Forscher auf dem Gebiete der deutsch-böhmischen Volkskunde erfreut uns mit der von ihm besorgten 4. Ausgabe des Katalogs der städtischen Sammlungen in Eger. Das kleine Büchlein, das wie seine Vorgänger gewiß, jeder Besucher der alten Kaiserstadt gerne zur Hand nehmen wird, behandelt ein Museum, das sich rühmt, unter den deutschen Provinzialmuseen im Lande das älteste und bei zielbewußter Beschränkung auf einen Gau reichhaltigste zu sein, wie es in der That als Beispiel und Muster für andere deutsche Städte Böhmens gedient hat. Seit 1872 im oberen Stock des althistorischen Stadthauses untergebracht, vereinigt dasselbe eine Fülle von Gegenständen, die in ihrer Gesamtheit ein treues Bild des Egerlandes nach Vergangenheit und Gegenwart gewähren. Im Wallensteinzimmer findet der Geschichtsfreund neben Erinnerungen an den im gleichen Hause ermordeten Feldherrn und seine Zeit, Siegel, Münzen, Waffen, Möbel u. a. m. zur Illustration des alten Eger. Die bürgerliche Zunft- und die Bauernstube verwahren Zeugnisse z. T. noch der jüngsten Zeit, u. a. Hausrat und Trachten des Bürgers und Bauern. Andere Zimmer veranschaulichen die Blüte des Kunstgewerbes in Alteger oder zeigen Denkmäler seiner kirchlichen Kunst. Selbst naturwissenschaftliche Sammlungen fanden hier Unterkunft, so daß auch nach dieser Seite die Sonderart der Landschaft sich heraushebt.

Dem einen oder anderen der Freunde und Besucher des Museums mag es vielleicht von Interesse sein zu erfahren, daß seit April 1901 besondere »Mitteilungen aus dem städtischen Museum in Eger« als Beigabe zu »Unser Egerland« erscheinen.

H. H.

Inhaltsverzeichnis zum Jahrgang 1901

der

Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum.

Seite

Vorlagen zu Sonnenuhren von Georg Brentel von Lauingen, von Dr. +Th. Hampe+ 3

Herd und Herdgeräte in den Nürnbergischen Küchen der Vorzeit, von Dr. +Otto Lauffer+ 10, 65, 93

Über den großen Nürnberger Glückshafen vom Jahre 1579 und einige andere Veranstaltungen solcher Art, von Dr. +Th. Hampe+ 30, 41[D]

Augsburger Miniaturen vom Ende des 15. Jahrhunderts im Germanischen Museum, von Dr. +E. W. Bredt+ 123

Fränkische Dorfordnungen, von Dr. +Heinrich Heerwagen+

I. Weistum des Marktes Bruck bei Erlangen 129

Albrecht Dürers Maximiliansbildnisse, von Dr. +Hans Stegmann+ 132

Eine illustrierte niedersächische Handschrift von 1441 im Germanischen Museum, von Dr. +E. W. Bredt+ 147

Zur mittelalterlichen Holzplastik in Schleswig-Holstein, von Dr. +Fritz Schulz+ 157

Johann Struthius Spiel »Die Bekerung S. Pauli«, von Dr. +Hermann Uhde-Bernays+ 172

Litterarische Besprechungen:

Karl Justi, Winckelmann und seine Zeitgenossen, von +Gustav von Bezold+ 78

Sammlungen zur Volks- u. Altertumskunde Pommerns, von Dr. +Otto Lauffer+ 178

Litterarische Notizen 41[D], 92, 156, 206

FUSSNOTEN:

[1] Die genaueren Titel s. bei Andresen, Peintre-Graveur IV, 217.

[2] Andresen, a. a. O. S. 216.

[3] Über einen späteren Angehörigen der gleichen Künstlerfamilie, Paul Cimerlini, der »zu Verona um 1668« lebte, s. Naglers Künstlerlexikon II, 547. Oder sollten vielleicht doch diese beiden Kupferstecher mit einander identisch sein?

[4] Aus Paulus Behaims Briefwechsel im Archiv des Germanischen Museums.

[5] Vgl. Will, Nürnbergisches Gelehrtenlexikon IV, 141 f.

[6] Die oben zitierte Ausgabe von Georg Galgemairs »kurzem und gründlichem Unterricht« hat Brentel gleichfalls Uttenhofer gewidmet. Dieser seinerseits widmet »dem Ehrenhafften und kunstreichen Georgio Brentelio Pictori et civi Lauingano sinem sundersgunstigen Herrn unnd lieben Freundt« am 23. Februar 1608 einen schönen lateinischen und deutschen Spruch ins Stammbuch. Vgl. die Beschreibung von Brentels Stammbuch, das sich im Besitze eines Berliner Sammlers befindet, in der Zeitschrift »Der Sammler, Organ für die allgemeinen Angelegenheiten des Sammelwesens« X (1888) Sp. 126 f.

[7] Wir kommen auf die verschiedenen Nebenbezeichnungen der Blätter weiter unten zurück.

[8] Vgl. die Vignette am Schluß dieses Aufsatzes.

[9] Über einige weitere Blätter von Senft aus den Jahren 1617 und 1633 vgl. J. A. Mayer, Abbildungen und Handzeichnungen zur Kultur- und Kunstgeschichte Bayerns (Kataloge des bayerischen Nationalmuseums in München II Bd.) S. 43 unter »Lauingen«.

[10] Diefenbach a. a. O. 597 b. Marperger a. a. O. 686.

[11] Von dem Puppenhause F. hat, wie ich nachträglich bemerke, J. Stockbauer Abbildung und Beschreibung gegeben in »Daheim« XXVI (1880) S. 188 ff. Eine diesem Aufsatze entnommene Abbildung findet sich in dem Jahresbericht des Museums. 31. Dez. 1885.

[12] Vgl. J. R. Bünker in Mitteilungen der Anthropol. Ges. in Wien. XXV (1895) S. 125 ff.

[13] Das auf Fig. 3 im Vordergrunde links stehende Gerät soll offenbar ein nur halb sichtbarer Pfannenknecht sein, weil eine Stielpfanne darauf steht. Die Anbringung der Beine zeigt aber deutlich, was wir später bei dem Bratspießlager noch einmal werden feststellen müssen, daß der Zeichner Rößler nicht genau genug beobachtet hat. Es müßte sich denn bei diesem Geräte um einen vierbeinigen Pfannenknecht handeln, der aber sonst -- unseres Wissens -- noch nicht angetroffen wurde, und den wir deshalb zunächst nicht für wahrscheinlich halten.

[14] Mitteilungen d. Anthrop. Ges. in Wien. XXV (1895) S. 60.

[15] Bei Schmeller-Frommann^2 findet sich die betr. Stelle I, 1345 ff., wo für uns vor allem der Ausdruck »Bratknecht« in Betracht kommen würde, der aber leider ohne näheren Beleg angeführt ist.

[16] Mitteilungen d. Anthrop. Ges. Wien. XXX, S. 4a.

[17] Über Namen, Form und Verbreitung des Krapfenhengstes haben wir leider gar keine Auskunft finden können. Bei Schmeller findet sich das Gerät nicht erwähnt, und auch Grimm W. B. läßt uns im Stiche, während Bancalari, der zunächst Auskunft geben könnte, vor Jahresfrist gestorben ist. Wir müssen diese Frage also unbeantwortet lassen und ihre Lösung den Jüngern der Volkskunde und der Ethnologie überweisen.

[18] Bei dem Pfannenknecht H. ist die mittlere Gabel nicht beweglich, jedoch darf man das wohl nur auf eine gewisse Nachlässigkeit bei der Miniaturnachbildung zurückführen: das ganze Stück ist sehr mangelhaft gearbeitet.

[19] Zwei ganz einfache Stücke sind von Meringer abgebildet: Mitt. der Anthrop. Ges. in Wien. XXI. S. 108. Fig. 113 u. 114. Ein dem Pfannholz sehr ähnliches hölzernes Serviergerät, den braunschweigischen »Schöttelkranz« bildet R. Andree, Braunschweiger Volkskunde S. 189. Fig. 50 ab.

[20] Nur an einem Stücke ist jetzt die Gabel -- noch dazu mit einer dem Gebrauche des Gerätes völlig widersprechenden Vierteldrehung -- fest an den Bügel angelötet, man sieht aber noch deutlich die Bruchstelle des früheren Scharniergelenkes. -- Bei einem von Meringer, Mitt. d. Anthrop. Ges. Wien. XXI, S. 107, Fig. 111 abgebildeten Stücke steht die Gabel fest, es ist infolgedessen auch nur dreibeinig.

[21] Mitt. d. Anthrop. Ges. in Wien. XXI, S. 107. Fig. 112. In dieser Abbildung ist, wohl der Deutlichkeit halber, das Stück etwas vom Zeichner vereinfacht. Das Wichtige sieht man aber recht gut daran, und auch der Eindruck der Ornamentik ist ungefähr getroffen.

[22] Mitt. d. Anthrop. Ges. in Wien XXX, S. 2b.

[23] Grimm, W. B. V, 47.

[24] S. o. Jahrg. 1900. S. 181.

[25] Nach Wright nennt er: _crook or pot-hook (uncus)_.

[26] Ein drittes Stück des Museums hat Meringer a. a. O. XXI, S. 133, Fig. 150 abgebildet.

[27] Abgebildet bei Schultz a. a. O. Fig. 150.

[28] Über den Ausdruck ›Schwinge‹ vergl. Grimm W.-B. IX, 2685.

[29] Nach Du Cange II, 239 Art. »Catena«.

[30] Schiller-Lübben, Mittelniederd. Wörterbuch II, 177, _lengehaeke vel hael. cacabus_. Voc. Engelh. _cacaba, pendula_. Dief.

[31] Für Ansbach habe ich mir freilich das Vorkommen des Kesselhakens in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts von einem Augenzeugen bestätigen lassen.

[32] Die oben Jahrg. 1900, S. 178, aus Stieler a. a. O. S. 760 Art. »Hängel« angeführte Stelle, deren Beschreibung auf den Kesselhaken zutrifft, kann für Nürnberg leider nicht in Betracht kommen, denn Stieler war ein geborener Erfurter.

[33] Du Cange II, 11 b _cacabus_. -- Diefenb. 86 b _cacabus_, hd. _kessel-_, nd. _ketel-hake_, _-henck_, _henckel_, _hale vel rinck_. S. o. S. 177. -- Du Cange II, 239 c _catena_. -- Dief. 156 b _cremacula_, _hahala_, _hohel_, _kessel-hol_, _-hack_, _hael_. -- 422 b _pendula_, _hengel_, _hahel_, _habel_, _hale_, _hohel_, _haͤhel_, _hoel_, _hael_.

[34] Nach dem Exemplar Hs. 4244 der Bibliothek des Germanischen Museums.

[35] G. L. Kriegk, Deutsches Bürgertum im Mittelalter. Frankfurt a. M. 1868. S. 469.

[36] Die Chroniken der deutschen Städte. XI. Band, S. 552 f.

[37] Die Rechnung umfaßt zwei Folioblätter, die zweimal zusammengelegt sind und die gleichzeitige Aufschrift tragen: »Was auf den hafen vnd buchsenschießen, anno 1489 gehalten, gegangen ist«. Die Aufzeichnungen selbst rühren von einer anderen Hand her und lauten, unter Hinzufügung der nötigsten Interpunktion, wie folgt:

[1 a] +Das auff den haffen vnd auff daß buchsenschissen gangen vnd außgeben ist.+ Item dem Kelperger nach laut seiner zettel 3 fl. 5 [*pfund] alt 2 dn. Item von der puden zw furn geben 20 dn. Item fur ein puchsem zum gelt 13 dn. Item dem Pernhartt Vttenrewtter geben 15 fl. r. [= rheinisch]. Item mer dem Vttenrewtter geben nach lautt seiner rechnung ettlichen schreibern geben 54 [*pfund] alt. Item mer im auf sein anzeigen vnd rechnung 4 fl. r. 5 [*pfund] 15 ₰. Schreiber lon Item dem wegen schenken [? vielleicht ist auch »Wegen, schenken,« zu lesen] ft. [= facit] 1 fl. Item dem Wilbolt Roder ft. 1 fl. ein ort. Item dem Michel Swartzen ft. 8 [*pfund] alt. Item dem Endreß Sporer ft. 3 [*pfund] 20 ₰. Item ich hab auf des Harderß geding 4 schreibern geben 12 [*pfund] alt. Item dem N. von Sluselfeld ft. 28 [*pfund] alt. Item dem Nicklaß von Augspurck geben ft. 28 [*pfund] alt. Item dem von Pfarkirchen geben ft. 15 [*pfund] alt 21 dn. Item fur 2 fas geben 16 g. [Groschen?] Item fur Zwirn geben 42 dn.

Summa Foli 24 fl. r. 168 [*pfund] alt 8 dn.