Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, Jahrgang 1901
Part 34
Gerade diese erinnern unbedingt an ähnliche Darstellungen des c. l. M. 61. Die dort auf fo. 3 gezeichneten Arkadenbögen, wären mit verschiedenen im hiesigen Codex vorkommenden zu vergleichen. Noch mehr aber scheint die gotische Halle mit dem vielteiligen Sterngewölbe und dem nach außen abschließenden reichen Spitzbogen von fo. 126b im Münchner und von fo. 170b im Nürnberger Codex nur in ein und derselben Werkstätte gezeichnet worden zu sein. Auf dasselbe Auge, wenn nicht auf die gleiche Hand wie diejenige, die uns in der niedersächsischen Handschrift bekannt wird, weisen noch nachdrücklicher die architektonischen Illustrationen von fo. 169a, 179b, 183a hin. Die ganz ähnliche Behandlung, ganz ähnlich gewählter Aufgaben ist unmöglich als Zufall anzusehen, so sehr wir auch im Gedächtnis behalten müssen, daß immer zu gleicher Zeit gleich veranlagte Geister ähnlich sehen und sich ähnlich ausdrücken werden. Hier kommen nun eine ganze Reihe von Einzelheiten hinzu, die die Annahme, daß die Münchner Handschrift aus derselben Schule wie die niedersächsische, herrührt, erhärten. Sieht man gerade die offenbar mehr oder weniger vom Illustrator umgemodelte Architektur an, so muß z. B. das Türmchen auf fo. 265b der Nürnberger Handschrift an das auf fo. 119 des Münchner Codex unbedingt erinnern. Beide Darstellungen tragen das Kennzeichen persönlicher Art von Sehen unverkennbar -- und beide wiederholen sich in beiden Handschriften in bald reicherer, bald einfacherer Form. Daneben tritt noch eine andere »Architekturform« in beiden Handschriften auf. Es sind wie aus dem Felsen gehauene, mit Strebebögen gestützte Kapellen, die in ihrem Aufbau vielleicht an höhlenartige Kapellen erinnern sollten, jedenfalls zu der sonst bevorzugten entwickelteren gotischen ziervollen Architektur in beabsichtigtem Gegensatz stehen.
Die allgemein vorherrschend gewählten Bauformen lassen aber -- gerade wie die ähnlichen Illustrationen des clm. 61 nur an etwa die mittelrheinische Landschaft denken. Gegen die Umgegend Osnabrücks wie die Augsburgs sprechen jene Formen unbedingt. Da aber unser Codex zweifellos in Osnabrück geschrieben wurde, wie der Münchner Codex wahrscheinlicher Weise in Augsburg, so sind +allein+ die Illustrationen Mitgliedern +einer+ Werkstatt zuzuschreiben, deren Sitz wir auf mittelrheinischem Gebiete oder in der Maingegend zu suchen haben. Allem Anschein nach sind die Illustrationen des Münchner Codex von drei verschiedenen Händen ausgeführt und auch unser Codex ist vielleicht von mehreren unter Leitung eines ausgesprochen selbstständig sehenden Illustrators entstanden.
Möchte die hier versuchte +stilistische+ Kennzeichnung der Illustrationen unseres Nürnberger Codex Nr. 998, die gleichzeitig einen guten Teil der Illustrationen des c. l. M. 61 trifft, zur Feststellung der Werkstätte oder gar des wahrscheinlich vielgewanderten Illustrators führen.
LITERARISCHE NOTIZEN.
=Die Tiere in der deutschen Volksmedizin in alter und neuer Zeit.= Von +Johannes Jühling+. Mit einem Anhange von Sagen etc. Mittweida. Polytechnische Buchhandlung. (1900.) 8. 355 SS.
Verfasser vereinigt in einem stattlichen Bande die Ergebnisse seiner eifrigen Sammelthätigkeit auf dem Gebiete der Volksmedizin mit Beschränkung des Stoffs auf tierische Produkte verwertende Rezepte. Zu diesem Zweck hat derselbe eine nicht geringe Zahl volkskundlicher Bücher und Zeitschriften ausgiebig benutzt und gleicherweise einschlägige Handschriften der Dresdner kgl. öffentl. Bibliothek verwertet (Quellennachweise S. 347-55). Das mit einem Geleitworte des Verfassers des »deutschen Krankheitsnamen-Buchs«, Hofrat Dr. Höfler, bedachte Buch bietet der volkskundlichen Forschung ein willkommenes Nachschlagebuch, der Geschichte der Medizin eröffnet es eigentlich erst mancherlei bisher zerstreutes und verstecktes Material.
H. H.
=Die Provinz Bayreuth unter französischer Herrschaft= (1806-1810). Von Baron +Camille de Tournon+. Übersetzt und bearbeitet von +Ludwig v. Fahrmbacher+, +Wunsiedel+. G. +Kohler+. 1900. 8. 117 SS. nebst einer Übersichtskarte in Farbendruck.
Zur Geschichte der drei Jahre, in denen das Bayreuther Land dem Napoleonischen Kaisertum unterstand, liefert der kgl. Regierungsdirektor v. Fahrmbacher einen trefflichen Beitrag durch seine Übersetzung der »Statistique de la province de Bayreuth« des damaligen Intendanten der Provinz Baron Camille de Tournon. Gewiß: der Wissenschaft wäre mit der Veröffentlichung der in der Bayreuther Kanzlei-Bibliothek verwahrten Originalhandschrift fürs erste mehr gedient gewesen, allein nach der Lektüre des liebenswürdigen Werkchens wird man sicher dem Bearbeiter Dank wissen, daß er es so einem größeren Leserkreis zugänglich gemacht hat. Die Denkschrift des feingebildeten Franzosen, der nicht nur das aktenmäßige Material geschickt zu verwerten gewußt, sondern auch auf Inspektionsreisen offenen Auges, mit herzlicher Teilnahme für alles, in Stadt und Land sich umgesehen hat, darf in der That mehr als ein blos geschichtswissenschaftliches Interesse beanspruchen. Seine Darlegungen zu allen Zweigen der Verwaltung, die Behandlung rechtlicher, volkswirtschaftlicher und kulturgeschichtlicher Dinge lassen uns die vielseitigen Kenntnisse des Verfassers bewundern. An dieser Stelle sei nur noch auf seine interessanten Ausführungen über die Eigenart der Bewohner des Bayreuther Landes nach Körperbeschaffenheit, Sitte, Brauch und Tracht (S. 19 ff.) hingewiesen.
H. H.
=Die deutsche Flotte, ihre Entwickelung und Organisation.= Von +Reventlow+. Zweibrücken, Pfalz. Fr. Lehmann 1901.
Dieses, von einem erfahrenen Marineoffizier geschriebene Buch wurde uns jüngst von dem Verleger geschenkt. Darum nennen wir es hier, mehr um uns dankbar zu erweisen, als weil es seinem inneren Wesen nach Anspruch darauf hätte in diesen Mitteilungen besprochen zu werden. Ein wissenschaftliches Buch ist es nicht. Es will dies auch gar nicht sein, sondern es wünscht dem angehenden Marinesoldaten und Unteroffizier eine praktische und übersichtliche Einführung in die Geschichte, Ausrüstung und Bewaffnung der deutschen Flotte zu geben. Als Instruktionsbuch wird das mit zahlreichen und für diesen Zweck hinreichenden Abbildungen versehene Werk seine guten Dienste thun.
U. E. Sebald, Nürnberg.
Inhalt.
Seite
I. Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums LXIX-LXXXXII
II. Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum.
Zur Mittelalterlichen Holzplastik in Schleswig-Holstein, von Dr. +Fritz Schulz+ 157
Johann Struthius Spiel »Die Bekerung S. Pauli«, von Dr. +Hermann Uhde-Bernays+ 172
Literarische Besprechungen.
Sammlungen zur Volks- und Altertumskunde Pommerns, von Dr. +Otto Lauffer+ 178
Literarische Notizen 206
1901. Nr. 4. Oktober-Dezember.
ANZEIGER
DES
GERMANISCHEN NATIONALMUSEUMS.
=CHRONIK DES GERMANISCHEN MUSEUMS.=
NEU ANGEMELDETE JAHRESBEITRÄGE.
=Von Stadtgemeinden:= =Salzungen,= (statt bisher 3 m.) 10 m. =Stolberg= (Rheinl.) 10 m. =Tirschenreuth= 5 m. =Tribsees= 3 m. =Viersen= 10 m. =Waldsee= 5 m. =Wehlau= 5 m. =Wemding= 5 m. =Wildbad (Württbg.)= 20 m.
=Von bayerischen Distriktsräten: Hofheim= 10 m. =Obervichtach= 5 m.
=Von Vereinen, Korporationen etc.: Saarbrücken.= Volksbildungsverein 10 m.
=Von Privaten: Arnsberg.= Eugen Blank, Fabrikant in Berlin 3 m.; Heinrich Blank, Fabrikant in Trzynietz 3 m.; Dr. Oskar Blank, in Berlin 3 m.; Eichhorn, Regierungs- und Schulrat, 3 m.; Max Elb, Fabrikant, in Dresden 3 m.; Rud. Heuers, Fabrikant, in Hannover 3 m. =Augsburg.= Karl Eggerking, k. Notar, 1 m.; Franz Hofmann, Weinhändler, 3 m.; Dr. Gg. Seeger, Reallehrer, 5 m. =Aurich.= Reimers, Apotheker, 3 m. =Baden-Baden.= Dr. Hoff, Stadtvikar, 2 m.; Lossen, Kaplan, 1 m.; Werner, Professor, 1 m. =Bayreuth.= Gerbig, Rechtsanwalt, 3 m.; Sigmund u. Ernst Isner 3 m.; Schnappauf, Chirurg, 1 m.; Schwabacher, Bankier, 3 m. =Behringersdorf.= Gg. Bachmaier, Ökonom, 1 m.; Joseph Grillenberger, Oberstationsmeister, 1 m.; Joh. Neidinger, Baumeister, 2 m.; Joh. Röder, Lehrer, 1 m.; Friedr. Schell, Schulprovisor, 1 m.; Konrad Zänger, Rosolifabrikant in Schwaig 2 m.; Ulrich Zänger, Ökonom und Steinbruchbesitzer in Schwaig 1 m. 50 pf.; Gg. Zapf, Fabrikbesitzer, 3 m. =Eisfeld.= H. Dasil, Kaufmann, 1 m.; Kreß, Amtsgerichtsrat, (statt bisher 1 m.) 2 m.; Langert, Forstassessor, (statt bisher 1 m.) 2 m.; Rommel, Amtsrichter, (statt bisher 1 m.) 2 m.; Schmidt, Superintendent, (statt bisher 1 m.) 2 m.; C. Aug. Stocker, Kaufmann, 1 m.; Stückradt, Apotheker, (statt bisher 1 m.) 1 m. 50 pf.; G. Tenner, Fabrikbesitzer, (statt bisher 1 m.) 2 m. =Ellwangen.= Carl Erhardt, evangel. Stadtvikar, 3 m. =Essen.= Baur, Landgerichtsrat, 10 m.; Dr. Imme, Professor, 3 m. =Frankenthal.= Konrad Huber, Ingenieur, 5 m. =Goslar.= Ulrich, Rechtsanwalt, 2 m. =Günzburg.= Hans Hirsch, Bildhauer, 1 m. =Hannover.= W. Gorvens 3 m. =Herford.= W. Busse, 2. Bürgermeister, 3 m. =Hilpoltstein.= Franz Daum, Magistratsrat, 1 m.; Döderlein, k. Bezirkstierarzt, 1 m. 50 pf.; Eduard Fritz, kgl. Bezirksamts-Assessor, 1 m. 50 pf.; Dr. Hoffmann, prakt. Arzt, 1 m. 50 pf.; Dr. Lurz, k. Bez.-A.-Assessor, 1 m 50 pf.; Schindhelm, Bezirksbaumeister, 1 m. =Höchst a. M.= Dr. C. Krauß 3 m. =Holzminden.= Dr. Lemme 3 m. =Jena.= Dr. Karl Graf, prakt. Arzt, 3 m. =Kaiserslautern.= Franz Karcher, Rentner, 5 m.; Eduard Schuck, Brauereibesitzer, 3 m. =Kisslegg.= Mayr, Gerichtsnotar in Wangen 1 m. =Kronach.= Hermann Hellmann, Bankgeschäft, 5 m.; Gg. Kohler, Bezirksamtsassessor, 3 m. =Krumbach.= Burkardt, Stadtpfarrer, 2 m.; Fertig, k. Notar, 3 m. =Lauf.= Aug. Barth, Kaufmann, 2 m.; Dr. Hellmann, kgl. Amtsrichter, 3 m. =Leipzig.= Paul Jacobi, Architekt, 10 m.; Ernst Keil’s Nachfolger, G. m. b. H., 10 m.; Dr. jur. M. Kleinert, Rechtsanwalt, 6 m.; Dr. Fr. Marx, Universitätsprofessor, 3 m.; Hans von Seydewitz, Pfarrer, 10 m. =Lichtenfels.= v. Baumer, k. Bezirksamtmann, 2 m.; Brechtel, Direktor, 2 m.; M. Frank, Postexpeditor, 1 m.; Friedrich, Vikar, 2 m.; Krieg, k. Rentamtmann, 2 m.; Lehner, Wanderlehrer für Zeichnen, 1 m.; Limmer, kgl. Postmeister, 1 m.; Lorinser, Direktor, 2 m.; Dr. E. Meixner, prakt. Arzt, 2 m.; Friedr. Schmidt, Rechtsanwalt, 2 m.; Wirth, k. Notar, 2 m. =Lüneburg.= Frau Oberförster Busse 3 m. =Memmingen.= Hugo Besemfelder, Kaufmann u. Magistratsrat, 3 m.; Oskar Besemfelder, Privatmann, 3 m.; Eduard Flach, Kaufmann u. Magistratsrat, 2 m.; Otto Geßele, Rechtsanwalt, 2 m.; Karl Metz, k. Landgerichtsrat, 2 m.; Dr. Jul. Miedel, k. Gymnasiallehrer, 2 m.; Dr. Emil Moser, prakt. Arzt, 3 m.; Rudolf Neunhöffer, Fabrikant, 2 m.; Adolf von Schelhorn, k. Reg.-Rat, Bezirksamtmann, 5 m.; Ludwig Schirmer, kgl. Amtsrichter, 2 m.; Eduard Wolf, k. Landgerichtsrat, 3 m. =Neustadt a. Aisch.= Brenner, k. Bezirksgeometer, 2 m.; Diesqué, k. Bezirksamtsassessor, 1 m.; Erlanger, Kaufmann, 2 m.; Kallert, Lehrer, 1 m.; Lang, Oberlehrer, 1 m.; Lauer, Rechtsanwalt, 3 m.; Ludwig, Kantor, 1 m.; Mändl, Eisenbahnadjunkt, 1 m.; Rimrod, k. Bezirksamts-Offiziant, 1 m. =Neustadt a. d. Orla.= Dr. med. Auch, prakt. Arzt, 2 m.; A. Grundig, Kaufmann, 2 m.; Gg. Hennig, Kaufmann, 2 m.; Kersting, Rechnungsamts-Assistent, 2 m.; E. Küntzel, Fabrikant, 2 m.; Dr. F. Marbach, Realschullehrer, 2 m.; P. Müller-Albert, Fabrikant, 3 m.; Stichling, Bezirksdirektor, 2 m.; Dr. med. Weiser, prakt. Arzt, 3 m.; Wünscher, Archidiakonus, 2 m. =Nordhausen.= Krug, Brennereibesitzer, Hauptmann, 3 m. =Nürnberg.= Friedr. Böhm, Weinrestaurateur, 3 m.; Peter Erberich, städt. Bauassistent, 3 m.; Karl Gruner 2 m.; W. Jödecke, Architekt, 2 m.; Dr. A. Schwanhäusser 5 m.; Gustav Sebald, Rechtsrat, 20 m.; Karl Söldner, k. Brandversicherungs-Inspektor, 3 m.; Vereinigung Schuckert’scher Meister 10 m.; Rud. Wagner, Restaurateur, 3 m.; Christoph Weiß, Bildhauer, 3 m.; Max Zwengauer, Corpsstabsveterinär, 3 m. =Ochsenfurt.= Konrad Stenger, k. Bezirksamtsassessor, 2 m. =Ofen-Pest.= Dr. Wilh. Bruckner, Reichstagsabgeordneter, 1 Kr.; Samuel Dörr, Reichstagsabgeordneter, 1 Kr.; Viktor Eitel, Reichstagsabgeordneter, 1 Kr.; Epler, Sekretär des deutschen Generalkonsulates, 1 Kr.; Ernst Hintz, Reichstagsabgeordneter, 1 Kr.; Dr. Viktor Klöß, Ministerialkonzipist, 1 Kr.; Dr. Gustav Lindner, Reichstagsabgeordneter, 1 Kr.; Wilh. Melzer, Reichstagsabgeordneter, 1 Kr.; Dr. Karl Schmidt, Reichstagsabgeordneter, 1 Kr.; Dr. Heinrich Schicker, Reichstagsabgeordneter, 1 Kr.; Emil von Trauschenfels, Reichstagsabgeordneter, 1 Kr. =Olmütz.= Franz Xaver Parsch 2 Kr.; Sigmund Primavesi 4 Kr. =Reichenberg.= Leo Fried, Großindustrieller in Ansau 12 Kr. =Remlingen.= Braun, Pfarrer, in Oberaltertheim 1 m. =Rottweil.= Schleicher, Steueramtsrevisor, 2 m. =Saarbrücken.= Biebericher, Realschul-Oberlehrer, 3 m.; P. Burger, stud. chem., 3 m.; Dr. Cornelius, Gymnasial-Oberlehrer, 3 m.; Franz Haldy 5 m.; Latowsky, Baurat, 2 m.; Louis Lazard, Bankier, in St. Johann 3 m.; Dr. Maurer, Oberrealschuldirektor, 3 m.; Mette, Kreistierarzt, 2 m.; Rahfeld, Baumeister, 10 m.; Ruer, Landgerichtsdirektor, 3 m.; Rich. Schmidt, Baumeister, 2 m.; B. Seibert, Fabrikant, 3 m.; Wiesert, Baumeister, 3 m. =Schwabmünchen.= Dieminger, Rechtsanwalt, 6 m.; Weinmeyer, k. Rentamtmann, (statt bisher 3 m.) 6 m. =Schwarzenbruck.= Johann Blümlein, Kantor, in Fischbach 1 m.; Hans Hasselt, Lehrer, in Feucht 1 m.; Christoph Liebel, Lehrer, 1 m. =Stettin.= H. Waterstraat, Rektor, 2 m. =Tauberbischofsheim.= Stöckle, Gewerbelehrer, 2 m. =Tübingen.= Dr. Paschen, Professor, 2 m.; Dr. Siebach, Buchhändler, 5 m. =Weida.= Eichstädt, Realschullehrer, 1 m.; Dr. Flechtner, Arzt, 1 m.; Freytag, Kantor, 50 pf.; Friderici, Amtsrichter, 1 m.; J. Grafe, Fabrikant, 1 m.; Kühne, Postsekretär, 1 m.; Leberl, Superintendent, 1 m.; Neumarker, Postdirektor, 1 m.; Peißker, Diakonus, 1 m.; Pferdekämper, Jutespinnerei-Direktor, 1 m.; Sauppe, Baurat, 1 m.; Dr. G. Schläger, Realschuldirektor, 2 m.; Schmidt, Apotheker, 1 m.; Tschapke, Bürgermeister, 2 m.; Tunder, Amtsrichter, 1 m.; Winne, Realschullehrer, 1 m.; Zapf, Lehrer, 50 pf. =Weiden.= Dr. Fritz Reinhardt 2 m. =Windsheim.= Conrady, k. Pfarrer, in Deutenheim 2 m.; Fischer, k. Pfarrer, in Laubendorf 2 m.; Ludwig Hoffmann, Apothekenbesitzer, 1 m.; Veit, k. Pfarrer, in Lindelbach 2 m. =Zerbst.= Dr. Wäschke, Archivrat, 3 m.
EINMALIGE GELDGESCHENKE.
=Von Vereinen:= =Köln.= Verein von Altertumsfreunden 50 m.
=Von Privaten:= =Memmingen.= A. Heinrich Wagner, Bankier, 10 m. =Neustadt a. d. O.= Mirus, Apotheker, 2 m. =Nordhausen.= Haese, Oberlehrer; 1 m. 50 pf.; Schnause, Brauereidirektor, 1 m. 50 pf.; H. Spangenberg, Rentner, 1 m. 50 pf. =Schlüchtern.= Flemmig, Lehrer, in Niederzell 1 m.; Grunewald, Lehrer, 1 m.; Fr. Müller, Katasterkontroleur, 1 m.
ZUWACHS DER SAMMLUNGEN.
KUNST- UND KULTURGESCHICHTLICHE SAMMLUNGEN.
+Ihre Kaiserliche Hoheit die Herzogin Marie von Sachsen-Coburg und Gotha, Großfürstin von Rußland+, hat die hohe Gnade gehabt, eine größere Anzahl älterer Porzellane, sowie einige Fayencen und Emaildosen aus der Sammlung Ihres höchstseligen Gemahls, des Herzogs Alfred von Sachsen dem Museum zu überweisen. In dieser hochherzigen Stiftung, die in erwünschter Weise die bisherigen Bestände der betreffenden Abteilungen ergänzt, darf das Museum den Anfang einer zu erwartenden Reihe von Zuwendungen anläßlich der fünfzigjährigen Stiftungsfeier der Anstalt begrüßen. Im Folgenden sind die einzelnen Stücke der Schenkung verzeichnet.
A. +Porzellane der Manufaktur Meissen:+ 2 bemalte Porzellangruppen (Pendants): je ein Knabe mit Schaf, das mittelst abnehmbaren Deckels als Behälter dient; Ende des 18. Jahrh. Kaffeekanne mit Deckel in Camaieumalerei; Ende des 18. Jahrh. Chocoladetasse mit Deckel und Untersatz; Décor: dunkelblauer Grund mit Gold und kleine Genrescenen; Ende des 18. Jahrh. 2 Blumentöpfe mit gemalten Blumenbouquets; Ende des 18. Jahrh. Bemalte Porzellanfigur; Flora; 18. Jahrh. 4 bemalte Porzellanfiguren, die vier Jahreszeiten als Knaben; Ende des 18. Jahrh. Büchse mit Deckel, in Form einer Wachtel, bemalt; 18. Jahrh. Milchkännchen, Décor: aufgelegte Vergißmeinnichtzweige; 18.-19. Jahrh. Kleine Tasse mit Untertasse, Décor, reliefierte Blumensträuße, gemalte Streublumen und Insekten; Ende des 18. Jahrh.
B. +Porzellane der Manufaktur Berlin:+ Große Biscuitfigur, Flora; um 1800. Biscuitbüste der Königin Louise von Preußen; Anf. des 19. Jahrh. Desgl. der Königin Auguste von Preußen; 1. Hälfte des 19. Jahrh. Kaffeeservice, bestehend aus Kanne mit Deckel, Milchkännchen mit Deckel, Zuckerbüchse mit Deckel, 2 Tassen nebst Untertassen und ovaler Servierplatte; Décor: dunkelblauer Grund mit Gold und Landschaften in Braun; Ende des 18. Jahrh. 2 eiförmige Theebüchsen auf drei Füßen, mit Deckel; Décor: Goldmalerei auf dunkelblauem Grund; 18. Jahrh. Ebensolche Büchse, weiß, mit bunter Malerei in chinesischem Geschmack. Bemalte Porzellangruppe: 2 musizierende Engel; Ende des 18. Jahrh. 2 bemalte Porzellanfiguren, frierender Knabe und Knabe mit Vögeln, aus einer Folge der Jahreszeiten; Ende des 18. Jahrh.
C. +Porzellane der Manufaktur Wien:+ Prozellangruppe, weiß, Herkules und der nemäische Löwe. Desgl.; Herkules erschlägt Nessus; um 1800. Bemalte Porzellangruppe, Raub der Europa; 18. Jahrh. Henkelschale mit Deckel, Décor: Goldstreublumen; Ende des 18. Jahrh. Große viereckige Platte mit durchbrochenem Rand, reicher Vergoldung und Bemalung; in der Mitte ein Stilleben; bez. 1784. Teller, Ober- und Untertasse mit reicher ornamentaler Bemalung und Vergoldung; Ende des 18. Jahrh. 2 Ober- und Untertassen in ähnlicher Ausführung; Teller mit Genrescene, Mutter und Kind in Braun; Ende des 18. Jahrh. Kleiner Teller mit durchbrochenem Rand, reicher ornamentaler Bemalung und Vergoldung, im Fond Raub der Europa; Anfang des 19. Jahrh. Großer Teller mit reicher Vergoldung und Bemalung, im Fond Galathea mit den Waffen des Achilleus; Anf. des 19. Jahrh. Ähnlicher Teller mit dem Bild: Venus führt Helena dem Paris zu. Desgl. mit Genredarstellung nach einem niederländischen Meister. Zuckerschale mit Deckel in reicher Vergoldung und Bemalung mit vier mythologischen Darstellungen; Anfang des 19. Jahrh.
D. +Porzellane verschiedener Herkunft:+ Ober- und Untertasse, bemalt und mit reliefierten Blumen verziert; 2. Hälfte des 18. Jahrh., Fabrik Fürstenberg. 2 Untersätze zu Biscuitbüsten, weiß mit Vergoldung; 1. Hälfte des 19. Jahrh.; Fabrik Fürstenberg. 2 große Blumentöpfe mit Laubguirlanden und vergoldeten Löwenköpfen; 1. Hälfte des 19. Jahrh.; Fabrik Fürstenberg. Bemalte Porzellanfigur eines sitzenden Jünglings; Ende des 18. Jahrh., Fabrik Höchst. Vase mit Deckel auf drei Füßen und zwei weiblichen Büsten als Henkeln; Décor: Vergoldung und gemalte Genrescenen; Ende des 18. Jahrh.; Fabrik Ansbach.
E. +Porzellane unbekannter Herkunft:+ Theekanne mit Deckel; 2 Tassen ohne Henkel nebst Untertassen, Décor: bunte Malerei in chinesischem Geschmack; 18. Jahrh., wahrscheinlich Meissner Fabrikat. Bemalte Porzellangruppe, allegorische Frauenfigur mit zwei Knaben mit Büchern; Ende des 18. Jahrhunderts. Doppeldose, viereckig, mit Blumenmalerei in chinesischem Geschmack; 18. Jahrh. Viereckige Dose mit silbervergoldeter Montierung; dunkelgrüner Grund mit 6 Genrescenen; 18. Jahrh. Runde Dose mit vergoldeter Montierung, weißer Grund mit farbigen Puttenscenen u. Streublumen; 18. Jahrh. Geschweifte Dose mit vergoldeter Montierung; auf weißem Grund Genrescenen in Roccococartouchen; 18. Jahrh. Viereckige Dose; auf weißem Grund vier Genrescenen; 18. Jahrh.
F. +Fayencen:+ Bemalte Gruppe, sitzendes Liebespaar von Hannong in Straßburg; 18. Jahrh. Bemalte Figur, Gärtner, desgl. Kannenartiges Gefäß mit der Marke T R 1778; mit gemalten Genrescenen. Große Blumenvase, Marmorimitation, um 1800.
G. +Emaildosen.+ Viereckige Emaildose mit vergoldeter Montierung; weißer Grund, Vögel mit farbigen Genredarstellungen und Landschaften; 18. Jahrh. Desgl.; auf weißem Grund in schwarz und goldenen Cartouchen; 18. Jahrh. Desgl.; weißer gepreßter Grund mit Puttendarstellungen in Camaieu; auf der Innenseite des Deckels Halbfigur eines Knaben in Landschaft; 18. Jahrh.
Geschenke.
=Baden-Baden.= Frl. +Kath. Essenwein+: Modell eines Webstuhls; 19. Jahrh. Frau Hofrat Dr. +Birnbaum+: Amerikanische Nähmaschine z. Hand- u. Fußbetrieb (1860-70). -- =Heede= b. Diepholz. Hofbes. +Reesming+: Niedersächs. Feldflasche. -- =Ingolstadt.= Direktor der Geschützgießerei u. Geschoßfabrik, Hauptmann Erich +Bolz+: Tasse mit Deckel u. Untertasse, Manufaktur Berlin u. Ludwigsburg; Ende des 18. Jahrh. Glas mit eingeschliffener Darstellung einer Hirschjagd; um 1840. Dose mit gemaltem Deckel; 1. Hälfte des 19. Jahrh. -- =Kopenhagen.= Sekretär +Berg+: 57 Siegelabdrücke dänischer Zunftsiegel. -- =Leitmeritz.= cand. jur. +Heinr. Ankert+: Gypsabguß eines Reliefs auf einer Glocke von 1580 in der St. Adalbertikirche zu Leitmeritz. -- =Marburg.= Archivdirektor Dr. +Könnecke+: 2 Gesellschaftslottospiele, Ende des 18. u. Anfang des 19. Jahrh. -- =Nürnberg.= Schlossermeister +Pfann+: Handfeuerspritze; 18.-19. Jahrh. Gotisches Schloß. Antiquariat +Heerdegen-Barbeck+: Eine Anzahl älterer u. neuerer Siegelabdrücke. Bankbeamter +Joh. Groth+: Stockdegen mit reich geätzter und vergoldeter Klinge aus dem 18. Jahrh. Reiseleibstuhl zum Zusammenklappen in Form eines Buchs; 18. Jahrh. Kleiner Himmelsglobus; 18. Jahrh. Bankbeamter +Andreas Hörath+: Siegelstempel der Bayreuther Kürschnerinnung von 1598. +Joh. Werner+: 6 kleine Kupfer- und Silbermünzen. -- =Rohrbach= (Unterfranken). +Kath. Kirchenverwaltung Rohrbach+: Gypsabguß einer dem Tilman Riemenschneider zugeschriebenen Holzfigur des hl. Kilian in der hl. Kreuzkapelle zu Rohrbach. -- =Salzwedel.= Kgl. Baurat +Prejawa+: Braunes Tischtuch mit bunter Kante, aus Kahrstedt; Kr. Salzwedel. Bauernhut, ebendaher. Holzschlüssel aus Gr. Gerstedt, Kr. Salzwedel. Niedersächsischer Kienspahnhalter. Bauerngabel aus Diepholz. -- =Wien-Nussdorf.= +K. von Bachofen-Echt+: Neujahrsplakette von 1902; Bronze. -- =Wiesbaden.= +E. Kurz+: Spinnrad u. Spinnrocken; 19. Jahrh. -- =Würzburg.= Bildhauer +Carl Behrens+: 6 Stück mittelalterlicher Thonfließen aus der Franziskanerkirche zu Würzburg.
Ankäufe.
+Germanische und frühchristliche Altertümer:+ Goldener ravennatischer Ohrring mit 3 großen Filigranperlen.
+Architektur- und Bauteile:+ Boiserien, Decke und Gobelins eines Zimmers aus dem von Wespien’schen Hause in Aachen; 18. Jahrh. 20 Stück bemalter und bedruckter Leinentapeten, aus Kloster Meitingen in Schwaben stammend; 18. Jahrh.
+Ornamentale Plastik:+ Bronzener Thürklopfer; 16.-17. Jahrh.
+Figürliche Plastik:+ Cruzifixus, aus Lindenholz geschnitzt; 17.-18. Jahrh.
+Kleine Plastik+: Bleiplaquette, rund, vergoldet, mit Darstellung von Venus, Adonis und Amor in Landschaft; 2. Hälfte des 16. Jahrh. Bemaltes Thonfigürchen, Ulmer Bürgersfrau; um 1700.
+Medaillen+: Einseitige bronzene Porträtmedaille auf Diether Wengkh; 1526. Kleine einseitige Bronzemedaille auf Herzog Ludwig X. von Bayern. Kleine Silbermedaille o. J. auf Herzog Albrecht IV. von Bayern. Bronzemedaille auf Kaiser Karl V. und Philipp II. von Spanien; 1557. Silberne Porträtmedaille auf den Herzogl. Bayerischen Rath Carl von Köckh zu Prunn; 1586. Kleine silberne Porträtmedaille auf den kaiserlichen Rath Nicolaus Haunolt; 1609. Ovale goldene Gnadenmedaille von Herzog Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg; 1626. Große getriebene Silbermedaille auf Moritz von Nassau, anläßlich des Entsatzes von Berg op Zoom von Abelle. Große Silbermedaille auf Kaiser Karl VI. von Werner, anläßlich der Säcularfeier der Innerberger Gewerkschaft. Goldene Porträtmedaille o. J. auf den Kurfürsten Johann Hugo (von Orsbeck) von Trier. Silberne Glückwunschmedaille von Loos.