Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, Jahrgang 1901
Part 15
251. Sabinna Schöpffin von Neuenmarckht -- einen zwyfachen glatten dennckhring vmb f. 5. 10. --. 252. Alexius Dienner, schreyber im teutschenhoff, ein gedoppelts geschirrlein vmb f. 25. --. --. 253. Geörg Meichßner alhie -- ein trinckhgeschirrl vmb f. 39. 10. --. 254. Anna Marthin Pfinzingin -- ein becher f. 11. 10. --. 255. Geörg Hitteroltt [richtiger: Hitterott, heute: Hütterott] alhie -- ein silberne messerschaiden vmb f. 6. --. --. [51b] 256. Herr Johann Probst, caplan bey S. Sebald alhie, »hoffnung lest nicht zu schannden werden« -- ein halb vergulttes reittschwertt vmb f. 22. --. --. 257. Jungfrau Felicitas Herin alhie -- ein sibenfachen schillerring vmb f. 9. --. --. 258. Georg Hehn legt ein vff gutt glückh -- ein vergulden schaugroschen vmb f. 3. --. --. 259. Katharina Volckhammerin zu Leypzig »Ich lebe der hoffnung« -- ein vergult becherlein vmb f. 10. --. --. 260. Hanns Lochner -- ein mußcattnuß mit einem deckel vmb f. 13. --. --. 261. »Mein hülff kombt vom Herrn, der himmel vnd erden erschaffen hatt«, Katharina Pröbstin alhie -- einen weissen becher vmb f. 7. --. --. 262. Hanns Scheuffelein -- einen weissen becher vmb f. 14. --. --. 263. Wolffganng Koel von Wien -- einen weissen schaugroschen vmb f. 3. --. --. 264. »Gott hilfft zu rechter zeitt, Ich nimb, was mir das glückh geitt« -- einen zwyfachen schillerrinng vmb f. 6. --. --. 265. Margaretha Leuckhamin -- ein schöne vergultte jungckfrau vmb f. 32. --. --.
[52a]. +Den 22. september.+
266. »Tugennt zirt die jugennt« -- einen becher vmb f. 16. --. --. 267. Vrßula Lienhartt Anngerin »legt ein für ihren mann, Gewinnt er was, so soll ers han« -- ein silberne schloßgürttel vmb f. 12. --. --. 268. Elisabeth Dörrerin -- ein aufsteherl vmb f. 2. 5. --. 269. Ehlenna Wannderin -- ein böcherlein f. 4. --. --. 270. »Mit freuden wöllen wir sprinngen, Wann vnns das glückh was thutt bringen« Lucas Wagensail -- ein trinckhgeschirr vmb f. 26. --. --. 271. Maria Merckhlin -- ein weisen becher f. 15. --. --. 272. »Gutt geltt thun wir inn disen hafen legen, Guett außbeuth wöll das glückh vnns geben dargegen« -- ein dutzet löffel vmb f. 13. --. --. 273. Hanns Schmidt -- ein trinckhgeschirr vmb f. 26. --. --. 274. Hanns Ullrich Schillinng -- ein silbern rößlein vmb f. 45. --. --. 275. Katharina Kanndlerin zu Regenspurg legtt ein für tochter Helena -- ein becher vmb f. 27. --. --. 276. Elisabeth Remin von Neuen Marckhtt -- ein vergultte scheuern vmb f. 64. --. --. [52b] 277. Hanns Wenndel, winndenmacher, -- einen löffel vmb f. 3. --. --. 278. Niclaus Kirchweber, beckhenknecht -- ein vergulte jungfrau vmb f. 26. 10. --. 279. Hainnerich Gwanndtschneider der jünger alhie -- ein vergulten schaugroschen vmb f. 2. 14. --. 280. Helena Kastenbainin -- ein sprenngschellein vmb f. 9. --. --. 281. Margaretha Hanns Müllerin -- ein vergultten schaugroschen vmb f. 2. --. --. 282. »Finndtling findt, Ehe das glückh verschwindt« -- ein bar messer vmb f. 3. --. --. 283. Hanns Vnntterholzer -- ein vergulttes sprengschellein vmb f. 8. --. --. 284. Anna Rössin -- ein hohen weissen becher vmb f. 12. --. --.
+Den 23. september.+
285. Herr Johann Mayr, der rechten doctor, -- ein vergultte scheuern vmb f. 24. --. --. 286. Balthasar Stainhausser -- ein Jungfrau vmb f. 32. --. --. 287. Wolffganng Beurlein -- einen silbern becher vmb f. 12. --. --. [53a] 288. Iheronimus Fridling -- ein vergultte gürttel vmb f. 41. --. --. 289. Hanns Enngelhartt Tetzel -- einen weissen becher mit vergultter zir vmb f. 10. --. --. 290. Paptista Decaria, geobindent[72] beim Bitterholt -- einen weissen schaugroschen vmb f. 3. --. --. 291. Elisabeth Grublin -- ein bar salzfeßlein vmb f. 12. --. --. 292. Matheß Steinhausser legt ein vff gutt glückh -- ein vergultten becher mit eim deckhel vmb f. 18. --. --. 293. Conradt Capitel vnnd Iohann Teschler -- ein silberne messerschaiden vmb f. 7. --. --. 294. Hanns Forstenhausser -- ein vergultt magöllein vmb f. 11. --. --. 295. Barbara Butzin -- ein weissen becher vmb f. 12. --. --. 296. Katharina Sigling -- ein einfachs geschirr vmb f. 26. --. --. 297. Catharina Neuerin -- ein weisen becher vmb f. 11. --. --. 298. Isaac Schlaurspach [richtiger: Schlauderspach] -- ein schaugroschen vmb f. 9. --. --. 299. Friderich Hammer von Straspurg -- ein dryfachen dennckring vmb f. 3. 6. --. 300. Hieronnimus Hopffer alhie -- ein sprenngschellein vmb f. 10. 5. --. [53b] 301. Geörg Götz legtt ein für Steffann Hatzeltt -- ein vergulttes sprenngschellein vmb f. 11. --. --. 302. Georg Adam Dürrner von Diettfurtt -- ein gantz silberne messerschayden vmb f. 9. --. --. 303. Barbara Iohann Dreßin von Bayrreuth -- ein baar messer vmb f. 3. 15. --. 304. Margaretha Hanns Dürren hausfrau -- ein vergultes kenndelein vmb f. 25. 10. --. 305. Hanns Gwanndtschneyder der eltter -- ein zwyfach halb glatten rinng vmb f. 6. 9. --. 306. Wolffganng Butt, cammergerichtsbotten- schreiber zu Speyer, -- einen becher vmb f. 12. 10. --. 307. »Findtling findt, Ehe das glückh verschwindt« -- ein ainfach vergultts geschirrlein vmb f. 27. 10. --. 308. Katharina Harttwegin am Spitzenberg legtt ein vff gutt glückh -- einen becher vmb f. 15. 15. --. 309. Hanns Sibenhoffer zu Wien »legtt ein für sein gfatter Carl Gößwein, Was er gwinntt, soll seines doten sein« -- einen ring vmb f. 5. 7. --. 310. Jacob Gerstenberger von Eyßleben -- ein vergultten becher vmb f. 16. --. --. 311. Thomma Kobburger, leckküchner alhie, -- ein weiß sprenngschellein vmb f. 8. --. --. [54a] 312. Hanns Mahler der jünger alhie -- ein dutzett löffel mit silbern stilln vnnd menndlein[73] vmb f. 13. --. --. 313. Margaretha Köllerin zu Straspurg -- ein zwyfachen dennckhring vmb f. 3. --. --. 314. Anna Büechelin alhie die jünger -- ein silberne messerschayden mit zweyen messern vmb f. 9. --. --. 315. Paulus Fetzers hausfraw -- einen weissen becher mit einem gulden mundtstuckh vmb f. 15. --. --. 316. Ein franzhösischer reim -- ein vergultte birn vmb f. 22. --. --. 317. Balthasar Beurlein -- ein bar messer vmb f. 3. --. --. 318. Caspar Knopff alhie -- ein vergulten schaugroschen vmb f. 2. --. --. 319. Hainnerich Gwanndtschneider der jünger -- ein weiß geschwitzts becherlein vmb f. 2. --. --. 320. Frau Margaretha Frannz Prausseßin -- ein hochgedippelts geschirrlein vmb f. 29. --. --. 321. Katharina Staumerin -- einen becher vmb f. 12. --. --.
+Den 24. september.+
322. Sophia Schleichenstülin zu Rosenheimb -- ein vergultts magöllein vmb f. 11. --. --. [54b] 323. Lorennz Löllinnger -- ein messerschayden vmb f. 7. --. --. 324. Magdalena Horlingin zu Nördlingen -- ein dryfachen schillerring vmb f. 3. 14. --. 325. Hanns Gebhartt der jünger zu Neuen Marckht -- ein vergultten löffel vmb f. 2. 5. --. 326. Maria Magdalena Zimmermännin zu Würzburg -- ein bar messer vnnd schayden vmb f. 9. --. --. 327. Hanns Gerttner alhie -- ein jägerhörnlein mit silber beschlagen vmb f. 11. --. --. 328. Katharina Roßdörfferin, schreinerin alhie, -- ein zwyfachen dennckhring vmb f. 4. 17. --. 329. Johann Finolt -- ein vergultten schaugroschen vmb f. 2. 14. --. 330. Elisabeth Kreußin -- einen dryfachen denckhring vmb f. 4. 19. --. 331. Katharina Weißhauptin die eltter alhie -- ein eingelassen geschirrlein vmb f. 20. --. --. 332. Veitt Behaimb von Weissenburg -- ein sibenfachen schillerrinng vmb f. 6. 4. --. 333. Elisabeth Stainmetzin -- ein bar messer mit silber beschlagen vmb f. 3. 11. --. 334. Hanns Lienhartt vnnd mittuerwandten [55a] legt ein vff gwinn vnnd verlust -- einen becher vmb f. 13. 5. --. 335. Enndreß Boschartt von Augspurg ein punzinirt becherlein vmb f. 4. --. --. 336. Hanns Baur legt ein für Geörg Imbacher inn Augspurg -- einen silbern dolchen an dem knopff mit einer platten vmb f. 26. --. --. 337. »Christoff Linndner vnnd sein bestellte gesellschafft legen ein, Hoffen, es soll das glückh bey ihnen sein« -- ein vergulttes ringlein f. 2. --. --. 338. Valentin Neuber, buchtruckher alhie, -- ein gedipffelts trinnckhgeschirr vmb f. 24. --. --. 339. Geörg Diettherr der jünnger -- ein geschirrlein vmb f. 18. --. --. 340. Marthin Krautti, schlosser, -- ein schloßgürtel vmb f. 6. --. --. 341. Künigundt Krembstörfferin -- ein vergultten schaugroschen mit dem Simson vmb f. 2. --. --. 342. Mattheus Ayrer -- ein vergulten löffel f. 2. --. --. 343. Gerttrautt Niclas Scheltthürnin von Eyßleben -- einen rinng vmb f. 5. --. --. 344. Sussanna Wüesstin -- ein weis magöllein vmb f. 7. --. --. [55b] 345. Lienhartt Müllner, messingprenner alhie, -- ein auffsteherl vmb f. 2. --. --. 346. Sussanna Hannoltin, »Zucht, ehr, tugennt vnnd lob Schwebt allzeitt ob« -- ein vergulttes sprenngschellein vmb f. 9. --. --. 347. Der wolgebornne herr, herr Andreas von Birbaum -- ein eingelassene birn vmb f. 21. --. --. 348. »Hanns Baur legt ein auf glückh, Hofft, es soll ihme nicht gehen zurückh« -- einen silbern löffel mit einem knopff vmb f. 3. --. --. 349. Sibylla Harttin von Osstheimb -- ein sibenfachen schillerring vmb f. 5. --. --. 350. Clara Züchtin von Erdtfurth gewinnt die +erst vnnd besste gaab, ein schönes eingefastes trinckhgeschirr+ vmb f. 190. 3. --. 351. Geörg Schlacht von Speyr -- ein weissen becher mit vergultter zir vmb f. 11. 10. --. 352. Gerhartt von Gelfarth -- einen weissen becher vmb f. 11. 10. --. 353. Encharius Öllinger »Haltt vatter vnnd muetter inn ehren, So wirdt dir Gott glückh bescheren« -- einen weissen becher vmb f. 15. 10. --. [56 a] 354. Katharina Rüegin von Kempten -- ein messerschayden vmb f. 4. --. --. 355. »Vertraue vest Vnnd hoff das best« -- ein vergultes kenndelein vmb f. 18. 10. --. 356. Margaretha Beckhin zu Cronaheim [Kronach?] -- ein weissen becher oder schaugroschen vmb f. 2. 10. --.
+Den 25. september.+
357. »Je lennger je lieber« -- ein silberne messerschaiden vmb f. 6. 17. --. 358. Moritz von Stieg von Dannberg dergleichen f. 6. 17. --. 359. Clara Stiegin -- einen vergulten schaugroschen vmb f. 2. 5. --. 360. Hieronimus Fridling -- ein kenndelein f. 18. 10. --. 361. »Ich hoff, mir gelinng« -- ein silberring f. 3. --. --. 362. Hanns Flaischman -- ein vergultes schellein f. 7. --. --. 363. Marthinus Dillherr, wirth alhie, -- ein hochgedipffelts geschirrlein vmb f. 24. --. --. 364. Enndreß Arm von Eyßleben -- ein zwyfachen schillerring vmb f. 2. --. --. [56b] 365. Herr Balthsar Schweickher der eltter alhie -- ein vergulttes kelchlein vmb f. 21. --. --. 366. Vrßula Steffan Preunin wittfrau alhie -- ein weiß getribenes becherlein vmb f. 4. --. --. 367. Die erbar frau Katharina Rümlin, wittfrau alhie, -- ein rinnglein vmb f. 2. --. --. 368. Johann Krauß -- ein vergulttes gehennglein vmb f. 6. --. --. 369. Wolffganng Schopper von Steyr -- ein eingelasens kelchlein mit eim deckhel vmb f. 28. --. --. 370. Margaretha Pömmerin alhie -- ein dutzet löffel mit glatten silbern stilln vmb f. 3. --. --. 371. Hanns Wenng, winndenmacher alhie, -- ein bar messer mit silber beschlagen vmb f. 6. --. --. 372. Luduicus Zannckh -- ein eingelassenes geschirrlein vmb f. 20. --. --. 373. Barbara Münzerin -- ein geschirrl vmb f. 26. --. --. 374. Herr Georg Kodier deß rattß zu Wien beim Forstenhausser -- ein grosse scheuern vmb f.120. --. --. 375. Herr magister Johann Pöckhartt zu Altorff -- ein vergultten hohen becher mit eim deckhel vmb f. 62. --. --. [57a] 376. Lienhartt Sax von Torgaw -- ein dryfachen rinng vmb f. 6. --. --. 377. Herr Paulus Henigken von Lanndtshuett -- ein vergulttes magöllein vmb f. 9. --. --. 378. Ruprecht mit der langen nasen legt ein für ein dicken pfaffen zu Leypzig -- ein vergultt birn vmb f. 30. --. --. 379. Der edel vnnd vest Hanns Helm, fürstlicher bambergischer cammerer, »Wann Gott will« -- ein punzinirts becherlein vmb f. 4. --. --. 380. Maria Gruebin für magister Freundt -- einen waydner mit silber beschlagen vmb f. 11. --. --. 381. Johann Rorbach, lehenprobst zu Bamberg, -- ein vergultten becher mit eim deckhel vmb f. 16. --. --. 382. Ottillia Lochnerin -- einen vierfachen rinng vmb f. 4. --. --. 383. Katharinna Glatzin alhie -- ein hohen becher vmb f. 13. --. --. 384. Caspar Vogel -- ein weissen becher vmb f. 11. --. --.
+Den 26. September vnnd letzten tag.+
[57 b] 385. Hanns Preuning der jünger alhie -- ein weiß magöllein vmb f. 5. --. --. 386. Hanns Lemb, zahlmeyster zu Nördlingen, -- einen dryfachen glatten dennckring vmb f. 6. --. --. 387. Anna Kastmännin -- ein silberne schayden f. 7. --. --. 388. Hanns Plattner alhie -- einen weissen becher vmb f. 15. --. --. 389. »Nach Gottes willen« -- ein weissen becher vmb f. 13. --. --. 390. Barbara Steffan Dexin zu Straspurg -- ein eingelasens kenndelein vmb f. 22. --. --. 391. Margaretha Ayschlerin -- ein weissen becher mit einem vergultten mundtstückh vmb f. 15. --. --. 392. Marx Stainhausser -- ein vergulttes rebhünlein vmb f. 29. --. --. 393. »Auff glückh leg ich ein, Ob das beste mein wolt sein« Hanns Wilhelm Stockhammer -- ein vergulte layttern vmb f. 33. --. --. 394. Geörg Gößwein legt ein für Hieronimum Örttl zu Wien -- ein vergulttes kreuzlein f. 32. --. --. 395. Sigmundt Gering alhie -- ein vergulten becher mit vergultter zir vnnd einem deckhl vmb f. 40. --. --. [58a] 396. Dorothea Höfflerin alhie -- ein weisses magöllein mit vergultter zir vmb f. 14. --. --. 397. P. V. O. herzog von Busch [von Herzogenbusch?] ein weiß geschmitzts[74] magöllein vmb f. 9. --. --. 398. Philipp Cronmacher zu Sulzbach -- ein weiß geschwitzts magöllein vmb f. 8. --. --. 399. »Ich leg ein auff nichts« -- ein hohen weissen becher vmb f. 12. --. --.
+Die saw.+
400. Herr Matheß Fetzer legt ein für Hanns Saxen zu Vlm, gewinnt den letzten schaugroschen mit dem bilttnus Christi vmb f. 2. --. --.
+FINIS.+«
Daß diese lange Dauer der Verlosung keineswegs den Absichten des Rates entsprach, können wir aus einem Ratsverlaß vom 17. September 1579 schließen, aus dem auch zugleich die Gründe ersichtlich sind, die gegen eine solche Ausdehnung des Unternehmens sprachen. Der betreffende Verlaß findet sich im VI. Faszikel des Jahrgangs 1579-1580 der Nürnberger Ratsverlässe auf Blatt 22a und lautet:
»Dieweil sich das verlesen der zettel bei dem glückhafen auf der Hallerwisen dermassen in die leng verzeucht vnd von wegen deß, das bei ainem jeden zettel nicht allain der name vnd reimen deß, der ine eingelegt, sonder auch die darauf geschriben zal verlesen vnd ausgeruffen wirdet, so langsam von statten gehet, dadurch dann dem gemainen man von wegen deß teglichen hinauslauffens vnd zuhörens desto mehr zu versaumung seiner arbait, mussiggang vnd anderer liederligkait, spilens, fressens vnd sauffens vrsach geben wirdet, Ist befohlen, auf weg vnd mittel bedacht zu sein, wie mit verlesung der zettel etwas schleiniger dann bisher procedirt vnd fortgeschritten werden mug, darneben alles spilen, scholdern [d. h. Glücks- oder Hazardspiele veranstalten. Vgl. Schmeller II, 407], kochen vnd zechen auf der Hallerwisen den negsten abzuschaffen.
Cl. Volckamer.«
Gleichwohl also wurde noch bis zum 26. September mit Verlesung der Zettel fortgefahren, und es ist nur zu verwundern, daß dieses ganze, langdauernde Volksfest nicht einen aus der Nürnberger Künstlerschaft zur Verewigung in Kupferstich oder Holzschnitt angeregt hat. Indessen giebt es glücklicherweise verschiedene Darstellungen anderer Schützenfeste und Glückshäfen derselben Epoche, die unseren chronikalischen Bericht über die Nürnberger Veranstaltungen des Jahres 1579 zu unterstützen sehr wohl geeignet sind. So bildete vermutlich ein sächsischer Künstler, der Monogrammist P R, das große Zwickauer Armbrustschießen des Jahres 1573 und die damit verbundenen Lustbarkeiten in einer großen, in vieler Beziehung sehr interessanten Radierung ab, von der wir in Figur 3 einen Ausschnitt, den Glückshafen betreffend, nach dem im Kupferstichkabinet des Germanischen Museums befindlichen Original (K. 1119) wiedergegeben[75]. Und fast wie eine Kopie der Nürnberger Festlichkeiten mutet einen das Regensburger Stahlschießen des Jahres 1586 an, von dem uns eine eingehende, von 5 großen Kupferstichen begleitete Beschreibung erhalten ist, die den Regensburger Waffenschmied, Büchsenmeister und Kupferstecher Peter Opel zum Autor hat[76]. Blatt 5 der Kupferstiche bietet eine sehr anschauliche Darstellung des Glückshafens, die wir in Figur 4 wiedergeben[77], während sich Fig. 6, am Schluß dieses Aufsatzes, der Guldenthaler abgebildet findet, den der Rat der Stadt Regensburg auf dieses Stahlschießen samt Glückshafen prägen ließ, und der auf seiner Vorderseite wiederum einen Knaben zwischen den zwei Glückstöpfen stehend zeigt. Das Germanische Museum besitzt vier Exemplare dieses silbernen Guldenthalers, von denen eins Vergoldung aufweist, während die übrigen unvergoldet sind[78]. In Figur 5 endlich reproduzieren wir die getreue Nachbildung eines Glückshafens allerdings aus erheblich späterer Zeit, nämlich etwa aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die vermutlich ehemals als Kinderspielzeug diente und 1887 von einem Nürnberger Antiquar für das Handelsmuseum erworben wurde (Nr. 217a des Zugangsregisters; die Länge beträgt 56 cm, die Breite oder Tiefe 37 cm, die Höhe 63 cm). Da das Stück aller Wahrscheinlichkeit nach aus altem Nürnberger Besitz stammt und vermutlich auch in Nürnberg gefertigt wurde, so haben wir nicht versäumen wollen, hier wenigstens auf dasselbe hinzuweisen, obgleich es ja nicht einen Glückshafen im alten Sinne, sondern vielmehr eine Glücksbude wiedergibt, auf die jener Name in späterer Zeit überging. Die Form derselben entspricht genau derjenigen Bude, in der wir in unserer Figur 3 den Zwickauer »Glückshafner« wirken sehen. Alle 224 zu verlosenden Gegenständchen sind mit Nummern versehen und in einem geschriebenen gleichzeitigen Verzeichnis kurz aufgezählt, das den Titel trägt: »Specification derer in diesen Glücks-Hafen befindlichen Waaren.« Ein Vergleich dieser Benennungen mit den Sächelchen selbst dürfte hin und wieder für die Realienforschung nicht ohne Interesse sein.