Allgemeiner deutscher Bier-Comment

Part 2

Chapter 23,460 wordsPublic domain

Der Gesprengte muß von 5 zu 5 Bierminuten die Quanta nachkommen und dies dem, der ihm die Sprengung angesagt hatte, mitteilen.

§ 70.

Das »in die Luft sprengen« kann auch, um jemanden auszuzeichnen, »aufs Specielle« geschehen. Dieser hat sich jedoch dann mit einem guten Stück zu löffeln.

~B.~ Rundgesänge und Comments.

§ 71.

1. Einleitungskantus.

Jeder Rundgesang oder Comment wird eingeleitet und geschlossen auf folgende Weise:

»Es geht (ging) ein ... An unserm Tisch herum Dreimal drei ist neune Wißt ja, wie ich's meine Zwanzig ist ja 2 × 10 Laßt eine gehn, laßt eine gehn etc.«

Daran schließt sich nach dem Kommando und etwaigen Erläuterungen des Präsidiums die betr. Ceremonie etc.

§ 72.

2. Der Rundgesang.

Beim Rundgesang singen alle:

»Rundgesang und Gerstensaft Lieben wir ja alle, Darum trinkt mit Jugendkraft Schäumende Pokale. Bruder, deine Schönste heißt?«

Hier erhebt sich der rechte Nachbar des Präsidiums, singt den Namen seiner Geliebten und trinkt seinen Rest. Der Chor fährt unterdessen fort:

»N. N. soll leben hoch, Am jüngsten Tage noch! :,: Sie lebe :,: sie lebe, lebe hoch! :,: Sie lebe :,: sie lebe, lebe hoch!«

Dann beginnt die Corona mit »Rund-Rund« und wiederholt dieses Wort so oft, als Personen gesungen haben; doch kann das Präsidium auch früher ein Zeichen geben, worauf wieder von allen gesungen wird: »Rundgesang und Gerstensaft etc.« Die Ceremonie macht die Runde durch die Corona bis zum Präsidium.

§ 73.

3. Der Bacchus-Comment.

Beim Bacchus-Comment singt die Corona:

»Vivat, vivat, Bacchus, Bacchus lebe! Bacchus war ein braver Mann, Der zuerst der goldnen Rebe Süßen Nektar abgewann. Es leben die Schwarzem die Blonden, die Braunen, :,: Sie leben alle hoch!« :,:

Jetzt erhebt sich die vom Präsidium bestimmte Anzahl der zur Rechten aufeinanderfolgenden Mitglieder mit dem Glase und singt:

»Ob ich's wag' und ob ich's thu' Ob's die Herrn auch lassen zu?«

Der Chor antwortet:

:,: »Hinunter mit dem Plunder :,: Hinunter mit ihm!«

Währenddessen trinken die Betreffenden ihren Rest; haben sie getrunken, so singen sie:

»Es ist geschehn!«

was der Chor bestätigt mit den Worten:

»Wir alle haben's gesehn!«

Dann beginnt die Corona aufs neue: »Vivat« etc. Die Ceremonie macht die Runde bis zum Präsidium.

§ 74.

4. Der ~En Angleterre~-Comment.

Beim ~En Angleterre~-Comment wird von allen gesungen:

»~En Angleterre Nous irons Chercher la guerre Sans canons, :,: C'est pour la prouver De l'artillerie :,: :,: Brave soldatesca Tirez! Tirez! Tirez!~«

Bei »~brave soldatesca~« erhebt sich die vom Präsidium bestimmte Anzahl der zur Rechten aufeinanderfolgenden Mitglieder der Kneiptafel und trinkt bei »~tirez~« ihren Rest; das »~tirez~« wird so lange wiederholt, bis sämtliche ihr Glas geleert haben. Dann fährt der Chor fort:

»~Ah! ce brave compagnon Qui sait tirez sans canon!~«

Diejenigen, welche leergetrunken haben, schlagen dabei im Takte die Gläser auf den Tisch, dann beginnen alle wieder: »~En Angleterre etc.~,« wobei diejenigen, welche schon getrunken haben, mit den Gläsern auf den Tisch trommeln, bei »~brave soldatesca~« aber durch einen Schlag mit dem Glase auf den Tisch abschließen; darauf geht der Comment wie vorher weiter bis zum Präsidium.

§ 75.

5. Der deutsche Comment.

Beim deutschen Comment sind Ceremonien und Melodie genau die gleichen wie beim französischen Text des ~En Angleterre~-Comments. Die deutschen Worte lauten:

»Auf mit dem Becher An den Mund! Auf und leert ihn Bis zum Grund! :,: Trinket und schlürfet Den köstlichen Trank :,: :,: Auf, tapfre Zecher! :,: Ziehet! Ziehet! Ziehet! -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- Ha, das ist ein wackrer Mann, Der den Becher leeren kann!«

§ 76.

6. Der deutsche Hammer.

Beim deutschen Hammer singt die Corona:

»Auf mit dem Hammer, Nieder mit ihm, Schmiedet das Eisen, So lang es noch warm ist, Schmiedet das Eisen So lang es noch glüht!«

Bei »Auf« erhebt sich die vom Präsidium bestimmte Anzahl der zur Rechten aufeinanderfolgenden Mitglieder der Corona und trinkt bei dem Wort »glüht« ihren Rest. Diejenigen, welche ausgetrunken haben, erheben mit dem Worte »auf« ihr Glas, stoßen es mit dem Worte »nieder« auf den Tisch und begleiten die Worte »schmiedet -- glüht« mit Stoßen, das Wort »glüht« mit Trommeln.

§ 77.

7. Ins versoffene Lager.

Bei diesem Comment singen alle:

»Ins versoffene Lager ziehen wir, Da giebt's schöne Mädchen, Wein und Bier! Wohlauf, Kameraden, ladet die Gewehre, Es gilt unserm Freunde, dem N. N. zur Ehre! N. N. gebe Feuer! -- Feuer! Feuer! Feuer! Feuer!«

Nach dem ersten »Feuer« erhebt sich der rechte Nebenmann des Präsidiums und trinkt bei dem letzten »Feuer!« seinen Rest. Darauf reicht man sich kreuzweise die Hände und singt:

»Ihr Brüder zur Rechten, Ihr Brüder zur Linken, Wir wollen einander Ein Schmollis zutrinken! :,: Ihr Brüder Hallo! Macht's alleweil so!« :,:

Bei dem Wort »so« klatscht man in die Hände und schließt die Kette wieder; beim wiederholten »so« wird mit Händeklatschen geschlossen. Dann hebt der Comment von neuem an.

~NB.~ Bei einer größern Kneiptafel steht bei den Worten »N. N. gebe Feuer!« nicht ein einzelner, sondern eine vom Präsidium bestimmte Zahl zur Rechten aufeinanderfolgenden Mitglieder auf und trinkt bei »Feuer!« ihren Rest, wobei der Name des linken Flügelmannes gesungen wird.

§ 78.

8. Der Summ-Comment.

Der Summ-Comment geht in folgender Weise vor sich:

Das Präsidium ruft: »Wer summt mit einem Viertel?« Wer singen will, antwortet: »Summ!« darf es aber nur, wenn das Präsidium antwortet: »N. N. ~habes~.« Nachdem einige gesungen haben, fragt das Präsidium: »Wer summt mit einem Halben?« und schließlich: »Wer summt mit einem Ganzen?« Wer gesungen hat, trinkt sofort sein betreffendes Quantum. Will niemand mehr singen, so wird der Comment geschlossen.

Für jeden Summ-Comment bestimmt das Präsidium mehrere Mitglieder der Kneiptafel als Refrainkommission, die nach jedem Liede einen passenden Refrain anzustimmen hat.

§ 79.

9. Der Lebe-Liebe-Comment.

Beim »Lebe-Liebe-Comment« singt die ganze Corona:

»Lebe, liebe, trinke, lärme Und bekränze dich mit mir, Härme dich, wenn ich mich härme Und sei wieder froh mit mir!«

Auf »Lebe« stößt das Präsidium mit seinem Nachbar zur Rechten an, auf »Liebe« dieser mit dem nächsten etc. bis zum Ende des Liedes. Derjenige, bei dem das Lied endet, trinkt seinen Rest und beteiligt sich nicht mehr am Gesange. Sein rechter Nachbar beginnt den Rundgesang von neuem. Der Gesang wird so lange fortgesetzt, bis nur noch drei Mitglieder der Kneiptafel Bier haben. Diese drei singen darauf mit verteilten Rollen das Lied: »Es hatten drei Gesellen« etc.

§ 80.

10. Der Liebes-Comment.

Beim Liebes-Comment dürfen nur Liebeslieder gesungen werden. Das Präsidium bestimmt ein Mitglied der Kneiptafel, welches anfängt; dann wird der Reihenfolge nach gesungen, jedoch nur, nachdem das Präsidium ~vivat sequens~ gerufen hat. Das Präsidium darf auch einen oder mehrere übergehen. Wer kein Lied singt, stärkt sich mit einem Halben und wem kein Lied einfällt, während das Präsidium 1, 2, 3 zählt, ebenfalls mit einem Halben.

§ 81.

11. Der Lieblings-Comment.

Der Lieblings-Comment unterscheidet sich vom Liebes-Comment nur dadurch, daß nicht ausschließlich Liebeslieder, sondern von jedem einzelnen sein Leiblied gesungen wird.

§ 82.

12. Der Abc-Comment.

Der Abc-Comment geht auf folgende Art vor sich:

Das Präsidium befiehlt dem einzelnen, ohne sich jedoch an eine bestimmte Reihenfolge zu halten, ein Lied zu singen, das mit einem vom Präsidium bestimmten Buchstaben anfängt. Wer kein entsprechendes Lied weiß, nachdem das Präsidium 1, 2, 3 gezählt hat, zahlt einen Halben als Fiskus; er hat aber das Recht, das Präsidium um Nennung eines Liedes mit dem betreffenden Buchstaben zu bitten. Kann dieses der Forderung nicht entsprechen, so zahlt es ebenfalls einen Halben, andernfalls zahlt der Fragesteller den zweiten Halben.

§ 83.

13. Der Städte-Comment.

Beim Städte-Comment singt jeder der Reihe nach, vom rechten Nachbar des Präsidiums angefangen, nach der Melodie: »Und in Jene, da lebt's sich ~bene~ etc.« einen selbstgemachten Vers, der sich auf eine vom Vordermann genannte Stadt zu reimen hat. -- Wer einen solchen Vers nicht zustande bringt, zahlt einen Halben.

§ 84.

14. Der Stech-Comment.

Beim Stech-Comment wird (bei Burschen vom Präsidium, bei Füchsen vom Fuchsmajor) durch einen Stich mit dem Schläger jedem der Reihe nach, von rechts angefangen, das Kommersbuch aufgeschlagen. Jeder hat das hierdurch getroffene Lied nach eigner Melodie (jedenfalls aber _nicht_ mit der dem betreffenden Lied zukommenden) zu singen. Das Präsidium bezw. der Fuchsmajor bestimmt, wenn auf den zwei offenen Seiten verschiedene Lieder stehen, den zu singenden Kantus mit dem Rufe: rechts, links, oben, unten.

§ 85.

15. Der Veilchen-Comment.

Der Veilchen-Comment geht auf folgende Weise vor sich:

Die ganze Corona singt:

»Freut euch des Lebens, Weil noch das Lämpchen glüht, Pflücket die Rose, Eh' sie verblüht!«

Statt nun weiter zu singen: »man schafft so gern -- -- findet sie,« wird ein von jedem einzelnen der Reihe nach improvisierter Vers eingefügt und von dem Betreffenden in der fortlaufenden Melodie Solo gesungen, worauf dann die Corona einfällt mit:

»Und läßt das Veilchen unbemerkt, Das dort am Wege blüht!«

Wer keinen Vers zustande bringt, zahlt einen Halben.

§ 86.

16. Der Hans-Comment.

Die Grundlage des Hans-Comment bildet der Vers:

»Unser Hans hat Hosa an Und dia sind blau; Schnell wie der Wind weht, Und wie der Hahn kräht; Unser Hans hat Hosa an Und dia sind blau.«

Alles wird allgemein gesungen mit Ausnahme der Worte: »blau, weht, kräht, blau.« Während die Worte gesungen werden: »Und dia sind,« »Schnell wie der Wind,« »Und wie der Hahn,« trinkt jeder der Reihe nach, rechts vom Präsidium angefangen, bei jeder Zeile ein anderer, und muß dann das Wort singen: »blau, weht, kräht, blau.«

§ 87.

17. Der Allah-Comment.

Beim Allah-Comment singt das Präsidium oder ein von diesem bestimmter Solo:

»Allah ist groß!«

und begiebt sich dabei in eine bestimmte Stellung, die von der Corona unter dem allgemeinen Gesange

:,: »Und Mohammed, und Mohammed Ist sein Prophet« :,:

nachgemacht wird. Nach Ausführung verschiedener ulkiger Stellungen, die in der Willkür des Vorsängers liegen, kehrt man in die ursprüngliche Stellung zurück.

§ 88.

18. Der Relativum-Comment.

Es erhebt von der Rechten des Präsidiums an die bestimmte Anzahl mit Ganzen.

Die Corona singt:

:,: »Dat Relativum ~Qui~, ~quae~, ~quod~ :,: ~Qui~: Dat sünd wi! (deuten auf sich) ~Quae~: Dat is hä! (deuten auf die Stehenden) ~Quod~: is dä Pott Den hä utsupen mott!«

Bei den beiden letzten Versen wird im Takte auf den Tisch gehämmert und der letzte Vers oder auch nur das Wort »mott« so lange wiederholt, bis die Betreffenden ihren Rest getrunken haben.

§ 89.

19. Der Fürst von Thoren.

Ein Bierfaß wird als Fürstenthron auf den Tisch gestellt. Das jeweilige Präsidium setzt sich auf das Faß, alle andern stellen sich in einer Reihe auf, die Gläser in der Hand. Hierauf wird das Lied: »Ich bin der Fürst von Thoren« in folgender Weise gesungen:

1. Strophe vom Fürsten, 2. Strophe von allen übrigen mit Ausnahme des Fürsten, 3. Strophe wieder vom Fürsten,

dann bewegt sich unter fortwährendem Absingen der 4. Strophe die aufgestellte Reihe um den Fürsten herum und jeder reicht diesem der Reihe nach das geöffnete Deckelglas zum Trinken dar, welches er dann auf der linken Seite vom Fürsten wieder empfängt. Nachdem in dieser Weise die ganze Reihe vorbeigezogen, singt der Fürst die letzte Strophe Solo bis: »Ich leg' es nun in N. N.s Hand,« wodurch er seinen Nachfolger bestimmt. Dieser nimmt die gleiche Ceremonie vor. Der Fürstenthron wird zuerst in Besitz genommen vom Präsidium, dann von den Burschen der Kneiptafel, Füchse sind ausgeschlossen. Will der Fürst die Ceremonie schließen, so singt er: »Ich leg' es nun in niemands Hand.«

§ 90.

20. Der Pappenheimer.

Das Präsidium kommandiert: »Silentium! es präpariert sich der Pappenheimer; N. N., auf!« Dann setzen sich beide auf die Stuhllehne und singen nach der Melodie »Schier dreißig Jahre«:

:,: Wir steigen :,: :,: Einen Halben in die Welt :,: :,: Warum sollten wir nicht steigen einen Halben in die Welt? :,: Einen Halben in die Welt. Bei Wein und Bier, Lustige Pappenheimer sind wir; Bei Bier und bei Wein, Lustige Pappenheimer wollen wir sein. :,: General Pappenheim :,: :,: Der soll leben :,: :,: General Pappenheim :,: :,: Er lebe hoch! :,:

Jetzt wird getrunken; darauf ernennen sich beide ein Substitut und alle vier singen wieder; dann ernennen sich diese vier wieder weiter vier Substitute und singen von neuem etc., bis alle daran waren. Ist dies geschehen, so erhebt sich die ganze Corona auf den Tisch und singt: »Wir steigen einen Halben :,: einen Halben, überm Tisch« etc. :,: Bei dem letzten Hoch werden alle Gläser geleert. Hierauf duckt sich die ganze Corona unter den Tisch und singt mit gedämpfter Stimme: »Wir steigen einen Halben unterm Tisch« etc. Hierauf kommandiert das Präsidium zu Ehren des Generals Pappenheim einen Raketensalamander und nach dessen Beendigung »Pappenheimer ~ex~.«

§ 91.

21. General Laudon.

Die ganze Kneiptafel singt:

»General Laudon, Laudon rückt an, General Laudon, Laudon rückt an. Mit 600000 Mann Rückt General Laudon an. General Laudon, Laudon rückt an.«

Darauf werden von den einzelnen Mitgliedern der Corona, vom rechten Nachbar des Präsidiums angefangen, folgende Kommandos abgegeben:

»Halt! -- Werda! -- Ronde! -- Was für 'ne Ronde! -- Kneipronde -- Schnapsronde! -- Wer thut die Ronde? -- General Laudon! -- Raus! -- Stillgestanden! -- Gewehr auf! -- Achtung, präsentiert das Gewehr! -- Gewehr auf Schulter! -- Gewehr ab! -- Weggetreten!«

Und zwar wird, nachdem das Lied einmal gesungen ist, zunächst nur das erste Kommando gerufen, darauf nach Wiederholung des Liedes die früheren Kommandos und das folgende dazu. Variationen der Kommandos sind je nach Größe der Corona zulässig.

§ 92.

22. Der Bruder Liederlich.

Die ganze Kneiptafel singt:

:,: »Bruder Liederlich, Bruder Liederlich, Warum sauft Ihr denn so fürchterlich?« :,:

Hier erheben sich die vom Präsidium zu seiner Rechten Bestimmten und singen:

»Ei, :,: was können wir dafür, :,: Daß uns schmeckt so gut der Bier, der Bier; :,: was können wir dafür, :,: Daß uns schmeckt so gut der Bier?«

Die Corona singt darauf:

»Aus euch, liebe Burschen (Füchse) kann niemals was werden, Aus euch, liebe Burschen (Füchse) kann nochmal was werden, Schluck, Schluck, Schluck, den ersten Schluck!«

Hier trinken die Betreffenden einen Schluck, dann singen sie:

»Ei, wie schmeckt das Bier so ~bene~!«

Darauf singt die Corona:

»Schluck, Schluck, Schluck, den zweiten Schluck!«

Die Betreffenden trinken wieder einen Schluck und singen dann:

»Sind wir nicht Gambrini Söhne!«

Die Corona singt nun:

»Schluck, Schluck, Schluck, den letzten Schluck!«

Die Betreffenden trinken hierauf ihr Glas leer und die Corona singt weiter:

»Sie haben brav gehoben, Drum wollen wir sie loben; Im Glas ist nichts geblieben, Drum wollen wir sie lieben! Bruder Liederlich, Bruder Liederlich, Warum sauft Ihr denn so fürchterlich!«

Der Comment geht weiter und diejenigen, welche getrunken haben, trommeln bei den Worten: »Sie haben brav gehoben -- fürchterlich« mit den Gläsern auf dem Tisch. Die Ceremonie geht rund bis zum Präsidium.

§ 93.

23. Lasset die feurigen Bomben erschallen.

Bei gegebener Gelegenheit wird zu Ehren eines Mitgliedes der Kneiptafel gesungen:

»Lasset die feurigen Bomben erschallen, Piff, paff, puff, vivalleralala! Unser Bruder N. N., der soll leben, Es lebe das ganze N. N.'sche Haus! Und sein Mädchen auch daneben, Drum trink er jetzt sein Gläschen aus! Aus! Aus! Aus!«

Währenddessen trinkt der Honorierte seinen Rest, dann fährt die Corona fort:

»Leeret die Gläser, schenkt sie wieder ein! Laßt uns alle fidele Brüder sein!«

§ 94.

24. Der Semester-Salamander.

Nach dem Einleitungskantus kommandiert das Präsidium: »1. Semester!«

Ein Mitglied der Kneiptafel im 1. Semester erhebt sich und spricht: »Es erhebe sich das 1. Semester und reibe mit mir auf das Wohl aller nachfolgenden ehrwürdigen Semester einen urkräftigen Salamander!«

Hierauf kommandiert das Präsidium: »2. Semester!«

Ein Vertreter des 2. Semesters spricht: »Es erhebe sich das 2. Semester und reibe mit mir auf das Wohl aller vorhergegangenen glorreichen und aller nachfolgenden ehrwürdigen Semester einen urkräftigen Salamander!«

Darauf kommt das 3. Semester an die Reihe etc.

~NB.~ Die Füchse, eventuell die Corona reiben auf Kommando des Präsidiums mit.

§ 95.

25. Der Raketen-Salamander.

Der Raketen-Salamander geht auf gleiche Weise vor sich wie der feierliche Salamander bis zum ersten Kommando 1, 2, 3 nach dem Trinken. Das Präsidium ruft dann dreimal nacheinander: »Erste (bezw. zweite, dritte) Rakete steigt!« Die Corona ahmt jedesmal das Zischen einer aufsteigenden Rakete nach und verleiht der Bewunderung darüber durch ein lautes »Ah« Ausdruck. Dann: »Raketen-Salamander ~ex~!«

§ 96.

26. Der Feuer-Salamander.

Er verläuft folgendermaßen:

_Kommando_: Achtung!

(_Ausführung_: Das Glas wird ergriffen.)

Kameraden, es brennt!

(Das Glas wird kreisend auf dem Tische gerieben, wobei die einzelnen brummend Signale und Kommandos nachahmen.)

Spritz' -- fertig!

(Das Glas wird zum Mund geführt.)

Los!

(Das Glas wird geleert.)

Achtung! Protzt ab!

(Ein Schlag mit dem Glas auf den Tisch.)

Vorwärts! Führer links -- Marsch!

(Es wird mit dem Glase das Signal: »Kamerad komm!« getrommelt und auf das Kommando:)

Trab -- Marsch!

(in Wirbel übergegangen.)

Compagnie -- Halt!

(Das Glas wird erhoben.)

Auf der Stelle ruht!

(Aufschlag auf den Tisch.)

§ 97.

27. Der Schweizer-Salamander.

Die Kommandos beim Schweizer-Salamander lauten:

»Standet uff ihr Chaiba! de recht Hand an de rechta Schankul, de link Hand an de linka Schankul! de recht Hand ans Gläsli! De link Hand uff de Tisch! De Dackchel ufi! 's Gläsli ans Mul! Sufet ihr Chaiba! no emol ihr Chaiba! Sufet us ihr Chaiba! 's Gläsli uff de Tisch! De Dackchel zu! De recht Hand an de linka Schankul! De link Hand an de rechta Schankul! So jetzt hocket abi, ihr Chaiba!«

§ 98.

28. Der Bierwalzer.

Zur Melodie des Bierwalzers wird bei der 1. Strophe das »la, la, la« mitgesungen. Bei den Worten »Hat sie!« »Ist sie!« wird mit dem Hausschlüssel ans Glas geklopft, ebenso von den Worten: »O jerum« an bis zum Schluß.

Bei der 2. und den folgenden Wiederholungen wird nach Kommando gestampft, gepfiffen, getrommelt, mit den Gläsern geklappert etc.

§ 99.

29. Tischhospiz.

Tischhospize sind bestimmte Lieder oder Strophen, die auf Kommando des Präsidiums von den Mitgliedern der einzelnen Tische gesungen werden.

§ 100.

30. Der Fiskus.

Fiskus ist ein Bierquantum, das gemeinsam getrunken wird, und zwar auf folgende Weise:

Die Gläser werden in gerader Linie vor dem Präsidium aufgestellt und zwar so, daß abwechselnd die Henkel nach rechts und nach links gerichtet sind. Darauf sagt das Präsidium: »Es ist ein Fiskus angetanzt, ich lasse ihn kreisen unter Absingen des Liedes ...« oder »unter Absingung des N.-Comments.« Hierauf verteilt das Präsidium die einzelnen Gläser, nachdem es sie angetrunken, unter die Corona. Die Gläser werden mit offenen Deckeln und ohne den Tisch zu berühren dem Nachbar gereicht mit den Worten: »Prosit Fiskus!« Die geleerten Gläser werden mit geöffneten Deckeln in derselben Weise vor dem Präsidium aufgestellt, wie vorher die vollen. Derjenige, der den letzten Rest trinkt, sagt: »~Fiscus ex!~« Das Präsidium ruft nun: »Fuchs N. N. zähle die Leichen!« Der Fuchs steigt auf den Tisch und klappt laut zählend die Deckel zu.

~C.~ Bierspiele.

§ 101.

Bierspiele sind Veranstaltungen, bei denen für jeden Fehler oder auch auf Grund persönlichen Pechs das einzelne Mitglied der Kneiptafel zu einer vom Präsidium bestimmten Strafe verdonnert wird. Die angelaufenen Quanta werden auf der Biertafel angekreidet und gemeinsam getrunken.

§ 102.

1. Der Graf von Luxemburg.

Diesem Bierspiel liegt das Lied zu Grunde:

:,: »Der Graf von Luxemburg, Hat all sein Geld verjuckt. :,: :,: Hat 100000 Thaler In einer Nacht verjuckt!« :,:

Es werden auf einer Tafel für die Worte: »Graf,« »Luxemburg,« »Geld,« »verjuckt,« »100000,« »Thaler,« »Nacht« entsprechende Bilder gezeichnet. Das Präsidium bestimmt nun einen, der, während das Lied gesungen wird, mit einem Stock auf das betreffende Bild zu zeigen hat. Zeigt der Betreffende auf ein falsches Bild, so fährt er mit dem bestimmten Quantum bei.

§ 103.

2. Die Bieruhr.

Die Bieruhr geht folgendermaßen vor sich:

Das Präsidium teilt die Corona nach Tischen ab. Jede Abteilung macht für ihren Bereich mit Kreide einen Kreis auf den Tisch, die Anzahl der Radien entsprechend der Personenzahl. Im Centrum eines jeden Kreises wird ein Schlüssel eingesetzt; auf Kommando des Präsidiums wird der Schlüssel gedreht. Derjenige, bei welchem der Bart des Schlüssels stehen bleibt, erhält einen Bierstrich, was solange fortgesetzt wird, bis jeder wenigstens einen solchen hat. Dann erfolgt vom Präsidium die Mitteilung des zu zahlenden Quantums.

§ 104.

3. Der Hammerschmied.

Dem Hammerschmied liegt das Lied zu Grunde:

»Es ist ja kein Dörflein so klein, Ein Hammerschmied muß ja drin sein, Zieh', zieh' Hammerschmied Und laß es wacker laufen; So, so ist's eben recht, So wirst du dich besaufen!«

Die folgenden Strophen werden von einem durchs Präsidium bestimmten Solosänger vorgetragen.

Die zweite Strophe wird mit a gesungen:

»As ast ja kan Darflan sa klan, An Hammarschmad maß ja dran san« etc.

Die 3. Strophe mit e:

»Es est je ken Derflen se klen En Hemmerschmed meß je dren sen« etc.

und so fort mit i, o, u, au etc. etc.

Jeder Fehler eines Solosängers wird angemerkt und je nach der Anzahl der Bierstriche bestimmt sich der Beitrag zum Fiskus.

§ 105.

4. Hinterm Ofen.

Es liegt diesem Bierspiel das Lied zu Grunde:

»Hinterm Ofen Liegt ein alter Ranzen; Seht einmal den Ranzen an, Wie der Ranzen tanzen kann!«

Für die folgenden Strophen werden vom Präsidium Solosänger bestimmt.

2. Strophe: Die Silben »O, Ran, tan« werden weggelassen.

3. Strophe: »fen, zen« wird ausgelassen.

4. Strophe: »Ofen, Ranzen, tanzen« bleibt weg.

5. Strophe: »Ofen, Ranzen, tanzen« wird gesungen, alles andere mit stummen Lippenbewegungen.

6. Strophe: »Ofen, Ranzen, tanzen« wird gepfiffen, alles andre ausgelassen.

7. Strophe: »Ofen, Ranzen, tanzen« wird gesungen, das andere gepfiffen.

8. Strophe: »Ofen, Ranzen, tanzen« wird gemimt, das andere gesungen.

9. Strophe: wie 1. Strophe.

Jeder Fehler wird mit einem Bierstrich geahndet und nach deren Anzahl das zum Fiskus beizutragende Quantum bestimmt.

~D.~ Biergerichtliche Ceremonien.

1. Das Stangenabfassen.

§ 106.

Niemand darf mit offenem Deckelglas am Biertisch sitzen. Die Blume muß binnen 5 Bierminuten angetrunken sein, widrigenfalls das Glas abgefaßt werden darf. -- Dem Präsidium kann das Glas nicht abgefaßt werden.

§ 107.

Beim Abfassen wird also verfahren: